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  • vor 2 Tagen

Kategorie

🎈
Spaß
Transkript
00:00Musik
00:41Komm gut nach Hause, Leonie.
00:43Mach ich. Danke, Herr Becher.
01:06Musik
01:37Musik
02:16Hi, Finn.
02:18Danke, dass du mich gleich informiert hast.
02:21Ich weiß, was dir der Fall damals bedeutet hat.
02:24Du bist sicher, dass es Leonie ist?
02:26Die Tote trug ein Armband. Peter?
02:29Wie es damals in der Vermisstenanzeige beschrieben war. Schau.
02:36Leonie.
02:37Scheiße.
02:38Außerdem handelte es sich definitiv um das Skelett einer noch sehr jungen Frau.
02:45Irgendwie habe ich gewusst, dass sie nicht mehr lebt.
02:55Ach, Finn, ich habe das heute Morgen gehört.
03:00Es tut mir leid.
03:02Ich habe die Akte schon kommen lassen.
03:05Wie? Welche Akte?
03:06Heute Morgen wurde auf einer Baustelle eine Leiche gefunden.
03:10Möglicherweise ein alter Fall unseres Kollegen Kieserwetter.
03:12Ah ja, welcher denn?
03:18Leonie Farber.
03:19Das junge Mädchen, das damals spurlos verschwunden ist.
03:22Um genau zu sein vor 15 Jahren.
03:24Vielleicht haben Sie sie jetzt endlich gefunden.
03:27500 Meter von dem Elternhaus entfernt.
03:29Verscharrt.
03:31Sagen wir, Mädchen.
03:32Waren Sie damals bei den Ermittlungen dabei?
03:35Ja, nur am Rande.
03:36Bei so ein, zwei Suchaktionen.
03:38Als der Fall damals nicht gelöst wurde, liegt es 100% in meiner Verantwortung.
03:43Das ist doch Quatsch, Kieserwetter.
03:45Es war ja nicht mehr raus, ob es sich überhaupt um ein Verbrechen handelte.
03:49Was ist denn genau passiert?
03:51Also laut Akte verließ Leonie Farber um 22.45 Uhr eine Grillparty,
03:55die ihr Klasse in leerer Becher geschmissen hat.
03:58Danach war sie nicht mehr gesehen.
04:00Um 23 Uhr sollte sie zu Hause sein.
04:02Um 4 Uhr morgens hat ihr Vater die Polizei alarmiert.
04:04Die waren völlig außer sich.
04:06Die armen Leute.
04:07Die haben noch jahrelang nachgefragt, ob neue Erkenntnisse vorliegen.
04:10Vor allem die Mutter.
04:11Und es gab damals tatsächlich keinen einzigen Hinweis?
04:14Nichts Konkretes, nein.
04:15Dann habe ich jetzt keine Reiche gehabt.
04:17Alle, die damals bei der Party waren, wurden mehrfach verhört.
04:20Die Anwohner befragt, nichts.
04:22Es hätte auch ein Unfall sein können.
04:24Das haben wir damals auch überprüft, ohne Ergebnis.
04:27Hätte Leonie den Grund gehabt, von zu Hause abzuhauen?
04:29Die Eltern waren zwar streng, aber die liebten ihr Kind.
04:31Allerdings sind sie Zeugen Jehovas.
04:34Oh.
04:35Oh.
04:36Also kein Geburtstag, kein Weihnachten, keine Partys, kein Fernsehen.
04:40Ja, aber Leonie hat sich strikt an die Regeln gehalten.
04:43Nicht ein Hauch von Rebellion.
04:45Weder in der Schule, noch sonst wo.
04:47Schröter?
04:50Danke.
04:52Das Labor.
04:53Also, der DNA-Abgleich ist positiv.
04:57Sonde sich eindeutig um die Indie-Faber.
05:20Sie haben sie gefunden, oder?
05:27Und Sie sind absolut sicher, dass es sich um unsere Tochter handelt?
05:30Ja, leider.
05:34Ist Ihr Mann gar nicht da?
05:37Mein Mann
05:39ist oben.
05:41Es wäre vielleicht besser, wenn wir uns zusammen unterhalten könnten.
05:44Das geht nicht.
05:47Er hatte vor fünf Jahren einen Unfall.
05:51Er liegt in einer Art
05:53Wachkoma.
05:56Das tut mir sehr leid.
05:57Ich bete jeden Tag für seine Erlösung.
06:00Wenigstens kann ich mich jetzt von unserer Tochter verabschieden.
06:06Wo war Leonie?
06:11Nicht weit von hier, Frau Faber.
06:19Sie war die ganze Zeit hier in unserer Nähe.
06:21Jetzt haben wir die Chance rauszubekommen, was Leonie damals zugestoßen ist.
06:24Macht Sie doch auch nicht wieder lebendig.
06:26Aber jemand ist für den Tod von Leonie verantwortlich.
06:28Und dieser jemand muss zur Rechenschaft gezogen werden.
06:31Meinen Sie nicht?
06:31Das haben Sie damals doch schon nicht geschafft.
06:34Wie wollen Sie denn jetzt noch Ihren Mörder ermitteln?
06:36Wir haben heute viel bessere technische und forensische Möglichkeiten.
06:40Das noch was bringt.
06:41Nach 15 Jahren.
06:45Ich gebe Ihnen mein Wort, Frau Faber.
06:48Wir werden den Täter kriegen.
06:53Danke, dass Sie mir Bescheid gesagt haben.
06:57Das war nicht richtig.
06:58Du würdest Sie das nicht versprechen dürfen.
07:00Du weißt, dass wir nicht jeden Fall lösen können.
07:02Ich weiß, aber die sind schon.
07:03Hoffe ich, dass Strahl uns weiterhelfen kann.
07:08Moin Strahl.
07:10Moin.
07:11Woran ist sie gestorben?
07:13An den Folgen einer Schädelverletzung.
07:15Also erschlagen.
07:17Auf alle Fälle hat sie etwas sehr Hartes tödlich am Hinterkopf getroffen.
07:21Was könnte das gewesen sein?
07:22Ich weiß es noch nicht.
07:24Aber der Abdruck des Tatwerkzeugs ist ziemlich signifikant.
07:28Hier.
07:29Es war ein abgerunderter Gegenstand mit einer Art Kante an der Seite.
07:35Wenn wir die Tatwaffe finden, könntest du die dann verifizieren?
07:38Ich denke schon.
07:40Gibt es Hinweise auf ein Sexualdelikt?
07:43Man hat sie vollständig bekleidet begraben.
07:45Aber ausschließen kann ich es natürlich nicht nach alter Zeit.
07:47Haben wir eine Chance auf Täter-DNA?
07:49Wird bereits untersucht.
07:51Zudem wurden diese Schlüssel gefunden.
07:54Steckten hier in dieser Kunstledertasche.
07:56Das ist unser Glück.
07:57Das Material ist ewig haltbar.
07:59Hier drin hat diese Schlüssel, Lipgloss.
08:01Und außerdem haben wir das hier gefunden.
08:02Diesen Ring und einen Zettel.
08:04In Leonis Akte stand nichts davon, dass sie einen Ring trug.
08:06Der Zettel da?
08:08Ja.
08:08Das Original ist bereits im Labor.
08:10Das ist die Fotokopie des Schriftstücks.
08:11Ich bin wahnsinnig froh, dass wir nach dem blöden Grifes endlich Zeit füreinander hatten.
08:16Das war unbeschreiblich schön mit dir.
08:18Als Zeichen meiner Liebe schenke ich dir meinen Ring.
08:21Bis Montag in der Schule dein S.
08:23Dein S.
08:25Ich hatte damals vor allem einen Jungen im Visier.
08:28Salvatore Rinaldi.
08:29Also los, überprüfen wir ihn.
08:30Ja, aber das war so ein chauvinistisches Arschloch.
08:32Ob der so einen emotionalen Brief geschrieben hat, bezweifle ich.
08:34Das ist 15 Jahre her.
08:36Lass uns erst mal sehen, ob der überhaupt noch in Lübeck wohnt.
08:38Ja, du hast ja recht.
08:39Bestrahlt, wir brauchen auf jeden Fall einen Schriftvergleich.
08:41Da muss es ja irgendwie alte Klassenarbeiten geben oder sowas.
08:44Ja, werde ich sofort warten lassen.
08:46Das Grab liegt ca. 10 Meter von der Straße entfernt, die direkt zu ihrem Zuhause führt.
08:51Sie war quasi schon daheim.
08:53Wurde sie ins Gebüsch gezerrt oder war sie vorher im Park und wollte zur Straße zurück?
08:57Gut, also Tatort und Wohnort müssen ja nicht identisch sein.
09:00Was ist, wenn S. die Leiche dort hingetragen hat?
09:02Sie hat den Ring erst am Abend ihres Todes bekommen.
09:04Als Zeichen einer neuen Verbundenheit.
09:06Aber dann ist irgendwas schiefgelaufen.
09:09S. ist aufdringlich geworden.
09:10Sie hat sich gewehrt.
09:12Die Situation ist eskaliert.
09:13Das war der Klassiker.
09:13Vielleicht. Aber wieso hat dann der Mörder nicht Zettel und Ring wieder an sich genommen?
09:17Ja, wenn es eine Affektat war, dann hat er es wahrscheinlich in der Panik vergessen.
09:20Oder weil er zu betrunken war.
09:22Dieser Rinaldi ist nämlich aus diesem Grund von der Party geflogen.
09:25Weil er aggressiv gegen Mitschüler wurde.
09:27Das passt ja alles zusammen.
09:29Rinaldi wurde verurteilt wegen Körperverletzung 2008 und 2014 wegen Vergewaltigung.
09:34Und ich hatte damals schon den Eindruck, dass der Typ schwergeballt bereit ist.
09:37Dann schnappen wir uns den Jungen nochmal.
09:39Er betreibt einen Obststand in St. Lorenz Süd.
09:43Moin.
09:45Oh, nee, verdammt, ist das dein Wagen?
09:47Nee, ist von Conny. Der ist kurz in der Kantine was holen.
09:49Sag Bescheid, der Wagen muss weg.
09:50Ja, ich hole den Schlüssel.
10:00Du bist da.
10:01Du warst doch alles wie ein Eins auf, Rinaldi.
10:04Naja, bist du auf die Romantik geschenkt.
10:06Ich hätte dir damals viel mehr in die Mangel nehmen müssen.
10:08Du hattest damals überhaupt keine Beweise.
10:10Und das mit der Vergewaltigung? Das war Jahre später.
10:12Die hätte es vielleicht gar nicht gegeben, wenn ich den 2004 schon rangekriegt hätte.
10:15Erstmal mal halblang, Kollege, ja?
10:17Ohne Leiche waren dir doch die Hände gebunden.
10:19Du warst dann Rinaldi doch damals ordentlich befragt, oder?
10:22Lars, was denkst du denn?
10:23Die Lehrer haben den um zehn rausgeschmissen, weil er rumgepöbelt hat.
10:27Danach ist er angeblich direkt nach Hause gegangen.
10:29Und haben das die Eltern bestätigt?
10:30Die hatten eine Pizzeria. Der Junge war abends immer alleine.
10:34In welchem Verhältnis stand der eigentlich zu Leonie?
10:37Na, der war richtig scharf auf sie.
10:38Na, Klaas hat da mal rumgetrönt, dass er sie irgendwann rumkriegen würde.
10:41Na, also darfst du es doch.
10:43Diese Party war für ihn die beste Gelegenheit, sich an Leonie ranzumachen.
11:06Salvatore Rinaldi?
11:10Wer sind denn sie?
11:11Sie erinnern sich nicht mehr an mich, was?
11:13Nee, keine Ahnung.
11:15Für ein Kiesewetter.
11:16Kripo Lübeck, das ist mein Kollege.
11:18Mein Name ist Englund.
11:20Kripo?
11:21Wir haben nichts gemacht.
11:22Wir sind hier wegen ihrer ehemaligen Mitschülerin, Leonie Farber.
11:26Und an die werden Sie sich doch wohl erinnern, oder?
11:28Wieso was mit der?
11:31Wir haben sie gefunden.
11:33Sie ist tot.
11:37Ja, sie wurde ermordet.
11:45Hey, schnell bleiben!
11:47Kras!
11:49Ist es okay?
11:50Ist schon gut, Lund.
11:51Du schnapp dir den Scheißkerl.
11:52Kannst du stehen?
11:53Ja, ja, ist schon gut.
11:54Lund, schnapp ihn dir!
11:55Das muss genäht werden.
11:56Ach, Fluch.
11:59Kiesewetter hier.
11:59Wir brauchen einen Einsatzwagen zum Marktplatz, zum Obststand.
12:03Flüchtiger, Verdächtiger Richtung Zentrum unterwegs.
12:13Rinaldi war übrigens nicht der einzige Ess an Leonies Schule.
12:16Das sehe ich.
12:16Wir hätten hier Leonies Sportlehrer Siegfried Siggi May, damals 28 Jahre alt.
12:23Der war doch beim Grill nicht dabei, oder?
12:24Doch, er wollte kommen, aber hatte dann angeblich Magen-Darm.
12:28Ach, Sie meinen, der könnte theoretisch später doch noch gekommen sein und hat Leonie draußen getroffen.
12:33Dann haben wir hier Stefan Mauser aus Leonies Klasse.
12:36Ah, den kenne ich.
12:38Der ist heute Arzt, hier in Lübeck.
12:40Bei dem war ich mal wegen meiner Schulter.
12:42Und last but not least, Moritz Kallenborn.
12:45Der sich durch komplettes fehlende NSS in seinem Namen auszeichnet.
12:49Sein Spitzname war Sunny, weil er fünfmal die Woche auf die Sonnenbank gegangen ist.
12:53Was ist denn mit ihm passiert?
12:54Ah, Salvador Rinaldi.
12:56Als wir ihm gesagt haben, dass wir Leonie gefunden haben, hat er ihm Schraubenschlüssel in den Kopf gedonnert und es
13:01abgehauen.
13:02Ja, und anstatt hin und herzurennen, hat Kiesewelter nichts Besseres zu tun.
13:05Ich habe einfach das gemacht, was in der Situation wichtiger war, mich um dich gekümmert.
13:08Oh, er sagt, warst du ein Knall?
13:10Die Kollegen suchen schon nach ihm, der kommt eh nicht weit.
13:13Ähm, ich dachte, ich suche auch noch die anderen raus, deren Namen mit Esbeginn.
13:17Die Nachnamen habe ich erstmal aus ihm vorgelassen.
13:18Sehr gut, Nina. Ich will auf jeden Fall mit allen sprechen.
13:22Die Adressen habe ich auch schon rausgesucht.
13:26Stefan Mauser. Das ist der, ha?
13:28Ja, an den kann ich mich gut erinnern. Der war sehr geschockt über Leonies Verschwinden.
13:32Stand er eher näher?
13:33Nein, aber der war eher so ein sensibler Typ. Und im Gegensatz zu Rinaldi ist er der Typ, zu dem
13:38so ein romantischer Brief passen würde.
13:40Ja, dann sollten wir vielleicht mal mit Ihnen reden, bevor wir Rinaldi nicht haben, oder?
13:45Oh, soll ich lieber alleine?
13:47Auf keinen Fall.
14:00Herr Kiesewelter, sind Sie das?
14:01Ja, nur 15 Jahre später. Tag am Hause. Das ist mein Kollege Englund.
14:06Haben Sie einen Augenblick Zeit für uns, Herr Doktor?
14:08Ähm, eigentlich nicht. Ähm, äh, ja, ähm, Janine, bitten Sie meine Frau, meine nächsten Patienten zu bedenken?
14:17Mach ich gerne.
14:18Ähm, dann kommen Sie mit.
14:28Wir haben Leonie Faber gefunden, Herr Doktor.
14:33Sie ist tot, oder?
14:34Sie ist ja damals schon.
14:36Ja, so sieht's aus.
14:39Irgendwie hab ich mir gehofft, dass sie noch lebt.
14:41Auch wenn's unwahrscheinlich war.
14:44Ja.
14:47Wie kann ich Ihnen helfen?
14:49Wir müssen noch mal mit allen reden, dessen Vorname oder Rufname mit S beginnt.
14:55Warum?
14:56Weil Leonie damals nicht gleich nach Hause gegangen ist, sondern sich noch mit jemandem getroffen hat.
15:00Aha.
15:01Wissen Sie schon mit wem?
15:02Nein.
15:03Sie haben damals ausgesagt, das Fest kurz vor elf verlassen zu haben.
15:07Warum so früh?
15:09Ach, Entschuldigung.
15:10Äh, Stefan, hast du das Röntgenbild von Herrn Bauer?
15:13Judith, erinnerst du dich noch an Herrn Kieselwetter?
15:16Der ermittelnde Beamte bei Leonie Fabers verschwinden.
15:22Sie haben sie endlich gefunden.
15:25Sie ist tot.
15:27Oh Gott.
15:29Weiß man schon, was man mit ihr gemacht hat?
15:32Es tut uns leid, aber zu diesem Zeitpunkt dürfen wir darüber keine Auskunft geben.
15:36Sie kannten Leonie auch?
15:37Ja, ich war auch mit ihr in einer Klasse.
15:39Mein Mädchennamen war Ruprecht.
15:41Judith Ruprecht.
15:42Ach, richtig.
15:43Sie beide waren damals schon ein Paar, oder?
15:44Ja.
15:45Und warum haben Sie damals das Fest nicht gemeinsam verlassen?
15:49Ich hatte versprochen, meinem Aufräumen zu helfen und musste deshalb bis zum Schluss bleiben.
15:53Gut, also nochmal die Frage, warum sind Sie früher gegangen?
15:56Wollten Sie nicht auf Ihre Freundin warten?
15:58Die Party hat damals unser Klassenlehrer ausgerichtet.
16:01War ja auch nett von ihm, aber schon eine ziemlich lahme Veranstaltung.
16:04Stimmt, du konntest es an dem Abend gar nicht erwarten, endlich wegzukommen.
16:07Sie haben auch angegeben, draußen weder Leonie noch sonst jemand gesehen zu haben.
16:11Ja, richtig.
16:12Warum fragen Sie meinen Mann nochmal so explizit danach?
16:15Leonie war mit jemandem verabredet.
16:17Ach, wirklich?
16:19Das hätte ich ihr gar nicht zugetraut, so brav, wie sie war.
16:23Entschuldigung, Herr Bauer wartet.
16:25Ja, wir kommen gleich an ihn.
16:26Okay.
16:28Das heißt, sie hatte noch ein Date nach der Party?
16:31Mit jemandem, dessen Name mit S beginnt.
16:35Ah, ich verstehe.
16:37Aber deine Mutter hatte ja ausgesagt, dass du um kurz nach halb elf zu Hause warst.
16:41Ja, hat sie.
16:43Tut mir leid, ich kann Ihnen wirklich nicht mehr dazu sagen.
16:46Gut, vielen Dank. Ich denke, das reicht uns auch.
16:49Vielen Dank für die Auskunft.
16:50Wiedersehen.
16:52Wiedersehen.
16:59Geht das jetzt alles wieder von vorne los?
17:07So, wo ist er?
17:08Entschuldigung, im Vernehmungszimmer.
17:09Er wurde vor einer halben Stunde im Karlebachpark aufgegriffen.
17:13Danke, Peter.
17:23Na, in der Lesel sieht man Sie wieder.
17:29Sie können mich hier nicht festhalten.
17:31Sie haben einen Beamten täglich angegriffen und sich der Verhaftung entzogen.
17:35Fährliche Körperverletzung, das reicht für U-Haft.
17:38Zumal Fluchtgefahr besteht, wie wir ja wissen, nicht wahr?
17:42Ja, die Rohrzange ist mir aus der Hand geflutscht.
17:46Ja, nee, ist klar.
17:48Und danach wollten Sie eine Runde joggen, oder was?
17:52Also, Sie mussten das Fest damals um 22 Uhr verlassen.
17:55Ja, der Becher hat mich einfach rausgeschmissen.
17:57Bloß, weil ich dieses Arschloch Mike geschubst habe.
17:59Sie haben eine handfeste Schlägerei vom Zaun gebrochen, Rinaldi.
18:01Ja, aber da habe ich ja damals auch kein Geheimnis draus gemacht.
18:03Der Typ hat mich eben genervt.
18:05Wieso eigentlich?
18:07Das hat rein gar nichts mit Leonie zu tun.
18:09Das interessiert uns aber trotzdem.
18:15Mike hat behauptet, unser Lokal hätte Ratten in der Küche, okay?
18:18Dafür gehört doch dem Team doch voll die Fresse poliert.
18:20Ach, und bevor Sie das tun konnten, hat Ihr Klassenlehrer Sie rausgeworfen.
18:23Ja, um 10 Uhr.
18:25Ich war also längst zu Hause, als Leonie das Fest verlassen hat.
18:30Wir haben Beweise, dass Leonie nach dem Fest sich noch mit jemandem getroffen hat.
18:36Jemand, dessen Vorname mit S beginnt.
18:40Das war aber du, oder?
18:43Ja, Bullshit.
18:44Die Alte haben mich doch mit dem Arsch nicht angeguckt.
18:45Nie im Leben wäre die freiwillig mit mir.
18:47Nein, freiwillig nicht, das ist uns klar.
18:49Sie sind wegen Vergewaltigung angeklagt worden.
18:52Ja, das war so klar, dass Sie mir mit diesem alten Scheiß kommen würden, ne?
18:54Deswegen bin ich auch abgehauen.
19:00Wieso bin ich nicht bloß schon früher darauf gekommen?
19:03Sie waren blau und dieser Mike beleidigt auf übelste Ihre Familie und Euer Restaurant.
19:09Ja, und Sie haben draußen auf ihn gewartet.
19:11Nein.
19:12Na und ob, das konnten Sie doch nicht auf sich sitzen lassen, Ratten in der Küche.
19:15Haben Sie doch gerade selber gesagt.
19:16Ihrem Typen gehört mal richtig die Fresse poliert.
19:18Mangel ihn halt, die machen Sie endlich das Maul auf und haben Sie die Eier und geben es zu.
19:21Und wenn, ja okay.
19:22Na also, aber der Wichser kam nicht raus, er hatte ja Schiss.
19:26Moment, dann sind Sie doch nicht gleich nach Hause gegangen.
19:31Nein, aber irgendwann wurde mir die Weiterrat zu blöde.
19:34Und ich wollte gerade nach Hause gehen, als Leonie rauskam.
19:37Ich hatte ja irgendwas vor, dann bin ich ihr nach.
19:40Aber nicht, weil ich, nicht das, was Sie jetzt denken.
19:42Was denken wir denn?
19:43Hilfen Sie unsere Fantasie doch mal auf die Sprünge.
19:45Mann, ich war halt neugierig.
19:47Die tat doch immer so, als ob sie kein Wässerchen trüben könnte.
19:49Und ich wollte wissen, ob sie sich heimlich mit jemandem trifft.
19:57Und, hat sie?
19:58Nein.
19:59Sie ist bloß zu ihrer komischen Sekte, den Zeugen Jehovas, gegangen.
20:02Da wurde sie immer versammelt, in diesem Saal, in der Erlebrucher Straße.
20:05Königreichsaal?
20:05Ja, genau.
20:07Brandte dort Licht.
20:08Haben Sie jemanden da drin gesehen?
20:09Nein, es war stockdunkel.
20:11Es war auch kein Mensch auf der Straße, sie hatte nur einen Schlüssel.
20:14Was für einen Schlüssel?
20:14Ja, für den Seiteneingang.
20:19Ich dachte, ich will nur schnell was wegbeten.
20:21Oder was die Typen da sonst so machen.
20:23Was haben Sie dann gemacht?
20:24Ich habe mich auf eine Bank gesetzt.
20:26Gewartet, ob sie wieder rauskommt.
20:29Um dann was mit ihr zu machen?
20:31Ja, nix.
20:32Aber ich bin halt eingepennt.
20:33Ich war ja immer noch Hacke.
20:35Ich schwöre, das ist die Wahrheit.
20:37Wann sind Sie wieder bach geworden?
20:38Kurz nach drei.
20:39Da war aber schon wieder alles dunkel drin.
20:41Da war klar, dass sie weg ist.
20:43Dann bin ich auch nach Hause.
20:44Mann, wieso haben Sie damals geschwiegen, Sie Idiot?
20:46Mann, Sie haben mir doch schon so die Hölle heiß gemacht damals.
20:49Nie im Leben hätten Sie mir geglaubt.
20:50Und wie kommen Sie auf das schmale Brett, das wir Ihnen jetzt glauben?
20:57Was machen wir jetzt?
20:59Wir fragen die Mutter, ob Leonie wirklich einen Schlüssel besaß.
21:01Und wenn ja, dann sagt Rinaldi wahrscheinlich die Wahrheit.
21:04Und Sie beide überprüfen bitte sofort, ob der dritte Schlüssel, der im Grab gefunden wurde,
21:08zum Seiteneingang des Zentrums passt.
21:10Ein heimliches Date in Ihrer Kirche.
21:12Sie muss wirklich eine Heidenangst gehabt haben, mit S. gesehen zu werden.
21:20Das kann nicht sein.
21:22Leonie hatte gar keine Berechtigung, so spät noch in den Königreichssaal zu gehen.
21:26Aber sie hatte tatsächlich einen Schlüssel.
21:29Das schon.
21:30Sie hat da ja geputzt.
21:31Drei Tage in der Woche vor der Schule.
21:33Als Dienst an unserer Gemeinde.
21:35Aber könnte es nicht sein, dass sie dort etwas vergessen hat und es schnell holen wollte?
21:39Nein.
21:41Als Minderjährige durfte sie auf keinen Fall allein und schon gar nicht nachts dorthin.
21:45Wenn das jemand gesehen hätte, wäre sie hart bestraft worden.
21:49Hätte es denn jemand sehen können?
21:52Um die Zeit ist da eigentlich nicht jemand.
21:56Hatte sie den Schlüssel normalerweise dabei?
21:58Natürlich nicht.
21:59Sie hat ihn immer gleich nach der Schule wieder in ihre Schublade zurückgelegt.
22:02Und war der da noch, auch nach ihm verschwinden?
22:05Darüber habe ich noch nie nachgedacht.
22:09Bewahren Sie denn immer noch Leonie Sachen hier irgendwo auf?
22:14Nein.
22:16Ich habe vor ein paar Jahren alles weggegeben.
22:22Frau Faber, wir glauben, dass Leonie mit jemandem verabredet war.
22:27Im Königreichssaal.
22:28Das ist ausgeschlossen.
22:31Das ist ein geweihter, ein heiliger Ort.
22:34Sie wurde dabei beobachtet, wie sie nachts hineingeht.
22:36Sie auf das Andenken an, meine Tochter so zu beschmutzen.
22:39Frau Faber, bitte.
22:40Ihre Tochter war 17 Jahre alt.
22:42Da ist es doch durchaus möglich, dass sie...
22:44Nein!
22:46Sie hatte keine Geheimnisse vor uns.
22:52Sie war ein gutes, ein frommes Kind.
22:55Die Kollegen haben das überprüft.
22:57Der Schlüssel passt tatsächlich auch heute noch zum Seitenangang.
23:00Sie glauben, Rinaldi.
23:02Obwohl er sie damals belogen hat.
23:03Woher sonst hätte er wissen sollen, dass Leonie einen Schlüssel hatte?
23:06Und was ist jetzt Ihre Theorie?
23:07Ich habe noch keine.
23:09Auf jeden Fall denke ich, dass dieser Saal für Leonie die Ideale,
23:12wenn nicht sogar die einzige Möglichkeit war für ein heimliches Treffen.
23:15Sie konnte sich sicher sein, dass zu diesem Zeitpunkt niemand mehr da war.
23:18Geschweige denn, dass noch jemand kam.
23:21Okay, Leonie trifft sich mit diesem ominösen S zu einem heimlichen Rundebo.
23:26Und später gehen dann beide, also Leonie und S, ohne dass Rinaldi aufwacht.
23:30Und dann?
23:32Wenn er es Leonie nach Hause begleitet hat,
23:36dann kann er sie irgendwo in der Nähe der Fundstelle angegriffen haben.
23:39Oder es gibt noch einen Dritten.
23:41Den wir alle nicht auf dem Schirm hatten.
23:43Habe ich das möglich?
23:44Schließlich war Leonie geübt darin, Geheimnisse für sich zu behalten.
23:47Als sie sich verliebte, war sie als Zeugin Jehovas quasi gezwungen, ein Doppelleben zu führen.
23:51Aber was hat das Rundebo so eskalieren lassen, dass sie am Ende sterben musste?
24:10Ja, wo der Johanna schon mal parat?
24:14Herr Renate, es tut mir leid für die späte Störung, aber kann ich dich bitte ganz kurz sprechen?
24:19Was ist denn?
24:21Ich brauche deinen Rat.
24:22Die Polizei war gerade eben schon wieder da.
24:24Und sie sagen, sie sagen, Leonie...
24:28Was ist denn, Renate?
24:30Sie behaupten, Leonie hätte sich heimlich mit jemandem getroffen.
24:34Kann das stimmen?
24:36Wusste mein Mann davon?
24:37Hat er dir irgendetwas erzählt?
24:40Beruhige dich, Renate.
24:42Ich bin in Eile, aber ich kann morgen bei dir vorbeikommen.
24:46Gute Nacht, Renate.
24:48Dann bis morgen.
24:51Gute Nacht.
25:06Glaubst du, sie finden nach so langer Zeit den, der Leonie das angetan hat?
25:11Ich weiß nicht.
25:12Ich hoffe es.
25:15Sie werden jetzt jede Menge Dreck auffüllen, alle damaligen Aussagen nochmal durchgehen.
25:19Vermutlich.
25:23Du mochtest Leonie, oder?
25:29Was meinst du?
25:31Sie war die Hübscheste in der Klasse.
25:34Vielleicht wird ihr ja damals ein Paar geworden, wenn ihre Eltern nicht so streng gewesen wären.
25:39Ja, vermutlich.
25:42Meinst du, es gibt ein Problem, weil deine Mutter nicht mehr lebt?
25:45Was redest du denn heute Abend für komisches Zeugs?
25:48Warum sollte genau das ein Problem sein?
25:50Sie kann nicht mehr bezeugen, dass du wirklich um kurz nach halb elf zu Hause warst.
25:53Nein, aber es steht in den Akten.
25:56Komm, Schatz, lass ihn nach Hause. Ich bin wirklich müde.
26:09Moin.
26:11Moin.
26:11Vom Labor?
26:13Ja.
26:14Haben die Täter DNA extrahieren können?
26:17Nee.
26:18Es geht um den Zettel, Schriftanalyse.
26:21Und? Treffer?
26:23Oh ja, ich hab's befürchtet.
26:26Rinaldi hat den Brief nicht geschrieben.
26:28Sondern?
26:32Mach dir bitte keine Sorgen und fahr zurück in die Praxis.
26:34Auf keinen Fall. Die führen dich hier ab wie ein Schwerverbrecher.
26:37Ich will jetzt wissen, was hier los ist.
26:38Das werden Sie erfahren, aber zuerst müssen wir mit Ihrem Mann alleine sprechen.
26:42Mein Mann hat sich nicht zu Schulden kommen lassen.
26:44Stefan, jetzt sag doch endlich auch mal was.
26:46Geh jetzt bitte und ruf unseren Anwalt an.
26:49Bitte, es ist das Einzige, was du im Moment für mich tun kannst.
26:53Herr Mauser?
27:26Herr Mauser?
27:28Ich habe einen Eid darauf geschworen, Menschenleben zu retten.
27:30Aber damals waren Sie noch kein Arzt.
27:33Wir haben Zeit, Herr Mauser.
27:35An Zettel und Ringen kommen Sie nicht vorbei.
27:40Meine Mutter hat damals für mich gelogen, weil sie wusste, dass ich unschuldig bin.
27:45Sie waren also an jedem Abend mit Leonie zusammen?
27:49Ja.
27:51Und Ihre große Liebe, Judith?
27:53Mit 17 kommt es doch mal vor, dass man sich in ein anderes Mädchen verknallt.
27:56Auch wenn man eine feste Freundin hat.
27:59Wie haben Sie es geschafft, dass niemand etwas von Ihrer Beziehung zu Leonie gemerkt hat?
28:04Wir haben manchmal Schulstunden geschwänzt, um uns zu treffen.
28:08Sie durfte ja abends nie weg.
28:09Und da war das Grillfest die Chance für Sie.
28:13Sie wollte sogar den Ärger mit Ihren Eltern in Kauf nehmen,
28:15falls die gemerkt hätten, wann sie wirklich nach Hause kommt.
28:19Ich habe Sie nur bis zum Park begleitet.
28:22Das letzte Stück wollte Sie unbedingt alleine gehen.
28:24Ja, weil Sie Angst hatte, dass Ihre Eltern Sie sehen würden.
28:27Zusammen.
28:30Sie behaupten also, dass Leonie gesund und munter war, als Sie sich von ihr trennten.
28:35Ja.
28:36Ja, ich werde Ihnen nie verzeihen, dass ich Sie nicht bis vor die Haustür gebracht habe.
28:42Um welche Uhrzeit wollen Sie sich denn von Leonie verabschiedet haben?
28:47Kurz nach zwei.
28:50Warum?
28:51Warum?
28:55Warum haben Sie mich damals belogen?
28:57Sie hätten Sie doch gern.
28:58Sie hätten uns doch helfen können.
28:59Ich wollte Ihnen doch helfen.
29:00Ich wollte zur Polizei gehen.
29:03Aber meine Mutter meinte, wenn rauskäme, dass ich Sie in der Nacht getroffen habe...
29:08Sie hatte Angst um mich, um meine Zukunft.
29:16Ihre jetzige Frau hat Sie nichts von Ihrer Verliebtheit bemerkt.
29:20Judith?
29:21Nein.
29:22Und später?
29:23Später haben Sie nie von Ihrer kurzen Beziehung zu Leonie erzählt.
29:28Judith liebte ich ja auch.
29:31Also damals auch.
29:33Trotz Leonie.
29:35Und heute mehr denn je?
29:40Zwei Verdächtige, die zugeben, dass Sie damals gelogen haben.
29:44Wir müssen beide erstmal hier behalten.
29:47Rinaldi ist doch durch die Schriftprobe entlastet.
29:50Nein, nein.
29:51Die Schriftprobe beweist nur, dass Rinaldi nicht es ist.
29:54Wenn er aber entgegen seiner Aussage Leonie und Mauser doch gefolgt ist, dann...
30:00Könnte er sich nach Mausers Weggang Leonie doch noch geschnappt haben.
30:04Richtig.
30:04Ab wann haben die Eltern die Tochter vermisst?
30:07Sie haben ab 23 Uhr auf Sie gewartet.
30:09Und um 4 Uhr morgens ging dann der Anruf von Leonies Vater bei uns ein.
30:13Und hat er vorher noch was anderes nach Leonie gefragt?
30:15Soviel ich weiß, haben Sie nur bei dem Lehrer angerufen, bei dem das Grillfest stattfand.
30:19Aber der hat in dem ganzen Trubel nichts gehört.
30:21Und ansonsten hatte die Familie ja außerhalb der Gemeinde überhaupt keine sozialen Kontakte.
30:25Aber sicher sehen Sie sich nicht?
30:26Nein, ich sei auch kein Grund, das zu überprüfen.
30:29Aber ich weiß, ich habe damals ja eine Menge übersehen.
30:32Wenn Finn kommt, jetzt lass gut sein, ne?
30:35Vielleicht kann sich ja die Mutter noch erinnern.
30:38Ich hoffe.
30:47Darf ich nur kurz mit meiner Frau sprechen?
30:49Okay.
30:57Es tut mir wirklich leid, dass ich dir nie davon erzählt habe.
31:00Was soll das?
31:01Du glaubst mir überdraut, oder?
31:03Ich denke nicht, dass du fähig wirst, jemanden zu töten.
31:06Die Kinder und du, ihr seid mir das Wichtigste auf der ganzen Welt.
31:09Ich könnte es gar nicht ertragen, mich zu verletzen.
31:11Du hast mir wehgetan.
31:15Ich bin verletzt, ja.
31:16Aber ich bin nicht überrascht.
31:19Glaubst du wirklich, ich habe damals nicht gespürt, dass du in sie verliebt warst?
31:25Ich hätte dich niemals kampflos aufgegeben.
31:29Damals nicht und jetzt auch nicht.
31:32Ich habe den Kindern übrigens gesagt, dass du auf einem Seminar bist.
31:36Und in der Praxis ist soweit auch alles okay.
31:38Du musst dir keine Sorgen machen.
31:40Wir schaffen das.
31:45Danke.
31:47Danke.
32:15Passt aber gerade gar nicht.
32:17Ich habe Besuch.
32:18Bruder Johannes.
32:20Johannes Brauweiler.
32:22Vorsitzender des Ältestenrates unserer Gemeinde.
32:26Guten Tag, Herr Brauweiler.
32:27Nur eine kurze Frage.
32:28Hat Ihr Mann, als Sie damals auf Leonie gewartet haben,
32:31noch mit anderen Leuten telefoniert?
32:33Mit Glaubensbrüdern oder mit Bekannten?
32:35Warum hätte er das tun sollen?
32:37Naja, um sich zu vergewissern, ob Leonie vielleicht dort ist.
32:40Was hätte Sie denn da mitten in der Nacht zu tun gehabt?
32:42Sicher nicht.
32:44Ich wüsste sicher auch,
32:46wenn Jakob sich mit jemandem von uns getroffen hätte.
32:49Wir alle haben erst am nächsten Tag von diesem Verschwindenden erfahren.
32:56Sagt Ihnen der Name Stefan Mauser etwas?
32:59Hat ihn Leonie irgendwann mal erwähnt?
33:01Nein, wer soll das sein?
33:03Ein Weltmensch?
33:06Weltmenschen sind für uns die Andersgläubigen.
33:10Er war ein Mitschüler.
33:12Leonie und er waren ineinander verliebt.
33:14Haben Sie davon nichts bemerkt?
33:15Hören Sie auf, solche Andeutungen zu machen.
33:16Meine Tochter hatte keinen Freund.
33:18Wie oft soll ich Ihnen das jetzt noch sagen?
33:20Sexuelle Handlungen sind vor der Ehe sündhaft
33:23und bei uns strengstens untersagen.
33:26Dennoch hat Leonie sich mit ihm nach der Feier nachts getroffen.
33:29Und das nicht zum ersten Mal.
33:33Hat er Sie umgebracht?
33:35Herr Mauser behauptet, Sie in der Nacht bis hierher begleitet zu haben,
33:38bis kurz vor Ihr Haus.
33:40Das letzte Stück wollte Leonie allerdings alleine gehen.
33:43Wahrscheinlich hatte sie Angst davor,
33:44dass Sie die beiden zusammen sehen.
33:47Und auf dem letzten Stück ist es dumm passiert.
33:49Falls Herr Mauser die Wahrheit sagt.
33:52Haben Sie in dieser Nacht um zwei nichts Ungewöhnliches gehört?
33:55Ich habe nichts gehört.
34:00Gibt es denn gar keine Möglichkeit, mit Ihrem Mann zu kommunizieren?
34:04Jakob hat bei seinem Unfall einen hypoxischen Hirnschaden erlitten.
34:10Wegen Sauerstoffmangel?
34:13Schwester Renate konnte ihn in letzter Sekunde vom Strick abschneiden.
34:18Früh genug sein Leben zu retten, aber zu spät für seine Seele.
34:23Ein Suizidversuch?
34:26Frau Faber, Ihr Mann hat versucht, sich umzubringen.
34:28Warum haben Sie das uns nicht gesagt?
34:31Leonies Schicksal hat Jakob den Lebenswillen genommen.
34:36Selbst unsere Gemeinde konnte ihn nicht wieder aufrichten.
34:39Aber ist Selbstmord nicht Todsünde?
34:41Er ist kurz zuvor abtrünnig geworden.
34:44Er ist aus unserer Kirche ausgetreten.
34:49Unser diesbezügliches Gespräch mit ihm fand am Tag zuvor statt.
34:54Das war wohl dann der Zeitpunkt, an dem Sie aufgehört haben, mich wegen Leonie anzurufen.
34:59Ich hatte einfach keine Kraft mehr, noch länger auf ein Wunder zu hoffen.
35:03Das Leben ist ein leitenden Schwester Renate.
35:13Herr Mauser will eine Aussage machen.
35:15Ach ja? Worum geht's denn?
35:16Das will er nur Ihnen sagen, aber ich glaube, es geht um seine Frau.
35:20Seine Frau?
35:21Ich habe eben ein Gespräch von den beiden mitbekommen.
35:24Sie wusste damals schon, dass er und Leonie was miteinander hatten.
35:26Ich habe mir daraufhin ihre frühere Aussage nochmal angeschaut.
35:28Moment, Sie war auf jeden Fall bis kurz noch eins auf diesem Grillfest.
35:31Dann gibt es nichts zu rütteln.
35:32Jetzt warte doch mal.
35:34Schon. Aber Sie bzw. Ihre Eltern wohnten damals in der Gutenbergstraße.
35:39Das ist nur eine Minute vom Königreichssaal entfernt.
35:42Eben. Was ist, wenn Judith Mauser und Leonie auf dem Nachhauseweg gesehen hat?
35:46Bringen Sie sie her.
35:58Danke, Kollege.
36:06Also, Jan.
36:12Ich habe Leonie Faber getötet.
36:18Oh, das, ähm...
36:21Das kommt plötzlich.
36:23Woher der Sinneswandel?
36:27Ich habe lange nachgedacht und bin bereit, die Verantwortung für Ihren Tod zu benehmen.
36:36Was war das Motiv?
36:38Sie haben uns doch gesagt, Sie waren an Sie verliebt.
36:41Ja, war es eine Kurzschlusshandlung oder haben Sie das zuvor geplant?
36:45Nein, nein, nein, ich habe es nicht geplant.
36:47Wie haben Sie es getan?
36:48Na, reicht Ihnen nicht, dass ich die Tat gestehe?
36:50Nein, nein, nein.
36:53Haben Sie sie mit den Händen umgebracht?
36:55Haben Sie ja ein Messer benutzt, ein Stein?
36:57Na, hört sich doch auf.
37:00Mehr sage ich nicht.
37:03Nicht ohne meinen Anwalt.
37:06Er weiß nichts über den Mord.
37:07Sie glauben, er hat die Begleitumstände der Tat verdrängt, oder was?
37:11Nein, er weiß buchstäblich nichts.
37:13Er hat Leonie nicht getötet.
37:15Wir vermuten, dass er selbst seine Frau verdächtigt und durch ein Falschgeständnis von ihr ablenken will.
37:20Seine Frau?
37:22Und er will Sie schützen, weil Sie zwei Kinder haben, oder warum?
37:26Vielleicht vermutet er, dass die Mutter für die Kinder wichtiger ist als der Vater, aber...
37:31Vielleicht denken Sie auch zu kompliziert?
37:34Er war definitiv in der Nacht mit Leonie zusammen und er hat gestanden.
37:38Weil er in Panik ist.
37:39Er weiß was oder glaubt was zu wissen.
37:42Aber er ist definitiv nicht unser Täter.
37:45Meinetwegen.
37:47Dann nutzen Sie seine Kopflosigkeit und finden heraus, was dahinter steckt.
38:00Wo ist mein Anwalt?
38:01Er ist informiert und müsste gleich hier sein.
38:09Was macht meine Frau hier?
38:11Wir würden gerne mit Ihnen beiden reden.
38:13Es kommt ja gar nicht in Frage.
38:14Was soll das, was ist hier los?
38:16Frau Mauser, Ihr Mann hat in der Zwischenzeit ein Geständnis abgelegt.
38:20Das ist ja lächerlich.
38:22Keineswegs.
38:23Nehmen Sie bitte Platz.
38:28Ihr Mann hat zugegeben, Leonie Faber getötet zu haben.
38:32Was soll denn das, Stefan?
38:33Du hast niemanden umgebracht.
38:35Sie glauben ihm nicht?
38:36Natürlich nicht.
38:37Du musst das auf der Stelle wieder rufen, hörst du?
38:40Möglicherweise wollte er jemand schützen.
38:41Blödsinn, wen denn um Himmels Willen?
38:45Vielleicht Sie?
38:46Du sagst jetzt kein Ton mehr.
38:47Kein Sternenswörtchen.
38:52Du glaubst, ich habe sie umgebracht.
38:54Sei jetzt bitte still.
38:56Weil ich zu dir gesagt habe, ich hätte nicht zugelassen, dass sie dich mir hätte wegnehmen wollen.
39:03Stefan, wir waren Teenager.
39:05Ich hätte Leonie nie was getan.
39:07Nur weil du Idiot in sie verliebt warst, das musst du doch wissen.
39:15Ich war in der Nacht um halb zwei zu Hause.
39:18Ich musste mehrfach klingeln, weil ich meine Schlüssel vergessen hatte.
39:21Das können sowohl meine Eltern als auch mein Bruder bezeugen.
39:24Und die Nachbarin, die wegen der Klingelei geweckt wurde.
39:28Herr Mauser, wollen Sie jetzt was sagen?
39:40Ich widerrufe mein Geständnis.
39:46Es tut mir leid.
39:48Die Nachbarin hat die nächtliche Klingelei bestätigt.
39:51Dann fangen wir wieder bei Null an.
39:53Moment.
39:54Jetzt wissen wir wenigstens, dass die Mausers wahrscheinlich unschuldig sind.
39:58Bleibt nur noch Rinaldi.
39:59Und den nehmen wir uns jetzt vor.
40:01Kommst du, Finn?
40:01Kannst du das bitte mit Nina machen?
40:03Ich muss noch was anderes überprüfen.
40:06Ach.
40:07Und was?
40:08Wenn Mauser die Wahrheit sagt,
40:10dann hat er Leonie das letzte Mal hier lebend gesehen.
40:14Und?
40:15Ich will mir die Stelle nochmal ansehen.
40:18Um noch 15 Jahren was genau zu finden?
40:26Verdammt nochmal, ich will endlich den Fall lösen.
40:28Also lasst mich doch einfach machen.
40:33Ist der Käsewetter nicht etwas zu engagiert in diesem Fall?
40:37Mh, nö.
40:39Lassen Sie ihn einfach machen.
40:42Wer nachts gut schlafen will, braucht innere Ruhe und Entspannung.
40:50Neurexan hilft mir zu entspannen und gut zu schlafen.
40:54Auf ganz natürliche Weise.
40:56Denn guter Schlaf ist so wichtig.
41:00Neurexan.
41:02Zur Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
41:06Dereiquvor.
41:08Dereikus.
41:09Dereich.
41:23Derey.
41:26Dereikus.
41:27Dereikus.
41:29Dereikus.
41:30cemetery.
41:31Dereikus.
41:33Dereikus.
41:45Strademann, du sagtest doch, das Tatwerkzeug wäre abgerundet mit einer Kante am Rand.
41:49Warum hast du nicht mit mir gesprochen, Jakob?
41:53Wir hätten uns doch gegenseitig stützen können.
41:55Mit Gottes Hilfe.
42:01Aber du hast dich abgewandt. Von Gott. Von unseren Brüdern und Schwestern. Und von mir.
42:21Strahle sich sicher, dass Leonie auf einen der Poller gestürzt ist.
42:24Verstehe ich nicht richtig. Dann ist es doch ein Unfall gewesen.
42:26Nein, das glaube ich nicht. Aber ich denke, dass uns Brauweiler dazu was sagen kann.
42:30Wer?
42:31Johannes Brauweiler, Vorsitzender des Ältestenrates von Leonies Kirchen, Gemeinde. Und was sollte man uns sagen können?
42:37Für die Zeugen Jehovas ist Suizid eine der schlimmsten Sünden überhaupt.
42:41Und ich glaube nicht, dass Leonies Vater eine solche Sünde begeht, weil sein Kind damals spurlos verschwunden ist.
42:46Darauf möchte ich nicht antworten. Mein letztes Gespräch mit unserem früheren Bruder Jakob war vertraulich.
42:54Ach ja?
42:55Ich dachte immer, die Zeugen Jehovas glauben nicht an das Beichtgeheimnis.
42:59Nur Jehova kann unsere Sünden vergeben.
43:02Herr Brauweiler, was hat Jakob Faber Ihnen damals erzählt?
43:09Ich stelle mir das so vor. Leonie und Stefan Mauser verabschiedeten Sie unter der Laterne.
43:14Und Jakob Faber sah die beiden.
43:19Warum können Sie die Vergangenheit nicht einfach ruhen lassen?
43:24Er sieht Ihre Vertrautheit, Ihre junge Liebe. Oder sollte ich besser sagen, Leonies sündhaftes Verhalten?
43:31Und er verliert die Kontrolle. Er schlägt sie und Leonie prallt mit dem Kopf auf die Steinsäule.
43:36Und genau deshalb hat er versucht, sich damals umzubringen. Weil er mit seiner Schuld nicht mehr leben konnte.
43:41Sie sagten mal, für seine Seele sei es zu spät. Was ist mit Leonies Mutter? Sollte sie nicht endlich erfahren,
43:47was passiert ist?
43:50Ich habe mit Renate gesprochen. Jakob hat recht getan, seine Tochter zu strafen.
43:58Ich bitte.
43:59Sie verteidigen Faber, obwohl er für den Tod seiner eigenen Tochter verantwortlich ist?
44:04Nein. Das war doch bloß ein Unfall.
44:12Sein Selbstmordversuch war die eigentliche Sünde.
44:16Was hat Ihnen Faber gesagt? Was ist in dieser Nacht passiert?
44:23Das, was nur passieren kann, wenn man sich auf den Pfad der Sünde bedient.
44:39Wo kommst du jetzt her?
44:42Papa.
44:43Wer war dieser Mann?
44:43Welcher Mann?
44:44Wage es nicht, mich zu belücken.
44:47Trifst du dich schon länger mit diesem Weltmensch?
44:49Leonie!
44:49Er heißt Stefan. Wir gehen in dieselbe Klasse und...
44:54Ich habe ihn gern, Papa.
44:56Du wirst die Schule wechseln, Leonie. Und du wirst ihn niemals wieder sein.
45:00Bitte, nein. Das könnt ihr nicht machen.
45:02Wir gehen jetzt nach Hause. Morgen bekennst du deine Sünden vor dem Ältestenrat und dann Gnade dir Gott.
45:06Die Namen, die Namen, die Namen, die Namen. Und uns auch. Komm jetzt.
45:12Ich werde in drei Monaten 18.
45:14Lass mir nichts mehr von alten Männern verbieten. Und ich will auch keine Zeugin Jehova mehr sein. Das ist euer
45:19Leben, Papa, und nicht meins. Stefan und ich, wir lieben uns.
45:23Vor ihm, vor ihm, vor ihm.
45:26Hure.
45:32Steh auf, Leonie.
45:38Leonie.
45:41Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was Jakob getan hat. Bis...
45:45Bis Herr Brauweiler es Ihnen endlich erzählt hat.
45:49Ich habe nicht gemerkt, dass Jakob nochmal wegging. Ich war schon um kurz nach elf auf dem Sofa eingeschlafen.
45:57Eingeschlafen? Obwohl Sie sich um Ihre Tochter sorgten?
45:59Ich habe ihr vertraut. Da waren doch Lehrer dabei. Warum sollte sie denn nicht noch ein bisschen länger feiern?
46:08Jakob war da der durchaus strengere von uns beiden.
46:13Und als Sie wach wurden?
46:15Er hat mich geweckt und gesagt, dass wir jetzt endlich die Polizei anrufen müssen.
46:20Da war es vier.
46:21Und Sie haben nie den leisesten Verdacht gehegt?
46:23Ich habe doch gesehen, wie sehr er litt.
46:27So wie ich.
46:29Vielleicht sogar noch mehr.
46:32Ich konnte doch nicht ahnen, dass er Buße tat.
46:38Jakob hat Leonie sehr geliebt.
46:41Er musste sie doch bestrafen.
46:45Es war ein schrecklicher Unfall.
46:48Nein.
46:49Nein, Frau Faber.
46:51Man schlägt niemals seine Kinder.
46:53Das ist und bleibt unter allen Umständen unentschuldig.
47:07Die Jagd der Leonie Faber wird geschlossen.
47:10Ich habe schon von unserer Staatsanwältin gehört.
47:13Unfall mit Todesfolge heißt das jetzt offiziell.
47:17Wir sollten trotzdem froh darüber sein, dass wir endlich rausbekommen haben, was Leonie widerfahren ist.
47:24Einerseits ja.
47:27Aber so ein früher und sinnloser Tod.
47:31Zumindest können Sie jetzt den Fall für sich abschließen.
47:35Ja, das stimmt.
47:43Die Akte Leonie Faber wird geschlossen.
47:45Weiß ich.
47:48Ohne Euch hätte ich das nie geschafft.
47:51Dafür sind wir doch da.
47:53Danke.
47:54Aber am dankbarsten bin ich Dir, Lars.
47:57Ach komm.
47:58Wofür denn groß?
48:00Dass du jetzt den Papierkamellet ist.
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