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  • vor 15 Stunden

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Transkript
00:02Eine preisgekrönte Tänzerin, die die Konventionen des Balletts in Frage stellt.
00:06Leroy Mokaki, in Südafrika als Junge geboren, tanzt sie heute auf spitzen Schuhen klassische Frauenrollen.
00:18Mich hat schon immer eher die feminine Seite angezogen.
00:21Das fühlte sich viel natürlicher an, als wenn ich versucht hätte, maskulin rüber zu kommen und so zu tun, als
00:26wäre ich jemand, der ich einfach nicht bin.
00:30Letzte Minuten hinter der Bühne des Berliner Staatsballetts. Gleich hebt sich der Vorhang zum Sommernachtstraum.
00:37Noch ist die Tänzerin ganz entspannt. Ihr Lampenfieber überspielt sie gekonnt.
00:44Leroy Mokaki als energievoller Puck in ihrer gefeierten Performance in Ein Sommernachtstraum.
00:50Ihre Präsenz in dieser Rolle zeigt, wie sich das klassische Ballett verändert.
00:58Sie ist eine begnadete Künstlerin, die wirklich sehr, sehr, sehr viele andere Künstler, Künstlerinnen, auch mich tagtäglich immer wieder neu
01:06inspiriert und mir immer wieder beibringt, to think outside of the box.
01:12Es war ein langer Weg für Leroy Mokaki. Eine große Herausforderung.
01:21Ich wollte nichts überstürzen. Nicht ohne mir erst den Respekt verdient zu haben oder das Selbstvertrauen aufgebaut zu haben, um
01:28mich an bestimmte Rollen zu wagen.
01:30Ich bin sehr froh, dass das alles Schritt für Schritt passiert ist.
01:36Auf der Bühne begeistert sie als charismatische Solistin das Publikum. Negative Reaktionen? Bisher keine.
01:51Morgens um 10 Uhr. Das tägliche, harte Training.
01:57Leroy Mokaki verliebt sich früh in das klassische Ballett und lässt sich von ihrer Leidenschaft nicht abbringen, obwohl sie dabei
02:03immer wieder auf Vorurteile stößt.
02:08Ich habe es nicht zugelassen, dass die anderen mich kritisieren, dass sie ihre Meinung dazu äußern.
02:14Leroy Mokaki macht sich auf den Weg von Südafrika nach Europa an die großen Häuser.
02:22Und startet eine internationale Karriere. Nach Lausanne und Zürich begleitet sie Staatsballett-Intendant Christian Spuck nach Berlin.
02:31Ich würde sagen, Christian ist mein Retter. Er war der eine Mensch, dem ich mich damals anvertraute, dem ich mich
02:40öffnete.
02:43Ich möchte nicht, dass Leroy ausgestellt wird aus irgendwelchen Gründen. Mir ist wichtig, dass Leroy als Künstlerin wahrgenommen wird. Das
02:49ist das Allerwichtigste.
02:53Inzwischen versteht sie sich immer mehr als Vertreterin für Trans-Personen, die auch noch selten in der rigiden Welt des
03:00Balletts sind.
03:01Tanz im Tütü? Ganz selbstverständlich. Ihre Tanzpartner unterstützen sie dabei. Was wünschen diese sich für die Ballettwelt?
03:11Generell mehr Offenheit. Und zu erkennen, was Menschen jenseits ihres Körpers mitbringen, der ihnen nun mal gegeben wurde.
03:21Egal, ob es um Hautfarbe geht oder um Geschlecht. So, dass sich alle angenommen und willkommen fühlen.
03:29Heute lebt Leroy Mukake in Berlin. Vermisst sie ihre Heimat Südafrika, die sie vor vielen Jahren verlassen hat?
03:38Wir planen tatsächlich ein Projekt oder eine Aufführung in meiner Heimat. Für das Publikum, um wieder anzuknüpfen.
03:46Berlin ist inzwischen neue Heimat. Ihr Zuhause? Die Kompanie des Staatsballetts. Aber auch die Stadt.
03:57Was die trans- und non-binäre Community betrifft, ist es hier am besten für mich. Ich fühle mich sehr
04:02willkommen.
04:03Und um ehrlich zu sein, habe ich nicht vor, sobald woanders hinzugehen.
04:08Leroy Mukake ist in Berlin angekommen. Und bei sich. Trotz aller Hindernisse. Jetzt möchte sie nur gesehen werden als das,
04:15was sie ist.
04:16Eine engagierte Künstlerin.
04:21Ich würde mich sehr gern mehr beteiligen, aktiv werden, mehr Bewusstsein schaffen, mehr Raum für Auseinandersetzungen.
04:33Besonders im künstlerischen Bereich. Als Person of Color und als Transfrau.
04:40Leroy Mukake lebt ihren Traum und öffnet damit nicht nur in der Ballettwelt Türen.
04:48Leroy Mukake lebt.
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