00:00Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer legt sein Mandat als Präsident des Generalrats der
00:05österreichischen Nationalbank zurück, um den Fokus auf seine Aufgaben in der Wirtschaftskammer zu
00:10legen, wie er am Montag in einer Pressekonferenz ankündigte.
00:14Und ich will, dass das auch sichtbar wird und zwar ohne Abstriche, ohne Kompromisse,
00:21ohne Wenn und Aber und ohne Einschränkungen. Ich habe mich daher entschieden, meine Aufgabe
00:27und meine Tätigkeit im Präsidium der Nationalbank abzuschließen. Und zwar nicht mit einer halbherzigen
00:33Lösung, wie Sie manche gefördert haben. Ich bin nicht für halbe Sachen zu haben. Ich werde
00:38selbstverständlich – und auch das entspricht meinem Naturell – für eine geordnete Übergabe sorgen,
00:44werde mit der Vizepräsidentin Reischl das Gespräch suchen und mit ihr und dem Direktor meinen Prozess
00:50sauber aufsetzen, damit diese Übergabe auch gut funktioniert. Es war mir eine große Freude und
00:55Ehre, mit den vielen Fachexpertinnen und Fachexperten in der ÖNB zusammenzuarbeiten und dort Verantwortung
01:01übernehmen zu dürfen. Sie wissen, das neue Direktorraum und der Gouverneur Kocher an der
01:06Spitze ist seit Anfang September in vollständiger Besetzung. Es ist eigentlich auch ein richtig guter
01:11Zeitpunkt, um meine volle Energie dorthin zu fokussieren, wo sie spürbar am dringendsten
01:17gebraucht wird. Im Fokus liegt damit meine Tätigkeit in der Wirtschaftskammer. Im Fokus liegt die österreichische
01:24Wirtschaft, meine Mitgliedsbetriebe und zwar mit einer ganz starken und lauten Stimme für unsere Betriebe.
01:29In der Wirtschaftskammer bleibt Macher Präsident. Bei einem Krisengipfel am Sonntag sei ihm einstimmig
01:34das Vertrauen ausgesprochen worden.
01:37Ich verstehe, dass die öffentlichen Diskussionen in den letzten Tagen große Emotionen geweckt haben.
01:45Und ich höre und ich spüre die Kritik. Und sie geht mir auch sehr nahe.
01:57Und ich nehme all diese Vorwürfe und die Kritik natürlich sehr ernst.
02:03Und bei uns in der Wirtschaft gibt es etwas, das ist sehr ausgeprägt, das nennt sich Fehlerkultur.
02:07Und Fehlerkultur ist kein leeres Wort, sondern ein wichtiges Prinzip.
02:14Vor allem ist es ein sehr wichtiges unternehmerisches Prinzip, nämlich aus den Fehlern zu lernen und es dann
02:18besser zu machen.
02:22Ich habe in den letzten Tagen offen und transparent agiert, habe mich auch den Fragen gestellt,
02:30immer mit einem ganz klaren Ziel, dass in sehr naher Zukunft bald weniger bei uns selbst
02:36und wieder viel mehr über unsere wichtige Aufgabe als Interessensvertretung und Serviceorganisation gesprochen wird.
02:42Und viel mehr über das, was unserem Standort eigentlich fehlt, welche Herausforderungen
02:47gerade vor uns stehen in der österreichischen Wirtschaft.
02:51Ich habe mich gestern mit meinen neuen Landespräsidentinnen und Landespräsidenten getroffen,
02:59auf meinen ausdrücklichen Wunsch hin.
03:01Das war ein sehr offenes, sehr ehrliches, sehr partnerschaftliches und kollegiales Gespräch
03:10mit viel Diskussion, viel Analyse.
03:14Und ja, natürlich, ich habe in einer Situation wie dieser dort auch die Vertrauensfrage gestellt.
03:20Und die Antwort, wie Sie wissen, war eindeutig und positiv.
03:25Und dafür bedanke ich mich auch bei all meinen Kolleginnen und Kollegen.
03:29In der Kammer will Maren nun die Kollektivvertragerhöhungen der Mitarbeiter neu strukturieren.
03:35Wir werden die Belegschaftsvertretung einladen, die bisherige Systematik der Gehaltsanpassung weiterzuentwickeln,
03:44weil wir eine möglichst realitätsnahe Abbildung der wirtschaftlichen Situation unserer Mitgliedsbetriebe einfließen lassen wollen.
03:52Wir haben in den letzten Tagen sehr schmerzhaft erfahren,
03:57es geht nicht bloß um richtig gerechnete Zahlen, es geht um Wahrnehmung, um Vertrauen und um Glaubwürdigkeit in dieser Frage.
04:04Und unser Spielfeld ist das unserer Mitglieder.
04:11Außerdem will Maren den Rechnungshof, die Funktionärsgagen prüfen lassen
04:14und die Strukturen und Leistungen der Kammer sollen extern bewertet werden.
04:19Und dann wird Maren den Rechnungshof, die Funktionärsgagen prüfen lassen.
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