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  • vor 8 Stunden
In vielen Regionen ist die Gesundheitsversorgung unzureichend. Technik zum Patientenmonitoring soll Versorgungslücken schließen und den Zugang zu Ärztinnen und Ärzten erleichtern.

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Transkript
00:00Der Gang zum Arzt macht in der Regel eher wenig Spaß.
00:03Viele Krankenhäuser haben dazu noch ihre eigenen Probleme.
00:07Viel zu wenig Personal, überfüllte Wartezimmer, veraltete Geräte.
00:11In vielen Regionen stößt das Gesundheitssystem an seine Grenzen.
00:15Kann digitale Technik das ändern?
00:17Vielleicht sogar ein echter Gamechanger sein?
00:23Wie schaffen wir weltweit eine gute und bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle?
00:28Die Antwort vieler Tech-Firmen? Smarte Tools, wie Remote Patient Monitoring, kurz RPM.
00:34Dabei werden Gesundheitsdaten aus der Ferne erfasst und ausgewertet.
00:38In den USA, Europa und Teilen Asiens ist das längst Alltag.
00:42In Pakistan kommt RPM sogar in Schulen zum Einsatz, um die Gesundheit von Kindern im Blick zu behalten.
00:48Doch das Potenzial reicht weit über Klassenzimmer hinaus.
00:51Zum Arzt zu gehen bedeutet in Pakistan oft überfüllte Kliniken und langes Warten.
00:56Wenn man sich von der Arbeit freinimmt, um zum Arzt zu gehen, kostet das eine Menge Zeit und Geld.
01:02Und wenn man dann endlich da ist, kann es sein, dass man noch zwei, drei Stunden warten muss.
01:09Pakistanische Gesundheitsunternehmen entwickeln digitale Dienstleistungen, um das zu ändern.
01:13Das Start-up Fitwell bietet medizinische Geräte, Software und virtuelle Kliniken für die Fernüberwachung von Patienten an.
01:23Diese können ihre Vitalwerte wie Blutdruck oder Blutzucker zu Hause mit den digitalen Geräten überprüfen.
01:30Dazu gehören Smartwatches, Blutzucker- und Blutdruckmessgeräte.
01:34Die Daten werden über ein sicheres Portal direkt an einen Arzt übermittelt.
01:41Aber die Messung zu Hause hat ihre Grenzen.
01:43Die Genauigkeit kann variieren und die Messwerte sind nicht immer korrekt.
01:48Manchmal sind die Angaben falsch, vor allem wenn man den Blutdruck misst,
01:51weil man vielleicht einen Kaffee getrunken hat oder irgendwas passiert ist, was den Blutdruck in die Höhe treibt.
01:56Aber der Patient wusste das nicht.
01:59An dieser Stelle kommen virtuelle Kliniken ins Spiel.
02:02Hier helfen geschulte Mitarbeitende den Patienten, genaue Messungen vorzunehmen.
02:08Ärzte und Ärztinnen überwachen die Patienten über die Plattform und Online-Anrufe.
02:13In unterversorgten Gebieten, vor allem in Gemeinden mit Minderheiten,
02:17könnten diese Kliniken einen großen Unterschied ausmachen.
02:23Manchmal habe ich Schwierigkeiten mit dem Blutdruck oder Kopfschmerzen.
02:27Wir kommen in die virtuelle Klinik und per Videoanruf können wir den Arzt erreichen.
02:31Wir bekommen hier Medikamente und es bringt uns einfach Erleichterung.
02:35Nach dem ersten persönlichen Besuch finden Nachuntersuchungen online statt.
02:40KI-Technologie ist ebenfalls Teil des Systems.
02:45Jede einzelne Aktion, die unser Arzt durchführt, wird von unserer KI überwacht.
02:50So kann sie auf Dinge hinweisen, die vielleicht nicht in Ordnung sind.
02:53Und dann muss sich jemand ansehen, ob die KI richtig oder falsch lag.
03:00KI soll den Arzt nicht ersetzen, sondern ihm helfen, schneller und effektiver zu arbeiten.
03:06Sie kann Patientengespräche mitschreiben, sowie Laborergebnisse und Rezepte verwalten.
03:11Jeder Patient hat über sein privates Online-Profil Zugang zu den Untersuchungsergebnissen.
03:16Ein KI-Chatboard steht jederzeit für Fragen zur Verfügung.
03:20Die Daten auf der Plattform werden aufwendig verschlüsselt.
03:23Der Zugang mit Multifaktor-Authentifizierung wird streng kontrolliert.
03:27Die medizinische Versorgung via Internet erreicht inzwischen auch Kleinstädte und Dörfer.
03:32Mehr als eine Million Menschen in Pakistan haben inzwischen Zugang dazu.
03:36In einem Land mit mehr als 220 Millionen Einwohnern ist da noch viel zu tun.
03:41Ähnlich kompliziert ist die Situation in Afrika.
03:44Nigeria, das bevölkerungsreichste Land des Kontinents, kämpft mit Ärztemangel und überfüllten Kliniken.
03:50Es gibt weniger als ein Krankenhausbett pro 1000 Einwohner.
03:54Besonders deutlich tritt der Ärztemangel in ländlichen Regionen auf.
03:59Gesundheitseinrichtungen sind überfordert und Fachärzte häufig meilenweit entfernt.
04:04Telemedizin soll den Zugang zu wichtiger medizinische Versorgung erleichtern.
04:08Mit einem Koffer voller medizinischer Geräte ist eine Krankenschwester unterwegs zu den Patientinnen und Patienten.
04:14Sie führt die Untersuchungen durch.
04:16Der Arzt bekommt die Bilder und die gemessenen Werte sofort übermittelt via Satellit.
04:23Ich diagnostiziere diese Patienten mit Hilfe der Geräte, die vor Ort zur Verfügung stehen.
04:28Ich kann mir die Vitalzeichen ansehen, den Blutdruck, die Temperatur, die Sauerstoffsättigung.
04:33Das sind die wichtigsten Messungen.
04:38Seit Beginn des Pilotprojektes wurden über 600 Patientinnen und Patienten aus der Ferne diagnostiziert.
04:45Die sehen darin durchaus Vorteile.
04:51Manchmal schiebe ich den Gang ins Krankenhaus auf, weil ich keine Zeit habe oder auch kein Geld.
04:57Man muss selbst für den Weg ins Krankenhaus zahlen und das kann eine Herausforderung sein.
05:02Da gehe ich lieber in die Apotheke um die Ecke, um mir für die Zwischenzeit Medikamente zu besorgen.
05:07Während der Videoberatung war der Arzt sehr freundlich und ich fühlte mich währenddessen wohl.
05:18Genau dieses Vertrauen in Ärztinnen und Ärzte ist wichtig.
05:22Aber wer selbst Gesundheitsdaten erfassen soll, muss auch mit der Technik klarkommen.
05:26Die ist jedoch nur eine der Hürden.
05:28Auch kulturelle Faktoren können den Fortschritt verlangsamen.
05:32Tief verwurzelte kulturelle Normen prägen immer noch den Umgang der Menschen mit Technologie.
05:38Damit die digitale Gesundheitsversorgung funktionieren kann, wenden sich die Anbieter einem Hybridmodell zu.
05:46Es verbindet Technologie mit menschlicher Präsenz, die von vielen Patienten immer noch erwartet wird.
05:54Das Hauptproblem ist der Widerwillen, der in Pakistan und vielen anderen Ländern vorherrscht.
05:58Dass sie einen Menschen sehen wollen, der sie berührt, um das Vertrauen zu bekommen, von einem echten Arzt behandelt zu
06:04werden.
06:04Das Hybridmodell ist also sehr wichtig, weil es nicht nur die reine Technik ist, sondern dass es diese hybride Situation
06:12gibt.
06:14Das Hybridmodell lässt den Menschen die Wahl.
06:16Sie können sich von zu Hause einloggen oder sie können virtuelle Kliniken besuchen,
06:21in denen Mitarbeitende bei der Aufzeichnung der Vitaldaten und mit der Technik helfen.
06:29Ein Patient geht lieber dahin, wo er Zuwendung und Pflege erhält.
06:32Das ist der Besuch beim Arzt.
06:34Die Hälfte der Krankheit ist schon weg, wenn der Arzt sich um einen kümmert.
06:37Er kann uns mit seinen Worten behandeln.
06:40Für viele Menschen in Pakistan geht es bei der Gesundheitsversorgung um Vertrauen und menschliche Beziehungen.
06:47Technologie alleine kann das nicht bieten.
06:50Daher muss die Fernbetreuung flexibel sein und den Patienten die Wahl lassen, wie sie behandelt werden wollen.
07:00Es ist eine Zwickmühle. Es geht sogar noch schlimmer.
07:03Sie vertrauen lieber einem Arzt, der von einem ihrer Freunde empfohlen wurde, weil sie ihn kennen,
07:08als einem anderen, der wirklich professionell ist.
07:10Es gibt einfach so viele Möglichkeiten.
07:15Mancherorts fehlt aber nicht nur das Know-how, sondern auch der Zugang.
07:18In Pakistan etwa brauchen viele Frauen die Zustimmung eines männlichen Verwandten, um ein Handy zu nutzen.
07:24Fast 40 Prozent sind dabei auf männliche Familienmitglieder angewiesen.
07:28In vielen muslimisch geprägten Ländern sind Themen wie Frauengesundheit oder Verhütung oft tabu.
07:33In Ägypten will ein Start-up das ändern mit einer KI-App.
07:37Ob in der Stadt oder auf dem Land.
07:39In der arabischen Welt ist es für Frauen nicht einfach, sich über ihre eigene Gesundheit umfassend zu informieren.
07:45Digitale Tools wie die KI-App Dalila sollen eine diskrete und leicht zugängliche Alternative bieten.
07:52Am besten hat mir der KI-Assistent gefallen.
07:55Die App spricht meine Sprache, ist freundlich und verständlich.
07:58Und es gibt keine Vorverurteilung.
08:00Es ist sehr lehrreich und teilt alle Informationen, die zur Verfügung stehen.
08:06In der arabischen Welt wird das Thema Frauengesundheit in den Familien und Schulen oft nicht thematisiert.
08:17Deshalb sind Fehlinformationen weit verbreitet.
08:21Es gibt viele Mythen, die tief in den Familien und der Gesellschaft verwurzelt sind.
08:30Wir mussten also eine Lösung entwickeln, die Technologie und soziale Medien nutzt, damit wir die Mädchen besser erreichen können.
08:43Das Team hinter Dalila hat sich zum Ziel gesetzt, arabischsprachige Frauen über Themen wie Sex, Verhütung und Schwangerschaft zu informieren.
08:51Aber so, dass es auch in der muslimischen Welt akzeptiert wird.
08:57Das Chat-Modell ist so aufgebaut, dass es den kulturellen Hintergrund arabischer Mädchen versteht.
09:04Es ist nicht nur eine einfache Googlesuche.
09:08Es bietet Antworten, da viele Mädchen ihre Mütter nicht fragen können oder in der Schule keine Informationen erhalten.
09:16Also antwortet es in einer einfachen und verständlichen Sprache.
09:25Die KI kann keine medizinischen Diagnosen stellen.
09:28Aber sie bezieht Informationen aus einer Datenbank, deren medizinische Inhalte von einem Experten-Team geprüft wurden.
09:37Wenn Nutzerinnen vage oder indirekte Fragen stellen, kann die App Schwierigkeiten haben, sie zu interpretieren.
09:45Aber unsere Ärzte sind erfahren.
09:47Dank ihrer jahrelangen Erfahrung können sie Muster erkennen.
09:51Manchmal deutet eine Frage auf tiefere Probleme hin, sodass der Arzt Nachfragen stellen kann.
09:58Das Start-Up gibt an, die Daten der Userinnen zu schützen, indem es einen anonymen Zugang anbietet.
10:04Die Nutzerinnen müssten sich nicht registrieren und auch keine persönlichen Informationen eingeben.
10:12Ob digitale Lösungen wirklich helfen, hängt von vielem ab.
10:16Stabiles Internet, digitales Know-how und Vertrauen.
10:19In die Technik sowie in die Ärztinnen und Ärzte, die nicht vor Ort sind.
10:23Manchmal sind sie tausende Kilometer entfernt.
10:26Ein Chirurg in Florida hat per Roboter einen Patienten in Angola operiert.
10:31Über eine Distanz von mehr als 11.000 Kilometern.
10:35Als wir die Verbindung zum ersten Mal getestet haben, war die Verzögerung zu groß, das sogenannte Latency-Problem.
10:41Das Signal brauchte zu lange hin und zurück, was präzises Operieren unmöglich machte.
10:45Wir mussten die Router, die Verarbeitung und die Glasfaserleitungen anpassen.
10:53Die Glasfaserverbindung lief von Florida erst nach Brasilien und von dort unter dem Atlantik durch bis nach Angola.
10:5917.000 Kilometer Kabel wurden verlegt.
11:02Es soll die erste ferngesteuerte Operation in Angola und auf dem afrikanischen Kontinent gewesen sein.
11:09Zur Sicherheit war auch ein Ärzteteam aus den USA vor Ort, aber die Roboter-Operation verlief störungsfrei.
11:15Der Patient war mit Prostatakrebs im Frühstadium diagnostiziert worden und ist nun der erste Mensch in Angola, der per Fern
11:22-OP behandelt wurde.
11:26Es ist eine Ehre für mich, der erste Angolaner zu sein, der mit dieser neuartigen Technologie operiert wurde.
11:36Wippo Patel sieht große Möglichkeiten in der Technik.
11:40Überall dort, wo ein Krankenhaus sich einen solchen Roboter leisten kann, könnten Eingriffe vorgenommen werden, ohne dafür das Personal vor
11:47Ort zu haben.
11:49Jetzt können wir Menschen weltweit helfen, nur auf Knopfdruck.
11:53Der Roboter ist aktuell mit dem brasilianischen Sao Paulo verbunden.
11:57Es gibt Verbindungen nach Kuwait, Marokko, Shanghai und Angola und bald folgen weitere Orte.
12:02Stellen Sie sich vor, Sie können jetzt von einem Ort aus Menschen überall helfen.
12:08Ein Arzt operiert auf einem anderen Kontinent.
12:12Beeindruckend.
12:13Digitale Medizin kann Leben retten.
12:15Überall.
12:16Aber dafür braucht es mehr als nur Technik.
12:18Vertrauen, Zugang und gerechte Voraussetzungen.
12:22Das war es von mir.
12:23Bis zum nächsten Mal.
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