- vor 2 Monaten
Wir waren bei CD Projekt zu Gast und haben uns The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past , das neue Addon für das Open-World-Rollenspiel angeschaut. Natürlich ging's dabei nicht nur um das neue Abenteuer, das Geralt aus seinem Ruhestand zurückhole, damit er einem alten Freund helfen kann, sondern auch um das Remaster, das bereits am 29. September für PC. PS5, Xbox Series und Switch 2 rauskommt - also lange vor dem neuen DLC. Der soll nämlich erst 2027 folgen.
Im Vorschau-Video zu The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past fassen wir die neuen Inhalte zusammen und erklären, warum sich die Entwickler tatsächlich nicht so ganz sicher waren, ob dieses Addon wirklich eine so gute Idee sein würde.
Im Vorschau-Video zu The Witcher 3: Wild Hunt – Songs of the Past fassen wir die neuen Inhalte zusammen und erklären, warum sich die Entwickler tatsächlich nicht so ganz sicher waren, ob dieses Addon wirklich eine so gute Idee sein würde.
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VideospieleTranskript
00:04Es ist kein April-Scherz. Zehn Jahre nach Release bekommt The Witcher 3 mit Songs of the Past ein
00:10brandneues, riesiges Add-on und dazu auch noch ein Remaster. Ich war direkt bei CD Projekt in
00:16Warschau zu Besuch, um mir Gameplay von beidem anzuschauen. Und deshalb würde ich sagen,
00:21gehen wir mal direkt rein.
00:34Meine Gameplay-Demo in Warschau beginnt in Medias Res, am Morgen nach dem Belletine-Fest,
00:39dem Mittsommer-Besäufnis der Witcher-Welt. Die Hexessinne bewahren Geralt natürlich von
00:44einem dicken Brummschädel. Schlecht geträumt hat er trotzdem. Von einem Brunnen, von Dornen,
00:48einem verfluchten Garten und so weiter. Geralt erwacht in freier Natur auf einer kleinen Anhöhe
00:54am Ufer eines Sees, noch immer in der feierlichen Belletine-Klamotte. Und sein erster Blick fällt
00:59natürlich auf eine absolute Postkartenansicht der neuen Spielwelt. Watten Zufall. In Songs of
01:05the Past geht es nach Letten, in die Heimat von Rittersporn. Man mag es an Rittersporns
01:11bescheidenem, subtilen und überhaupt nicht verschwenderischen Auftreten kaum bemerken,
01:16aber Geralts bester Kumpel entstammt tatsächlich einem Adelshaus. In den Büchern wird diese Herkunft
01:21bloß in einem Nebensatz angerissen, Songs of the Past macht aus Lettenhofe aber eine komplett neue
01:25Open World, etwa in der Größenordnung von Blood and Wine. Über die konkrete Story hält sich CD-Projekt
01:31Red aus Spoilergründen noch bedeckt. An den schwarzen Trauer-Bannern in der Spielwelt lese ich aber ab,
01:36dass möglicherweise Rittersporns Onkel, Tante, Vater oder Mutter gestorben ist. Wahrscheinlich ist er
01:41deshalb hierher zurückgekehrt. Erfahrungsgemäß landet der Barde sicher wieder in irgendeinem
01:45Schlamassel und Geralt muss aus dem Ruhestand zurückkehren, um seinen Kumpel da wieder rauszuboxen.
01:51Aber erst mal, wie gut sieht Letten bitte aus? Die grafische Opulenz von Songs of the Past ist
01:58fest verzahnt mit dem just angekündigten Remaster für The Witcher 3, das ihr übrigens kostenlos
02:02bekommt, wenn ihr irgendeine Fassung des Hauptspiels schon besitzt. Für die Last-Gen-Fassungen erscheint
02:08aber weder das Remaster noch das neue Add-on. Der Grund dafür offenbart sich schon in den ersten Sekunden.
02:14Geralt blickt auf einen nebelverhangenen See, in dessen Mitte das Anwesen der Familie Lettenhofe
02:19durch den Schleier bricht. Kaspar David Friedrich, der alte Nebelwanderer,
02:23würde respektvoll seinen Zylinder neigen. So ein Nebeldunst schreit natürlich nach
02:27Path-Tracing, nach Lichtstrahlen, die physikalisch korrekt durch den Vorhang brechen.
02:32Aus Stabilitätsgründen gibt es in meiner Demo leider nur sogenanntes Advanced Raytracing.
02:37Path-Tracing wird aber ab Tag 1 Teil des Remasters sein, falls ihr eure Grafikkarte zum
02:42Glühen bringen möchtet. Die neue Spielwelt glänzt aber nicht nur wegen der Effekte,
02:46auch aus Art-Design-Sicht bin ich hin und weg. Der Vergleich ist ein bisschen unfair,
02:50weil Wellen, Weißgarten und Co. im ursprünglichen The Witcher 3 ja bewusst
02:54mitteleuropäische Flachländer imitieren. Aber schon Blood & Wine war ein Meister darin,
02:58Horizontlinien spektakulär und spannend aussehen zu lassen, voller interessanter
03:03Örtlichkeiten und Naturschauspiele. Und Songs of the Past setzt diesen Trend mit wehenden Fahnen fort.
03:09Letten ist ein Land der Kontraste. Um den See herum entfaltet sich ein Idyll vergleichbar mit Toussaint,
03:15Allerdings entsättigter, britischer und ein bisschen weniger schillernd.
03:18Im Remaster soll es deutlich mehr NPC-Interaktion und Verhaltensmuster geben. Also im kompletten
03:23Spiel. Entsprechend viel Wert legen die Devs auch darauf, dass die Demo hier so lebendig wie
03:28möglich wirkt. Letten ist berühmt für den sogenannten Bragget, eine Art Honigbier. Und wie schon in der
03:34Warenproduktion rund um Novigrad im Hauptspiel, bemühen sich die Entwickler um eine glaubhafte Open World,
03:38in der ich diese Produktionsketten auch nachvollziehen kann. Deshalb tüfteln und werkeln und imkern die
03:44lettischen Einwohner überall emsig herum. Das wirkt sich übrigens sogar auf die Gegner von Songs of the Past
03:49aus. Stichwort Letten und Kontraste. Doch eins nach dem anderen. Erstmal muss Geralt Rittersporn finden.
03:55Denn zu absolut niemandes Überraschung ist Rittersporn zu Beginn der Demo spurlos verschwunden. Also schwingt sich
04:00Geralt mit Rittersporns Cousine Lilla aufs Pferd, um den Baden zu finden. Und apropos Plötze. Laut CD Projekt verbessert das
04:08Remaster merklich das komplette Handling von Geralts Pferdchen. Plötze manövriert geschmeidiger
04:13um Kurven, springt zuverlässiger, Kollisionen fühlen sich nachvollziehbarer an. Zumindest in
04:18der Theorie. Anhand der Demo lässt sich das noch schwer überprüfen, weil ich ja nicht selbst am
04:22Gamepad hocke. Also Zwischenfazit. Geralt mag das Hexerhandwerk an den Nagel gehängt haben,
04:28doch Songs of the Past atmet alle Zutaten einer guten Witcher-Story. Ein desolates Herrenhaus,
04:33das sich verzweifelt in längst vergangenem Glanz sonnen will. Ein düsteres Familiengeheimnis,
04:39tragische übernatürliche Hintergrundmythen, knausrige Charaktere mit dubiosen Motiven. Geralt
04:45erfährt zum Beispiel, dass Rittersporns Vorfahr, Humbert der Lettenhofe, grausame Rache an den
04:50Einwohnern Lettens nahm, weil sie dessen Geliebte auf dem Gewissen haben. Seither liegt ein Fluch auf dem
04:56Land. Und das ist eben die andere Seite von Letten. Während Lilla und Geralt einen verfluchten Dornengarten
05:01suchen, verändert sich die Landschaft. Aus Tag wird Nacht, aus weiten Nebelauern wird
05:06ein knochiger, schauriger Wald, der direkt aus Sleepy Hollow stammen könnte. Der Pfad windet sich
05:12beschwerlich durch den dichten Wald, ich erspähe Häuserruinen, durch deren Dächer gigantische
05:16Dornenranken ragen. Etwas Böses hat dieses Land erobert. Wie ein Wink mit dem Zaunpfahl weist
05:22darauf auch eine riesige dornige Rankentür hin, die sich plötzlich vor Geralt und Lilla auftut.
05:28Darin verwoben ein menschlicher Schädel, außerdem saugen die Dornen gerade das Blut eines verwundeten
05:33Rehs auf. Und ich muss kein Hexer sein, um beides als ein schlechtes Zeichen zu erkennen.
05:38Im fertigen Spiel bekomme ich die Wahl, ob ich erstmal die Umgebung erkunde, um einen
05:41sicheren Weg durch das verschlossene Tor zu finden. In der Demo hackt Geralt einfach
05:45mit dem Schwert drauf. Prompt schießen zwischen ihm und seiner Gefährtin dornige Wände empor.
05:50Geralt muss sich auf eigene Faust durch das Labyrinth aus tödlichen Dornen buxieren.
05:54So, jetzt geht's ans Eingemachte. Kollege Wolf hat glücklicherweise im Ruhestand nicht
05:59das Kämpfen verlernt. Ganz im Gegenteil. Weil Songs of the Past erst nach dem Hauptspiel
06:03Hearts of Stone und Blood and Wine startet, erwartet euch Endgame-Content für hochstufige
06:08Hexer. Wie schon bei den vorherigen Add-ons müsst ihr allerdings nicht zwingend bis hierhin
06:12spielen, sondern könnt auch direkt mit den neuesten Add-ons loslegen. Die Krux an der Sache,
06:17wie schon das Update 2.0 bei Cyberpunk, verändert auch das Remaster von The Witcher 3 die Progression
06:22des gesamten Spiels. Ihr verteilt eure Skillpunkte nicht länger auf so ne dröge Liste aus Perks,
06:27sondern bekommt jetzt nen richtigen Fähigkeitsbaum. Darin finden sich zwar alte Bekannte, aber laut
06:32CD Projekt sollen a viele etablierte Fertigkeiten massiv überarbeitet werden und b auch diverse
06:37neue Skills Einzug ins Spiel finden. Ich erhasche bloß einen kurzen Blick auf das neue System,
06:43kann also noch überhaupt nicht einschätzen, wie sich das auf das Hauptspiel und oder Songs of the Past
06:48auswirkt. Die Kämpfe waren in meinen Augen immer ein Wunderpunkt von The Witcher 3. Selbst auf
06:53höchstem Schwierigkeitsgrad ließ sich mit dem richtigen Bild die komplette Balance bereits früh
06:57im Spiel aushebeln. Ich würde mir wünschen, dass sich das im Remaster ändert. Aber da müssen wir mal
07:02abwarten. Generell sollen sich die Kämpfe jetzt besser spielen. Animationen samt Bedienung wurden
07:07fürs Remaster überarbeitet. Leider lässt sich auch das anhand der Hands-off-Demo schwer erkennen,
07:12weil ich es halt nicht selbst spiele. Was ich aber sehe, Geralts Zauberzeichen fetzen jetzt mehr.
07:18Sämtliche Effekte wurden auch im Hinblick auf Path Tracing bearbeitet. Ignis Flammen brutzeln
07:23deutlich glaubhafter als damals. Irden ist nicht einfach ein kleiner lila Runenkreis,
07:27sondern bricht in purpurnen Lichtstrahlen durch den Boden. Und eine besonders coole Neuerung gibt's
07:32auch. Erinnert ihr euch an den allerersten Render-Trailer des allerersten The Witcher? Der Kampf
07:37zwischen Geralt und der Striege? Damals nutzte Geralt eine Kette, die es dann aber nie ins fertige
07:42Spiel geschafft hat. 2007 war das natürlich blöd, aber gut Ding will Weiler haben, denn 20 Jahre
07:47später bekommt ihr die Kette endlich als neue Fernkampfwaffe. In Songs of the Past wird sie
07:53sogar überlebenswichtig, beispielsweise gegen die neuen Schwärmerfeinde. Stellt euch die am besten als
07:58Wurzel, Ranken und Tote vor, die wie Winnie Pooh furchtbar auf Honig abfahren und deshalb im
08:04Honigbierland Letten eine neue Heimat gefunden haben. Schwärmer umgeben sich zum Schutz mit
08:09Hornissenschwärmen. Mit der Kette könnt ihr die Kollegen aber aus diesem tödlichen Schild
08:13herausfischen und dann sogar ein neues Kontermanöver ausführen. Mittels Pirouette wirbelt Geralt in
08:18Richtung des Schwärmers und haut ihm die Rübe ab. Die Kette beschränkt sich aber nicht nur aufs neue
08:23Addon. Sämtliche Gegner des Hauptspiels bekommen ebenfalls neue Schwachstellen, die ihr mit dem
08:27Utensil anvisiert. Und auch unabhängig davon erwarten euch diverse neue Finishing-Moves, die in erster Linie cool
08:33aussehen sollen. Übrigens deutet sich auch eine Romanze mit Rittersporns Cousine an. Auch in Songs
08:39of the Past könnt ihr euch wieder Liebeleien hingeben, wahrscheinlich eher kurzlebig wie mit
08:43Shani in Hearts of Stone. Ich bleibe aber natürlich hier strikt professionell, denn mein Herz gehört
08:48natürlich Geralts einzig wahrer Liebe Triss. Und wie er es behauptet, wäre was anderes. Die Demo endet dann mit einem
08:54sehr coolen Bosskampf gegen einen mysteriösen Wächter. Den kann ich euch aber hier leider nicht zeigen,
08:59weil es dafür kein B-Roll-Footage gibt. Dafür verrät der Trailer, den CD Projekt Just veröffentlicht
09:05hat, aber noch jede Menge Details über das Remaster. Hier geht es vor allem um Komfortverbesserungen.
09:11Wenn ihr zum Beispiel einen Haufen Gegner oder Truhen lootet, dann werden deren Inventare jetzt für euch in
09:15einem Fenster zusammengefasst und ihr müsst nicht jeden einzelnen Behälter einzeln anklicken. Außerdem gibt es
09:21diverse neue Accessibility-Features, die ihr sogar mit Presets auswählen könnt, falls ihr zum Beispiel
09:25unendlich leben, schnellere Fortbewegungsmittel oder ein entspannteres Reiten bevorzugt.
09:31Meditationen wählt ihr jetzt zudem optional direkt über das Ringmenü aus. Ihr müsst also nicht mehr ins Menü dafür.
09:37Die Zeitvorsprüfunktion findet auch nicht mehr Dröge im Menü statt, sondern ihr seht wie im Ur-Witcher oder in
09:42Assassin's Creed jetzt live, wie die Tageszeiten an Geralt vorbeiziehen. Das sind alles keine Gamechanger, aber doch coole
09:49kleine Boni für ein Remaster, das ohnehin alle Besitzerinnen und Besitzer des Hauptspiels kostenlos
09:54bekommen. Nach der Demo fragt mich CD-Projekts Lead-Level-Designer Miles auf der Rückfahrt zum
09:59Warschauer Flughafen, ob ich glaube, dass die Leute Songs of the Past mögen werden. Denn CD-Projekt wird sich
10:04natürlich hier am Anfang der Entwicklung die gleiche Frage gestellt haben, die auch Fans wie mir zumindest
10:09kurz durch den Kopf schießt. Ob es überhaupt eine gute Idee ist, Geralt wieder in den aktiven Dienst zu
10:14schicken. Schließlich spendiert Blood & Wine dem Hexer eines der schönsten und rundesten Enden der
10:19Gaming-Geschichte und niemand wünscht sich für Geralt ein Indiana Jones 5 oder ein Star Wars 8. Ob das
10:25alles hinhaut, kann ich natürlich jetzt noch nicht einschätzen. Die größten Überraschungen von Songs
10:29of the Past dürften schließlich in der Story schlummern. In den Entscheidungen, Wendungen und den
10:33Rittersporn's Hintergrundgeschichte. All das hält CD-Projekt natürlich noch unter Verschluss,
10:39verständlicherweise. Was mich aber zumindest optimistisch stimmt, erstens stammt die Idee der Geschichte
10:44unter anderem von den blutiger Baron-Leuten, also einigen der fähigsten Quest-Autoren überhaupt.
10:50Zweitens hält mit Marcin Blacher, einer der größten Witcher-Nerds des Universums und seit Teil 1 für
10:56die Serie verantwortlich, seine Hand über jede Dialogzeile des Spiels. Drittens unternimmt
11:01Geralt ja keine 180-Grad-Ich-will-doch-wieder-Hexer-sein-Wende, sondern hilft bloß einem Kumpel aus der Patsche.
11:07Und viertens sieht die Demo einfach saumäßig cool aus. Songs of the Past wird im wörtlichen Sinne ein Lied aus
11:13der Vergangenheit.
11:14Statistisch gesehen haben die meisten von euch sich erst mit The Witcher 3 in die Welt der Hexer verliebt.
11:19Ihr bekommt hier die Chance mit Geralt im noch immer fantastischen The Witcher 3 eine letzte ganz persönliche
11:25Runde zu drehen und ein paar neue Facetten eurer Lieblingscharaktere, allen voran Rittersporn zu entdecken.
11:32Um also die Frage zu beantworten, ob Fans sich mit einem neuen Kapitel gern die Wartezeit auf The Witcher 4
11:36versüßen wollen, denke ich mir, ja klar, wieso auch nicht?