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Martin Schober, Brigadier in einem Steinbruch, wird Opfer eines Unfalls. Als Hanna, seine Freundin, erfährt, dass Martin sich nach seiner Genesung vor Gericht verantworten soll, weil der Unfall vermeidbar und Martin als Sprengberechtigter verantwortlich war, glaubt sie, einem Unrecht begegnen zu müssen. (Text: hr-fernsehen)
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00:00wird auch Menschen zu Schaden kommen.
00:03Von 1000 Beschäftigten werden bei uns 34 von einem Arbeitsunfall betroffen.
00:08Das sind 34 zu viel, aber immerhin 22 weniger als noch vor zwei Jahrzehnten.
00:15Es ist kein Zufall, dass Unfälle am Arbeitsplatz seit dem 8. Parteitag am stärksten gesunken sind.
00:21Denn auch das Ringen um mehr Sicherheit an der Arbeitsstätte gehört mit zur Verbesserung der Bedingungen unseres Lebens.
00:27Nur äußerst selten ist es unabwendbar, dass ein Mensch bei der Arbeit verletzt, verstümmelt oder gar getötet wird.
00:37Fast immer haben Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit, Routine und Gewöhnung an die Gefahr ihrer Hand im Spiel.
00:44Was jahrelang gut geht, führt eines Tages zur Katastrophe.
00:49Dass dabei auch Alter nicht vor Torheit schützt, beweist die folgende Strafsache, die sich im Süden unserer Republik zugetragen hat.
00:57So, Paul, wir sind soweit.
01:01Gut.
01:14Tag, Kollege Baumann.
01:16Alles in Ordnung?
01:16Alles in Ordnung.
01:18Das hier ist der Kollege Sander, den er von Matoschek kriegt.
01:20Kollege Baumann.
01:22Kommt Matoschek nicht wieder?
01:23Ah, Kreislauf, das wird noch eine Weile dauern.
01:25Ja, nun schau mal ganz genau hin.
01:31Das kriegst du nicht aufzusehen, weil du später zu nah dran bist und in Deckung gehen musst.
01:36Es sei denn, du hast den Posten hier draußen.
01:37Na, wie viele waren das?
02:01Was denn, wie viele?
02:03Explosion.
02:04Nur eine.
02:05Der Turm.
02:06Der Kollege Baumann.
02:0814.
02:10Na ja, aber doch alle zusammen.
02:12Nein, einer nach der anderen.
02:14Fein säuberlich getrennt.
02:17Millisekundenzünder, weißt du?
02:19Aha.
02:21Hörst du das nicht raus?
02:22Nö.
02:23Nö.
02:27Nee.
02:31Wir auch nicht.
02:34Die Sprengung beendet.
02:37Na komm, steig mit ein.
02:38Na, hat's geklappt?
02:58Dank, dank.
02:59Bis auf den Balkon da oben, den holen wir das nächste Mal mit runter.
03:01Hier bringe ich Ersatz für Kollegen Matuschek.
03:04Das ist der Kollege Sander.
03:06Und das ist der Kollege Schober, der Sprengerechtigte.
03:08Ich bin Richard Möller, genannt Rick.
03:10Das ist Kollege Rahm.
03:11Das ist ich Rahm.
03:12Mit dem muss ich gut stellen, sonst packt er dich und schmeißt dich aufs Kreuz.
03:15Ah, übertreibt.
03:16Aber ein bisschen Judo kann ja nicht schaden.
03:17Hast du schon mal bei sowas mitgemacht?
03:19Nee.
03:19Er sollte eigentlich im Werk anfangen, aber als er hörte, dass hier ein Mann gebraucht wird,
03:22hat er sich gemeldet.
03:23Ah, ein bisschen kokeln, wie?
03:25Hier gibt's nichts zu kokeln, Junge.
03:27Bei uns sind die Sitten strenger als anderswo.
03:29Das kennt man doch von den jungen Spunden.
03:31Und bumm, sind sie dabei.
03:32Du bloß still, du hast doch mal genauso angefangen.
03:35Ich meine ja nur.
03:36Er soll sich keine Illusionen machen.
03:37Ah, das wird er schon nicht.
03:38Martin, du sorgst dafür, ja?
03:39Arbeitsschutz und so.
03:40Mach ihm klar, was er hier darf und was nicht.
03:43Ich denke, am besten vorläufig so wenig wie möglich.
03:45Klar.
03:46Komm mit, Junge.
03:47Morgen haben wir eine Kneppersprengung, da kriegst du gleich den richtigen Eindruck.
03:50So, Martin.
03:52Noch einen Augenblick.
03:55Hollich, das waren doch wieder ein paar zu viel.
03:58Höchstens zehn Zündungen pro Mann, das ist Vorschrift.
04:00Und das weißt du auch.
04:00Reg dich nicht auf.
04:02Nur zehn Stück pro Mann, jawohl.
04:03Aber die Produktion soll flutschen.
04:05Wenn wir den da nicht genügend in den Rachen werfen, ist da der Deivel los.
04:09Hat er nicht recht?
04:12Sieh dich vor, Martin.
04:13Vor allem jetzt, wo der Junge da ist.
04:14Ich weiß, was ich tue.
04:15Bei mir ist noch nie was passiert, was dir eine schlaflose Nacht bereitet hätte.
04:18Hörst du mit hoch?
04:19Nee, ich will den Neuen gleich noch einweisen.
04:21Außerdem mach ich dir nur die Polzern direkt.
04:22Immer wieder kommt er mit demselben Käse.
04:33Muss er ja, er ist Betriebsleiter.
04:35Was muss er meckern?
04:36Mal ganz ehrlich, der Mann hat nicht so Unrecht.
04:38Ach nee, Mensch, lass dich doch pensionieren, Paule.
04:40Worum geht's denn?
04:41Äh, nur so.
04:42Hast du ihn schon aufgeklärt?
04:44Hat doch noch gar nicht mehr nötig, aufklären, oder?
04:46Der wird ja noch rot.
04:47Morgen macht er gleich mit bei der Kneppersprengung.
04:49Das ist für ihn die beste Aufklärung.
04:50Was ist denn das Knepper?
04:51Ja, die großen.
04:52Na ja, die kriegt der Bagger da so nicht in die Schnauze.
04:55Deshalb bohren wir ihn an, stecken was rein und dann...
04:58Und da kann ich gleich mitmachen?
05:00Natürlich.
05:01Findest du das richtig, Martin?
05:03Na ja, ich muss auch sagen, kaum reingerochen und gleich mit dem Mangel.
05:06Nach einer gründlichen Belehrung natürlich.
05:08Außerdem hab ich doch eure Unterstützung.
05:10Na schön, aber bring dir für alle Fälle nur ne Hose mit.
05:13Warum denn?
05:14Na, weil die, die du anhast, danach wahrscheinlich nicht mehr so ganz in Ordnung sein.
05:17Ja, er muss es wissen.
05:18Er hat sich nämlich für seine erste Sprengung auch zwei Hosen mitgebracht.
05:23Was war denn damals mit euch?
05:26Belabt euch doch nicht so dämlich.
05:27Was war denn damals mit euch?
05:31Ist noch was, Martin?
05:34Ja, Paule, warte mal.
05:36Morgen früh 6 Uhr ins Depot.
05:38Pass doch auf, Mensch.
05:39Ich hab schon mit lang gesprochen.
05:40Nee, der Bargast ist in Reparatur.
05:42Wird war denn das?
05:43Heute.
05:44Darauf hab ich schon ne Weile gewartet.
05:46Warum haben wir denn das Zeug nicht gleich mitgebracht?
05:47Verfluchter Mist.
05:48Ihr wisst doch genau, dass wir keinen Sprengstoff lagern dürfen.
05:51Noch nicht mal von einem Tag auf den anderen.
05:54Also wird das nur morgen was oder wird das nichts?
05:57Na, ich könnte höchstens ein Kombi nehmen.
06:00Genügt doch.
06:00Hm.
06:02Ist doch nur ne Kneppersprengung.
06:03Hoi, hoi.
06:06Sag mal, hast du was vor?
06:07Wieso?
06:07Na, so in Schale.
06:09Ah, steckt da vielleicht ne Frau dahinter?
06:11Was geht denn dich da sein?
06:12Ich dachte, in dem Alter wär schon alles vorbei.
06:14Das reiche Knallkopf.
06:17Bei dir machen's eben die Äppel.
06:18Scheiße.
06:19Und der ganze Kram.
06:21Vitamine.
06:22Verstehst du?
06:23Vitamine?
06:24Ah.
06:31Ich werd verrückt.
06:32Ich werd verrückt.
06:33Wie so ein Playboy.
06:34Mal herhören, Leute.
06:35Dieser Mann hier ist nicht nur ein geachteter Brigadier.
06:39Er ist nicht nur ein rühriger Vorsitzender unserer BGL und was weiß ich sonst noch.
06:42Oh nein.
06:43Dieser Mann hier ist auch verliebt.
06:47Der hätte man doch was gemerkt.
06:48Ja, das wird er dir gerade auf die Nase binden.
06:50Hab ich recht?
06:51Ja, hast du recht.
06:52Ah, siehste?
06:53Und jetzt geh ich zum Bahnhof und hol sie ab.
06:55Was denn, die ist gar nicht von hier?
06:56Nein.
06:57Und wo?
06:58Ich meine...
06:58Auf Rügen, im Urlaub.
07:00Ah, gemeinsam in der Strandburg gebuddelt, was?
07:03Ich weiß was, ich weiß was.
07:05Ach du, sag mal, Herr Felt.
07:08Ist das wirklich wahr?
07:09Ja, warum denn echt?
07:10Ach, ist das schön.
07:12Moment.
07:14So.
07:15Bitte sehr.
07:16Bitte sehr.
07:17Bitte gleich.
07:17Hm, fass doch mal an.
07:19Ach, da.
07:20So.
07:21Bitte.
07:22Oh, das wird peinlich.
07:24So.
07:25Bitte sehr.
07:27Vielen Dank, die Herren.
07:31Du, Kulle, und denk dran.
07:33Morgen früh, pünktlich 6 Uhr, ja?
07:35Ja, du, ich bin da.
07:36Aber du?
07:37Und übernimm dich nicht.
07:39Dein Humor, will ich dich haben.
07:46Passt noch her.
07:48Männ, der Wand, warte noch!
07:50Du bist ein Müller!
07:51Hey, Jungs, könnt ihr nicht aufpassen?
07:54Lass an.
07:57Was machst du denn hier?
07:58Mein Zug geht in einer halben Stunde.
08:00Ich denke, du fährst mit dem Bus.
08:03Na, wie es gerade kommt.
08:05Manchmal nehme ich auch die Bahn.
08:08Also dann, bis morgen.
08:09Ach, Mensch.
08:22Sag nur, du wartest auch auf den Zug.
08:23Nee, nee, ich warte nicht auf den Zug.
08:26Was machst du denn hier?
08:27Aber, aber, Brigadier.
08:29Mensch, ist ja ein doller Strauß.
08:30Passt direkt zu deiner Krawatte.
08:31Dieses Gelb zu den Krawatten.
08:32Weißt du, du kannst mich mal.
08:33Ja, aber bitte sehr, steht zu Diensten.
08:42Entschuldigung, ich hätte eine Frage.
08:43Ich kenne mich hier nicht aus.
08:45Komm mal.
08:47Komm.
08:49Ja, da gibt es eine Busverbindung.
08:51Hier draußen links auf dem Bahnhofsvorglatz
08:53ist die Haltestelle.
08:53Müssen wir sehen, aber ich glaube nur alle halbe Stunde.
08:55Ja, bitte.
08:57Hanna!
09:00Lass nur gleich zu.
09:01Ich dachte schon, du holst mich nicht ab.
09:03Weil ich nicht am Zug war.
09:05Ich bin erst im letzten Augenblick gekommen.
09:07Und was machen wir jetzt?
09:08Bist du müde?
09:09Überhaupt nicht.
09:10Gehen wir erst ein bisschen bummeln
09:11und danach gehen wir was essen.
09:13Keine Lust?
09:14Doch, doch.
09:15Aber was machen wir mit dem da?
09:17Den gehen wir hier auf
09:18und den holen wir nachher wieder ab,
09:19wenn wir zu mir gehen.
09:21Na, der hätte auch meine Schwester nehmen können, ne?
09:31So, jetzt habe ich erst mal genug vom Bummel.
09:34Hunger?
09:35Au, au, das hat noch Zeit.
09:37Na, gehen wir jetzt zu mir.
09:38Inge macht uns was zum Abendbrot.
09:39Und dann
09:40trinken wir noch ein Fläschchen Wein, ja?
09:43Lass mal du.
09:44Deine Tochter hat genug um die Ohren.
09:46Nein, ich möchte in ein Lokal.
09:48Aber in ein feines.
09:48Tja,
09:51da hätten wir nur das Gewerkschaftshaus.
09:55Na, so eins meine ich nicht.
09:56Ich meine eins mit Teppichen
09:57und Kronleuchtern
09:59und der Kellner bringt die Rechnung auf ein Tablett.
10:01Nee, so eins haben wir hier nicht.
10:03Nicht?
10:04Da kann man sich auch gar nicht richtig unterhalten.
10:07Gibt's ein gemütliches?
10:09Na eben, das Gewerkschaftshaus.
10:12Sag mal,
10:14wie lange hast du denn überhaupt frei?
10:15Drei Tage.
10:16Ich will die nicht bezahlt haben,
10:17habe ich gesagt.
10:18Ich verreise.
10:19Was meinst du,
10:20wie die in der Küche gestaunt haben?
10:22Verreisen?
10:23So,
10:24wohin denn?
10:26Ich habe nur gesagt,
10:26putzt mir das Gemüse nur anständig
10:28und die Kartoffeln,
10:28dass mir nachher keine klagen kommen.
10:29Weiter habe ich nichts gesagt.
10:31Die wollen immer alles ganz genau wissen.
10:32Tja, ich arbeite morgen voll.
10:35Hab erst Nachmittag Schluss.
10:36Macht nichts.
10:37Ich bring die Tasche und rum.
10:38Aber übermorgen habe ich freigenommen.
10:41Und was machen wir da?
10:43Ich hätte da einen wunderbaren Vorschlag.
10:45Was denn?
10:46Heiraten.
10:47Heiraten?
10:48Ja, im Ernst,
10:49Hanna.
10:53Letzte Woche habe ich meinen Ehemaligen getroffen.
10:56Aha.
10:56Oh, gar nicht, ja.
10:57Es war das erste Mal,
10:59dass ich an meine Ehe denken konnte,
11:00ohne dass mir gleich die Galle überlief.
11:02Oder dass ich hatte Heulen mögen.
11:04Wenn ich mir so überlege,
11:06wie das alles gekommen ist.
11:09Die ersten paar Jahre ging es ja.
11:11Dann gab es nur noch Ärger.
11:12Wenn ich Scheidung.
11:15Dann musste ich mir Arbeit suchen.
11:18Das ist mir gar nicht leicht gefallen.
11:21Dann habe ich in der Betriebsküche angefangen.
11:24Und jetzt sind die Kinder aus dem Haus.
11:28Ich weiß nicht, ob du das verstehst,
11:30aber es ist ein angenehmes Gefühl,
11:33abends heimzukommen und allein zu sein.
11:34Ich meine keinen Ärger und keine Streitereien.
11:40Glaubst du, dass es mit uns genauso werden könnte?
11:43Dann bist du gar nicht erst zu kommen, Roran.
11:45Warum sagst denn du sowas?
11:47Du bist doch der einzige Mensch,
11:49mit dem ich mich richtig verstehe.
11:51Warum sagst denn du sowas?
11:55Entschuldige.
11:56Nicht Martin, die Leute.
12:06Tja, die haben nur angerufen.
12:08Dann bin ich hin.
12:10Hab eine Ladung angebracht und
12:11war der ganze Mist verteilt.
12:15Darf ich mal?
12:16Bitte.
12:18Dankeschön.
12:19Zum Wollen.
12:20Warum lachst du?
12:22Misthaufen Sprengen.
12:23Du glaubst mir wohl nicht.
12:24Du nimmst mich doch auf den Arm.
12:26Tatsache, das haben wir damals oft gemacht.
12:28Hat denen von den LPGs eine Menge Arbeit erspart.
12:31Und warum macht ihr es jetzt nicht mehr?
12:33Tja, warum?
12:34Die haben jetzt die neue Technik.
12:35Und dann hat es auch eine Reihe Unfälle gegeben.
12:38Ein Kollege von mir hat es erwischt,
12:39ist tot.
12:40Weiß eigentlich keiner genau, wie es passiert ist.
12:43Kannst du nicht was anderes machen?
12:45Wieso was anderes?
12:47Deine Frau hat bestimmt jeden Tag davor gezittert,
12:50ob du abends heimkommst oder nicht.
12:51Ach, die brauchte doch nicht zu zittern.
12:53Wenn man 20 Jahre im Bruch ist,
12:54dann weiß man, wie der Hase läuft.
12:57Solange ich Sprengmeister bin,
12:58ist da noch nie was passiert.
12:59Nichts Ernstliches jedenfalls.
13:01Da gibt es in eurer Küche bestimmt mehr Unfälle als bei uns.
13:05Aber nicht solche.
13:07Mich jetzt auch bei einer Mal erwischt.
13:08Ausgerutscht bin ich mit dem topheißen Wasser,
13:10direkt vorm Herd.
13:11Ich dachte bloß, weg mit dem Ding.
13:13Gott sei Dank war keiner in der Nähe.
13:16Ich habe mich bloß ein bisschen an Hand verbrüht.
13:18Noch eine Woche war es wieder gut.
13:23Hörst du mir überhaupt zu?
13:25Warum hast du das Zimmer hier genommen?
13:28Ist doch sehr hübsch.
13:30Und gar nicht teuer.
13:31Warum kommst du nicht mit zu mir?
13:33Was würde denn deine Tochter sagen?
13:35Inge?
13:35Nichts, die würde sich freuen.
13:36Weißt du das so genau?
13:37Aber klar.
13:40Ich habe es letzte Woche meinem Ältesten erzählt.
13:43Das von uns beiden.
13:45Ich habe gesagt,
13:47ich habe da einen Mann kennengelernt,
13:48mit dem verstehe ich mich gut.
13:50Willst du ihn heiraten?
13:51Hat er gefragt.
13:52Hast du ihn auch gar nicht nötig.
13:54Warum willst du den alten Knacker den Dreck wegmachen?
13:55Alter Knacker,
13:56an dem werde ich was erzählen.
13:57Von dem Heiraten ist nicht die Rede,
13:58habe ich gesagt.
13:59Jedenfalls jetzt noch nicht.
14:01Ich habe ihn sehr gern.
14:03Da ist er aufgesprungen
14:05und hat geschrien.
14:06Gern hasst du ihn.
14:07Schämst du dich nicht in deinem Alter?
14:09Brauchst du vielleicht noch einen Kerl ins Bett?
14:11Das darf doch nicht wahr sein, Anna.
14:14Doch.
14:16Du glaubst doch nicht etwa,
14:17dass Inge genauso reagieren könnte?
14:20Kannst du für deine Tochter
14:21die Hand ins Feuer legen?
14:22Für Inge ja.
14:24Jedenfalls will ich mich die drei Tage,
14:25die ich hier bin, nicht ärgern.
14:26Deshalb habe ich das zu mir.
14:27Inge ist anders, ganz anders.
14:30Ihr beide werdet euch prima verstehen.
14:32Schon möglich.
14:35Übrigens,
14:36wäre es nicht besser,
14:36du ziehst dort aus?
14:39Ausziehen?
14:39Warum denn?
14:40Überlass ihr doch das Haus.
14:41Da gibt es keinen Ärger und...
14:43Nee.
14:45Das kannst du nicht verlangen, Anna.
14:47Ach, ich verlange doch nichts.
14:49Ich meine doch nur,
14:51du hängst sehr an deine Tochter.
14:53Natürlich.
14:55Noch dazu jetzt,
14:56wo das Kind kommt.
14:58Hinterm Haus
14:59und beim großen Garten.
15:00Bärensträucher,
15:01Obstbäume.
15:03Bearbeite ich ganz allein.
15:06Lernen Sie doch erst mal kennen.
15:09So.
15:10Und jetzt gehe ich schlafen.
15:11Was denn jetzt schon?
15:12Du kannst doch morgen früh ausschlafen.
15:13Ich schon,
15:14aber du musst um fünf Uhr raus.
15:15Und ich will nicht dran schuld sein,
15:16wenn du zu spät kommst.
15:18Na, also schön,
15:19gehen wir nach oben.
15:21Kurt,
15:21Zahlen.
15:22Kommen.
15:29Ich gehe hoch,
15:30du nicht.
15:31Ja, ja, ja.
15:3513,60.
15:38Stimmt so.
15:39Danke.
15:40Gute Nacht.
15:41Gute Nacht.
15:41Gute Nacht.
15:42Was soll denn der Wirt von uns denken?
15:44Ach, der hat doch nichts dagegen.
15:45Dass du dich unterstehst.
15:47Das ist doch eine richtige Späserin.
15:48Bin ich nicht,
15:49aber ich bin doch nicht mehr 20.
15:50Wann bist du morgen fertig?
15:51Um vier.
15:52Holst du mich denn hier ab?
15:53Ich warte hier.
15:53Gegen halb fünf bin ich spätestens da.
15:55Aber was willst du denn machen bis dahin?
15:56Oh, Stadt ansehen, einkaufen.
15:58Na, mir wird schon was einfallen.
15:59Schlaf gut.
16:00Doch.
16:03Und lass mich morgen nicht zu lange warten.
16:09Kurt, noch ein Bier.
16:19Bitte.
16:20Na nun, die Dame hat ja ihre Jaffe lieb.
16:21Die Dame hat ja gelieb gelassen.
16:23Ich bring sie hier rauf.
16:24Lass mal, das mach ich schon.
16:26Ach, du hab dich doch nicht so.
16:27Ich hab mich nicht.
16:28Aber schließlich sind doch noch Gäste da.
16:30Und ich nehme an,
16:30es wäre sicher nicht recht.
16:31Deshalb hat sie sich ja liegen gelassen.
16:34Meinst du?
16:36Bring mir mal zu dem Bier noch ein Klagen.
16:38Also, ich darf mich nicht so.
16:41Ich habe mich nicht so.
16:43Vielen Dank.
17:13Aber sonst geht's dir gut.
17:17Kann nicht klagen.
17:19Punkt 6 hat gestern jemand gesagt.
17:20Und? Bist du da gewesen?
17:23Na, ich schon.
17:24Brav, mein Sohn, brav. Auf dich kann man sich verlassen.
17:29Also was ist? Fahren wir nur oder fahren wir nicht?
17:38Aber wenn ich Ihnen einen Tipp geben darf, starten Sie.
17:41Okay. Fahren Sie doch ein Stück raus.
17:43Die Umgebung ist sehr schön.
17:45Kaffee Waldblick.
17:48Da haben Sie eine schöne Aussicht auf die Stadt.
17:50Und einen anständigen Kaffee kochen die dort auch.
17:53Auch zu Mittag können Sie da was kriegen.
17:55Am besten Sie nennen den Bus.
17:57Da fahren Sie bis...
17:57Sagen Sie, wo ist die Heinrich-Heine-Straße?
18:01Die Heinrich-Heine-Straße?
18:03Das ist doch da draußen in der Siedlung.
18:05Hm?
18:05Aber da gibt's überhaupt nichts zu sehen.
18:07Trotzdem.
18:08Wie kommt man dorthin?
18:11Tja.
18:12Passen Sie auf.
18:13Da fahren Sie zuerst mit dem 10er-Bus geradeaus, nicht wahr?
18:16Passen Sie auf.
18:18Und da steigen Sie aus am Ende.
18:20Und dann laufen Sie den Berg hoch.
18:23Und so kommen Sie in den Kreisverkehr.
18:25Nicht wahr?
18:26Hm.
18:26Wie süß denn du heute aus.
18:37So, das war's.
18:38Wir kommen erst in zwei Wochen wieder.
18:40Braucht ihr alles für die paar Brocken?
18:41Paar Brocken.
18:43Außerdem, was man hat, das hat man.
18:44Denk, ihr dürft Sprengmittel nicht aufheben?
18:46Heute ist der Barkers ausgefallen,
18:47morgen vielleicht der da
18:48und übermorgen alle beide und der LKW dazu.
18:51Und ich sitze da.
18:53Kann man denn nicht doch mal mitmachen?
18:54Wobei?
18:56Na, bei einer Knepperspringung.
18:57Wobei denn sonst?
18:59So zur Erholung, als lustige Einlager, wie?
19:01Nee, nee, fahr du mal deine Kiste
19:03und sieh zu, dass der Barkers wieder kommt.
19:04Den neuen lässt du doch auch schon ran,
19:05diesen jungen Sprund.
19:06Natürlich, der gibt's ja auch nicht nur ein Gastspiel.
19:09Nun fahr schon,
19:10ich muss heute Abend früh Feierabend machen.
19:11So, musst du?
19:12Hat sie schon die Hosen an?
19:14Wenn du nur dämlich quatschen kannst.
19:24Ich bin ein, ich bin ein, ich bin ein, ich bin ein.
19:54Und wie jetzt weiter, wenn wir damit fertig sind?
20:20Dann kommt die Ladung in die Löcher, je nachdem wie groß der Brocken ist.
20:24Dann werden die Zündschnüre ausgelegt und dann ist es soweit.
20:31Aber das sind doch mehr knapper als wir hier sind.
20:33Ach, du meinst, wir gehen ein?
20:35Nee, das wäre ein bisschen umständlich.
20:37Komm mal mit.
20:43Der und der und der, die liegen beisammen.
20:47Von jedem geht die Zündschnur hierher.
20:53Ja, und hier musst du sie mit dem Zündlicht alle zünden.
20:59Ja, aber eine nach der anderen.
21:01Aber nicht nur mal so hinhalten und dann gleich die Beine in der Hand.
21:04Nee, das muss schon richtig brennen.
21:10Ja, und dann kriegst du noch ein paar.
21:13Was, noch mehr?
21:14Zehn Stück pro Mann sind erlaubt.
21:20Ja.
21:21Bei uns wären es immer ein paar mehr.
21:23Walsch.
21:25Nicht weitersagen.
21:26Ist ja noch nie was passiert und der Produktion im Kalkwerk drüben bekommt es ganz ausgezeichnet.
21:32Macht sich auch bei den Prämien bemerkbar.
21:34Was denn?
21:36Mehr als zehn?
21:37Ist schon ein komisches Gefühl.
21:39Wenn es da brennt und auf die Ladung zuläuft.
21:42Du musst noch mal zünden und noch mal, noch mal und wenn es da nicht gefunkt hat, wieder zurück.
21:46Da kommt plötzlich der Augenblick, wo du dir sagst, weg, weg, weg, nichts wie weg.
21:50Hat schon mancher die Nerven verloren dabei.
21:53Ich auch.
21:53Noch eins.
21:58Guck dir deinen Rückweg an.
22:00Vorher.
22:01Damit du weißt, wo du hintrittst, wenn du mal in Deckung gehen musst.
22:06Ist schon mancher gestolpert dabei.
22:08Na, heute Mittag bist du klüger.
22:10Und wenn alles vorbei ist und einer von den Dingern ist liegen geblieben,
22:14dann ist eine Runde fällig.
22:18Na, und wenn einer wirklich nicht hoch geht?
22:20Hm, den heißt es wieder ran an die Bulette, deshalb ist es besser, du läufst nicht zu früh weg.
22:25Wenn es aber ein Versager ist, dann muss noch mal gebohrt werden.
22:27Neben der Ladung, die schon drin ist.
22:29Das kann ins Auge gehen, wenn du nicht aufpasst.
22:31Und das kostet Zeit.
22:33Gibt natürlich noch, noch eine bequemere Methode.
22:36Ja, setz dem Jungen noch ein Floh ins Ohr.
22:38Bequemere Methode.
22:39Hier gibt es schon viel zu viel bequeme Methoden.
22:41Lass sie pensionieren, Paula.
22:44Was anderes fällt dir nicht ein, was?
22:4630 Jahre Kalkwerk, da rieselt es bei manchem ein bisschen.
22:50Na, wie weit seid ihr?
22:53Mittag sind wir fertig.
22:54Ich habe die Sprengung eine halbe Stunde früher angemeldet.
22:56Warum denn das?
22:57Weil der Brigadier pünktlich Feierabend machen will.
22:59Mensch, kapierst du nicht?
23:00Lass dich nicht provozieren, Brigadier.
23:02Da habt ihr euch ja was geleistet gestern auf dem Bahnhof.
23:05Könnt ihr stolz drauf sein.
23:06War doch nur ein Spaß.
23:07Ja, du machst mit mir nachher die Schnüre zurecht.
23:10Dabei kann ich dir noch einiges erklären.
23:15Du hör mal, wir können ja die Rest-Schnüre von gestern mitverwenden.
23:18Nee.
23:19Die sind zu kurz.
23:20Die werden heute mit verbrannt.
23:22Merkt ihr das?
23:22Niemals an Zündchen, nur sparen.
23:24Länge mindestens 1,50.
23:26Aber eher zu lang als zu kurz.
23:28Was ist das da?
23:29Das liegt doch nicht erst seit heute da drin.
23:31Das geht dich nicht an.
23:34Mahlzeit.
23:35Schon mal was von stiller Reserve gehört.
23:38Es ist aber verboten.
23:39Und Vorschrift ist Vorschrift.
23:41Bei meinem Opa, da hat der Arzt gesagt,
23:44Altersstarrsinn, wir sollten es nicht so tragisch nehmen.
23:47Bis mal was passiert.
23:48Natürlich, das muss ja noch kommen.
23:50Mensch, du gehst mir auf den Geist.
23:53Der kommt noch mal in Teufels Küche.
23:57Wo kommt das hin?
23:59Hier oben.
23:59Weißt du, was er für morgen vorhat, ne?
24:04Weißt du?
24:06Heiraten.
24:10Das sieht ihm ähnlich.
24:12Aber lass dich bloß nicht drauf ein, du.
24:15Heimlich, still und leise.
24:16Nö, nö.
24:16Wir wollen alle was davon haben.
24:18Ich verstehe mich jetzt nicht falsch, aber
24:23ich weiß nicht, ob ich heiraten soll.
24:29Hm.
24:30Ja.
24:33Heimann hat dir genügt, meinst du?
24:35Ich verstehe das schon.
24:36Ach, nicht nur deswegen.
24:38Weißt du,
24:40das hat schon eine Menge für sich,
24:42wenn man allein bleibt.
24:43Wie soll ich das sagen?
24:45Wenn man mal an sich denken kann.
24:48Das begreift man erst,
24:49wenn man bisher immer nur für andere da war.
24:51Aber,
24:52du magst ihn doch,
24:53du verstehst dich gut.
24:54Ja, natürlich.
24:55Aber,
24:56ich kann mich nicht entscheiden.
24:59Darum kommst du aber nicht herum.
25:00Ich weiß, ich weiß, ich weiß.
25:02Ich weiß.
25:03Du, sag mal,
25:06was hältst du denn von einer Tasse Kaffee?
25:07Ja,
25:08ich könnte jetzt nicht schaden.
25:09Setz doch schon mal Wasser auf.
25:11Ach,
25:12weißt du,
25:12ich bin direkt froh,
25:13dass wir miteinander gesprochen haben.
25:14Ja,
25:15ich auch.
25:16Ich hatte direkt Angst,
25:17als ich vorm Haus stand.
25:18Doch.
25:18Was würdest du sagen,
25:19habe ich gedacht.
25:21Was habe ich gesagt?
25:21Kommen Sie rein,
25:22hast du gesagt.
25:23Das müssen wir doch nicht hier draußen abmachen.
25:24Das weiß ich gar nicht mehr.
25:25Ach,
25:26ich glaube,
25:26wir beide würden miteinander auskommen.
25:28Ach,
25:28an mir soll es nicht liegen.
25:29An mir auch nicht.
25:30Halt!
25:32Aber doch nicht.
25:33So.
25:37Die Kanne muss nämlich heiß sein,
25:39sonst ist das ganze Aroma frutsch.
25:42Zuerst musst du mit kochendem Wasser ausspülen
25:44und dann erst...
25:46Das ist...
25:49Also,
25:50das darf doch nicht wahr sein.
25:51Jetzt fange ich schon an,
25:52dich mit guten Ratschlägen zu versorgen.
25:54Na,
25:54das kann ja halt dann sein.
25:54Na,
25:55macht nichts.
25:55Ich habe bestimmt auch ein paar für dich.
25:57Und nicht zu früh abhauen.
26:07Die Schnüre sind lang genug.
26:10Dann können wir!
26:10Ja!
26:10Also,
26:11ich kann ihn nicht auswählen.
26:12Ich kann nicht nur auf dem Ratschlägen sein,
26:12den Jesus verletzt werden.
26:13Ich kann ihn nur auf dem Ratschlägen sein,
26:14aber nicht zu ihm einfach mal vor.
26:15Ich kann ihn nicht auswählen,
26:16aber nicht zu ihm einfachen.
26:17Untertitelung des ZDF, 2020
26:47Das war's. Bleib du mal bei der Kiste, Paul.
26:55Ja, und die 15 Minuten Wartezeit?
26:57Morgen, Paul, morgen.
26:59Morgen.
27:02Immer morgen.
27:07Brauchst keine Runde schmeißen.
27:10Na, wie fühlst du dich?
27:12Prima.
27:17Bleib durchgeschlagen, verdammter Mist.
27:27Ist noch was, Martin?
27:28Nein, alles in Ordnung. Ihr könnt Feierabend machen.
27:31Kommst du nicht mit?
27:32Gleich. Muss ich nur noch was fragen.
27:38Halt, Stopp, Mann.
27:39Davon steht der Baumann. Nehmt mal die leere Sprengmittelkiste mit.
27:43Ja, genau.
27:44Mach's gut, schön Feierabend.
27:48Verdammter Mist.
27:50Das muss gerade heute passieren.
27:55Ich lasse die Sprengung extra noch eine halbe Stunde vorverlegen.
27:57Ist noch was, Herr Schober?
27:59Hab ich nicht klar und deutlich gesagt, es ist Feierabend.
28:00Was tanzt du denn hier noch rum? Verschwinden, aber ein bisschen flott.
28:02Ich dachte, dass ich nur was helfe.
28:04Helfen, dass ich nicht lache. Nur hör ab jetzt.
28:06Verdammt, da ist ja eine liegen geblieben.
28:07Müssen wir auch im Früh gleich nochmal ran, wa?
28:09Der muss heute noch weg. Morgen haben wir was anderes zu tun.
28:11Da können wir uns mit dem Ding nicht aufhalten.
28:12Na gut, ich hole eine neue Zündschnur. Die ist doch zu kurz.
28:14Nun hör mal gut zu, mein Junge.
28:16Verschwinde jetzt hier so schnell du kannst.
28:17Und vergiss, dass du nochmal hier gewesen bist. Verstanden?
28:20Natürlich ist die Schnur zu kurz, aber ich kann jetzt nicht erst noch eine neue holen.
28:23Ja, bei mir haben Sie doch eingebeut, dass jede...
28:25Dass jede Zündschnur mindestens ein 50 lang sein muss. Jawohl!
28:29Aber wehe, du vergisst das einmal.
28:31Dann reiß ich dir den Kopf ab.
28:32Los, verschwinde.
28:34Da hinten in der Deckung.
28:35Aber wehe, du kommst mit dem Kopf hoch.
28:48Nimm den Kopf weg, hab ich gesagt.
29:01Was war denn da los?
29:19Hilfe!
29:28Wie spät haben wir es denn jetzt?
29:29Ach, du musst dich nicht so beeilen.
29:31Lass'n doch ruhig ein bisschen...
29:32Ach, ich komme mir da richtig komisch vor, wie so ein Teenager.
29:35Tja, man ist zu alt, wie man...
29:36So ein Quatsch! Das können auch nur Leute sagen, die zu Hause keinen Spiegel haben.
29:41Jede Frau kann ein paar Jahre jünger aussagen.
29:43Ja, ja, natürlich. Jeden Abend so ein Quark aufs Gesicht packen, so Kräutermasko...
29:47Löd, bisschen Make-up.
29:48Dich entschminken? Ach, ich laufe da nicht rum wie Manneka.
29:50Moment mal.
29:52Das machen wir schon.
29:54Ganz dezept.
29:59Make-up.
30:00Ach, mach doch bitte mal auf, oder?
30:13Hm?
30:22Guten Tag.
30:23Guten Tag.
30:23Ich wollte eigentlich... Wohnt ihr Frau Zander?
30:26Ja.
30:27Kann ich Sie mal sprechen?
30:28Wissen Sie, ist nämlich was passiert.
30:30Ihr Vater.
30:31Martin?
30:31Ja, bei einer Sprengung.
30:36Schlimm?
30:37Ich weiß es nicht. Er liegt im Krankenhaus.
30:40Ich wollte Frau Zander hinfahren.
30:41Wer ist das denn?
30:43Lassen Sie sich nichts anmelden. Die Frau ist im achten Monat.
30:45Ich fahr mit. Warten Sie bitte mal mit.
30:55So, komm, setz dich mal hin.
30:57Da, in den Setzl.
30:59So.
31:00Wer war es denn?
31:04Ach, da hatte sich jemand in der Haustür geirrt.
31:06Ach, weißt du, man darf natürlich nicht so viel des Guten tun.
31:10Nur ein bisschen unterstreichen.
31:12Machen wir die Augen zu.
31:13Was bitte?
31:15Ist doch nicht gut.
31:17Was ist denn los?
31:20Diese junge Mann hier eben, der hatte sich nicht geirrt.
31:23Nun?
31:24Nun?
31:28Inge, ist was passiert?
31:32Frau Vorbach, ich warte dann nach unten.
31:41Im Wagen, ja.
31:46Entschuldigen Sie, Schwester.
31:48Wo liegt der Schrober?
31:49Ja, vorhin ist eingeliefert worden.
31:50Der Unfall beim Sprengen, ja?
31:51Ja.
31:53Schwester Maria, kommen Sie bitte mal.
31:54Oberschwester Maria, Sie sind Frau Schrober?
31:59Nein.
32:01Oder eine Verwandte?
32:02Auch nicht.
32:03Tut mir leid.
32:04An Fremde können wir keine Auskunft geben.
32:06Ich heiße, ich heiße Vorbach.
32:09Wir wollen heiraten.
32:11Wie geht es Ihnen?
32:14Er ist schwer verletzt, aber es besteht keine unmittelbare Lebensgefahr.
32:19Kann ich ihn sehen?
32:20Nein, das geht nicht.
32:22Warum denn nicht?
32:23Wenn keine Lebensgefahr besteht?
32:25Sie machen mir doch was vor.
32:26Aber ich bitte Sie, Frau Vorbach.
32:28Herr Vorbach, nein.
32:29Sie lügen doch.
32:30Sie lügen doch.
32:31Nun reißen Sie sich doch zusammen.
32:33Wenn es so wäre, würde der Chefarzt persönlich mit Ihnen sprechen.
32:40Entschuldigung.
32:41Aber vielleicht kann ich ihn doch für einen Augenblick sehen.
32:44Bitte.
32:46Na, kommen Sie.
33:08Wer lässt denn hier seine Klamotten rumlieben?
33:10Verdammt noch mal, Sauladen.
33:12Hey, ist dir nicht gut?
33:13Nein.
33:15Stimmt das, dass ihr noch eine Detonation gehört habt?
33:17Ja.
33:19Es muss ein Versager gewesen sein.
33:20Anders kann ich es mir nicht erklären.
33:23Zu uns hat er gesagt, alles in Ordnung macht Feierabend.
33:25Ja, war aber nicht.
33:28Irgendwie hat er das Ding dann doch noch hochgehen lassen.
33:30Ja, irgendwie.
33:31Sag mal, wie ist denn das passiert?
33:44Mein Gott, du bist doch dabei gewesen.
33:45Lass doch den Jungen in Ruhe.
33:46Na, wie kommt es dir denn vor?
33:53Muss ein großartiges Gefühl sein.
33:57Wenn man sagen kann, ich habe das alles vorher gesehen.
33:59Ich habe es gewusst.
34:00Ich habe immer gesagt, da passiert noch mal was.
34:02Wie kommt man sich denn da vor?
34:05Jesus?
34:05Du machst nicht so eine dämliche Fresse, als ob es dir leid tut.
34:09Frohe bist du doch, dass du recht behalten hast.
34:11Nun ist aber Schluss.
34:13Sieht ja fast so aus, als ob du ein schlechtes Gewissen hast.
34:15Ich wieso nicht, das erklär mir mal.
34:17Mensch, wer hat denn gesagt, nimm die Restschnüre, du?
34:19Wer hat gesagt, gib noch eine andere Methode, Knapper zu sprengen, du?
34:22Und wer hat gesagt, alter Schwachsinn, als Paul uns gewarnt hat, du?
34:25Und wer hat gesagt, ohne Risiko kommt man zu nichts, du?
34:28Immer nur du.
34:28Und jetzt hast du die große Fresse, du?
34:30Ist aber gut.
34:31Scheißkerl.
34:31Von so einer Rotznase lasse ich mich da die Hand kotzen.
34:45Ich habe Martin gesehen danach.
34:48Ich glaube, ich kann mich eine Zeit lang über nichts mehr aufregen.
34:52Sag mal, wer ist denn nun eigentlich schuld?
34:54Ich nur war zu kurz, das ist erst mal Fakt.
34:57Also meiner Meinung nach ist das mehr ein Leitungsproblem.
35:00Leitungsproblem, natürlich.
35:01Und damit sind wir aus allem raus, ne?
35:06Auf jeden Fall habe ich der Betriebsleitung schon manches unter die Nase gerieben.
35:09Ja, das stimmt.
35:13Und?
35:15Haben wir es geändert oder nicht, Kollege Kuhlmann?
35:19Das mit den Sprengmitteln im Schrank, das musst du doch im Sprengmittelbuch gesehen haben.
35:25Oder hast du das gar nicht mehr kontrolliert?
35:27Seit 15 Jahren arbeite ich mit Martin zusammen.
35:32Da versteht man sich mit einem Wort.
35:34Ich habe Vertrauen zu ihm gehabt.
35:35Vertrauen ist durchgeschickt.
35:39Um 8 Uhr ist die gesamte Brigade im Bruch.
35:41Bis dann wird nichts gearbeitet.
35:44Es wird eine Vernehmung geben.
35:46Staatsanwalt ist auch dabei.
35:47Da kommt was auf uns zu.
36:04So.
36:06Bitte.
36:07Dankeschön.
36:08Na, wie geht's dir jetzt?
36:10Ist schon besser.
36:10Ja?
36:12Wo willst du denn hin?
36:14Anrufen in meinem Betrieb.
36:17Ach, die müssen mir noch ein, zwei Wochen Urlaub geben.
36:20Weder unbezahlt oder als Urlaub und voraus.
36:23Ach du, das kann ich nicht von dir verlangen.
36:25Wer kümmert sich denn um alles, wenn du in der Klinik bist?
36:27Dein Mann wird doch damit nicht fertig.
36:30Wer kümmert sich um den Garten?
36:31Vielleicht kommt das Kind gar nicht so früh.
36:33Ja, möglich.
36:34Aber nach der Aufregung,
36:36weißt du, du bist gleich dort, wo sie dir helfen können.
36:38Ich habe sowas noch nie gehabt.
36:40Der Krankenwagen kommt ja gleich.
36:42Und ich werde der Frau von nebenan Bescheid sagen,
36:44dass sie mal nach dir sieht.
36:45Die heißt Eintreuer.
36:45Und gleich rüberkommt.
36:46Ja, ist gut.
36:47Aber solange bleibst du ja auch nicht weg.
36:49Nein, nein, ich beeile mich natürlich.
36:51Aber ich muss auch noch die Sachen von deinem Vater holen.
36:53Na, das hat ja Zeit.
36:54Nein, die brauchen die Ausweise in der Klinik.
36:56Die kann Rudi mitbringen, wenn er von der Schicht kommt.
36:58Nein, die hole ich.
37:00Außerdem möchte ich mal sehen, wo er gearbeitet hat.
37:02Und ich will doch wissen, wie das passiert ist.
37:05Mach's gut.
37:05Tschüss.
37:06Tschüss.
37:06Tschüss.
37:26Tschüss.
37:38Musik
38:08Sag den anderen, sie sollen noch warten.
38:26Ja, ich sag Bescheid.
38:28Na?
38:29Was ist denn nun?
38:33Ich hab ihm auch nicht sagen können, wie's passiert ist.
38:35Mensch, warum hat er uns denn bloß weggeschickt, wenn's ein Versager gewesen ist?
38:40Damit ihm keiner dazwischen funken konnte. Deshalb. War einfacher so.
38:44Also das kann er sich einfach nicht leisten.
38:46Lässt die Sprengung auch noch eine halbe Stunde vorverlegen.
38:48Hast du mal vorher?
38:50Wie ist denn überhaupt der Junge da hingekommen?
38:52Der muss doch bei der Sprengung dabei gewesen sein.
38:53Guten Tag. Mein Name ist Vorbach.
38:55Ich wollte die Sachen von Martin holen.
38:57In seiner Jacke sind seine Ausweise.
38:59Ja, die... die sind im Werk.
39:02Im Umkleiderauch.
39:03Dort hat man mir gesagt, einer von Ihnen hätte den Schlüssel zum Spind.
39:06Den Schlüssel?
39:07Da müsst ihr doch in seinem Arbeitsanzug stecken.
39:10Übrigens, Sie sollten vorsichtig sein mit solchen Äußerungen.
39:12Und nicht einfach sagen, er war selber schuld.
39:14Moment, Moment, Moment. Das hat kein Mensch behauptet.
39:16Jedenfalls zu ähnlich.
39:18Aber Martin weiß, was er tut.
39:19Der ist nicht so leichtsinnig, wie man ihn jetzt vielleicht hinstellt.
39:22Das brauchen Sie uns nicht zu sagen.
39:23Wir kennen Martin länger als Sie.
39:24Tja, dann kommen Sie.
39:25Ich brech das Schloss vom Spind auf.
39:31Brieftasche.
39:31Brieftasche.
39:33Schlösser?
39:36Ach, die anderen Sachen bringe ich heute Abend bei Ihnen vorbei.
39:39Nun brauchen Sie sich jetzt nicht damit abzuschleppen.
39:43Sagen Sie,
39:45glauben Sie auch, dass er selber schuld war?
39:48Das wird die Untersuchung zeigen.
39:51Es war ein Unfall, hat man mir gesagt.
39:53Schon, aber
39:54jeder Unfall hat eine Ursache.
39:58Das heißt,
39:59Sie glauben es auch?
40:01Ja.
40:01Und er kann nichts dazu sagen.
40:07Sobald er sprechen kann, wird man ihn schon hören.
40:09Tja, das wird ihm viel nützen.
40:11Wieso?
40:12Weil sich dann alle anderen längst einig sind.
40:14Man kennt das doch.
40:14Ich glaube, Sie sehen das alles nicht richtig, Frau Vorbach.
40:20Der Fall ist nicht so unklar, wie Sie annehmen.
40:23Man kann sich ganz gut vorstellen, wie sich alles abgespielt hat.
40:26Dieser Neue, der Micha, der ist ja dabei gewesen, aber aus dem war bisher eine Strauß zu kriegen.
40:31Na, der Staatsanwalt, der wird ihm schon auf den Zahn fühlen.
40:33Was denn für ein Staatsanwalt?
40:37Na, der die Untersuchung leitet.
40:38Haben Sie die nicht im Steinbruch gesehen?
40:40Da war ein Staatsanwalt dabei?
40:42Ja.
40:44Tja, das, das hört sich an, als ob man Martin noch vor Gericht bringen will.
40:50Will, will, will.
40:54Von bringen will kann keine Rede sein, aber
40:56eine gerichtliche Verhandlung.
41:01Naja, sowas ist schon drin.
41:15Gerichtliche Verhandlung.
41:17Tag, Frau Vorbach.
41:18Tag.
41:19Meine Frau hat mir gesagt...
41:20Ja, bitte, kommen Sie rein.
41:26Bitte.
41:28Danke.
41:30Kommen Sie.
41:30Was denn?
41:32Ihr seid auch hier?
41:35Ja, wie du siehst.
41:36Komm, setz dich.
41:37Ich habe Ihre Kollegen gebeten zu kommen.
41:39Sie waren ja unterwegs.
41:40Da habe ich Ihrer Frau Bescheid gesagt.
41:42Ich hole noch ein paar Flaschen.
41:43Bier.
41:46Was denn los?
41:49Keine Ahnung.
41:51Sie hat noch nichts gesagt.
41:53Und warum lässt du uns alle hier antanzen?
41:54Da wirst du schon noch erfahren.
41:57Und frag mich nach Martin.
41:59Es geht ihm nicht gut.
42:00Sie muss es ja nicht nochmal erzählen.
42:02Ordnung.
42:03So.
42:04Bedienen Sie sich.
42:06Herr Baumann?
42:07Nein, danke.
42:08Ist es zu warm?
42:09Nein, nein, aber
42:10eine genügt mir.
42:12Ich trinke nie mehr.
42:13Wissen Sie, unser Kleingärtner trinkt lieber Beerenwein.
42:16Da stecken mehr Prozente drin.
42:20Ja, so.
42:22Ich würde ja gerne noch eine Flasche trinken.
42:24Ja, nehmen Sie doch.
42:25Ist ja genug da.
42:26Sie werden sich natürlich fragen, warum ich Sie hierher gebeten habe.
42:40Ich habe einen Brief geschrieben, der aus Sie etwas angeht.
42:44Was denn für ein Brief?
42:45Ja, wie ich gehört habe, war im Steinbruch ein Staatsanwalt dabei.
42:49Ja, das stimmt.
42:50Und Sie, Herr Baumann, haben mir doch gesagt, dass es eine Verhandlung vor Gericht geben wird.
42:54Ja, ich habe gesagt, sowas wäre möglich, aber ich weiß es nicht.
42:59Mein Gott, was heißt denn das?
43:00Untersuchung, Staatsanwalt, gerichtliche Verhandlung.
43:04Von Grunde wollen die nur wissen, wie es passiert ist.
43:08Weiter nicht.
43:12Ja, na.
43:13Was können die Martin schon vorwerfen?
43:16Konkret.
43:16Zum Beispiel, dass es nicht abgesperrt war, als er das Ding hochgehen ließ.
43:23Und ein Warnsignal war auch nicht.
43:25Die anderen weichen Stellen finden die auch bald raus.
43:27Die sind doch nicht blöd.
43:27Was sollen die noch rausfinden?
43:31Zum Beispiel, Aufbewahrung von Sprengstoff.
43:33Pulverschnurkaller, ist erlaubt.
43:34Aber nicht die anderen Sachen.
43:35Ach, die sind doch nicht der Rede wert.
43:38Das ist doch ein Klacks.
43:39Na, es war nicht bloß ein Klacks.
43:41Was meinst du, wenn das alles in die falschen Hände kommt?
43:43Ist doch noch nie was passiert.
43:45Du spiel doch hier nicht einen Blöden, als ob du nicht wüsstest, woraus es bei uns ankommt.
43:51Es hätte was passieren können und schon das zählt.
43:57Aber Sie haben das alle gewusst?
44:02Ja.
44:05Aber Sie wird man nicht zur Verantwortung ziehen.
44:10Wahrscheinlich nicht.
44:12Er als Sprengberechtigter hatte die Verantwortung.
44:15Er und der Betriebsleiter.
44:19Da können Sie ja froh sein.
44:21Das sind wir nicht, glauben Sie mir.
44:23Wir fühlen uns Hunde elend.
44:25Wir haben allen Grund dazu.
44:27Gerade, weil ich es klarer gesehen habe, als ihr da,
44:32hätte ich auf den Tisch hauen sollen.
44:34Aber dazu hat es bei mir nicht gelangt.
44:37Warum hat Martin das getan?
44:40Ich meine, warum hat er das zugelassen?
44:42Warum, warum?
44:43Da gibt es einen ganzen Sack voll Gründe.
44:46Für ihn steckt er hinter jeden die Produktion.
44:48Das ist doch kein Grund, der was entschuldigt.
44:50Aber wenn es heißt, bravo, Kumpels.
44:53Großartig.
44:54Der Plan ist erfüllt.
44:55Dicke Prämie in sich.
44:56Belobium von oben.
44:57Wer fragt da noch nach Arbeitsschutz?
44:58Ja, und dann spielt ja auch noch die Gewöhnung eine Rolle.
45:05In ein paar Jahren, da schleift sich sowas ein.
45:09Und er hat den Betrieb ja schließlich auf was eingebracht.
45:11Eben.
45:11Hätten wir ihn sonst in die BGL gewählt?
45:13Na sehen Sie.
45:15Er hat doch genug für den Betrieb getan.
45:17Er ist doch jetzt schon genug bestraft.
45:19Man kann den doch nicht noch vor Gericht schleppen.
45:22Ihm seine Ehre, seinen guten Namen nehmen.
45:25Deshalb habe ich diesen Brief geschrieben.
45:27An wen eigentlich?
45:29Das weiß ich nicht.
45:30Das wollte ich Sie fragen.
45:32Ich werde ihn erst mal vorlesen, bevor Sie ihn unterschreiben.
45:35Unterschreiben?
45:37Wir?
45:37Ich weiß nicht, Frau Vorbach, so ein Brief, das ist doch alles schon im Rollen.
45:44Es hält doch so ein Brief nicht mehr auf.
45:45Sie lassen ihn einfach entschüttlich.
45:55Eine feine Brigade hat er sich da ausgesucht.
45:57Alle Achtung.
45:59Dann werden Sie mal nicht unsachlich, Frau Vorbach.
46:03Dann werde ich diesen Brief eben allein schreiben.
46:06Ich brauche Sie nicht dazu.
46:08Ich will Sie auch nicht länger aufhalten.
46:12Das klingt ja nach Rausschmess.
46:13Oh, Leide, gehen wir.
46:14Entschuldige, sowas ist mir noch nicht vorgekommen.
46:18Wiedersehen.
46:24Bei diesem Unfall ging es Ihnen jetzt nicht um die Produktion.
46:28Es war auch nicht einfach Schludrigkeit im Spiel.
46:33Martin wollte bloß pünktlich Feierabend machen, weil er sich irgendwas vorgenommen hatte.
46:40Ja, deswegen war ja die Sprengung auch eine halbe Stunde vorverlegt worden.
46:44Und er hat trotz alledem noch Glück gehabt.
46:51Großes Glück.
46:53Dass es den Jungen nicht erwischt hat.
46:54So.
46:58Dann überlegen Sie mal, ob Sie den Brief immer noch schreiben wollen.
47:02Na, Ant.
47:02Oberschwester, Sie kümmern sich bitte darum.
47:13Ja?
47:14Guten Tag, Oberschwester.
47:15Wie geht es Ihnen heute?
47:16Guten Tag, Frau Vorbach.
47:17Sie können Ihnen sprechen.
47:18Aber nehmen Sie doch einen Augenblick Platz.
47:19Ein dringender Fall.
47:20Sie dürfen hier nicht rauchen.
47:44Da kann man quasi, was man will.
47:57Sie hören nicht.
47:59Leckfett hat immer gesagt, wenn er für ihn noch nicht gesichertes Gerüst geklettert ist.
48:03Leckfett.
48:07Zweimal hat es ihn bei erwischt.
48:10Reiner Zufall, dass er sich damals nicht das Genick gebrochen hat.
48:12Sie hören eben nicht.
48:17Bei den Belehrungen, da schalten Sie auf Durchgang.
48:23Und ich habe die Verantwortung.
48:26Dabei war es gar nicht hoch.
48:31Vier Meter, vielleicht fünf.
48:34Er ist auch gar nicht hart aufgeschlagen.
48:36Und gesehen hat man äußerlich überhaupt nichts.
48:42Zuerst konnte er nur sprechen.
48:47Aber dann, im Wagen während der Fahrt,
48:53es muss innerlich sein.
48:55Verstehen Sie?
48:58Innerlich.
49:01Seine Frau.
49:03Ich kann jetzt nicht.
49:07Guten Tag, Schwester.
49:08Sagen Sie, mein Mann ist hier eingeliefert worden.
49:09Man hat mich angerufen.
49:10Wissen Sie da was?
49:11Wenden Sie sich doch bitte an die Stationsschwester.
49:13Du weißt bestimmt Bescheid.
49:14Dankeschön.
49:16Guten Tag.
49:17Guten Tag.
49:23Haben Sie ihn gesehen?
49:24Wen bitte?
49:26Ist mein Mann.
49:27Sie haben ihn da reingefahren.
49:29Es ging alles ziemlich schnell.
49:31Am Montag wollten wir in Urlaub fahren.
49:34Wie oft kriegt man schon Urlaubsplatz an der See?
49:36Mit drei Kindern.
49:37Und nun muss er operiert werden.
49:40Wer weiß, wie lange das dauert.
49:44Vielleicht hat er sich auch nur ein Bein gebrochen.
49:45Das hat er schon mal gehabt.
49:47Aber mit dem Gipsbein können wir doch nicht an die See fahren.
49:51Oder ein paar Rippen.
49:52Das kenne ich bei ihm.
49:55Es war ja nicht sehr hoch, hat man mir gesagt.
49:56Also kann es auch nicht so schlimm sein.
49:57Der Chefarzt operiert ihn persönlich, hat die Schwester gesagt.
50:04Der Älteste ist genauso.
50:05Haare genauso.
50:06Immer rauf auf die höchsten Bäume und dann beulenden Schrammen.
50:08Ich kann Ihnen sagen, ich komme überhaupt nicht mehr raus aus der Angst.
50:12Vor drei Tagen da.
50:17Schwester Maria, schicken Sie mir bitte die Frau her.
50:21Frau Brinkmann?
50:22Ja.
50:24Der Chefarzt möchte Sie sprechen.
50:25Ja.
50:27Aber der operiert ihn doch.
50:31Dann muss er nicht operiert werden.
50:35Und ich hatte solche Angst.
50:39Er braucht nicht operiert zu werden.
50:40Bitte kommen Sie, Frau Brinkmann.
50:41Ja.
50:57Martin.
51:11Martin.
51:12Martin.
51:12Anna.
51:17Anna.
51:21Schön, dass du da bist.
51:26Die drei Tage sind doch längst um.
51:28Ich habe freigenommen.
51:32Ich werde kündigen und mich hier noch was umsehen.
51:34Hier?
51:37Mhm.
51:40Übrigens.
51:43Mit Inge verstehe ich mich gut.
51:46Ich wohne bei ihr.
51:48Ich habe es ja gewusst.
51:50Vorhin waren ein paar Kumpels da.
51:58Haben das da gebracht?
51:59Mhm.
52:03Da war auch von einem Brief die Rede.
52:07Anna, ich, ich, ich will das nicht.
52:11Du musst liegen bleiben.
52:17Anna, versprich mir...
52:21Ist erledigt.
52:22Red nicht mehr davon.
52:25Danke.
52:29Bleibst du noch ein bisschen?
52:33Hattest du mir nicht mal einen Heiratsabdrag gemacht?
52:35Wenn ich heute einen kleinen Verstoß gegen die Sicherheitsbestimmungen zulasse, sagt der
52:54sowjetische Baubrigadier Bassov, dann wird dies morgen zur Gewohnheit und von da ist es
52:59bis zum Unfall nicht mehr weit.
53:02Wir haben aber nur ein Leben, eine Gesundheit.
53:06Martin Schober hat diese Wahrheit teuer bezahlen müssen.
53:10Einen seiner Arme wird er nie mehr zur Arbeit gebrauchen können.
53:14Er ist teilinvalid und für seinen Beruf nicht mehr tauglich.
53:19Ist dieser Mann nicht vom Schicksal schon hart genug gezeichnet, muss man auch bei ihm noch
53:24die Frage nach Verantwortlichkeit, nach juristischer Strafe stellen.
53:29Bejaht man es, könnte man leicht in den Ruf kommen, dass man kein Herz habe.
53:34Aber liegen die Dinge wirklich so einfach?
53:38Hat es Sinn, in solchen Falle allein das Gefühl, das Mitleid zum Ratgeber zu machen?
53:45Martin Schober brachte ja nicht nur sich, sondern auch Leben und Gesundheit anderer in Gefahr.
53:49Zwar kam der junge Arbeiter Micha mit dem Schrecken davon, aber Schobers Verdienst war das keineswegs.
53:57Die Ermittlungen ergaben nämlich, dass sein junger Kollege auch dann in akuter Gefahr geschwebt hätte,
54:02wenn er dem Brigadier nicht zu Hilfe geeilt wäre.
54:04Man wende nicht ein, dass dem anderen ja nichts passiert sei.
54:12Sollen wir wirklich erst immer warten, bis einer im Krankenhaus oder gar auf der Bahre liegt?
54:17Oder ist es nicht ratsamer, bereits einzugreifen, bevor etwas passiert?
54:21Das sozialistische Recht hält es auch und gerade beim Arbeits- und Gesundheitsschutz mit dem Vorbeugen,
54:28weil Heilen hier oftmals nicht mehr möglich ist.
54:31Wer daher, wie Martin Schober, ihm obliegende gesetzliche und berufliche Pflichten verletzt
54:36und dadurch fahrlässig eine unmittelbare Gefahr für das Leben
54:39oder eine erhebliche unmittelbare Gefahr für die Gesundheit anderer herbeiführt,
54:44muss auch mit strafrechtlicher Verantwortlichkeit rechnen.
54:47Bei der Strafzumessung haben Staatsanwalt und Gericht die Persönlichkeit des Angeklagten
54:55selbstverständlich berücksichtigt.
54:57Martin Schober ist ein guter Arbeiter.
55:00Seine Rechtsverletzungen entspringen dem falschen Ehrgeiz,
55:03den Plan, um jeden Preis zu überbieten.
55:06Produktion aber auch um den Preis von Leben und Gesundheit
55:09verkehrt den Sinn der sozialistischen Arbeit, dem Wohle des Menschen zu dienen, ins Gegenteil.
55:14Unter Berücksichtigung aller objektiven und subjektiven Umstände
55:21verurteilte das Gericht den Angeklagten Schober
55:23wegen Verletzung der Bestimmungen des Gesundheits- und Arbeitsschutzes
55:26gemäß § 193 sowie wegen unbefugten Sprengmittelbesitzes
55:31nach § 206 Absatz 2 Strafgesetzbuch auf Bewährung.
55:36Für den Fall der Nichtbewährung setzten die Richter eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten fest.
55:41Es gab noch einen, der in dieser Sache zur Verantwortung gezogen werden musste.
55:48Betriebsleiter Lang.
55:50Seine gesetzliche Pflicht wäre es gewesen, das von Schober geführte
55:53Sprengnachweisbuch mindestens wöchentlich zu kontrollieren.
55:57Hätte er das getan, wäre er bald auf die eklatante Leichtfertigkeit gestoßen,
56:02mit der Schober Sprengmittel aufbewahrte.
56:04Da der Betriebsleiter seine Kontrollpflicht aber unterließ,
56:08wurden Überbestände und verbotene Lagerung von Sprengmitteln
56:11im Schrank der Brigade Schober zur ständigen Einrichtung.
56:15Zwar führte dieses Versäumnis zu keiner unmittelbaren Gefahr für andere
56:19und damit noch nicht zu einer Straftat.
56:22Aber es bleibt eine Rechtsverletzung, durch die ein größerer Schaden
56:25hätte verursacht werden können.
56:28Auch dann ist Verantwortlichkeit bereits begründet.
56:31Durch die zuständige Arbeitsschutzinspektion
56:34wurde Betriebsleiter Lang gemäß § 32 Absatz 2 der Arbeitsschutzverordnung
56:39vom 22. September 1962 in Verbindung mit der Anordnung Nummer 1
56:44zum Sprengmittelgesetz vom 11. November 1966
56:48sowie der Arbeitsschutzanordnung 611-2 vom 29. September 1972
56:54mit einer Geldstrafe von 800 Mark belegt.
56:58Verstöße gegen den Gesundheits- und Arbeitsschutz kosten uns jährlich Millionen.
57:06Man bedenke, dass allein im vergangenen Jahr durch Arbeitsunfälle
57:101.850.000 Ausfalltage verursacht wurden.
57:16Auch deshalb dürfen wir uns nicht damit abfinden,
57:19wenn die Regeln der Ordnung und Sicherheit verletzt werden.
57:22Nicht in jedem Fall ist ihre Missachtung so schwerwiegend,
57:25dass wir mit Ordnungsstrafen oder gar mit Kriminalstrafen eingreifen müssen.
57:30Entscheidend aber ist, dass auf jede Geringschätzung von Leben und Gesundheit
57:34am Arbeitsplatz reagiert wird und sei es mit unnachgiebiger Kritik.
57:38Der Beweis, dass man auch ohne Unfälle arbeiten kann, ist ja im Leben längst erbracht.
57:48Im sozialistischen Wettbewerb kämpfen mehr als 100.000 Kollektive unserer Republik
57:53auch darum, unfallfrei zu arbeiten.
57:56Und die meisten, wie etwa seit fünf Jahren die Brigade Roter Stern im Edelstahlwerk Freital,
58:02haben Erfolg damit.
58:04Im Wettstreit, die Hauptaufgabe zu lösen,
58:07wird die Einhaltung des Rechts mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit.
58:11Und darauf kommt es an.
58:13Nur das darf als erreicht gelten, meinte Lenin,
58:16was in die Kultur, in das Alltagsleben, in die Gewohnheiten der Menschen eingegangen ist.
58:22Guten Abend.