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  • vor 7 Monaten

Kategorie

Menschen
Transkript
00:00:00So, dann fangen wir mal an.
00:00:08So, Sie meinen, dass ich wieder weg muss?
00:00:10Ja, ja, genau.
00:00:11Achso, denn ich wollte gerade sagen, der Beitrag ist kein Beitrag zum Sturz der Regierung.
00:00:14Hier ist es mehr ein Beitrag für politische Aufklärung der jungen Menschen.
00:00:20Ja, das ist ja auch was wichtiges.
00:00:22Okay, dann gebe ich ihn ab hier, ja?
00:00:24Ja.
00:00:25So, die Matzen laufen und dann müssen wir starten.
00:00:30Frau Merkel, wenn Sie heute, 13 Jahre nach dem Mauerfall, an die DDR denken, die ja ganz untergegangen zu sein scheint,
00:00:38gibt es Sachen, die Sie vermissen?
00:00:43Vermissen tue ich manchmal Zeit.
00:00:47Wir hatten eigentlich immer sehr viel Zeit.
00:01:00на realized 꿈.
00:01:05Wenn Sie hier mal, Firstly auch notwendig,
00:01:09mit Trenn happily,
00:01:09bis Zeit,
00:01:11bis Zeit,
00:01:12bis Zeit,
00:01:13bis Zeit,
00:01:14bis Zeit,
00:01:14bis Zeit,
00:01:15bis Zeit,
00:01:16bis Zeit,
00:01:27Das war's.
00:01:57Das war's.
00:02:27Und ausersehen demnächst die Stellvertreterin Helmut Kohls im Parteivorsitz der Christlich-Demokratischen Union zu werden.
00:02:35Vor allen anderen Fragen, Frau Merkel, zunächst diese.
00:02:39Geht das nicht alles ein bisschen schnell für Sie?
00:02:41Haben Sie gelegentlich das beklemmende Gefühl, es geschehe etwas mit Ihnen, mehr als dass Sie selber etwas aus sich machen?
00:02:50Die neue Ampelkoalition unter Olaf Scholz markiert das Ende der Ära Angela Merkel nach 16 Jahren und damit der ersten Frau in diesem Amt.
00:03:17Zurückhaltende Frauen werden leicht unterschätzt, zum Beispiel Angela Merkel.
00:03:35Die unauffällige Ministerin aus dem Osten ist im Westen nicht sehr bekannt.
00:03:40Dabei hat sie die wichtigsten Hürden schon genommen.
00:03:43Sie ist auf dem glatten Bonner Parkett noch nicht ausgerutscht und sie hat die ersten 100 Tage als Ministerin für Frauen und Jugend respektabel überstanden.
00:03:51Energisch besteht sie auf Pünktlichkeit.
00:03:55Dr. Angela Merkel, Bundesministerin für Frauen und Jugend, ist ungeduldig.
00:04:00Der Tag ist einfach zu kurz, um auf verspätete Abteilungsleiter zu warten.
00:04:04Von Ängstlichkeit keine Spur mehr.
00:04:06Das war so ganz anders, als sie vor mehr als 100 Tagen ihr Ministeramt überraschend antrat.
00:04:11Kein Schreck für sie, aber...
00:04:12Ängstlichkeit ein bisschen und die große Frage werde ich schaffen.
00:04:19Die 38-jährige Merkel aus Brandenburg ist erst anderthalb Jahre CDU-Mitglied.
00:04:24Eine Politikerin mit Blitzkarriere, hervorgegangen aus der Bürgerbewegung der ehemaligen DDR,
00:04:29nun Nachfolgerin des nach Stasi-Vorwürfen gestürzten Lothar de Maizière.
00:04:34Angela Mörte beschreibt sich vor den Delegierten selbst so.
00:04:37Es handelt sich um die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen, auf leise Töne zu hören,
00:04:44das Unausgesprochene auch wahrzunehmen.
00:04:47Nach der Wahl am Sonntag zu später Stunde verließ der Parteivorsitzende zufrieden den Saal.
00:04:52Bundesfrauenministerin Angela Merkel ist jetzt einzige Stillvertreterin Helmut Kohl's.
00:04:56Naja, es war sicherlich ein Überlastungsphänomen.
00:05:08Ich meine, ich war noch nicht so lange in der Politik gewesen.
00:05:11Im Grunde erst seit Anfang 1990.
00:05:16Es war eine Zeit großer Anspannung, großer Veränderung.
00:05:19Dann sagt einer Ihnen, naja, für ein Viertel von der Zeit, die Sie jetzt schon in der Politik sind,
00:05:23liegen Sie jetzt erstmal mit einem gebrochenen Fuß da.
00:05:25Da sagte ich, oh, das ist ja dann das Ende meiner politischen Karriere.
00:05:30Zweieinhalb Wochen ohne Presse, das hält die Aufsteigerin Ost-Angela Merkel nicht aus.
00:05:34Auch mit Beinbruch macht sie Politik.
00:05:36Darum heute Mittag freundlicher Empfang.
00:05:38Station 3, Zimmer 76, ihr vorläufiger Amtssitz.
00:05:42Ja, Helmut Kohl hat mich sogar besucht im Krankenhaus, in der Charité.
00:05:46Hat damals ziemliche Aufregung verursacht, glaube ich, auf der Station.
00:05:50Und das fand ich unheimlich, ja, das war nett.
00:05:54Also, das war eine große Geste.
00:05:57Und ich saß dann mal wie auf heißen Kohlen, dass ich jetzt endlich an mein Tagwerk gehen kann.
00:06:01Aber er hat sich sehr um mich gekümmert, ja.
00:06:04Helmut Kohl weiß, eine Frau aus dem Osten in der Regierung.
00:06:07Das kommt an bei den Unionswählern in der ehemaligen DDR.
00:06:10Der Alte ahnt mit sicherem Gespür, das Kabinettsküken wird sich mausern.
00:06:221991, wie ich begonnen habe, sie zu fotografieren und zu interviewen,
00:06:26habe ich von Anfang an festgestellt, sie war zwar einerseits unerfahren,
00:06:30sie war ja gerade neu in der Politik, neu in der Partei,
00:06:34aber sie hatte schon von Anfang an eine große Eigenwilligkeit
00:06:38und sie wusste sehr wohl, was sie nicht will.
00:06:41Also sehr bestimmt, obwohl unerfahren.
00:06:53Sie hatte da schon einiges sich anzuhören als Frau,
00:06:57die dann in die Politik der Bundesrepublik einstieg,
00:07:00aber das war noch so ein ganz fast unschuldiges Bild.
00:07:04Auch ein Bild, was man von Merkel später nie wieder gesehen hat.
00:07:09Wenn sie im Fernsehen kommt, fragen manche Leute,
00:07:11habt ihr nur schwarz-weiß oder ist das etwa die Merkel?
00:07:13Grau und farblos wurde sie karikiert, bis dass der Kanzler zu ihr sprach,
00:07:17bitte folgen Sie mir unauffällig.
00:07:19Und das hat sie getan, wörtlich, bis ins Amt der Vizeparteichefin.
00:07:23Was ist beleidigender, grau oder maus?
00:07:26Also ich habe, seitdem ich in der Politik bin,
00:07:28jetzt gelernt, mich irgendwie bezeichnen zu lassen.
00:07:31Ich nehme es mir nicht an, mir ist es egal.
00:07:32Da sind so powervolle Typen, so wie ein Elefant,
00:07:36wenn wir an Helmut Kohl denken, wie an Bulle oder Stier,
00:07:39wenn wir an Gerhard Schröder denken, wie an Tiger,
00:07:41wenn wir an Edmund Stoiber denken
00:07:42und vielleicht, wenn wir über den Kanal gucken,
00:07:45auch eine Dame, eine eiserne Lady,
00:07:47die manche für einen Drachen hielten.
00:07:49Und wenn wir nur Angela Merkel angucken,
00:07:50wo ordnen wir die ein?
00:07:52Ja, Herr Gauck, das wäre ja mehr Ihre Aufgabe als meine.
00:07:55Ja, ich habe da so meine Probleme.
00:07:56Ich glaube auf jeden Fall, dass ich ganz gute Ohren habe,
00:07:59um zu hören und einen ganz guten Mund, um meins zu sagen.
00:08:02Und Tiere, die diese beiden Eigenschaften erfüllen,
00:08:05kommen vielleicht erst mal in Frage.
00:08:07Und die Spezifizierung lassen wir uns mal noch ein bisschen offen.
00:08:10Es war schon noch eine sehr männlich geprägte Welt, das ist richtig.
00:08:15Und wenn man mal denkt, es gab auch noch ganz andere Umgangsformen.
00:08:19Also der damalige Bundesinnenminister, Herr Kanter,
00:08:22hat mich immer mit gnädiger Frau angeredet.
00:08:24Das würde ich nicht als sexistisch betrachten,
00:08:26eben aber als paternalistisch.
00:08:27Ich kann mich noch sehr gut an die Anfänge erinnern
00:08:31und die unfassbare Rücksichtslosigkeit und Verächtlichkeit,
00:08:38mit der manche Männer Angela Merkel gegenübergetreten sind.
00:08:43Ich weiß aus Gesprächen,
00:08:45dass sie das innerlich natürlich tief betroffen gemacht hat.
00:08:49Aber sie wusste wahrscheinlich damals auch schon,
00:08:52wie wichtig es ist, da strategische Geduld zu haben.
00:09:03Also Helmut Kohl war ein Instinktpolitiker
00:09:07und ein Machtpolitiker ersten Grades.
00:09:11Instinkt hat sich nirgendwo mehr gezeigt,
00:09:15als nach dem Fall der Mauer,
00:09:16in der Art und Weise, wie er die Einheit verwirklicht hatte.
00:09:19Und ein Machtpolitiker war er in der Art,
00:09:22wie er seine Macht organisiert hat.
00:09:27Was sich zeigt, ist ein gelegentlich patriarchalischer Affekt.
00:09:35Ich würde sagen, ich habe dich gefüttert,
00:09:36du bist gewissermaßen von mir abhängig gewesen.
00:09:40Du bist nichts, außer das, was du durch mich geworden bist.
00:09:44Ja, das ist vor allen Dingen gegenüber Frauen.
00:09:48Also Frauen, die haben dann,
00:09:51ich glaube, das kann man so für Kohl schon sagen,
00:09:55den Rest ihres Lebens dankbar zu sein.
00:09:57Ich habe einmal im Kabinett geweint,
00:09:59das wird mich nun bis zu meinem Lebensende begleiten.
00:10:01Da kommen Sie nie wieder von weg.
00:10:03Und gut, man kann dann sagen,
00:10:05man symbolisiert es dann auch und lebt damit.
00:10:09Aber so richtig schön ist das auch.
00:10:10Ach doch, inzwischen wird es doch eher als sehr positiv.
00:10:13Ja, aber Sie müssen,
00:10:15aber wenn es etwas Spontanes ist,
00:10:17in dem Moment denken Sie doch nicht,
00:10:18ich weine damit es dann was Positives wird.
00:10:20Nein, nein, nein.
00:10:21Frau Merkel zeigt Gefühl.
00:10:22One of the challenges for a woman in politics
00:10:24is that often commentators, journalists, the public
00:10:28want you to show that you have some emotion.
00:10:31But when you do show it,
00:10:32it's immediately leapt on as being a sign of weakness.
00:10:35Whereas for a man, it's seen as,
00:10:37oh, it's good that he's got that other side to him.
00:10:39So, again, it's one of those challenges
00:10:43of being a woman in politics
00:10:46is that if you do show that emotion,
00:10:49you're constantly pushed to show emotion.
00:10:51And when you do, everybody says you shouldn't.
00:10:53So you can't win.
00:10:55Frauen werden in diesem Lande nichts erreichen
00:10:58wenn wir uns nicht in der Frauenpolitik
00:11:01mehr an die Männer wenden.
00:11:03Männer sind heute nicht hier,
00:11:04aber Männer müssen ihr...
00:11:07Männer müssen...
00:11:09Männer...
00:11:10Männer in dieser...
00:11:15Ich gebe keine Ruhe.
00:11:19Lasst mich bitte ausreden.
00:11:21Männer in dieser Bundesrepublik Deutschland
00:11:23müssen ihr Leben ändern,
00:11:25damit Frauen zu gleichen Rechten kommen.
00:11:28Die Männerwelt ist extremst eitel, extremst.
00:11:32Jeder hat die schönsten Federn und ist der größte.
00:11:34Sie hat die Männer schon längst analysiert und durchschaut.
00:11:38Und sie kann warten.
00:11:47Sie haben in Ihrer Karriere drei Förderer gehabt,
00:11:50zumindest im politischen.
00:11:52Lothar de Maizière, Günther Krause, Helmut Kohl.
00:11:55Ja, das sind drei wichtige.
00:11:57Sie haben den Parteivize-Job übernommen von Lothar de Maizière
00:12:00und die Landesspitze in Mecklenburg von Günther Krause.
00:12:04Kohl zittert.
00:12:07Da liegen Sie, glaube ich, wie manchmal völlig falsch.
00:12:11Ach was.
00:12:11Ja.
00:12:12Ich danke Ihnen für den Besuch.
00:12:12Hätte Angela Merkel jemals, jemals so am Zaun gerüttelt
00:12:18oder überhaupt in der Richtung ihre Ambitionen zur Macht erkennen lassen,
00:12:24hätten die Männer sofort sie ausgeschaltet.
00:12:28Aber das war eben, dass sie eben wie ein U-Boot sozusagen dort war
00:12:33und dann rechtzeitig dann eben aus dem Schatten der Männer herausgetreten ist.
00:12:39Der Ehrenvorsitzende geht beichten.
00:12:51Mühsam bahnt sich Helmut Kohl seinen Weg durch den Medienrummel.
00:12:55Kameras werden beiseite geräumt, die dazugehörigen Männer hinterher.
00:12:59Kohl gesteht, es gab schwarze Konten.
00:13:01Ich bedauere, wenn die Folge dieses Vorgehens
00:13:05Mangel der Transparenz und Kontrolle
00:13:07sowie möglicherweise die Verstöße gegen Bestimmung des Parteiengesetzes sein sollten.
00:13:15Dies habe ich nicht gewollt.
00:13:17Ich wollte vor allem meiner Partei dienen.
00:13:19Wollen Sie uns da wirklich erzählen, dass das keine von hinten durch die Brust ins Auge
00:13:33Aufforderung ist, an Herrn Kohl eine Konsequenz zu ziehen?
00:13:38Wir alle wissen, dass es für ihn nicht leicht ist,
00:13:42das erste Mal seit 1951 nicht an einem Parteitag teilzunehmen.
00:13:46Wir wissen, dass auch ihm die letzten Wochen und Monate zugesetzt haben,
00:13:50auch wenn genauso klar ist, dass es um der Glaubwürdigkeit der Parteiwillen
00:13:55keine Alternative zu unserem Kurs der Aufklärung gegeben hat und gibt.
00:14:06Das war eine Überraschung, nicht?
00:14:08Also sozusagen eine Frau aus dem Osten
00:14:10und eigentlich hatte ich ja gar nichts in der deutschen Politik zu suchen.
00:14:13Und auf einmal ist sie diejenigen, die den Takt vorgibt.
00:14:17Das war für viele eine narzisstische Kränkung.
00:14:20Das heißt, sie haben sie einfach lange Zeit unterschätzt
00:14:23und sind dann hinterher zu Opfer ihrer eigenen Unterschätzung geworden.
00:14:28Und dann haben sie sich auch noch angestellt
00:14:30und vom Spielfeldrand her geheult.
00:14:33Das war eigentlich sehr unästhetisch, was wir da erlebt haben.
00:14:35Die haben sich zum Großteil selber erledigt
00:14:49und sie hat sozusagen teils lächelnd zugeguckt
00:14:53und ein bisschen hat sie vielleicht auch mal so mit einem kleinen Finger noch geschubst,
00:14:58aber dass sozusagen sie diejenige war,
00:15:01die da mit dem Messer hinterrücks nach links, nach rechts gestochen hat
00:15:05und dann lagen die ganzen, ich will sie alle gar nicht aufzählen,
00:15:09die Kochs dieser Welt am Wegesrand Quatsch.
00:15:13Ich glaube dazu, nee, naja, Punkt.
00:15:15Für Deutschland, für die Menschen, dafür trete ich an
00:15:18und dafür bitte ich um ihr Vertrauen.
00:15:20Das Schöne an Frau Merkel ist,
00:15:35dass sie ohne Scheu, zumindest in kleineren Runden,
00:15:40ja auch offen erzählt, wie sie von Kohl gegängelt wurde,
00:15:44wie sie hin und her geschickt wurde.
00:15:46Nach außen hat man immer nur gehört, er hätte sie gefördert,
00:15:49aber nach innen gibt es da noch ein paar andere Geschichten.
00:15:56Gerade mal neun Jahre und drei Monate ist es her,
00:15:59dass sie Helmut Kohl in sein erstes gesamtdeutsches Kabinett holte,
00:16:03als ein Mädchen, wie er sie nannte.
00:16:04Lama ist, glaube ich, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr.
00:16:07Und dann ist es, glaube ich, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr.
00:16:09Wir spüren, dass ein Leben zu Ende ist
00:16:37und dass der, der es gelebt hat, in die Geschichte eingeht.
00:16:43Helmut Kohl hat auch meinen Lebensweg entscheidend verändert.
00:16:48Ich verneige mich vor seinem Angedenken.
00:16:52Dankeschön.
00:16:53Glauben Sie im Ernst, dass meine Partei auf ein Gesprächsangebot von Frau Merkel
00:17:08bei dieser Sachlage einginge, indem sie sagt, sie möchte Bundeskanzlerin werden?
00:17:13Ich meine, wir müssen die Kirche doch auch mal im Dorf lassen.
00:17:15Liebe Frau Merkel, ich habe den begründeten Eindruck, dass Sie beabsichtigen, die Wahl anzunehmen.
00:17:38Aber auch das muss der guten Ordnung halber förmlich festgestellt werden.
00:17:42Ich darf Sie fragen, ob Sie die Wahl annehmen.
00:17:44Herr Präsident, ich nehme die Wahl an.
00:17:47Liebe Frau Dr. Merkel, Sie sind damit die erste demokratisch gewählte Regierungschefin in Deutschland.
00:17:55Das ist ein starkes Signal für viele Frauen und für manche Männer sicherlich auch.
00:18:02Hallo, ich bin Carla und ich bin ca. einen Monat geboren, nachdem Merkel Kanzlerin wurde.
00:18:08Ich bin quasi mit Merkel aufgewachsen und jetzt bin ich 16 Jahre alt.
00:18:13Und Merkel war irgendwie schon immer einfach da.
00:18:16Jetzt gibt es ja diesen Running Gag, wo Kinder ihre Eltern fragen, Mama, können Männer auch Bundeskanzlerin werden?
00:18:22Also die Idee, dass das Amt mit einer Kanzlerin verbunden ist, ist für eine ganze Generation etwas,
00:18:29worin sie aufgewachsen sind und was ihre Normalität gestaltet.
00:18:32Wer hätte das alles gedacht, meine Damen und Herren?
00:18:35Applaus
00:18:35Das alles ist für viele von uns eine Überraschung und ich sage manches davon natürlich auch für mich.
00:18:46Aber es ist nicht die größte Überraschung meines Lebens.
00:18:51Die größte Überraschung meines Lebens ist die Freiheit.
00:18:53Alle Wege vor 1989 endeten an einer Mauer, die nur wenige Meter von diesem Platz entfernt unser Land für alle Zeit zu zerschneiden schien.
00:19:08Und wenn Sie schon einmal in Ihrem Leben so positiv überrascht wurden, dann halten Sie vieles für möglich.
00:19:15Und dabei möchte ich bleiben.
00:19:16Sie war ein junger Kanzlerin, sie war sehr fresh und full von Energie.
00:19:34Und ich erinnere mich als Präsident Chirac zufrieden, dass sie eventually endet up being der Kanzlerin.
00:19:39Er hatte alle expectationen, dass Schreuder wäre der Kanzlerin, aber sie endet up being that one.
00:19:46Die Finanzkrise in den USA hat sich dramatisch zugespitzt.
00:20:11Angela Merkels Amtszeit war im Vergleich zu der von Helmut Kohl, der natürlich eine gewaltige Herausforderung zu meistern hatte mit der Einheit,
00:20:21aber es war ja ein positives Problem, wenn man so will, war ihre Amtszeit ja geprägt von lauter schweren Krisen.
00:20:29Übrigens Krisen, die teilweise auch angelegt waren in der Zeit von Helmut Kohl.
00:20:32Wenn man die Euro-Krise nimmt, das war natürlich eine großartige europäische Entscheidung, den Euro einzuführen und auch Länder wie Griechenland mit reinzunehmen.
00:20:41Aber man hat eben nicht bedacht, was passiert eigentlich mal, wenn die unter Druck kommen.
00:20:44Vor allem die asiatischen Märkte öffnen natürlich, wenn es bei uns kurz nach Mitternacht ist.
00:21:08Und immer hieß es, du musst jetzt deine Entscheidung bis dahin gefällt haben.
00:21:13Und ich hatte so gar keine Lust, mich danach zu verhalten, sondern ich wollte, dass die Sache geklärt ist.
00:21:23Und das konnte ich einerseits zum Teil sehr gut einsetzen, weil wenn man Forderungen hatte und sie noch erfüllt bekommen wollte,
00:21:30dann war die Chance am besten gegen Mitternacht, weil dann ja die Uhr tickte und die Börsen öffneten.
00:21:37Yes, Angela Merkel is a late night lady.
00:21:42And unlike other leaders, she stays on the ball all the time.
00:21:47Auf der anderen Seite fand ich es recht, zum Teil auch fast demütigend, dass die Politik sich so diesen Marktmächten unterwerfen muss.
00:21:56Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.
00:22:04Zugegebenermaßen, wir hatten kein Mandat. Es war hoch riskant, aber wirkungsvoll.
00:22:11Ja, das war aber nur von der Art spektakulär. Eigentlich war es auch eine Form der Entdramatisierung.
00:22:18So, alles prima? Okay. Ja, meine Damen und Herren, wir hatten heute einen erfolgreichen, aber auch wichtigen Gipfel der Mitgliedstaaten des Euro-Raums.
00:22:30Und ich glaube, dass es ein hohes Maß an Gemeinsamkeit in unseren Ländern gibt, um für die Zukunft auch zu garantieren, dass solche Krisen nicht wieder auftreten.
00:22:39Sie nehmen das, was Angela Merkel gesagt hat, Sie nehmen das, was Angela Merkel gesagt hat, Sie traduen es in französisch, und das ist genau das, was ich denke.
00:22:47Sie übersetzen das auf französisch, das entspricht 100% nicht dem, was sie geben wird.
00:22:51Okay.
00:22:51She was very deliberate, she was very patient, and that's part of the reason why she was particularly effective as a leader in the EU,
00:23:01because in dealing with somebody like a Sarkozy, Sarkozy's talking and he's gesturing and all kinds of things are going on,
00:23:10and she's just going to wait until he kind of spins himself out, tires himself out, and then she would come in and sort of speak very plainly and simply and clearly about the nature of the problem.
00:23:26Die Euro-Länder konkretisieren ihre Hilfszusagen für das hochverschuldete Griechenland.
00:23:32Niemand sollte glauben, dass ein weiteres halbes Jahrhundert Frieden und Wohlstand in Europa selbstverständlich ist.
00:23:39Es ist es nicht. Und deshalb sage ich, scheitert der Euro, dann scheitert Europa.
00:23:46Wenn die Krisenlasten nicht endlich von denen getragen werden, die von der ganzen Party profitiert haben,
00:23:52wenn die Armut in Europa weiter wächst und wenn der soziale Ausgleich scheitert, dann scheitert Europa.
00:23:58Und das ist dann auch Ihre Mitverantwortung, Frau Bundeskanzlerin.
00:24:01In der Griechenland-Krise war es für die Kanzlerin vor allem ein Spagat zwischen Griechenland und Deutschland.
00:24:11Insofern, man erinnert sich an den Verhandlungspartner Wolfgang Schäuble, der nämlich Griechenland gerne aus dem Euro geworfen hätte.
00:24:19Und Frau Merkel das mit dem eigenen Land verhandeln musste und sagen musste, das können wir nicht machen,
00:24:26wir können die Griechen nicht aus dem Euro schmeißen.
00:24:28Und Griechenland aber diese ganz brutalen Auflagen, das Land wieder zu sanieren, als große Härte empfunden hat.
00:24:35In einem effektiven Weg zu machen, zu machen, dass nicht nur die Eurozone ist,
00:24:50sondern auch die Weltkrieche finanzielle System ist, dass die Weltkrieche finanzielle ist, als auch.
00:24:52Der Kosten für zu wenig zu tun war, in unserer Meinung nach, als der Kosten für zu viel zu tun.
00:25:02Er hat eine andere Meinung gehabt, dass man sehr viel entschiedener handeln muss.
00:25:10Und für mich ist vollkommen außer Frage, dass allein viel Geld in der Frage nicht genutzt hat,
00:25:17sondern dass man auch Reformen braucht.
00:25:21Und das war unangenehm und diesen unangenehmen Part habe ich übernommen.
00:25:32Also jemanden zu beschimpfen ist immer leicht, aber man muss ja auch mal darstellen können, was man eigentlich selber zu tun bereit ist.
00:25:46Ich habe sie manchmal dafür bewundert, dass sie nicht doch mal aus der Haut gefahren ist und gesagt hat,
00:25:51Mensch Leute, also jetzt haben wir hier Hilfen, jetzt machen wir so viel und wir schicken Beamte und wir haben noch mehr Hilfen.
00:25:58Und jetzt macht doch auch mal euren Job.
00:26:02Ich wusste, dass ich dafür keine Lobpreisungen ernten kann.
00:26:16Es gibt ja Sachen, da kommt das Ergebnis erst später.
00:26:18Griechenland ist im Euro geblieben, Deutschland hat dem immer zugestimmt.
00:26:21Wir haben dafür immer politische Mehrheiten gefunden und das war das, was für mich zählt.
00:26:26Es sind dramatische Szenen aus dem Nordosten Japans.
00:26:36Eine heftige Explosion heute Nachmittag in Fukushima 1.
00:26:40Ein Reaktorgebäude des Atomkraftwerks fliegt in die Luft.
00:26:43Betontrümmer gehen zu Boden, weiße Rauchsäulen steigen auf.
00:26:48Damit wird bis 2022 die Nutzung der Kernenergie in Deutschland beendet.
00:26:52Es kann doch nicht sein, dass ausgerechnet Sie sich hier hinstellen als die Erfinderin der Energiewende in Deutschland.
00:27:01Das zieht einem doch die Schuhe aus.
00:27:07Und nur damit es noch einmal gesagt ist, hier in diesem Hohen Hause.
00:27:11Der Atomausstieg stand im Gesetz.
00:27:13Die Energiewende war eingeleitet gegen ihren Widerstand.
00:27:16Und sie fand statt täglich seit zehn Jahren.
00:27:20Meine Damen und Herren, so war das.
00:27:21Nur ist ja relativ offensichtlich, dass Frau Merkel mit der Kraft der Krisenpolitik macht.
00:27:28Also sie identifiziert eine Situation als Krise und schreibt diese Situation dann auch die Macht zu,
00:27:34für die Veränderung mit sich zu bringen.
00:27:36Also sie sagt dann nicht, Leute, ich habe mich umentschieden, das mit der Atomkraftwerke war eine blöde Idee,
00:27:40weil wir haben jetzt ja gesehen, was passiert, wenn so ein Ding in die Luft fliegt.
00:27:43Und sie hat gesagt, Fukushima hat gesprochen.
00:27:46Und dann müssen wir jetzt das machen.
00:27:48Das ist jetzt wichtig, das ist jetzt entscheidend.
00:27:50Und ich finde, sie hat oft richtig und auch gut reagiert.
00:27:56Aber manchmal ist genau diese Kurzfristigkeit von Entscheidungsfindung und Entscheidungen treffen,
00:28:03das, was ich ihr am meisten vorwerfen würde.
00:28:06Immer nur dann eine Notwendigkeit zu sehen, zu handeln, wenn es gar nicht mehr geht.
00:28:09Ich denke, dass im Nachhinein schon erkannt wird, dass das bestimmt keine Kanzlerin war,
00:28:18die eine Vision umgesetzt hat, die sie am Anfang hatte,
00:28:22sondern die auf Umstände reagiert hat, die sie nicht erahnen konnte.
00:28:28Und das Gleiche war Schengen.
00:28:30Gibt es was Großartigeres, als dass wir in Europa ohne Grenzkontrollen reisen können?
00:28:35Nein.
00:28:36Aber was passiert, wenn dieses System unter Druck kommt, wie es in der Flüchtlingskrise war?
00:28:40Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das.
00:28:56Erstmal so das mit Merkel, das hat mir immer so viel Sicherheit gegeben,
00:28:59weil das da immer Merkel die Kanzlerin war.
00:29:01Und dann hat sich plötzlich irgendwie die Meinung so gespalten und es gab plötzlich so viel Kritik.
00:29:06Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.
00:29:17Damals hat die AfD immer gesagt, wir werden Merkel jagen.
00:29:21Und auf jeden Fall war das für mich jetzt kein Totalbeängstigend.
00:29:23Und das war wirklich der Moment, wo ich gemerkt habe, okay, hier verändert sich auf jeden Fall was.
00:29:28Sie haben sich einige Male öffentlich geäußert, über die politische Notwendigkeit, fähig zu Kompromissen zu sein.
00:29:44Aber haben Sie in Ihren jungen Jahren gelegentlich auch schon eine Ahnung davon,
00:29:49dass irgendwann ein Kompromiss zu weit gehen kann?
00:29:51Die Grenze ist dann erreicht, wenn ich es den Menschen, für die ich ja letztendlich Politik machen soll,
00:29:59nicht mehr geraden Auges erklären kann.
00:30:012015, da war es schon im Frühjahr absehbar, dass das ein Riesenproblem werden wird.
00:30:20Und als es in den Sommer ging und immer mehr Menschen kamen und als Zehntausende Menschen an der Grenze standen,
00:30:27und dann haben sie eine Kanzlerin, deren erste Selbstpflicht, also Aufgabe, die sie sich selbst gestellt hat, war, Humanität zu zeigen.
00:30:39Und ich sage ganz einfach, Deutschland ist ein starkes Land.
00:30:44Und das Motiv, in dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein, wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das.
00:30:51Das war eigentlich die Zuspitzung einer sich aufbauenden Situation, die dann kulminierte mit dieser ungarischen Situation.
00:31:05Das waren sehr, sehr viele Syrer, die auch Anspruch auf Asyl hatten.
00:31:09Und ich habe nochmal darauf hingewiesen, unser Artikel 1 des Grundgesetzes heißt,
00:31:14die Würde des Menschen ist unantastbar und das gilt ja nicht nur für Deutsche.
00:31:18Auch ich habe mich lange Zeit gerne auf das Dublin-Verfahren verlassen,
00:31:23das uns Deutschen, einfach gesprochen, das Problem abgenommen hat.
00:31:28Und das war nicht gut.
00:31:29Und das ist ein Fehler, den sie eingeräumt hat, einer der wenigen Fehler, den sie wirklich auch eingeräumt hat,
00:31:36nämlich, dass man die südeuropäischen Länder mit diesem Problem viele Jahre lang alleingelassen hatte,
00:31:42und zwar Deutschland an erster Stelle.
00:31:44Und wenn ich könnte, würde ich die Zeit um viele, viele Jahre zurückspulen,
00:31:49um mich mit der ganzen Bundesregierung und allen Verantwortungsträgern besser vorbereiten zu können
00:31:53auf die Situation, die uns dann im Spätsommer 2015 eher unvorbereitet traf.
00:32:00Deutschland und Österreich lassen die Flüchtlinge einreisen.
00:32:16Die Entscheidung sei aufgrund der, Zitat,
00:32:18hat aktuellen Notlage an der ungarischen Grenze
00:32:20und in Abstimmung mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen worden,
00:32:25teilte der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann mit.
00:32:28Ich weiß nicht, ob der Artikel 1 des Grundgesetzes Gefühlsduseleis ist, das lese ich ab.
00:32:40Das ist aus einer tiefen Erfahrung geboren und hat etwas mit unserem gesamten Menschenbild zu tun.
00:32:46Und dass das immer wieder so in Frage gestellt wird und dass man dazu irgendwie rausfinden muss,
00:32:52dass ich eine Fahrerstochter war, das finde ich sehr seltsam.
00:32:58Und im Übrigen war es doch auch ein ganz großes und allgemeines Empfinden in Deutschland.
00:33:03Und natürlich haben die Menschen von mir erwartet,
00:33:06dass nicht über zehn Jahre jeden Tag 10.000 Menschen zu uns kommen.
00:33:10Aber sie haben gleichzeitig diese Notsituation gesehen und mit angepackt,
00:33:15die vielen Bürgermeister, die vielen Ehrenamtlichen.
00:33:18Und deshalb habe ich mich auch gar nicht alleine gefühlt.
00:33:23Sie hat gespürt, dass das ein Moment ist von jetzt oder nie.
00:33:27Man kann alles falsch machen oder alles richtig in diesem einen Moment.
00:33:31Das gibt es manchmal, diese Wendepunkte, wo, wenn man es anders machen würde,
00:33:35die ganze Geschichte einen anderen Weg gegangen wäre.
00:33:38Und dafür hat sie ein Gefühl gehabt.
00:33:41Also wenn ich so wirklich an einen Moment denke, wo ich dachte,
00:33:45okay, die Frau ist schon krass, dann war das 2015.
00:33:49Weil ich konnte mir schon bildhaft vorstellen,
00:33:53wie das wohl für sie in so einem politischen Setting sein muss.
00:33:56Wir sind der festen Überzeugung,
00:33:59dass diese große historische Aufgabe,
00:34:03die Integration von Flüchtlingen in unserem Land,
00:34:07dass auch die Zustimmung der Bevölkerung
00:34:09nicht auf Dauer zu haben sind,
00:34:13wenn wir nicht zu einer Obergrenze
00:34:16für die Zuwanderung bei den Flüchtlingen kommen.
00:34:18Ich bin der Meinung, Sie haben in dieser Frage versagt.
00:34:26Sie wissen nicht, wer kommt.
00:34:28Sie wissen nicht, wie viele kommen.
00:34:29Sie wissen nicht, wie viele schon hier sind.
00:34:31Ich habe Angst, dass dieses hier ganz böse Folgen hat
00:34:34für meine Kinder und Kindeskinder.
00:34:36Und bitte, Frau Bundeskanzlerin, machen Sie die Grenzen dicht.
00:34:39Eine Grenzschließung hätte bedeutet,
00:34:41eine 3000 Kilometer lange Grenze wirklich abzuriegeln,
00:34:47Wasserwerfer hinzustellen,
00:34:49auf Menschen zu zielen, die am Leib nichts hatten.
00:34:53Und die Bilder, dass mit Gewalt gegen wehrlose Menschen vorgegangen wäre,
00:34:59konnte sich Frau Merkel nicht vorstellen.
00:35:00Da war eine Phase gekommen, wo sehr viele Kommentatoren
00:35:07auch sehr kritisch über diese Entscheidung
00:35:09Anfang September gesprochen haben.
00:35:11Und danach habe ich sie gefragt, wie sie damit eigentlich umgeht.
00:35:14Und da hat sie diesen berühmten Satz gesagt.
00:35:15Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen,
00:35:18uns noch entschuldigen zu müssen dafür,
00:35:20dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen,
00:35:25dann ist das nicht mein Land.
00:35:27Ich habe es sozusagen aus meinem Herzen gesprochen,
00:35:31weil der einzelne Mensch, der kann doch nur wirklich nichts dafür,
00:35:34dass er in einer solchen schwierigen Lebenslage ist.
00:35:37Und im Übrigen sind nicht meine Bilder um die Welt gegangen
00:35:39nach der Nacht, sondern es sind die Bilder
00:35:42vom Münchner Hauptbahnhof um die Welt gegangen,
00:35:44wo die Menschen ganz spontan hingekommen sind
00:35:46und den Flüchtlingen etwas gegeben haben,
00:35:49sie unterstützt haben und sie freundlich begrüßt haben.
00:35:51Und das hat Deutschland ein freundliches Gesicht gegeben
00:35:54und es hat Europa auch ein freundliches Gesicht gegeben.
00:35:58Wer bitteschön hat Deutschland mit einem freundlichen Gesicht
00:36:01bis dato verknüpft?
00:36:03Interessanterweise hat das Narrativ gegriffen,
00:36:05und zwar im Ausland, nicht im Inland, wie wir wissen,
00:36:08weil wir all die Proteste ja noch gut erinnern
00:36:10gegen Angela Merkel von allen Seiten.
00:36:14Sie haben mal im Sommer gesagt,
00:36:15wenn wir jetzt nicht ein freundliches Gesicht zeigen,
00:36:18dann ist das nicht mehr mein Land.
00:36:19Zu mir sagen immer mehr Bürgerinnen und Bürger,
00:36:23das ist nicht mehr unsere Kanzlerin.
00:36:26Da hatte ich nicht nur das Gefühl,
00:36:28da wird gerade über die Menschenrechte von Geflüchteten verhandelt,
00:36:31sondern auch von Menschen,
00:36:32die schon seit Längerem in Deutschland leben.
00:36:34Also, dass auch wir wieder zur Disposition standen,
00:36:37ob wir Teil der Gesellschaft sind.
00:36:39All das war sozusagen die Debatte meiner Meinung nach,
00:36:42die viel größere, die geführt worden ist.
00:36:44Ganz klar sind die Bilder im Kopf aus dieser Zeit
00:37:02mit den Selfies, die Frau Merkel gemacht hat.
00:37:06Aber für mich ist auch das Bild vorher im Kopf,
00:37:09wo sie diesen Mädchen so völlig teilnahmslos
00:37:12in der Talkshow erklärt hat.
00:37:14Tut mir leid, so ungefähr wir sind nicht das Weltsozialamt.
00:37:18Hier kann nicht jeder und jede bleiben.
00:37:21Oh Gott.
00:37:23Du hast das doch prima gemacht.
00:37:24Ich glaube nicht, Frau Bundeskanzlerin,
00:37:25dass es da ums Prima machen geht,
00:37:27sondern dass es natürlich eine sehr belastende Situation ist.
00:37:29Ich weiß nicht, dass es eine belastende Situation ist.
00:37:31Und deshalb möchte ich sie trotzdem einmal streicheln,
00:37:33weil du es ja auch schwer hast
00:37:34und weil du ganz toll aber dargestellt hast
00:37:36für viele, viele andere,
00:37:39in welche Situation man kommen kann.
00:37:41Das war dann auch wieder nicht die richtige Ansprache
00:37:45in den Augen von vielen,
00:37:46aber da merkte man, dass es ihr unheimlich leid tat.
00:37:49Ich fand das wiederum mutig.
00:37:51Alle anderen hätten gesagt,
00:37:53ja, ich bin hier die Kanzlerin
00:37:54und natürlich kann ich dafür sorgen.
00:37:56Natürlich hätte das Angela Merkel gekonnt.
00:37:59Ist ja überhaupt gar keine Frage.
00:38:01Dass sie dem nicht erlegen ist zu sagen,
00:38:04schreibt mir einen Brief.
00:38:04Ich denke, Angela Merkel stood for her Values
00:38:07und her Principles.
00:38:09Und sie war nicht bereit für irgendwelche Kompromisse,
00:38:13die in Briege von diesen Values und Principles waren.
00:38:16Der Horst Seehofer und Angela Merkel,
00:38:19oder Angela Merkel, Entschuldigung,
00:38:21und Horst Seehofer haben noch immer für alles eine Lösung gefunden.
00:38:26Wenn das dein Motto in den nächsten Wochen ist,
00:38:30dann bist du wieder herzlich eingeladen.
00:38:37Frau Merkel, seither sind 23 Monate vergangen,
00:38:41etwas über 600 Tage, 16.000 Stunden.
00:38:43In der Zeit haben sie es nicht geschafft,
00:38:46sich zu verständigen auf diesen Kompromiss.
00:38:49Jetzt, wo für ihre beiden Parteien bei den Wahlen
00:38:52massiver Schaden entstanden ist
00:38:54und die AfD im Bundestag sitzt,
00:38:56jetzt geht es plötzlich.
00:38:58Müssen Sie sich nicht eingestehen,
00:38:59dass Sie an diesem Punkt beide schlicht und einfach versagt haben?
00:39:05Die Kanzlerin konnte das dann,
00:39:08wie die ganze Bundesregierung,
00:39:09nicht mehr auflösen.
00:39:11Es waren fast eine Million Menschen gekommen.
00:39:13Man musste das organisieren.
00:39:15Die ganzen anderen Probleme wurden immer sichtbarer.
00:39:19Man wusste, da prallen Kulturen aufeinander.
00:39:24Viele Bürgerinnen und Bürger in Deutschland
00:39:26fühlten sich nicht mehr gesehen.
00:39:29Werden wir uns weg?
00:39:30Werden wir uns weg?
00:39:32Werden wir uns weg?
00:39:34Werden wir uns weg?
00:39:35Was ihr teilweise auch in manchen ostdeutschen Bundesländern
00:39:38da widerfahren ist,
00:39:40das hat ja auch für sich gesprochen.
00:39:42Und ich meine, sie als eigentlich Ostdeutsche
00:39:45kommt dorthin und muss so etwas erleben.
00:39:48Ich kann mir eigentlich kaum ermessen,
00:39:52was das auch innerlich mit ihr getan haben muss in dem Moment.
00:39:59Wir müssen alle unsere Kraftanstrengung darauf lenken,
00:40:02deutlich zu machen,
00:40:04es gibt keine Toleranz gegenüber denen,
00:40:07die die Würde anderer Menschen infrage stellen.
00:40:10Es gibt keine Toleranz gegenüber denen,
00:40:12die nicht bereit sind zu helfen,
00:40:14wo rechtlich und menschlich Hilfe geboten ist.
00:40:18Es gab in Deutschland immer ein Potenzial an Rechtsradikalismus,
00:40:24an Ausländerfeindlichkeit, an Demokratiefeinden.
00:40:28Sie wurden dann, oder es kanalisierte sich dann
00:40:31über die Auseinandersetzung über die Flüchtlingspolitik.
00:40:35Aber sie ist nicht die Entstehungsgeschichte
00:40:38oder der Grund für die Entstehung der AfD.
00:40:40Angela Merkel hat zum Aufstieg der AfD beigetragen.
00:40:46Das kann man überhaupt nicht wegreden.
00:40:50Aber ich würde fast sagen,
00:40:52es war eine bewusste Entscheidung.
00:40:54Nicht, weil sie wollte, dass die AfD stark wird,
00:40:56sondern wegen der Alternativen.
00:40:58Sie wollte nicht ihre Flüchtlingspolitik
00:41:02nach den Forderungen von ganz rechts ausrichten.
00:41:05An diese Gewaltaufrufe mussten wir uns ja auch
00:41:13ein Stück weit gewöhnen, soweit das überhaupt geht.
00:41:16Und ich weiß, dass das Frau Merkel
00:41:17einfach in Bezug auf unser Land
00:41:20und in Bezug auf unsere Demokratie
00:41:22immer wieder erschüttert hat.
00:41:24Aber dem wäre sie nie ausgewichen.
00:41:27Niemals hätte sie gesagt,
00:41:29oh, dann mache ich mal weniger
00:41:30oder oh, da passe ich mal auf.
00:41:32Das, glaube ich, kann man ihr schon hoch anrechnen.
00:41:35Gleichzeitig war aber auch klar,
00:41:37dass es ein europäisches Problem ist.
00:41:39Und ich habe dann ja auch sehr schnell im Herbst begonnen,
00:41:41das EU-Türkei-Abkommen zu verhandeln.
00:41:44Also, da ich ja nun Migrationsforscherin bin,
00:41:47kenne ich natürlich auch die Kritikpunkte.
00:41:50Man hatte dann nach 2015
00:41:52und mit den ganzen Gegenreaktionen, die es gab,
00:41:56auf einmal das Gefühl,
00:41:57als hätte sie Angst vor ihrer eigenen Courage bekommen.
00:42:00Und die Deals, die danach gefolgt sind,
00:42:03zum Beispiel schon 2016 der EU-Türkei-Deal.
00:42:06Das ist nun gar nicht ein Bild eines weltoffenen Deutschlands.
00:42:11Entscheidungen wie beispielsweise auch,
00:42:13mehr Abschiebehaftplätze zu schaffen.
00:42:15Das war 2017,
00:42:16hat die Bundeskanzlerin das gemeinsam
00:42:18mit den Ministerpräsidentinnen beschlossen.
00:42:22Genauso wie Entscheidungen,
00:42:25härter rückzuführen,
00:42:26insgesamt den Familiennachzug zu begrenzen.
00:42:30All diese politischen Entscheidungen
00:42:33habe ich nicht für gut befunden.
00:42:35Und habe ich auch in einem krassen Kontrast gesehen
00:42:38zu den Äußerungen, die sie 2015 getroffen hat.
00:42:41Ich hatte mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung dann erhofft,
00:42:59natürlich,
00:43:00und das ist ja auch die offene Flanke
00:43:02der Europäischen Union bis heute geblieben,
00:43:04dass wir über die Flüchtlingsfragen
00:43:06und die Migrationsfragen
00:43:07keine Einigkeit haben.
00:43:08Das war ein Beispiel,
00:43:10was Angela gedacht,
00:43:11was morally und ethically important enough
00:43:14that she was willing
00:43:15to risk her position for.
00:43:18Und das ist, letztendlich,
00:43:20was separates
00:43:21einen Leader
00:43:23von
00:43:24nur ein ordinaryer Politiker.
00:43:27und jetzt,
00:43:28und jetzt,
00:43:28wir sind die
00:43:29die
00:43:29der
00:43:30Weltkriege.
00:43:30Und das ist,
00:43:31wir sind die
00:43:31mit der
00:43:42Weltkriege.
00:43:43Und das ist,
00:43:44wir sind die
00:43:46ein paar Sachen,
00:43:47die
00:43:48von
00:43:50Menschen,
00:43:51die
00:43:52das ist,
00:43:52die
00:43:53die
00:43:53,
00:43:57Sie ist durchaus für Überraschungen gut. In mancher Hinsicht ist sie sehr viel mehr eine eigenständige Ostdeutsche, als manche in Westdeutschland denken mögen.
00:44:11Sie sind 1954 in Hamburg geboren. Ihr Vater war evangelischer Theologe, ihre Mutterlehrerin. Noch in ihrem Geburtsjahr 1954 ging ihr Vater mit seiner Familie als Pfarrer in die DDR, von woher er zum Studium nach Westdeutschland gekommen war.
00:44:28Sie sind mit zwei jüngeren Geschwistern in der brandenburgischen Kleinstadt Templin aufgewachsen.
00:44:32Angela konnte sich schlecht wehren. Das war, weil sie eben mit ihrer Umwelt in Frieden leben wollte, war das schon ein Problem.
00:44:52Und wenn man sie haute, auch beim Spielen, dann sagte sie, Mutter, ich bin weggelaufen. Sie haben gesagt, du musst dich wehren.
00:44:59Also wenn du geschlagen wirst, dann musst du wieder schlagen. Das geht nicht.
00:45:03Und in einer Mathe-Stunde hat sie einen Mitschüler derartig gestört, dass sie plötzlich dem eine Ohrfeige in der Klasse gegeben hat.
00:45:14Und da hat der Lehrer gesagt, bravo. Und da wussten wir, jetzt schafft sie das, sich auch durchzusetzen.
00:45:19Leistungsstark, willig, ließ sich gut motivieren. Wenn du die Fähigkeiten hast für bestimmte Dinge, na dann bringen sie ein.
00:45:31Erfolg zu haben ist Pflicht. Alles anderes unter Wert. Dich verkaufen sozusagen. Das hat sie ernst genommen, denke ich.
00:45:41Ihre Mutter, Frau Merkel, so heißt es, habe ihre Kinder durchaus ehrgeizig gewünscht.
00:45:46Meine Mutter hat ihre Kinder nicht ehrgeizig gewünscht, sondern meine Mutter ist qua Heirat in die DDR transferiert worden
00:45:54und hatte Angst, dass dadurch ihren Kindern Nachteile entstehen, gemessen an einem möglichen Aufwachsen in Hamburg.
00:46:00Und deswegen hat sie gesagt, ihr müsst immer die Ersten sein.
00:46:02Und deshalb hat sie gesagt, ihr müsst euch Mühe geben, sonst kommt ihr hier nicht durch und ihr müsst immer die Besten sein.
00:46:06Ich glaube, dass dieses Templin, dass diese Familie, dass dieses Elternhaus, dass diese Eltern, die sehr unterschiedlich waren,
00:46:15ich habe sie beide ja kennengelernt, der Vater war eine wirkliche Autoritätsfigur.
00:46:22Auch für mich, der ich ihn nur kurz kennenlernte, dachte ich, hoppala, vor dem muss man erstmal Ehrfurcht haben.
00:46:28Und dann diese sehr lebendige, lustige, sehr zugewandte, humorvolle, kluge Mutter.
00:46:35Mein Elternhaus war sowieso sehr offen zu Menschen verschiedenster Herkunft.
00:46:41Und wenn jemand ein Problem hatte, Sorgen hatte oder etwas erzählen wollte, dann haben meine Eltern dafür immer Zeit gefunden.
00:46:49Sie ist aufgewachsen in einem Haushalt, der sich auch sehr gekümmert hat um geistig wie körperlich gehandicappte Menschen da in Templin, in dieser Schule.
00:47:19Das hat mein Leben geprägt, weil ich mit ihnen gemeinsam oft ganze Teile des Tages verbracht habe und mich daran gewöhnt hatte,
00:47:29dass das, was vielen absonderlich erschien, dort Normalheit war, aber dass man auch sehr, sehr gute Freunde dort finden konnte.
00:47:38Also die Zeit blieb nicht stehen, da war auch immer was los.
00:47:41Sie ist in einem bunten Durcheinander von Menschenmöglichkeiten groß geworden,
00:47:52die diese Art von Offenheit und diese Art von Neugierde und diese Art auch von Gelassenheit,
00:47:57die sie Menschen gegenüber hat und erstmal neugierig zu sein und zu gucken, na, wie ist denn das Gegenüber?
00:48:04Insofern profitiert sie, glaube ich, bis heute von dieser Jugend in Templin.
00:48:11Die Maria Magdalenenkirche ist meine Kindheitskirche.
00:48:28Sie ist, sie bedeutet für mich Heimat und Vertrautheit.
00:48:32Und da bin ich konfirmiert worden und da hat auch, haben die Gottesdienste zu dem Begräbnis meiner Eltern stattgefunden.
00:48:42Und, stopp!
00:48:45Und, oh!
00:48:46Bei uns läutete, da wo ich gewohnt habe, immer um 18 Uhr die Glocke und als ich dann nach Leipzig zum Studium ging und keine Glocke hörte, da war es mir ganz komisch.
00:49:08Ich habe mich in der DDR zum Physikstudium entschieden.
00:49:24Das hätte ich in der alten Bundesrepublik wahrscheinlich nicht getan, weil ich ganz sicher war, dass man vieles außer Kraft setzen kann.
00:49:31Aber die Schwerkraft nicht, die Lichtgeschwindigkeit nicht und andere Fakten nicht.
00:49:36Und das wird auch weiter gelten, meine Damen und Herren.
00:49:40Es war auch klar, weil ich kirchlich gebunden war, dass ich keine Lehrtätigkeit an der Universität bekommen würde.
00:49:46Und damit haben wir schon ordentlich gearbeitet, aber es war nicht so, dass man jetzt für seine Karriere das Allerletzte geben musste und man hatte deshalb mehr Zeit.
00:50:02An der Uni hatten wir selber Disco veranstaltet bei uns im Physikgebäude.
00:50:06Haben Sie selber aufgelegt?
00:50:07Nee, ich war ja Bardame.
00:50:10Bardame?
00:50:10Ja, ja.
00:50:13Und wir haben dann immer Kirsch, Whisky oder Kirschwodka, nee, Wodka, Kirschwodka gab es.
00:50:18Und ich wusste schon, wie man das Glas so hält, dass man am Abend dann auch gut durchgekommen ist, materiell.
00:50:25Bei mir war klar, ich werde promovieren an der Akademie der Wissenschaften, dann werde ich Reisekader, sozialistisches Weltsystem, wie das hieß.
00:50:33Und aber nicht sozialistisches Weltsystem war für mich außer Reichweite.
00:50:38Aber dass ich einmal im Rosengarten des Weißen Hauses stehen würde und dass ich von einem amerikanischen Präsidenten die Freiheitsmedaille empfangen würde, das lag jenseits aller meiner Vorstellungskräfte.
00:50:53Was ich großartig fand, das war, dass es so ein weites Land ist und nicht so eng wie die DDR.
00:51:01Dann waren wir natürlich alle beeinflusst von der Musik und Bob Dylan und Bruce Springsteen und die Filme.
00:51:09Und ja, es hat mich einfach gereizt.
00:51:19Und dass es dann so aufwärts ging, ist alles unerwartet.
00:51:24Das hat die Ostdeutschen alle ein bisschen stolz gemacht.
00:51:27Das ist ja unsere Angela, hier in Templin.
00:51:29Ich war ihr Lehrer und da hat sie gesessen.
00:51:33Es gibt halt viele Männer, die auf der Weltbühne stattfinden und die gerne so auf ihrer Brust herumtrommeln.
00:51:50Und ich glaube, dass Barack Obama wahrscheinlich einer der wenigen war, die da anders unterwegs waren und die sich einfach gegenseitig respektiert haben.
00:51:58Das hat man irgendwie, finde ich, von außen so gespürt.
00:52:00Was die beiden vor allem verbannt, war Vertrauen.
00:52:05Da konnte viel passieren, was, also unter anderem zum Beispiel Abhöraktionen von der NSA, hat sie irgendwie weggesteckt.
00:52:15Und sie hatten beide, da sind wir wieder bei der Freiheit, immer das Ziel, Freiheit zu verteidigen, Demokratie zu verteidigen.
00:52:25Das mussten sie sich nicht erzählen.
00:52:26Das haben beide inhaliert und das haben beide auch am eigenen Leben erfahren.
00:52:32Und Angela und ich nicht genau so sehen, wie previous German und American leaders.
00:52:41Aber das ist, dass wir hier heute hier stehen, auf der Fault-Line, wo die Stadt war dividiert.
00:52:48Und ich fühle mich so gut, dass ich eigentlich werde ich meine Jacket und jemanden will, fühle mich zu.
00:52:59Es ist interessant.
00:53:00Obviamente, beide uns waren die ersten.
00:53:04Sie war die erste female Chancellor.
00:53:07Ich war die erste African-American Präsident.
00:53:08Und in that sense, I suppose, both of us waren something about outsiders
00:53:14to the political process in our respective countries.
00:53:18Ich denke, wir haben unterschiedliche Temperaturen.
00:53:22Ich denke, Angela und ich beide fühlen, dass, was das Problem ist,
00:53:29es möglich, zu analysieren und arbeiten es durch.
00:53:33Und wir haben eine Lösung, selbst wenn die Lösung ist, ist es nicht perfekt.
00:53:39Obama und Merkel sind ein Paar der Gegensätze in gewisser Weise.
00:53:54Er, der Charismatiker, sie, so diese nüchterne Politikerin.
00:53:58Sie fand es manchmal sehr anstrengend, weil er so lang geredet hat.
00:54:02Sie hatte ja überhaupt in ihrer Amtszeit sehr viel mit Männern zu tun,
00:54:05die immer endlose Monologe gehalten haben.
00:54:07Frau Merkel kommuniziert und agiert ja so dermaßen wenig amerikanisch,
00:54:11wie man nur wenig amerikanisch agieren kann.
00:54:13Also da ist ja nichts, da ist keine Show, da ist nicht ein Entertainment-Faktor,
00:54:17da ist kein Coolness-Faktor.
00:54:19Natürlich ist ein Treff mit Barack Obama ganz anders.
00:54:21Er kommt in den Raum reingejoggt und man denkt sofort, wow, Kollege, das geht.
00:54:25Aber zum einen, glaube ich, war er sehr fasziniert von der Art,
00:54:30wie sie Politik gedacht hat, wie sie Dinge immer wieder hinterfragt hat, analysiert hat.
00:54:34Und sie hatte nie ein Problem damit, sich mit charismatischen, charmanten Männern auch zu umgeben.
00:54:42Ist zu viel gesagt, aber sie nehmen sich zu dulden.
00:54:45Meine Damen und Herren,
00:55:15Ich gratuliere dem Gewinner der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten von Amerika,
00:55:21Donald Trump, zu seinem Wahlsieg.
00:55:24Das hat sie ganz eisenhart gemacht am Tag nach seiner Wahl,
00:55:29hat sie ein Statement im Kanzleramt abgegeben
00:55:31und hat dem US-Präsidenten eine Zusammenarbeit auf der Grundlage
00:55:36der gemeinsamen Werte und der Menschenrechte genannt.
00:55:39Und das war in den Augen mancher Menschen Arroganz,
00:55:44weil das könne sich die Kanzlerin ja so nicht rausnehmen,
00:55:47dem US-Präsidenten das zu sagen.
00:55:49Und es war genau das Richtige für das, was kam.
00:55:52Wenn ich an diesen Moment denke, wo Donald Trump Angela Merkel den Handschlag verweigert,
00:56:03dann ist das Erste, woran ich gedacht habe, fragile Männlichkeit.
00:56:06Also, weil er weiß, er kann ihr nicht das Wasser reichen.
00:56:10Er weiß, er kann intellektuell als Mensch alles gar nicht bestehen neben ihr.
00:56:16Dass er sich denkt, das zahle ich dir an der Stelle heim.
00:56:24Frau Merkel ist ein Schwamm, die saugt auf.
00:56:29Und so hatte sie über Trump so viel gelesen,
00:56:34dass sie sich so ein Bild gemacht hat,
00:56:37auf welchen Typ Mensch sie da treffen wird.
00:56:41Frau Dunz.
00:56:45Herr Präsident, warum macht Ihnen eigentlich Pressevielfalt so große Angst,
00:56:49dass Sie so oft von Fake News sprechen und selbst Dinge behaupten,
00:56:52die dann nicht belegt werden können, wie die Äußerung,
00:56:54Obama habe sie abhören lassen?
00:56:56Ja, ähm ...
00:57:00Should I go first?
00:57:01Ooh, nice friendly reporter.
00:57:05Es war danach so ein bisschen Aufregung.
00:57:07Im Flugzeug hieß es, ähm ...
00:57:10Ja, das habe dem Präsident nicht gefallen.
00:57:13Und dann hatte Frau Merkel erzählt,
00:57:15dass Herr Trump beim Rausgehen aus der Pressekonferenz
00:57:20sie gefragt hatte, warum sie diese Frau mit dieser Frage ausgesucht habe.
00:57:24Und da musste Frau Merkel dem US-Präsidenten erst mal erklären,
00:57:28dass es zur Pressefreiheit gehört,
00:57:30dass ein Regierungschef, in diesem Fall die Chefin,
00:57:34keine Journalisten mit Fragen aussucht.
00:57:37Und das Einzige, was sie dann noch gesagt hat, war,
00:57:42ich fand es nicht so schlimm.
00:57:43Und da hat man aber auch gemerkt,
00:57:45das sind Dinge, die lassen ihn kalt.
00:57:46Er dreht das um, er nutzt das zu seinen Gunsten.
00:57:50Er hat ja auf dieses Bild unbeliebt zu sein.
00:57:53Und im Ausland nicht gemocht zu werden,
00:57:55immer wieder rekurriert, weil er das gut fand.
00:57:57Weil er dachte, seine Anhängerschaft unterstützte ihn darin.
00:58:00Now Merkel, what did she do?
00:58:03She's destroyed, I mean, she's in the process of destroying Germany
00:58:07with a migration.
00:58:09Nice woman. I like her. I like her.
00:58:11I better like her. I may have to deal with her.
00:58:13Look, hey, Putin likes me.
00:58:15I want her to like me too.
00:58:16Right? Right?
00:58:17Wenn wir bei allem Entscheidungsdruck
00:58:20nicht immer unseren ersten Impulsen folgen,
00:58:24sondern zwischendurch einen Moment innehalten,
00:58:29schweigen, nachdenken, Pause machen.
00:58:32Dazu gehört, dass wir Lügen nicht Wahrheiten nennen
00:58:36und Wahrheiten nicht lügen.
00:58:38Es gibt ein wunderbares Bild vom G7-Gipfel 2018.
00:58:51Und zwar ist Angela Merkel so aufgestützt
00:59:00und guckt so auf Trump runter.
00:59:03Und die anderen Männer schauen einfach,
00:59:05vielleicht ein bisschen auch verdutzt,
00:59:08dass da jemand Trump so Parole bietet.
00:59:11Und man sieht in ihrer Körpersprache,
00:59:13es ist richtig, also Energie in ihr.
00:59:21I think she often expressed surprise
00:59:28at the way President Trump conducted
00:59:30his policies and represented his country.
00:59:38And she expressed that quite often in body language
00:59:41because she was not...
00:59:43I have German in my blood.
00:59:45...repressing those surprises.
00:59:48Sie kennen mich und sie wissen,
00:59:54was ich anpacken möchte und wie ich das mache.
01:00:02Es ist wirklich interessant, diese Frau,
01:00:04die seit 16 Jahren einfach da,
01:00:06aber ich weiß so wenig über ihr Privatleben.
01:00:08Ich persönlich fühle mich ja nicht immer,
01:00:18dass ich Kanzlerin bin.
01:00:20Also das legt man dann auch mal ab in der Freizeit,
01:00:22dass Kanzlerin gefühlt wird.
01:00:23Sicherlich, wenn ich da im Kochtopf rühre,
01:00:27da sage ich ja nicht,
01:00:28die Kanzlerin wird jetzt im Kochtopf oder so.
01:00:31Naja, man muss schon unterscheiden,
01:00:33da bin ich ja nicht der Einzige, der das tut,
01:00:35zwischen der öffentlichen Persona, Angela Merkel,
01:00:39der Bundeskanzlerin und der Privatperson.
01:00:41Ich kenne ja beide und ich muss gestehen,
01:00:46da gibt es schon eine Differenz und eine Diskrepanz.
01:00:49Also privat ist sie so viel impulsiver, lustiger.
01:00:56Also wir kichern und wirklich manchmal extrem viel miteinander.
01:01:05Sie macht dann jemanden nach.
01:01:07Auch das ist ja irgendwie,
01:01:08sie ist offenbar eine weltberühmte Sarkozy-Imitatorin.
01:01:11Das stimmt.
01:01:12Ich habe das häufig bedauert,
01:01:14dass vor allem die Selbstironie,
01:01:16die diese Kanzlerin auch hat,
01:01:18den Bürgerinnen und Bürgern in der Breite
01:01:20nicht gezeigt wird,
01:01:24weil sie das verschließt.
01:01:35Ich habe ja gesagt,
01:01:37ich möchte,
01:01:37dass sie mich mit einem ruhigen,
01:01:39offenen Blick anschauen
01:01:41und nicht das übliche Kameralächeln.
01:01:44Und das war die einzige Devise,
01:01:46die wir über die ganzen Jahre gehalten haben.
01:01:49Weiße Wand,
01:01:50offenen Blick in die Kamera,
01:01:52keine Machtsymbole.
01:01:55Und so,
01:01:55dass wirklich Angela Merkel
01:01:56als Mensch auch sichtbar wird.
01:01:58Ich war unglücklich verliebt.
01:02:07Ist ja,
01:02:08man kann es ruhig sagen.
01:02:08Und das hat sie sofort wahrgenommen
01:02:10und hat ja eben gesagt,
01:02:11sie sehen heute so grausmäusig aus.
01:02:14Und dann habe ich erst mal so etwas gelacht
01:02:17und war auch verwundert,
01:02:17dass sie das so wahrnimmt.
01:02:19Und dann lachte sie,
01:02:19erzählen sie auch mal.
01:02:21Und dann habe ich ihr das erzählt
01:02:22und dann haben wir tatsächlich
01:02:23eine knappe Stunde
01:02:25über meinen verwackelten Seelenzustand gesprochen.
01:02:29Und da standen wir auf der Straße
01:02:30und die Sicherheitsbeamten drumherum.
01:02:33Und da hat sie gesagt,
01:02:33wissen Sie,
01:02:34nach dem Abend
01:02:34möchte ich sie aber heute mal
01:02:35in den Arm nehmen.
01:02:37Und zwar noch vor Corona,
01:02:39kurz vor Corona.
01:02:41Und dann hat sie mich umarmt
01:02:42und hat mich wirklich so geknuddelt.
01:02:45Und ich dachte,
01:02:45hoppala,
01:02:46also,
01:02:47ja, so ist sie.
01:02:49So ist sie.
01:02:50Stolz auf die Frau?
01:02:52Stolz auf die Frau?
01:02:53Ja, kann man schon sein.
01:02:54Auf ihre beruflichen Erfolge.
01:02:56Vielen herzlichen Dank.
01:02:57Na, nur unser Glück.
01:02:59Also,
01:03:00weder macht er sich was draus,
01:03:01dass sie die Bundeskanzlerin ist,
01:03:03noch macht sie sich was draus,
01:03:05dass er
01:03:05so ein berühmter Wissenschaftler ist.
01:03:08Das ist schon,
01:03:10das alleine schon
01:03:11ist natürlich für mich
01:03:12ein Stück der Gleichstellung.
01:03:14Angela Merkel ist ja berühmt
01:03:28für ihre Raute,
01:03:29aber ich habe sie bereits
01:03:3198 zum ersten Mal
01:03:34in meinen Fotos fotografiert
01:03:36mit der Raute.
01:03:37Also,
01:03:37wie damals die Raute
01:03:39noch überhaupt
01:03:39kein Thema war.
01:03:44Dieses Zeichen
01:03:45ist irgendwie für mich
01:03:46das Merkmal einer Frau,
01:03:49die mir unglaublich
01:03:50viel Ruhe bitt.
01:03:52Das ist aber natürlich
01:03:52auch der Inbegriff
01:03:53von so einer
01:03:54ruhenden Politik,
01:03:56die ist ja,
01:03:56da ist erst mal geschlossen,
01:04:00das ist stabil,
01:04:01da bewegt sich nichts,
01:04:04da wird nicht gezuckt,
01:04:04das ist auch für mich
01:04:05das.
01:04:10Wenn sie so stehen,
01:04:13haben sie immer Haltung.
01:04:14Aber gleichzeitig zucken
01:04:16ja alle zurück,
01:04:17also kaum macht man
01:04:18diese Raute,
01:04:18macht man schon wieder nein.
01:04:19Das gehört zur Frau Merkel.
01:04:21Es ist eindeutig sie.
01:04:29Strategisch,
01:04:29kampagnenmäßig,
01:04:30sehr smart.
01:04:32Die bedeutet gar nichts,
01:04:33das ist Stabilität.
01:04:36Also einfach,
01:04:37wenn man steht
01:04:38und nicht weiß,
01:04:38wohin man mit seinen Händen soll,
01:04:40hat sich das bei mir
01:04:41so herausgebildet
01:04:42und dann ist es aufgefallen
01:04:44und dann habe ich es
01:04:45irgendwo auch als Symbol genommen.
01:04:49Ja, man braucht
01:04:50meinen Kopf
01:04:51nicht mehr zu zeigen.
01:04:52Hat ja auch den Vorteil.
01:05:04You know,
01:05:04it's an anecdote
01:05:05that I will share with you actually
01:05:06because it's a question
01:05:07that Ivanka Trump
01:05:09asked her
01:05:10at a dinner
01:05:12after the women's summit
01:05:14and Ivanka Trump
01:05:16asked the chancellor,
01:05:17you know,
01:05:17what do you do
01:05:18to rest
01:05:20and to enjoy
01:05:21and to entertain yourself
01:05:22on weekends?
01:05:25And inimitable,
01:05:27Angela Merkel
01:05:28turned to her
01:05:29and she said,
01:05:30I sit in my little garden
01:05:31and I listen to music
01:05:33with my husband.
01:05:37And Ivanka Trump
01:05:38looked at her
01:05:39totally puzzled,
01:05:41not really understanding
01:05:42what that meant.
01:05:45So that's her
01:05:46and maybe that's how
01:05:47she manages
01:05:47to restore
01:05:48the massive energy
01:05:50that she needs
01:05:50to do the job
01:05:51day after day.
01:05:52and if she knew
01:05:55okay,
01:05:56she knew
01:05:57that she knew
01:05:59in the theatre
01:06:00and then
01:06:01she's
01:06:01as I could
01:06:02point out
01:06:02and is
01:06:03to work
01:06:03for her
01:06:04and
01:06:05her
01:06:06and
01:06:06have
01:06:07her
01:06:08and
01:06:08name
01:06:09and
01:06:10O, in Sanktem Haug, ist mir nicht um Traug.
01:06:29Das neue Coronavirus, das sich in China rasant ausbreitet,
01:06:54ist nun auch in Deutschland angekommen.
01:06:57Seitens der Bundesregierung hieß es, man sei gut vorbereitet.
01:07:01Das Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahren für die Bundesbürger als gering ein.
01:07:05Es gibt ja viele Bilder, die sich uns eingebrannt haben ins Gedächtnis.
01:07:11Das sind die Bilder vom Lockdown in Wuhan, von den leeren Straßen,
01:07:16von den Menschen in ihren kleinen Wohnungen, die sich nur zurufen.
01:07:21Von Bergamo, von Särgen, von völlig erschöpften Pflegekräften,
01:07:28denen man ansieht, wie viele Stunden sie ihre Maske getragen haben,
01:07:33dass man die Spuren noch richtig im Gesicht sieht.
01:07:36Es waren vor allem Bilder aus New York.
01:07:39Kontinuierlich gingen Sirenen in dieser Großstadt.
01:07:43Die Leichensäcke stapelten sich.
01:07:45Es sind Bilder, die sind schwer zu vergessen.
01:07:48Es ist vielleicht die Krise oder die Herausforderung,
01:07:53die am tiefsten in das Leben jedes einzelnen Menschen in Deutschland eingreift.
01:07:58Die Finanzkrise war vergleichsweise abstrakt.
01:08:02Die Flüchtlingsfrage war schon eine etwas weitergehende gesellschaftliche Veränderung.
01:08:09Aber diese Pandemie hat ja Dinge von uns gefordert,
01:08:12die doch ganz unvorstellbar waren.
01:08:16Es ist ernst.
01:08:18Nehmen Sie es auch ernst.
01:08:20Dass sie wegen einer Krise, wegen eines politischen Themas
01:08:24von sich aus mal ins Fernsehen gegangen ist,
01:08:26um von sich aus eine Ansprache zu halten,
01:08:28das hatte es vorher noch nie gegeben.
01:08:30Seit der Deutschen Einheit,
01:08:32nein, seit dem Zweiten Weltkrieg,
01:08:34gab es keine Herausforderung an unser Land mehr,
01:08:37bei der es so sehr auf unser gemeinsames,
01:08:40solidarisches Handeln ankommt.
01:08:42Ihre erste Ansprache ist für mich ein Moment,
01:08:46den ich nie vergessen werde.
01:08:48Also für einen ganz kurzen Moment hätte ich gedacht,
01:08:51nächstes Mal will ich dich doch.
01:08:52Ich hatte viel Kontakt mit ausländischen Kollegen aus Amerika, aus England, Irland.
01:09:00Und viele haben uns einfach nur beneidet.
01:09:03Wir haben gesagt, ihr habt eine so tolle Kanzlerin.
01:09:07Die sitzt da und erklärt, was exponentielles Wachstum ist.
01:09:12Den Leuten zu sagen, sie dürfen ihr Haus nicht verlassen,
01:09:21dürfen sie sich nicht mit Leuten treffen,
01:09:23nicht in die Kneipe gehen, das gab es noch nie in diesem Land.
01:09:27Und es waren Entscheidungen einer ehemaligen DDR-Bürgerin,
01:09:32die durchaus einen Sinn dafür hatte,
01:09:35was das eigentlich bedeutet, wenn man das in diesem Land wieder verhängt.
01:09:39Lassen Sie mich versichern, für jemanden wie mich,
01:09:43für die Reise- und Bewegungsfreiheit ein schwer erkämpftes Recht waren,
01:09:47sind solche Einschränkungen nur in der absoluten Notwendigkeit zu rechtfertigen.
01:09:53Sie sollten in einer Demokratie nie leichtfertig
01:09:55und nur temporär beschlossen werden.
01:09:58Das ist schon eine Besonderheit,
01:10:00weil sie ja sonst diesen ostdeutschen Hintergrund
01:10:02eher nicht so hervorgekehrt hat.
01:10:06Aber da hat sie ihn ganz bewusst hervorgehoben und politisch eingesetzt.
01:10:12Ihr größtes Fund ist, dass die Menschen ihr vertrauen.
01:10:16Weil sie wissen, die will uns wirklich durch diese Pandemie bringen.
01:10:20Sie hat versucht, dieses Land zusammenzuhalten
01:10:23und hat versucht, auch den Menschen zu erklären,
01:10:27was eigentlich passiert in Berlin.
01:10:29Und das war schwer in den Tagen, weil jeden Tag kam was Neues.
01:10:32Ich habe sehr, sehr viel Wert darauf gelegt.
01:10:48Und deshalb hat man mir ja auch immer gesagt,
01:10:50dass ich nur nicht gerade eine Stellentscheiderin bin.
01:10:53Ich habe mir sehr viel Wert darauf gelegt,
01:10:55zu versuchen, genau dieser Atemlosigkeit nicht hinterher zu hecheln,
01:10:59die ja durch die täglichen Neuigkeiten
01:11:02eher immer schneller und quirliger wird.
01:11:06Sondern gerade bei wichtigen und grundsätzlichen Entscheidungen
01:11:10immer zu versuchen, Zeiten zu finden und Räume zu finden,
01:11:16in denen ich das gut durchdenken konnte
01:11:19und nicht in die Gefahr geraten bin,
01:11:23dann 14 Tage später über eine Sache ganz anders zu denken.
01:11:26Es kam ein Anruf.
01:11:32Und dann war das das Büro der Bundeskanzlerin
01:11:36und sagte, ob ich jetzt Zeit hätte.
01:11:39Und ich so, na ja, ich stehe gerade auf dem zugigen Bahngleis
01:11:42und der Zug wird gleich kommen, aber na klar habe ich Zeit.
01:11:45Und der Zug fuhr los
01:11:48und wir sprachen über, was jetzt zu tun sein könnte,
01:11:54was meine Einschätzung ist von der pandemischen Situation.
01:11:58Und ja, dann kam der Schaffner.
01:12:00Und der Schaffner will meine Karte.
01:12:01Und ich so, ich kann gerade wirklich nicht.
01:12:04Es ist mir egal, ich will Ihre Karte.
01:12:07Ich kann gerade wirklich nicht.
01:12:08Ich rede gerade mit der Bundeskanzlerin.
01:12:09Ich will jetzt Ihre Karte.
01:12:13Und dann habe ich ihm das so hingehalten.
01:12:14Da stand wirklich Angela Merkel ein.
01:12:17Und er so, ist mir egal.
01:12:19Es war ihm scheißegal.
01:12:23Das war schon.
01:12:25Und sie hat das mitbekommen.
01:12:26Dann fragte sie mich am Telefon,
01:12:33Frau Brinkmann, ist es jetzt eigentlich 5 vor 12?
01:12:36Oder ist es 12?
01:12:38Ich glaube, ich weiß die Antwort,
01:12:39aber ich hätte gerne Ihre Einschätzung nochmal.
01:12:42Dann habe ich gesagt, es ist 12.
01:12:44Wir müssen jetzt handeln.
01:12:50Und wenn die Wissenschaft uns geradezu anfläht,
01:12:54vor Weihnachten, bevor man Oma und Opa und Großeltern
01:12:58und ältere Menschen sieht,
01:12:59eine Woche der Kontaktreduzierung zu ermöglichen,
01:13:03dann sollten wir vielleicht doch nochmal nachdenken,
01:13:06ob wir nicht irgendeinen Weg finden,
01:13:07die Ferien nicht erst am 19. beginnen zu lassen,
01:13:10sondern vielleicht schon am 16.
01:13:12Was wird man denn im Rückblick auf ein Jahrhundertereignis mal sagen,
01:13:15wenn wir nicht in der Lage waren,
01:13:16für diese drei Tage doch irgendeine Lösung zu finden?
01:13:20Diese Emotionalität habe ich mir so erklärt,
01:13:23dass sie die Faxendicke hatte,
01:13:25wie mit den Ländern,
01:13:27dem Ministerpräsidenten,
01:13:28darüber gestritten wurde,
01:13:31ob man nun einen leichten Lockdown
01:13:35oder einen harten Lockdown
01:13:37oder überhaupt alles schließt.
01:13:39Naja, es war der Versuch,
01:13:42übrigens auch sehr interessant,
01:13:45der Versuch,
01:13:46durch eine sehr starke Emotionalität
01:13:49in der Erinnerung zu rufen,
01:13:52dass dieses Virus eigentlich total berechenbar ist.
01:13:55Es ist ja sehr simpel,
01:13:57was dieses Virus macht.
01:13:59Und wenn man sich als sehr schlauer
01:14:02und intelligenter Mensch vorkommen würde
01:14:04und alle würden sagen,
01:14:05jetzt tun wir mal,
01:14:06um diesem Virus das Ding auszumachen,
01:14:09dann könnte man das relativ einfach schaffen.
01:14:11Man muss allerdings sein Leben natürlich verändern.
01:14:15Und ich war damals,
01:14:17ja, man muss schon sagen,
01:14:18eigentlich verzweifelt darüber,
01:14:20dass das alles so einfach zu sehen ist.
01:14:22Aber keiner wollte es,
01:14:24oder viele wollten es nicht so wahrhaben.
01:14:26Und das hat mich dann
01:14:28zu diesem emotionalen Auftritt geführt.
01:14:31Allerdings muss ich sagen,
01:14:32dass die Wirksamkeit nicht besser war,
01:14:35als wenn ich sehr kühl
01:14:37und emotionslos gesprochen hätte.
01:14:40Also das, was immer gesagt wird,
01:14:41auch wäre sie doch ein bisschen emotionaler,
01:14:43schon würden wir eh alle folgen,
01:14:44ist überhaupt nicht richtig.
01:14:56Das war in der Royal Academy in London.
01:15:03Das war alles natürlich virtuell.
01:15:06Da war ich eingeladen
01:15:06zu einem Austausch zwischen Europäern.
01:15:10Und da kamen dann die Fragen von den Kollegen.
01:15:12Was macht ihr denn da jetzt?
01:15:15Was ist schiefgelaufen?
01:15:17Wo ist eure konsequente deutsche Haltung geblieben?
01:15:21Und da konnte ich auch nur mit den Schultern zucken
01:15:24und sagen,
01:15:25ja, das föderalistische System in Deutschland
01:15:28ist in einer Pandemie nicht unbedingt förderlich.
01:15:31Ich glaube, sie ist über die Monate etwas ermüdet.
01:15:35Sie hat es nicht mehr geschafft,
01:15:37jedes Mal diesen Widerstand,
01:15:39insbesondere der Ministerpräsidenten,
01:15:43zu überwinden, zu bekämpfen,
01:15:45das durchzusetzen, was sie sich vorgestellt hat.
01:15:48Das Problem war aber immer,
01:15:49wenn die Ministerpräsidenten sich zu sehr durchsetzen,
01:15:51dann zerfällt das hinterher in 16 Einzelteile,
01:15:54weil jeder das macht, was er will.
01:15:56Das haben sie sogar dann gemacht,
01:15:57wenn man sich mit der Kanzlerin auf irgendwas verständigt hatte.
01:16:00Und ich glaube, es gab irgendwann dann einfach auch so einen Punkt,
01:16:02gut, dann macht es eben,
01:16:03ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt.
01:16:05Die Inzidenzzahlen steigen und der Streit über mögliche,
01:16:10bundeseinheitliche, schärfere Maßnahmen,
01:16:12wie die Kanzlerin sie will, hält an.
01:16:14Und dann ist die Kanzlerin in der Schwierigkeit,
01:16:17sich hinzustellen, zu sagen,
01:16:19ich hatte Recht, ihr hattet Unrecht,
01:16:20jetzt habt ihr den Salat.
01:16:22Sondern sie muss natürlich als Bundeskanzlerin
01:16:24dann von wir sprechen.
01:16:26Wieder wird es spät heute beim virtuellen Treffen im Kanzleramt,
01:16:30diesmal noch später als bei den Zusammenkünften zuvor.
01:16:34Es war klar, es war wieder einer dieser Momente,
01:16:37wo mir klar war, es muss viel mehr geschehen.
01:16:40Und es war die Frage, was ist das Machbare?
01:16:432.34 Uhr, es wurde spät, beziehungsweise früh.
01:16:48Im Krisenmanagement rumpelt es gewaltig, vorsichtig ausgedrückt.
01:16:53Dennoch war die Idee der sogenannten Osterruhe ein Fehler.
01:16:58Sie hatte ihre guten Gründe,
01:17:00war aber in der Kürze der Zeit nicht gut genug umsetzbar.
01:17:04Gleichwohl weiß ich natürlich,
01:17:06dass dieser gesamte Vorgang zusätzliche Verunsicherung auslöst.
01:17:11Das bedauere ich zutiefst.
01:17:13Und dafür bitte ich alle Bürgerinnen und Bürger um Verzeihung.
01:17:18Stichwort Osterruhe, das war so etwas,
01:17:21wo genau das nicht passiert ist, ausreichend.
01:17:23Aber ansonsten bin ich durch diese Zeit nur gekommen,
01:17:26weil ich mich genau dieser Atemlosigkeit entgegengestellt habe.
01:17:30Auch für mich innerlich.
01:17:31Und immer Grund unter den Füßen hatte für meine Entscheidung.
01:17:35Sonst hätte ich das nicht durchstehen können.
01:17:38Immer mehr Ministerpräsidenten, auch der CDU-Parteivorsitzende,
01:17:42stellen sich gegen Merkel.
01:17:43Es ist ein Irrglaube, daran zu denken,
01:17:49dass es automatisch besser wird, je mehr wir regulieren.
01:17:54Das ist eine Lehre auch in der Pandemie.
01:17:56Man kann nicht zentral von oben herab bis in die letzte Institution regeln.
01:18:03Ich muss mal noch mal drauf bestehen.
01:18:04Schon im Herbst 2020 habe ich im Oktober das Richtige gesagt.
01:18:09Theoretisch vollkommen ohne Zweifel.
01:18:12Und trotzdem konnte ich mich nicht sofort durchsetzen,
01:18:15sondern erst später.
01:18:16Ich glaube, sie hat in dieser Pandemie das gemacht, was sie immer macht.
01:18:21Sie sucht einen Konsens und versucht, alle mitzunehmen.
01:18:27Und das war in dieser Pandemie nicht unbedingt der richtige Weg.
01:18:33Manchmal hätte ich mir gewünscht,
01:18:35dass sie einfach mal auf den Tisch haut und sagt,
01:18:38so machen wir das jetzt.
01:18:39Ich glaube, dass ich das, was möglich war, versucht habe.
01:18:45Und trotzdem braucht man in der Demokratie für alles, was man tut, Mehrheiten.
01:18:51Und die Aufgabe einer Bundeskanzlerin ist,
01:18:53nicht immer nur an Sprachen zu halten,
01:18:56sondern die Aufgabe ist, diese Mehrheiten zu organisieren.
01:18:59Und das geht manchmal nicht so schnell,
01:19:01wie ich mir das gewünscht hätte.
01:19:03Letztlich stimmten alle zu.
01:19:15Die Europäer, die kleinen Inselstaaten, die Öl- und die Entwicklungsländer.
01:19:19Die Gastgeberin war zufrieden.
01:19:22Das Dokument ist der Auftrag, in den nächsten zwei Jahren zu verhandeln,
01:19:26mit dem Ziel, den Ausstoß gefährlicher Treibhausgase
01:19:29auch nach dem Jahr 2000 zu begrenzen und zu verringern.
01:19:32Es ist einiges passiert.
01:19:35Und wir sollten nicht so tun, als wenn nichts passiert ist.
01:19:38Aber gemessen, und da haben Sie vollkommen recht,
01:19:41gemessen an dem Ziel, deutlich unter 2 Grad
01:19:45oder möglichst nah an 1,5 Grad Celsius Anstieg,
01:19:49ist nicht ausreichend viel passiert.
01:19:59Wo die Menschen oft sagen, ach, heute noch nicht.
01:20:02Da eben zu sagen, passt auf, Leute, wenn wir heute nicht handeln,
01:20:05dann haben wir Hunger, Dürre.
01:20:07Und dann haben wir auch ganz andere Probleme natürlich wieder,
01:20:10dass Flüchtlingsbewegungen einsetzen und so weiter.
01:20:13Deshalb ist Umweltpolitik nichts, nur für gute Zeiten.
01:20:16Wenn man sich so ältere Interviews von ihr anguckt,
01:20:18dann sagt sie all das, was man heute als Neuigkeit empfindet.
01:20:24Und ich glaube, dass sie auch deutlich versucht hat,
01:20:26zu zeigen, welchen Weg man eigentlich gehen müsste.
01:20:29Aber es in ihrer eigenen Kanzlerschaft nicht geschafft hat,
01:20:34mit ihren eigenen Kabinetten, da vor allem ihre eigenen Leute
01:20:37dazu überzeugen, dass das nichts ist, das man beobachtend begleiten kann,
01:20:42sondern dass es tatsächlich eine Umstrukturierung
01:20:45einer Gesellschaft bedarf.
01:20:46Ich bin ja in dieser Generation Fridays for Future.
01:20:50Und ich denke, dass halt diese Stimme von unserer Jugend,
01:20:53dass man fürs Klima etwas tun soll, wirklich relativ laut wurde.
01:20:57Sie hat es da gehört, aber nicht aufgenommen.
01:20:59Sie hat es nicht so ernst genommen, dass sie etwas verändert hat.
01:21:02Natürlich ist es immer toll, eine Mutter zu haben,
01:21:26die einen immer alles machen lässt, aber manchmal ist es nicht besser,
01:21:29wenn man dann auch jemanden hat, der immer sagt,
01:21:31ja, okay, mach das jetzt mal besser nicht oder so.
01:21:35Und so sehe ich es ehrlich gesagt auch ein bisschen mit Merkel.
01:21:38Also mich hat es jedenfalls gefordert,
01:21:41auch wenn andere sagen, es war nicht sichtbar genug.
01:21:432020 kam es dazu, dass Greta und ich
01:21:54und noch zwei andere Aktivisten eingeladen wurden,
01:21:56Frau Merkel im Kanzleramt zu treffen.
01:22:01Hallo.
01:22:02Hallo.
01:22:04Good to have you here.
01:22:06Yes, thank you for having us.
01:22:09Welcome.
01:22:11Hey, Cassie.
01:22:13Was soll man sagen?
01:22:14Es war ein interessantes Gespräch,
01:22:18aber es war auch ein sehr ernüchterndes Gespräch.
01:22:21Weil Frau Merkel zu ihren Entscheidungen steht politisch.
01:22:24Und das ist natürlich sinnvoll, das ist auch ihr Job als Politikerin.
01:22:27Aber irgendwo war wahrscheinlich doch eine Resthoffnung bei uns.
01:22:31Und deswegen, ja, da ist eine Enttäuschung, aber auch eine Wut,
01:22:33weil man sich fragt, in welcher Welt werden wir tatsächlich leben
01:22:37in 10, 20, 30, 40 Jahren?
01:22:40Das Klimaschutzgesetz ist in Teilen verfassungswidrig und muss nachgebessert werden.
01:22:46Durch das Gesetz werden demnach vor allem die Freiheitsrechte der jungen Generationen verletzt.
01:22:51Meine Gegenwart war immer auch mit Zukunftsprojekten ausgefüllt.
01:22:55Wenn man Klimaziele für 2030 festlegt, für 2045 oder 50 festlegt,
01:23:01dann ist man auch eine Anwältin der Zukunft.
01:23:04Es ist vielleicht nicht alles bis ins Letzte ausgefüllt worden.
01:23:07Während der Wirtschaftskrise, während der Eurokrise war es nicht so einfach,
01:23:10Klima jetzt als vorrangiges Thema auf die Tagesordnung zu bringen.
01:23:14Aber sobald es politisch, sagen wir mal, aus den Kurzfristkrisen etwas ruhiger wird,
01:23:20ist dieses Thema das, was als unterlegt auch in meiner Kanzlerzeit immer wieder eine Rolle gespielt hat.
01:23:26Sie sagt, dass Politik das ist, was möglich ist.
01:23:29Und das stimmt einfach ökologisch nicht.
01:23:32Ökologisch gesehen ist Politik nicht nur das, was möglich ist, sondern auch das, was notwendig ist.
01:23:37Naja, es wird uns alle verfolgen, dieses Thema.
01:23:42Und es wird eine wachsende Bedeutung nochmal kriegen.
01:23:45Und dennoch finde ich, wenn Deutschland sich anschaut, mal im Vergleich zu anderen Ländern,
01:23:52dann stehen wir auch nicht nur schlecht da.
01:23:55Das kann ich durchaus in den Spiegel gucken.
01:23:59Im Vergleich mit der Wissenschaft ist die Dringlichkeit noch nicht so, wie sie sein müsste, um das Thema zu bewältigen.
01:24:06Das ist die Dringlichkeit noch nicht so, wie sie sein müsste.
01:24:36Sie ist die erste Kanzlerin, die freiwillig geht.
01:24:58Freiheit, Selbstbestimmung, das ist etwas, was Frau Merkel von Anfang bis zu ihrem Karriereende begleitet.
01:25:07Sie hat entschieden, es ist Schluss. Das hört auf.
01:25:12Diese Ära geht zu Ende.
01:25:14Und wenn man so in seinem eigenen Leben rumguckt, dann sagt man doch, das ist eine ziemlich gute Variante.
01:25:18Aber gleichzeitig müsste man auch mal darüber diskutieren, ob es eigentlich gut ist,
01:25:22dass Menschen 16 Jahre die Kanzlerschaft haben.
01:25:26Angela Merkel ist die Letzte, die eine so lange Kanzlerschaft gehabt hat.
01:25:32Das wird es danach nicht mehr geben.
01:25:35Und es wird eine gewisse Nostalgie aufkommen bei den doch sehr stabilitätsverwöhnten Deutschen.
01:25:42Sie hat Deutschland auf eine neue geschichtliche Schiene gesetzt.
01:26:02Nach 2015 hat sich plötzlich weltpolitisch die Perspektive auf dieses Land verändert,
01:26:08und zwar wegen dieser Kanzlerin und wegen diesem einen Moment, in dem sie gesagt hat, wir schaffen das.
01:26:15Was wir müssen verstehen, ist, dass jeder andere Lieder hat ihren eigenen Land auch.
01:26:23Und in Angler, ich denke, es war zwei-Fold.
01:26:25Es war nicht nur die Interesse der Deutschland, es war die Interesse der Europäische Union.
01:26:28Ich denke, wenn ich ehrlich bin, das ist, was einige Leute hier in der UK gefunden haben, unexpected.
01:26:33Sie sagten, dass die EU mehr Fractur, dass die Leute mehr auf ihren eigenen Land interessieren würden.
01:26:38Aber ich denke, sie hat die Solidarität entwickelt, zu entwickeln.
01:26:42Es ist ein Wunder, dieses Deutschland zur wirklichen Führungsmacht der EU zu machen.
01:26:50Da hat Angela Merkel Pflöcke eingeschlagen, die auf lange Sicht bleiben,
01:26:54also sozusagen die Rolle Deutschlands als der zusammenhaltenden Macht.
01:27:03Angela Merkel, the undeterred, the...
01:27:07She takes risks in doing so, but she's the force.
01:27:15Yeah, that's what I would say.
01:27:17Angela, the force.
01:27:18But there was never a time in which she lost sight of how precious those freedoms were
01:27:26and that they were worth defending.
01:27:28That was the North Star that helped her manage, not just Germany effectively,
01:27:38but made her such an important figure during our lifetimes.
01:27:47I was lucky to call her a friend.
01:27:48Oder? Nein, das ist doch...
01:27:56Ich kann das nicht.
01:27:57Das kommt mir komisch vor.
01:28:00Geht's auch hier?
01:28:03Et voilà.
01:28:05Mehr Raute gibt's nicht.
01:28:06Ich bin eigentlich der Meinung, dass ich auf einem anderen Gebiet eine Arbeit gefunden hätte,
01:28:12wenn ich nicht politisch tätig wäre.
01:28:13Und ich bin auch der Meinung, wenn meine politische Tätigkeit abrupt enden würde,
01:28:17dass mir wieder was einfallen würde, was ich tun könnte.
01:28:20Ich wünsche mir für Merkel, dass sie einfach einmal durch die Stadt laufen kann,
01:28:45ohne dass alle Blicke auf sie gerichtet sind
01:28:47und sehen kann, so fühlt es sich an zu leben in dieser Stadt, in diesem Land,
01:28:53dass sie 16 Jahre lang regiert hat.
01:28:55Wenn sie jetzt nicht mehr so hart arbeiten muss,
01:28:57dass sie dann das auch einfach alles ein bisschen lockerer sehen kann,
01:29:01dass sie vielleicht dann auch die Sachen aus einem anderen Deckwinkel sehen kann,
01:29:04dass sie nicht mehr so drin ist, sondern von außen und es viel entspannter.
01:29:17Und wenn sie nicht mehr so drin sind,
01:29:47Untertitelung des ZDF, 2020
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