00:00Ich selber erlebe als Ministerpräsidentin durch die AfD Gewaltandrohung, Sexismus und ich möchte einfach nicht, dass sowas Mädchen und Frauen
00:08in unserem Land erleben.
00:09Sie könnte die teilweise rechtsextremistische AfD an einem weiteren Wahlsieg hindern.
00:15Die Frau in Rot, Manuela Schwesig. Sie ist die sozialdemokratische Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.
00:22Schwesig regiert das Bundesland in Deutschlands Nordosten seit 2017.
00:26Die AfD kann hier die stärkste Kraft werden.
00:31Schwesig macht Wahlkampf mit Arbeitsplätzen, Familien und sozialem Zusammenhalt.
00:36Ich mache den Menschen ein eigenes inhaltliches Angebot für eine starke Wirtschaft, für sichere Arbeitsplätze und gute Löhne,
00:42aber auch für Unterstützung der Familien mit der beitragsfreien Kita und auch mehr Investitionen in Bildung und vor allem für
00:48den sozialen Zusammenhalt.
00:49Und für all das steht die AfD nicht.
00:52Schwesig wuchs in der DDR auf, arbeitete in der Steuerverwaltung, wurde Landes- und Bundesministerin.
00:58Dann 2017 Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.
01:02Trotz einer Krebserkrankung blieb sie während der Behandlung im Amt.
01:06Doch sie ist nicht frei von Skandalen.
01:08Sie unterstützte jahrelang die russische Ostseegaspipeline Nord Stream 2 politisch.
01:13Half bei der Gründung einer umstrittenen Stiftung, später bezeichnete sie das als Fehler.
01:19Im Mittelpunkt ihrer Kampagne steht inzwischen stärker die Frage, wie Menschen in Mecklenburg-Vorpommern miteinander umgehen.
01:26In meinem Team, in meinem Planungsbüro, ist ein Marokkaner und der hat mir gesagt, dass er gehen wird.
01:32Wenn er ins Café geht, auf dem Markt in Strasund, entweder neben sich Leute zu sitzen hat, die Sprüche machen
01:37oder die sich woanders umsetzen.
01:39Das ist das, was mich am meisten gerade bewegt, dass dieses Klima extrem rau geworden ist.
01:44Die AfD-Rhetorik betreffe nicht nur Migranten.
01:48Mit ihrer rohen Art zu reden, mit ihrem Hass und Hetze, wird die Gesellschaft auseinandergetrieben und gibt es auch wieder
01:59mehr Gewaltbereitschaft.
02:00Und es wird vor allem auch uns Frauen treffen.
02:02In Mecklenburg-Vorpommern ist Schwesig populärer als ihre Partei. Das macht den Wahlkampf sehr persönlich.
02:08Deshalb bin ich auch die Frau gegen Blau.
02:10Angesichts der geringen Beliebtheit der Koalition vom Bundeskanzler Merz bemüht sich Schwesig um ein eigenständiges Profil.
02:16Sie kritisiert die Bundesregierung wegen hoher Spritpreise und lehnt auch Teile ihrer Rentenreformpläne ab.
02:23Ihre Beliebtheit allein könnte am Ende nicht reichen.
02:26Schwesig muss gelingen, ihre Popularität in Wählerstimmen umzuwandeln, besonders bei jungen Wählern.
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