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Eines der besten Rollenspiele überhaupt ist zurück! Bei seinem Release 2015 räumte The Witcher 3 in der internationalen Presse Rekordwertungen ab. Jetzt will Entwickler CD Projekt das Spiel nach 11 Jahren nochmal fit machen für einen weiteren DLC und spendiert dem dritten Serienteil ein mächtiges Remaster. Aber wie genau macht man eines der besten Spiele der Welt noch besser? GameStar-Kollege Jesko hat sich das für euch mal angeschaut.
Transkript
00:00Eines der besten Rollenspiele überhaupt ist zurück.
00:04Bei seinem Release 2015 räumt The Witcher 3 in der internationalen Presse Rekordwertungen ab.
00:10Im GameStar-Test sicherte sich Hexer Geralt eine der höchsten Wertungen unserer Magazingeschichte.
00:14Jetzt will Entwickler City Project das Spiel nach elf Jahren nochmal fit machen für einen weiteren DLC
00:19und spendiert im dritten Serienteil ein mächtiges Remaster.
00:23Aber wie genau macht man eines der besten Spiele der Welt noch besser?
00:27Die Neuauflage schraubt unter anderem an Grafik-, Kampf- und Skillsystem von The Witcher 3
00:31und feilt an vielen kleinen Details.
00:33Das allerbeste ist aber, bezahlen müsst ihr dafür keine Novigrader Krone.
00:38Das Update auf die Remaster-Fassung ist für alle Besitzer von The Witcher 3 komplett kostenlos.
00:43Die beiden bisherigen Erweiterungen Hearts of Stone und Blood & Wine gibt's gratis obendrauf.
00:48Im Kern ist The Witcher 3 Remastered vor allem eine optische Aufhübschung des Grundspiels,
00:52mit ein paar sanften Gameplay-Anpassungen am Kämpfen, dem Fertigkeitssystem und der Steuerung.
00:57An der bereits hervorragenden Story ändert das Remaster dagegen nichts.
01:01Noch immer seid ihr mit Hexer Geralt auf der Suche nach eurer Adoptiv-Tochter Ciri,
01:05trefft schwierige moralische Entscheidungen und kreuzt eure Klingen mit den Reitern der wilden Jagd.
01:10Für eine komplett neue Geschichte müsst ihr euch noch bis 2027 gedulden.
01:13Dann erscheint mit Songs of the Past der endgültige Abschluss für Geralts Abenteuer.
01:17Richtig praktisch, wer noch alte Spielstände hat, kann diese problemlos ins Remaster mitnehmen.
01:23Selbst ganz alte Saves von 2015 funktionieren noch.
01:26Ihr müsst in der Neuauflage also nicht zwangsläufig von vorne beginnen.
01:29Warum das aber trotzdem sinnvoll sein kann, dazu kommen wir gleich noch.
01:32Auch in der Spielwelt bleibt alles beim Alten.
01:35Jedes Gebiet hat noch exakt denselben Charme wie im ursprünglichen Hauptspiel.
01:39Wählen ist düster und trostlos, skelliger, rau und wunderschön und Toussaint warm und einladend mediterran.
01:44Und damit wären wir auch schon bei den Neuerungen.
01:46Schon auf den ersten Blick fällt ins Auge, wie schön The Witcher 3 auch nach elf Jahren immer noch ist.
01:51Schon bei Release war das Spiel optisch eine absolute Wucht.
01:54Das bleibt's auch mit dem Remaster.
01:56Höher aufgelöste Texturen, dichtere Vegetation, ein insgesamt schärferes Bild.
02:01Hier wurde ordentlich an der Grafik geschraubt, um das Spiel auf ein technisch zeitgemäßes Level zu heben.
02:07Dass zwischen dem Remaster und dem Next-Gen-Update von 2022 nochmal ein ordentlicher Optik-Sprung liegt,
02:14merkt man vor allem, wenn man beide Spielversionen direkt nebeneinander legt.
02:17Allein aus der Erinnerung hätte ich das nicht sagen können.
02:20In meinem Kopf sah Witcher 3 schon immer fantastisch aus.
02:23Was dagegen deutlich am Remaster auffällt, ist die Unterstützung für fortschrittliches Ray- und Path-Tracing,
02:28wodurch Lichtreflektionen und Spiegelungen besser berechnet werden können.
02:32Das kommt aber zu einem hohen Leistungspreis.
02:35Bei aktiviertem Path-Tracing kracht die Bildrate teils um 60% nach unten.
02:39Ohne Ausgleich durch Frame Generation liegt sie auf einer RTX 4070 Ti und 32 GB RAM bei nur um die
02:4645 FPS.
02:48Mit gelegentlichen Rucklern.
02:49Wer also Path-Tracing nutzen will, für den gehören eine starke Grafikkarte und Frame Generation quasi zum Pflichtprogramm.
02:56Allerdings merkt man dem Spiel deutlich an, dass es ursprünglich nicht für Path-Tracing entwickelt wurde.
03:01Gerade in Außenbereichen ist die Lichtstimmung dadurch zwar richtig atmosphärisch und ein echter Fortschritt gegenüber dem Original.
03:08Innenräume mit nur einer Lichtquelle sind jedoch häufig viel zu dunkel.
03:12Hintergrund- und Raumeinrichtung gehen komplett im Schatten unter.
03:15Weshalb wir die Nutzung von Path-Tracing insgesamt eher eingeschränkt empfehlen würden.
03:20Das beste Performance-Grafikverhältnis bietet aktuell der Ray-Tracing-Modus mit Ray-Traced Reflections.
03:27Hallöchen! Überraschung! Hier ist LK.
03:30Ich schalte mich mal kurz ein, weil wir, bis Jasko hier alles geschrieben und eingesprochen hatte, noch keine Konsolen-Version
03:35hatten.
03:36Aber jetzt doch noch die Switch 2-Version ins Haus geflattert kam.
03:41Mein Kollege Chris von der GamePro hat sich die angeschaut.
03:44Ihr seht ihn hier gerade durch Novigrad reiten.
03:46Und er hat mir noch folgende Infos über die Version mitgegeben.
03:49Sie läuft in 30 FPS bei 60 Hertz-TVs, in 40 FPS bei 120 Hertz-TVs.
03:57Also genau wie Cyberpunk.
03:59In 30 FPS ist es wieder ein bisschen runder, weil die 40 FPS nicht durchweg gehalten werden können, gerade in
04:06Städten.
04:06Die Auflösung scheint genau wie bei Cyberpunk eher niedrig zu sein mit der leichtgewichtigen DLSS-Variante von der Switch 2.
04:13Soll heißen, das Bild wirkt im Direktvergleich eher unscharf und flimmert manchmal an feinen Objekten wie Büschen, aber die Technik
04:20tut, was sie kann.
04:21Die Ladezeiten sind ein gutes Stück kürzer als im Original.
04:25Es wirkte auf ihn eher wie PS5-Niveau.
04:28Und sieht dennoch massiv besser aus als der originale Switcher.
04:32Der lief halt nur mit 540p, ganz schwachem Lighting und Shadowing, ultra niedrig aufgelösten Texturen und echt ruckeligem Frame-Pacing.
04:39Und gerade die Texturen und Schatten haben ein gewaltiges Upgrade verpasst bekommen.
04:45Das war's von Chris, mir und der Switch 2-Version.
04:48Jetzt geht's wieder zurück zu Jesko.
04:51Zu den wenigen Kritikpunkten am Original-Wild Hunt zählten das Talent und das Kampfsystem.
04:57Die Talente lagen im alten Witcher 3 nämlich gewissermaßen unsortiert in einem 5-stufigen Raster eures Charakter-Tabs.
05:03Ihr konntet mit dem Freischalten beginnen, wo ihr wolltet.
05:06Für höhere Talentstufen musstet ihr aber eine bestimmte Zahl an Punkten in den jeweiligen Block investiert haben.
05:11Also Kampf, Zeichen, Alchemie oder allgemein.
05:15Das sorgte dafür, dass viele fortgeschrittene Skills erst sehr spät im Spielverlauf freigeschaltet werden konnten.
05:21Zudem wart ihr auf maximal 12 gleichzeitig aktive Talente beschränkt.
05:25Das Remaster behält das Limit bei den aktiven Skills bei.
05:28Die verbindet ihr immer noch rechts im Fertigkeitsfenster mit entsprechenden Mutagenen.
05:32Allerdings gibt es mit Spielversion 5.0 jetzt einen richtigen Skillbaum.
05:37Alle Fähigkeiten haben eine festgelegte Freischaltungsreihenfolge und sind sinnvoll miteinander verknüpft.
05:42Ihr könnt euren Geralt dadurch deutlich gezielter in eine bestimmte Richtung entwickeln, etwa offensiv auf Blutungsschaden.
05:48Und die gewünschten Skills viel früher im Spielverlauf freischalten.
05:52Bildbastelei wird so viel bedeutungsvoller.
05:55Zudem gibt es jetzt ein paar ganz neue Skills, die alte Fähigkeiten ersetzen.
05:59Etwa Rüstungsboni für wirklich jede bekannte Hexerschule oder verstärkten Elementarschaden.
06:04Das neue System setzt dabei deutlich mehr auf das sinnvolle Verketten von Angriffen,
06:08statt auf das bloße Verstärken einzelner Attacken wie im Originalspiel.
06:11Insgesamt erinnert der neue Skillbaum in seiner Funktionsweise deutlich an das überarbeitete Charaktersystem aus Cyberpunk 2.0.
06:18Wer allerdings im Remaster einen alten Witcher-Spielstand übernimmt, der wird von dem neuen System kaum etwas merken.
06:25Denn ihr bekommt gleich nach dem Laden einen Haufen Skillpunkte in die Hand gedrückt,
06:28mit denen ihr euch dann sofort auf das alte Skillniveau zurücklernen könnt.
06:33Wer seinen Geralt wirklich spürbar entwickeln will, der sollte mit dem Remaster also von vorne anfangen.
06:37Einfach löschen solltet ihr eure Spielstände aber nicht,
06:40haltet die alten Saves im Hinblick auf Songs of the Past vielleicht doch noch greifbar.
06:44Die Verbesserungen beim Kampfsystem betreffen vor allem die Animationen.
06:47Geralt tänzelt im Remaster deutlich flüssiger um die Gegner herum.
06:51Angriffe sind besser verbunden, es gibt eine ganze Reihe neuer blutiger Finisher.
06:55In der Vanilla-Version des dritten Witcher-Teils hatten die Attacken häufig noch sehr unverbunden und langsam gewirkt.
07:01Das Remaster schafft es da jetzt deutlich besser, eine echte Schwertkampf-Atmosphäre herzustellen.
07:06An der grundlegenden Schlichtheit des Kampfsystems ändert aber auch die Neuauflage nichts.
07:11Geralt haut gerne direkt drauf.
07:12Noch immer beschränken sich die Duelle im Wesentlichen auf den Wechsel aus leichten und schweren Angriffen,
07:18den Einsatz von Zeichen und häufiges Ausweichen.
07:21Im Jahr 2026 hätte es hier gerne noch etwas mehr sein können.
07:25Ordentliche Treffer-Animationen bei Gegnern bietet Witcher 3 etwa bis heute nicht.
07:29Und die neue Silberkette landet ja auch erst nächstes Jahr mit Songs of the Past im Spiel.
07:33Auch an der Übersichtlichkeit der Kämpfe haben die Entwickler fürs Remaster ein bisschen geschraubt.
07:38Die Kamera schwenkt jetzt je nach Gegneranzahl weiter raus, um uns einen besseren Gesamtüberblick zu verschaffen.
07:43Im Gegensatz zur alten Standard-Perspektive fällt es dadurch aber gerade anfangs schwer,
07:48einen Gegner ohne aktiviertes Target-Log-On gezielt ins Visier zu nehmen.
07:52Geralt schlägt häufig ins Leere.
07:54Ein richtig filigranes Kampfballett ist The Witcher 3 also auch mit dem Remaster nicht geworden.
07:58Aber was steckt sonst noch so in The Witcher 3 Remastered?
08:01Neben den größeren Änderungen bei Optik, Skill und Kampfsystem bietet die Neuauflage viele kleinere Detailverbesserungen.
08:09Geralt schwingt sich jetzt etwa geschmeidiger über Hindernisse und auf Leitern.
08:12Der bei Rollenspielfans verhasste Waffenverschleiß lässt sich jetzt im Menü an- und ausschalten.
08:17Bei den Schmieden in Novigrad und auf Burg Krähenfels könnt ihr außerdem endlich Waffen und Rüstungen transmoggen.
08:22Wenn ihr eine neue, stärkere Rüstung findet, die aber im Vergleich zu eurem vorherigen Panzerhanisch hässlich wie die Nacht ist,
08:28dann könnt ihr die Optik bei Hattori oder Ioana gegen einen kleinen Obolus tauschen.
08:33Und auch die Optik beim Zeichenwirken wurde überarbeitet.
08:36Bei Igni sprühen die Funken jetzt noch schöner aus Geralts Hennen.
08:40Die Bandkreisglüh für Irden leuchtet mit einem kräftigen Lila auf dem Boden.
08:44Was dagegen auch im Remaster noch immer stockeblöd ist, ist unser treues Rostplötze.
08:49Zwar hatten die Entwickler hier eigentlich eine umfassend verbesserte Steuerung und Wegfindung angekündigt
08:54und tatsächlich kommen wir auch minimal smoother um die Kurven.
08:57Unterm Strich bleibt der Gaul aber immer noch viel zu häufig stecken und steht in merkwürdigen Winkeln in der Gegend
09:02herum.
09:04Irgendwie bleibt hier also alles beim Alten.
09:07Genau das ist allerdings eine der großen Stärken des Spiels.
09:11The Witcher 3 fühlt sich auch in der Remaster-Fassung nämlich noch genauso an wie damals.
09:15Als ich nach dem Start des Remasters einen zufälligen Spielstand lade und irgendwo in der Wildnis von Skellige lande,
09:21vergeht keine Minute, bis ich wieder dem Zauber der Witcher-Welt erliege.
09:27Die Musik, die raue Landschaft, alles ist noch genauso wie in meiner Erinnerung
09:32und gibt mir das Gefühl, mit dem Remaster nach Hause zu kommen.
09:35The Witcher 3 bleibt sich mit der Remaster-Fassung also gewissermaßen selbst treu
09:39und ist auch im Jahr 2026 immer noch verdammt gut.
09:43Der elf Jahre alte Rollenspiel-Hit erscheint hier in seiner optisch ansprechendsten Form.
09:47Inklusive der bisher kostenpflichtigen DLCs Blood & Wine und Hearts of Stone.
09:53Gleichzeitig ist das Remaster aber eben genau das und nicht mehr.
09:57Ein Remaster.
09:59Wer hier eine Art Remake erwartet hat, der könnte enttäuscht werden.
10:02Mit tiefgreifenden Änderungen hält sich diese Neuauflage nämlich zurück.
10:05Zudem scheinen nicht alle der guten Ideen des Remasters ganz zu Ende gedacht.
10:09Das Path-Tracing ist zwar schön und gut, aber gerade die Innenräume sind aktuell noch viel zu dunkel.
10:15Nur die wenigsten Spieler dürften in der aktuellen Marktlage zudem eine Grafikkarte besitzen,
10:19mit der man hier nativ auf 60 FPS oder ähnlich ansprechende Bildraten kommt.
10:24Ja, es gibt jetzt einen Skill-Tree und ein leicht überarbeitetes Kampfsystem,
10:28aber großartig etwas am übergreifenden Spielgefühl ändert das gegenüber den vorherigen Spielversionen nicht.
10:33Gleichzeitig muss man sich natürlich fragen, ob The Witcher 3 das überhaupt nötig hat.
10:37Schließlich ist es für viele Fans ja schon jetzt eines der besten Rollenspiele der Welt.
10:42An diesem Konzept wollte wahrscheinlich auch bei den Entwicklern deshalb keiner rütteln.
10:46Unterm Strich ist das Remaster ein solides Update, das The Witcher 3 auf den technischen Stand von 2026 hebt.
10:53Lohnt es sich, allein dafür The Witcher 3 nochmal von vorne zu spielen?
10:56Vielleicht nur, wenn ihr ohnehin gerade wieder Lust auf Hexer Geralt hattet.
11:00Ansonsten ist das Spiel mit diesem kostenlosen Technik-Upgrade aber bestens gerüstet für den Start von Songs of the Past
11:06im nächsten Jahr.

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