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  • vor 15 Stunden
Assassin's Creed Black Flag Resynced bringt 13 Jahre nach dem Original das beliebte Piratenabenteuer rund um Edward Kenway zurück. Genau wie 2013 stolpert der Held wider Willen in den serientypischen Konflikt zwischen Templern und Assassinen, versucht dabei aber erst einmal sein eigenes Ding durchzuziehen.

Resynced ist dabei zwar ein vollumfängliches Remake, bleibt der Vorlage aber sehr treu. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Neuerungen gibt. Die Neuauflage setzt auf Ubisofts modernste Anvil-Engine und bietet auch ein paar Stunden komplett neues Material.

Wie gut sich die frischen Missionen, die Offiziere und sonstige Anpassungen eingliedern und über welchen Makel Resynced leider etwas stolpert, das seht ihr in diesem Video.

00:00 - Intro
01:18 - Alte Story, neue Offiziere
06:13 - Bekannte Missionen, neues (Balance-)Problem
13:02 - Wunderbar entschlackte Open World
18:11 - Der Schiffskampf und die Wirtschaft
20:35 - Fazit
Transkript
00:06Meine Güte, sieht Assassin's Creed Black Flag Resting gut aus. Das Wasser, die Blätter,
00:12das Licht. Dieses Remake ist wirklich ne Augenweide. Aber auch wenn das Ding
00:17grafisch nen gigantischen Sprung nach vorne im Vergleich zum Original macht,
00:21ich mein, schaut doch einfach mal. Ja, trotz dieses großen Unterschiedes bleibt Resting
00:28inhaltlich doch sehr altmodisch. Zum Glück. Das bedeutet nämlich, hinter der bildhübschen
00:33Fassade steckt die gleiche großartige Mischung aus Erkundung, Seeschlachten und abwechslungsreichen
00:38Missionen wie 2013. Deswegen direkt vorab, wenn ihr das originale Black Flag liebt,
00:43dann werdet ihr Resting genauso, vielleicht sogar ein bisschen mehr lieben. Moment mal mehr? Ja,
00:48die Neuauflage sieht nämlich nicht nur besser aus, sie passt auch das Gameplay an und bringt
00:52nen ganzen Schwung neuer Missionen und Geschichten mit. Warum sag ich aber dann,
00:56dass ihr das Remake nur vielleicht ein bisschen mehr lieben werdet? Tja, es gibt da einen großen
01:01Enterhaken bei Resting. Welchen genau und warum das Remake trotzdem eines der besten Piratenspiele
01:07aller Zeiten ist, das zeige ich euch in diesem Video. Assassin's Creed Black Flag Resting ist ein
01:23waschechtes Remake. Ubisoft hat das Piraten-Abenteuer also nochmal von Grund auf in der aktuellsten
01:28Anvil Engine neu gebaut. Das sieht man bei der schicken Grafik, das spürt man auch beim eigentlichen
01:33Gameplay. Bevor ich dazu komme, bleibe ich aber erstmal bei der einen Sache, die sich auf den ersten
01:37Blick kaum verändert hat. Die Story. Genau wie 2013 folge ich Pirat Edward Kenway auf seiner Jagd nach
01:45unermesslichem Reichtum, bei der er eher zufällig in den serientypischen, Jahrhunderte umspannenden
01:50Konflikt zwischen Assassinen und Templern hineinrutscht. Und was soll ich sagen, das macht auch 2026 immer
01:56noch nen riesen Spaß. Wie Edward komplett planlos zwischen die Fronten gerät, mit seiner Ego-Tour beide
02:02Lager verärgert und herausfordert und wie er sich selbst nach und nach verändert, ist einfach ein
02:07unverwüstliches und unterhaltsames Story-Gerüst. Die Geschichte zündet aber auch deswegen genauso
02:12gut wie im Original, weil Ubisoft die alte Synchronisation fürs Remake einfach komplett
02:16übernommen hat. Ich kann euch also beruhigen, Tobias Kluckert bleibt die Stimme von Edward.
02:21Ihr seid der geborene Seemann. Ich habe einige Zeit als Rudergänger verbracht. Zwei Jahre als
02:27Steuermann bei den Freibeutern. Schockschwere Not. Euer Leben klingt so großartig. So voller Abenteuer. So
02:36aufregend. Ich habe schon so einiges gesehen. Ei. Es bleibt aber nicht alles beim Alten. Resinkt
02:43übernimmt in der Hauptkampagne zwar viele Zwischensequenzen fast eins zu eins. Es baut
02:47aber auch immer mal wieder kleine neue Szenen ein. Hier schaut Edward etwa nach dem ersten Treffen
02:52mit den Templern sichtlich verwirrt und überfordert aus. Hier sucht er sich auf der Taverna einen
02:56Schlafplatz für die Nacht. Und hier sehe ich richtig, wie der Pirat sich in Rage säuft.
03:05Und das war's noch nicht. In den laufenden Missionen lassen die Figuren auch komplett
03:09neue Sprüche vom Stapel. Hier mal ein direkter Vergleich mit dem Original.
03:29Ich finde es auch ziemlich beeindruckend, wie nahtlos die neuen Aufnahmen der gleichen Sprecher zu den
03:35alten passen. Liegen ja immerhin 13 Jahre dazwischen. Lediglich Charles Vaynes neue Passagen fallen da
03:40etwas raus. Seine deutsche Stimme Eckehard Bälle ist nämlich bereits 2022 verstorben,
03:45weswegen Michael Iwanek seine Rolle übernommen hat. Ja nur doof, dass der eigentlich auch Benjamin
03:50Hornigold im gleichen Spiel spricht. Da wäre eine komplett neue Stimme für die Paar 19 vermutlich
03:55besser gewesen. Aber zurück zur Story und den Neuerungen. Die Ergänzungen machen in der Summe
04:14die Story insgesamt ein wenig runder. Ich verstehe besser, was die Figuren antreibt und wieso Edward
04:19zum Beispiel in diesem Fall seinen Freund plötzlich umnieten will. Ich kann dem teils Episoden haften
04:24und dann doch etwas zerstückelten Plot damit wesentlich besser folgen als noch 2013. Es hilft
04:29aber auch wirklich einfach sehr, dass die Gegenwartssequenzen bei Absterker Entertainment fehlen. Damit lenkt
04:34mich nichts mehr von Edwards Reise ab. Nur leider bedeutet das auch, dass ein ganz besonderer Twist aus
04:39dem Original nicht mehr da ist. Auch vier spezielle Animus-Missionen, in denen ich alternative, aber auch
04:45wirklich sehr kurze Geschichten erlebe, können das nicht kompensieren. Schade. Dafür bietet
04:49ReSync'd neben den neuen Sprachaufnahmen und kleinen Cutscene-Ergänzungen auch komplett neue
04:54Story-Inhalte. Ich bekomme nicht nur eine neue Mission um die wohl beste Figur des gesamten Spiels,
04:59nämlich Steed Bonnet, sondern es gibt auch wesentlich mehr Inhalte und frische Quests auf
05:07meiner Basis in Great Inagua. Und ich kann im Laufe der bekannten Geschichte optional auch noch drei neue
05:12Offiziere anheuern und kennenlernen. Schiffbauerin Lucy Baldwin, Waffenmeister Padre und Kanoniermeister
05:19Tobias Deadman Smith. Die Offiziere kommen allesamt mit eigenen Missionen daher und erleben ihren
05:24Höhepunkt dann sogar in einer kleinen Questreihe gegen Ende der Kampagne. Die neuen Figuren fügen
05:28sich nahtlos in die Welt ein, sie sind nur einfach sehr von der eigentlichen Kampagne abgegrenzt.
05:33Ich weiß, es wäre sehr viel mehr Arbeit gewesen, aber damit mir Lucy Padre und Tobias wirklich ans Herz
05:39wachsen, hätten sie eben auch Teil der Hauptstory sein müssen. So bleiben die drei in ihren Geschichten
05:44wirklich tolle Ergänzungen, wirken im restlichen Spiel aber storytechnisch eher drangeklatscht.
05:49Das ist aber wirklich Meckern auf hohem Niveau. Die neuen Charaktere und Aufträge passen insgesamt
05:54hervorragend ins Spiel und wenn ihr wirklich alle Quests absolviert, also die der Offiziere und
05:57wirklich alle anderen neuen, dann kommt man locker auf die von Ubisoft versprochenen fünf bis sechs
06:02Stunden Spielzeiten nur für neue Inhalte. Die Story von Black Flag Resync bleibt also sehr dicht am
06:16Original, baut aber auch hier und da neue Inhalte ein. Und im Grunde kann ich das fürs Gameplay genau so
06:22wiederholen. Also Black Flag Resync bleibt beim Gameplay sehr dicht am Original, baut aber auch
06:28hier und da kleiner Spaß. Aber es stimmt, das Spiel funktioniert genau wie 2013. Nach wie vor
06:34erkunde ich die Städte Havanna, Nassau und Kingston, sammle alle Collectibles ein, die nicht bei drei
06:39von den Dächern wegfliehen. Mist. Ich bekomme für fast alles, was ich tue, Belohnungen wie bessere Waffen
06:44oder neue Shanties und ich absolviere zahlreiche Haupt- und Nebenmissionen. Stichwort Missionen, die laufen
06:50meistens genau so ab, wie ich das aus dem Original kenne. Ich folge einem Schiff bei Nacht und
06:55raube eine Plantage aus, ich löse Rätsel in einem alten Aztekentempel, ich tauche nach Medizin und
07:01ich kämpfe mich durch den dichten Dschungel zu einem Kriegsschiff. Die Kampagne ist dank der
07:05Vorlage abwechslungsreich und jagt mich einmal quer durch die ganze Karibik. Neu bei der Mission ist
07:10vor allem eine Sache, es gibt keine Belauschen-Quests mehr. Gut so, denn die Waren 2013 wirklich nervig.
07:17Ich bin an einigen Stellen Gegnern gefolgt und durfte diesen Kreis dabei nicht verlassen. Wenn
07:21ich dann doch zu lang aus dem Lauschradius raus war oder mich eine Wache erwischte, dann ging der
07:26Spaß wieder von vorne los. Spaß sieht anders aus. Im Remake gibt's das so nicht mehr. Ich folge zwar
07:33nach wie vor in einigen Missionen meinen Zielen, wenn die mich hier sehen, ist aber nicht sofort
07:37Schluss. Entweder ich renne weg oder ich kloppe die Gegner um und erhalte meine Infos einfach aus
07:42einem Schreiben, das die Halunken passenderweise immer bei sich tragen. Das ist übrigens kein
07:46Einzelfall. Die Missionen sind durch die Bank weg offener als 2013. Ich erhalte sehr oft ein Ziel,
07:52wie ich das erreiche, also ob laut oder leise, liegt dann an mir. Ich kann zum Beispiel, weil Edward
07:57jetzt überall im Meer tauchen kann, sogar unter Schiffen durchtauchen und so ungesehen von der Rückseite
08:02meinen Feinden auflauern. Ebenfalls eine coole Neuerung. Ich muss hin und wieder Orte untersuchen
08:15und dann selbst herausfinden, wie es weitergeht. Eine wirklich sehr gute Ergänzung, weil ich endlich
08:20auch mal mehr machen muss, als von A nach B zu laufen. Ihr seht schon, in der Mission gibt's jetzt
08:24viel mehr Freiheiten und viel mehr Möglichkeiten. Und das klingt super, hat in der Praxis aber ein
08:31gewaltiges Problem. Nämlich die Balance. Assassin's Creed Black Flag Ressinkt ist viel, viel – und ich
08:38meine wirklich – viel zu leicht und untergräbt damit seine eigentlich sehr guten Ideen. Weil ich
08:43gerne schleiche und auch nur ordentliche Herausforderungen im Gefechten mag, habe ich
08:46den Schwierigkeitsgrad für beides direkt auf schwer gestellt. Und trotzdem ist Ressinkt an Land,
08:52egal ob leise oder laut, ein regelrechter Spaziergang. Warum? Nun, ich fange mal mit dem Schleichen an.
08:58Genau wie in Shadows kann ich jetzt auf Knopfdruck überall und nicht nur im hohen Gras auf leisen
09:03Sohlen durch die Welt huschen. Auch schwer sehen mich Gegner, wenn ich zu unvorsichtig vorgehe,
09:07sogar oben in Bäumen. Das war's aber auch. Der Radius, in dem mich die Feinde sehen,
09:12ist erschreckend klein. Ich kann in diesem Plantagenfeld ganz entspannt einen Gegner
09:16nach dem anderen ausschalten. Die Wachen weiter hinten bekommen davon meistens gar nichts mit. Und
09:20selbst wenn, ist es sogar gut, weil dann laufen sie mir alle in meine tödlichen Arme. Die Gegner
09:25vergessen zu dem extrem schnell, was sie gesehen haben. Ich laufe einfach vor ihren Nasen ins Gebüsch,
09:30die finden mich nicht mehr und ich schalte sie erneut sehr entspannt aus. Ich brauche in Ressinkt
09:35nicht die Schleichvielfalt eines Shadows, aber ein bisschen intelligentere Feinde, die bräuchte ich
09:40schon. Ich habe etwa auch kein einziges Mal Unterstützung von Schlägern oder Dirnen genutzt,
09:44das war einfach nie nötig. Und selbst wenn die Soldaten mich dann doch mal entdecken,
09:55ist das ebenfalls kein Problem. Im Gegenteil, denn die Gefechte sind – und anders kann ich
09:59das echt nicht sagen – ein absoluter Witz. Die Kämpfe laufen rein spielmechanisch genau wie in
10:04Assassin's Creed Shadows ab. Ich haue Edward über die Schulter, visiere einzelne Feinde an und haue
10:09mit Attacken die gelbe Blockleiste meines Gegenüber herunter. Ist der Balken leer, schmetze ich die
10:14Lebensleiste in den Keller. Oh, und keine Sorge vor der Lebensleiste, Stealthkills bedeuten immer
10:19noch das sofortige Requiescat in Parche für meine Opfer. Das Problem ist nur, während ich in Shadows
10:26verschiedenen Gegnertypen gegenübertrete, die alle unterschiedliche Stärken und Schwächen besitzen
10:30und ich wirklich meinen Stil auch anpassen muss, ist in Ressinkt fast jeder Feind gleich schwach. Das liegt
10:36in erster Linie am Konter, in zweiter am Wurfpfeil. Ganz wie im Original kann Edward nach einem
10:41perfekten Block eine unaufhaltsame Kill-Serie starten. Bis zu vier Feinde müssen dann ohne
10:46Gegenwehr dran glauben und dieses Manöver funktioniert – abgesehen von drei Gegnertypen
10:50und den Bossen – wirklich jedes verdammte Mal. Damit bin ich von Anfang an viel zu mächtig. Ich warte
10:58wie zu Anfängen der Assassin's Creed Serie einfach ab und kontere alle Feinde aus. Und selbst die Gegner,
11:04die den Konter etwas abschwächen sollen, weil sie dagegen immun sind, sind kein Problem, denn nach
11:08zwei, drei Pistolenschüssen sind sie ebenfalls weg vom Fenster. Der Wurfpfeil verschärft das
11:15Balance-Problem sogar noch. Den erhalte ich dieses Mal nämlich schon sehr früh und er besitzt lediglich
11:19einen Cooldown. Ich kann den also so oft einsetzen, wie ich will. Und das mache ich auch,
11:24weil der ist verdammt nützlich. Mit ihm ziehe ich Schützen einfach in den Tod,
11:27Säbelrassler zu mir, ziehe ihn die Beine weg und … Genau. Jedes Gefecht wird dadurch zum
11:35Spaziergang. Und nochmal, das hier ist bereits der höchste Schwierigkeitsgrad. Anspruchsvoller
11:40wird's nicht. Die unausgegorene Balance untergräbt im Umkehrschluss auch den Sandbox-Gedanken der
11:45Mission. Klar, ich kann hier zum Beispiel leise vorgehen und mich durch die feindlichen Reihen
11:50schleichen, aber einfach alle wegmetzeln geht auch und ist sogar schneller. Es gibt einen
11:55eindeutig effektivsten Weg, warum sollte ich mich dann überhaupt anders entscheiden? Es gibt nicht
12:00mal mehr optionale Ziele in den Missionen, die mich etwa zum Schleichen zwingen und damit zumindest
12:04ein bisschen gegen dieses Problem gegensteuern würden. Ich bin einfach die gesamte Zeit das
12:09Gefühl nicht losgeworden, dass das Remake durchaus mal als Rollenspiel geplant war. Denn die ganzen
12:13freischaltbaren Waffen und die Anhänger, die mir spielerische Vorteile wie weniger Schaden durch
12:17Nahkampf geben, würden in einem RPG-System viel mehr Sinn ergeben. Auch der mächtige Konter
12:23wäre als freischaltbarer Skill wesentlich logischer. Aber ob das jetzt wirklich so geplant war oder ob
12:27Ubisoft hier einfach einen Angriff für Fans mit reinbringen wollte, das Ergebnis bleibt dasselbe,
12:32Resync ist einfach viel zu leicht. Nicht mal unter Wasser gibt's wirklich Gefahren, Haien weiche ich
12:37einfach aus, die bissigen Moränen, die gibt's gleich gar nicht mehr. Das macht Resync und seine Mission
12:42nicht automatisch schlecht, aber durch die unausgegorene Balance sind viele Missionen einfach nicht so spannend,
12:46wie sie sein könnten. Und das ist schon etwas ärgerlich.
13:02Kommen wir vom großen Aber von Black Flag Resync zur größten Stärke des Remakes, der Open World.
13:08Ich meine, ihr seht's ja schon die ganze Zeit. Ubisoft beweist mit diesem Spiel einmal mehr,
13:12dass seine Teams die Meister der wunderschönen offenen Welten sind. Diese Open World sieht
13:17einfach an fast jeder Stelle wie ein Postkarten-Motiv aus. Resync profitiert einfach ungemein von der
13:23modernen Anvil Engine. Sonnenstrahlen fallen realistisch durch den dichten Dschungel, es gibt
13:27viele dynamische Lichtquellen. Ich kann endlich nahtlos in die großen Städte segeln, ich kann das
13:32Moos auf Stein sehen und die Figuren haben einen nie dagewesenen Detailgrad. Ich kann jetzt sogar
13:37Edwards Brusthaare zählen, wenn ich will. Es sind übrigens mehr als drei. Cool, Resync übernimmt auch
13:43nicht die Spielwelt des Originals 1 zu 1. Einige Bereiche wie Edward Escape Bonavista zu Beginn
13:48staucht das Remake zusammen. An anderen Stellen fügt es sogar neue Gebiete hinzu, wie hier den
13:53Norden in Havanna. Genau wie in Shadows wechselt das Wetter jetzt zudem dynamisch, was für spektakuläre
13:58Stürme auf hoher See inklusive hohem Wellengang und Windhosen und für wunderschöne Sonnenuntergänge sorgt.
14:04Ja, das gab's auch schon im Original, die Übergänge sind nun aber wesentlich natürlicher
14:08und nicht mehr so abgehackt. Kehrseite der Medaille, für meinen Geschmack regnet es einfach zu oft. Kann
14:14sein, dass das im tropischen Klima sogar realistisch ist und ja, die Pfützen mit Raytracing sehen danach
14:19auch echt toll aus, aber das ist ja auch immer noch eine Piratenfantasie. Wenn man Schilfe auf der
14:24Stelle ohne Wind drehen kann, dann kann das Wetter auch ein bisschen besser bleiben. Dafür lief Black Flag
14:30Resync technisch sehr rund. Hier schwebte mal ein Grasbüschel durch die Luft, da klippte Kleidung
14:34unschön durch Waffen und umgekehrt, aber ich hatte auf meinem High-End-System keinen einzigen Absturz
14:38und keine nennenswerten Bugs oder Glitches. Und ich habe nach 40 Stunden auch wirklich alles
14:43ausprobiert. Und von meinen Kollegen von der GameStar und der GamePro habe ich übrigens auch
14:47keinerlei schwerwiegende Probleme mitbekommen. So, diese Open World sieht aber nicht nur
14:59technisch ganz hervorragend aus, die Erkundung macht auch extrem viel Laune, weil diese Karibik
15:04meine Zeit nicht verschwendet. Wie gewohnt klettere ich durch die Stadt und Natur und sammle Truhen,
15:09Shanty, die vor mir wegfliegen und andere Collectibles ein. Wenn ihr die volle Kontrolle über Edward
15:14aktiviert, könnt ihr euch übrigens endlich wieder seitlich von Wänden abstoßen und auf
15:18Knopfdruck springen. Trotzdem ist das hier eindeutig das System aus Shadows. Will heißen,
15:22die einzelnen Aktionen wirken sehr voneinander abgetrennt. Edward springt zum Beispiel sehr
15:26unnatürlich weit und nimmt das Momentum vom Rennen dabei auch nicht immer mit. Im Original habe
15:30ich schon eher das Gefühl, dass die Klettereien einen sehr natürlichen Flow haben. Aber Resync geht
15:35endlich wieder in die richtige Richtung. Und die Kackseleien lohnt sich dank der vertikalen
15:39Struktur von Städte und Umgebung auch endlich wieder richtig. Aber ich war ja eigentlich bei
15:43den Collectibles, also zurück dazu. Das klingt erstmal, als ob sich gar nicht so viel geändert
15:47hat, aber das Remake geht viel, viel besser mit seinen sammelbaren Items um. Zur Erinnerung,
15:522013 ploppen auf der Ingame-Karte überall diese weißen Symbole auf, hinter denen sich eine ganze
15:57Menge Items verbargen. Resync hat die Anzahl der Collectibles massiv zusammengekürzt. In Havanna
16:03gibt's zum Beispiel nur noch 7 anstatt 20 Truhen. Auf offener See kann ich die ganzen Mini-Inseln sogar
16:07komplett ignorieren, da warten nämlich keine Kisten mehr auf mich. Dadurch bin ich nicht stundenlang nur mit
16:12Sammeln beschäftigt. Und dieses Sammeln macht in Resync an sich auch mehr Spaß, denn das Spiel
16:17versteckt Truhen und Geheimnisse deutlich besser. Für diese Kiste muss ich erstmal richtig ins Haus
16:22klettern, hier tauche ich einmal unter und lande in einem Geheimbereich und einmal muss ich mich
16:26sogar einfach abschießen. Auch bei den optionalen Lagerhäusern, bei denen ich Materialien klauen
16:40kann, wartet jetzt bei der ersten Diebestour immer eine kleine Mission auf mich. Mal spioniere ich
16:45Wachen aus und finde den Schlüssel fürs Lagerbein im Krokodil, mal höre ich was von einem Soldaten,
16:49der verschlafen hat und jetzt etwas weiter weg mit dem Schlüssel herumläuft. Spielmechanisch ändert sich
16:54jetzt nicht viel zum Original, aber Resync verpackt diese stupiden Beschäftigung weitaus schöner.
16:59Und natürlich kann ich auch nach wie vor Tiere jagen und aus ihren Überresten Upgrades herstellen.
17:04Ich kann dadurch etwa mehr Heil-Items oder mehr Kugeln tragen. All diese Collectibles lohnen sich
17:09für mich also auch. Entweder erhalte ich Geld oder Materialien, die ich wiederum in neue Ausrüstung
17:13oder in mein Schiff stecken kann, oder ich bekomme Shanties, die meine Leute auf See grölen. Das ist immer noch
17:19herrlich.
17:35Doch damit immer noch nicht genug. Besonders gut haben mir nämlich die spielerisch eigentlich völlig
17:40irrelevanten Ereignisse gefallen. Bei meiner ersten Segeltour treffe ich etwa auf diese merkwürdige
17:46Hochzeitsgesellschaft. Später finde ich einen verlassenen Stützpunkt und wieder später sehe ich,
17:51dass Plünderer die Überreste einer Schlacht nach nützlichem Kram absuchen. Ich bekomme an
17:55solchen Orten maximal ein bisschen Geld, aber die Karibik wirkt dadurch so viel lebendiger. Ich sehe
18:01jetzt nicht mehr nur Schiffe gegeneinander kämpfen, ich sehe jetzt auch Auswirkungen an Land.
18:11Wo ich aber gerade schon die Schiffskämpfe angesprochen habe, für die habe ich gute
18:15Nachrichten. Denn in den Gefechten im Wasser stimmt die Balance. Ohne entsprechende Upgrades habe ich
18:19gegen stärkere Schaluppen absolut keine Chance. Und selbst mit allen Verbesserungen bleiben die vier
18:24legendären Schiffe wirklich, wirklich knackig. Auch weil der Mörser deutlich langsamer schießt und ich
18:30besser vorausahmen muss, wo der Feind wohl hinfährt. Wenn ich zudem alle drei Offiziere einsammle,
18:35kann ich auch drei neue Fertigkeiten einsetzen. Mit Lucy gibt's den perfekten Block auch für mein
18:40Schiff. Ich stecke also so gut wie keinen Schaden bei der ersten gegnerischen Salve ein. Mit Tobias
18:45feuere ich mehrere Kanonschüsse hintereinander ab. Und wenn ich alle Quests absolviere, gibt's
18:50sogar noch einen besseren Mörser oben drauf. Und der Padre schaltet eine mächtige Ram-Attacke frei.
18:55Fans des Originals kennen die sogar noch. Die hat man nämlich 2013 erhalten, wenn man alle
18:59vier legendäre Schiffe versenkt hat. Nach der Schiffsschlacht kann ich die Feinde wie gewohnt
19:03entern und deren Moral mit reichlich Toten, dem Abhappen der Flagge oder dem Zerstören der
19:07Pulvervorräte senken. Dieses Mal entscheide ich übrigens auch immer selbst, was davon ich mache.
19:11Und, habe ich gewonnen, kann ich mein Schiff reparieren, das kaputte Chef in meine Flotte
19:15aufnehmen oder meinen Bekanntheitsgrad senken. So weit, so bekannt. Und das macht auch alles noch
19:19genauso viel Spaß wie 2013. Einen kleinen Makel gibt's auf hoher See dann aber doch. Und das nicht direkt an
19:25den Kämpfen, sondern an der Wirtschaft. Abseits von Missionen habe ich eigentlich nie auch nur
19:31ein Schiff angreifen müssen. Dafür erhalte ich einfach zu viele Materialien und Geld,
19:35wenn ich einfach nur der Kampagne folge. Auch meine Basis in Great Inagua ist an meinen
19:39Geldüberfluss jetzt nicht ganz unschuldig. Die Bautry sinkt nämlich ebenfalls ordentlich aus.
19:44Milo van der Graaf ist jetzt eine richtige Figur samt eigener Questreihe. Ich habe einen Butler,
19:48der mir von dem Anwesen erzählt. Ich kann dieses Haus dann auch noch mit lauter Kram vollstellen. Und ich
19:53schalte sogar noch mehr Gebäude als im Original frei. Jetzt kommen wir aber zum spielerischen
19:57Problem. Ich besitze auch eine Kasse, die mir kontinuierlich Geld liefert. Und meine Flotte
20:02bringt mir in diesem Minispiel hier ebenfalls immer wieder mehr Moneten und Materialien in die
20:06Tasche. Hier hat mich Rissinkt immer wieder stark an Assassin's Creed Brotherhood erinnert,
20:10wo ich ebenfalls nach ein paar Investitionen nie wieder Geldprobleme hatte. Blöd nur, gerade weil ich
20:15dadurch Geld und Materialien passiv erhalte, habe ich kaum noch einen Grund, einfach mal so ein paar
20:19Schiffe zu überfallen. Also abgesehen vom Spaß natürlich. Die Wirtschaft ist damit
20:23unterm Strich ebenfalls sehr unausgegoren. Die Schiffskämpfer hingegen machen nach wie
20:27vor extrem viel Spaß.
20:40Ich fasse jetzt am Schluss noch mal zusammen. Assassin's Creed Black Flag Resinkt ist zu rund 80 Prozent das
20:45gleiche Spiel wie 2013, sieht aber viel, viel besser aus und wertet die Kampagne durch neue Missionen und
20:50eine entschlackte und lebendigere Open World unglaublich auf. Wer wirklich alles im Spiel
20:55sehen will, muss ungefähr 40 Stunden einplanen. Wegen den wenigeren Collectibles und den erweiterten
20:59Missionen sind Original und Remake also in etwa gleich umfangreich. Auf der anderen Seite leidet
21:04Resinkt aber auch sehr unter einer durchwachsenen Balance bei Gefechten, Schleichen und Wirtschaft.
21:08Die Probleme sind ärgerlich, weil unnötig, ändern aber nichts daran, dass Black Flag auch nach 13 Jahren
21:13noch eines der besten Piratenspiele aller Zeiten ist. Einerseits, weil's auf diesem Niveau einfach
21:18kaum Konkurrenz gibt. Es gibt einfach kaum andere Spiele, in denen ich übers Meer Schipper dann nahtlos
21:24von meinem Schiff springe und Inseln erkunden kann. Das hier ist und bleibt einfach eine großartige
21:29Piratenfantasie. Andererseits, weil man jetzt eine Katze als Haustier halten kann. Ich meine,
21:36andererseits, weil hinter der opulenten Grafik immer noch ein verdammt gutes, abwechslungsreiches und
21:41motivierendes Spiel mit nem tollen Cast und einer wirklich immer noch unterhaltsamen Geschichte steckt.
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