- vor 8 Monaten
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KurzfilmeTranskript
00:00:00Musik
00:00:30Der Tag, an dem ich in Istanbul geboren wurde, war ein Sonnabend.
00:00:54Aber mein Vater musste trotzdem arbeiten.
00:00:56Als er am Nachmittag nach Hause kam, wurde er sofort wieder losgeschickt, um die Hebamme zu holen.
00:01:03Als er zurückkehrte, war meine Mutter längst unterwegs.
00:01:07Von dem Moment, als sie aus dem Taxi stieg, bis zu meiner Geburt im Kreißsaal, soll nicht viel Zeit vergangen sein.
00:01:14Beinahe wäre ich im Taxi geboren worden.
00:01:20Irgendwie muss das mein Leben geprägt haben.
00:01:23Jedenfalls bin ich immer noch ständig unterwegs.
00:01:25Entweder ziehe ich gerade um, oder verreise, oder bin sonst wie auf Achse.
00:01:31Von einem ruhigen Leben träume ich zwar, aber bis heute ist nichts daraus geworden.
00:01:36Schließlich nannten sie mich auch noch Selan, nach meiner Großmutter, was große Reise, Ausflug, Feiern bedeutet.
00:01:43Mein Nachname Ateş bedeutet übrigens Feuer.
00:01:55Ich kann echt nur schreien und heulen gleichzeitig.
00:02:10Ich habe acht Jahre gekämpft, dass das passiert.
00:02:16So viele Leute waren misstrauisch und haben gesagt, bist du verrückt geworden.
00:02:22So viele Leute haben mir bescheinigt, das klappt sowieso nicht und das schaffst du nicht.
00:02:27Die Leute kommen nicht zusammen, weil sie Angst haben.
00:02:30Viele Leute haben Angst, das zu tun.
00:02:32Ich kann einfach nur sagen, ja!
00:02:35Ich kann einfach nur sagen, ja!
00:03:02Es ist eigentlich so, dass ich denke, jetzt erst recht.
00:03:11Es ist eigentlich so, dass ich denke, jetzt erst recht.
00:03:27Immer wenn Leute mich versuchen zu zwingen, das zu tun, was sie eigentlich von mir wollen
00:03:32oder was sie meinen, was Richtiges im Leben, denke ich, da ist was falsch.
00:03:37Es geht mir wirklich um die Liebe in meiner Religion und es geht mir um meine Religion.
00:03:44Ich kann es nicht mehr ertragen, dass der Islam nur noch mit Terror in Verbindung gebracht wird.
00:03:48Das sorgt bei mir innerlich zu so einer Aggression und Wut, dass ich sage, nein, ich akzeptiere das nicht mehr.
00:03:55Dass so viele Leute denken, Islam ist gleich Terror.
00:04:01Schon.
00:04:03Evangelische Gesangbuch hast du nicht durchgegeben.
00:04:07Die Gebetsrichtung.
00:04:22Mekka.
00:04:23Mekka ist in die Richtung, das heißt, wir müssen alle 136 Grad nach.
00:04:29Jetzt haben wir die Richtige.
00:04:34Das ist die Richtige.
00:04:35Das hatte ich beim ersten Mal schon und dann ist es, ja.
00:04:37Ja, aber dadurch wird der Raum ja größer, ne?
00:04:39Ja.
00:04:40Ja.
00:04:40Und man dann die Reihen anderswo.
00:04:43Genau.
00:04:44So etwas ist für uns wichtig.
00:04:46Ja, natürlich.
00:04:47Zu gucken, in welche Richtung wir beten dürfen und dann halt entsprechend den Raum.
00:04:52Wir haben jetzt hier geschaltet.
00:05:20Das ist jemand aus dem Niveau von Al-Azaha, Moschee.
00:05:26Dann haben wir auch Saituna aus Tunis, auch jemand, der zugeschaltet ist, ausgelesen.
00:05:32Und einer aus Jordanien steht aber noch nicht fest, ob wir den noch zuschalten.
00:05:36Und im Studio sind Sie, Ludwig und Al-Azaha.
00:05:40Und Ludwig natürlich.
00:05:44Ludwig.
00:05:45Gut, gut.
00:05:46Gehen Sie bitte.
00:05:47Ja.
00:05:48Ja.
00:05:49Ja.
00:05:50Ja, danke.
00:05:51Ja, danke.
00:05:52Danke.
00:05:53Danke.
00:05:54Danke.
00:05:55Danke.
00:05:56Danke.
00:05:57Danke.
00:05:58Danke.
00:05:59Danke.
00:06:00Danke.
00:06:01Danke.
00:06:02Danke.
00:06:03Danke.
00:06:04Danke.
00:06:06Danke.
00:06:09Musik
00:06:39Was fehlt Ihnen in anderen Moscheen und was ist heute vorhanden bei Ihnen?
00:07:03Wenn ich als Frau in eine Moschee trete, werde ich in den herkömmlichen Moscheen in einen Nebenraum abgeschoben.
00:07:09Der meistens sehr hässlich ist, entweder im Sommer zu heiß und im Winter zu kalt und dort dann vor Gott treten.
00:07:16Und am besten ist es sogar, dass die Frauen zu Hause bleiben.
00:07:19Das ist eine Erniedrigung für Frauen und wir wissen, das ist eine Realität, dass Millionen von Menschen, Männer und Frauen weltweit,
00:07:28in der islamischen Welt und in der westlichen Welt, nicht mehr so den Islam leben wollen.
00:07:33Gott hat die Scharia geschaffen. Daran müssen wir glauben und wir dürfen Gott nicht widersprechen.
00:07:44Darf ich bitte über das echte Problem sprechen?
00:07:47Das erste Problem ist, Männer und Frauen zusammen. Und eine Frau leitet das Gebet mit oder ohne Kopftuch.
00:07:54Lassen Sie uns doch über das Problem reden. Die Sexualisierung der Moschee.
00:08:02Also sie kann reden, halten und lernen, aber beim Gebet, da gibt es bestimmte Bedingungen.
00:08:09Und manche Fakir sagen, Mohammed sagte, die Frau darf Imam sein, bei sich zu Hause, also bei ihrer Familie.
00:08:24Warum nicht außerhalb des Hafens? Das ist eine Religion.
00:08:27Und also sie müssen mir, also man muss sagen, das ist der Koran, das ist der Prophet.
00:08:36Also der Prophet sagte, ein Volk, das eine Frau zu Führern macht, wird scheitern.
00:08:46Also Frauen können nicht führen.
00:08:48Manche Fakir, das ist ein Volk, das ist ein Volk.
00:08:52Das ist ein Volk, der wir hier reden.
00:08:55Vielen Dank.
00:08:56Vielen Dank.
00:08:58Vielen Dank, Shukran, Shukran, Shukran, Shukran.
00:09:00Bis zum Schluss.
00:09:01Ja, ja, ja.
00:09:03Manche Freude, vielen Dank sind Sie hier und Sie eigentlich noch wissen, dass Sie die Ideen sprechen.
00:09:07Genau.
00:09:072012 ist es normal.
00:09:08Es war das, was wir hier reden w ganzen Wochen und es kommen.
00:09:11Nein, wir reden nicht komplett was.
00:09:13Ja, das ist wie wir, dass Sie verstehen.
00:09:15Das ist das, was wir brauchen.
00:09:16Genau, hoch, habe ich gesagt vorhin auch, Hochachtung, dass Sie mit uns diskutieren, auch wenn man anderen, das ist der einzige Weg, der Dialog, ja, und das ist, damit haben wir heute gezeigt, dass wir, vielen Dank, bewundere Ihnen, danke.
00:09:34Als ich sechs Jahre alt war, lebten meine Eltern bereits ein Jahr ohne meine vier Geschwister und mich in Berlin.
00:09:52Meine Eltern beschlossen, uns Kinder nach Deutschland zu holen.
00:09:59Meine Tante, die auch schon fünf Kinder hatte, sollte uns bringen.
00:10:05Sie war aber im vierten Monat schwanger.
00:10:09Ihr Mann und sie hatten beschlossen, das Kind abtreiben zu lassen.
00:10:16Ein Arzt in Istanbul gab ihr Tabletten. Die wirkten aber nicht. Und schließlich trat sie mit uns die Reise an.
00:10:25Während der Zugfahrt begannen dann die Blutungen. Und als wir gerade in einem Bahnhof hielten, verlor meine Tante ihr Kind.
00:10:40Das tote Baby wurde in einem Stopfwetzen gewickelt und aus dem Fenster geworfen.
00:10:50Irgendjemand sagte, sie hätten es zur Toilette gebracht.
00:10:53Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich könnte das Baby noch retten.
00:11:02Ich konnte nicht glauben, dass sie einen Menschen wegwarfen.
00:11:05Ich sehe es heute noch vor mir.
00:11:10Die Toilettenschüssel und das Nichts, in das ich hineinblickte.
00:11:14Vom Rest der Zugfahrt weiß ich nichts mehr.
00:11:22Meine Erinnerung setzt erst wieder ein, als wir drei Tage später in Berlin eintrafen.
00:11:27Weil ich weiß, dass sie nicht mehr sind.
00:11:54Das war's für heute.
00:12:24Weißt du gescheit, was hier passiert mit?
00:12:53Hier wird es eine Moschee, angeblich wird es eine Moschee, wo Schwule, Lesbe, wo jeder reinkommen kann und normale Leute ohne Kopf so, Mann und Frauen, die ineinander beten, sollen beten und dies und das, eine ganz neue, keine Ahnung, Religion kann ich schon sagen.
00:13:08Halt moderner.
00:13:09Ja, moderner, wenn man das moderner sagt, okay. Und ich sage mir einfach, das gehört sich nicht unter dem Namen Moschee. Du kannst eine andere Begründung, du kannst einen anderen Namen sagen.
00:13:17Ich weiß nicht, weil mir ist es halt so, jeder soll für sich entscheiden. Ich bin nicht Gott, dass ich halt über den und den, weißt du, so.
00:13:24Die Meinung ist ja die. Findest du das normal? Findest du das normal, dass man Moschee sagt?
00:13:29Aber du kommst ja auch in die Kirche rein und musst dich ja nicht ausziehen.
00:13:32Moment, das ist aber Kirche.
00:13:34Ja, aber dann müsste man das aber halt, ich weiß, also ich hätte damit kein Problem. Wäre für mich eigentlich in Ordnung.
00:13:40Nee, nee. Für mich geht es ja nicht darum, dass es nicht in Ordnung wäre. Es geht einfach darum.
00:13:44Aber guck mal, weißt du, wenn jetzt zum Beispiel jetzt so viele Sachen passieren im Namen des Islams und im Namen des Moschees und jetzt wir so einen Punkt haben, dass die jetzt nicht bedeckt reingehen dürfen und sowas, dann denke ich mir.
00:13:55Aber die Leute haben ja Angst, dass dann so eine Anschläge kommen. Darum geht es ja. Das Thema ist ja auch darum, eben, dass die Leute hier Angst haben.
00:14:00Ja, deshalb. Deshalb sollten die da ja halt reingehen, müssen nicht unbedingt bedeckt sein und sollen dann gucken, dass der Islam ganz anders ist.
00:14:06Tut mir leid, für mich, für mich, wenn es ein Moschee ist, obwohl ich vielleicht viel locker bin, sehr lockerer Mensch bin.
00:14:11Ja, dann bin ich, glaube ich, lockerer als du.
00:14:12Ja, nee, nee, da bist du nicht lockerer, weil du Kochtuch trinkst. Wenn du lockerer sein würdest, dann würdest du...
00:14:16Ja, aber ich habe damit kein Problem, weißt du. Ich bin nicht, dass ich überprüchen kann.
00:14:17Nee, nee, nee, es geht nicht um das Problem sein. Es geht für mich darum, wenn jemand, wenn jemand schon ein bisschen sich sagt, Moschee, sollte ich mich genauso benehmen, wie andere auch.
00:14:26Ja, natürlich komme ich nicht mit Minirock, sollte man mit Minirock reinkommen, oder weißt du, oder?
00:14:29Nein, aber siehst du, warum nicht? Jetzt siehst du, jetzt hast du gesagt, man sollte...
00:14:31Ja, aber man soll nicht gleich das Kochtuch drauf haben. Moment, Moment, jetzt frage ich dich meins. Wenn du selber gesagt hast, ist ja egal, ich habe kein Problem damit. Warum hast du denn ein Problem, wenn jemand ein Minirock kommt?
00:14:40Respekt sollte man schon haben. Du gehst auch nicht in die Kirche mit einem Minirock rein.
00:14:43Genau, darum geht es ja. Deswegen sage ich ja, Respekt bewahren. Moschee sollte Moschee bleiben. Und da solltest du nicht sagen, ohne Kopftuch. In Moschee darfst du nicht ohne Kopftuch rein, dann sollte das auch so sein.
00:15:01So, jetzt muss ich auch ein bisschen bewegen.
00:15:25Ja, da ist er, sehr schön.
00:15:30Und hier reitet man sich gerade nämlich darauf vor, auf die Eröffnung. Um 13.10 Uhr wird das Freitagsgebet.
00:15:54Hier geht es multikonfessionell auch zu. Denn Schiiten, Alibiten, Sunniten werden gemeinsam hier in diesem Raum beten können. Und nicht nur das, auch Frauen und Männer gemeinsam.
00:16:06Das ist natürlich zuerst einmal ziemlich ungewöhnlich. Das schmeckt natürlich nicht wirklich jedem.
00:16:12Denn im Netz gibt es auch schon so Sprüche Richtung der Initiatorin Sarain Attesch.
00:16:17Ihr werdet alle in der Hölle braten. Wohl nicht zuletzt deswegen ist wohl auch das Polizeiaufgebot jetzt inzwischen auch sichtbar hier vor der St. Johanniskirche.
00:16:26Unsere Vision ist natürlich, dass wir irgendwann ein eigenes, großes Gebäude haben, weil man nicht gemeinsam betet, weil Frauen in so einen hässlichen Nebenraum müssen.
00:16:40Ich bitte doch nur um Verständnis, dass wir innerhalb unserer Religion, wie die Christinnen und Jüdinnen, so vieles schon durchmachen müssen, dass wir jetzt das auch machen.
00:16:49Dass wir zusammenstehen. Wir müssen gegen diese Radikalen doch was machen. Ansonsten, wenn wir schweigen, ändert sich doch gar nichts.
00:16:56Vielen Dank.
00:17:01Wie eine Frau gebeten wird, zu beten, spiegelt ihren sozialen Status in ihrer Gemeinde wieder.
00:17:10Sie wird aufgeworfen, getrennt von den Männern zu beten und während der Tages ihrer Menstruation mit dem Beten aufzuhören.
00:17:20All dies sind Einschränkungen, die ihr wegen ihres Geschlechtes auferlegt wurden.
00:17:28All dies sind Einschränkungen, die ihr auferlegt wurden, weil sie die soziale Überzeugung spiegeln, dass eine Frau nicht wirklich vollkommen oder vollständig und perfekt wie der Mann.
00:17:42Und sie ist zweifellos nicht gleichwertig mit ihm vor Gott, dem männlichen Gott.
00:17:49Ich verstehe, dass die Veränderung schwierig ist, weil man es gewohnt ist, das Gleiche seit Jahrhunderten zu tun, wird es natürlich schwierig sein, das zu enden.
00:18:02Aber trotzdem, die Zeit der Veränderung ist jetzt, nicht morgen, nicht in einem Monat, nicht in einem Jahr, jetzt.
00:18:12Und die Zeit der Veränderung ist heute, wir fordern sie respektvoll ein, wir fordern sie als eine Botschaft der Liebe zu unserer Religion und unserer Gemeinschaft und der Liebe vor dem universellen Gleichberechtigungsansatz.
00:18:30Vielen Dank.
00:18:32Applaus
00:18:34Kommen Sie rein.
00:19:01Kommen Sie rein.
00:19:02Kommen Sie rein.
00:19:03Tut mir leid.
00:19:04Könnt ihr Kameras auch mal nach hinten?
00:19:05Kommt doch mal alle nach hinten.
00:19:06Wir haben noch zwei Meter extra was.
00:19:08Wir müssen jetzt mal erklären, wie viele das Gebet mitmachen wollen.
00:19:14Wir brauchen Platz für die, die das Gebet mitmachen wollen.
00:19:17Und die sollen sich einen Gebetsteppich nehmen.
00:19:20Bitteschön.
00:19:21Ja.
00:19:22Dann haben wir den Sinnknoppen.
00:19:23Schönen wir die Gebeten wieder nach vorne reichen.
00:19:24Ja.
00:19:25Ja.
00:19:26Ja.
00:19:27Ja.
00:19:28Ja, ja.
00:19:29Also.
00:19:30Dann machst du eine Pause.
00:19:32Dann stehst du auf und dann machst du wieder.
00:19:36Das kann auch das gleiche Thema.
00:19:38Zwischen kannst du ein Bittgebet machen.
00:19:40Dann kommt wieder Adan.
00:19:43Dann, ich würde sagen ...
00:19:44Erstens, wir machen nur eine Raqa für die Medien.
00:19:49Erst Adan?
00:19:50Lesan, Raqa ...
00:19:51Nein, nein.
00:19:52Nein, nein.
00:19:53Nicht für die Medien.
00:19:54Bitte, bitte.
00:19:55Moment, noch einmal.
00:19:56Ich sage es, wie es läuft jetzt.
00:19:57Okay.
00:19:58Oder wie macht man anders?
00:19:59Ich habe einen Vorschlag.
00:20:00Bei Shumoha kann man zwei Gebeten, zwei Raqa machen vorher.
00:20:03Eben, das meinte ich.
00:20:04Dann machen wir das.
00:20:05Dann machen wir das.
00:20:06Dann machen wir das.
00:20:07Ja, bitte.
00:20:08Genau.
00:20:09I don't want to pray in front of that.
00:20:10No, no, no.
00:20:11I just want to take pictures of it.
00:20:13I don't want to pray in front of that.
00:20:15So my suggestion ...
00:20:16Okay.
00:20:17You want to really have something special?
00:20:18Yeah, yeah.
00:20:19My suggestion ...
00:20:20Let them take it and then ...
00:20:21Yes.
00:20:22So, you will stand now like you would be praying.
00:20:26They take pictures.
00:20:27You are not praying.
00:20:28Yeah.
00:20:29And then the media moves to the back,
00:20:31then we start the whole program.
00:20:32Yes, that's the best.
00:20:34Then we will have a prayer.
00:20:35Okay.
00:20:36We will not pray.
00:20:37We just stand, like, as for prayer.
00:20:39They take a picture and then they go to ...
00:20:41Yeah.
00:20:42Yeah, that's the best.
00:20:43So, okay.
00:20:44Okay.
00:20:45Come on.
00:20:46So, now ...
00:20:48I can open the light.
00:20:50Can I open the light?
00:20:51Okay.
00:20:52Can I open the light?
00:20:53Can I open the light?
00:20:54Can I open the light?
00:20:55Can I open the light?
00:20:56Yeah.
00:20:57So, we have to open the light.
00:20:59We have to open the light.
00:21:01Allahou Akbar.
00:21:02Okay.
00:21:03Okay.
00:21:04Hmm.
00:21:05Okay.
00:21:18Okay.
00:21:19Applaus
00:21:49Applaus
00:22:19Applaus
00:22:26Applaus
00:22:28Applaus
00:22:35Applaus
00:22:42Applaus
00:22:49Applaus
00:22:51Applaus
00:22:52Applaus
00:22:56Ich war tatsächlich platt deshalb und so glücklich, dass es funktioniert hat.
00:23:02Applaus
00:23:06Ich habe nicht diese große Erwartung gehabt, dass da tatsächlich so viele Leute kommen.
00:23:13Und als dann die Massen da waren, war ich eigentlich überwältigt. Am Abend davor habe ich das nicht gedacht.
00:23:21Applaus
00:23:22Ich danke euch, dass ihr heute auch wieder so zahlreich erschienen seid und dieses tolle Programm hier mitmacht.
00:23:48Applaus
00:23:49Jemand, der gegen uns ist, und das sind einige, hat sich hier eingeschlichen, hat das aufgenommen und hat das an Araber geschickt.
00:23:54So einfach ist das.
00:23:56Er hat erst behauptet, er hat den Bericht nicht gekannt, hat ihn nicht gesehen und nachher hat er mir genau diese Frage gestellt.
00:24:01In dem Bericht wurde nämlich gesagt, wir würden den Koran mit Füßen treten lassen und Schwule würden hier gemeinsam mit Männern und Frauen gemischt beten.
00:24:11Aber ich erwähne das hier jetzt ausdrücklich, deshalb, wir wissen, dass solche Sachen kommen.
00:24:16Das ist jetzt schon mal ganz extrem.
00:24:18Die Politik hier in Deutschland sollte sich wirklich langsam überlegen, wie sie mit diesen Berichterstattungen und mit der Türkei umgeht.
00:24:25Denn was bedeutet das für mich?
00:24:27Ich kann jetzt wirklich nicht mehr in die Türkei.
00:24:29Ich habe diese Moschee hier mitgegründet, ich bin der Kopf.
00:24:32In den sozialen Medien werden wir jetzt gerade abgeschlachtet von friedlichen Muslimen, angeblich guten Muslimen, wie sie sich bezeichnen.
00:24:42Aber die vielen Musliminnen und Muslimen, die hierher kommen, mit uns zusammen diesen Raum jetzt wirklich beleben werden, vielen Dank.
00:24:50Wir geben nicht auf, das ist der Anfang.
00:24:53Und wir werden am Ende, wie alle guten Bewegungen, am Ende werden wir siegen.
00:25:23Ne demek yok canım ya?
00:25:24Üç tane tehdit var, bunu duydum.
00:25:26Ben başka bir şey bilmiyorum.
00:25:27Ne üç tane tehdit?
00:25:28Bir Twitter'a bakın, bir Facebook'a bakın, A Haber'den sonraki olan haberlere bakın.
00:25:33Onları hiç bilmiyorum, biz yoldayız, sabah geldi.
00:25:35Arkadaşım, canım, ciğerim, kardeşim, siz kimsiniz?
00:25:40Siz muhabirsiniz, biliyorum Kamer'im ve ben sizi çok iyi tanıyorum.
00:25:44Siz muhabirsiniz, sizin işiniz bu.
00:25:46Lütfen telefonunuzu alın, Facebook'a bakın, Twitter'a bakın, A Haberinizi dinleyin.
00:25:52Ondan sonra, 600 kilometre yoldan geldim.
00:25:54Tamam, 600 kilometre, dün akşam, tamam.
00:25:57Şimdi bakmanızı istiyorum.
00:25:59Şu an 5 dakika, 10 dakika bu vakti kullanıp, dünkü yapılan A Haber'i dinlemenizi istiyorum.
00:26:05Tamam, siz nasıl?
00:26:06Altındaki, ya, hiç bahsediyorum, siz çok iyi.
00:26:09A Haber'deki haberi dinleyin.
00:26:12Tamam.
00:26:12Ondan sonra konuşalım.
00:26:14Ondan sonra onların altına yazdıkları komentarları dinleyin.
00:26:17Ve niçin şu an canımız tehlikede olduğunu, bu adamın canı tehlikede olduğunu düşünüyorum.
00:26:23Tamam.
00:26:23Ve bunu arkadaşlarınızı söyleyin.
00:26:25Ben hiçbir şey darabiliyorum, ben sadece gündem yazdım, size o gündemi gönderdim, konuşalım diye geldim.
00:26:30Ondan sonra olanlar zaten en acayi çeşitli.
00:26:32Ne, ne, ne, deyin.
00:26:33Ne, ne, ne, ne, ne, ne.
00:26:34Ja.
00:26:35Okay.
00:26:36Yenis-Okonsuz, das ist Pressefreiheit.
00:26:38Pressefreiheit.
00:26:39Ich rede mit Ihnen über alles.
00:26:40Aber was Ihre Kollegen da gemacht haben, ist Hetze.
00:26:43Das ist lebensgefährlich.
00:26:45Das wissen Sie zurzeit.
00:26:46Ich weiß auch nicht, wer was getan hat.
00:26:48Okay.
00:26:49Sonst würde ich dann hier nicht erscheinen.
00:26:51Bitte, Trumpy.
00:26:51Okay.
00:26:51Genau.
00:26:52Ich bin so mutig genug.
00:26:53Ja, Sie gucken jetzt die Nachrichten.
00:26:55Wir kennen uns dann.
00:26:56Aber Sie können jetzt korrigieren.
00:26:58Neuschreiben.
00:26:58Deshalb ist er da.
00:26:59Wir machen das jetzt.
00:27:01Wir machen das jetzt.
00:27:02Okay, bitte.
00:27:32What I like to do is when I turn around, we say the nyat.
00:27:47We're going to praise Zohar for our God in the name of God, most gracious, most merciful.
00:27:54And what I like to do then is I like just to stand quietly for a few seconds, 10, 15 seconds,
00:27:59just to tune the world out and tune in.
00:28:03And then we start.
00:28:06All right.
00:28:10Allahu Akbar.
00:28:15Bismillahirrahmanirrahim.
00:28:19Alhamdulillahirrahmanirrahim.
00:28:22Arrahmanirrahim.
00:28:26Allahu Akbar.
00:28:29Allahu Akbar.
00:28:33Bismillahirrahmanirrahim.
00:28:35Allahu Akbar.
00:28:41Allahu Akbar.
00:28:45Assalamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatuh.
00:28:50Ah, okay.
00:28:51Das war's.
00:29:21ZANG EN MUZIEK
00:29:51ZANG EN MUZIEK
00:30:21ZANG EN MUZIEK
00:30:51ZANG EN MUZIEK
00:31:19Wir standen auf dem Bahnsteig und meine Mutter suchte mit verzweifelten Blicken nach meinem Vater.
00:31:38Aber er war nicht da.
00:31:43Während sie Kinder und Koffer in ein Taxi verfrachtete, schwebte ich schon in einer anderen Welt.
00:31:50Die vielen Lichter und Menschen beeindruckten mich sehr.
00:31:54Alles war so schön bunt, sauber und lebendig.
00:31:58Hier wirkte alles so viel schöner und grösser.
00:32:00Die Gebäude waren hoch und hell erleuchtet.
00:32:07Umso trauriger wurde ich, als es während der Taxifahrt immer dunkler wurde.
00:32:12Die verfallenen Häuser und die spärliche Beleuchtung ließen sie düster und unfreundlich erscheinen.
00:32:17Unser neues Zuhause gefiel mir nicht.
00:32:23Ich fing sogar schnell an, es zu hassen.
00:32:26Vom ersten Tag an wurde ich eingesperrt.
00:32:31Mein Spielfeld vor der Haustür war ganz klar abgesteckt.
00:32:35Links bis zur Ecke und rechts bis zum Schuster.
00:32:38Bis dahin konnte man mich vom Fenster aus beobachten.
00:32:43Meine Brüder mussten darauf achten, dass ich ja nicht aus dieser Begrenzung heraustrat.
00:32:49Nur einige wenige Male habe ich mich getraut, weiterzulaufen.
00:32:53Und dafür ziemlich viel Schläge bekommen.
00:32:56Alles in allem lohnte es nicht, sich für einige Stunden Freiheit verprügeln zu lassen.
00:33:02Ich muss nur Geduld haben, dachte ich damals.
00:33:04Sie können mich nicht mein Leben lang einsperren.
00:33:09Wenn ich groß bin, werde ich selbst bestimmen, wohin ich gehe und wie lang ich dort bleibe.
00:33:19Das Haus meines Vaters, so wird das Elternhaus in der Türkei genannt,
00:33:24erschien mir immer wie ein Gefängnis.
00:33:34Ich sage Ihnen mal eine Sache.
00:33:45Sie können nicht die Leute provozieren und sich dann über die Reaktion beschweren.
00:33:50Das geht einfach nicht.
00:33:51Ich greife Sie ja nicht an.
00:33:53Ich habe niemanden als Fotze, als Hure, als Drecksau, als fette Sau.
00:33:59Ich schlage deinen Kopf an die Wand, ich lasse dich vergewaltigen.
00:34:02Du wirst getötet und Allah möge dich verworfen.
00:34:05Habe ich nicht.
00:34:06Man kann nicht sich so darstellen, als ob man andere Leute provozieren
00:34:10und sich dann wundern, warum es Reaktionen habe.
00:34:13Das ist doch völlig normal oder nicht?
00:34:14Wir haben nur eine liberale Moschee eröffnet.
00:34:17Darf ich Sie mal nur eine Sache fragen?
00:34:19Das Klaus-Paket ist der Muslime. Können Sie mir das kurz sagen?
00:34:22Was wollen Sie mich hier abfragen, ob ich eine gute Muslimin oder eine schlechte Muslimin bin?
00:34:26Nein, ich möchte wissen, ob Sie eine Muslimin sind.
00:34:47Das Klaus-Paket ist der Muslime.
00:35:17Das Klaus-Paket ist der Muslime.
00:35:47Das Klaus-Paket ist der Muslime.
00:35:48Das ist der Muslime.
00:35:49Und ich möchte Sie eine Woman-Paket-Muslime.
00:35:50Das Klaus-Paket ist der Muslime.
00:35:51Das Klaus-Paket ist der Muslime.
00:35:53Aber ich möchte sie übernennen.
00:35:53Herzlich Willkommen!
00:35:56Hallo, wie geht's?
00:35:58Gut, wie geht's dir?
00:35:59Oh, danke.
00:36:01Guten Tag.
00:36:03Herzlich Willkommen.
00:36:06Willkommen.
00:36:07Lange nicht gesehen.
00:36:09Wie geht's?
00:36:10Es ist lange her, dass ich in einer Moschee war.
00:36:13Siehst du, und das sagen ganz viele.
00:36:15Du bist nicht die Einzige.
00:36:16Es gibt einen von uns in der Gemeinde,
00:36:18der war in Berlin ein einziges Mal in einer Moschee,
00:36:21nur ganz kurz und dann nicht mehr.
00:36:23Der lebt seit über 20 Jahren oder länger hier.
00:36:26Und jetzt ist er Gemeindemitglied
00:36:28und hat sogar vorgebetet neulich.
00:36:30Sehr schön.
00:36:32Und so ein Raum bewegt die Welt.
00:36:36Warum eigentlich?
00:36:37Warum eigentlich?
00:36:38Es ist ganz simpel, friedlich da.
00:36:42Ja, weil wir dann, Männer und Frauen, hier zusammenstehen und beten.
00:36:47Das ärgert viele Leute.
00:36:49Sobald wir hier daneben stehen.
00:36:52Wenn ein Mann jetzt die Schulter einer Frau ...
00:36:54Sex.
00:36:55Die Schulter einer Frau.
00:36:56Genau.
00:36:57Dann sagt zum anderen, ich kann's nicht aushalten.
00:36:58Ich muss sofort.
00:36:59Der berühmte Schultersex.
00:37:00Ja, genau.
00:37:01Und dann auch noch mit zwei.
00:37:03Also, wenn ich dann auch noch so stehe, ja?
00:37:05Hauf.
00:37:06Hauf.
00:37:07Treib's nicht so was.
00:37:08Ganz schlimm.
00:37:09Ich finde das eigentlich eine Verachtung des Mannes mehr als die Frau.
00:37:12Ja, klar.
00:37:13Ich auch.
00:37:14Die Frau ist ein Stück Süßigkeit.
00:37:17Du kennst ja das Bild.
00:37:18Ja, klar.
00:37:19Und wenn sie ...
00:37:20Wenn sie in die Sonne geht.
00:37:21Wenn sie in die Sonne geht, dann kommen die Fliegen.
00:37:22Gehen an die Kilos weg?
00:37:23Dann kommen die Fliegen, ja?
00:37:25Ja.
00:37:26Ja, klar.
00:37:27Wenn du ein Kopftuch trägst, oder kein Kopftuch trägst, ich bleibe eine Fliege.
00:37:33In beiden Fällen.
00:37:34Und das ist ja schlimm.
00:37:35Du musst auch ein bisschen geschmeichelt sein.
00:37:37Weißt du, ich war so stolz, sagen wir, wenn jetzt plötzlich vom Oberrabbinat in Jerusalem, ja,
00:37:42käme eine Fatwa gegen mich.
00:37:43Ja.
00:37:44Weil ich am Samstag Auto fahre.
00:37:45Das wäre doch toll, du.
00:37:46So viel Aufmerksamkeit.
00:37:47Ja, also ...
00:37:48Warum sitzen wir hier 2017 mitten in Berlin, 230 Jahre nach Voltaire, nach Kant und nach Feuerbach,
00:38:10wo das jetzt mittlerweile eine Normalität ist, dass man über Religion, Christentum, Jüdentum
00:38:16herziehen kann, in den satirischen Kakao ziehen kann.
00:38:20Warum brauchen wir so viele Persönliche zu uns, damit dieses Gespräch überhaupt möglich ist?
00:38:26Als ich über die Straße gehen wollte, hat mich ein arabischer Mann erkannt und mich beschimpft.
00:38:31Du bist doch die, die diese liberale Moschee eröffnet hat, wo die perversen Schwulen und Leszen zusammen beten.
00:38:37Und Gruppen Sex haben.
00:38:38Genau.
00:38:39Was der in seiner Fantasie hatte, ich weiß auch nicht.
00:38:42Und ohne Kopftuch.
00:38:43Und ich habe versucht, mich abzuwenden.
00:38:46Ich bin lauter geworden und habe gesagt, nein, nein und so.
00:38:48Und er meinte, doch, doch, das bist du doch und du stirbst bald.
00:38:51Ja, das war so meine Begegnung.
00:38:53Also, das hat ein muslimischer Mann gemacht.
00:38:56Die Leute sagen zu mir, Freitag, sie leben doch nicht frei.
00:39:00So ein Leben, was ist das für ein Leben?
00:39:02Und ich habe nicht dieses Gefühl.
00:39:04Ich verstehe nicht, was sie meinen.
00:39:06Weißt du, Seran, nichts ist schlimmer als im eigenen Kopf eingesperrt zu sein.
00:39:11Und das ist genau das.
00:39:12Die, die uns bedrohen, die sind im eigenen Kopf eingesperrt.
00:39:16Sie besitzen nicht ihre eigenen Gedanken.
00:39:19Sie sind vom Gedanken besessen.
00:39:21Und das ist der Unterschied.
00:39:22Wir besitzen unsere Gedanken.
00:39:24Wir sprechen das frei.
00:39:25Und deshalb fühlen wir uns auch frei in uns.
00:39:28Auch wenn wir in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.
00:39:32Das verstehen die Leute nicht.
00:39:34Ich bin dankbar für jeden Tag, an dem ich lebe.
00:39:37Und dass ich lebe, ist so viel schon für mich.
00:39:41Und ich bin so dankbar dafür, dass wenn ich hier in diesem Raum bin,
00:39:44jetzt mit euch hier sitze, ich bin da unendlich dankbar.
00:39:47Das gibt mir so viel.
00:39:48Dass wir hier drei sitzen und über Religion reden,
00:39:51statt über Ferien und über Autos und über Sex oder über Bücher.
00:39:55Die Religionsfrage hat den täglichen Ablauf hier weitgehend in der Hand.
00:40:02Was ist deine Alternative?
00:40:04Wenn du mal sagst, so als Traum, wenn du sagst,
00:40:07ich schreibe nicht mehr diese Bücher,
00:40:09weil Leute Magenkrämpfe kriegen und ich lebe ohne Polizeischutz.
00:40:12Wo kannst du dich sehen?
00:40:18Vielleicht irgendwann, wenn Damaskus,
00:40:20Islamismus frei ist, in Damaskus sitzen
00:40:23und dann Geschichten erzählen über ein Land,
00:40:27das so wunderschön war namens Deutschland,
00:40:29das es verbockt hat.
00:40:31Was ist das?
00:40:32Was ist das?
00:40:33Was ist das?
00:40:35Was ist das?
00:40:36Was ist das?
00:40:37Was ist das?
00:40:38Was ist das?
00:40:39Was ist das?
00:40:40Was ist das?
00:40:41Was ist das?
00:40:42Was ist das?
00:40:43Was ist das?
00:40:44Was ist das?
00:40:45Was ist das?
00:40:46Was ist das?
00:40:47Was ist das?
00:40:48Was ist das?
00:40:49Was ist das?
00:40:50Was ist das?
00:40:51Was ist das?
00:40:52Was ist das?
00:40:53Was ist das?
00:40:54Was ist das?
00:40:55Was ist das?
00:40:56Was ist das?
00:40:57Was ist das?
00:40:58Ich habe auch Mitpersonenschutzangst. Ich bin ja nicht so unvernünftig, dass ich nicht Angst hätte.
00:41:17Und ich weiß, dass es Menschen gibt, die darauf hoffen, dass sie mich irgendwo erwischen, wo sie an mich ran könnten.
00:41:25Einer hat geschrieben, irgendwann wird der Personenschutz aufgehoben und dann bist du dran.
00:41:34Also solche Dinge verfolgen mich natürlich täglich.
00:41:40Viele, viele Freiheitskämpfer haben lange Phasen ihres Lebens in Unfreiheit verbracht, weil sie sich für Freiheit einsetzen.
00:41:47Vielleicht liegt das in der Natur der Sache. Vielleicht ist das zu viel Freiheit, was wir fordern für andere.
00:41:53Vielleicht liegt es daran. Aber für mich ist es das wert, weil es um die Freiheit geht.
00:42:00Ich habe sehr unter meinem ältesten Cousin Dursun gelitten. Am Anfang hier in Berlin war es schrecklich für mich unter ihm.
00:42:19Manchmal hatte ich sogar mehr Angst vor Dursun als vor meinem Vater oder vor meiner Mutter.
00:42:23Ich musste immer ins Bett, wenn er es anordnet. Ich durfte bis zur sechsten Klasse im Fernsehen keine Unterhaltungssendungen ansehen.
00:42:33Er hat mich geschlagen, wo er nur konnte.
00:42:38Eines Tages kam er an und gab mir seine Jacke zum Aufhängen.
00:42:42Ich habe die Jacke im Schlafzimmer hinter die Tür gehängt.
00:42:45Als dann jemand die Tür aufmachte, fiel die Jacke irgendwie runter.
00:42:52Dursun meinte darauf, ich hätte seine Jacke absichtlich runtergeschmissen und verkloppte mich.
00:42:58Das werde ich nie vergessen.
00:43:00Er nahm meinen Kopf und haute ihn gegen die Wand.
00:43:04Daraufhin wollte ich sterben und habe irgendwelche Tabletten geschluckt, wovon ich aber nur Kopfschmerzen bekommen habe.
00:43:10Insgesamt versuchte ich dreimal mit Tabletten Selbstmord zu begehen, weil ich furchtbar verprügelt worden war.
00:43:18Zweimal von Dursun und einmal von meinem Vater.
00:43:22Es hat nie geklappt.
00:43:23Ich bin sehr zurückgezogen, schon längere Zeit.
00:43:40Ich habe immer wieder Anfeindungen erlebt.
00:43:43Ich bin ganz froh, dass es die Sicherheit gibt, dass ich das machen kann.
00:43:47Sonst hätte ich doch längst aufgehen müssen.
00:43:50Und so eine Bewegung braucht ein Gesicht.
00:43:53Ich bin die Ideengeberin und dann muss man auch bereit sein, sein Gesicht dafür herzugeben.
00:43:59Ich bin faint.
00:44:09Okay, kann man.
00:44:17Das ist nicht angemeldet.
00:44:19Aber er darf nicht filmen.
00:44:21Ich möchte ihn nicht filmen lassen.
00:44:24Nein, nein, nein.
00:44:26Machen wir nicht.
00:44:28Von welcher Welle?
00:44:30Okay, von welcher Welle.
00:44:32Nein, nein, nein.
00:44:34Er darf nicht filmen.
00:44:36Udi, Udi, Udi.
00:44:38Einmal Ausweis und Presseausweis.
00:44:40Ja, bitte.
00:44:47I'm sorry, we need protection.
00:44:50I'm sorry.
00:44:52Dangerous.
00:44:54Okay, sehr schön.
00:44:56And you are doing for Africa?
00:44:58Yes.
00:44:59The all-Africa country?
00:45:01Yes.
00:45:02Okay.
00:45:03Ah, es ist Deutsche Welle.
00:45:05Okay, yeah, that's what I want to see.
00:45:07So, if you prepare everything, I can come downstairs and have...
00:45:11Okay.
00:45:12Yeah?
00:45:13Then you can have it.
00:45:15But we have...
00:45:17Yeah, yeah, yeah.
00:45:19Also, für mich gibt's ja...
00:45:21Hallo, habt ihr euch eben was an?
00:45:23Das ist ja...
00:45:24Ich hab jetzt mal die Deutsche Welle angerufen.
00:45:26Wollte mal wissen, ob die Leute in Sand kommen hierher.
00:45:28Ja, ja.
00:45:29Danke schön.
00:45:30Sag mal Sera.
00:45:31Sera.
00:45:32Komm, lass uns noch mal essen.
00:45:33Hast du schon gefrüschtet?
00:45:34Nein?
00:45:35Ja.
00:45:36Doch, ich war gerade ein Brot essen, da kamen die Herren.
00:45:39Ja.
00:45:40Mach ich gut.
00:45:41Ja, ja.
00:45:42Hast du schon gefrüßtel?
00:45:43Nein.
00:45:44Ja.
00:45:45Doch, ich war gerade ein Brot essen, da kamen die Herren.
00:45:46Ja.
00:45:47Ja, ja.
00:45:48Genau.
00:45:49Was ist da?
00:45:50Genau.
00:45:51Achso, Getränkürftchen.
00:45:52Getränkürftchen.
00:45:53Wenn man da mit mir so ein Gebitze...
00:45:54Oh, das ist lecker, ne?
00:45:58Vielen Dank, Herr.
00:46:00An der Hand.
00:46:01Ja.
00:46:02Okay, Dutzend, guten Appetit.
00:46:05Hat jemand einen Tisch gebetet?
00:46:06Vielleicht einen Kurschen gebetet.
00:46:07Als Dankbarkeit am Ramadan auch für unsere, überall, unsere muslimischen Brüder und Schwester und vor allem die Kinder.
00:46:17Vor allem diejenigen, die jetzt nicht dieses Glück haben wie wir, die alle unter Verfolgung, unter Krieg, unter Hunger, unter Krankheiten leiden.
00:46:28Dafür bieten wir für sie, dass sie vielleicht eines Tages ihre Träume wahr werden und dass sie so feiern, wie wir jetzt gemeinsam feiern.
00:46:36Wir danken dir daran, dass wir so einen Tag zusammen verbringen dürfen und dass wir ohne Angst, ohne Furcht zusammenkommen und bieten können,
00:46:51unsere Glaube, unser Islam leben und erleben dürfen.
00:46:54Danke, danke Gott, alhamdulillah, wa shukru lillah, rabbel alamin.
00:47:00So, guten Appetit.
00:47:02Guten Appetit, Leute.
00:47:06Tatliye, tatli konnig. Esse süß, spreche süß, sagt man im Türkischen.
00:47:10Gut, danke, Gerd, herzlichen Dank.
00:47:16Ich stehe mit dir, Lüfen auszuhören.
00:47:18Ja.
00:47:20Ja.
00:47:22Ich danke, dass auch von meinem Kollegen reichen.
00:47:24Ja, danke, ich komme.
00:47:25Herzlichen Dank.
00:47:28Ach, der ist noch reiner drauf.
00:47:30Moment, ich, dann nehme den Teller mit.
00:47:33Ja.
00:47:34Nimm den Teller mit.
00:47:35Ja.
00:47:35Willkommen bei Combox von Friscom.
00:47:48Detailnehmer mit der Nummer 0.
00:47:51Mhm.
00:48:04Ja.
00:48:04Ja.
00:48:05Ja.
00:48:06Was?
00:48:06Ja.
00:48:06Was?
00:48:08Ja.
00:48:08Ja.
00:48:10Ja.
00:48:11Ja.
00:48:12Yeah.
00:48:12Yeah.
00:48:13Hallo, grüß dich. Ja, jetzt kommen wir. Genau, ja, genau. Jetzt lassen Sie das.
00:48:37Was ist für Sie persönlich der Islam?
00:48:39Also der Islam ist ja eine sehr individuelle Religion. Wir haben keine Institution zwischen dem Einzelnen und Gott. Und so habe ich das gelernt. Wir haben keinen Part. Bei mir zu Hause war es sehr traditionell und patriarchal, deshalb bin ich von zu Hause abgehauen, also im Elternhaus. Aber die Religion wurde bei uns extrem liberal gelebt, also sehr entspannt auch. Es hat niemand ein Riesentheater gemacht, wenn er beten gegangen ist.
00:49:04Ihr Haushalt, wenn ich es jetzt richtig in Erinnerung habe, ist ja schon sunnitisch geprägt gewesen.
00:49:09Ja, ja, wir sind sunnitische Moslem.
00:49:10Würden Sie denn selbst sagen, Sie sind Sunnitin oder sind das Kategorien, die für Sie keine Rolle spielen?
00:49:14Ich möchte, dass diese Kategorien keine so wichtige Rolle spielen. Ja.
00:49:18Ja, das ist mein Wunsch, weil ich sage, der Prophet war Moslem. Und über diese Machtkämpfe wollen wir hier reden und Frieden schließen.
00:49:26Aber Sie würden jetzt auch nicht sagen, dass es eine Moschee eher sunnitischer Prägung oder irgendwie sowas, sondern gerade nicht, ne?
00:49:31Nein, eben nicht. Ganz klar nicht, gerade nicht. Es ist eine Moschee, die offen ist für alle muslimischen Ausrichtungen.
00:49:37Sie wollen auch noch Fotos haben.
00:49:58Ja, natürlich. Haben Sie unten gesehen schon die Moschee?
00:50:01Nein, können wir das dann vielleicht machen?
00:50:02Ja, natürlich.
00:50:04Also unsere Idee wäre dann mal einfach, wir möchten das generell ein bisschen beschreiben, was es überhaupt ist, wie man das will.
00:50:10Haben Sie das Buch gelesen?
00:50:12Ich habe es bei mir liegen. Ich lese es.
00:50:14Ich finde das so anstrengend, dass die Leute...
00:50:17Aber ich lese es nicht.
00:50:17Also ich habe das Buch extra geschrieben, damit die Leute es lesen.
00:50:21Und nicht, dass ich es zu Hause auf dem Tisch habe und dann komme und mir all die Fragen stellen, die in dem Buch stehen.
00:50:25Sie kriegen es auch extra zugeschickt.
00:50:27Ich habe es leider... Ich bin jetzt gerade erst neu in die Redaktion gekommen.
00:50:30Ja, das ist schon ein bisschen anstrengend.
00:50:32Ja, das verstehe ich.
00:50:32Ich kann Ihnen eigentlich das Buch dann voll lesen.
00:50:35Ja.
00:50:35Aber wie ist es jetzt gerade mit Ihrer Ausbildung?
00:50:38Ich bin noch dabei.
00:50:40Und wie lange?
00:50:41Sie müssen mich verstehen. Ich muss den ganzen Tag das Ganze erklären.
00:50:44Und dann gibt es Dinge, die möchte ich eigentlich nicht mehr eben mündlich erklären, weil dafür schreibe ich ein Buch.
00:50:49Also müssen wir jetzt von vorne anfangen.
00:50:50Sie haben überhaupt keine Ahnung. Sie wissen gar nicht, was überhaupt eine Imamin ist.
00:50:54Ja, weil...
00:50:55Schon.
00:50:56Na doch nicht.
00:50:57Nein, weil sonst würden Sie nicht jetzt so fragen, wie lange dauert eine Ausbildung.
00:51:00Weil Imamin bedeutet nämlich eigentlich, dass einfach nur jemand vorbetet.
00:51:04Man braucht keine Ausbildung.
00:51:06Ja, man braucht keine Ausbildung.
00:51:07Aber Sie machen ja eine.
00:51:07Ja, aber das mache ich, weil es nach außen so kommunizieren muss, weil die Leute erwarten von einem,
00:51:12dass sie etwas lernen. Und das nennt man nicht Ausbildung eigentlich.
00:51:17Wir haben nicht so eine feste Ausbildung, dass im Koran das stehen würde, so musst du das machen oder in den Hadithen.
00:51:25Sondern es heißt, jemand sollte eine Gemeinde leiten, der mehr weiß als die anderen.
00:51:31An meinem 17. Geburtstag galt mein Gedanke nur der Tatsache, dass ich in 365 Tagen volljährig sein würde.
00:51:59Dann könnten meine Eltern mir nichts mehr vorschreiben.
00:52:03Ich würde einfach ausziehen, ob sie damit einverstanden waren oder nicht.
00:52:09Um die Tage zu zählen, die ich nur noch auszuhalten hatte, führte ich eine Strichliste wie Robinson Crusoe oder wie Menschen, die im Gefängnis sitzen.
00:52:17Die Strichliste war direkt am Kopfende von meinem Bett, mit Bleistift auf der Tapete.
00:52:26Niemand hat sie je entdeckt.
00:52:27Wenn ich sah, was deutsche Mädchen in meinem Alter durften und was ich machen musste, bekam ich fast Magengeschwüre.
00:52:37Mein Doppelleben nahm immer bizarrere Gestalt an.
00:52:44Obwohl in meiner Familie kein Kopftuch getragen wurde, fing ich an, zu Hause immer öfter eines zu tragen.
00:52:51In der Schule war ich so weit weg von dem Gedanken, mich zu verschließen, dass ich mich selbst nicht verstand.
00:53:01Ich ging in die Schuldisco, tanzte dort für mein Leben gern und so wild ich konnte, gewann fast jeden Tanzwettbewerb und träumte von einem abenteuerlichen, ungestümen Leben.
00:53:11Ich hatte nur meine Träume von der Freiheit, bis ich einfach wegging, bis ich mich traute, die Wohnungstür zu öffnen und selbst zu entscheiden.
00:53:24Ich gehe jetzt durch diese Tür und ich komme erst wieder, wenn ich es will.
00:53:41Abdelhakim Ogi ist einer unserer Gesellschafter.
00:53:52Er ist jemand, der viel zum Thema Islam veröffentlicht hat und so bin ich auf ihn aufmerksam geworden.
00:54:00Und er ist jemand, der sich für Reformen im Islam einsetzt, sehr stark.
00:54:05Und da ist er ganz nah bei uns, dass Frauen Autoritäten sein dürfen, dass Frauen...
00:54:11Auch Führungspositionen einnehmen, dass das Kopftuch keine religiöse Pflicht ist, beschreibt er in seinen Thesen.
00:54:21Es ist wichtig, dass die Gesichter, die in Sachen Islam und Reformation im Islam aktiv sind, dass diese Gesichter sich zusammenschließen.
00:54:31Das ist hier, oder?
00:54:32Ja, was wollen Sie denn?
00:54:58Guten Morgen.
00:55:00Guten Morgen, wie geht's?
00:55:02Herr Martin Luther.
00:55:04Ich möchte gern die Thesen hier aufregen.
00:55:06Wir sind sowieso keine Schlosskirche hier.
00:55:08Und Sie sind Herr Orghi, stimmt?
00:55:10Ich will der Herr Orghi.
00:55:12Also Sie sind nicht Herr Martin Luther.
00:55:14Mit Ihren 40 Thesen.
00:55:16Aber ich würde gern.
00:55:18Das ist von oben da, das ist eine Methode von, sag ich mal,
00:55:22Alibaba und seinen 40 Räuber.
00:55:24Darf ich jetzt die Thesen aufregen?
00:55:26Ich darf Sie immer.
00:55:28Aber Sie machen, was Sie wollen.
00:55:30Gucken Sie mal.
00:55:32Martin Luther hat das als Einladung für eine akademische, konstruktive Diskussion über die Religion.
00:55:48Sie hätten einfach mich eingerufen und dann einfach einen Freitag...
00:55:54Warum?
00:55:56Wir sind kein...
00:55:58Wir beißen nicht auf jeden Fall.
00:56:00Haben Sie das erlebt?
00:56:02Ich finde es sehr schön.
00:56:04Ich finde es sehr schön, dass wir das machen.
00:56:06Ich kann auch Ihnen behilflich sein dabei.
00:56:08Zum Beispiel Freitag können Sie hier kommen.
00:56:10Wir haben 1.500 Leute.
00:56:12Sie können Ihre Dings hier käsern, publizieren, verteidigen, erklären.
00:56:20Sie können alles machen.
00:56:22Wann?
00:56:23Zeigen Sie mir Zeit.
00:56:24Vor die Presse.
00:56:26Ich lade Sie ein.
00:56:27Jederzeit.
00:56:28Heute komme ich.
00:56:29Heute haben Sie etwas anderes vor.
00:56:32Sie haben Ihr Buch jetzt zu verkaufen.
00:56:34Nein.
00:56:35Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
00:56:36Wirtschaftlich meine ich, oder?
00:56:38Nein, nicht wirtschaftlich.
00:56:39Es geht um einen Diskurs.
00:56:40Ich möchte mit Ihnen reden.
00:56:41Ich möchte mit Ihnen reden.
00:56:42Das ist eine...
00:56:44Bitte?
00:56:45Sie können sich reinkommen.
00:56:47Mache ich.
00:56:48Mache ich sofort.
00:56:49Gehen Sie mal rein.
00:56:50Dann lassen Sie mich mal.
00:56:51Dann vielleicht.
00:56:52Bitte schön.
00:56:54Bitte schön.
00:56:55Aber die Schuhe ausziehen.
00:56:57Ja, ja, ja.
00:56:58Ich muss ausziehen.
00:56:59Sie wissen, wie das ist.
00:57:01Warum?
00:57:02Warum?
00:57:03Ja.
00:57:04Wir haben eigentlich hier keinen Vortrag.
00:57:07Jeder in der Reihe.
00:57:08Jeder in der Reihe.
00:57:09Jeder in der Reihe.
00:57:10Jeder in der Reihe.
00:57:15Das ist normal.
00:57:18So, Schukran.
00:57:19Aber eine Frage.
00:57:20Ich mache kein PR.
00:57:22Das ist eine...
00:57:23Nein, das ist PR.
00:57:24Das gehört mir auch.
00:57:25Ach.
00:57:27Das gehört mir.
00:57:28Aber sagen Sie mir,
00:57:31warum haben Sie Angst?
00:57:33Klar.
00:57:34Haben Sie was gehört,
00:57:35dass ich einen Schläger...
00:57:36Nein, das habe ich nicht gehört.
00:57:37Aber ich habe das einfach gemacht.
00:57:39Ich wollte einfach mit dem arabischen Islam
00:57:42halt in einer arabischen Moschee machen.
00:57:44Ja.
00:57:45Aber haben Sie jetzt das erlebt?
00:57:47Nein.
00:57:48Haben Sie was Schleses erlebt?
00:57:49Ich bin sehr zufrieden.
00:57:50Sehr zufrieden.
00:57:51Ich komme auch zurück
00:57:52und sprüche auch für Sie
00:57:54auch hier einen Vortrag
00:57:56oder ein Gebet oder irgendwas.
00:57:57Auf jeden Fall eine runde Diskussion.
00:57:59Eine runde Diskussion.
00:58:01Eine runde Diskussion.
00:58:02Wir sind ganz offen,
00:58:03ganz bereit dafür.
00:58:05Und wir machen das mit einer voller Energie
00:58:09und auch so offen,
00:58:11dass wir eigentlich...
00:58:12Wir haben keine Angst um unser Islam.
00:58:14Wir haben keine Angst um...
00:58:15inna lilla...
00:58:17inna lilbaiti rabbun ya'mi ha'mi ha.
00:58:18inna lilbashariya kulla rabbi ya'mi ha.
00:58:20much albayt faqat.
00:58:23inna lilbait faka vi makke.
00:58:24Inna lilbait faqat.
00:58:25Wir reden vielleicht Deutsch ist besser,
00:58:27weil es gibt Leute hier bei uns,
00:58:29die kein Deutsch verstehen,
00:58:30die kein Arabisch verstehen.
00:58:31Dann ist es besser auf Deutsch.
00:58:32Ich komme gern.
00:58:34Alles Gute.
00:58:35Vielen Dank.
00:58:36Lassen Sie uns umarmen, ja?
00:58:38Ja, das mache ich gern.
00:58:39Vielen Dank.
00:58:39Okay, dann.
00:58:40Danke.
00:58:40Zu spät.
00:59:00Guten Morgen.
00:59:01Guten Morgen, hallo.
00:59:02Herzlich willkommen.
00:59:05Wie geht es noch?
00:59:05Vier, vier.
00:59:06Genau.
00:59:08Geht es dir gut?
00:59:08Gut, gut.
00:59:09Gut geschlafen.
00:59:10So.
00:59:12Ich mache meine Schuhe hier.
00:59:15Wie geht es dir?
00:59:15Ich bin sehr gespannt.
00:59:17Gespannt auf was?
00:59:18Ich bin sehr gespannt, was du mir erzählst, was du alles gemacht hast.
00:59:20Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen.
00:59:22Gib mir mal deine Jacke, bitte.
00:59:24So.
00:59:25Genau.
00:59:25So bequem.
00:59:28Du hast die ganze Nacht nicht geschlafen?
00:59:30Nee.
00:59:30Ich habe die ganze Nacht, immer, wenn ich wach wurde, daran gedacht, was passiert da jetzt?
00:59:34Morgen, ja.
00:59:34Ja, ja.
00:59:35Was passiert da eigentlich?
00:59:36Also stell dir mal vor, also mit sowas habe ich nie gehecht.
00:59:39Ja?
00:59:39Ich habe sogar unten da in der Moschee gebetet.
00:59:41Du hast da gebetet?
00:59:43Ja.
00:59:43Verrückt.
00:59:45Verrückt, ja.
00:59:46Sehr schön.
00:59:47Finde ich klasse.
00:59:48Wie geht es dir?
00:59:49Wie geht es dir?
00:59:49Bist du erleichtert?
00:59:50Ja, ja.
00:59:52Schade, dass du nicht dabei warst, wirklich.
00:59:54Nein, weißt du was?
00:59:55Ich habe noch mal überlegt, also es ist ganz schön, dass die Polizei das verhindert hat, also beziehungsweise,
01:00:00die haben es ja nicht verhindert, ich hätte es ja trotzdem machen können, ja, aber dass
01:00:03sie Bedenken hatten.
01:00:05Und am Ende, denke ich, ist es sehr viel besser, wenn du wirklich alleine da bist, sobald ich
01:00:09da bin, weißt du?
01:00:11Ja.
01:00:11Ich bin so sehr in der Öffentlichkeit.
01:00:13Der nächste Schritt für all diese Reformationen, die wir ja vorhaben und auch die genießen
01:00:17Aktionen, ja, wir suchen ja den Dialog dafür, bin ich auch traurig, ja, aber ich finde
01:00:24es sehr schön, dass du es gemacht hast.
01:00:26Warum bist du traurig?
01:00:27Erzähl mal, dass ich nicht dabei sein konnte, aber ich finde das gut, das sind deine Thesen,
01:00:33die sollen erstmal mehr im Vordergrund.
01:00:35Das sind unsere Thesen.
01:00:35Genau, das sind unsere Thesen und wir können ja zusammen dann trotzdem nochmal hingehen.
01:00:40Ja, ja, ja.
01:00:41Erzähl mal, erzähl mal.
01:00:43Also ich war total aufgeregt, ängstlich, weil die Moschee halt unter Verfassungsschutz
01:00:48oder Beobachtung steht.
01:00:50Natürlich.
01:00:51Ja, und kam ich an und sie haben mir das Tor aufgemacht, ich wollte, da habe ich mit
01:00:55den Gedanken überlegt, ob ich über das Tor spreche.
01:00:58Wer dann muss oder so.
01:00:59Ja.
01:01:00Und der Sabri war so herzlich, also das hat mich total überrascht.
01:01:04Okay.
01:01:05Wir haben uns irgendwie...
01:01:06Er war da.
01:01:06Ja, hat mir das Tor aufgemacht, hat er gesagt...
01:01:09Wusste er, dass du kommst?
01:01:10Nein, nein, die wussten das nicht, ja.
01:01:12Okay.
01:01:13Und man weiß von uns, man weiß, was die Ibn Rushd Moschee ist, man weiß, was die Sairan
01:01:19ist und das ist...
01:01:21Jetzt kommt Hake mit seinen Thesen zu kommen.
01:01:23Nein, nein, es geht nicht um Thesen, es geht darum.
01:01:26Das brauchen wir, wirklich.
01:01:27Es war jetzt ganz wichtig, es wird ja ganz oft kritisiert, wo sind denn eure theologischen
01:01:32Grundlagen?
01:01:32Ja.
01:01:33Und dafür habe ich dich ja so angebettelt, ja, so bitte, bitte mach es ganz schnell
01:01:37und bald, wir brauchen eine theologische Grundlage.
01:01:41Das sind ja Thesen, du sagst ja nicht, so ist es und so muss es sein.
01:01:44Sondern das sind die Thesen, an denen wir diskutieren, ja, und das sind deine, das sind die Ideen,
01:01:50die wir haben, wie wir es verändern sollten, wie Reformen aussehen, ja.
01:01:54Und wie sich das nachher ausgestaltet, hat sich bei Luther nicht anders entwickelt, ja.
01:01:58Mhm.
01:02:24Ja.
01:02:26Ja.
01:02:28Ja.
01:02:29Ja.
01:02:29Ja.
01:02:33Ja.
01:02:41Ja.
01:02:47Ja.
01:02:51Musik
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01:04:51Herzlich willkommen allerseits. Vielen, vielen Dank für euer und für ihr Interesse.
01:05:11Es ist erstaunlich viel, erstaunlich voll. Wir versuchen eigentlich freitags nicht mehr so voll zu haben,
01:05:19weil wir wollen ja in Ruhe eigentlich beten. Gleichzeitig können wir auch verstehen,
01:05:24dass gerade Sie oder ihr als Schüler und Schülerinnen die Möglichkeit habt.
01:05:30Und deshalb haben wir die Tür natürlich sehr gerne geöffnet.
01:05:34Für uns gibt es nicht die einzige Wahrheit. Kein Mensch hat die einzige Wahrheit.
01:05:38Solch eine Arroganz darf kein Mensch besitzen. Wir sind dankbar dafür, dass wir uns gegenseitig das Wissen,
01:05:47was wir haben, mitteilen und daran arbeiten gemeinsam, dass etwas sich entwickelt. So ist unsere Grundphilosophie.
01:05:56Ich habe eine Frage und zwar vor dem Beten. Nimmt man ja normalerweise Gebetswasch. Machen Sie das dann auch?
01:06:03Ja klar, wir sind ja so hergekommen.
01:06:06Okay und noch eine Frage gleich. Warum haben Sie ohne Kopftuch gebetet?
01:06:09Weil das ist genau eines der Unterschiede, was wir hier machen, dass wir niemanden zwingen, eins zu tragen.
01:06:16Du darfst mit oder ohne Kopftuch beten. Wir haben heute zufällig, oder einige haben vielleicht getragen,
01:06:23aber wir haben eine Haltung zum Kopftuch oder Einzelne hier, die sagen, also wer mit Kopftuch beten will, bitte.
01:06:32Und wer ohne, auch bitte.
01:06:35Ihnen gefällt ja vieles nicht an dem Islam, wie zum Beispiel, dass Frauen und Männer getrennt beten.
01:06:41Haben Sie da nie nachgedacht, dass Sie vielleicht aus dem Islam austreten?
01:06:45Nein, niemals. Ich weigere mich aus meiner Religion auszutreten, weil ich bin hineingeboren und ich glaube an Gott ganz stark,
01:06:53dass Gott mich extra in diese Religion auch hineingeboren hat.
01:06:56Also er entscheidet darüber, nicht ich. Und warum soll ich austreten?
01:07:01Es ist ja, Allah hat das letzte Wort und das sind halt seine Gesetze, sag ich mal jetzt so.
01:07:07Sich also dagegen zu stellen, ist ja schon eine große Sache.
01:07:10Das tue ich ja nicht.
01:07:12Haben Sie eine Telefonnummer von Allah?
01:07:15In dem Moment, dass Sie hier ohne Kopftuch vor Männern beten, tun Sie es irgendwie schon.
01:07:20Es ist jetzt schon 1400 Jahre so und es wurde auch schon immer so gemacht, bis jetzt.
01:07:26Das ist doch kein Argument. Schau mal, 1400 Jahre lang beten Frauen und Männer in Mekka zusammen.
01:07:32Aber hinter Männer.
01:07:34Die beten auch gemischt dort teilweise, ja, natürlich.
01:07:38Also in der Entstehungsgeschichte des Islams im Hofe des Propheten haben Männer und Frauen zusammen gebetet.
01:07:44Also sind Sie der Meinung, dass Sie nicht gegen, also dass Sie alles richtig machen mit Ihrer...
01:07:50Ich denke, dass es nicht falsch ist. Ich sage nicht, dass die anderen falsch sind, sondern ich sage, dass das, was ich hier mache, nicht falsch ist.
01:07:56Ich würde euch niemals sagen, dass es das Richtige, was wir hier machen und das, was ihr macht, ist falsch.
01:08:01Aber umgekehrt macht ihr das, indem ihr uns testet, weil ihr belehrt uns, was richtig ist.
01:08:07Ich wollte nur sagen, dass es besser und logischer ist, dass Männer und Frauen auseinanderbeten.
01:08:13Darum, weil zum Beispiel, der E-Mail ist ganz vorne. Hier ist jetzt eine Frau, ein Mann.
01:08:18Und ich bin hier hinten als Mann. Und da guckst du einfach mal auf den Boden.
01:08:22Und dein Auge geht auch automatisch in Richtung die Frau. Weißt du, wissen Sie, was ich meine?
01:08:27Natürlich.
01:08:27Man weiß nicht, ob man bietet oder man ist ganz woanders. Also was soll man sagen?
01:08:31Männer, die so denken, haben ein psychologisches Problem und ein Problem mit ihrer Sexualität.
01:08:37Ja, in dieser Gesellschaft. Ich habe echt die Nase voll, dass in der gesamten islamischen Welt junge Männer extrem sexualisiert werden.
01:08:46Von morgens bis abends nur an Sexualität denken. Und Frauen auch über die Sexualität nur definiert werden.
01:08:51Und deshalb weggeschlossen werden müssen, verhüllt werden müssen. Dass sie viel weniger dürfen, als ihre Brüder dürfen.
01:08:57Und am Ende sowieso heiraten sollen. All diese Bilder, die haben wir.
01:09:02Vor allem haben wir sie extrem aktuell in der islamischen Welt. Und dagegen kämpfe ich.
01:09:06Weil ich sage, nicht alle denken so. Und es gibt genug Männer und Frauen, die die Nase voll haben von dieser Sexualisierung.
01:09:13Das Thema Sexualität gehörte nicht zu den Themen, über die man in unserer Familie viel sprach.
01:09:33Eine Ausnahme waren Schimpfwörter. Das Wort Nutte oder Hure kam sehr oft vor, wenn ich geschlagen und beschimpft wurde.
01:09:41Ich kannte diese Bezeichnung schon, bevor ich überhaupt wusste, was Huren sind und machen.
01:09:49Töchter verkörpern die Ehre der Familie und müssen vor allen Gefahren geschützt werden.
01:09:55Sie müssen ihre Jungfräulichkeit bewahren, bis sie verheiratet werden.
01:10:00Deshalb wurde ich eingesperrt.
01:10:02Von den Deutschen solle ich mir nichts abgucken.
01:10:10Die seien sowieso jenseits von Gut und Böse.
01:10:13Allah würde sie irgendwann dafür bestrafen.
01:10:17Ein Bekannter sagte einmal, wir Mädchen seien so wertvoll wie Gold.
01:10:23Am schönsten sei es, wenn wir poliert und in die Vitrine gestellt würden,
01:10:26damit wir nicht beschmutzt werden könnten.
01:10:29Allahu akbar, allahu akbar.
01:10:42Allahu akbar, allahu akbar, allahu akbar.
01:11:12Allahu akbar, laa ilaha illa Allah.
01:11:22Allahu akbar, allahu akbar.
01:11:27Amen.
01:11:57Ja, wir stehen ja wieder auf.
01:12:08Ja, es gibt eine Sache mit den Gesellschaftern, da will ich gar nicht so viel drauf vermeiden.
01:12:31Günnel verlässt uns. Eine der Mitgesellschafterinnen. Ich weiß bis heute auch wieder bei ihr nicht, warum, muss ich euch wirklich sagen.
01:12:43Also ich denke mal, das sind persönliche Gründe, aber sie hat sich da nicht offen geäußert, hat so hinten herum auch wieder ein bisschen Stress gemacht.
01:12:51Ich habe sie immer wieder gebeten, komm doch und lass uns doch reden, komm doch zur Gemeinde, lass uns hier reden und konfrontiere mich doch, wenn ich Fehler gemacht habe.
01:12:58Ich kritisier mich hier vor der Gemeinde, bitte, bitte, bitte. Dass die Gemeinde das alles hört, was du zu kritisieren hast, damit ich weiß, was ich für Fehler mache.
01:13:07Wenn die Leute sich dann so verabschieden und dann sich auf mich stürzen und erzählen, wie böse ich bin und wie blöd ich bin und wie egoistisch und autoritär ich bin, dann denken sie, oh sorry.
01:13:17So, jetzt was ganz, ganz Tolles. Wir hatten neulich eine Dame, die Direktorin oder eine der Mitarbeiterinnen des ethnologischen Museums und sie hat da schon eine exponierte Stellung, nämlich den Bereich Islam.
01:13:32Und das ethnologische Museum wird umziehen ins Humboldt-Forum und bekommt eine ganz eigene Abteilung im dritten Stock.
01:13:43Wir als Ibn Rushd Goethe Moschee bekommen eine ganze Vitrine und dürfen da zum Thema Reformen im Islam diese Vitrine ausstatten.
01:13:52Nicht nur das, wir kriegen einen Werkvertrag über fünf Jahre und dürfen dort Veranstaltungen machen.
01:13:56Das heißt, die Veranstaltungen, die wir anbieten, werden dort gemacht und werden da auch vom Humboldt-Forum finanziert.
01:14:02Ist das nicht toll?
01:14:05Ja.
01:14:06Ja.
01:14:26Ich bin autoritär an der Stelle, wo die Grundidee zerstört wird.
01:14:34Das heißt genau, dass ich eine gemeinnützige GmbH gegründet habe und ich habe diese Rechtsform gewählt, damit niemand die Grundidee zerstört.
01:14:45Wo gegen unsere Präambel gearbeitet wird und wo versucht wird, etwas zu verändern, was die Moschee darstellt.
01:14:58Die Arbeit im Frauenladen und die politischen Aktivitäten machen mir grossen Spass.
01:15:27Die Sonne schien und ich hatte gerade Tee gemacht.
01:15:33Plötzlich hörte ich hinter mir die Stimme eines Mannes.
01:15:38Lieber Herr, sagte ich betont höflich, gehen Sie doch bitte hinaus.
01:15:43Sie werden vor der Tür beraten.
01:15:46Er sah mich an und sagte, was ich will geht ganz schnell.
01:15:51In dem Moment knallte es schon.
01:15:52Ich hörte drei Schüsse und hatte unmittelbar danach das Gefühl zu spät.
01:15:58Es war, als säße ich auf einem Thron.
01:16:05Dieser Thron schwebte mit mir nach oben.
01:16:09Ich fühlte mich leicht und klar.
01:16:12Unter mir sah ich mich selbst auf dem Boden liegen.
01:16:15In einer Blutlache, die sich um meinen Hals herum ausbreitete.
01:16:18Dann wechselten die Bilder.
01:16:24Ich dachte, ich sterbe jetzt.
01:16:27Ich dachte an meine Eltern und daran, wie traurig sie wären, wenn ich sterben würde.
01:16:34Im Hals spürte ich langsam, wie mir die Luft wegblieb.
01:16:37Meine linke hintere Halsschlagader war durchschossen und die Kugel steckte zwischen dem vierten und fünften Halswirbel.
01:16:45Ich werde mich selbst auf den Kugel stecken.
01:17:15Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:17:45Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:15Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:17Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:19Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:21Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:23Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:25Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:27Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:29Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:31Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:33Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:35Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:37Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:39Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:41Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:43Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:45Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:47Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:18:491.053, der ist jetzt vorbei.
01:18:55Ich weiß nicht, kann ich nicht kommen.
01:19:00Er versucht zu gucken, aber ich bin nicht.
01:19:19Ich weiß, dass viele Menschen Angst davor haben,
01:19:26unter Personenschutz zu leben und diesen Preis zu zahlen,
01:19:30ihr Privatleben einzuschränken.
01:19:33Aber ich finde, dass der Preis gar nicht so hoch ist,
01:19:36weil der Preis, den wir zahlen, wenn wir das nicht machen,
01:19:39ist doch viel größer, dass wir nicht die Reform voranbringen,
01:19:43dass wir nicht zeigen, dass es Muslime wie wir gibt.
01:19:47Dieser Preis ist doch viel schlimmer für die Gesellschaft.
01:19:50Aber auch für einen selbst. Ich weiß nicht, wie es dir geht.
01:19:53Ja, aber nicht alle Menschen haben den Mut,
01:19:56unter solchen Umständen zu leben.
01:19:59Also 24 Stunden unter Polizeischutz in einer kleinen Stadt,
01:20:04das würde keinem Spaß machen.
01:20:08Und die Frauen, die bei uns hier in Freiburg, die haben Angst.
01:20:12Man verliert zumindest seine eigene Freiheit.
01:20:15Aber ist die Freiheit, das, was ich jetzt hier mit dir mache,
01:20:20und wir in Berlin realisieren, wenn wir jetzt in Wien eine Moschee eröffnen,
01:20:24ist das nicht auch eine Freiheit, die wir gewinnen?
01:20:27Doch, das ist eine Freiheit. Aber das muss man auch wahrnehmen.
01:20:31Es gibt Menschen, die haben diese Angst.
01:20:34Also sie möchten einfach ihren Alltag noch mal gestalten.
01:20:39Das heißt, es gibt halt diese Menschen, die einfach diese Angst haben.
01:20:43Was ich jetzt als Nächstes machen werde, ist, dass wir dieses Institut, die Akademie voranbringen.
01:20:49Ja.
01:20:50Ich werde dich auf dem Laufenden halten. Ich will jetzt in Brandenburg Kontakt haben.
01:20:54Ich habe mit Petra Pau gesprochen auf dem Hoffest und habe gesagt, Petra, ich will nach Brandenburg.
01:20:59Nicht in Berlin.
01:21:00Ja, ja.
01:21:01Was hältst du von der Idee?
01:21:02Ja, finde ich sehr gut, wirklich.
01:21:03Was wir entwickelt haben, dass wir in einem Dorf so eine Anlage wie so ein Campus aufbauen.
01:21:10Als Ansprechpartner des Staates und der beiden Kirchen, wo man halt mit verschiedenen Leuten forscht und auch sogar lehrt.
01:21:19Genau.
01:21:20Und das ist eine Akademie halt mit Vorträgen und dazu auch ein Gebetsraum.
01:21:25Und dann ein eigenes Institut, wo wir Imame und Imamin ausbilden.
01:21:30Ja.
01:21:31Ja, da haben wir noch viel zu tun.
01:21:33Ja.
01:21:34Aber es geht voran, das ist so schön.
01:21:37Todgesagte Lehmländer. Die haben ja mir prophezeit, dass wir nur eine Woche aushalten.
01:21:42Jetzt ist es über ein Jahr.
01:21:44Jetzt ist es über ein Jahr, genau.
01:21:57Ich kämpfe nicht gegen den Islam, ich kämpfe gegen das Patriarchat.
01:22:01Es sind die Themen Gleichberechtigung der Geschlechter, es ist die Akzeptanz von Homosexualität
01:22:05und es ist das Thema Religionsfreiheit vor allem innerislamisch, um das es geht.
01:22:10Wenn wir über Gleichberechtigung der Geschlechter sprechen im Islam, dann sprechen wir um Sitte und Moralvorstellungen,
01:22:16Kleidervorschriften, wie eine Frau zu sein hat.
01:22:19Ich bin Anmeldin und vertrete gerade das Land Berlin und verteidige das Neutralitätsgesetz in mehreren arbeitsgerichtlichen Verfahren
01:22:30und habe drei Verfahren schon gewonnen.
01:22:32Denn das Neutralitätsgesetz besagt, dass Lehrerinnen in den staatlichen Schulen, vor allem in den allgemeinbildenden Schulen,
01:22:41keine Kopftischer tragen dürfen.
01:22:44Ich will Ihnen einfach nur sagen, dass einige Menschen allein die Tatsache, wir sind in einem Rechtsstaat,
01:22:51die Tatsache, dass ich als Anwältin das Land Berlin legalerweise vertrete,
01:22:56als Grund nehmen mir Morddrohungen zu schicken.
01:22:59Das heißt, das sind Menschen, die nicht akzeptieren, dass es eine andere Ansicht gibt.
01:23:03Sie akzeptieren unseren Rechtsstaat nicht. Sie akzeptieren die Gleichberechtigung der Geschlechter nicht.
01:23:09Sie akzeptieren nicht, dass Männer und Frauen der Ansicht sind, dass auch der Islam reformierbar ist.
01:23:16Und warum bin ich dann deshalb so gegen das Kopftuch in der Schule, bei der Richterin, bei der Staatsanwältin?
01:23:24Wenn ich in einen Gerichtssaal gehe als Anwältin, will ich nicht, dass dort eine Frau mit Kopftuch sitzt.
01:23:30Das will ich nicht.
01:23:31Und es irritiert mich, dass gerade Linke, Genderabteilungen, Feministinnen von den Grünen,
01:23:36teilweise nicht alle natürlich, einige von denen,
01:23:40in ihrem Lager kämpfen für mehr Gleichberechtigung für die Frauen.
01:23:44Frauen in die Aufsichtsräte und noch mehr Rechte, gleicher Lohn für alle.
01:23:48Aber wenn es dann um das Lager der Musliminnen geht, vertreten sie das Frauenbild der CSU oder sogar teilweise der AfD.
01:23:55Und da bin ich sehr irritiert.
01:23:57Und dass wir in Deutschland 2018 inzwischen sogar ein Elternpaar im Wedding haben, das dafür kämpft, dass ihre zweijährige Tochter mit Kopftuch in den Kindergarten geht.
01:24:14Das ist für mich ein Zeichen aufzustehen, aufzubegehren.
01:24:17Und da ist mein Ruf gegen all die Männer und Frauen, die sagen, das Kopftuch ist Pflicht, ich trage es freiwillig.
01:24:23Dann bitte, meine Damen und Herren, stellen Sie sich an meine Seite und kämpfen Sie dafür, dass diese Kinder nicht missbraucht werden.
01:24:29Denn das ist Kindesmissbrauch. Dankeschön.
01:24:31Applaus
01:24:32Applaus
01:24:34Applaus
01:24:35Applaus
01:24:37Applaus
01:24:40Applaus
01:24:41Applaus
01:24:43Applaus
01:24:44Applaus
01:24:46Es ist ein komisches Gefühl, frei zu sein.
01:25:16Applaus
01:25:17Wenn man selbst entscheiden kann, wann man wohin und zu wem man geht.
01:25:22Das einengende Gefühl, das ich zu Hause ständig hatte, ist plötzlich weg.
01:25:27Ich habe auch keine Angst mehr vor irgendjemandem, dem ich über alle meine Taten Rechenschaft ablegen muss.
01:25:34Applaus
01:25:35Ab und zu tun mir meine Eltern leid.
01:25:37Aber sie sind selbst schuld daran.
01:25:39Ich hatte alles, aber keine Liebe und kein Vertrauen von ihnen.
01:25:46Vielleicht haben sie mich geliebt, aber eher als ihren Besitz, denn als ihre Tochter.
01:25:52Und Vertrauen haben sie nie zu mir gehabt.
01:25:56Wenn meine Eltern ein klein wenig Vertrauen zu mir gehabt hätten, hätte ich ein viel zu schlechtes Gewissen gehabt.
01:26:03Ich hätte gar nicht die Kraft dazu aufgebracht, wegzugehen.
01:26:08Jahrelang hat sich in mir solch ein Hass aufgestaut, der mir den Mut und die Kraft gab, abzuhauen.
01:26:16Du musst gegen deine eigenen Eltern kämpfen, was dir nur gelingt, wenn du genug Hass in dir hast, auch wenn du sie liebst.
01:26:33Meine Eltern hatten kein Vertrauen in mich, weil sie Angst hatten, dass ich rausgehen könnte
01:27:00und eine freie, selbstbestimmte Sexualität leben.
01:27:05Meine Eltern hatten Angst, sie könnte in der Gosse landen, sie könnte eine Prostituierte werden, eine Hure.
01:27:13Das heißt, ich musste meinen Eltern am Ende beweisen, ich bin keine Hure geworden, sondern Anwältin.
01:27:21Ich liebe sie dafür, dass sie viele Schritte auf mich zugegangen sind.
01:27:27Und weil sie mich liebten, dass sie alles am Ende mitgemacht haben.
01:27:32Und dafür liebe ich sie.
01:27:34So sehr ich sie eben gehasst habe.
01:27:36Hallo.
01:27:37haber.
01:27:39Untertitelung des ZDF, 2020
01:28:09Untertitelung des ZDF, 2020
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