00:00Meine Damen und Herren, liebe Gäste am Bürgermeisterempfang 2026, ich darf Sie, ich darf Euch alle ganz, ganz herzlich zu
00:11diesem wunderschönen Event begrüßen. Einer der schönsten Anlässe im Jahr, sage ich, wo wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
00:21Leopoldsdorf im Machfeld, Rathaus. Einmal im Jahr lädt der Bürgermeister zum Empfang. Gekommen sind die Ehrenbürger und Ehrenringträger, der Gemeinderat,
00:31die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren, Schulen und Kindergarten, die Obleute der Vereine und die Wirte des Ortes.
00:37Der offizielle Zweck ist ganz praktisch, hier wird der Veranstaltungskalender für das kommende Jahr abgestimmt, damit sich Feuerwehrfest, Konzert und
00:45Kirtag nicht in die Quere kommen.
00:47Bevor es aber um die Termine geht, hat der Bürgermeister etwas zu sagen. Denn die Menschen in diesem Saal, sagt
00:53er, sind die Multiplikatoren der Gemeinde. Was sie hier hören, erzählen sie Woche für Woche weiter.
00:59An Euch, die Ihr die Vereine und Institutionen mit Leben erfüllt, die Ihr unser Leben in der Gemeinde und all
01:06die Infrastruktur, die wir geschaffen haben in den letzten Jahrzehnten, ausfüllt mit Leben, mit unserem Leben hier in der Gemeinde.
01:15Das ist ein riesengroßes Dankeschön, ob das jetzt im offiziellen Auftrag ist, über Schulen, Kindergärten oder ob es freiwillig in
01:24der Freizeit ist.
01:25Vielen Dank, Ihr macht das ganz großartig. Ich möchte Euch gerne diesen Applaus widmen.
01:31Und es war ein gutes Jahr für das Vereinsleben. Drei Feste haben weit über die Ortsgrenze hinaus Publikum angezogen.
01:39Die Anzahl an Highlights, die es gibt in unserer Gemeinde, ist eine riesengroße.
01:45Aber im feurigen Jahr haben wir drei Feste erlebt, die über die Gemeindegrenzen hinaus wirksam waren und einen Riesenerfolg beschert
01:56haben.
01:56Und die möchte ich ganz gerne in dieser Runde einmal würdigen.
01:59Das sind auf der einen Seite die Leo-Biker mit ihrem Biker-Fest mit ein paar hundert Teilnehmern aus dem
02:05ganzen Land.
02:06Das sind die Sportler mit dem Kirtag, der drei Tage boom voll war und aus der ganzen Region die Menschen
02:12angezogen haben.
02:13Das ist aber auch zuletzt der Musikverein Leopoldsdorf, der das Bezirksmusikfest ausgerichtet hat und seinen 100. Geburtstag mehr als würdig
02:21gefeiert hat.
02:22Großartig! Danke, dass ihr unsere Gemeinde nach außen hin, weit über die Gemeindegrenzen so toll vertretet und repräsentiert.
02:31Dazu kommen die kleinen Dinge. Das Maibaum aufstellen in Leopoldsdorf und in Breitstetten oder die Erstleseaktion der Bücherei, bei der
02:38jedes neugeborene Kind einen Büchergutschein bekommt.
02:41Dann aber wechselt der Ton. Denn das Jahr 2025 hat Leopoldsdorf schwer getroffen.
02:47Im März hat die Agrana angekündigt, ihre Zuckerfabrik im Ort zu schließen.
02:51Rund 120 Menschen haben dort gearbeitet. Die Fabrik war der größte Arbeitgeber der Gemeinde und damit auch ihr größter Kommunalsteuerzahler.
03:00Punkt genau in einer sehr herausfordernden finanziellen Situation in der Gemeinde.
03:06Ich brauche daraus kein Geheimnis machen. Es geht darum, dass man ehrlich kommuniziert, was Sache ist.
03:11Voriges Jahr haben wir alle mitbekommen, dass der größte Arbeitgeber geschlossen hat.
03:17Im vorigen Jahr sind wir noch gerade mit einem blauen Auge davon gekommen, weil bis Ende September Kommunalsteuer geflossen ist,
03:24bis alle nach der Kündigungsfrist tatsächlich gekündigt waren.
03:27Und heuer stehen wir mit minus 500.000 Euro aufgrund von fehlenden Kommunalsteuereinnahmen und noch einmal 300.000 Euro weniger
03:39aufgrund von schlechten Wirtschaftsdaten.
03:43Die betreffen aber alle Gemeinden da und muss unverblümt sagen, wir befinden uns auf der Talsohle der Finanzkraft der Gemeinde,
03:55seit, ich glaube, wir alle hier denken können.
04:00Das ist eine Tatsache.
04:03800.000 Euro fehlen also für eine Gemeinde mit knapp 3.000 Einwohnern.
04:07Trotzdem ist es gelungen, ein ausgeglichenes Budget zu beschließen. Und das hat einen ganz konkreten Grund.
04:15Die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte und ich, wir bemühen uns Woche für Woche, diese Herausforderungen so zu stemmen, dass es möglichst
04:23wenig auffällt.
04:25Wir haben es irgendwie geschafft, ein Budget aufzustellen, das unterm Strich eine schwarze Null hervorbringt, sodass wir noch eigens entscheiden
04:37können, dass wir unseren Vereinen und Institutionen Subventionen auszahlen dürfen.
04:42Weil in dem Moment, wo wir das nicht mehr zusammenbringen, dürfen wir auch das nicht mehr, weil sie uns das
04:48vom Land runterstreichen.
04:49Darum arbeiten wir weiter daran, dass wir das schaffen. Denn wir wissen, wie wichtig das ist, dass es euch und
04:55diese Aktion gibt.
04:57Der Preis dafür, neue Projekte gibt es kaum. Was bleibt, sind Pflichtaufgaben. Und auch die nur in kleinen Schritten.
05:04Nichts Neues schaffen können. Nichts ist nicht ganz wahr. Ein bisschen was immer.
05:09Weil zum Beispiel 300.000, 350.000 Euro kriegt man zweckgebunden für Straßensanierung.
05:15Wenn man die nicht ausgibt, kriegt man sie auch nicht. Also wird man immer ein bisschen Straßen sanieren können.
05:21Muss man auch. Wir haben 36 Kilometer Gemeindestraßen. Und mit dem, was wir kriegen vom Land, können wir so 150
05:27Meter Straßen mit Nebenanlagen sanieren.
05:31Jetzt können wir kurz rechnen, ob das über 100 Jahre dauert, bis wir einmal durch sind oder nicht.
05:36Ich hoffe natürlich auf bessere Zeiten. In jede Richtung, wo du schaust, siehst du ein Lichtlein am Ende des Tunnels.
05:45Alleine ist es noch nicht da. Und bis dahin bitte ich euch alle um Verständnis dafür, dass wir einfach nur
05:53uns nach der Decke strecken können
05:56und miteinander versuchen müssen, das Beste zu tun.
05:59Und manche Ausgaben lassen sich nicht aufschieben. Direkt vor dem Saal mussten gerade drei Linden gefällt werden.
06:05Der heiße Sommer hat den alten Bäumen zugesetzt, obwohl der Außendienst Tag für Tag gegossen hat.
06:12Das möchte ich euch nicht vorenthalten, weil ihr braucht es auch nur daraus schauen.
06:16Ihr habt es gesehen, wir mussten drei Linden wegnehmen da draußen.
06:20Unser Außendienst ist in diesem enormen Hitzesommer nur mehr Giersten gefahren und hat versucht, den Baumbestand im öffentlichen Bereich zu
06:29retten.
06:30Der Siege hat mir ausgerechnet an manchen Tagen haben wir einen Swimmingpool voll vergossen.
06:35Das sind ungefähr 40.000 Liter pro Tag.
06:39Und trotzdem ist es so, dass einfach manche Bäume, vor allem die großen, die man nicht mehr gießen kann,
06:47weil sie von Kapillarwirkungen des Grundwassers abhängig sind, dann sterben.
06:52Weitere tote Großbäume werden folgen müssen, kündigt der Bürgermeister an.
06:57Nachgepflanzt wird zuerst im Ortszentrum, denn in 20 Jahren, sagt er, wird es noch heißer.
07:02Das wenige Geld für Straßen fließt in den nächsten Jahren vor allem in die Bahnstraße.
07:06Ihre Gehsteige und Nebenflächen sind 60 Jahre alt und älter.
07:10Unter dem Titel Klimafitte Bahnstraße können die Bürgerinnen und Bürger diesen Herbst mitreden.
07:16Geplant sind Wasserspeicher im Boden für neue Bäume, mehr grün und versickerungsfähige Parkflächen,
07:22umgesetzt in fünf Abschnitten, je nachdem, wie es die Finanzen erlauben.
07:26Innerstädtisch, weil...
07:27Es gibt aber auch gute Nachrichten und die kommen aus der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden.
07:33Der Gemeindeverband für Umweltschutz im Bezirk Gensandorf setzt auf moderne Wertstoffsammelzentren.
07:39Wir kennen unsere Altstoffsammelzentren seit den 90er Jahren, wo wir uns über die Container drüber beugen müssen,
07:46dass wir irgendwas in den Sperrmüllcontainer reinbekommen oder die Kartons auferwerfen müssen
07:50oder auf Leitern steigen müssen.
07:53Und das nur alle zwei Wochen, einmal vier Stunden auf einen Samstagvormittag.
07:58Ein modernes Wertstoffsammelzentrum, wie zum Beispiel vom GVU schon in Reiersdorf errichtet
08:03oder am 4. November eröffnet in Grossenzersdorf.
08:08Wenn man Richtung Grasdorf fährt, beim Grasverkehr links, bevor du auf Grossenzersdorf reinfährst,
08:12dieses neue Gebäude, was dort entsteht, ist ein Wertstoffsammelzentrum, barrierefrei und hat an sechs Tagen der Woche offen.
08:20Zugang gibt es mit einer elektronischen Karte, die man beim Verband beantragen kann.
08:24Das neue Zentrum liegt knapp zehn Minuten mit dem Auto entfernt.
08:27Vielleicht, so die Hoffnung, bekommt die Region eines Tages ein solches Zentrum noch näher.
08:31Und schließlich das Thema Sicherheit.
08:34Zu guter Letzt kann ich mit Fug und Recht noch sagen, Leopoldstorf und Breitstetten sind sehr sichere Gemeinden.
08:41Wir haben nämlich unlängst bei einer bezirksweiten Blackout-Übung mitgemacht mit beiden Feuerwehren,
08:47wo 22 Gemeinden mit der Bezirkshauptmannschaft geprobt haben, was passiert, wenn es keinen Strom mehr gibt.
08:52Und wir haben das wirklich geprobt, ohne Handy und ohne Strom.
08:55Und ich muss sagen, wir haben nicht nur sehr viel dabei gelernt, wir sind auch sehr zufrieden,
09:00wie das in unserer Gemeinde abgelaufen ist.
09:01Und wenn wir die gelernten Maßnahmen jetzt umsetzen, wo unser Sicherheitsgemeinderat Siegenehmet dran sind,
09:08ist, werden wir so eine Krise gut miteinander meistern können.
09:15Und wir erwarten die Auszeichnung als Fünf-Sterne-Sicherheitsgemeinde des Niederösterreichischen Zivilschutzverbandes Ende November in Thulen.
09:26Dann ist die Rede vorbei und es geht an die eigentliche Arbeit des Abends.
09:30Ein ganzes Jahr wird geplant, Termin für Termin, von oben nach unten.
09:34Vielen herzlichen Dank, dass ihr mir zugehört habt und auf das es keine Kollisionen im Terminkalender gibt.
09:40Dankeschön.
09:45Konzerte, Bälle, Feste.
09:47Wer mit wem kollidiert, wird hier gleich am Tisch ausverhandelt.
09:50Danach gibt es Würstel und Gulasch und frisch gezapftes Bier.
09:53Auch wenn die Finanzen der Gemeinde angespannt sind.
09:56Der Kalender für das nächste Jahr, der ist voll.
09:58Musik
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