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  • vor 2 Tagen
Somalia ist zum ersten Mal bei der Kunstbiennale in Venedig dabei – mit drei Exil-Künstlerinnen. Kultur und Traditionen ihrer Heimat bilden den Kern ihrer Kunst.

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Transkript
00:00Ein Koffer und viele Erinnerungen.
00:03Flucht und Heimatverlust sind die Hauptthemen der somalisch-britischen Dichterin Worsen Schirre.
00:09Dieses Zimmer ist ihre Kreation und Teil des somalischen Pavillons.
00:13Was die dort ausstellenden Künstlerinnen vereint, ist dasselbe Schicksal,
00:17der Bürgerkrieg in Somalia und das Leben fern der Heimat.
00:20Zum ersten Mal ist das Land auf der Kunstbiennale in Venedig vertreten
00:24und präsentiert sich im Palazzo Kaboto.
00:301991 brach der Bürgerkrieg aus.
00:33Und damit war klar, dass man zu diesem Zeitpunkt nicht mehr dorthin zurückkehren konnte.
00:38Die Künstlerin Ajan Fahra lebt in Schweden.
00:42Asma Jamaa ist in England zu Hause.
00:44Alle drei gehören zu den Millionen Somaliern in der Diaspora.
00:48Doch die Kultur ihres Heimatlandes prägt ihre Arbeit als Künstlerinnen.
00:52Eine direkte Inspirationsquelle für mich ist die somalische Lyrik.
00:56Die habe ich über meinen Vater kennengelernt.
00:58Er liest mir immer Gedichte vor und übersetzt sie mir.
01:02Für die in Bristol lebende Dichterin und Filmemacherin Asma Jamaa
01:06ist die somalische Dichtung Ausgangspunkt ihrer Werke.
01:13Im Pavillon greift sie auch andere Traditionen ihrer Heimat auf.
01:17Traditionelle somalische Kleidung, Musikinstrumente und mythologische Geschichten
01:21fließen in ihr Kunstvideo ein, das in Mogadischu und Bristol entstanden ist.
01:26Das Leben der somalischen Perlentaucher inspirierte sie dazu.
01:31Die Traditionen des Landes, die in den Familien gelebt werden,
01:35auch für Ajans Kunst spielt sie eine wesentliche Rolle.
01:40Ich habe auch Stickereien verwendet.
01:43Die Kunst des Stickens wird in meiner Familie von Generation zu Generation weitergegeben.
01:49Stockholm im Atelier von Ajan.
01:51Ihre Mutter hilft bei der Herstellung des Werks für die Biennale.
01:55Sie ist aber auch eine direkte Inspiration für Ajans Werk.
01:58Ich verwende immer Ton oder Pigmente und dieses Werk hier ist aus rotem Ton gefertigt.
02:05Es stammt aus einer Region in Somalia namens Sanaak, wo meine Mutter aufgewachsen ist.
02:10Sie weiß nicht genau, wann sie geboren wurde.
02:13In Somali ist es sehr poetisch, wie die Menschen ihr Geburtsjahr beschreiben.
02:16Deshalb sagt sie immer, ich wurde im Jahr des Roten Sturms geboren.
02:20So nannten alle das Jahr 1951.
02:23Und so sieht das fertige Werk aus. Eine Ausstellung, viele Anregungen.
02:28Doch eine Gruppe von Künstlern und Kulturschaffenden aus Somalia hat öffentlich Kritik geäußert.
02:33Sie fühlen sich vom Pavillon nicht repräsentiert.
02:40Die Ausstellung konzentriert sich auf das Schaffen von drei beeindruckenden Künstlerinnen aus der somalischen Diaspora.
02:46Doch die Stimmen und Lebensrealitäten von Künstlern und Kunstorganisationen in Somalia wurden nicht berücksichtigt.
02:56Segal Ali ist wie auch Ajan und Asma im Ausland aufgewachsen, ist jedoch später nach Somalia zurückgekehrt und hat dort
03:03die Somali Art Foundation gegründet.
03:07Mit den harten Lebensbedingungen der Künstler vor Ort kennt sie sich sehr gut aus.
03:12Das Land befindet sich nach jahrzehntelangen Konflikten in einem kulturellen Wiederaufbau.
03:18Gerade deshalb hält sie es für falsch, jene vom offiziellen Pavillon der Biennale auszuschließen,
03:23die täglich für den Erhalt der lokalen Kunstszene arbeiten.
03:30Den Kulturschaffenden aus der Heimat fühlen sich die ausstellenden Künstlerinnen jedoch eng verbunden.
03:38Meine erste Inspiration, überhaupt Kunst zu machen, waren Künstler aus Somalia.
03:44Der erste somalische Pavillon auf der bekanntesten Kunstausstellung der Welt.
03:49Ein historisches Debüt zwischen Licht und Schatten.
03:57Dein Schatten.
03:57Die Zeiträhtein.
03:57Dein Schatten.
03:58Die Zeiträhtein.
03:58Vielen Dank.
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