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Kurt Philipp (1928–2021) war Autodidakt, Chemigraf, Jazzmusiker und Maler. Schon als Kind bemalte er die Straßen von Favoriten mit Kreide. Von 1947 bis 1957 stand er als Jazzmusiker auf der Bühne, danach wandte er sich ganz der bildenden Kunst zu. Bekannt wurde er mit Monotypien und großformatigen Ölbildern in kräftigen, mit dem Spachtel aufgetragenen Farben, zwischen Abstraktion und Gegenständlichem. Seine Bilder waren in Wien, Salzburg, Linz, Arles, Fribourg, Krakau und Pressburg zu sehen. Er erhielt die Silbermedaille der Stadt Paris, 2018 bekam er den Berufstitel Professor.

Das Waldmüllerzentrum in Favoriten zeigt jetzt Ölbilder, Aquarelle und Zeichnungen aus seinem Werk. Zur Eröffnung gab es Jazz, passend zu einem Künstler, der Musik und Malerei sein Leben lang verbunden hat.
Transkript
00:10Jazz zur Vernissage. Das hat seinen Grund. Der Mann, dessen Bilder hier hängen, war zehn Jahre lang selbst Jazzmusiker mit
00:18Saxophon und Klarinette.
00:19Kurt Philipp, Maler, Grafiker, Musiker und Favoritner. Das Waldmüller Zentrum zeigt jetzt Ölbilder, Aquarelle und großformatige Zeichnungen von ihm.
00:31Gehängt hat sie Christine, seine langjährige Lebensgefährtin. Geboren wird Kurt Philipp am 11. Juli 1928 in Wien.
00:39Er wächst in Favoriten auf, nicht weit vom heutigen Verteilerkreis. Schon als Kind zeichnet er, und zwar dort, wo Platz
00:47ist.
00:49Auch was heute undenkbar ist, er hat tatsächlich die Straßen gemalt. Sie haben kein Reinwand gehabt, wenig Papier gehabt, aber
00:58er hat eine Kreide gehabt und konnte damit die Straßen bemalen.
01:02Und hat wirklich großflächige Straßenbilder gemacht und hat dabei immer gehofft, dass es nicht renkt.
01:08Gegen den Regen hilft nichts. Die Begabung aber bleibt. Eine Kunstschule oder Akademie besucht Kurt Philipp nie.
01:14Ganz, ganz wichtig, er war absoluter Autodidakt. Man hat nie eine Mahlzeichenausbildung gehabt.
01:22Er war Chemigraf von Beruf, den er auch viele, viele Jahre ausgedrückt hat, aber eine grafische Ausbildung in dem Sinne
01:31hatte er nie.
01:32Und es ist alles autodidaktisch sich selbst angeeignet.
01:36Als Chemigraf stellt er Druckvorlagen her, bis zu seiner Pensionierung. Seinen Ausdruck sucht er zuerst in Worten.
01:43Von 1943 bis 1947 schreibt er. Dann kommt die Musik.
01:49Er war Musiker, aus Leib und Segel Musiker, hat Klarinette gespielt, hat Saxofon gespielt, hat in der Bar in der
02:00Karinette gespielt, war Barmusiker, Jazzmusiker.
02:04Von 1947 bis 1957 ist Kurt Philipp ein erfolgreicher Jazzmusiker.
02:10Erst Ende der 50er Jahre verlagert sich sein Schwerpunkt endgültig auf die bildende Kunst.
02:15Erst 1956 bis 1958 entstehen die ersten Ölbilder und Monotypien.
02:22Ab 1958 stellt er regelmäßig aus.
02:26Die Monotypie wird zu seiner Technik.
02:29Die Farbe kommt auf eine Platte und wird nur ein einziges Mal abgedruckt.
02:33Jedes Blatt ist ein Unikat. Gezeichnet wird trotzdem ständig.
02:37Und nicht alles darf bleiben.
02:39Wir sehen es hier, es hat begonnen mit Zeichnungen, viele Zeichnungen, hat überall zeichnet, wo es nur geht.
02:49Hat immer, wenn da was untergekommen ist, hat er gezeichnet.
02:52Und du hast mir jetzt gesagt, er hat es dann wieder weggekommen, weil es hat einem nicht gefallen, hat es
02:56gesagt.
02:57Ab den frühen 70er Jahren werden die Formate größer.
03:00Zeichnungen, Ölbilder, Aquarelle, der Stil wird expressiver.
03:04Die Farbe ist kräftig und kontrastreich, oft mit dem Spachtel dick aufgetragen, bis reliefartige Strukturen entstehen.
03:11Das gegenständliche tritt zurück, verschwindet aber nie ganz.
03:15Oft malt er die eigene Umgebung.
03:17Favoriten mit Blick auf Simmering, eine großartige Sache.
03:22Und ich gebe zu, man muss sich den Favoriten auskennen, man muss die Blicke kennen und dann weiß man, ja,
03:29das ist das.
03:30Aber wenn man Abstand zu dem Bild kommt, dann kommt das immer mehr heraus, weil diese Spachteltechnik tut das dann
03:37erst so richtig her.
03:39Man sieht plötzlich alles. Es geht ein richtiges Fenster auf, wo man reinschauen kann.
03:44Neben Stadtlandschaften malt Philipp Figuren, Köpfe und Körper und immer wieder Musiker.
03:50Seine Werkreihen heißen Me and My Shadow, Menschenbilder, zwischen Wahn und Sinn oder Jazzmusiker.
03:58Ab den späten 80er Jahren beschäftigt er sich jahrelang mit Vincent van Gogh.
04:02Die Serie Hommage à Vincent van Gogh bewegt sich zwischen Verehrung, Paraphrase und eigener Deutung.
04:08Ausgestellt wird Kurt Philipp in Wien, Salzburg, Linz, Eisenstadt, Mötling und Hall in Tirol, aber auch in Arles, Fribourg, Krakau
04:16und Pressburg.
04:17Er erhält die Silbermedaille der Stadt Paris und den Hauptpreis des österreichischen Grafikwettbewerbs in Innsbruck und unterrichtet an der Künstlerischen
04:25Volkshochschule.
04:272018 wird ihm der Berufstitel Professor verliehen.
04:30Kurt Philipp stirbt am 30. Juli 2021 im Alter von 93 Jahren.
04:36Gelebt und gearbeitet hat er die meiste Zeit in Favoriten.
04:39Viele, die heute hier sind, haben ihn gekannt, haben auch seine musikalischen Darbietungen genießen können.
04:47Der Name mit den Bildern und mit dem für mich hervorragenden Besuch dieser Vernissage wird ihm ehren und er nimmt
04:56an.
04:56Er wird uns oben zuschauen und wir sagen danke, liebe Christine, dass du das für mich gemacht hast.
05:02In dem Sinne darf ich die Ausstellung ganz offiziell eröffnen und gemeinsam sagen wir jetzt, was nicht unwichtig ist.
05:08Das Bewege ist der Bewege.
05:11So, jetzt geht's.
05:17Spontan, experimentierfreudig, mit expressiver Farbe und keiner Schule zuzuordnen.
05:22Kurt Philipp hat sich eine eigene Bildsprache geschaffen, zwischen figürlicher Andeutung und freier Abstraktion.
05:30Tab outros tuleb Keeping have theción,Moment zu magical slash 25 Jahre.
05:40Aber auch sehr handel, wenn sich die Ausstellung ganz emЛut Mountain zu spüren dov'RE sehr lieb.
05:41Das ist alles klar.
05:42So, jetzt geht's.
05:42So, jetzt geht's.
05:44So, jetzt können wir mal gerne.
05:44Komm out?
05:45You Shouldof?
05:45So, jetzt gehen wir zur Abstraktion.
05:47So, jetzt geht's.
05:48Vielen Dank.

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