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  • vor 2 Monaten
Mitten in einer erfolgreichen Karriere erhielt Mona Elzayat die Diagnose Brustkrebs – es folgten Sepsis und Multiorganversagen. Heute gibt die Niederösterreicherin ihre Erfahrung weiter: als Autorin, langjährige Präsidentin von Europa Donna und Gründerin des PatientInnenportals für onkologische und chronisch kranke Menschen. Bei „Robert direkt" spricht sie über Rückschläge, Selbstbestimmung und darüber, warum niemand mit einer Diagnose allein bleiben sollte. Demnächst ist Mona Elzayat auch in der neuen Sendung „Health Twenty-One" zu sehen.
Transkript
00:04Wir sind heute nicht umsonst hier bei vielen Kräutern. Jetzt habe ich neben mir jemanden
00:10stehen, die, sagen wir mal so, eine ganz tolle Geschichte hinter sich hat. Kann man das so
00:14sehen? Du beschäftigst dich mit Gesundheit? Stimmt. Wieso das? Es hat viele Hintergründe.
00:23Und zwar, ich komme aus der Medizin, also ich habe in der Pharma gearbeitet und zwar mein Schwerpunkt am
00:30Schluss waren onkologische Erkrankungen. Das Thema Brustkrebs war eins meiner Hauptthemen. Und dann,
00:38wie das Schicksal will, habe ich selbst Brustkrebs bekommen mit sehr schweren Komplikationen auf eine
00:46Therapie. Also ich habe Sepsis mit Multiorganversagen gehabt und habe ein Jahr lang gebraucht, bis ich
00:53wieder ins Leben zurückgekommen bin. Und ich hatte das Gefühl, ich habe einen Auftrag und den wollte
01:01ich erfüllen. Und von dem Moment an habe ich mich ehrenamtlich für kranke Menschen eingesetzt,
01:08habe selbst als Präsidentin der Europäischen Brustkrebsgesellschaft gearbeitet, ehrenamtlich
01:15auch in Österreich und international und habe dann in der Corona-Zeit ein eigenes Portal gegründet. Das ist
01:24das Patientinnen-Portal. Und mit diesem Portal wollen wir Menschen mit schweren Erkrankungen, chronischen
01:33Erkrankungen helfen, aber auch Gesundheitsbildung und Awareness schaffen. Also wir machen auch für gesunde
01:42Menschenveranstaltungen, Fortbildungen, Früherkennungsprogramme, damit man die Dinge einfach mehr publik machen
01:50können. Ich glaube auch, dass diese Prophylaxe ganz wichtig ist, damit es gar nicht so weit kommen muss,
01:55dass man dann mit und damit schweren Medikamenten oder mit schweren Behandlungen zu tun hat. Genau,
01:59je früher man anfängt, man kann nicht früh genug anfangen. Und mein persönlicher Wunsch wäre es ja schon,
02:05im Kindergarten mit der Gesundheitsbildung anzufangen, mit so auch Kräuterkunde. Wir sind in so einem schönen
02:13Kräutergarten heute, dass die Kinder auch schon lernen, was gibt es denn auch in der Natur alles. Ja,
02:19was, das ist ja Entdeckung, Entdeckung ist das, ja. Es gibt ja diesen Spruch, nicht gegen alles ist ein
02:25Kraut gewachsen. Ja, genau. Das ist ja nicht unrichtig, würde ich einmal sagen. Genau, diese Sprüche haben einen Sinn. Ja,
02:30ja, schon.
02:30Genau, die alte Bauernweisheit. Jetzt hast du dich dann auch mit Kräutern und mit Alternativen
02:37beschäftigt. Ist das richtig? Am Rande, muss ich sagen, wir haben sehr gute Ärzte, die sich mit
02:46Komplementärmethoden beschäftigen. Das heißt, neben der Schulmedizin... Keine Frage. Genau. Wichtig ist die
02:52Dosierung. Auch bei Kräutern oder Naturpflanzen ist immer wichtig, die Dosis macht das Gift. Und gerade bei
03:00schweren Erkrankungen kann es zum Beispiel sein, dass ein Kraut der Chemotherapie entgegenwirkt, weil es
03:08über das gleiche Enzym abgebaut wird. Okay. Und deshalb ist es immer wichtig, mit dem behandelnden Arzt
03:15abzusprechen, was man nebenbei nimmt. Und da gibt es eben spezielle Komplementärmediziner, die sich da
03:22wirklich gut auskennen, was man unterstützend, und es geht um die Unterstützung, wenn man schon einmal
03:28krank ist, tun kann. Und da gibt es wirklich tolle, tolle Sachen. Es gab ja eine Zeit lang,
03:33ich weiß nicht, wie weit es noch aktuell ist, Mistl bei Krebstherapie. Genau, das wird
03:36gemacht. Ist das nach wie vor noch? Nach wie vor wird das angeboten. Es nehmen nicht wahnsinnig
03:40viele Leute an, aber es wird angeboten. Und es gibt es nach wie vor. Und es ist eine gute,
03:47sehr gute Methode. Man soll aber jetzt nicht sagen, ich nehme nur Mistl und brauche nichts mehr anderes.
03:51Also das ist die große Gefahr. Nein. Weil, wie gesagt, wenn eine Krankheit einmal manifestiert
03:56ist, ist die Schulmedizin notwendig. Absolut. Ja. Weil da braucht es wirklich die knallharte
04:03Gabe von bestimmten Medikamenten, damit die Person die Chance hat, auch wieder gesund zu werden.
04:09Mhm. Ja. Und trotzdem ist das wahnsinnig
04:14wichtig. Wahnsinnig wichtig. Absolut. Ja, wahnsinnig
04:16wichtig. Auch im Vorfeld schon. Im Vorfeld schon. Und auch bei kleinen Dingen, wie Fieber oder
04:22sonstigen, der Zwiebelwickel und diese Dinge, die waren...
04:25Es muss nicht immer gleich Fiebersenker sein.
04:27...die waren super. Ja. Ja. Und ich habe gerade zuerst erzählt, der Professor Huber hat jetzt,
04:34das ist ein großer Gynäkologe, Theologe, und der hat jetzt so ein schönes Buch herausgebracht
04:40über 5.000 Jahre alte Heilmethoden in der Natur. Und das ist wirklich eine tolle, tolle Sache.
04:48Da gibt es ja, glaube ich, eine Nonne war das, die das ziemlich populär gemacht hat in Europa,
04:53diese Heilkunde. Hildegard von Bingen. Genau, Hildegard von Bingen, ich muss der Name nicht
04:57denken. Ja, Hildegard von Bingen. Und ich glaube, die war ja so, kann man fast sagen,
05:00ja, Pionierin. Die war Pionierin und ist nach wie vor Pionierin. Wird auch noch immer wieder
05:04angewandt. Ja. Jetzt dein Portal, was kann man da alles finden? Viel. Das ist immer gut. Aber wir
05:12bemühen uns, das zu strukturieren, damit man auch schnell das findet, was man braucht. Also wir haben
05:18seit kurzer Zeit eine Such, eine Lupe, wo man einen Begriff eingeben kann. Und dann wird gleich
05:27vorgeschlagen, was es zu dem Thema bereits gibt. Wir machen Interviews mit Experten. Wir haben
05:33schon fast 200 Interviews zu medizinischen Themen, zu psychologischen Themen, weil das gehört auch
05:39dazu. Wir machen Blogbeiträge, wir machen Veranstaltungen und wir haben Kongresse. Das ist eine ganz
05:47ziemlich große Sache. Das ist eine große Sache und ja, wir hoffen, viele Menschen zu erreichen.
05:54Seid ihr doch irgendwie international vernetzt oder ist das eher national? Ja, durch meine
05:58frühere Tätigkeit sind wir international vernetzt. Also ich bin in einem EU-Koncil, wo es zum Thema
06:06metastasierter Brustkrebs geht. Und das sind so Advisory Boards, wo man eingeladen wird, wenn man doch mehr
06:13Wissen hat zu einem Thema, um eben Material für Patientinnen besser zu machen, besser zu gestalten,
06:22Webseiten besser zu gestalten, zu informieren, was gibt es Neues, welche Testungen gibt es. Es gibt
06:29jetzt die Liquid Biopsy zum Beispiel, die Flüssigbiopsie, die kann aus dem Blut genommen werden und man spart sich
06:37dann in manchen Fällen die richtige Biopsie, weil das ist doch ein kleiner Eingriff. Nicht immer sehr
06:43angenehm. Nicht angenehm. Aber so schmerzhaft ist es nicht. Was mir nämlich also eingefallen ist, das kann man so
06:53sagen, was für ein Mann der Prostatakarzinom ist, ist für die Frau der Brustkrebs. Ist das ungefähr zu
06:57vergleichen? Absolut. Absolut. Das ist der häufigste Krebs. Jede achte Frau ist davon betroffen. Und wie gesagt,
07:04Brustkrebs ist mein Thema, weil ich es beruflich gemacht habe und selbst erfahren habe, was das
07:11bedeutet. Und es ist schon spannend, wie unterschiedlich die Sichtweise ist zwischen dem
07:17Kopfwissen und dann der Erfahrung, die man macht, wenn man selbst betroffen ist. Das ist ganz was anderes.
07:23Das ist ganz was anderes. Und ich habe mich bemüht, diese beiden Dinge zusammenzuführen. Also ich sage,
07:29man muss auch verstehen, was heißt denn das überhaupt, wenn man betroffen ist. Und was heißt das, wenn man
07:36unter Therapie steht und fürchterliche Nebenwirkungen hat, die teilweise fast nicht mehr erträglich sind für die
07:42Leute. Und sie gehen da trotzdem durch, weil sie doch die Hoffnung haben, geheilt zu werden. Und die
07:49schöne Nachricht ist, dass 96 Prozent wirklich geheilt werden können beim Brustkrebs. Das ist ja ganz schön.
07:56Wenn man es früh erkennt. Wenn man es früh erkennt. Und deswegen ist die Aufmerksamkeit so wichtig und das
08:03Kennen des eigenen Körpers. Jetzt hört man oft, ich tue eh immer die Brustabtasten. Ich glaube, das ist ein
08:09bisschen zu wenig, oder? Das ist zu wenig. Ja, weil Abtasten, die Wichtigkeit ist, wie taste ich ab. Genau.
08:15Ja. Es hat, die gibt es leider nicht mehr in Österreich, tolle Frauen gegeben. Das waren blinde Frauen, die
08:22haben geheißen, die Discovering Hands, die tastenden Hände. Die haben durch ihre Blindheit ein ganz
08:29großes Feingefühl und Sensibilität in den Fingern. Und die wurden medizinisch ausgebildet und haben diese
08:37Tastuntersuchungen gemacht. Und so eine Untersuchung hat 45 Minuten gedauert. Also nicht so, wie es manchmal
08:43gemacht wird, sondern richtig Millimeter für Millimeter in die tiefen Ebenen auch hinein, damit man
08:51wirklich Gewebsveränderungen spürt. Wobei aber, glaube ich, letztlich diese Röntgenuntersuchung, die
08:58Mammographie absolut eine Notwendigkeit hat, oder? Die hat absolut eine Notwendigkeit und die ist ja auch im
09:06Früherkennungsprogramm implementiert. Die einzige Sache ist die, dass das Früherkennungsprogramm in einer
09:12bestimmten Altersgruppe stattfindet. Und wenn man jetzt jünger ist oder älter, fällt man nicht in diese Briefe
09:18hinein, die da versendet werden. Wenn der Arzt irgendetwas merkt, kann man jederzeit und immer gehen.
09:25Aber wenn jetzt jüngere Frauen, und es sind viele junge Frauen auch betroffen, da ist es eben
09:33wirklich wichtig zu lernen, wie kann ich das selber so gut machen, dass ich wirklich erkenne, wenn da etwas
09:41ist, was nicht weggeht, was größer wird oder sich verändert, dass ich dann sofort zum Arzt gehe und
09:48sage, ich brauche eine spezielle Untersuchung, da ist was, das ist nicht in Ordnung.
09:54Das heißt, der Idealfall ist, man lebt einmal gesund. Das wäre einmal optimal.
09:58Der Idealfall ist, man lebt gesund, aber wie gesagt, es ist viel Schicksal auch.
10:01Natürlich. Also man ist nicht schuld. Das ist auch eine wichtige Botschaft, die ich immer gern mitgeben möchte.
10:07Es hat niemand Schuld, wenn er krank wird. Es ist multifaktoriell. Es spielt so viel mit. Es spielt die Umwelt
10:15mit. Es spielt so, wie Sie richtig gesagt haben, der Stress mit. Es spielt die Ernährung mit. Übergewicht, Rauchen, Alkohol.
10:26Das sind alles Themen, die so kleine, kleine bisschen mitspielen. Die Genetik. Es gibt familiär bedingte Erkrankungen. Also es ist
10:35wirklich schwer zu sagen, wer bekommt es und wer nicht.
10:39Das heißt, wenn man jetzt jemandem raten will, wie würde so die Vorsorge für sich selbst ausschauen? Ich meine, es
10:47muss ja jeder für sich selbst entscheiden, dann ist es keine Frage. Aber was würde man da sagen, wie sollte
10:51man eigentlich vorgehen?
10:52Also für mich persönlich wäre es am wichtigsten, Kinder schon dazu zu erziehen, ihren eigenen Körper zu kennen, zu spüren,
11:03was tut mir gut, was tut mir nicht gut.
11:06Auch zu lernen, dass ich lebe in einem Tempel und ich muss auf den gut aufpassen, dass man da vielleicht
11:14auch ein Bild hinterlegt, dass die Kinder selbst spüren, aha, ich bin was Wertvolles und ich muss gut aufpassen auf
11:23mich und auf meinen Schatz.
11:26Das heißt, wenn ich jetzt mehr erfahren will oder unsere Zuhörer, Zuseher, kann man sich an eure Seite wenden?
11:32Sehr gerne, wir würden uns freuen.
11:34Mal reden schauen.
11:35Ja, gerne. Die Webseite ist www.patientinnenportal.at und man kann uns auch gerne ein E-Mail schreiben unter www
11:46.patientinnenportal.at.
11:49Wir haben Interviews von Experten auf unserem YouTube-Kanal, der läuft unter Mona El-Zayat, Patientinnenportal und wie gesagt, auf
12:01unserer Webseite ist alles zu finden, was man sucht.
12:05Ganz eine wichtige Sache. Man soll sich auf jeden Fall nichts scheuen, reinschauen, informieren und wenn man Fragen hat, kann
12:12man sich...
12:13Jederzeit an uns wenden. Wir freuen uns.
12:15Jetzt haben wir was Interessantes noch vernommen. Was gibt es Besonderes heuer? Da gibt es ja Schwerpunkte immer.
12:22Genau, wir haben immer Schwerpunkte. Im heurigen Jahr, das war im April, hatten wir das Thema bei unserem Kongress, das
12:30ist ein Hybrid-Kongress, das man auch mittels Livestream teilnehmen kann, das Thema Medizin im Wandel, im Fokus die Frau.
12:38Und da haben wir alle Themen, die Frau betreffend, versucht abzudecken. Von der hormonellen Situation bis hin in den Wechsel,
12:47also alle Probleme, Herzinfarkt im Wechsel, also alle Probleme, Herzinfarkt bei der Frau, der sich ganz anders darstellt als beim
12:55Mann.
12:57Absolut, ja, komplett anders.
12:58Ja, weil die Medizin hat früher wirklich nur am Mann geforscht und die Frau hat praktisch die Medikamente bekommen, die
13:05für Männer konzipiert waren.
13:07Da hake ich jetzt gleich bewusst ein. Medizin für Frauen, manche sagen, blödsinn, das brauchen wir nicht. Aber ich glaube,
13:14das braucht man sehr wohl.
13:14Wir brauchen uns.
13:15Eine Frau tickt ganz anders.
13:16Eine Frau tickt ganz anders. Sie ist ein anderes Wesen. Viel mehr da in die Tiefe gehen und da ist
13:23die Gendermedizin jetzt ganz stark am Arbeiten dran.
13:26Also das ist kein Unfug, das ist nichts Neumodisches, sondern es hat absolut...
13:30Ja, und da wird wirklich, da wird toll gearbeitet an der Gendermedizin, ja.
13:34Jetzt habe ich dann so vernommen, für das nächste Jahr gibt es auch ein ganz interessantes Thema, für mich als
13:38Ex-Raucher, vielleicht nicht mehr so, so Dings, weil es schon 15 Jahre sind, aber trotzdem, es geht um die
13:44Lunge.
13:45Genau, um Herz und Lunge. Also nächstes Jahr, wir haben auch schon einen Termin, es wird der 17. April sein,
13:51wir werden das in Baden im Herzoghof abhalten, wird wieder ein Hybrid sein, Hybridkongress und das Thema ist Medizin im
14:01Wandel, im Fokus das Herz und die Lunge.
14:04Und da versuchen wir auch alle Schwerpunkte hineinzugeben, auch die Kombinationen, die Herz und die Lunge sind ein Team, die
14:13müssen gemeinsam arbeiten, damit alles funktioniert und das wird dort Thema sein.
14:18Wunderbar. Also was ich gesagt habe, wir werden sich noch öfters treffen, weil es sind so wunderbare Themen und ich
14:23glaube, man sollte wirklich über jedes Thema extra plaudern, reden.
14:27Ja, sonst wird es oberflächlich.
14:28Sonst wird es oberflächlich und alles, das wollen wir absolut nicht. Aber jetzt gehen wir in den Kräutergarten.
14:32Jetzt gehen wir in den Kräutergarten.
14:52Das hat wir schon.
14:56Untertitelung aufgrund der Audioqualität nicht möglich

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