- vor 6 Monaten
Der 19-jährige Wolfgang Becker ist nicht altersgemäß entwickelt und stark gehemmt. Die Erziehung im Elternhaus, durch die Eigenbrötelei und Prüderie gefördert wurden, hat daran wesentlichen Anteil. Er vermag mit Gleichaltrigen keine echten Freundschafts- und Partnerschaftsbeziehungen herzustellen, was durch seine Tätigkeit in einer alten ländlichen Reparaturwerkstatt noch unterstützt wird. Als er sich in eine minderjährige Schülerin verliebt, missbraucht er sie. (Text: hr-fernsehen)
Kategorie
📺
TVTranskript
00:00:00Guten Abend. Wie wird ein Kind geboren und wodurch entsteht es? Von welchem Alter an darf man lieben
00:00:10und wie geschieht das? Fragen über Fragen, mit denen uns unsere Kinder immer frühzeitiger
00:00:16konfrontieren. Und seien wir einmal ganz ehrlich, mitunter empfinden wir solche Fragen als unbequem,
00:00:23ja vielleicht sogar als peinlich, zumal, wenn andere Erwachsene zugegen sind. Es ist immer
00:00:29noch ein Stück übrig geblieben von jenem heißen Eisen, als das die sogenannte Aufklärung bis
00:00:35gestern noch galt. Solchen Fragen aber können und dürfen wir nicht ausweichen, wenn wir es mit der
00:00:41allseitig und harmonisch entwickelten sozialistischen Persönlichkeit ernst meinen. Heute wissen wir,
00:00:47dass die Erziehung des Menschen zur Achtung und Gleichberechtigung des anderen Geschlechts,
00:00:51zu Partnerschaft, Liebe, Ehe und Familie schon in den ersten Lebensjahren natürlich altersgemäß
00:00:58beginnen muss. Neugierde und Interesse an Fragen der Sexualität, ja selbst die geschlechtliche Reife
00:01:06des Menschen, setzen heute früher ein als bei verflossenen Generationen. Etwa 40 Prozent der
00:01:13Heranwachsenden haben bereits vor dem 18. Lebensjahr sexuelle Kontakte mit dem anderen Geschlecht. Für diese
00:01:21Seite menschlicher Kommunikation will und muss der junge Mensch vorbereitet werden. Das bloße Vermitteln
00:01:27biologischer Zusammenhänge reicht dafür keineswegs aus. Inzwischen wurde die Geschlechtserziehung in
00:01:35der sozialistischen Oberschule von der ersten bis zur zehnten Klasse zum Bestandteil der Lehrpläne. Das
00:01:40zeitigt heute bereits erste Ergebnisse. Wenn allerdings, wie in manchen Elternhäusern noch
00:01:46immer Brüderie, Heimlichtuerei und Verbote an die Stelle moderner Geschlechtserziehung gesetzt werden,
00:01:52kann es zu ernsthaften Konflikten und Verklemmungen des jungen Menschen kommen. Die folgende Strafsache,
00:01:58meine Damen und Herren, die wir für Sie noch einmal rekonstruiert haben, beweist es.
00:02:02Die Strafsache, meine Damen und Herren, die wir für Sie noch einmal rekonstruiert haben,
00:02:20Untertitelung des ZDF, 2020
00:02:50Untertitelung des ZDF, 2020
00:03:20Untertitelung des ZDF, 2020
00:03:50Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:20Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:22Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:24Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:26Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:28Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:30Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:32Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:34Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:36Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:38Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:40Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:42Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:44Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:46Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:48Untertitelung des ZDF, 2020
00:04:50Irgendwann macht ihr euch über Wolfgang lustig.
00:04:52Ach Gottchen.
00:04:56Manchmal benimmt er sich aber auch komisch.
00:04:58Schneift einfach.
00:05:00So schlecht finde ich Wolfgang gar nicht.
00:05:01Sagst du, weil er bei deinem Opa arbeitet.
00:05:04Zu mir ist er auch immer ganz nett.
00:05:06Wenn er dir so gut gefällt,
00:05:07dann binden doch los von Mutters Schürzenbände.
00:05:20So.
00:05:50Vielen Dank.
00:06:20Vielen Dank.
00:06:50Vielen Dank.
00:07:20Vielen Dank.
00:07:50Vielen Dank.
00:08:20Vielen Dank.
00:08:50Aber erst bring mir eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank.
00:08:53Vielen Dank.
00:09:23Das ist nicht mein Messer.
00:09:30Die sind doch alle gleich.
00:09:31Hier.
00:09:35Das ist mein Messer.
00:09:37Ich hab's mir extra geschliffen.
00:09:38Sag ja immer, der Junge hat zwei Legende.
00:09:49Ist doch meine Schuld.
00:09:50Wer Salz verstreut, der weint noch heute.
00:09:57Guten Abend allerseits.
00:09:59Guten Abend.
00:10:03Ein fein warmes Essen heute?
00:10:05Ich habe Küken gekriegt.
00:10:07Zwölf Stück von Lomas.
00:10:08Zwölf Stück von Lomas.
00:10:10Der W.E. hat 12.000.
00:10:12Nur dieser Dutzend, da lohnt doch überhaupt nicht die Arbeit.
00:10:15Die Eier, die esst ja immer ganz gerne.
00:10:1812.000 Hennen.
00:10:19Quatsch, 12.000 Hähnchen.
00:10:21Das wären 12.000 Broiler, oder?
00:10:23Gar's nur ab.
00:10:24Die Küken zählt man erst nah am Herbst.
00:10:26Tja, da sind die Broiler längst verdaut.
00:10:29Die zählt man nicht mehr nach Monaten, sondern nach Wochen.
00:10:32Da tragen wohl die Kühe demnächst übers Wochenende, hm?
00:10:37Naja, die Kinder kommen ja auch schon während der Flitterwochen.
00:10:40Sehr witzig.
00:10:42Nicht bei mir, Doris.
00:10:44Red doch nicht immer solche Sachen.
00:10:56Das war doch viel nicht Jochen's Wuppet, hm?
00:11:05Nö.
00:11:07Günter nimmt mich jetzt mit.
00:11:08Der hat eine TS, da bin ich.
00:11:10Bis zu Hause.
00:11:11Dann schaff dir doch gleich einen von der Interflug an.
00:11:14Einer mit dem Wartburg tut's auch.
00:11:16Dann kannst du mal sehen, wie die Mädchen sind.
00:11:19Guck dir bloß jede dreimal an, Jungen.
00:11:20Dann darfst du dir weiterhin vor der Nase wegschnappen.
00:11:22Na, besser gar keiner als an jedem Finger eine.
00:11:27Oh, das ist Robert.
00:11:30Welcher Robert denn nun schon wieder?
00:11:31Von der Tankstelle.
00:11:32Wohl der Heini mit dem Wartburg.
00:11:38Mit dem Schiudi, Brüderchen.
00:11:40Falls es dich interessiert.
00:11:42Mädchen, Mädchen.
00:11:44Du bringst dich noch ins Gerede mit deinen vielen Bekanntschaften.
00:11:47Ich sag immer besser vor der Hochzeit den Richtchen finden,
00:11:50als nachher gleich wieder geschieden.
00:11:53Na.
00:11:54Mach das bei deinem Robert.
00:11:56Wer die Geiß im Hause hat, dem kommt der Bock vor die Tür.
00:11:59Ja, hört vor dem Jungen.
00:12:02Verzeiht, dass er aus dem Jungen mal ein Mann wird.
00:12:09Blindgänger.
00:12:16Ärgere dich nicht, mein Junge.
00:12:18Aber der meint das nicht so.
00:12:20Hm?
00:12:32Tja.
00:12:43Also, ob ich's richtig gerechnet habe, das weiß ich nicht.
00:12:47Na, dann lass es liegen.
00:12:48Ich seh's mir nachher noch mal an.
00:12:50Weiß der Weihnacht sowieso, dass du mir hilfst, ne?
00:12:53Sabine?
00:12:53Sabine?
00:12:54Nehmen Sie sich ein Beispiel an Ihrer Schwester, die Carola.
00:12:59Das war ein richtiges Matheass.
00:13:01Und dann seufzte er.
00:13:04Ach ja, das Mädel, aus dem hätte was werden können.
00:13:07Hm, die rechte Hand, das FPG-Buchhalter, ist das nicht?
00:13:10Das hab ich ihm ja neulich auch gesagt.
00:13:11Ich sag, Herr Weinert, mir scheint, Sie unterschätzen die Bedeutung der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften.
00:13:19Ja, da war er ja ganz schön blass.
00:13:21Gehen wir nachher ne Cola trinken?
00:13:25Ich hab keine Lust.
00:13:29Hallo, ihr beiden Hübschen, der liebe Martin ist da.
00:13:31Oh, wir können uns mal Freude kommen lassen.
00:13:33Die Seige wird mir die Bitte in eurem Wunde der Dritte.
00:13:37Ach, ich bin schon da, sprach der Igel zum Asen.
00:13:40Na, dann pass auf, Sabine, wenn eine schöne Schwester hat, bekommt halt einen Schwager.
00:13:44Hör auf mit deinen Sprüchen, Marabou.
00:13:46Geh lieber mit Sabine ne Cola trinken.
00:13:48Na, aber gern, wenn sie mich einlegt.
00:13:50Äh, das war wohl eben nichts.
00:13:51Ich arme Schülerin und denen frei halten?
00:13:53Ja, bei mir ist Ebbe.
00:13:54Mach's Fenster zu, die Mücken kommen rein.
00:13:56Ich bin dabei.
00:13:59Von draußen wollte ich mit zumachen.
00:14:02Warum gehst du nicht mit ihr?
00:14:05Tja, ich wollte dir den Vorrang lassen.
00:14:08Und außerdem hab ich ne Doppelschicht hinter mir.
00:14:11So siehst du aus, schön ist die halbe Arbeit, was?
00:14:14Na, uns fehlen wirklich zwei Traktoristen.
00:14:16Wir wissen kaum noch, wie wir das schaffen sollen.
00:14:20Na, schön, dann gehen wir hier.
00:14:22Ich lade dich ein.
00:14:23Na, Hauptsache dir tut dein Geld nachher nicht leid.
00:14:26Also nur geh schon, ja?
00:14:27Und sei nicht so zickig.
00:14:29Na ja, bin ja nicht nachtragend.
00:14:33Bleibt schön sauber.
00:14:34Tschüss zusammen.
00:14:35Warum seid ihr zu Martin immer in Marabou?
00:15:00Weil er schon in der Schule so überschlau daherredete.
00:15:05Doch so nimm mal Glück aussieht wie in Marabou.
00:15:09Aber ein Vogelname.
00:15:10Bei einigen Völkern trägt sogar der Weise des Stammes die Bezeichnung Marabou.
00:15:17Hat Wolfgang auch einen Spitznamen?
00:15:19Wir haben ihn mal Goldhamster genannt.
00:15:23Ihr reagiert aber nicht darauf.
00:15:26Da haben wir es wieder gelassen.
00:15:28Goldhamster?
00:15:29Weil er einen zu Hause hat.
00:15:33Wenn Wolfgang Bus nicht so verklemmt wäre.
00:15:36Eben drum.
00:15:38Goldhamster sind Einzelgänge.
00:15:40Goldhamster
00:15:41Goldhamster
00:15:42Goldhamster
00:15:43Goldhamster
00:15:44Goldhamster
00:15:45Goldhamster
00:15:46Goldhamster
00:15:47Goldhamster
00:15:48Goldhamster
00:15:49Goldhamster
00:15:50Goldhamster
00:15:51Goldhamster
00:15:52Goldhamster
00:15:53Goldhamster
00:15:54Goldhamster
00:15:55Goldhamster
00:15:56Goldhamster
00:15:57Goldhamster
00:15:58Goldhamster
00:15:59Goldhamster
00:16:00Goldhamster
00:16:01Goldhamster
00:16:02Goldhamster
00:16:03Goldhamster
00:16:04Goldhamster
00:16:05Goldhamster
00:16:06Goldhamster
00:16:07Goldhamster
00:16:08Goldhamster
00:16:09Frühling, Sommer, Herbst und Winter.
00:16:21Durch die Jahre fließt ein Bach.
00:16:24Und der Mond ist ein Erfinder.
00:16:28Und die Liebe braucht ein Dach.
00:16:31Buchen, Erlen, Gras und Weiden.
00:16:34Manche Nacht ist schwarz und rund.
00:16:37Küsse kann man nicht vermeiden.
00:16:40Frische Luft ist sehr gesund.
00:16:43Himmel, Mond und Taschenlampe.
00:16:45Wer nicht kann, der sei so nett, sich das einmal abzuschreiben.
00:16:51Mancher hat kein Ehebett.
00:16:53Aber Augen, Mund und Beine und auch die Moral danach.
00:16:59Und fünf echte Kieselsteig.
00:17:06Untertitelung des ZDF für funk, 2017
00:17:36Guten Morgen.
00:18:06Guten Morgen, Opa Helm.
00:18:07Guten Morgen, guten Morgen.
00:18:11Junge, deine Jacke.
00:18:15So.
00:18:17Nun komm, zu knüpfen.
00:18:18Ach, bei der Hitze nur noch.
00:18:24Guten Morgen, Meister Helm.
00:18:25Guten Morgen, Wolfgang.
00:18:27Du, das wird ein schöner Tag.
00:18:2928 Grad sind angesagt.
00:18:31Ja.
00:18:31Morgenstunde.
00:18:33Hat Gold im Munde.
00:18:35Und Handwerk goldenen Boden.
00:18:36Die Gerdas haben gestern Abend ihr Rat gebracht.
00:18:58Ob du es nochmal reparieren kannst?
00:19:00Klar, das gute Stück.
00:19:02So ein Vehikel sieht man nur noch selten.
00:19:04Früher gab es viele davon.
00:19:06Heute würde mancher Fahrradnah dafür mehr auf den Tisch legen, als für ein neues.
00:19:10Das Pedal da vorne ist abgebrochen.
00:19:12Und der Schlauch vorne hält die Luft nicht.
00:19:16Schaffst du es bis Mittag?
00:19:17Ich denke schon.
00:19:19Macht doch Spaß, du Museumsstück wieder flatt zu kriegen.
00:19:21Wenn du mich brauchst, ich bin im Kontor.
00:19:23Oder hinten bei den Bienenstöcken.
00:19:27Guten Morgen, Opa.
00:19:29Guten Morgen, Elke.
00:19:31Hallo, Wolfgang.
00:19:32Guten Morgen, Elke.
00:19:33Sitz nicht die Schulbank durch.
00:19:34Andere wollen auch noch was lernen.
00:19:35Bei mir hat sie es ausgelernt.
00:19:37Bald beginnt der Ernst des Lebens.
00:19:38Erst wird doch noch Abschied von der Schule gefeiert, oder?
00:19:41Mensch, gut, dass du mich daran erinnerst.
00:19:43Wir haben von unseren Lehrern Karikaturen angefertigt.
00:19:46So große Figuren, die wollen wir bei der Abschlussfeier an die Wand hängen.
00:19:49Na und?
00:19:49Ich habe versprochen, Rad und Haken zu besorgen.
00:19:51Hast du sowas?
00:19:52Na klar.
00:19:53Aber da müsst ihr zwei Drähte nehmen.
00:19:55Und lieber Kreuz spannen, damit die Figuren etwas nach vorn geneigt hängen.
00:19:58Verstehe ich nicht.
00:19:59Aber hast du mal so ein paar Haken, damit die anderen sehen, dass es klappt?
00:20:02Ich werde es dir heute Nachmittag zeigen.
00:20:03Guck mal da oben das Fach, da müssen die Richtigen sein.
00:20:11Sind das die Richtigen?
00:20:13Die sind zu groß.
00:20:16Weiter links müssen die Richtigen sein.
00:20:30Au!
00:20:31Mensch, verflucht!
00:20:33Hast du mal ein Messer oder was anderes zum Kühlen, damit es kein blauer Fleck wird?
00:20:37Ja, warte mal.
00:20:38Da, geht das?
00:20:51Mann, ist das spät.
00:20:52Ich muss zur Schule.
00:20:53Tschüss, Wolfgang.
00:20:54Mach's gut.
00:20:54Grüß dich, Siggi.
00:21:06Hallo, Elke.
00:21:07Willst du zum Dreiradrennen?
00:21:08Ja, wenn's dich als ersten Preis gibt.
00:21:10Passe das mal nicht Carola hören.
00:21:11Ach, ein bisschen Eifersucht kann nicht schaden.
00:21:12Hallo, Wolfgang.
00:21:25Was bringst du denn da angeschleppt?
00:21:26Mein altes Dreirad.
00:21:28Kannst du es in Ordnung bringen und neu lackieren?
00:21:30Spinnst du?
00:21:31Was willst denn du mit dem Dreirad?
00:21:33Ich schenk's dem Kindergarten.
00:21:34Die haben doch Geld für Spielzeug.
00:21:36Da können sie davon schon was anderes kaufen.
00:21:38Da lohnt doch kaum die Arbeit.
00:21:40Und wer bezahlt das?
00:21:41Ich natürlich.
00:21:43Von deinem Geld?
00:21:44Und dann verschenken?
00:21:46Was ist denn mit dir los, Wolfgang?
00:21:48Früher konnte man alles von dir haben.
00:21:49Und wer gibt mir was?
00:21:54Übrigens, wo warst denn gestern Abend?
00:21:57Du sagtest doch, du hättest noch in der Werkstatt zu tun.
00:21:59Hier war aber alles dicht.
00:22:01Ich hatte eben keine Lust zum Baden.
00:22:04Mensch, Wolfgang, sonder dich nicht immer ab.
00:22:06Die Mädchen haben's auch schon spitz gekriegt.
00:22:08Die mögen so'n Typ nicht, der nichts mitmacht.
00:22:12Lass mich jetzt arbeiten.
00:22:16Na schön.
00:22:18Du musst ja wissen, was du machst.
00:22:38So, da ist das Prachtstück.
00:22:51Neue Pedale.
00:22:52Ja.
00:22:52Und die Luft hält auch wieder.
00:22:54Schön.
00:22:55Für Sie, junger Mann.
00:22:55Na ja, nun nehmen Sie doch.
00:22:57Na, rollt der Rubel wieder?
00:23:05Quatsch.
00:23:07Ist Elke da?
00:23:08Müsste bald kommen.
00:23:10Kann ich so lange warten?
00:23:12Von mir aus?
00:23:14Was willst du denn von ihr?
00:23:15Ich hab mir was besorgt.
00:23:19Kannst ja mit reinkommen.
00:23:20Danke, Meister Helm.
00:23:24Wiedersehen.
00:23:29Ziemlich müde, laden deine Hufschmiede für Drahtesel.
00:23:31Wart's ab, wenn Meister Helm sie mir mal ganz überlässt.
00:23:34Die Bruchbude möchte ich nicht geschenkt haben.
00:23:36Ich kann sie umbauen.
00:23:38Vielleicht als Kfz-Werkstatt.
00:23:39Da fallen dir ja die Mauern ein.
00:23:46Die Stromanschlüsse sind auch zu schwach.
00:23:48Kann man alles umbauen?
00:23:50Das käme teurer als ein Neubau.
00:23:53Willst du hier Wurzeln schlagen?
00:23:55Besser als im Mehl wühlen.
00:23:58In einer Großbeckerei fasst doch kein Mensch mehr Mehl an.
00:24:01Das fällt aus den Silos direkt in die Knetmaschinen.
00:24:04Dafür stehst du am Ofen und schwitzt dir einen ab.
00:24:06Die Öfen sind von außen ganz kalt.
00:24:08Die Brote laufen auf dem Band da durch
00:24:10und wir stehen am Sichtfenster und kontrollieren den Backvorgang.
00:24:14Reine Überwachungsfunktion.
00:24:17Und gezählt und verpackt werden sie auch automatisch.
00:24:19Also.
00:24:20So ein großer Betrieb, das wäre nichts für mich.
00:24:23Und immer so früh aufstehen.
00:24:25Dafür habe ich jetzt Feierabend. Ist das nichts?
00:24:27Da ist Elke.
00:24:33Hallo Elke, ich habe was für dich.
00:24:34Was denn?
00:24:34Kann ich dir nur oben zeigen.
00:24:35Dann komm mit rauf.
00:24:38Hallo Wolfgang.
00:24:44Ist Martin nicht bei dir?
00:24:46Nee.
00:24:47Aber sein Mordbett steht doch draußen.
00:24:50Er ist bei Elke oben.
00:24:51Jetzt ist bald Schluss mit der Schule.
00:25:08Ich werde wohl nun auf der Geflügelform anfangen.
00:25:11Also doch.
00:25:11Ich möchte Frau Fabian gern was zum Abschied schenken.
00:25:26So zur Erinnerung, verstehst du?
00:25:28Ich mochte sie von allen Lehrern am liebsten.
00:25:32Bloß was?
00:25:34Viel Geld.
00:25:36Ich wüsste schon was.
00:25:38Und ganz umsonst.
00:25:39So ein Mobile könnte ich dir geben, an die Decke zu hängen.
00:25:45Oder eine Marionette.
00:25:46Ich bastle doch welche.
00:25:48Ja, die würde ich gern mal sehen.
00:25:50Du musst noch einen Augenblick warten.
00:25:52Ich mach gleich Mittag.
00:25:56Oder weißt du was?
00:25:57Geh schon vor.
00:25:59Hier, der Sicherheitsschlüssel ist für unsere Haustür.
00:26:02Mein Zimmer oben ist offen.
00:26:04Ist deine Mutter nicht zu Hause?
00:26:05Sie ist einkaufen gegangen.
00:26:10Dauert's auch nicht zu lange?
00:26:11Ivo, ich beeil mich.
00:26:35Ich bin auch nicht zu Hause.
00:27:05Ich hab' nicht gedacht.
00:27:07Ich hab' nicht miteinander verheiratet.
00:27:14Aber auch tanzen?
00:27:35Ich kann nicht gut tanzen. Zwei linke Füße, weißt du?
00:28:01Hast du dir die Mobiles mal angesehen?
00:28:03Du, und die Mayonetten?
00:28:05Sofort! Ich führ dir mal eine vor. Setz dich doch!
00:28:21Ist ja toll. Als ob die Puppe von alleine läuft.
00:28:25Ja, klar. Hier, so mit der rechten Hand musst du das Kreuz halten.
00:28:33Und hier vorne kannst du die Beine bewegen. So, ja.
00:28:39Das ist für den rechten Arm. Das ist der Spielarm.
00:28:43So, ja.
00:29:01Ich doch Wolfgang.
00:29:03Du bist hübsch, Sabine. Du hast wunderbares Haar.
00:29:07Quatsch.
00:29:09Jetzt ganz borstig und waschen muss ich's auch immer wieder.
00:29:15Ey, lass das sein, Wolfgang.
00:29:17Hab dich doch nicht so. Warum sollen wir nicht auch?
00:29:19Doch, bist du verrückt? Mensch. Lass mich in Ruhe!
00:29:31Ich heiße mich, in Ruhe!
00:29:33Ich hab dich doch nicht gewusst!
00:29:35Du bist ja immer wieder home.
00:29:36Ich bin da.
00:29:37Hier bin ich auf dem Handy.
00:29:38Und ich war drei, wie wenn du das!
00:29:39Ich hab dich doch nicht in Ruhe!
00:29:40Ich hab dich doch nicht in Ruhe!
00:29:41Ich hab dich doch nicht in Ruhe!
00:29:42Ich hab dich doch nicht in Ruhe!
00:29:43Ich bin da.
00:29:44Ich hab dich doch nicht in Ruhe!
00:29:45Musik
00:30:13Ist dir denn Lars über der Leber gelaufen?
00:30:17Wo ist Martin?
00:30:19Der misiert sich mit Elke.
00:30:22Wo denn?
00:30:24Wie jetzt so war sie.
00:30:25Mit Umarmungen und Küsschen.
00:30:28Na ja.
00:30:31Geh mich umziehen.
00:30:43Hey, spinnst du mal Rabu?
00:31:05Habt ihr Sabine gesehen?
00:31:07Ja, sie ist in der Hütte.
00:31:10Aber mach dich auf was gefasst.
00:31:12Die ist ganz schön sauer.
00:31:13Sauer auf mich?
00:31:15Auf dich und Elke.
00:31:17War es wenigstens schön?
00:31:18Ich verstehe kein Wort.
00:31:20Du warst auch bei ihr, oder?
00:31:22Ja, ich habe ihr eine Platte besorgt,
00:31:24auf die sie schön lange scharf war.
00:31:26Und weiter nichts?
00:31:27Keine Umarmungen, keine Küsse?
00:31:29Die liebe Güte, sie hat sich eben gefreut.
00:31:32Na, was erzählst du uns das?
00:31:33Erklär das lieber Sabine.
00:31:38Tag, Sabine.
00:31:40Hey, Sabine, ich rede mit dir.
00:31:43Sag mal Carola, hat euch dieser fremde Heini auch schon belästigt?
00:32:07Sabine, hast du einen Sonnenstich?
00:32:09So einen ähnlichen Typ habe ich nämlich heute schon in Elkes Zimmer gesehen.
00:32:13Hat sich aufgeführt wie ein Gockel bei der Balz.
00:32:16Junge, Junge, da machst du was mit, ey.
00:32:26Mensch, leg dich sonst well hin, aber nicht auf meinen Bademantel.
00:32:29Hey, was wird denn das, wenn's fertig ist?
00:32:32Sabine, du hab dich doch nicht so.
00:32:34Was ist denn schon passiert?
00:32:35Der hat mit Elke rumgeknutscht.
00:32:37Na und?
00:32:38Sie hat doch genug von ihm übrig gelassen.
00:32:46Sabine, sei wieder gut.
00:32:53Mit dir werde ich wohl noch einiges erleben.
00:32:55Na los, fangen wir gleich damit an.
00:32:56Guten Abend, Elke.
00:33:06Guten Abend, Mutti.
00:33:07Du kommst ja so spät.
00:33:08Der Bus ist mir vor der Nase weggefahren.
00:33:11Hast du an mein Kleid gedacht?
00:33:12Ja.
00:33:14Deshalb hab ich ihn ja nicht mehr erwischt.
00:33:16Dankeschön.
00:33:17Guck.
00:33:17Willst du es nie mal überziehen?
00:33:25Ist das jetzt nicht zu kurz?
00:33:28Ach was.
00:33:29Ich kann's ja mal anprobieren.
00:33:30Ja.
00:33:47So ein schamloses Ding.
00:34:16Zieht man doch die Gardine vor.
00:34:18Also du stellst dich auch noch hin und guckst da zu.
00:34:22Na nun komm, hilf mir Wäsche einweichen.
00:34:24Ja, ich komm gleich.
00:34:25Nein, nicht gleich, sondern sofort.
00:34:26Schmid.
00:34:40Auch.
00:34:40Ich kann's nicht nachvollziehen.
00:34:42Ei, ich kann's nicht nachvollziehen.
00:34:42Nein, ich kann's nicht nachvollziehen.
00:34:44Nein, nein, nein, das ist nicht nachvollziehen.
00:34:48Wenn ich mal hatte, hinter mir was.
00:34:50Ich muss nicht nachvollziehen.
00:34:51Nicht nachvollziehen.
00:34:52Neunch.
00:34:52Ich muss nachvollziehen.
00:34:53Was soll denn da jetzt, das ist verrückt.
00:35:12Hallo, kommt mal.
00:35:15Guck doch mal da.
00:35:23Wolfgang Beckers Badehose, exquisite Qualität.
00:35:29Lass den Quatsch mal dienen.
00:35:34Ich war hier für Waldgang.
00:35:35Streff die für Mädchen.
00:35:39Ich bin die Badehose zurück.
00:35:42Hol sie dir doch.
00:35:53Ich bin die Badehose.
00:36:23Wir brauchen eine Badehose.
00:36:28Hallo.
00:36:30Sehr freiswert zu haben.
00:36:32Hoffentlich.
00:36:33Morgen.
00:36:33Ich bin es sonstig.
00:36:36Ja, ich bin es sonstig.
00:36:36Ja, ich bin es sonstig.
00:36:53Ich bin es sonstig.
00:37:02Sonntag, häng den Fels und den Spind.
00:37:06Sonntag, wärmer weht heut der Wind.
00:37:14Die habe ich für den Jungen geschmiert.
00:37:39Der Bus wartet nicht.
00:37:49Morgen, der Herr.
00:37:52Wo hast du das verlernt?
00:37:53Guten Morgen.
00:37:54Also.
00:37:55So, mein Junge.
00:37:59Bitte.
00:38:00Eier riecht dir auch gekocht.
00:38:02Und lass es dir gut schmecken, ja?
00:38:04Morgen allerseits.
00:38:07Morgen.
00:38:10Ist jemand meinen Pillen begegnet?
00:38:13Sag mal, wie läufst du denn hier wieder rum?
00:38:15Zieh dich erst mal an, ja?
00:38:17Sei doch nicht so prüde.
00:38:19Hat jemand meine Pillen da weggenommen?
00:38:20Ja, ich.
00:38:22Hast du weggelegt?
00:38:23Kannst du doch hier nicht so rumliegen lassen.
00:38:24Hier sehe ich sie jeden Morgen.
00:38:26Und wenn du sie weglegst, dann werde ich sie noch mal vergessen.
00:38:27Ja, aber dann kannst du das Baby hüten und die Windeln waschen.
00:38:30Also bitte, reg nicht immer so schamlos da hier vor deinem Bruder.
00:38:36Sex ist bei Beckers geheime Verschlusssache.
00:38:39Ich möchte bloß mal wissen, wie ich dabei auf die Welt gekommen bin.
00:38:42Ja.
00:38:46Dann sag mal der Hut einzu.
00:38:49Na ja, komm, ich mach dir das weg.
00:38:50Ach, du lieber Himmel, sag mal.
00:39:00Ja, komm.
00:39:05Doris, ich krieg die Fleck nicht raus.
00:39:06Versuch du mal.
00:39:09Kunststück mit dem trockenen Lappen.
00:39:16Guck dir mal.
00:39:17Keine an der Tür.
00:39:18Und an der Klinke hängt die Badehose.
00:39:20Das ist doch deinem Aufgang.
00:39:23Dann stimmt die Geschichte also doch.
00:39:25Wölf wie als Adam.
00:39:27Halt deinen Mund, du Miststück.
00:39:28Na, na, na, na, na, na.
00:39:29Du Mäßchen, dich gefälligst.
00:39:35Also musst du ihn denn immer ärgern.
00:39:37Wölfchen.
00:39:39Junge, lauf doch nicht weg, Wölfchen.
00:39:41Wie eine Klucke, die einen Küken nachrennt.
00:39:43Was war denn los?
00:39:45Gestern im Kulturhaus, da hat sein Doktor über Sexualfragen gesprochen.
00:39:48Und was hat das mit Wolfgangs Badehose zu tun?
00:39:52Ein paar Jungen haben davon angefangen, ob Nacktbaden nicht viel gesünder sei und warum so viele dagegen sind.
00:39:56Das muss jeder mit sich selbst abmachen.
00:39:58Eben.
00:39:59Na, was war denn nun mit Wolfgang?
00:40:00Er wollte nicht mit den anderen ohne Wahn, da haben sie ihm das nächste Mal einfach die Badehose ausgezogen.
00:40:08Und das hat er sich gefallen lassen.
00:40:11Das sieht ihm ähnlich, der Duckmäuser.
00:40:15Typisch.
00:40:16Jetzt bist du wieder als Vater in deiner Ehre gekränkt, weil dein Sohn nicht wie ein ganzer Kerl reingeschlagen hat.
00:40:20Sag doch immer, er hat kein Mumm in den Knochen.
00:40:22Kunststück, wenn Mutter ihn wie ein Baby verhielt wird.
00:40:25Eben.
00:40:26Und du ihn bloß rumkommandierst.
00:40:28Ach Quatsch, ich muss jetzt gehen.
00:40:30Wolfgang ist den Mädchen gegenüber völlig verklemmt.
00:40:33Vielleicht macht er sich noch nichts als ihn.
00:40:35Dass du dich da mal nicht irst.
00:40:36Hallo, Wolfgang.
00:40:46Sag bloß, das ist Sigis altes Dreirad.
00:40:50Hm.
00:40:51Das hast du sauber hingekriegt.
00:40:59Du bist sauer wegen gestern, stimmt's?
00:41:01Ich fand's auch blöd.
00:41:08Ich an deiner Stelle wäre stolz wie ein Spanier auf Marabu zugegangen und hätte ihm links und rechts eingeklebt.
00:41:14Den schaffst du doch allemal.
00:41:16Du bist doch viel stärker.
00:41:18Das macht die Arbeit.
00:41:20Ich helfe ja auch in der Schmiede.
00:41:27Ein Hitze ist das heute.
00:41:30Kommst du nachmittag mit baden?
00:41:31Nach dem, was gestern war?
00:41:37Ich wäre aber gern auf deinem Moped mitgefahren.
00:41:40Komm doch mit.
00:41:41Ich hab doch erst um fünf Feierabend.
00:41:42Na gut um fünf.
00:41:43Ich muss sowieso noch der Oma helfen.
00:41:58Mahlzeit!
00:42:01Du sprichst wohl nicht mehr mit jedem.
00:42:07Hast du mir das Dreirad gemacht?
00:42:08Da steht's.
00:42:15Alle Achtung!
00:42:16So was kannst du.
00:42:20War schlecht, dass du nach der Lehre nicht in der Stadt geblieben bist.
00:42:22Der Weg jeden Tag wäre mir zu weit.
00:42:26Hättest du auch zu uns kommen können.
00:42:27Ich fühle mich hier ganz wohl.
00:42:29In der Bude?
00:42:30Du solltest dir mal unsere Station ansehen.
00:42:32Die neuen Maschinen und Traktoren.
00:42:34Da hast du was in der Hand.
00:42:35Da bist du wer.
00:42:36Und ne Menge Kumpel sind da, die mitziehen.
00:42:39Und wen hast du hier?
00:42:41Meister Helm ist in Ordnung.
00:42:43Opa Helm.
00:42:44Natürlich ist er in Ordnung.
00:42:45Aber du machst ihm die Arbeit.
00:42:47Hat mir viel beigebracht.
00:42:49Kann ich mir denken.
00:42:51Besser den Esel treiben, als den Sack selber tragen, ne?
00:42:54Für euch spiele ich ja auch bloß den Clown.
00:42:56Ach, nur mach bloß kein Fass auf.
00:42:58Verstehst du denn keinen Spaß?
00:42:59Ach, Spaß nennst du das?
00:43:02Mich vor allem zu blamieren.
00:43:03Naja, da hat Marabudi eben ne kleinere Tourkutsche verpassen wollen.
00:43:07Was hab ich ihm denn getan?
00:43:09Er steht auf Sabine.
00:43:10Wusstest du das nicht?
00:43:18Wir fahren heute Nachmittag alle in die Stadt.
00:43:21Es wird ein neuer Jugendclub aufgemacht.
00:43:23Mit ner tollen Diskothek.
00:43:25Kommst du mit?
00:43:26Ich hab zu arbeiten.
00:43:29Dann sag wenigstens Elke Bescheid.
00:43:32Um vier am Bus.
00:43:33Was hab ich zu zahlen?
00:43:34Das macht Frau Helm im Kontor.
00:43:39Guten Tag, Frau Helm.
00:43:40Tag.
00:43:41Was bin ich Ihnen schuldig?
00:43:42Och, lass mal ein Siegfried.
00:43:44Ist ja von gutem Zweck.
00:43:45Vielen Dank.
00:43:46Ich werd's den Kindern sagen, dass es umsonst repariert wurde.
00:43:48Ach, schon in Ordnung.
00:43:49Nichts zu danken.
00:43:50Wiedersehen.
00:43:51Wiedersehen.
00:43:54Das hätt er ruhig bezahlen können.
00:43:56War ne dicke Arbeit.
00:43:57Aber Wolfgang, wo hat er das Rad schon verschenkt?
00:44:00Es darf nicht jeder nur an sich denken.
00:44:04Du hast Ärger gehabt, stimmt's?
00:44:07Elke hat gestern davon erzählt.
00:44:10Dann wissen Sie ja Bescheid.
00:44:12Ist wohl schon im Dorf rum.
00:44:13Na, heute dies, morgen das.
00:44:17Du nimmst das alles viel zu ernst.
00:44:21Als junges Mädchen war ich in einer Wandergruppe.
00:44:25Damals haben wir unterwegs auch schon so gebadet.
00:44:28Ich find's halt nicht gut.
00:44:29Und meine Mutter auch nicht.
00:44:31Bei uns schließt jeder die Tür vom Bad hinter sich ab.
00:44:33Und du meinst, das ist gut, wenn jeder sich einschließt, abkapselt.
00:44:40Na, denk doch mal nach.
00:44:42Warum haben die anderen das mit dir gemacht?
00:44:44Ich bin eben ein Blindgänger.
00:44:47Ein Versager.
00:44:49Mein Vater sagt's jeden Tag.
00:44:50Na, dann beweis ihm das Gegenteil.
00:44:54Such Anschluss.
00:44:55Bemühe dich mehr um Freunde.
00:45:00Ja, das ist das Kostbarste, was du im Leben erwerben kannst.
00:45:11Schönes Wasser heute, ne?
00:45:12Na ja, ein bisschen kalt.
00:45:17Ach, komm raus.
00:45:19Bleibt ihr noch drin?
00:45:20Nö.
00:45:25Was ist das so, ja?
00:45:29Na ja.
00:45:32Du.
00:45:55Du, das kitzelt.
00:46:15Sag mal, Ilke.
00:46:25Magst du mich eigentlich?
00:46:27Ich kann nicht ganz gut leiden.
00:46:39Komisch.
00:46:41Um diese Zeit sind die anderen doch sonst längst hier.
00:46:47Verstehst du das?
00:46:55Das gibt bestimmt ein Gewitter.
00:47:05Ach, vielleicht verzieht sich's wieder.
00:47:09Ach komm, wir wollen lieber nach Hause fahren.
00:47:13Bringst du die Decke mit?
00:47:15Mhm.
00:47:25Du bist wunderschön, Ilke.
00:47:39Ach was, zieh dich an.
00:47:41Bleib so. Einen Augenblick.
00:47:44Bitte dreh dich um.
00:47:46Wenn ihr nackt badet, ziehst du dich doch auch aus.
00:47:49Mit allen anderen, am Strand.
00:47:51Aber nicht hier in der Hütte mit dir allein.
00:47:52Du hast mir doch gesagt, dass du mich magst.
00:47:55Aber nicht so. Nicht das.
00:47:57Mit Martin ja. Nur mit mir nicht.
00:48:00Red keinen Blödsinn. Geh zurück.
00:48:03Ich hab dich schon mal so durchs Fenster gesehen.
00:48:08Jetzt bist du noch viel schöner.
00:48:12So möchte ich dich in die Arme nehmen.
00:48:14Wenn du noch einen Schritt näher kommst, schrei ich um Hilfe.
00:48:17Es hört dich niemand.
00:48:19Sie sind alle in die Stadt gefahren.
00:48:20In die Stadt?
00:48:22Wir sind ganz allein.
00:48:23Hilfe!
00:48:24Wir sind alle in die Stadt, schrei ich noch.
00:48:27Das sind alle in die Stadt.
00:48:29Schleifte.
00:48:31Ich habe dich also.
00:48:35Alles gut.
00:48:37Wer bist du, weil sie auch wieder.
00:48:41Geschleisch.
00:48:43Ich habe dich nicht gedacht.
00:48:46Ich habe dich nicht mehr.
00:48:48Ich bin ganz allein.
00:48:50Ich bin ganz allein.
00:48:51Ich hab mich in die Liebe, ich hab mich in die Liebe, ich hab mich in die Liebe.
00:49:21Vielen Dank.
00:49:51Wolfgang, Wolfgang, Junge, du machst doch auf, ich weiß noch, dass du drin bist.
00:50:12Wolfgang, Junge, was ist denn?
00:50:21Wie siehst du denn aus?
00:50:27Ich bin gestürzt mit dem Moped.
00:50:30Mit dem Mädchen hinten drauf.
00:50:32Mit welchem Mädchen?
00:50:33Ja, mit der Elke, ich habe euch doch beide wegfahren sehen.
00:50:35Ach, die, die habe ich nur ein Stück mitgenommen, gestürzt bin ich später allein.
00:50:40Ach, Junge, bist du denn so unglücklich gefallen?
00:50:44Mit dem Gesicht und die Sträucher.
00:50:46Du, das muss ich dir unbedingt abtupfen, Wart.
00:50:48Ich hole dir was, Junge.
00:50:49Ja, ja.
00:51:07Na, was hast du denn gemacht?
00:51:18Na, der ist doch gestürzt mit dem Moped.
00:51:20Das ist ja kaum zu glauben.
00:51:22Nicht mal Moped fahren kann er.
00:51:24Na, eben zu einem, zu dämlich.
00:51:26Der erste Bus war schon weg.
00:51:39Wieso Bus?
00:51:40Ich denke, der Günter nimmt dich mit.
00:51:43Hat mich versetzt.
00:51:45Und Jochen wüft.
00:51:48Stuh an mir vorbeigebrausten.
00:51:50Bloß, weil ich jetzt mit Günter gehe.
00:51:52Bloß.
00:51:52Wörfchen, komm, essen.
00:52:01Guten Appetit.
00:52:03Gleichfalls.
00:52:04Dankeschön.
00:52:08Sogar der Altmann hat eine Prämie bekommen.
00:52:11Dabei war er in diesem Jahr schon zweimal krank.
00:52:14Dafür kann doch keiner.
00:52:15Nichts gegen die Prämie, aber ich will sie haben.
00:52:17Bei mir schließe ich immer alles in Ordnung.
00:52:19In den Büchern stimmt alles auf Gramm und Pfennig.
00:52:22Das Manko vor einem Monat?
00:52:23Das war im Lager.
00:52:24Nach meiner Kante hätte alles da sein müssen.
00:52:26Ach ja, deine Verantwortung in deiner Schreibtischkante.
00:52:29Hauptsache die Ware steht in den Büchern.
00:52:31Ob sie auch wirklich im Lager ist, das geht dich nichts an.
00:52:34Ist natürlich eine Prämie wert.
00:52:38Wölfchen.
00:52:40Junge, schmeckt's dir denn nicht?
00:52:42Oder ist dir nicht gut?
00:52:44Du bleib doch morgen zu Hause.
00:52:45Ich sag bei Helms Bescheid.
00:52:47Na?
00:52:49Am liebsten ging ich gar nicht mehr hin.
00:52:52Was?
00:52:54Das hat dir doch immer so gut gefallen.
00:52:57Dreck hat's mir gefallen.
00:53:00Tag für Tag in der alten Bruchbude noch ältere Fahrräder zu reparieren.
00:53:03Ja, aber du wolltest...
00:53:04Gar nichts wollte ich, du wolltest es.
00:53:06Am besten, ich geh wieder ins Werk zurück.
00:53:08Aus dem du nach der Lehre weggelaufen bist?
00:53:11Die warten gerade auf dich.
00:53:14In der Stadt gibt's überall Arbeit.
00:53:15Was?
00:53:17In der Stadt?
00:53:18Ich glaube, sag mal, willst du denn jeden Tag rein...
00:53:20Ich kann mir ja da ein Zimmer nehmen.
00:53:22Ein Zimmer?
00:53:24Junge, wer soll denn da für dich sorgen?
00:53:26Ich kann allein für mich sorgen.
00:53:29Hauptsache weg von hier.
00:53:30Na Wolfgang, dann mach es doch auch endlich mal.
00:53:32Wenn du von heute auf morgen die Arbeit schmeißt, da nimmt dich überhaupt keiner.
00:53:38Weiß ihr, ob du es bei ihm nicht genauso machen darfst?
00:53:41Mein Lehrmeister hat gesagt...
00:53:41Jetzt bleibst du, wo du bist.
00:53:44Basta.
00:53:45Ich bin ja.
00:54:15Guten Morgen.
00:54:19Bis heute aber spät ran.
00:54:21Na, dann mal ran.
00:54:23Es gibt eine Menge zu tun.
00:54:25Entschuldigung, Meister. Ich fang gleich an.
00:54:27Die Speichen müssen nachgezogen werden.
00:54:29Und die Legung scheint auch nie in Ordnung zu sein.
00:54:32Geht in Ordnung, Meister.
00:54:36Wolfgang!
00:54:38Wolfgang, lass alles liegen und renn zur Polyklinik.
00:54:40Frau Doktor möchte zu Elke kommen.
00:54:42Was hat sie denn?
00:54:43Sie hat Bauchweh und Fieber.
00:54:45Ich nehme mein Moped. Dann geht's schneller.
00:54:47Renn, renne, renne.
00:54:57So, nun wirst du ein bisschen müde werden.
00:55:01Ich darf doch noch du zu dir sagen.
00:55:03Aber ja, Frau Doktor.
00:55:13Frau Helm?
00:55:23Ja?
00:55:27So, nun nehmen Sie sich mal unsere Patientin an.
00:55:29Was ich da aufgeschrieben habe, holen Sie bitte gleich aus der Apotheke.
00:55:32Ja.
00:55:33Ich schau dann morgen wieder rein.
00:55:34Schönen Dank, Frau Doktor.
00:55:35Guten Tag.
00:55:36Guten Tag.
00:55:37Kann ich zu Elke?
00:55:38Ja, komm nur, Sabine.
00:55:39Ich würde mir gern auch die Hände waschen.
00:55:40Ja, ich geb Ihnen warmes Wasser.
00:55:47Erzähl schon.
00:55:48Was war los?
00:55:49Na, du red schon.
00:55:50Wie geht's Elke?
00:55:51Na, du red schon.
00:55:52Wie geht's Elke?
00:55:53Na, du red schon.
00:55:54Wie geht's Elke?
00:55:55Na, du red schon.
00:55:56Wie geht's Elke?
00:55:57Na, du red schon.
00:55:58Wie geht's Elke?
00:55:59Na, du red schon.
00:56:00Wie geht's Elke?
00:56:01Die ist für euch geschafft.
00:56:02Hm.
00:56:03Elke fängt sich schnell.
00:56:04Du wirst sehen, morgen ist sie wieder auf Deck.
00:56:05Bin ich nicht so sicher.
00:56:06Ich glaube, ihr euch wird es nicht mehr.
00:56:07Wie geht's Elke?
00:56:08Ja.
00:56:09Wie geht's Elke?
00:56:10Ja.
00:56:11Wie geht's Elke?
00:56:12Ja.
00:56:13Wie geht's Elke?
00:56:14Ja.
00:56:15Wie geht's Elke?
00:56:16Na, du red schon.
00:56:17Wie geht's Elke?
00:56:18Ja.
00:56:19Die ist für euch geschafft.
00:56:20Hm.
00:56:21Elke fängt sich schnell.
00:56:22Du wirst sehen.
00:56:23Morgen ist sie wieder auf Deck.
00:56:24Bin ich nicht so sicher.
00:56:25Ich glaube, ihr Jungs, ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das bedeutet, das
00:56:36erste Mal und dann so.
00:56:37Nun wird nicht ungerecht, Carola.
00:56:39Euch interessiert nur euer Vergnügen.
00:56:41Es wird viel geredet.
00:56:43Irgendeiner prahlt und auf einmal haben alle anderen auch was erlebt.
00:56:46Na, ist es nicht so?
00:56:47Klar, aus der Mücke wird schnell ein Elefant.
00:56:50Als Junge hat man's gern, wenn die anderen einen für Casanova halten.
00:56:53Dann geht mal beim Tanzen mit einer raus.
00:56:55Und nachher tut man, als wäre sonst was passiert.
00:56:58So richtig?
00:57:00Na ja.
00:57:01Da hab ich vor dir noch keine gehabt.
00:57:03Keine?
00:57:04Du tust, als ob das ne Schande wäre.
00:57:06Wolfgang hat's offenbar so empfunden.
00:57:08Ach, er konnte das ahnen.
00:57:09Wo er sogar weggelaufen ist, als wir mal nackt gebadet haben.
00:57:12Mit Gewalt haben wir ihm die Badehose ausziehen müssen.
00:57:14War ne große Heldentat, wie?
00:57:16Versetz dich doch mal in seine Lage.
00:57:19Stehst du da plötzlich nackt vor allen anderen und die Mädchen lachen dich aus?
00:57:22Wir wollten ihn doch bloß von seinen Hemmungen befreien.
00:57:24Ach, was Hemmungen befreien?
00:57:25Eins auswischen wolltest du ihn, weil er Sabine angefasst hat.
00:57:28Na, schön.
00:57:29Ich hatte eben ne Mordswut.
00:57:31Also, wenn man euch so reden hört,
00:57:33da könnte man glauben, nicht Elke, sondern der arme Wolfgang,
00:57:37sei vergewaltigt worden.
00:57:38Das ist, als ob ihr noch Entschuldung für ihn sucht.
00:57:42Elke wird vielleicht ihr ganzes Leben drunter zu leiden haben.
00:57:45Ja.
00:57:46Ja, Sabine hat recht.
00:57:48Ich suche nicht nach Entschuldigungen.
00:57:51Ich zerbreche mir den Kopf darüber, wie einer von uns so was tun konnte.
00:57:56Ob es richtig war, dass du zur Polizei gegangen bist.
00:58:01Aber Mutter, sollte ich so tun, als ob nichts gewesen wäre?
00:58:04Ich denke die ganze Zeit an Elke.
00:58:09Erst werden die Polizisten sie ausfragen.
00:58:12Mädchen werden in solchen Fällen von einer Frau vernommen.
00:58:15Ja, und dann wird sie vor Gericht alles nochmal erzählen müssen.
00:58:18Vor allen Leuten.
00:58:19Das Gericht kann die Öffentlichkeit ausschließen.
00:58:21So ein junger Mensch.
00:58:23Was er getan hat, dafür muss er gerade stehen.
00:58:41Habe ich nicht alles getan, um einen örtlichen Menschen aus ihm zu machen.
00:58:46Nun mach du dir keine Vorwürfe.
00:58:48Das anderen Schuld ist doch unsere Schuld.
00:58:51Er war mir anvertraut.
00:58:53Was redest du dir da ein?
00:58:59Ich habe ihn zur Arbeit angehalten.
00:59:01Und zur Rechtschaffenheit.
00:59:04Aber das war nicht genug.
00:59:10Lass doch.
00:59:13Nur iss, damit änderst du auch nichts.
00:59:15Als ob ich jetzt ein bisschen runterkriegen könnte.
00:59:18Ja, das war ja.
00:59:20Lass dich.
00:59:22Ja, komm.
00:59:23Ja, das war ja schon mal.
00:59:24Ja, das war ja.
00:59:25Konnte er bloß?
00:59:46Hattest du es so gut bei mir gehabt?
00:59:48Zu, hat er es gehabt.
00:59:50Zu gut.
00:59:51Was habe ich denn falsch gemacht?
00:59:57Als hättest du dich früher fragen sollen.
01:00:04Die können ihn doch nicht einfach da behalten bei der Polizei, wo der so anfällig ist.
01:00:09Er ist kerngesund.
01:00:10Ja, Doris.
01:00:13Also, er ist dein Bruder.
01:00:16Also wirklich, du redest, als ob du kein Herz im Leibe hast.
01:00:18Und Elke, sag mal, denkst du vielleicht auch mal an Elke?
01:00:22Oh, Elke, Elke, Elke.
01:00:25Die ist doch selber schuld.
01:00:28Konnte ja den Rock nicht kurz genug tragen, ne?
01:00:30Na, hättest du mal sehen müssen, wie die Rumschau wenzelt, ist am offenen Fenster in Unterwäsche vor seinen Augen.
01:00:35Mein Gott, in Unterwäsche, als ob das sonst was wäre.
01:00:37Na ja, sie ist immerhin 16.
01:00:39Ist doch egal, wie alt sie ist.
01:00:41Er hat es gegen ihren Willen gemacht.
01:00:48Nicht nur auf anständige Weise ein Mädchen verführen kann er.
01:00:52Also, hör doch endlich mal auf.
01:00:55Hättest du ihn nicht wie ein Blindgänger behandelt.
01:00:58Im Grunde genommen hat er nur das gemacht, was du von ihm erwartet hast.
01:01:01Jetzt hast du deinen Helden.
01:01:06Das ist doch aber ein starker Stück.
01:01:10So entschuldig wird sie ja wohl nicht gewesen sein.
01:01:14Sie hat sich gewehrt.
01:01:16Die Kratzer siehst du jetzt noch bei ihm.
01:01:19Sag mal.
01:01:21Du nimmst sie also auch noch in Schutz?
01:01:22Ihretwegen sitzt Wolfgang jetzt hinter...
01:01:27Mein Gott, ich kann nicht dran denken, hinter Gitter.
01:01:35Wolfgang hat die ganze Zeit hier wie in einem Käfig gelebt.
01:01:40Eingesperrt in seiner Kammer.
01:01:43Du hast ihn doch nicht losgelassen von deinem Rockzipfel.
01:01:47Ich?
01:01:48Jetzt bin ich auch noch schuld.
01:01:51Ich, die ich wirklich alles für den Jungen getan habe.
01:01:56Herr Herbert, sag doch mal was.
01:02:13Ja, wen trifft eigentlich die Schuld in solchen Fällen?
01:02:16Nur den jungen Mann, den Täter oder auch die Eltern oder beide?
01:02:21Nach unserem Strafrecht ist die Verantwortlichkeit für eine kriminelle Tat immer konkret, individuell.
01:02:28Wolfgang Becker ist zum Zeitpunkt der Tat 19 Jahre alt, also längst erwachsen und für seine Handlung ohne Einschränkung voll verantwortlich.
01:02:36Und er ist auch kein Triebtäter, der medizinischer Behandlung bedürfte.
01:02:41Das, was dieser junge Mann getan hat, ist eine schwere Straftat, ein Verbrechen.
01:02:48Eine Handlung, die tief in die Freiheit und Würde der Frau eingreift, in Rechte, die unsere sozialistische Verfassung für jeden garantiert und die wir von niemandem antasten lassen.
01:02:59Kriminelle Handlungen dieser Art führen zudem nicht selten zur ernsthaften gesundheitlichen Schädigung des Opfers.
01:03:07Insbesondere zu seelischen Depressionen, die vom Trauma bis zur Selbstmordabsicht reichen können.
01:03:13Juristisch liegt also die Schuld für die Straftat des Wolfgang Becker allein und ausschließlich bei ihm.
01:03:22Aber wir wären Juristen ohne Seele.
01:03:27Bloße Techniker von Paragrafen wollten wir uns damit begnügen, die Schuld eines Menschen festzustellen.
01:03:33In unserer Gesellschaft müssen wir auch nach den Ursachen jeder Straftat forschen, damit sie ausgemerzt werden können.
01:03:41Warum war denn Wolfgang Becker ein Einzelgänger, kontaktarm und verklemmt, isoliert von seinen Altersgenossen?
01:03:47Warum fand er keine Position zum Problem der Sexualität?
01:03:50Warum fehlte es ihm an Achtung und Selbstbeherrschung, an Offenheit und Natürlichkeit im Umgang mit dem anderen Geschlecht?
01:04:00Es gibt keinen Zweifel.
01:04:02Hier bestehen Zusammenhänge zwischen der Situation im Elternhaus und dem Scheitern des jungen Mannes.
01:04:09Zu Hause hatte Wolfgang Becker die Voraussetzung einer echten Partnerschaft,
01:04:12nämlich Gleichberechtigung und wirkliche Zuneigung zwischen Mann und Frau, niemals kennengelernt.
01:04:18Hier wurde das Kind, der Jugendliche und selbst noch der Erwachsene Wolfgang zwischen Verhätschelung durch die Mutter und Verachtung durch den Vater hin und her geschüttelt.
01:04:28Hier wurden sexuelle Fragen zum Tabu, sobald der junge Mann sich näherte.
01:04:32Im Elternhaus aber, so Clara Zetkin, findet die zweite Schöpfung des Kindes statt.
01:04:41Im Falle des Wolfgang Becker misslang sie.
01:04:44Und dennoch würden wir die Dinge grob vereinfachen, wollten wir im Versagen der Eltern die einzige Ursache für die Fehlentwicklung des jungen Mannes sehen.
01:04:52Denn Doris, die Tochter der Beckers, fand ja auch die Kraft, sich aus den Fesseln dieses Elternhauses zu lösen und den Weg in unsere Gesellschaft zu beschreiten.
01:05:01All das hatten Staatsanwalt und Gericht abzuwägen, um eine dem Fall angemessene, gerechte Entscheidung zu finden.
01:05:13Unter Berücksichtigung aller Umstände verurteilten die Richter den Angeklagten Wolfgang Becker gemäß § 121 Strafgesetzbuch zu zwei Jahren und drei Monaten Freiheitsentzug.
01:05:25Für die Eltern des Angeklagten war dieser Vorfall, erst recht aber das Urteil, unfassbar.
01:05:36Denn sie hatten, wie meistens in solchen Fällen, das Beste gewollt.
01:05:42Leider sind solche Eltern noch öfter anzutreffen.
01:05:46Sie brauchen die Hilfe der sozialistischen Gesellschaft, wenn sie ihr Kind auch sexualethisch erziehen sollen.
01:05:52Möglichkeiten, solche Hilfe in Anspruch zu nehmen, gibt es heute schon eine ganze Reihe, wenn gleiches hier noch viel, viel mehr zu tun gilt.
01:06:01Ich denke da an zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und Büchern.
01:06:06Ich denke an den Erfahrungsaustausch im Elternaktiv, an Eheberatungsstellen und Eheschulen.
01:06:12An Diskussionen, die in Kollektiven der Arbeiterklasse unter dem Motto geführt werden, wie erziehst du dein Kind?
01:06:18Und wie wäre es eigentlich, wenn sich auch die Volkshochschulen dazu entschließen könnten, Sexualerziehung in ihre Lehrpläne aufzunehmen?
01:06:28Freilich, eine Schulpflicht für Erwachsene kann und wird es auch hierfür nicht geben.
01:06:34Aber ich bin ganz sicher, dass immer mehr Eltern bereit sein werden, ihren Horizont auch in dieser Frage zu weiten.
01:06:42Denn wer schon möchte nicht, dass sein Sprössling auch in der Intimsphäre wirkliches Lebensglück und Erfüllung findet.
01:06:50Untertitelung des ZDF, 2020