- vor 14 Stunden
Eine Creepypasta mit dem Titel "Sommerland", erzählt von Schattenlilly.
An mehreren heißen Tagen beginnt alles in einem Krankenhaus. Die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel, die Temperaturen werden unerträglich. Menschen fliehen panisch nach draußen. Die Hitze flimmert, die Realität verschwimmt und schnell wird klar, dass es aus dieser Situation kein Entkommen gibt.
Nachzulesen unter:
https://creepypasta.fandom.com/de/wiki/Sommerland
von Pandabaer5555
Diese Geschichte ist frei erfunden.
An mehreren heißen Tagen beginnt alles in einem Krankenhaus. Die Sonne brennt unbarmherzig vom Himmel, die Temperaturen werden unerträglich. Menschen fliehen panisch nach draußen. Die Hitze flimmert, die Realität verschwimmt und schnell wird klar, dass es aus dieser Situation kein Entkommen gibt.
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von Pandabaer5555
Diese Geschichte ist frei erfunden.
Kategorie
😹
SpaßTranskript
00:28Sommerland
00:31Wenn ihr das hier lest, ruft meine Familie an und sagt ihnen, wo ich bin
00:34Die Telefonnummer steht unten
00:37Ich zermartere mir den Kopf, um herauszufinden, was genau passiert ist
00:41Doch dieser fürchterliche Ort hier macht mir das Denken schwer
00:45Ich hatte mich zu Hause nicht gut gefühlt, so viel weiß ich noch
00:48Ich bekam auf der Arbeit fürchterliche Kopfschmerzen und war außerstande, selbst zum Arzt zu fahren
00:54Ich hatte vorher nie solche Schmerzen
00:56Die Kollegen riefen dann einen Krankenwagen und ich weiß nur noch, wie sich der Arzt über mich beugte
01:03Danach fehlt mir die Erinnerung
01:05Ich wurde in einem Krankenzimmer wach
01:07Es war ein toller Tag, ich erinnere mich genau
01:09Die Pflegerin, die mich so freundlich und nett anlächelte, öffnete das Fenster weit
01:14Und ein so angenehmer Windstoß, eine laue Luft, die nach Sommer und Blumenrauch, erfüllte das Zimmer
01:20Es war traumhaft
01:21Ich hatte keine Ahnung, wo ich war
01:24Die Schwester sagte mir, dass der Doktor nachher käme und mir alles sagen würde
01:28Ich wäre eine lange Zeit bewusstlos gewesen, doch nun wäre alles gut
01:33Ich fühlte mich auch gut
01:35Die Kopfschmerzen waren weg
01:37Ich fühlte mich leicht und die Sommerbrise gab mir das Gefühl, als ginge es mir nie besser
01:42Es werden so 20 Grad gewesen sein
01:44Die Schwester sagte, ich solle noch liegen bleiben oder zumindest, bis der Doktor da wäre, das Zimmer nicht verlassen
01:52Ich hielt mich daran und fühlte mich auch, als ich aus dem Bett stieg und ans Fenster ging, etwas schwach
01:57auf den Beinen
01:58Ich sah aus dem Fenster und blickte über die Dächer einer Stadt, die ich nicht kannte
02:02Ich sah viele Bäume und der Himmel war strahlend blau
02:06Ein herrlicher Tag
02:07Ich sah mich im Zimmer nach einem Telefon um, pannte aber keines
02:12Ich nahm mir vor, nachher zu fragen, damit ich meine Familie anrufen konnte
02:16Doch dann merkte ich, wie mir schwindelig wurde
02:20Anscheinend hatte ich lange gelegen
02:22Darum legte ich mich wieder ins Bett und dämmerte weg
02:25Als ich erneut aufwachte, war es Nacht
02:28Das Fenster stand noch offen
02:30Die Luft war mild und angenehm
02:32Ich stand auf und ging auf den Krankenhausflur
02:35Er war sauber und in einem beruhigenden Halbdunkel
02:38Ich ging zum Büro, doch die Nachtschwester schien gerade nicht da zu sein
02:42Darum legte ich mich wieder ins Bett und schlief
02:45Der nächste Tag begrüßte mich erneut mit strahlendem Sonnenschein
02:49Ich erwachte und fühlte mich stark und ausgeruht
02:52Neben dem Bett stand ein Krug Wasser
02:55Es war erfrischend
02:56Dann ging auch schon die Tür auf und der Arzt kam herein
02:59Er wirkte etwas gestresst, lächelte mich aber freundlich und nett an
03:03Es ist schön, dass es Ihnen besser geht, Frau Albrecht, sagte er
03:08Sie hatten ein Aneurysma im Kopf, das Ihnen geplatzt ist
03:12Es war sehr knapp, wissen Sie
03:14Doch alle Untersuchungen zeigen, dass es ausgestanden ist
03:18Es besteht keine Gefahr mehr
03:20Sie lagen einige Zeit im Koma
03:22Doch jetzt ist alles gut
03:24Es ist vorüber
03:26Und schauen Sie, es ist ein wundervoller Tag
03:29Ich war verwirrt, aber die Diagnose erklärte meine Kopfschmerzen
03:33Ich fragte den Arzt nach meiner Familie
03:36Er lächelte mich an und sagte, ich könne gleich mit den Schwestern ins Schwesternzimmer gehen und sie anrufen
03:41Ich fühlte mich beruhigt
03:43Zu Hause nahm keiner ab
03:45Vermutlich war Hendrik auf der Arbeit und die Kinder in der Schule
03:49Ich nahm mir vor, später noch einmal anzurufen
03:51Es soll schön warm werden, sagte mir die Krankenschwester lächelnd
03:56Ich holte mir einen Cappuccino aus dem Automaten, setzte mich im Aufenthaltsraum auf den Balkon und genoss die Sonne
04:02Es war tatsächlich schön angenehm sommerlich
04:05Auch abends erreichte ich meine Familie nicht
04:08Ich machte mir Sorgen
04:09Im Schwesternzimmer sagte man mir, dass sie immer mal wieder versuchen würden, meinen Mann zu erreichen
04:15Ich wischte meine Sorgen beiseite und schlief tief und fest
04:19Anscheinend brauchte mein Körper den Schlaf
04:21Mir fiel ein, bevor ich einschlief, dass ich nicht gefragt hatte, wo ich überhaupt war
04:27Seltsam
04:28So etwas fragt man doch als erstes
04:30Am nächsten Morgen wirkte die Krankenschwester etwas gehetzt
04:34Es ist viel los heute
04:36Sie lächelte entschuldigend
04:37Ich habe ihre Familie nicht erreicht
04:40Wir versuchen das weiter
04:41Aber es sind auch Ferien
04:43Vielleicht liegt es daran
04:45Öffnen Sie heute besser nicht das Fenster
04:47Wir haben draußen 28 Grad
04:49Das ist zwar noch angenehm, aber hier drin ist es etwas kühler
04:53Bin ich in Flensburg?
04:55Fragte ich
04:57Flensburg war die nächstgrößere Stadt von meinem Zuhause aus
05:00Ja, lächelte die Schwester
05:03Universitätsklinik
05:04Es piepte
05:05Sie sah auf ihr Handy
05:06Ein Notfall
05:07Sie verließ eilig das Zimmer
05:09Ich machte nachdenklich einen Spaziergang durch den Park
05:13Man spürte die Hitze
05:14Doch es war noch angenehm
05:16Ich fragte mich, warum ich keinerlei Taten, Blumen oder Nachrichten von meiner Familie auf dem Nachttisch hatte
05:22Warum man sie nicht erreichte
05:24Ob irgendwas passiert war
05:25Mit mir war nur ein alter Herr im Park
05:28Er hatte den Blick gesenkt und führte an einem Ständer einen Tropf mit sich
05:33Da er nicht so aussah, als wolle er sprechen, ließ ich ihn in Ruhe
05:36Die Nacht verlief ereignislos und der nächste Tag begann mit der kühlen Morgendämmerung
05:41Ich öffnete das Fenster und lüftete durch
05:44Als die Sonne aufging, spürte ich ihre Hitze
05:47Das würde ein heißer Tag werden
05:49Ich schloss das Fenster und zog die Gardinen vor, als eine Krankenschwester das Zimmer betrat
05:55Sie sah gestresst aus
05:57Ich fragte sie, wie lange ich noch bleiben müsste
05:59Sie sah mich an und lächelte
06:01Aber Sie müssen nicht bleiben
06:03Gehen Sie nur
06:05Ihre Antwort verwirrte mich
06:07Was bedeutet das?
06:08Fragte ich sie
06:09Nun, Sie können bleiben, wenn Sie möchten
06:12Aber Sie können natürlich auch gehen
06:14Es ist ein schöner Ort hier
06:16Nehmen Sie sich ein Zimmer
06:18Die Krankenschwester sah mich warmherzig und freundlich an
06:21In mir breitete sich aber eine Unruhe aus
06:24Das verstehe ich nicht
06:26Konnten Sie meine Familie erreichen?
06:29Nein, bisher nicht
06:31Sie können versuchen, sich ein Taxi zu nehmen und hinzufahren
06:34Ich würde Ihnen aber raten, hier zu bleiben
06:37Es soll heute 35 Grad werden
06:40Und Sie sind noch sehr schwach
06:42In mir stieg Angst auf
06:44So ein diffuses Bedrohungsgefühl
06:46Was sie sagte, war nicht normal
06:49Ich konnte gehen?
06:51Seit wann?
06:52Warum war ich denn dann noch hier?
06:54Die Krankenschwester schien meine Angst zu spüren
06:56Sie streichelte mir beruhigend über den Arm
07:00Entscheiden Sie in Ruhe
07:01Gehen Sie und erkunden Sie den Ort
07:03Sie müssen nichts übers Knie brechen
07:05Aber nehmen Sie etwas zu trinken mit
07:07Ich zog mich an
07:09Im Schrank war auch mein Rucksack und mein Portemonnaie
07:12Mein Handy war nicht da
07:14Wahrscheinlich hatte man in der Firma vergessen
07:16Es dem Notarzt mitzugeben
07:17Ich holte mir eine Flasche Wasser aus dem Automaten
07:20Und erkundete den Ort
07:21Es war eine schöne Kleinstadt
07:23Viele gepflegte alte Häuser
07:26Und viel Grün
07:26Ich fand eine Telefonzelle
07:29Und rief alle Nummern an, die ich kannte
07:31Es nahm niemand ab
07:32Die Situation war irreal und skurril
07:35Ich fühlte mich bedroht, isoliert
07:38Als ginge etwas vor sich, das ich nicht verstand
07:40Die Hitze tat ihr Übriges
07:42Die Sonne brannte vom Himmel
07:44Und so ging ich nach einigen Stunden wieder ins Krankenhaus zurück
07:47Die Schwestern empfingen mich freundlich
07:50Und bald gab es dann Abendbrot
07:52Doch mein Kopf kreiste
07:54Was geschah hier?
07:56Grübelnd schlief ich ein
07:57Die Krankenschwester weckte mich am nächsten Tag
08:00Sie sah sorgenvoll aus
08:02Guten Morgen, Frau Albrecht
08:04Wir konnten Ihre Familie leider nicht erreichen
08:07Es soll heute noch heißer werden
08:09Knapp an die 40 Grad
08:11Bitte bleiben Sie im Haus
08:13Gehen Sie nur raus, wenn es sich nicht vermeiden lässt
08:16Und lassen Sie die Gardinen geschlossen
08:18Was geht denn hier vor?
08:20Fragte ich
08:21Warum erreiche ich niemanden?
08:23Warum bin ich in einer fremden Stadt?
08:26Ich habe keinen Fernseher hier
08:27Und auch kein Telefon
08:29Niemand besucht mich
08:30Was ist denn bloß los?
08:32Wir können Ihnen nachher gerne einen Fernseher bringen, Frau Albrecht
08:36Schächelte die Krankenschwester
08:38Alles andere fragen Sie bitte den Arzt
08:40Wann sehe ich ihn denn das nächste Mal?
08:43Das wollte ich wissen
08:44Heute ist wie sie es
08:45Doch aufgrund der Hitzewelle gibt es viele Notfälle
08:48Da es Ihnen schon wieder verhältnismäßig gut geht
08:51Kann es etwas dauern, bis der Arzt kommt
08:53Aber Sie können auch jederzeit im Schwesternzimmer vorbeikommen
08:57Ich war unruhig und rastlos
08:59Doch als ich auf den Balkon ging
09:01Schlug mir die Hitze entgegen, wie eine Wand
09:04Darum beschloss ich, im Zimmer zu bleiben
09:06Dort war es kühler
09:07Aus dem Schwesternzimmer hatte ich mir ein Buch besorgt
09:11Irgendeine Liebesschnurz
09:12Ich legte mich aufs Bett und schmökerte
09:15Man spürte, wie heiß es draußen war
09:17Denn obwohl die Gabinen und das Fenster geschlossen waren, war es doch warm im Zimmer
09:22Die Krankenschwester, die immer mal wieder nach mir schaute, ächzte auch unter der Hitze
09:27Und es soll noch so weiter gehen, orackelte sie
09:30Die Nacht brachte keine Abfühlung
09:33Es war eine dieser Tropennächte, bei denen man kaum schlafen kann
09:37Es war warm draußen
09:39Man hatte das Gefühl, in einem und um einen herum war alles unruhig, hektisch und aggressiv
09:45Irgendwann nickte ich dann aber ein
09:47Der Morgen dämmerte wieder heiß heran
09:49Ich nahm mir vor, heute ein Taxi nach Hause zu nehmen
09:52Oder zum nächsten Bahnhof
09:54Ich wollte wissen, was zu Hause los war
09:57Ich packte meinen Rucksack und ging
09:59Die Krankenschwestern verabschiedeten mich freundlich
10:02Ich hatte das Gefühl, als wäre ich dort eher in einem Hotel als in einem Krankenhaus gewesen
10:08Keine Untersuchungen, keine ausführlichen Absberichte
10:11Selbst wie lange ich im Koma lag, musste ich selbst erfragen
10:14Es war alles insgesamt ziemlich merkwürdig
10:18Und ich war froh, raus zu sein und freute mich auf mein Zuhause
10:21Die Hitze war brutal
10:24Hochsommer, knapp 40 Grad
10:26Der Weg zum Taxistand war weit
10:28Da eine Baustelle auf der Zufahrtsstraße zum Krankenhaus war
10:32Es war niemand auf den Straßen zu sehen
10:34Kein Wunder bei der Temperatur
10:36Ich fand ein Taxi und stieg ein
10:39Ich kann sie zum Bahnhof bringen
10:41Aber es waren keine Züge
10:43Gestern hat dort die Oberleitung gebrannt
10:45Die Hitze, wissen Sie?
10:47Der Taxifahrer nickte bedächtig
10:49Dann fahren Sie mich nach Nibel, sagte ich
10:52Ich war am Ende meiner Geduld und wollte hier nur weg
10:55Wollen Sie das wirklich?
10:57Fragte der Taxifahrer
10:59In mir stieg wieder so eine bohrende Angst hoch
11:02Warum sollte ich das nicht wollen?
11:04Fragte ich und hatte Angst vor der Antwort
11:06Der Taxifahrer schaltete das Radio an
11:09Nicht, das Haus zu verlassen
11:11Sagte der Moderator gerade
11:13Es könnte der heißeste Tag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden
11:17Und es besteht ein hohes Risiko für Kreislauferkrankungen
11:20Trinken Sie genug
11:22Halten Sie die Fenster geschlossen
11:24Und ziehen Sie die Gabinen vor
11:26Vermeiden Sie das Autofahren
11:28Die Hitze könnte Motorprobleme verursachen
11:31Und auch der Asphalt wird weich
11:32Die Hitzewelle hat die Region fest im Griff
11:35Bleiben Sie dran
11:36Hier geht es weiter mit Banana Wärme und Cool Summer
11:40Ich fahre keine unnötigen Strecken, wenn ich nicht muss
11:43Gehen Sie am besten in die Klinik zurück
11:45Und warten Sie einige Tage, bis es wieder kühler wird
11:48Dort haben Sie alles
11:50Wieder in die Klinik zurück?
11:52Ich hob die Argumente ab
11:54Und kam zu dem Ergebnis, dass er recht hatte
11:56Vielleicht war es wirklich das Beste
11:58Mir war klar, dass ich mich in einer außergewöhnlichen Situation befand
12:02Und ging zurück ins Krankenhaus
12:04Man empfing mich dort gewohnt freundlich
12:06Und auch mein Zimmer war noch frei
12:08Ich legte mich wieder ins Bett
12:10Hat jedoch keine Ruhe
12:12Ängste, Gedanken und Zweifel nackten an mir
12:15Und ließen mich nicht zur Ruhe kommen
12:16Ich befand mich eindeutig in einer Ausnahmesituation
12:20Bitte vermeiden Sie es zu duschen, wenn Sie können
12:23Die Stadtverwaltung hat uns informiert, dass Wasser gespart werden soll
12:27Lächelte die Krankenschwester
12:29Noch eine Hiobsbotschaft
12:31Ich hatte das Gefühl, mein ganzer Körper klebte
12:34Es war schwül im Zimmer
12:35Die Nacht brachte keine Abfühlung
12:38Die Hitze staute sich in der Stadt
12:40Ich wälzte mich unruhig im Bett umher
12:43Dass es morgen wieder heiß oder noch heißer werden sollte
12:46Stresste mich
12:47Ich fand keinen Schlaf
12:49Und am nächsten Morgen stieg ab 10 Uhr auch die Temperatur in meinem Zimmer
12:53Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und ging runter in die Lobby
12:56Dort war es nur unmerklich kühler
12:59Doch die paar Grad reichten, um es angenehm zu finden
13:02Die Schwestern und Pfleger brachten nach und nach auch einige Patienten herunter
13:06Denn anscheinend schien es in den oberen Stockwerken nur schwer auszuhalten zu sein
13:11Jeder ächzte und stöhnte unter der Hitze
13:13Ich blieb die ganze Nacht in der Lobby und fand nur wenig unruhigen Schlaf
13:18Ich war müde und ausgelaugt, als der nächste Tag mit einem wolkenlosen Himmel anbrach
13:23Es tronte eine erneute Hitzeschlacht
13:25Ich fragte mich, wie es meiner Familie ging
13:29Vermutlich waren sie bei meinen Eltern am Meer
13:31Das Beste, was sie bei der Hitze tun konnten
13:34Die Temperatur draußen musste mittlerweile brutal sein
13:37Es wurde gegen Vormittag heiß in der Lobby
13:41Streckenweise fiel der Strom aus
13:43Gab es nicht so was wie eine Höchsttemperatur, über die hinaus es nicht heißer werden konnte?
13:49Vermutlich waren wir von der aber noch weit entfernt
13:5243,6 Grad, sagte ein Pfleger
13:55Ächzen und Murmeln war zu hören
13:57So heiß wie nie zuvor
13:59Man evakuierte die Schwachen und Alten in den Keller
14:02Da ich Erfahrung in der Pflege hatte, bot ich meine Hilfe an
14:06Und kam so in den Genuss von 29,8 Grad im Keller des Krankenhauses
14:11Im Vergleich zur Lobby geradezu paradiesisch
14:14Den Patienten ging es nicht gut
14:16Viele litten an der Hitze und unter Kreislaufproblemen
14:20Immer wieder fiel der Strom aus
14:22Die Klinikleitung untersagte es Mitarbeitern und Patienten tagsüber das Gebäude zu verlassen
14:28Eine Krisenstimmung machte sich breit
14:30Auch die nächsten Tage brachten keine Linderung
14:34Dann spitzte sich die Lage noch zu
14:36Der Strom fiel ganz aus
14:38Einige Angestellte sagten, es wären Brände in der Stadt ausgebrochen
14:43Wir hatten zwar Notstrom, doch die erbarmungslose Hitze kroch durch alle Spalten und Ritzen
14:48Vielleicht kommt jemand und evakuiert uns, sagte eine Krankenschwester
14:53Wohin denn? Ganz Deutschland verbrennt gerade
14:56Niemand kommt
14:57Im Radio sagen sie, dass die Straßen nicht befahrbar sind und die Lage aufgrund der Brände zu gefährlich ist
15:03Wir sind auf uns gestellt, antwortete ein Pfleger
15:07Was macht mir Angst? antwortete die Krankenschwester
15:10Angst hatten wir alle
15:12Ich werde in der Nacht gehen, ins alte Bergwerk
15:15Dort wurde doch damals der Bunker gebaut
15:18Dort wird es kühler sein, sagte der Pfleger
15:20Ich überlegte kurz
15:22Ich komme mit, sagte ich
15:24Der Pfleger nickte
15:27Als die Nacht herein war, verließen wir das Krankenhaus
15:30Die Hitze schlug uns entgegen
15:32Die Nacht machte es nicht erträglicher
15:34Es waren sicher noch über 30 Grad
15:36Unsere Schuhe hinterließen Abdrücke im Asphalt
15:39Wir hatten einige Flaschen Wasser dabei und riefen auf den Grünstreifen neben der Straße
15:44Mit uns kamen einige andere Menschen
15:46Es war verbrannt und in der Nähe flackerten einige Feuer
15:50Keine Straßengeleuchtung war an
15:53Der Mond schenkte uns jedoch Licht
15:55Es sind drei Tagesmärsche, sagte der Pfleger
15:58Wir gehen nachts und werden tagsüber irgendwo rasten
16:02Wir hatten Durst, doch wir mussten das Wasser rationieren
16:05Unter unseren Füßen raschelte Laub
16:08Die Bäume starben unter der Hitze
16:11Sie waren sie nicht gewöhnt
16:13Wir verließen die Stadt
16:14Und als wir uns umdrehten, sahen wir, wie einzelne Häuser in Flammen standen
16:18Doch keine Sirene war zu hören
16:20Alles war still
16:22Wir hasteten weiter, bis der Morgen dämmerte
16:25Und fanden Unterschlupf in der Turnhalle einer Schule
16:27Dort konnten wir unsere Wasserflaschen auffüllen
16:30Und legten uns auf den Turnmatten schlafen
16:32Die Hitze kroch auch dort hinein
16:35Doch zumindest waren wir vor der Sonne geschützt
16:38Es musste draußen noch heißer gewesen sein als zuvor schon
16:41Denn es war unerträglich schwül in der Halle
16:44Einige Menschen weinten
16:46Während das Land draußen unter der erwarmungslosen Sonne ächzte
16:50Legte ich mich hin
16:51Ich fiel in einen erschöpften Schlag
16:53Der meine Kraftreserven aber nicht auffüllte
16:56Als die Sonne unterging, zogen wir weiter durch eine Hitze
16:59Die kaum mehr auszuhalten war
17:01Einige Felder und Wälder in der Ferne standen in Flammen
17:05Dies musste eine Naturkatastrophe sein, wie es sie noch nicht gegeben hatte
17:10Irgendwas musste geschehen sein
17:12Keiner von uns wusste etwas
17:14Wir alle waren kraftlos und ausgelaufen
17:17Doch wir wollten keine Pause machen
17:19Denn wir wussten, wenn wir nicht vorankamen, waren wir verloren
17:22Wenn der Tag käme und wir draußen wären, wäre das unser Ende
17:26Der Morgen kam und vor uns lag ein brennendes Dorf
17:30Es stand komplett in Flammen
17:32Ein apokalyptisches Bild, das uns alle entsetzte
17:36Und uns in aller Dramatik aufzeigte, wie schlimm unsere Situation war
17:40Die Luft stand nach Qualm
17:42Doch das Schlimmste war, dass man keine Menschen sah oder hörte
17:46Keine Tiere
17:47Unser Wasser ging zur Neige
17:49Wir kamen an einen ausgetrockneten Bach und hoben ein Loch mit unseren Händen
17:54Um unsere Flaschen mit Grundwasser zu füllen
17:56Da wir im Dorf keine Zuflucht fanden, suchten wir Schutz unter einer Autobahnbrücke
18:01Und kauerten uns hin in Schatten
18:03Die Sonne ging erbarmungslos über einem ausgedörrten und verbrannten Land auf
18:08Die Bäume hatten alle Blätter abgeworfen
18:11Das Gras war braun und strohig
18:14Rauchschwaben hingen in der Luft und waberten wie ein Nebel übers Land
18:18Keine Wolke war im Himmel
18:20Eine junge Frau ging weinend mitten hinein in den glühenden Tag
18:24Keiner hielt sie auf
18:25Wir hielten den Tag irgendwie aus
18:28Auch im Schatten war es mörderisch
18:30Ich musste mich überwinden, Tagebuch zu schreiben
18:33Doch ich hatte das Gefühl, das war das Einzige, was mich davon abhielt, verrückt zu werden
18:38Als die Sonne unterging, machten wir uns auf den Weg
18:41Einige Menschen waren zu erschöpft und blieben
18:45Wir ließen sie zurück
18:46Der Durst quälte uns
18:48Wir fanden kein Wasser
18:50In einem ausgebrannten Supermarkt nahmen wir einige Sprudelflaschen mit
18:54Und hasteten so schnell wir konnten durch die Nacht
18:56Der Pfleger Dirk sagte, wir sollten bis zum Morgengrauen das Bergwerk erreichen
19:30Wir fühlten uns erleichtert
19:31Stopp finster und kühl
19:33Wir atmeten erleichtert auf
19:35Wir fanden auch Wasser etwas tiefer im Berg
19:38Wir mussten uns vorantasten, denn wir hatten weder Taschenlampen noch Lichter
19:42Feuer machen konnten wir auch nicht
19:44Doch hier waren wir vorerst vor der Hitze sicher
19:47Wir tranken Buschen uns und fielen in einen tiefen, erschöpften Schlaf nahe der Tür
19:53Es drangen einige Sonnenstrahlen herein und so konnte man im Halbdunkel sehen
19:58Als ich aufwachte war es Nacht
20:00Ich hatte Hunger
20:01Dirk saß neben der Tür
20:03Durch die Ritzen fiel rötliches Licht
20:06Schau raus, sagte er
20:08Ich schaute durch eine Ritze und sah nur Feuer
20:11Alles steht in Flammen
20:12Ich war geschockt
20:14Die Erkenntnis traf mich unvorbereitet
20:17Meine Familie, was war mit Ihnen?
20:19Es musste unzählige Opfer geben
20:21Es wird immer und immer heißer, murmelte Dirk
20:25Vielleicht ist etwas mit der Sonne?
20:28Spekulierte ich
20:29Dirk zuckte mit den Schultern
20:31Wir müssen etwas zu essen finden, sagte er
20:34Vielleicht gibt es Fische im See unten im Berg
20:37Und wenn nicht, fragte ich
20:40Dirk zuckte wieder mit den Schultern
20:42Ich ahnte die Antwort
20:44Ich hoffe, in einigen Tagen normalisiert sich alles, sagte ich
20:49Wir wussten beide, dass es nicht so kommen würde
20:52Der nächste Tag dämmerte und ich wurde wach, weil ich schwitzte
20:56Dirk rüttelte mich an der Schulter
20:58Komm, wir müssen tiefer in den Berg, sagte er
21:01Ich war verwirrt
21:03Dirk zeigte auf die Tür
21:04Sie glühte leicht und strahlte eine ungeheure Hitze aus
21:08Die Sonne begann die Eisentür zu schmelzen
21:11Wir zogen uns in den Berg zurück
21:14Dirk brachte mir später Fleisch
21:16Iss, damit du bei Kräften bleibst
21:19Es war roh und schmeckte süßlich
21:21Ich fragte nicht, woher es kam
21:24Vielleicht können wir es nahe der Tür etwas garen, sagte ich
21:27Dirk nickte
21:29Einige Tage ging alles gut
21:31Auch wenn die Hitze nahe der Tür spürbar war
21:34Doch dann schmolz die Tür und der Tag loderte apokalyptisch ins Bergwerk
21:39Hastig zogen wir uns weiter in den Berg zurück, wo es noch kühl war
21:43Doch wir ahnten, dass uns die Hitze einholen würde
21:45Wir waren gefangen
21:47Vor zwei Wochen war die Welt noch in Ordnung
21:50Ich hatte einen guten Job, eine Familie
21:53Es war Frühling
21:54Dann wurde ich krank und wachte im Krankenhaus auf
21:58Und jetzt, sagte ich
22:00Dirk schwieg einen Moment
22:02Ich wachte auch in dem Krankenhaus im Winter auf, sagte er
22:07Es fühlte sich an, als wäre es Jahre her
22:10Ich lebte vorher in Bayern und war Informatiker
22:13Ich litt unter einer schweren Depression und machte mich auf zum Bahndarm
22:18Ich weiß noch, dass ein Lichtrasen schnell näher kam
22:21Dann tat es einen fürchterlichen Schlag und ich wachte im Krankenhaus auf
22:25Rauen brach in mir hoch
22:27Ich erreichte niemanden aus meiner Familie
22:29Aber es gab auch niemanden, der auf mich wartete
22:32Also blieb ich in der Klinik und begann den Schwestern zu helfen
22:36Erzählte er weiter
22:38Zuerst fiel noch Schnee und es war kalt
22:40Doch es wurde Tag für Tag immer wärmer
22:44Als du ankamst, kam gerade der Sommer
22:47Ich war dabei, als du eingeliefert wurdest
22:49Ich schluckte
22:51Was haben sie gesagt?
22:52Willst du es wirklich wissen?
22:54Fragte er
22:55Sag es mir!
22:57Ich ahnte die Antwort
22:58Angst schüttelte mich
23:00Dirk flüsterte
23:02Aneurysma, sagte der Arzt
23:04Sie hätte es beinahe geschafft
23:08Seine Worte trafen mich wie ein Schlag
23:11Panik stieg in mir auf
23:13Darum erreichte ich zu Hause niemanden
23:15Darum sagte mir niemand, wo ich war
23:18Darum all das hier
23:20Du weißt, was das bedeutet?
23:22Fragte Dirk
23:23Ja, mein Hals war trocken vor Entsetzen
23:26Es ist keine Naturkatastrophe
23:29Sie heizen die Hölle für uns auf
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