- vor 6 Monaten
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KurzfilmeTranskript
00:00Mit welchem Argument soll man einem Menschen verbieten, seinem Leben ein Ende zu setzen?
00:06Mit der Erklärung, dass das Leiden zum Tod dazugehört?
00:09Oder weil unser Leben ein Geschenk Gottes ist?
00:14Ich glaube nicht.
00:16Unser Leben gehört uns.
00:18Und deswegen kann unser Tod auch nur einem einzigen gehören.
00:22Uns selbst.
00:24Der Tod ist ein natürlicher Vorgang.
00:26Ein Vorgang, dem sich niemand...
00:28Sie sind der Tod.
00:30Sein Würgehängel, seine Gesandte.
00:34Aber keine höhere Macht hat Sie auserwählt.
00:38Sondern Sie sich selbst.
00:40Wir haben nach dem Vortrag eine Fragestunde.
00:43Wenn Sie bitte so lange warten könnten.
00:45Schon gut, Frau Kendall.
00:48Jeder Mensch hat das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben. Finden Sie nicht?
00:51Macht Ihnen das Spaß, Gott zu spielen?
00:53Ich bin kein Gott. Ich bin Ärztin.
00:56Die sind kein Arzt. Sie sind der Teufel.
00:58Hören Sie endlich auf damit.
01:02In Ordnung, Herr Menck.
01:04Lassen Sie uns später reden.
01:05Reden?
01:06Mit Ihnen kann man nicht reden.
01:08Aber eines sage ich Ihnen.
01:10Der Herr sieht alles.
01:11Und er wird richten für das, was ihr getan habt.
01:14Und er wird richten für das, was ihr getan habt.
01:15Was ist das, was ihr cosas, das wissen Sie nicht?
01:21Ja, das ist das, was ihr getan habt.
01:23Untertitelung. BR 2018
01:53Untertitelung. BR 2018
02:23Morgen. Morgen. Dr. Sina Salwold, 37 Jahre, Anästhesistin hier an der Sanktus-Klinik.
02:31Kirchner schaut sich da gerade drin um. Passanten haben sie entdeckt, neben ihrem Motorrad.
02:37Gibt es noch weitere Zeugen?
02:38Leider nein, aber das Glück ist ja mit den Tüchtigen.
02:41Hast du halt deinen Sprüche-Kalender gefrühstückt?
02:43Ich? Ich hatte noch nie meinen Kaffee.
02:45Morgen, Dr. Rüders.
02:46Guten Morgen.
02:46Was haben Sie für uns?
02:48Massives Schädel-Hirn-Trauma mit hohem Blutverlust. Tatzeit vermutlich vor Mitternacht.
02:55Also ja schlagen. Und wie?
02:57Mehrere Hieber auf den Ostparietale. Keine Abwehrspuren. Alles sehr plötzlich.
03:03Tatwaffe?
03:04Ein stumpfer Gegenstand.
03:06Gibt es denn noch ein bisschen genauer, Frau Rüders? Metall, Holz, Stein?
03:09Wie geduldig Ihr Kollege heute ist. Die genaue Tatwaffe, Herr Böhmer. Müssen Sie schon selbst schinden.
03:19Also hier, der Bordcomputer, der muss mit ins Präsidium. Da brauche ich eine Auswertung.
03:25Elf Anrufe in Abwesenheit von einer Nasra. Auch sonst ist alles da. Schlüsselportemonnaie. Alles.
03:33Also kein Raubmord?
03:34Nee. Und das da?
03:36Ja. Dazu wollte ich gerade kommen. Ein umgedrehtes Pentagramm.
03:40Da war aber jemand dramatisch.
03:42Dramatisch oder fanatisch?
03:50Vera Lanz, Kripo München. Mit wem spreche ich bitte?
03:53Nasra Amun. Ich bin Silas Freundin. Was ist denn mit ihr?
03:57Wo sind Sie gerade, Frau Amun?
03:59Bei uns zu Hause. Was ist denn passiert?
04:01Bleiben Sie bitte da. Ein Kollege wird gleich bei Ihnen sein und der erklärt Ihnen alles, ja?
04:05Danke.
04:09Hier.
04:10Das bin jetzt wieder ich, oder was?
04:12Du musst mal ein bisschen üben.
04:17Infinitalk.
04:18Hier ist es.
04:37Sagen Sie, war Frau Salberg gestern irgendwie anders während dem Dienst?
04:41Sie hatte keinen Dienst. Sie kam erst am Abend in die Klinik.
04:44Ich verstehe. Jeder hat ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben.
04:48Das Thema Sterbehilfe war Sina ein großes Anliegen.
04:51Ist das Ärzten denn erlaubt? Ich meine, der Hippokratische Eid und so.
04:56Die ärztliche Beihilfe zum Suizid ist legal. Ob man sie ausführen will, muss jeder Mediziner selbst entscheiden.
05:01Hat Dr. Seibold Sie ausgeführt?
05:05Vera Lanz.
05:06Dr. Thomas Wallner.
05:08Da müssen Sie den Verein fragen, bei dem Sina sich engagiert hat.
05:11Thanatos.
05:12Thanatos.
05:14Das ist doch der Gott des sanften Todes, oder?
05:20Sagen Sie mal, wurde der Vortrag gefilmt?
05:22Tut mir leid, das weiß ich nicht.
05:23Das weiß ich nicht.
05:53Frau Seibold ist gestern übrigens noch 120 Kilometer gefahren.
06:07120 Kilometer?
06:09Der Bordcomputer an Ihrem Motorrad hat das so aufgezeichnet.
06:12Wo war Ihre Lebensgefährtin gestern?
06:16Vormittags hatte sie Dienst.
06:19Dann war sie hier.
06:21Abends nochmal in der Klinik.
06:22Ein zweites Mal?
06:26Sina hat einen Vortrag über Sterbehilfe gehalten.
06:31Sterbehilfe.
06:34Und hat sie die auch selbst angeboten?
06:36In Einzelfällen, ja.
06:37Und gab es da mal Probleme?
06:42Hier in der Klinik gab es nie Konflikte mit Sina, aber...
06:46Aber draußen schon?
06:48Es gab da diesen Anruf neulich auf der Intensivstation.
06:52Ich stand zufällig daneben.
06:53Jemand hat Sina laut beschimpft.
06:55Wissen Sie, wer?
06:55Ja, es ging um einen Ihrer Hospizpatienten, glaube ich.
06:59Genaues weiß ich aber nicht.
07:01Ich würde gerne noch mit anderen Kollegen von Dr. Seibold sprechen.
07:04Wäre das möglich?
07:04Natürlich.
07:05Meine Sekretärin gibt Ihnen die Kontakte.
07:07Danke.
07:08Kümmern Sie sich darum?
07:09Klar.
07:09Infernum ad tecito veniet.
07:15Der lag bei uns im Briefkasten.
07:17Vor zwei Wochen.
07:18Die Hölle kommt bald zu dir.
07:21Davon lagen schon mal zwei in der Post.
07:23Mit ähnlichen Drohungen.
07:24Die haben wir weggeworfen.
07:25Irgendeine Ahnung, von wem das sein könnte?
07:27Eine Provokation.
07:28Von irgendeinem Spinner.
07:31Sina hat den Menschen geholfen.
07:34Ihre Lebensgefährtin hat eine Chatter-App auf ihrem Handy installiert.
07:38Die ist gesperrt.
07:40Damit hat Sina sich mit Ihren Patienten beschrieben.
07:42So war sie erreichbar, ohne dass jeder Ihre Privatnummer hatte.
07:45Sie kennen nicht zufällig das Passwort.
07:51Die Hölle kommt bald zu dir.
07:54Sogar Latein?
07:55Bestimmt ein religiöser Fanatiker, dem Sina Seibold's Engagement nicht gefallen hat.
07:59Mit ein bisschen Glück finden wir da Fingerabdrücke drauf.
08:00Was ist mit dem Anruf in der Klinik?
08:02Unterdrück die Nummer.
08:03Ich werde mir die Kollegen von der Kriminaltechnik drauf ansetzen.
08:06Die soll sich auch gleich das hier noch mit anschauen.
08:08Ich würde gerne wissen, mit wem sich Frau Seibold über diese App hier geschrieben hat.
08:13Vier Ziffern.
08:17Also mit einem Passwort-Cracker dürfte das nicht lange dauern.
08:19Dann lass mal krackern.
08:20Sag mal, Sina Seibold und das Ramon, wie schätzt du die Beziehung der beiden ein?
08:25Eigentlich gut.
08:27Die beiden haben sich über den Verein kennengelernt.
08:29Frau Mohn ist Krankenschwester und hat da mal ausgeholfen.
08:31Und warum nur eigentlich?
08:32Irgendwas gefällt mir da nicht.
08:34Frau Mohn hat gedacht, ihre Freundin wäre vormittags in der Klinik gewesen.
08:38War sie aber nicht.
08:39Und wo sie sonst hingefahren ist, über 100 Kilometer weit.
08:42Das konnte sie mir nicht erklären.
08:44Vielleicht war sie ja für den Verein unterwegs.
08:46Tanathos.
08:47Die Leiterin heißt Marion Kendall.
08:48Den Flyer hat Frau Ambrun auch im Haus gehabt.
08:52Der Verein bietet ambulante Palliativversorgung, aber auch Sterbehilfe an.
08:55Wir erfüllen Ihren letzten Wunsch.
08:58Ich will mit dieser Frau Kendall reden. Holen Sie sie bitte her.
09:01Alles klar.
09:03Herr Paul?
09:09Guten Tag, Frau Lanz.
09:11Hallo.
09:12Professor Roth, der Leiter der Sanktus-Klinik, hat mich gerade gelöchert.
09:15Er bittet um diskrete Ermittlungen.
09:16Wir ermitteln immer diskret.
09:17Glauben Sie mir, der Mann geht mir selber auf die Nerven.
09:19Er hat panische Angst, dass er eine Klinik in die Schlagzeilen gerät.
09:22Er muss den Wärtenknochen hinwerfen.
09:24Irgendwelche Spuren?
09:25Noch nichts Konkretes.
09:27Vermuten Sie eine Verbindung zur Klinik?
09:29Wollen Sie Vermutungen oder Fakten herhaben?
09:31Fakt ist, Dr. Seibold hat Drohungen erhalten.
09:34Wahrscheinlich aufgrund ihres Engagements als Sterbehelferin.
09:37Aber es ist wirklich noch zu früh, sich nur darauf festzulegen.
09:40Ich beruhige Professor Roth, Sie machen Ihre Arbeit.
09:43Okay.
09:43Sie hat Sterbende und unheilbar Kranke begleitet, Ihnen groß gespendet.
09:49Und sie hat sich dafür eingesetzt, dass der Tod nicht stigmatisiert wird in unserer Gesellschaft.
09:54Bei den Patienten, die Sie betreut hat, gab es da Konflikte?
09:58Nein.
09:58Frau Kendall, wir wissen beide, dass Sterbehilfe ein kontroverses Thema ist.
10:04Sie stoßen doch sicher auch auf Ablehnung, nicht wahr?
10:05Vor allem auf Zustimmung.
10:07Laut einer Umfrage sind 77 Prozent der Bundesbürger dafür,
10:11dass unheilbar Kranke auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin von ihrem Leiden erlöst werden können.
10:16Frau Kendall, Sterbehilfemedikamente wie in der Schweiz sind hier nicht erlaubt, richtig?
10:21Das ist korrekt.
10:22Wie hat Dr. Seibold denn den Sterbewilligen Ihren Wunsch dann erfüllt?
10:27Das unterliegt der Vertraulichkeit.
10:30Hat sie das Verbot missachtet?
10:31Frau Seibold hat nichts Illegales getan und auch unser Verein nicht.
10:35Wie hat sie es dann gemacht?
10:38Unsere Ärzte können starke Schmerzmittel verschreiben.
10:41Und wenn der Patient davon zu viel nimmt, entscheidet er das selbst.
10:44Ich brauche eine Liste der Patienten von Dr. Seibold.
10:48Ich kann Ihnen versichern, dass Frau Seibolds Hilfe in unserem Verein auf größte Zustimmung stieß.
10:53Und was ist dann das?
10:56Fanpost?
10:59Von wem könnte der sein?
11:01Das hat nichts mit unserem Verein zu tun.
11:04Dann müssen Sie sich hier auch keine Sorgen machen.
11:14Mit welchem Argument soll man einem Menschen verbieten, seinem Leben ein Ende zu setzen?
11:23Mit der Erklärung, dass das Leiden zum Tod dazugehört?
11:27Oder weil unser Leben ein Geschenk Gottes ist?
11:29Frau Lanz, wir sind angewiesen auf Spenden und auf unseren guten Ruf.
11:34Guter Ruf, ja?
11:36Dann sollten Sie das mal lieber von Ihrem Server nehmen.
11:40Macht Ihnen das Spaß, Gott zu spielen?
11:42Ich bin kein Gott.
11:43Ich bin Ärzte.
11:45Ärzte? Sie sind der Teufel.
11:47Hören Sie endlich auf damit.
11:48In Ordnung, Herr Menk. Lassen Sie uns später reden.
11:50Reden? Mit Ihnen kann man nicht reden.
11:53Eins sage ich Ihnen.
11:55Der Herr sieht alles und er wird richten für das, was ihr getan habt.
12:02Ich kenne Herr Menk.
12:04Der würde nie jemanden umbringen.
12:06Ich weiß nicht, von wem Sie reden.
12:17Frau Dr. Seibold hat für Thanatos gearbeitet.
12:22Sie hat Sie und Ihre Frau mehrmals besucht.
12:24Wenn Sie meinen.
12:29Ihre Frau Renate hatte Knochenkrebs, richtig?
12:32Was wollen Sie? Hat die Sie hergeschickt?
12:34Die ist tot.
12:36Dr. Seibold wurde ermordet.
12:39Und Sie waren nicht so richtig gut, auf Sie zu sprechen, was?
12:42Renate war sehr tapfer.
12:58Zwei Chemos hatte sie geschafft, aber...
13:01...nach der letzten war sie sehr geschwächt.
13:03Also hat sie sich an Thanatos gewendet.
13:10Ich will Sie nicht zur Last fallen, hat sie gesagt.
13:13Zu entschmarrn.
13:16Das war bestimmt nicht der einzige Grund, Herr Menk.
13:18Letzten September hat Ihre Frau sich dann das Leben genommen.
13:37War das mit Hilfe von Frau Dr. Seibold?
13:41Ich war beim Einkaufen.
13:45Renate lag auf dem Bett. Ich dachte, sie schläft.
13:48Aber dann habe ich das Fläschchen auf dem Nachttisch gesehen.
13:54Meine Frau war keine Last für mich.
13:57Sie war ein Geschenk.
13:58Aber diese Ärztin hat sie ja.
14:00Sie haben Frau Seibold bedroht.
14:04Meine Meinung habe ich ihr gesagt, mehr nicht.
14:06Sie haben Sie in mehreren Briefen in die Hölle gewünscht, Herr Menk.
14:10Ich schreibe keine Briefe.
14:12Wo waren Sie gestern nach dem Vortrag?
14:14Da war ich noch bei einem Läusel in der Georgenstraße.
14:19Bis wann?
14:21Bis eins.
14:24Sagen Sie, ich müsste noch mal kurz aufs Klo.
14:26Dürfte ich bei Ihnen?
14:28Haben Sie einen Durchsuchungsbeschluss?
14:30Sturer Bock.
14:39Cleverer Sturer Bock.
14:40Ich habe mit Seibolds Kollegen geredet.
14:46Die wissen kaum was über Sie.
14:48Nur, dass sie ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, Dr. Wallner, hatte.
14:51Ein gutes oder ein sehr gutes?
14:54Angeblich war so eine Art Mentor für Sie.
14:57Eine Kollegin scheint mehr zu wissen.
14:58Eine Katja Schneider.
14:59Die war aber nicht da.
15:00Ich muss noch mal mit ihr reden.
15:02Ha.
15:03Ist das das Medikament?
15:05Morphintropfen.
15:06Ein starkes, schnell wirkendes Schmerzmittel.
15:08Für den sehr hoher Dosierung zu Atem, Depression und dann zum Tod.
15:12Renate Menk hat davon eine ganze Flasche getrunken.
15:15Und die Seibold hat es ihr verschrieben.
15:17Deswegen gibt Menk ihr die Schuld am Tod seiner Frau.
15:19Ja, Renate Menk hatte allerdings den Sterbemund schriftlich niedergelegt.
15:23Ihr Mann wollte das noch nicht wahrhaben.
15:26Das kann ich nachvollziehen.
15:28Du meinst deinen Schwiegervater?
15:30Hm.
15:32Als damals die Demenz bei Georg losging, wollte er nicht mehr weiterleben.
15:39Für mich war das erstmal gar nicht so einfach zu akzeptieren.
15:47Was wissen wir über Menk?
15:48An seinem Alibi bin ich dran.
15:51Ansonsten pensionierter Postbeamter in leitender Funktion, tadellose Laufbahn, keine Vorstrafen.
15:57Sein einziger Sohn wohnt in Holland, keine Enkel.
16:01Die Rache eines einsamen Mannes.
16:03Starkes Motiv.
16:04Und der Krumm-Vanadium ist ein starkes Metall.
16:0719er Ratmutterschlüssel.
16:08Die Tatwaffe.
16:09Also ein Vergleichsstück.
16:10Die Tatwaffe ist noch nicht gefunden worden, aber du weißt, dass es ein 19er ist?
16:14Ey, heutzutage lernt man schon Hälsinn auf der Polizeischule.
16:17Ja, das sieht man doch hier auf der Kopfhaut.
16:20Ein schönes hexagonales Muster.
16:22Hexa was?
16:22Sie waren bei Dr. Rüders, oder?
16:24Äh, ja.
16:25Eine Hautunterblutung am Haaransatz.
16:28Hexagonal heißt sechseckig.
16:30Das lernt man in Mathe.
16:31Also heutzutage.
16:32Ich bin auch Seibers Patientenliste durchgegangen.
16:35Laut ihren Anrufen hatte sie in den letzten Tagen nur Kontakt mit einer davon.
16:39Paulina Nikolic.
16:4017 Jahre.
16:41Sie wohnt noch bei ihrer Mutter.
16:42Also Nikos Boxclub.
16:46Trainingsstunde?
16:48Wie fit sind Sie denn?
16:50Ziehen Sie sich an.
16:51Warm.
17:02Genau.
17:02Eins, zwei.
17:04Super.
17:04Eins, zwei.
17:06Eins, zwei.
17:07Fragen.
17:08Schwenkenrunde.
17:11Vorruf hier in Zug.
17:12Richtig.
17:15Und?
17:16Ja.
17:17Schon locker.
17:18Entschuldigung.
17:18Ganz locker.
17:19Ich bin gleich wieder da.
17:20Ja?
17:20Frau Nikolic?
17:21Richtig.
17:22Vera Landskripo München, mein Kollege Kirchner.
17:25Wir hätten ein paar Fragen an Ihre Tochter.
17:27Paulina, richtig?
17:28Warum wollen Sie mit meiner Tochter sprechen?
17:34Frau Seibold.
17:36Ist ja schrecklich.
17:39Wie gut kannten Sie sie?
17:40Nicht gut.
17:41Also sie war ein einziges Mal hier vor ein paar Monaten wegen Paulinas ALS.
17:46Amotrophelateralsklerose.
17:48Schon mal gehört?
17:49Die Nervenzellen bilden sich zurück und es kommt zur Lähmung der Muskulatur, richtig?
17:52Genau, also zuerst kribbeln die Finger, dann kannst du irgendwann nicht mehr laufen und dann bleibt dir der Atem weg.
17:59Arschlochkrankheit.
18:00Naja, brauche wenigstens keine Handtasche mehr.
18:02Tampons kippen, ist alles drin.
18:04Wie ein fahrender Kiosk, das Ding.
18:07Sie haben früher auch geboxt?
18:08Ja.
18:09Sie ist mehrfache Jugendmeisterin im Kickboxen.
18:12Meine Tochter ist ein Naturtalent.
18:14Du übertreibst.
18:15Ich konnte nur nicht verlieren.
18:16Paulina, haben Sie Dr. Seibold gebeten, Ihnen Stabehilfe zu leisten?
18:23Nee, das war nur eine Phase.
18:26Ich musste damals das erste Mal beatmet werden, weil meine Lunge nur noch 20 Prozent bringt und...
18:33Ja, ich war ziemlich down zu der Zeit.
18:35Aber Frau Seibold hat Paulina wieder aufgebaut.
18:40Und seitdem hatten Sie keinen Kontakt mehr zu ihr?
18:43Nein.
18:43Das ist komisch, weil laut Dr. Seibolds Handy hat sie vorgestern hier angerufen.
18:50Ja, das stimmt, da war ich dran.
18:51Frau Seibold hat Paulina ein Beruhigungsmittel verschrieben und wollte wissen, wie sie darauf reagiert.
19:02Ich trainiere gerade wieder so ein bisschen an meiner Nahkampftechnik.
19:07Würden Sie mir ein paar Tipps geben?
19:08Ja, klar.
19:09Meine Tochter war schon immer sehr selbstständig.
19:13Und jetzt mit ansehen zu müssen, wie ich ewig dafür brauche, um ihr die Socken anzuziehen, ist natürlich mega nervig für Sie, oder?
19:20Witteschön.
19:21Danke.
19:23Sagen Sie, darf ich Sie was fragen?
19:26Klar.
19:27Ihre Tochter ist 17.
19:28Juristisch gesehen darf sie ohne ihre Einwilligung Sterbehilfe gar nicht in Anspruch nehmen.
19:34Haben Sie eingewilligt?
19:35Nochmal.
19:36Das war nur eine Phase.
19:38Okay?
19:39Paulina engagiert sich in einem Forum.
19:41Sie schreibt Artikel über ihre Krankheit, macht anderen Mut und das gibt ihr natürlich selber auch Kraft.
19:47Arme am Körper.
19:52Arme am Körper, Deckung, Deckung nach vorne, nach vorne und durchziehen.
19:56Und durchziehen.
19:57Okay.
19:58So?
19:58Ja.
19:59Und Deckung.
20:00Und Deckung.
20:02Fällt Ihnen das eigentlich schwer hier?
20:05Ich meine, vermissen Sie es nicht, selbst wieder im Ring zu stehen?
20:09Kannst du bitte du sagen?
20:11Klar.
20:12Paulina.
20:13Korbinian.
20:14Ob ich es will, um Sie den Leuten auf die Fresse zu schlagen?
20:19Äh, ja.
20:21Ja, klar.
20:25Der junge Mann auf dem Foto.
20:27Das ist dein Freund.
20:30Das Bild im Büro.
20:32Ja.
20:33Sorry.
20:35Geht mich nichts an.
20:37Das ist Jan, das ist mein Ex.
20:44Ja, Janus und ich, wir haben uns damals auf dem Wettkampf kennengelernt.
20:47Der war zuerst mein Trainer und dann sind wir immer zusammengekommen.
20:55Und jetzt?
20:56Ja, ihr habt Schluss gemacht.
20:58Und warum?
20:59Ja, weil der, weil der mich so in Erinnerung behalten soll, wie ich mal war und nicht, wie
21:07ich mal sein werde.
21:09Wie sieht denn Janus das?
21:10Das versteht er nicht.
21:13Aber der wird es übernehmen.
21:14Wir hatten früher immer so ein Ritual.
21:21Und dann sind wir nach dem Wettkampf irgendwie weg.
21:23Also haben wir zurückgezogen, wo wir alleine waren.
21:26Und dann hat er Musik angemacht und wir haben getanzt.
21:33Also, wenn du mich fragst, was ich vermisse, dann, dann das.
21:39Sie haben meine Nummer.
21:54Tschüss.
21:56Ciao.
21:57Ciao.
22:16Untertitelung. BR 2018
22:46Ich glaube Paulina nicht. Irgendwas stimmt da nicht.
22:58Maria Nicoletsch war auch nicht ganz ehrlich zu mir.
23:00In dem Forum, in dem ihre Tochter angeblich so aktiv ist,
23:04hat die seit Monaten nichts mehr veröffentlicht.
23:05Paulina wollte sterben und will immer noch sterben.
23:08Mhm.
23:11Und ihre Mutter versucht das um jeden Preis zu verhindern.
23:14Auch mit einem Mord?
23:16Wirklich.
23:19Was ist mit Paulinas Ex-Freund?
23:21Äh, Janis Auer, 20, Box-Trainer und Disponent in der Logistikfirma.
23:26Hab ihn noch nicht erreicht.
23:28Er war sicher auch kein Fan von Frau Seibold.
23:30Wer weiß.
23:32Vielleicht hat er Paulina auch verstanden.
23:34Was gibt's noch zu verstehen?
23:36Sie ist doch noch viel zu jung.
23:37Ich meine, das Leben ist doch auf eine Art heilig.
23:43Man sollte es nicht einfach so abbrechen.
23:46Was, wenn man's nicht mehr lebenswert findet?
23:48Aber was heißt denn nicht mehr lebenswert?
23:51Paulinas Körper wird noch schwächer werden, ja.
23:53Ihre Unabhängigkeit ist eingeschränkt,
23:55aber deswegen verliert sie ja nicht ihre geistige Freiheit, ihre Würde.
23:58Aber wenn sie das Gefühl hat, dass sie ihre Würde verliert?
24:02Sie ist erst 17.
24:05Vielleicht ist es eine Überall der Entscheidung.
24:07Paulina setzt sich seit Jahren mit dieser Krankheit auseinander.
24:10Ich befürchte, sie hat es sich sehr gut überlegt.
24:12So, Freunde der Kriminalistik.
24:18Treffer.
24:20Äh, Fingerabdrücke?
24:22Druckmerkmale, die zu einer bestimmten Baureihe gehören.
24:24Und jetzt rate mal, wer diese Geräte früher exklusiv verwendet hat.
24:29Die gute alte Post.
24:37Sie können sich die Mühe sparen.
24:39Ich hab keinen Tintenstahldrucker.
24:42Meine Tochter sagt immer, ich soll mehr frisches Zeug essen.
24:48Ja, eines Essen meiner Frau reicht eh nix ran.
24:53Jeden Sonntag gab's Torte, selbst gebacken.
24:57Ein Gedicht.
24:58Hm.
24:59Aha.
25:01Und?
25:02Was haben wir denn hier?
25:05Äh, Schmierzettel.
25:09So, nimmst du das mal bitte?
25:12Sie fangen an, mir richtig auf die Nerven zu gehen, Herr Menck.
25:17Sie haben uns angelogen, Herr Menck.
25:19Sie waren nur bis kurz nach zehn in Ihrer Stammkneipe und nicht bis eins, wie Sie behauptet haben.
25:25Oh, da hab ich mich vertan.
25:27Hm.
25:27Wie sind Sie denn nach Hause gekommen?
25:33Zu Fuß.
25:34Ist Ihnen jemand begegnet?
25:36Herr Menck, Sie stehen unter Mordverdacht.
25:39Wenn Sie weiter nicht kooperativ sind, müssen wir Sie mit aufs Präsidium nehmen.
25:42Sie haben die Briefe geschrieben, nicht wahr?
25:44Was machen die da?
25:47Die sollen raus aus meinem Garten, verdammt.
25:50Na, da, schau mal her.
26:04Ein Tintenfischdrucker.
26:08Frau Seibold hat Ihrer Frau das Morphin verschrieben.
26:11Ohne, dass Sie davon mussten.
26:13Sie konnten sich nicht mal von ihr verabschieden.
26:17Und als Ihre Frau starb, haben Sie sich geschworen, etwas zu unternehmen.
26:23Frau Seibold sollte nie wieder jemandem zum Sterben verhelfen, richtig?
26:27Hm.
26:28Herr Menck, ich sag Ihnen jetzt mal was.
26:29Die Kriminaltechnik wird in wenigen Stunden bewiesen haben,
26:34dass dieser Wisch hier auf Ihrem Drucker erstellt wurde.
26:36Und dann glaubt Ihnen hier keiner mehr irgendwas.
26:39Ja, mein Gott, die Briefe sind von mir.
26:42Diese Seibold, die hat sich als Erlöserin aufgeführt.
26:46Aber sie hat meine Frau überredet.
26:48Ihre Drohbriefe haben nichts bewirkt,
26:50also sind Sie in den Vortrag von Frau Dr. Seibold geplatzt.
26:53Renate wollte nicht sterben.
26:54Sie wollte das nicht.
26:58Herr Menck.
26:59Sie wollte es.
27:02Aber Sie können das bis heute nicht akzeptieren.
27:06Was ist da passiert?
27:10Ich werde Ihnen sagen, was passiert ist.
27:12Sie haben sich Mut angetrunken,
27:13haben Frau Dr. Seibold aufgelauert
27:15und dann haben Sie, Sie höchstpersönlich,
27:17ins Reich der Finsternis befördert.
27:19Nein.
27:20Und das da?
27:21Was sollte das hier sein?
27:22Eine Art Abschreckung oder was?
27:24Für alle Menschen, die es wagen, Sterbehilfe anzubieten?
27:27Verschwachsinnig war das nicht.
27:29Frau Lanz, glauben Sie mir, ich war das nicht.
27:32Herr Menck, hier spielt die Musik.
27:36So, ich sag jetzt gar nichts mehr.
27:37Deine Mutter, du musst mit ihr reden.
27:59Sie versteht gar nichts.
28:00Bitte.
28:01Sie darf nichts davon wissen.
28:02Frau Seibold hat mit ihrer Tochter gechattet.
28:08Über Wochen.
28:10Die Ärztin war bereit, ihrer Tochter beim Sterben zu helfen.
28:13Hinter ihrem Rücken.
28:15Hören Sie auf.
28:16Aber dann hat sich Frau Seibold plötzlich nicht mehr gemeldet.
28:19Und Paulina war verzweifelt.
28:21Was ist los?
28:23Warum melden Sie sich nicht?
28:24Ich brauche das Mittel, bitte.
28:25Paulina wusste nicht, dass kurz davor jemand bei Frau Seibold angerufen, sie bedroht hatte.
28:31Sie, Frau Nicolitsch.
28:35Sein Alibi taugt nichts und er hat ein glasklares Motiv.
28:38Der Mann muss in U-Haft.
28:39Wir haben keine Beweise, Paul.
28:41Die Drohbriefe?
28:42Okay, er hat Sina Seibold gehasst und damit ein Motiv, ja.
28:45Aber laut Rechtsmedizin geschah der Mord spätestens um 22.30 Uhr.
28:49Und laut deinen eigenen Recherchen hat Meng das Lokal in Schwabing erst um 22.15 Uhr verlassen.
28:54Er kann nicht rechtzeitig am Tatort gewesen sein.
28:56Das ist viel zu weit weg.
28:58Ja, hast wahrscheinlich recht.
29:00Hier, ich habe die GPS-Daten von Seibolds Motorrad bekommen.
29:03Vielleicht hilft uns das weiter.
29:04Und ich fahre in die Klinik.
29:08Ich habe zufällig gesehen, wie Paulina ihr eine Nachricht geschrieben hat.
29:12Ich war fassungslos, dass sie das machen will.
29:19Und dann habe ich Frau Seibold angerufen.
29:23Sie wollten, dass die Arztin ihre Tochter in Ruhe lässt.
29:26Ich habe ihr gesagt, wenn sie Paulina noch einmal kontaktiert, dann vergesse ich mich.
29:31Und? Hat sie aufgehört?
29:35Sie hat am nächsten Tag angerufen.
29:37Hier.
29:38Im Büro.
29:40Ich stand neben Paulina.
29:42Was wollte sie?
29:46Sie wollte sich bei Paulina entschuldigen.
29:48Hat ihr gesagt, sie soll...
29:51Sie soll nicht im Streit mit mir gehen.
29:58Paulina war so wütend auf mich.
30:00Ich habe sie nicht umgebracht.
30:06Ich war hier.
30:08Sina und ich kommen aus dem gleichen Stall.
30:10Uni Heidelberg.
30:11Aber richtig eng war in Berlin.
30:13Sie sprachen von Bevorzugung.
30:16Sina hat die besten Schichten bekommen,
30:18durfte Stunden kürzen und vor kurzem die Oberarztstelle.
30:21Dabei waren andere besser qualifiziert.
30:24Und wie erklären Sie sich das alles?
30:28Naja, wie schon.
30:28Dr. Wallner und Dr. Seibold.
30:33Ernsthaft, eine Affäre?
30:34Ich sage nur, was die alle vermuten.
30:36Ah.
30:38Nach außen sah man da nichts, aber da muss was gelaufen sein.
30:40Gleich als Sina hier angefangen hat, vor fünf Jahren.
30:43Wallner hat sie schon damals bevorzugt?
30:44Sina durfte damals gleich in die Rotation,
30:47also die Praxisschritte für die Prüfung, durchlaufen.
30:50Dadurch ist sie fast ein Jahr früher Fachärztin für Anästhesie geworden.
30:54Ah.
30:55Und das alles wegen einer Affäre.
30:57Sie sind die Kommissarin.
30:59Stimmt.
31:00Danke.
31:01Bitte.
31:01Tschüss.
31:02Ciao.
31:03Sie wollte mir helfen.
31:05Und als sie dann nicht mehr wollte, dann wurde ich natürlich zornig.
31:08Aber deswegen bringe ich sie ja nicht gleich um.
31:10Vielen auch.
31:12Du warst die ganze Nacht hier.
31:13Deine Mutter auch.
31:14Das hat mir der Pflegedienst bestätigt.
31:16Ja, und?
31:18Jannis.
31:19Wie standen wir zu deinen Plänen?
31:21Das hat er nicht verstanden.
31:23Deswegen haben wir uns ja auch getrennt.
31:24Vielleicht wollte er dich ja auch beschützen.
31:27Nee.
31:31Habt ihr noch Kontakt?
31:32Wir haben uns nichts mehr zu sagen.
31:35Und weißt du, wo er jetzt sein könnte?
31:38Ich sage dir jetzt mal was, ja?
31:40Jannis ist an nur einem Ort gefährlich.
31:42Und zwar einen Ring.
31:45Okay?
31:46Sag mal, kannst du die beiden da hinten bitte abhacken?
31:48Na klar.
31:54Hast du eigentlich keine Angst?
31:56Was meinst du?
31:58Vor dem Sterben.
32:00Ich habe Angst davor, wie ich mir schlucken zu kann.
32:04Ich habe Angst davor, dass ich irgendwann keine Luft mehr bekomme.
32:08Und ich habe Angst davor, dass ich irgendwann mal an einen Punkt komme, wo ich selber nicht mehr entscheiden kann, was mit mir passiert.
32:13Also schlimmer kann Sterben nicht sein.
32:32Und Paulina weiß nicht, wo ihr Ex-Freund steckt?
32:35Ja, angeblich.
32:36Sie glauben mir nicht.
32:37Na, ich glaube, dass sie gerade nervös geworden ist.
32:41Ich melde mich wieder, ja?
32:42Okay.
32:50Bastelst du denn da?
32:52Die Wegstrecke von Seiburts Motorrad.
32:55Statt in die Klinik ist sie ins Törzer Land gefahren.
32:58Erst über die Salzburger Autowahn, bei Holzkirchen raus, über Landstraßen, Dörfer, dann rüber zum Starnberger See und wieder zurück.
33:06Laut Tarnathos und der Klinik hatte sie dort aber weder Patienten noch sonst irgendwelche Verpflichtungen.
33:12Wie bitte?
33:14Sie hatte da keine Patienten und auch sonst keine Verpflichtungen.
33:19Hm, vielleicht ein Ausflug.
33:21Seiburts ist die Strecke in den letzten zwei Monaten achtmal gefahren.
33:24Immer haargenau die gleiche Strecke.
33:26Eine heimliche Verabredung.
33:30Vielleicht hat uns ihre Lebensgefährte nicht alles gesagt, was sie weiß.
33:34Oder ihr Chef.
33:35Eine Kollegin meint, Wallner hat Seiburts Karriere extrem gepusht.
33:39Wieso das jetzt?
33:41Das wüsste ich auch gerne.
33:46Ich bin mir ziemlich sicher, dass Wallner mit irgendwas bei Seiburt in der Schuld stand.
33:50Er mochte sie einfach.
33:52Der Mann hat einen tadellosen Ruf, Frau Lanz.
33:53Und wir natürlich keinesfalls unnötig beschädigen wollen.
33:58Sie haben doch einen guten Draht zum Leiter der Klinik, Professor Roth.
34:01Wir brauchen mehr Infos zu Dr. Wallner.
34:03Vielleicht ist da ja mal irgendwas vorgefallen.
34:06Sie wissen genau, dass man Personalakt nicht einfach so einsehen kann.
34:08Das ist streng vertraulich.
34:11Und für einen Beschluss reichen Ihre Indizien nicht.
34:14Professor Roth möchte, dass wir diskret ermitteln.
34:16Dann soll er uns auch unterstützen.
34:17Ich werde sehen, was ich machen kann.
34:33Hey, Mann, wie geht's?
34:35Hi, Janis.
34:48Hi.
34:49Ich dachte, ich habe keinen Kontakt.
34:50Hey!
34:52Janis!
34:53Hey!
34:54Janis!
34:55Janis!
34:55Janis!
34:55Janis!
34:55Janis!
34:55Janis!
34:55Janis, warte ab, bleib' stehen!
35:00Bleib' stehen!
35:02Janis!
35:23Janis!
35:26Janis!
35:27Janis!
35:31Janis!
35:31Paulina? Paulina? Okay. Was wollt ihr, Hannes hier? Der hat mich nur gefragt, wie es mir geht.
35:48Ach komm, an so einem Bullshit. Wo ist er jetzt? Ich weiß es nicht. Hör mal zu, Paulina. Wenn du
35:52einen Mörder deckst, machst du dich strafbar. Ist dir das klar? Hier muss was sein. Nein. Und das
36:00sind Sie sich ganz sicher? Ja. Sie hatte keine Freunde und Bekannte in der Gegend. Auch
36:04keine Verwandtschaft, soweit ich weiß. Ihr Chef, Dr. Wallner, hat sie über den mal was
36:09erzählt? Sie wollte nicht viel über ihre Arbeit reden. So, Frau Amut, jetzt ist Ende mit der
36:14Märchenstunde. Sie war Ihre Freundin, Ihre Partnerin. Warum sollte sie Ihnen so viel
36:18verheimlichen, wie Sie die ganze Zeit behaupten? Ich weiß es doch nicht. Als Sie gestern gegangen
36:23sind, bin ich alles durchgegangen. Mehr jetzt Aktenbriefe. Ich dachte, ich finde irgendwas.
36:26Eine Ex. Eine heimliche Affäre, aber nichts. Dabei hatte ich das Gefühl, dass Sie schon
36:35länger was belastet. Seit wann hatten Sie das Gefühl? Ein paar Wochen vielleicht. Manchmal
36:43war sie richtig schlecht drauf, wenn sie von der Arbeit kam. Dann ist sie auf ihr Motorrad
36:47gesprungen. Den Kopf frei kriegen, hat sie gesagt. Kopf frei kriegen von was?
36:53Als ich mal nachgefragt habe, ist sie ausgewichen. Bad Karma, Baby. Warum habe ich nicht weiter
37:01nachgehakt?
37:09Oh, hartes Training?
37:11Nee, Janis ist aufgetaucht.
37:13Oh.
37:14Er war wohl gegen Paulinas Sterbewunsch. Vielleicht hat er ja keinen anderen Ausweg gesehen, als
37:19selber zu stoppen.
37:19Und wo ist er jetzt?
37:22Abgehauen.
37:23Und Paulina deckt ihn?
37:24Ja. Ich habe schon bei der Logistikfirma angerufen, bei der er arbeitet. Da ist er seit
37:29zwei Tagen nicht erschienen. Und seine Familie weiß auch nichts. Aber ich habe das hier.
37:34Also der Wagen, der ist zwar auf seinen Cousin zugelassen, aber Janis fährt ihn. Wenn er
37:38damit am Tatort war, hat ihn vielleicht jemand gesehen. Fahndung ist raus.
37:41Kuss!
38:03Kuss!
38:05Kuss!
38:06Kuss!
38:07Kuss!
38:08Kuss!
38:09Kuss!
38:10Kuss!
38:11Kuss!
38:12Kuss!
38:13Kuss!
38:14Kuss!
38:15Kuss!
38:16Kuss!
38:17Kuss!
38:18Kuss!
38:19Kuss!
38:20Kuss!
38:21Kuss!
38:22Kuss!
38:23Kuss!
38:24Kuss!
38:25Kuss!
38:26Kuss!
38:27Kuss!
38:28Kuss!
38:29Kuss!
38:30Also von Jannis fehlt bisher jede Spur.
38:36Außer in deinem Gesicht.
38:38Du bist zur Abwechslung ja immer richtig witzig.
38:41Der Durchsuchungsbeschluss für den Boxclub ist da.
38:43Vielleicht kommen wir so an Auer ran.
38:45Ich kümmere mich drum.
38:46Die Teilnehmer des Vortrags wurden alle durchtelefoniert.
38:49Von denen hat niemand Jannis oder seinen Wagen gesehen.
38:51Nur dieser komische Typ hat gleich wieder aufgelegt.
38:53Dieser, wie heißt der?
38:54Meng.
38:55Ja, genau.
38:56Ja, der ist kooperativ wie ein Laternenmast.
38:58Ich kümmere mich um den.
38:59Weltkarme.
39:04Weltkarme, Weltkarme.
39:06Was?
39:08Hier muss irgendwas sein, was ich übersehen habe.
39:11Was ist denn das hier?
39:13Aussichtspunkt.
39:15Und das?
39:16Moor.
39:17Habe ich alles schon gecheckt, Herr Kollege.
39:19Hier Aussichtspunkt, Parkplatz, Moor, Sendemast.
39:25Ja, und das hier?
39:29Church, nein.
39:36So sehr mich deine Fragen manchmal nerven.
39:39Ab und zu liegst du da mit Gold richtig.
39:43Das ist gut Karma, weißt du?
39:45Haben Sie diesen Wagen gesehen?
39:53Oder vielleicht sogar diesen Mann?
39:56Warum sollte ich Ihnen helfen?
39:58Ihr Kollege wollte ihm den Mord anhängen.
40:00Genau deswegen.
40:01Es geht um Mord.
40:03Ist mir egal.
40:03Herr Menk, vielleicht ist Ihnen Dr. Seibold ja egal, aber...
40:11Was ist mit Nazra Amun?
40:13Ihrer Lebensgefährtin.
40:15Die hat ihre große Liebe verloren, genau wie sie.
40:17Hat die nicht ein Anrecht darauf,
40:19dass der Mörder ihrer Freundin zur Rechenschaft gezogen wird?
40:22Darum geht's.
40:23Gerechtigkeit.
40:25Ist Ihnen das egal?
40:32Hat die ganze Zeit den Motor laufen lassen, dieser Idiot.
40:36Gerechtigkeit.
41:06Das war's.
41:36Hallo? Frau Amun? Frau Amun?
42:06Alles Gute. Alles Gute.
42:18Vorsichtig. Ganz vorsichtig.
42:21Ist er noch da?
42:22Hey! Stehbleiben! Stehbleiben!
42:30Janis Auer.
42:55Er hat Frau Amun überfallen und ist geflüchtet.
42:58Sein Wagen stand übrigens in der Tatnacht vor der Klinik. Was wollte er von Frau Amun?
43:01Frau Seibold hat illegalerweise Morphintropfen zu Hause deponiert.
43:05Oh, scheiße.
43:08Janis hat sich davon bedient.
43:09Erzähl das alles nochmal, Kirchner. Ich fahr jetzt in den Boxclub.
43:12Okay.
43:14Okay.
43:14Ich fahr jetzt in den Boxclub.
43:44Alles klar. Danke, Park.
44:13Scheiße.
44:15Sandro, schaust du dich bitte in den Umkleiden um, ja?
44:18Und Anita, du schaust mal einfach in allen anderen Räumen, okay?
44:23Paulina!
44:25Was ist hier los?
44:26Paulina!
44:27Was ist hier los?
44:28Wo ist ihre Tochter?
44:29Keine Ahnung, die wird hier irgendwo sein.
44:31Wieso?
44:32Wieso?
44:33Wo ist ihre Tochter?
44:35Nein.
44:43Nein.
44:44Nein.
45:06Kannst du mich reinsetzen?
45:08Ja.
45:13Mann, Wiener, ich sind sie eigentlich.
45:15Ja, was wollen ihr?
45:16Okay, ich ruf sie jetzt an.
45:17Ja, machen sie das.
45:20Oder wo könnten denn die beiden sein?
45:21Gibt's auch ne Garage, nen Keller, irgendwas?
45:23Nee, gibt's nicht.
45:25Scheiße, Mailbox.
45:36Ist gut so?
45:37Hm?
45:43Paulina, ruf mich bitte sofort zurück, wenn du das hier abhörst, okay?
45:51Wissen Sie, wo das ist?
45:53Ja.
45:54Kommen Sie.
45:57Ja, Frau Lanz?
45:58Ich glaube, ich weiß, wo Sie sind.
45:59Ich schicke Ihnen gleich die Adresse.
46:02Kommen Sie!
46:03Los!
46:13Also, es ist nicht so lustig, aber nicht so lustig.
46:15Ich schicke Ihnen mal so, dass ich nicht so lustig fühle.
46:16Bei mir ist eine Möglichkeit, sie liegen beim Geist.
46:17Es ist ein Kind.
46:18Und ich habe einen Aufmerksam vor, bei mir ist der서hn, ja nichts sicher.
46:20Oh, genau.
46:21Du bist du denkst, dass es geht damit, wie es geht.
46:22ira oder einen Diabend?
46:23Ich fühle dich zu spät.
46:24Das ist eine Sch面cher!
46:25Ich weiß nicht.
46:26Und ich habe es, wie es Typically das ist.
46:27Die Nase an sagen.
46:28Und ich denke, es geht wieder mit dem Geist.
46:30Woher ihr bist du zu schaden?
46:31Na wehreig, woher fliege.
46:33Ich finde den, zugez, woher sie ges quiser.
46:34Komm.
47:02Sie bleiben im Auto.
47:03Hey, Sie bleiben hier im Auto.
47:06Meine Torte.
47:10Paulina.
47:15Die Waffe runter sofort.
47:16Hau ab.
47:17Hau sie ab.
47:18Hör auf mit dem Scheiß, Janis.
47:20Es ist vorbei.
47:22Ist es nicht.
47:23Ein Schritt näher und er schießt sie ins Bein.
47:26Und dann habe ich das hier schon getrunken.
47:27Mach das nicht, Paulina.
47:33Ich verstehe das einfach nicht.
47:36Gehen Sie.
47:37Los.
47:38Willst du das, Janis?
47:41Ein zweites Leben auf deinem Konto?
47:45Was?
47:46Die Seilbeut.
47:47Das war ich nicht.
47:48Du warst vor der Klinik und wolltest das Mittel von ihr.
47:51Verdammt nochmal, Janis, man hat dich gesehen.
47:53Ja, ich war da.
47:55Ich habe sie aber nicht getroffen.
47:56Er sagt die Wahrheit.
47:59Wissen Sie, wo Sie sind?
48:01Los.
48:03Paulina?
48:05Paulina.
48:06Oh, komm mal hier.
48:07Hau ab.
48:09Bitte.
48:10Geh weg.
48:11Los.
48:12Bitte.
48:12Geh weg.
48:13Paulina, ich bitte dich.
48:15Bitte.
48:16Bleib stehen, Maria.
48:17Bleib stehen.
48:23Wir haben noch so viel vor, wir beiden.
48:26Ich kann nicht mehr.
48:28Ich kann nicht mehr.
48:29Hey, wir schauen mal aus.
48:30Ich gehe nicht weg.
48:32Okay, mein Schatz.
49:00Okay.
49:00Okay.
49:02Du entscheidest, ja?
49:08Aber nicht hier.
49:10Zuhause.
49:12Ganz in Ruhe, okay?
49:13Ja.
49:17Ich bleib bei dir, okay?
49:18Sagen Sie, war Frau Seibold eigentlich religiös?
49:35Sina, überhaupt nicht.
49:37Wieso?
49:37Na ja, schauen Sie, weil hier ist eine Kapelle eingezeichnet.
49:42Und an der ist sie auf ihrer Tour immer wieder vorbeigefahren.
49:45Am Tattag und auch die Wochen davor.
49:48Sie meinen, das hat irgendwas mit Ihrem Geheimnis zu tun?
49:50Ich wüsste nicht, was sonst.
49:52Ich wüsste nicht was sonst.
49:52Ich wüsste nicht was sonst.
49:52Musik
50:22Unerlaubtes Führen einer Schreckschusswaffe. Bedrohung, Angriff auf einen Beamten.
50:34Dafür wird der Junge sich auch verantworten müssen. Aber den Mord an Dr. Seibold bestreitet er heftig.
50:39Er ist ihr in die Klinik gefolgt in der Tatnacht.
50:41Und danach ist er zu ihr nach Hause gefahren, um vor ihrem Haus auf sie zu warten.
50:44Ja klar, wer es glaubt.
50:46Er hatte es auf das Morphin abgesehen. Wenn er sie wirklich erschlagen hätte,
50:50warum hat er da nicht ihren Hausschlüssel genommen, um sich das Zeug zu holen? Das hat er nicht.
50:54Ja, keine Ahnung. Vielleicht wurde er am Tatort gestört.
50:57Oder wir haben den Falschen.
50:59Ich habe mit Professor Roth gesprochen. Der lässt nichts auf seinen Chefarzt kommen.
51:03Keine Kunstfehler, keine Skandale. Bis auf einen.
51:08Walna hat vor ein paar Jahren eine Abmahnung bekommen.
51:11Das war kurz vor seiner Ernennung zum Chefarzt. Er stand damals unter großem Druck.
51:16Alkohol während der Arbeit.
51:17Na super. Kein absoluter Ausrutscher, laut Roth.
51:21Walna bekam seine Abmahnung nach meiner Auszeit.
51:23Danach kam so etwas nie wieder vor.
51:25Das war vor fünf Jahren. Kurz darauf begann die Seibold mit ihrer Facharztprüfung.
51:29Sie meinen, das hängt zusammen?
51:32Herr Hartmann,
51:34wir brauchen alle Patientenakten von Walna und Seibold aus dieser Zeit.
51:38Das war's für heute.
52:08Vielen Dank.
52:38Ja, Vera. Ich glaube, ich habe da was.
52:53Schönen Feierabend, Kollege.
52:55Ich habe noch eine OP, Katja.
52:57Die soll ich übernehmen. Die Leitung hat mich gerade angerufen.
53:01Weißt du nichts davon?
53:02Doch.
53:04Klar.
53:08Gerhard Gerber war Bauleiter.
53:17Er wurde nach einer Operation in der Sanktus-Klinik vor fünf Jahren zum Pflegefall.
53:22Und ist vor acht Wochen gestorben.
53:24Und seitdem hat Frau Seibold regelmäßig eine Kerze für ihn entzündet,
53:27in der Kapelle nahe seinem Wohnort.
53:30Er war Seibolds Patient.
53:32Der zuständige Anästhesist damals war ein anderer.
53:35Dr. Thomas Wallner.
53:38Hier, ich habe das Gutachten von Gerbers Familie.
53:41Um die Schmerzen nach der OP zu lindern,
53:44hatte ihm Dr. Wallner damals im Aufwachraum ein Medikament verabreicht.
53:47Das führte unerwartet zu einem Schock.
53:50Das Gehirn von Gerber wurde dabei für einige Minuten mit zu wenig Sauerstoff versorgt.
53:54Er erlitt einen Hirnschaden.
53:56Also doch ein Kunstfehler.
53:58Davon hat Ruth nichts gesagt.
53:59Der Gutachter stufte die Sache als nicht zu erwartenden Zwischenfall ein.
54:04Kein Behandlungsfehler.
54:05Ja, weil Wallners Aussage damals von der ablösenden Ärztin bezeugt wurde.
54:10Dr. Sina Seibold.
54:13Sie hat ihren Chef gedeckt.
54:16Dr. Thomas Wallner, können Sie mich einchecken?
54:18Ich bin auf dem Weg.
54:19Danke.
54:19Danke.
54:19Danke.
54:19Danke.
54:21Sprechstunde, Herr Wallner.
54:48Ich hatte vier OPs an dem Tag.
55:00Die letzte ging über drei Stunden.
55:03Gerber litt an Bronchialastma.
55:04Das hatte ich übersehen.
55:07Bei solchen Patienten kann das Schmerzmittel, was ich verabreicht hatte, zu einem Ersteckungsanfall führen.
55:12Ich war nur kurz draußen, als ich wiederkam.
55:16War es zu spät?
55:18Wir Ärzte sollen immer bereitstehen, Tag wie Nacht.
55:22Aber wehe, wir machen einen Fehler.
55:24Also ich persönlich erwarte keine Unfehlbarkeit, aber ich finde, Ehrlichkeit sollte man erwarten können.
55:30Sie haben damals ein anderes Medikament verabreicht und es von einer jungen Kollegin bestätigen lassen.
55:36Die hat geschwiegen für einen reibungslosen Berufsstart.
55:38Gerber wollte Sterbehilfe in Anspruch nehmen, aber seine Familie war dagegen.
55:46Sina hat das nicht losgelassen.
55:49Aber als Gerber jetzt gestorben ist, wollte sie nicht mehr schweigen, richtig?
55:54Ich habe ihr alles angeboten.
55:56Geld, eine bessere Stelle.
55:58Aber sie wollte, dass ich mich selbst anzeige, sonst würde sie es tun.
56:01Ich habe ihren Vortrag im Livestream gesehen, damit ich weiß, wann sie das Gebäude verlässt.
56:09Und dann stand sie vor mir und ich habe zugeschlagen.
56:15Mit dem Pentagramm wollten sie den Verdacht auf Meng lenken.
56:19Weil der sich so schön in den Vordergrund gespielt hatte.
56:23Ein Wink des Schicksals.
56:26Das sie jetzt eingeholt hat, Dr. Wallner.
56:28Das ist ein Wink des Schicksals.
56:58Das ist ein Wink des Schicksals.
56:59Da sind die Päne zu älteren, sie konnten nur, sind sie zu spätigen.
57:16Das ist ein Wink des Schicksals.
57:18Musik
57:48Sie schon wieder?
57:56Ist nur Kuchen, aber frisch.
58:03Müssen Sie sich nicht um irgendwelche Toten kümmern?
58:06Heute geht es um die Lebende.
58:09Haben Sie ein paar Gabeln?
58:13Ja.
58:16Gabel!
58:18Gabel!
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