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  • vor 5 Stunden

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Spaß
Transkript
00:25Wollen Sie bitte einen Arzt?
00:33Wen willst du anrufen?
00:34Die Nacht.
00:35Polizei?
00:36Nein, mach das nicht.
00:38Irgendjemand muss dem sagen, dass...
00:48Kann ich bitte mit meinem Vater alleine sein?
00:50Nein, mach das nicht.
01:00Die Nacht.
01:24Und jetzt magst du in den Urlaub nicht mehr in den Gardersee fahren.
01:28Weil, sagst du, da fahren wir ja jedes Jahr hin.
01:31Wenn das ein Argument wäre, jetzt magst du auf Trekkingtour nach Nepal, verstehst du, bei
01:35dünner Luft irgendwelche gestüngerten Kamele hinterherstiefeln?
01:38Nein.
01:38Das sind Jax.
01:41Auf jeden Fall sag ich, ohne mich, da fahrst du allein hin.
01:45Ich fahr an den Gardersee.
01:46Er sagt, mit wem fahrst du bitte an den Gardersee?
01:48Ich sag ich ganz allein nix.
01:50Dann fangst du wieder an mit Nepal, hier Nepal, da.
01:52Die ganze Zeit, monatelang geht das.
01:55Und jetzt, wo wir kurz davor sind, jetzt magst du nicht mehr fahren.
01:58Aber Hartl, das ist halt typisch Frau.
02:02Michi, find du erst einmal eine, dann kannst du mitreden.
02:04Du!
02:05Start.
02:08Hartl.
02:08Herr Hartl, Laura Schreier hier.
02:11Ich bin von der Seniorenresidenz Sonnenberg.
02:13Ah, ja.
02:14Der Edgar Kramer hat mir erzählt, dass er bei Ihnen war.
02:16Sieh, was Schreckliches ist passiert.
02:18Der Herr Kramer ist heute Nacht plötzlich verstorben.
02:20Oh mei.
02:21Aber was meinen Sie denn jetzt genau?
02:23Er ist keines natürlichen Todes gestorben.
02:25Da hat jemand nachgeholfen.
02:29Das war Mord.
02:31Mord?
02:33Äh, Frau Schreier, gell?
02:35Warten Sie mal, ich muss schnell mitschreiben.
02:38Also.
02:39Laura Schreier.
02:46Was ist?
02:47Der Traktor springt nicht an.
02:49Schon wieder?
02:50Du musst kämen.
02:51Ich kann jetzt nicht.
02:53Lass ihn einfach stehen, ich mach das heute Abend.
02:54Geht nicht.
02:56Wieso nicht?
02:57Meine Hoverin fahr deinen Kahn weg.
02:59Riech dich ab, Toni, sonst wird dein Milch sauer.
03:03Kommt jetzt.
03:04Ja.
03:08Was soll denn das?
03:14Ich brauch heute eine Meinung.
03:16Aha.
03:16Ja.
03:17Ja.
03:17Gestern ist ein Ätherer zu mir gekommen.
03:20Kramer.
03:20Kramer Edgar hat der geheißen vom Sonnenberg, das ist so eine Seniorenresidenz, gell?
03:25Der hat eine Anzeige gemacht, weil ein Pfleger bei einer die alten Leute beklaut haben soll.
03:30Und jetzt hat mich gerade vorhin eine Bekannte von einem Urgrofer auch vom Sonnenberg.
03:34Und die hat gemeint, dass der Herr Kramer letzte Nacht verstorben ist.
03:38Wieso erzählen Sie mir das?
03:40Ja, weil die Frau gemeint hat, dass bei seinem Tod nicht mit rechten Dingen zugegangen ist.
03:45Der war bumper gesund, der Kramer.
03:46Aha.
03:47Sie meinen, der Pfleger hat ihn zum Schweigen gebracht.
03:51Hat der Kramer Namen genannt?
03:53Ja.
03:53Ähm, Lauinger Erhard, so heißt der Pfleger, den will er beim Diebstahl beobachtet haben.
04:00Gut, dann gehe ich der Sache mal nach.
04:02Herr Mohr!
04:03Ja?
04:05Wir fahren zur Seniorenresidenz Sonnenberg.
04:08Ja, warum nicht?
04:10Sie kommen nicht mit?
04:11Meine Baustelle ist Ihre Baustelle.
04:14Ach, das ist aber nett.
04:15Herr Hofer ist auch noch nicht da.
04:16Ja.
04:16Ja, der Kindle.
04:18Weiß ja schon von dem Mordfahrer?
04:20Aha.
04:21Stockl, er will jetzt doch hinfahren.
04:23Ruf du den Hof vor, gell?
04:24Ja.
04:25Danke.
04:25Servus.
04:29Nicht so schnell!
04:31Sag einmal, spinnst du!
04:36Spinnst du!
04:37Du machst doch wohl schnell!
04:38Stimmt überhaupt nicht.
04:39Ich will gar nicht schnell fahren.
04:40Nicht so zehn.
04:41Fünfe hätten auch gelangt.
04:43Was machst du?
04:44Ich ruf den an.
04:45Die Werkstatt.
04:46Nein, ich ruf den an.
04:47Ich ruf den an.
04:48Ich ruf den an.
04:49Vergiss es!
04:49Ich ruf den an.
04:51Aber das ist doch bloß die Bomben, die bockt.
04:53Und das ist die Marie, die bockt.
04:55Dann bockst du halt.
04:56Der schafft.
04:57Nie kann es wieder zahlen.
04:59Herr Breininger, Marie Hofer hier.
05:02Grüß Sie.
05:02Sie, wir haben da ein Riesenproblem mit unserem Traktor.
05:05Da bräuchte ich Ihre Hilfe.
05:07Stopp!
05:07Lass den Traktor da!
05:09Pizzo!
05:09Lass den Traktor da!
05:11Die Hänger, halt ab!
05:22Die Frau Dr. Kern kommt auch gleich.
05:24Gut.
05:26Die haben wir schon einmal ermittelt.
05:27Das wird geleitet von der Frau Dr.
05:29Wesslinger.
05:31Mit der hat der Joe schon einmal geschnachselt.
05:33Schnachselt?
05:34Heißt das Beischlaf?
05:35Klinisch ausgedrückt, ja.
05:37Der Joe.
05:40Frau Dr. Wesslinger!
05:42Grüß Gott!
05:42Herr Moor!
05:43Darf ich bekannt machen, das ist der Herr Hauptkommissar Hansen.
05:46Herr Hansen, das ist die Frau Dr. Wesslinger.
05:48Ähm, der Totenschein wurde schon ausgestellt.
05:50Ach so.
05:50Frau Wesslinger, solange wir unsere Untersuchungen hier machen, wird nichts angerülpt.
05:54Das kennen uns doch schon.
05:55Ja, aber wie kommen Sie denn darauf, dass hier kein natürlicher Tod vorliegt?
05:59Eins nach dem Alter, gell?
06:00Frau Dr.
06:01Hallo!
06:20Wer liegt da?
06:21Herr Seemann ist vor einem Monat von uns gegangen.
06:25Grüß Gott, alle miteinander.
06:26Frau Wesslinger, Frau Dr. Kern.
06:29Hm, welch seltener Anblick.
06:30Ich war im Stau.
06:31Aber die Frau Stockel hat mich bereits informiert.
06:35Das ist doch gut.
06:36Dann würde ich sagen, Sie machen hier weiter.
06:37Gerne, was machen Sie?
06:39Ich würde gerne mit der Frau Schreyer sprechen.
06:41Frau Schreyer?
06:42Ja, genau.
06:43Können Sie mich zu ihr führen?
06:45Brauchen Sie mich noch?
06:46Ist Ihnen irgendetwas Ungewöhnliches aufgefahren?
06:50Nein.
06:51Gut, dann können Sie gehen.
06:54Ach, Frau Wesslinger.
06:56Eins noch.
06:58Sie haben doch sicherlich Unterlagen über den Herrn Kramer.
07:01Ja, unsere Betreuungsakte, ja.
07:02Na, wenn Sie uns die dann bitte zukommen lassen könnten.
07:04Ja, natürlich.
07:06Danke.
07:09Frau Dr. Kern.
07:10Können Sie schon was sagen?
07:13Thianose des Gesichts, der Lippen und der Schleimhäute.
07:16Und dann überall die Blutung in den Augen.
07:19Wahrscheinlich durch den Blutdruckanstieg während des Erstickungskrampfes.
07:23Er wurde erstickt.
07:25Sieht ganz so aus, ja.
07:27Wir haben einen gemeinsamen Bekannten, Joe Caspar.
07:31Ach, ja.
07:33Wir haben uns in letzter Zeit etwas aus den Augen verloren.
07:35Ich hatte viel um die Ohren.
07:37Aber richten Sie ihn doch bitte liebe Grüße aus.
07:38Das mache ich.
07:43Frau Schreyer.
07:45Das ist Herr Hansen von der Kriminalpolizei.
07:48Tag.
07:50Er möchte gerne mit Ihnen sprechen.
07:54Ja, dann danke ich Ihnen erst mal, Frau Wesslinger.
07:57Ach, ja.
08:00Wo ist denn der Herr Hartl?
08:02Ja, die Mordkommission prüft jetzt den Fall.
08:06Also ist der Edgar umbracht worden.
08:12Herr Mohr?
08:14Er stickt.
08:15Ah.
08:18Ja, sieht so aus.
08:19Dachte ich's mir.
08:21Erzählen Sie mir doch mal was über den Herrn Kramer.
08:24Der Edgar.
08:25Das ist ein richtiger Mann gewesen.
08:28Nicht zu vergleichen mit denen wehleidigen Duckmäuser da,
08:32deren Horizont gerade einmal bis zu ihrem Nachmittagskuchen reicht.
08:35Er war bescheiden, aufrecht, mitfühlend und kämpferisch.
08:43Sie waren wohl befreundet mit Ihnen, oder?
08:46Ich war sogar ein bisschen verliebt in ihn.
08:48Obwohl ich verheiratet bin.
08:50Mein Mann lebt auch da.
08:53Herr Kramer soll einen gewissen Herrn Lauinger wegen Giebstahl angezeigt haben.
08:56Er soll Geld gestohlen haben.
08:58Ja, das ist das Schlimmste.
09:00Die beklauen uns hier wie die Raben.
09:03Aber der Edgar, also der Herr Kramer, der hat sich das nicht gefallen lassen und hat sich auf die Lauer
09:06gelegt und den Lauinger in flagranti erwischt.
09:11Kennen Sie auch den Namen der anderen Pfleger?
09:13Laura!
09:14Was mischst du dich da ein?
09:17Das ist mein Mann.
09:18Auch so ein Kuchenesser.
09:21Grüß Gott.
09:22Kurzschreier.
09:23Das ist der Herr Hansen.
09:25Von der Mordkommission.
09:27Tag.
09:28Wie heißen die anderen?
09:30Laura!
09:31Wir haben keine ruhige Minute mehr, wenn du jetzt Staub aufwirbelst.
09:34Das bin ich dem Edgar schuldig.
09:37Da.
09:38Der Lauinger.
09:40Bei dem war sich der Edgar sicher.
09:42Aber Sie selbst haben nie was gesehen.
09:44Na, bloß der Edgar.
09:48Dann danke ich Ihnen.
09:54Und hier sind noch ein paar Organigramme mit Erläuterungen zur Struktur der Verwaltungsvorgänge.
10:00Wenn Sie die durch haben, dürften Sie sich in den Verwaltungsangelegenheiten der Musikakademie bestens auskennen.
10:05Ja, wunderbar.
10:08Ja, das war's. Und was haben Sie jetzt damit vor?
10:11Ich werde eine Rede halten vor dem Verwaltungsrat.
10:14Wollen Sie jetzt etwa auch noch für den Verwaltungsvorstand kandidieren?
10:17Nein, nein, um Gottes Willen. Der Posten bleibt der Frau Hofer vorbehalten.
10:20Ich dachte, die hat abgelehnt.
10:22Gut Ding will Weil haben.
10:24Frau Hofer soll die Rede für Sie schreiben.
10:26Ja.
10:27Und sich so mit dem Gegenstand vertraut machen.
10:32Deswegen sagt sie aber noch lange nicht zu.
10:36Abwarten und trinken.
10:53Servus.
10:54Moin Moin. Wie geht's?
10:57Noch gut.
11:02Äh, sag mal mein Lieber, was hast du denn heute vor?
11:04Mein Ruhetag geniessen.
11:07Ruhetag. So was hab ich ja noch nie erlebt.
11:09Das gibt ja mal das erste Mal.
11:12Lass mich raten.
11:13Lizi.
11:15Kathi.
11:16Leni.
11:17Du denkst immer an das Orgel.
11:20So wie du?
11:24Was hast du denn alles gekauft? Ich dachte, heute ist Ruhetag.
11:28Ach, das ist der Herr.
11:29Ja.
11:32Dankeschön.
11:34Ich soll dir einen schönen Gruß von der Frau Wesslinger ausrichten.
11:37Von der Cornelia?
11:40Cornelia, genau.
11:42Ja, wir...
11:43Wie kämpfst du denn zu dir?
11:45Ich hab gerade einen Fall in der Residenz.
11:48Ist sie eine ehemalige Flamme oder was?
11:50Nichts ehemalig.
11:52Da brennt sie immer noch.
11:54Was?
11:55Ich dachte, du brennst gerade für die Doro.
11:58Erloschen.
11:59Seit gestern.
12:03Sie...
12:04kann sich Kinder mit mir vorstellen und...
12:07das ist mir zu heiß.
12:09Und mit der Franzi läuft auch nix.
12:11Wer ist Franzi?
12:13Die Freundin von der Steffi.
12:15Ich hab übrigens gesagt, dass du einen Aug auf sie geworfen hast.
12:18Ich?
12:19Ja, weil sonst komm ich nicht an sie ran.
12:21An wen jetzt?
12:22An die Franzi.
12:24Ah.
12:26Du solltest die Ortmann zum Essen einladen.
12:28Müssen.
12:30Wieso müssen?
12:31Sie hat eine Wette verloren.
12:32Schon wieder?
12:34Kannst du nicht einfach mitkommen?
12:36Spinnst du jetzt?
12:37Stell doch bloß.
12:39Ich würde auch die Wesslinge einladen.
12:43Die Cornelia?
12:44Ja.
12:47Und das würdest du machen?
12:49Ja.
12:50Komm, gib dir einen Ruck.
12:52Alles, was mit der Ortmann zu tun hat, endet in einer Katastrophe.
12:55Wenn du dabei wärst, könnte es nochmal glimpflich ausgehen.
12:58Aha.
12:59Gut.
13:00Wennst du meinst, dann...
13:03Wann und wo?
13:04Heute Abend.
13:05Auf meinem Boot stehe ich.
13:06Ich bin da.
13:07Danke.
13:08Bist ein wahrer Freund.
13:10Ach, übrigens, dein Catering bräuchte ich natürlich.
13:13Ist ja klar.
13:13Da ist der Haken.
13:18Bitte nehmen Sie Platz, Herr Leumann.
13:23Wir haben uns ein bisschen über Sie erkundigt.
13:25Bevor Sie Pfleger geworden sind, waren Sie Feldmittel bei der Bundeswehr.
13:29Also jemand, der mit seinen Untergebenen nicht gar zimperlich umgeht.
13:32Bevor Sie mir erklären, wer ich sein soll, erklären Sie mir erstmal, warum ich überhaupt hier bin.
13:36Das mache ich gerne.
13:39Folgendes.
13:40Der Herr Kramer starb eines gewaltsamen Todes.
13:43Wir haben in seiner Lunge Fasern von einem Kopfkissen gefunden.
13:46Mit diesem Kopfkissen ist er erstickt worden.
13:49Sauber.
13:49Was habe ich damit zu tun?
13:51Sie haben ein Motiv.
13:53Der Herr Kramer hat Sie angezeigt, Sie sollen Bewohner der Residenz bestohlen haben.
13:58Der war doch nicht mehr ganz richtig im Kopf.
13:59Naja, er hat Sie in Fragante erwischt.
14:02Sie wollten einen lästigen Zeugen loswerden und haben ihn umgebracht.
14:06Haben Sie sich gedacht, das fällt nicht einmal besonders auf.
14:09Weil es ja normal ist, dass in einem Altenheim jemand über Nacht stirbt.
14:13Wo waren Sie letzte Nacht zwischen 23 Uhr und 1 Uhr morgens?
14:16Bei der Arbeit.
14:17Ich habe Bereitschaft gehabt.
14:19Aber das haben Sie sicher auch schon rausgefunden.
14:20Freilich.
14:21Und nicht nur das.
14:24Ich und den Kramer loswerden.
14:25Wer sagt denn sowas?
14:28Die Schreier, ha?
14:29Aber anstatt mir was anzuhängen, sollten Sie lieber mal in Ihrem Privatleben rumstochern.
14:34Speziell bei Ihrem Ehemann.
14:35Was meinen Sie?
14:37Eifersucht meine ich damit.
14:39Eifersucht?
14:44Frau Ortmann, ich möchte meiner Verpflichtung nachkommen und meine Wette einlösen.
14:50Verpflichtung?
14:50Ich war der Felsen festen Überzeugung, dass dieses Wort in Ihrem Wortschatz nicht existiert.
14:54Schön, Sie eines Besseren belehrt zu haben.
14:56Schade, dass wir dieses Thema nicht zur Wette gemacht haben.
14:58Dann hätte ich auch mal gewonnen.
14:59Dazu noch fair.
15:01Was soll das heißen?
15:02Wäre Ihnen 20 Uhr recht?
15:04Ja.
15:04Ich hoffe, Sie haben sich auch ein teures Restaurant ausgesucht.
15:07Ich dachte dann, mein Boot stehe ich.
15:09Und mal wieder Klamm bei Kasse.
15:10Wenn Sie dauernd meine Spesenanträge abschmettern.
15:13Fehlt nur noch, dass ich was vom Inder mitbringen soll.
15:15Joe, mach uns den Inder.
15:17Wie schön, wenn man Freunde ausnutzen kann.
15:20Machen wir das Essen doch gleich nach Dienstschluss, dann sind wir früher fertig.
15:23Sehr gerne.
15:24Dann brauche ich mich nicht extra zurechtzumachen.
15:26Wäre ja Zeitverschwendung.
15:27Und Sie sparen sich Ihre gesüllten Komplimente.
15:30Und wir können uns ganz aufs Essen konzentrieren, hm?
15:33Was anderes käme auch nie in Frage.
15:40Wann soll die Rede fertig sein?
15:42In einer Woche.
15:43Klang das?
15:44Ja, wo brauche ich schon ein bisschen in dem Verwaltungskram-Durchblick.
15:48Ach, die Frau Wattmann hat alles äußerst verständlich aufbereitet.
15:52Eigentlich brauche ich nur noch Ihre schmissigen Formulierungen.
15:56Ja, aber sagen Sie, wieso halten Sie eigentlich die Rede?
15:58Sie haben doch mit der Verwaltung nichts zu tun.
16:00Ja, nachdem Sie mir ja einen Korb gegeben haben,
16:03muss ich ja die Zeit überbrücken, bis sich ein neuer Kandidat findet.
16:07Sagen Sie mir, wollen Sie sich mein Angebot nicht doch noch wieder...
16:10Ich störe ja nur sehr ungern.
16:12Nicht, dass Sie mir wieder zusammenstauchen.
16:14Bitte.
16:15Ich habe Sie doch das letzte Mal nicht zusammengestaucht.
16:17Ja, Ihr Ton war aber schon ziemlich ungut.
16:19Dann tut es mir leid und ich entschuldige mich nochmal dafür.
16:21Du hast recht.
16:22Super, danke.
16:24Bei Ihnen auch?
16:25Oh ja, sehr.
16:27Bringen Sie mir vielleicht noch ein Alkoholfreiß?
16:29Ich nehme mir nochmals.
16:31Sagen Sie, haben Sie unsere Frau Hofer eigentlich schon mal im Stadtrat erlebt?
16:37Ja, ich habe mal bei so einer öffentlichen Sitzung zugeschaut.
16:40Und?
16:40Ja, Marie, das muss man da echt lassen, wie du so komplizierte, schwierige Sachen so einfach rüberbringst.
16:45Das macht dir so schnell keiner nach.
16:47Danke, Mietzi.
16:48Na, sehen Sie.
16:50Sogar Mietzi.
16:51Die einfache Frau aus dem Volk weiß ihre Qualitäten zu schätzen.
16:55Nee.
16:56Der Verwaltungsrat hat ihn aus der Hand fressen.
16:59Entschuldigung.
17:00Bingler wieder da.
17:01Ja.
17:01Achtiger?
17:02Ja, Moment bitte.
17:05War das recht so?
17:07Hervorragend war das so.
17:09Ist das auch gut für die Marie?
17:10Na ja, manche Leute wollen eben zu ihrem Glück getragen werden.
17:16Wenn ich mal wieder einen Strafzettel habe, dann komme ich zu Ihnen, gell?
17:20Mietzi, Mietzi.
17:24Ja, Achtiger.
17:26Ah, nein, nein, das ist kein Problem.
17:29So, bitteschön.
17:30Danke.
17:31Mietzi, sag einmal, wann war denn das, als du mich da im Stadtrat reden gehört hast?
17:37Das ist noch gar nicht so lange her.
17:39Ungefähr.
17:40So zwei, drei Monate.
17:45So.
17:46Herr Achtziger.
17:49Die Mietzi hat mir gerade gesagt, dass sie mich so vor zwei, drei Monaten im Stadtrat reden gehört hat.
17:54Aha.
17:55Aha.
17:56Äh, meine letzte Rede ist aber tatsächlich schon über ein Jahr her.
18:00Ach so.
18:01Ja, da wird sie sich wahrscheinlich getäuscht haben.
18:04Sag mal, beim Recherchieren ein bisschen aus zur Übung, Herr Achtziger, ne?
18:07Frau Hofer, Prost.
18:13Herr Hofer.
18:14Gut, schau's aus, Frau Stotter.
18:15Wanns, Herr Professor?
18:18Danke.
18:19Herr Hansen.
18:20Der Herr Lauinger behauptet, dass der Mann von der Frau Schreier eifersüchtig auf dem Kramer
18:25gewesen ist, weil sie auf dem Kramer gestanden ist.
18:28Stimmt, mir hat sie erzählt, dass ich verliebt in ihn war.
18:30Na, das könnte ein Motiv sein.
18:32Ich würde sagen, den Schreier nehmen wir jetzt morgen vor.
18:35Frau Stockel.
18:36Schon rotiert.
18:37Super.
18:38Und die Wesslinger, die sollten wir auch befragen, was die zu dem Thema sagt.
18:42Ja.
18:43Ich habe die Betreuungsakte von der Wesslinger über den Kramer studiert.
18:47Der Kramer muss ein sehr vermögender Mann gewesen sein.
18:51Und zwar hat er sein Vermögen gemacht mit dem Handel von exotischen Lebensmitteln.
18:55Und da hat es ihm eine Vergiftung gegeben wegen irgendeinem Fisch.
18:58Und er hat sich aus dem Gewerbe zurückgezogen.
19:00War er schuld?
19:02Ja, also rechtlich war er nicht schuld, aber er hat sich moralisch, also schuldig gefühlt.
19:07Und deswegen hat er nach seiner Pensionierung sein gesamtes Vermögen einer Stiftung vermacht,
19:12die sich um Essstörungen kümmert.
19:14Einen Ehrenwertermann?
19:16Ja.
19:16Na, dann ist er halt in die Seniorenresidenz zu Drossheim gezogen.
19:19Gibt es Verwandte?
19:21Nein.
19:21Einen Buben hat er.
19:22Der ist allerdings unehrlich.
19:24Peter Martinek Taxifahrer in Rosneim.
19:28Taxifahrer?
19:29Sollen wir den für morgen auch gleich her bestellen?
19:31Ja, gerne, Frau Stockl.
19:32Super.
19:34Du, sag ich mal, der Kramer, wie viel hat der eigentlich diese Stiftung vermacht?
19:39400.000 Euro.
19:42Und was hat er sonst da gehabt, dein Vermögen?
19:44Nein.
19:45So eine kleine Rente hat er von so einer Versicherung.
19:48Warte mal, 4.279 Euro im Monat.
19:53Na ja, damit kommst du über die Runden.
20:10Haben Sie das Taxi bestellt?
20:12Ja.
20:15Danke.
20:16Peter Martinek?
20:18Ja.
20:19Und die haben vielleicht einen Aufstand gemacht in der Zentrale.
20:21Wieso wollen Sie gerade mich als Pfarrer?
20:23Mein Beileid erstmal.
20:26Zum Tod von Ihrem Vater.
20:29Danke.
20:31Hauptkommissar Hansen, ich bearbeite den Fall.
20:35Wieso Fall?
20:37Ihr Vater ist ermordet worden.
20:41Ermordet?
20:42Er ist mit einem Kissen erstickt worden.
20:47Wie war Ihr Verhältnis zu Ihrem Vater?
20:53Herr Martinek?
20:55Entschuldigung, wird das jetzt im Verhör, oder?
20:58Na ja, ja.
21:01Fahren wir nicht mit Ihrem Aufschneiderwagen? Hallo.
21:03Chris Watt?
21:04Na, dann müsste ich Sie ja später nach Hause fahren, ne?
21:06Hm, ich sehe schon, es wird ein harmonischer Abend.
21:09Wir können ja wetten.
21:10Wieso? Sind Sie anderer Meinung?
21:12Wieso sollte ich?
21:13Wenn Sie die Wette verlieren wollen.
21:19Wohin soll es gehen?
21:20Weltwies am Kiensee, bitte.
21:22Bei Übersee?
21:22Ja, genau.
21:37Ihr Vater und Ihre Mutter haben nicht zusammen gelebt.
21:40Nein, Sie hatten nur eine Affäre.
21:42Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen.
21:44Sie ist vor zehn Jahren gestorben.
21:47Bis vor kurzem kannte ich meinen Vater noch gar nicht.
21:49Ach, Sie haben vorher nie Kontakt zu ihm gehabt?
21:52Nein, ich habe dann lange Zeit in Indien gelebt.
21:55Wollte da was aufbauen.
21:58Was denn?
21:59Ich habe Indologie studiert.
22:00Das ist eine geisteswissenschaftliche Richtung,
22:02die sich mit Sprache, Sitte und Geschichte des indischen Kulturraums beschäftigt.
22:06Ja, ich wollte Bildungsreisen organisieren.
22:08Hat aber nicht geklappt.
22:09Tja, jetzt halte ich mich mit Taxifahren über Wasser.
22:14Wie ist der Kontakt zu Ihrem Vater zustande gekommen?
22:16Na ja, ich hatte gehört, dass er nach Rosenheim gezogen ist.
22:18Was?
22:19Hier hat auch meine Mutter kennengelernt.
22:22Dann habe ich ihn öfters besucht.
22:25Wir hatten sofort so eine tiefe innere Verbindung.
22:28Wir haben uns richtig gut verstanden.
22:30Kennen Sie beide sich?
22:32Nein.
22:47Warte, wie neu?
22:49Der Breininger versteht eben sein Handwerk.
22:51Und?
22:52Nicht gesund.
22:53Du sollst nichts mehr umeinander reparieren, wenn mal was ist.
22:56Dann läuft er länger, hat der Breininger gesagt.
22:58Hat er gesagt?
22:59Hat er gesagt.
22:59Hat er gesagt.
23:00Schön.
23:02Und?
23:03Was gibt's denn zu essen?
23:04Hab schon gegessen.
23:05Mit dem 80er, dem Rosenbräu.
23:07Schon wieder?
23:08Der lässt nicht locker.
23:09Hat sogar die Mietze eingespannt, damit die mir Honig ums Maul schmiert.
23:13Ich könnte so gut, wie jetzt gesagt, komplizierte Sachverhalte vermitteln und so weiter.
23:17Eine wichtige Fähigkeit für eine Verwaltungsdirektorin.
23:20Aber du hast den Braten gleich gerochen.
23:22Zehn Meilen gegen den Wind.
23:23Dann ist's doch gut.
23:24Ich geh jetzt zum Rosenbräu.
23:27Geh einmal her.
23:33Wo ist es denn?
23:35Im Ofen ist eine gefüllte Kalbsbrust.
23:38Echt?
23:40Mhm.
23:48Dann warte ich dich, wann haben Sie zum ersten Mal Kontakt aufgenommen mit seinem Vater?
23:52Wieso fragen Sie mich das alles nochmal?
23:55Wieso nochmal?
23:56Das hat mich alles Ihr Kollege schon gefragt.
23:58Wer?
23:58Herr Hansen.
24:00Wann?
24:00Gestern.
24:01Er und deine Frau sind in meinem Taxi gefahren.
24:04Wohin?
24:04Sein Bootsteg am Chiemsee.
24:06Wer war die Frau?
24:09Weiß nicht.
24:11Seine Blonde?
24:12Blaue Augen, ein 70 groß, 30 bis 40 Jahre alt, spricht Hochdeutsch nasal.
24:17Ja.
24:19Wartmann.
24:19Danke, Frau Stuckel.
24:21Bitte.
24:21Ich musste am Bootssteg warten, um sie später nach Hause zu bringen.
24:25Und dann kam noch die Frau Wesslinger.
24:27Die Frau Wesslinger von der Seniorenresidenz?
24:29Ja.
24:30Sie war in Begleitung von so einem großen, dunklen Typ, so einer Art Rock Hudson in Volksausgabe.
24:35Ist ihr Name gefallen?
24:36Herrschaft.
24:37Doch, ich glaub, sie hat ihn Joe genannt.
24:40Joe, freilich, der war mal mit der Wesslingerin zusammen.
24:42Jetzt ist's aber dann gut.
24:45Nach zwei Stunden hab ich die Blonde nach Hause gebracht.
24:48Mhm.
24:48Sie war ziemlich wütend.
24:50Warum?
24:51Moment.
24:52Warten Sie einen Augenblick.
24:53Bin gleich wieder da.
24:54Aber gehen kann ich nur nicht?
24:56Nein.
24:56Ich muss arbeiten.
24:58Oder glauben Sie, mein Taxi fährt von allein?
24:59Dann machen Sie und Ihr Taxi jetzt eine kurz Pause.
25:02Bis gleich.
25:05Für das, was ich da drin mach, gibt's eine Berufsausbildung, die Sie nicht haben.
25:08Ich bin der Kommissar, Sie die Sekretärin, ich tue ermitteln, Sie kochen Kaffee.
25:11Haben wir uns verstanden?
25:13Selbstverständlich.
25:15Und dann, nach dem Essen, nimmt er die Wesslinger beiseite und redet mit ihr eine geschlagene Stunde.
25:20Vielleicht konnte er sich mit ihr besser unterhalten.
25:21Ach, Quatsch. Der hat sie befragt. Zu seinem aktuellen Fall.
25:25Und woher weißt du das?
25:27Weil Joe es mir gesagt hat.
25:29Da lädt er mich zum Essen ein und behandelt doch glatt nebenbei seinen Fall.
25:33Das muss dich doch beeindrucken, wenn einer so fleißig ist.
25:37Ich hab ihn mir jedenfalls dann zur Seite genommen und gefragt, ob das jetzt den ganzen Abend so gehen soll.
25:41Und weißt du, was er gesagt hat?
25:43Da sehen Sie mal, wie gerechtfertigt meine Spesen sind, die Sie mir näh genehmigen.
25:48Ob er den Abend etwa auch absetzen will, frage ich ihn.
25:50Natürlich. Mit mir als Zeugin im Rücken dürfte der Genehmigung ja wohl nichts mehr im Wege stehen.
25:55Ist das nicht unverschämt?
25:57Na und?
25:58Was und?
26:00Na, buchst du es aufs Spesenkonto?
26:01Wer hat das alles fein säuberlich geplant, nur um mir eins reinzuwirken?
26:05Wer sich liebt, der wirkt sich.
26:07Ach komm, hör mir auf mit dem Schmarrn.
26:09Keinen Cent kriegt der von mir genehmigt.
26:13Kian?
26:14Ja, die Star.
26:16Wahnsinn.
26:20Ja?
26:21Ich stehe hier in Ihrem schönen Büro und warte auf Sie.
26:23Waren wir verabredet?
26:24Nicht direkt, aber ich wollte Ihnen meinen aktuellen Spesenantrag mal persönlich in die Hand drücken.
26:29Bezieht er sich auf gestern?
26:30Ja, es ist die Taxi-Quittung. Und Joe bringt seine Rechnung für das Catering heute auch noch vorbei.
26:36Oh.
26:38Moin Moin zusammen.
26:40Guten Moin.
26:41Guten Morgen, Herr Hansen.
26:45Ähm.
26:46Peter Martinek.
26:47Ist der Taxifahrer von gestern.
26:51Sagen Sie doch dem Herrn Hofer, dass ich die Frau Wesslinger im Vernehmungsraum vernehme, ja? Sie ist gerade gekommen.
26:56Selbstverständlich.
26:57Moin zusammen.
26:58Morgen.
26:59Haben Sie das nicht gestern schon getan?
27:01Ich habe eben noch einige Fragen.
27:04Nachdem Sie eine Stunde mit ihr zu Gange waren.
27:06Haben Sie 50 Uhr gesehen?
27:07Sie arbeiten nicht ökonomisch, Herr Hansen.
27:10Bei mir gibt es eben nicht diese strikte Trennung, Arbeit hier, privat da.
27:14Gut zu wissen, dann brauche ich auch nur die Hälfte Ihres Spesenantrags genehmigen. Darf ich?
27:18Sind Sie kleinlich.
27:19Und Sie sind ein Schmarotzer.
27:22Der bayerische Staat ist nicht Ihr Daddy, der für Ihre Eskapaden aufkommt.
27:26Bayern trägt im Staatswappen einen Löwen.
27:28Die Löwen sind großzügig.
27:30So wie Sie Bayern vertreten, müsste man ja eine erbsenpickende Henne ins Wappen aufnehmen.
27:35Herr Hansen.
27:38Was sollen diese Alleingänge?
27:39Leiden Sie unter einer Profilneurose?
27:41Oder haben Sie Angst, dass ich den Fall vor Ihnen lösen könnte?
27:44Ihre selbstherrlichen Extratoren gehen mir schon langsam auf die Nerven.
27:47Haben Sie nicht verstanden, was der 80er gesagt hat?
27:49Es hat sich eben so ergeben, dass wir ins Gespräch gekommen sind.
27:52Soll ich die Gelegenheit sausen lassen, warten, bis Sie dazukommen?
27:54Und warum sagen Sie mir nicht, dass Sie die Taxifahrer und die Wesslinger schon verhört haben?
27:57Oder besser noch, warum sagen Sie mir nicht vorher, dass Sie es verhören wollen?
28:00Dann könnten wir ein bisschen ökonomischer arbeiten.
28:03Okay, Herr Kollege, war ein Fehler. Ab jetzt zahlen wir gerecht.
28:06Gut. Wen hättest du denn gern?
28:07Dann nehme ich die Frau Wesslinger. Da kann ich meinen Charme einsetzen.
28:18Sie auch?
28:19Guten Morgen, Herr Schreier.
28:22Ich möchte wissen, was die von mir wollen.
28:26Sehen Sie es doch als Zahnarzttermin. Einmal bohren und schon ist alles vorüber.
28:31Hm?
28:32Ich habe ein Gebiss.
28:34Hallo.
28:35Hallo.
28:39Dann, Herr Schreier. Frau Wesslinger.
28:50Ich habe Sie gestern nur zu den Diebstähnen gefragt, aber ich habe vergessen, dass Sie etwas über Herrn Schreier wissen
28:55wollte.
28:56Bitte.
28:59Herr Lauinger hat gesagt, dass Herr Schreier eifersüchtig auf Herrn Kramer war. Ist da was dran?
29:05Kann ich nicht genau sagen.
29:07Mir ist nur einmal zu Ohren gekommen, dass die beiden miteinander Streit hatten.
29:12Es soll sogar zu Tätlichkeiten gekommen sein.
29:15Was für Tätlichkeiten?
29:17Weiß ich nicht. Ich war zu der Zeit auf Fortbildung.
29:20Aber der Herr Hasslinger, der hat mich vertreten. Ich kann ihn fragen.
29:24Ich frag den Herr Schreier gleich selber.
29:27Aber eins stimmt schon. Die Frau Schreier und der Herr Kramer, die haben viel Zeit miteinander verbracht.
29:34Ja, aber gleich Mord aus Eifersucht?
29:36Weil Herr Schreier schon fast 70 ist?
29:40Typisch.
29:41Ihr Aussehen mag sich verändert haben, aber Ihre Gefühle sind dieselben geblieben.
29:46Das vergessen jüngere Leute gern.
29:48Sie meinen also, da könnte was dran sein?
29:50Was glauben Sie, was für Eifersuchtsdramen sich bei uns abspielen?
29:54Wo waren Sie vorletzte Nacht zwischen 1 und 2 Uhr morgens?
29:57Ich bin Taxi gefahren.
30:00Das können wir ja locker nachprüfen.
30:01Es war eine Schwarzfahrt zum Münchner Flughafen.
30:06Aber jetzt mal ehrlich, warum sollte ich meinen Vater umbringen?
30:09Schreiben Sie bitte auf, wie Ihr Fahrgast war.
30:11Männlich, weiblich, Alter, Aussehen, Größe.
30:13Wo Sie ihn aufgepickt haben, was er angehabt hat, wie er bezahlt hat, alles.
30:16Warum soll ich denn meinen Vater umbringen?
30:18Geld?
30:19Er hatte nur seine Rente, sonst nichts.
30:22Gehasst haben wir uns auch nicht.
30:25Im Gegenteil.
30:28Sie können alle in der Residenz fragen.
30:29Jetzt geht's erst einmal um Ihren schwarzen Fahrgast.
30:32Und so lange bleiben Sie unser Gast.
30:41Was willst du hier?
30:43Hast du mir nicht gesagt, dass die vorgeladen haben?
30:46Hätte ich sowieso nicht interessiert.
30:48Spürst jetzt wieder die beleidigte Leberwurst.
30:53Du hast uns doch den ganzen Ärger eingebrockt.
30:56Was hast du denn da eingebrockt?
30:59Den Edgar haben sie umgebracht.
31:01Schon vergessen?
31:02Was geht uns das an?
31:04Sterben müssen wir alle.
31:06Die paar Jahre, die ich noch in der Residenz habe, will ich in Ruhe verbringen.
31:09Ich versteh' dich nicht gut.
31:12Du bist doch sonst nicht so träge gewesen.
31:17Ist wegen einem Edgar.
31:20Er tut aber auch nichts zwischen uns.
31:24Ja, stimmt.
31:25Ich hab' mich ein bisserl in ihm verschaukt.
31:29Aber bloß, weil du die ganze Zeit über beim Schafkopf warst.
31:32Wir haben überhaupt nichts mehr unternommen.
31:33Nein.
31:34Immer bin ich schuld.
31:37Ich hab's satt, immer schuldig zu sein.
31:3940 Jahre lang bin ich der Sündenbock gewesen.
31:42Mach' ich mal was, was mir Spaß macht, krieg' ich gleich eins auf dir rüber.
31:4642.
31:47Was?
31:5142 Jahre, das haben wir schon gesagt.
31:53Wow.
31:57Herr Schreyer, kommen Sie bitte.
31:59So.
32:02Tschüss.
32:07Gibt's was Neues?
32:19Sie sollen gegenüber Herrn Kramer einmal tätlich geworden sein?
32:23Tätlich?
32:24Ich bitte Sie.
32:26Die Schellensau habe ich Ihnen in den Kopf geworfen.
32:28Ist das vielleicht tätlich?
32:30Was ist eine Schellensau?
32:32Eine Spielkarte beim Schafkopf.
32:36Warum haben Sie diese Spielkarte in den Kopf geworfen?
32:39Weil er gesagt hat, ich würde betrügen.
32:42Worauf ich gesagt habe, dass er der Betrüger sei.
32:44Dann hat er gesagt, er habe sein ganzes Leben nie falsch gespielt.
32:49Darauf ich...
32:51Das würde man ja an seinen unehelichen Sohn sehen.
32:54Wie ich das meine, hat er dann gefragt.
32:57Dann habe ich den Satz losgelassen.
33:00Welchen Satz?
33:02Naja, äh...
33:04Wer Frauen Kinder anhängt und nicht heiratet,
33:07versucht auch anderen Männern die Frauen auszuspannen.
33:11Darauf erst süffisant, wenn die Männer ihre Frauen nicht halten können, ja, dann ist die Schellensau geflogen.
33:21Sagen Sie mal, wo waren Sie eigentlich vorgestern Nacht zwischen 1 Uhr und 2 Uhr?
33:28Spazieren?
33:28In der Nacht.
33:31Warten Sie noch, bis Sie mal die Bettflucht packt.
33:33Dann reden wir wieder miteinander.
33:36Waren Sie in Begleitung?
33:37Nein.
33:39Meine Frau hat einen seligen Schlaf.
33:43Aber den Martinek habe ich gesehen.
33:47Peter Martinek?
33:48Den Sohn von Herrn Kramer?
33:50Ja, nicht indirekt, sondern sein Taxi.
33:54Hat mich gewundert, dass es nicht auf dem Parkplatz gestanden ist, sondern außerhalb.
34:06Das war angeblich sein Fahrgast.
34:08Der Martinek hat mir erzählt, er hätte eine Schwarzfahrt zum Flugab in München gehabt.
34:13Was wiederum gar nichts heißt.
34:15Ja, aber wo ist da das Motiv?
34:18Ich studiere gerade die Vermögensverhältnisse von Herrn Kramer.
34:21Also außer seiner Rente hatte er keinerlei Vermögen gehabt.
34:24Keine Immobilien, keine Wehrpapiere, keine geheimen Konten, gar nichts.
34:26Um die 400.000 Euro war er vor neun Jahren der Stiftung vermacht.
34:30Geld kommt also nicht in Frage.
34:33Er hat seinen Vater regelmäßig besucht, die beiden haben sich prima verstanden.
34:36Wo in aller Herrguts Namen liegt da ein Motiv?
34:39Es muss um Geld gehen.
34:41Vielleicht haben wir das in der Stiftung zu salopp angepackt und irgendwas übersehen.
34:45Die Ortmann kennt sich damit bestimmt aus.
34:47Vielleicht können Sie uns weiterhelfen.
34:49Kann ich die Unterlagen haben?
34:50Ich wollte es zwar selber durchlesen, aber da hat die Ortmann bestimmt mehr Zeit dazu.
34:56Bestimmt.
35:01Hey.
35:02Servus.
35:04Wen suchst?
35:05Bin mit der Ortmann verabredet.
35:07Nach nicht gesichtet.
35:20Mit dir und der Ortmann, lernt es da was oder nicht?
35:24Wieso interessiert dich das?
35:26Weil ich bei euch nicht durchblicke.
35:28Erst lädst sie zum Essen ein und dann trittst du den halben Abend mit meiner Begleitung.
35:37Okay.
35:39Okay.
35:40Und warum eigentlich nicht?
35:42Weil wir auf völlig verschiedenen Planeten leben deswegen.
35:44Das tun Männer und Frauen sowieso.
35:46Weißt du, warum ich Netzwier sein muss?
35:48Ah.
35:48Das ist dienstlich.
35:49Geh.
35:50Achtziger hat mich dazu verdonnert, Netzwier zu sein.
35:53Weil sie keinen so guten Stand bei uns hat, als Controllerin.
35:57Was ist das?
35:59Die Rennung bis Kettering.
36:01Übrigens, dein dienstlicher Auftrag kommt.
36:04Dann kannst du die Rechnung ja gleich wieder geben.
36:06Nein.
36:07Abend.
36:08Bitte.
36:09Danke.
36:12Und?
36:13Ich würde sagen, ein Mai Tai.
36:18Joe, ein Mai Tai.
36:20Gerne.
36:23Und den möchte ich morgen nicht auf einem Spesenantrag sehen.
36:26Wieso? Was wir treiben, ist doch rein dienstlich.
36:29Dann hätten wir es auch in meinem Büro treiben können.
36:31Hm. Seien Sie mal nicht so kleinlich. Genießen Sie Ihren Drink?
36:36Sie zahlen meinen Drink und nicht unser aller Löwe.
36:39Dann wenigstens halb privat.
36:42Wie soll das gehen?
36:43Fifty-fifty?
36:45Nein.
36:46Also, was ist damit?
36:49Also, auf den ersten Blick hat Hofer recht.
36:51Kein weiteres Vermögen. Kramer hatte seine Rente und die endet mit seinem Tod.
36:55Und worauf hat sich Ihr zweiter Blick gerichtet?
36:58Auf das Stiftungsrecht. Da wird's spannend.
37:01Ich bin ganz ohr.
37:02Erst mal ein Mai Tai.
37:04Und da das ein so komplexes Thema ist, benötige ich sicher noch einen Zweiter.
37:07Der Erste war schon da.
37:09Danke.
37:10Und Sie, bestellen Sie sich doch auch was.
37:12Oh, danke.
37:14Ein Wasser, bitte.
37:23Ah ja, verstehe.
37:24Dann danke ich Ihnen, Herr Doktor Brettschneider. Sie waren mir eine große Hilfe.
37:27Ja, genau. Wiederhören.
37:31Das war Herr Doktor Brettschneider vom Nachlassgericht.
37:34Schön.
37:35Gestern war der Anwalt von Peter Martinek bei ihm und hat die Ansprüche seines Mandanten angemeldet.
37:40Ansprüche auf was?
37:41Auf seine Erbschaft.
37:43Wie, Erbschaft? Ich hab gedacht, er erbt nichts. Sein Vater hat da vor zehn Jahren alles zur Stiftung vermacht.
37:47Vor genau neun Jahren und 360 Tagen. Das heißt, Martinek hat noch fünf Tage Zeit.
37:52Für was?
37:53Für die Erbschaft.
37:55Sie verstehen den Bahnhof?
37:56Ja, ich merk schon. Deswegen gibt es jetzt einen kleinen Lehrgang in Stiftungsrecht.
38:05Ja?
38:07Servus, Frau Ortmann.
38:09Herr Kasper, hallo.
38:10Sie haben gestern Ihr Handy vergessen.
38:13Oh, danke. Da hab ich wohl den ein oder anderen Mai Tai zu viel gehabt.
38:17Geh.
38:18Drei sind doch noch total im Rahmen.
38:21Da bleibt das Hähnchen Curry noch im Magen.
38:23Und den Zimt Pimentreis mit den Datteln und Mandeln nicht zu vergessen.
38:28Da haben Sie den Sven Sabern in Unkosten gestürzt.
38:30Aber da muss er durch. Schließlich muss er auch nicht sein zu Ihnen.
38:34Wieso muss?
38:36Was?
38:37Ich sagten, muss.
38:40Hab ich das jetzt gesagt?
38:42Ja.
38:45Ja.
38:45Und das würde ich gerne näher erklärt haben.
38:50Ja.
38:56Gratulation, Herr Martinik.
38:58Sie sind ein reicher Mann.
39:00Ich weiß nicht, wovon Sie reden.
39:02Gehalten Sie doch bitte Platz.
39:06Ihr Vater hat vor mehr als neun Jahren sein Vermögen 400.000 Euro an eine Stiftung vermacht.
39:12Und Otto Normalverbraucher denkt jetzt, das Geld ist weg.
39:15Für die Erben, respektive für Sie, ist da nichts mehr zu holen.
39:18Was aber nicht stimmt, wenn das Geld nämlich zu Lebzeiten des Stifters der Stiftung vermacht wurde, dann haben die Erben
39:25zehn Jahre lang Anspruch auf Ihren Pflichtteil.
39:27Was? Ist das wirklich so?
39:29Ja, Sie können sich freuen.
39:31Da Sie der Alleinerbe sind, macht es bei 400.000 Euro immerhin noch schlappe 200.000.
39:37Boah, das ist ja toll.
39:38Dafür sind wir noch da, um Ihnen zu Ihrem gerechten Anteil zu verhelfen.
39:42Vielen Dank.
39:43Bitte, gerne.
39:45Jetzt ist es aber so, da nach zehn Jahren das Vermögen ganz an die Stiftung fällt, haben Sie sich jetzt
39:50beeilen müssen.
39:52Und vor drei Tagen waren es schon neun Jahre und 360 Tage, die vorbei waren.
39:58Mit Ihren ganz fürsorglichen Besuchen wollten Sie auch nur das Befinden von Ihrem Vater abklären.
40:03Und da der Pumper gesund war und einfach nicht von selber hat abtreten wollen, haben Sie ihn überreden müssen.
40:11Mit einem Kissen?
40:12Das nenne ich Überredungskunst.
40:13Ja. Und fast hätte es ja geklappt, dass Herr Kramers Tod von Leitung und Personal als ganz normales Dahinscheiden betrachtet
40:20worden wäre.
40:21Dumm nur, dass wir durch eine ganz andere Sache auf Herrn Kramer aufmerksam geworden sind und so sein gewaltsamer Tod
40:26ans Licht gekommen ist.
40:28Dumm gelaufen, würde ich sagen.
40:30Das ist ja nicht wahr. Ich habe ja eben erst erfahren, dass ich Geld erben könnte. Warum hätte ich ihn
40:36dann umbringen sollen?
40:36Nein. Da hat er natürlich recht.
40:39Wir sollten ihn über sich aufklären, oder?
40:41Genau das machen wir. Herr Martinek, da Sie es scheinbar noch nicht wissen, diese Erbschaftsansprüche müssen beim Nachlassgericht vorfristende gelten
40:48gemacht werden.
40:49Sonst ist das Geld weg. Aber ich kann Sie da beruhigen. Ihr Anwalt hat das schon für Sie erledigt.
40:55Sie haben mit meinem Anwalt geredet.
40:57Allerdings.
40:58Wir sollen ihn ausrichten, dass er alles pflichtgemäß in Ihrem Auftrag geledigt hat.
41:03Der lügt. Ich habe ihn zu gar nichts beauftragt. Der hat mich reingelegt. Der will sich das ganze Geld selber
41:09unter den Nagel reißen.
41:11Sie haben sich das Vertrauen Ihres Vaters erschlichen, in den verlorenen Sohn vorgespielt.
41:15Und Dienstagnacht sind Sie mit Ihrer Taxe zur Seniorenresidenz gefahren und haben ihn ganz heimtückisch im Schlaf erstickt.
41:20Sie können jetzt den gerechten Anteil in Empfang nehmen.
41:23Und der scheint folgendermaßen aus.
41:25Herr Martinek, Sie sind vorlieglich festgenommen, wegen des Dringenden der Tatjorddanks Edgar Kramer erwartet zu haben.
41:31Ferdinand, abführen.
41:44Pascal Fortmann.
41:45Hallo. Danke.
41:46Ach, äh... Herr Hansen?
41:49Herr Achtziger hat Sie beauftragt, nett zu mir zu sein?
41:53Ja, das ist mir so... herausgerutscht.
41:56Aha.
41:58Und warum können Sie dann nicht die einfachsten dienstlichen Anweisungen befolgen?
42:01Nett sind Sie nämlich dann zu mir, wenn Sie mich mit Ihren halb privaten Spesenanträgen verschonen.
42:06Also nach unserer gestrigen Diskussion, ja, da habe ich gar nicht vor, die Maitais und das teure Abendessen auf meine
42:11Spesenrechnung zu setzen,
42:12falls Sie das gemeint haben sollten.
42:15Diesmal hätte ich's aber abgerechnet, aber gut.
42:17Würden Sie nicht wollen?
42:18Ja.
42:20Ja.
42:21Ja.
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