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Transkript
00:00:04Längs des Greenwich Meridians ist es 8 Uhr morgens.
00:00:08Man schreibt den 7. Januar 1967.
00:00:12Und in England geht eben die winterliche Sonne auf.
00:00:16Überall im ganzen Land sitzen fröstelnde Menschen in schlecht geheizten Häusern,
00:00:20lesen die Morgenzeitung Frühstücken und Nachhören über das Wetter.
00:00:25Alle Länder östlich der Greenwich-Linie liegen jetzt der Sonne zugewandt.
00:00:29In Sydney werfen die Spiele eines Crickets-Spiels schon lange Schatten
00:00:32und auf Java bereiten sich die Fischer auf den Fang der kommenden Nacht vor.
00:00:38Der Atlantik und die Länder westlich dieser Linie liegen jetzt im Dunkeln.
00:00:42In Los Angeles ist es wenig nach 23 Uhr.
00:00:46Die Besucher eines Jules Verne-Films verlieren sich gerade auf einem der großen Boulevards.
00:00:53150 Kilometer südlich von Los Angeles verlässt um eben diese Zeit
00:00:57ein junger norwegischer Astronom mit großen Schritten das Observatorium von Pasadena.
00:01:02Knut Jensen hat auf einer fotografischen Platte des winterlichen Nachthimmels,
00:01:07den er routinemäßig nach im Weltraum explodierenden Sternen absucht,
00:01:11eine merkwürdige Veränderung festgestellt.
00:01:14Dr. Marlowe, führender Wissenschaftler im Forschungsteam von Pasadena,
00:01:19ist verständigt und erwartet Jensen in seinem Bungalow.
00:01:24Kommen Sie rein, Jensen. Hier lang, bitte.
00:01:26Doc, ich würde nicht um diese Stunde rennen.
00:01:28Ja, schon gut. Ich war doch sowieso noch in der Bibliothek.
00:01:31Wie wär's mit dem Drink?
00:01:33Danke, jetzt nicht.
00:01:34Na, dann vielleicht später.
00:01:39Sie sind scharfe Sachen da gewohnt in Norwegen, hab ich mir sagen lassen, ne?
00:01:42Ja, Mr. Marlowe, das stimmt schon.
00:01:44Ich habe die Platten gerade entwickelt und gleich mitgebracht.
00:01:48Wenn Sie mal sehen wollen.
00:01:50Mein Gott, was ist denn das?
00:01:53Ich nehme an, die hier ist mit dem 18-Inch-Spiegel aufgenommen.
00:01:57Ach ja, Sie haben sie auf dem Rand der Platte vermerkt.
00:02:00Die Koordinaten.
00:02:01Ich wollte nicht das nachmessen.
00:02:02Ja, macht nichts.
00:02:04Haben Sie eine Ahnung, was das sein könnte?
00:02:06Dieser dunkle Fleck da mit dem Ring aus Sternen?
00:02:09Das ist die erste Platte.
00:02:10Und auf der zweiten, da sehen Sie, ist nur der schwarze Fleck.
00:02:14Ja.
00:02:15Aber was hat das alles zu bedeuten?
00:02:17Ich weiß nicht.
00:02:19Offenbar eine dunkle Wolke, die das Licht der hinter ihr liegenden Sterne verdeckt.
00:02:24Könnte ich jetzt vielleicht einen Drink haben?
00:02:28Dass ich ein so großes Ding übersehen konnte, als ich vor drei Jahren das Trapezium Orion untersuchte?
00:02:35Zeigen Sie doch bitte nur mal die erste Platte.
00:02:37Danke.
00:02:39Einen Drink könnte ich jetzt ganz gut...
00:02:41Ja, ja, ja, bedienen Sie sich.
00:02:43Haben Sie diese Aufnahmen unter irgendwelchen ungewöhnlichen Bedingungen gemacht?
00:02:47Nicht, dass ich wüsste.
00:02:49Da ist möglicherweise etwas ganz Verrücktes passiert.
00:02:53Es wäre gut, noch eine Aufnahme zu machen.
00:02:55Mount Wilson ist noch besetzt.
00:02:56Gut, am besten. Ich fahre gleich selbst mal rüber.
00:02:57Wenn Sie erlauben, würde ich gerne mitfragen.
00:02:58Nein, nein, nein, lassen Sie nur, ich werde Sie nach Hause bringen.
00:03:00Unterwegs können wir das mit den Koordinaten erledigen.
00:03:11Technologisches Institut. Zentrale.
00:03:13Mr. Barnett, privat bitte.
00:03:15Augenblick, ich stelle durch.
00:03:18Barnett.
00:03:19Hallo, Bill. Hier ist Marlow.
00:03:21Hörst du, Jeff Marlow?
00:03:22Lass diese blöden Scherze, ja.
00:03:23Ich wollte dir nur sagen...
00:03:24Du, ich bin verdammt müde.
00:03:25Ich wollte dir nur sagen, dass morgen um zehn eine wichtige Besprechung stattfindet.
00:03:29Es würde mich freuen, wenn du ein paar Wissenschaftler mitbringen könntest.
00:03:32Es müssen keine Astronomen sein, nur helle Köpfe, verstehst du?
00:03:35Also, Bill, wenn du glaubst, ich will dir einen Bären aufbinden,
00:03:37spendiere ich morgen eine Kiste Whisky.
00:03:39Verstanden, ja.
00:03:41Mit den beiden fotografischen Platten von Knut Jensen
00:03:44und einem Stapel eigener Positivabzüge
00:03:46betritt Dr. Marlow am darauffolgenden Morgen als erster den Konferenzsaal.
00:03:51Nach ihm erscheinen Dr. Herrick, Direktor des Observatoriums,
00:03:55dann Bill Barnett vom Technologischen Institut,
00:03:58letzterer mit vier Begleitern.
00:04:01Der einzige aus Barnetts Gruppe, der den Anwesenden vorgestellt werden muss,
00:04:05ist Dave Weichert.
00:04:08Marlow hat von den Fähigkeiten dieses hervorragenden,
00:04:11erst 27 Jahre alten Physiker schon gehört.
00:04:14Nach einer kurzen Einführung gibt Marlow
00:04:16Knut Jensen das Zeichen zur DIA-Vorführung.
00:04:21Das Zentrum der dunklen Wolke befindet sich,
00:04:23soweit ich feststellen konnte,
00:04:25bei Rekt-Ascension 5 Stunden 49 Minuten,
00:04:28Deklination minus 30 Grad 16 Minuten.
00:04:31Hübsches Exemplar in der Boccolo-Buhle.
00:04:32Wie groß ist sie?
00:04:33Nach meinen Berechnungen 2,5 Grad Durchmesser.
00:04:36Da wird wohl aus meiner Kiste Whisky nichts, was, Joach?
00:04:39Keine voreiligen Schlüsse, Bill.
00:04:41Jensen, schieben Sie doch mal bitte die beiden Platten hin und her.
00:04:46Ja, so.
00:04:48Auf diese Weise, meine Herren, können Sie die Unterschiede am schnellsten ausmachen.
00:04:51Ja, das ist ja fantastisch.
00:04:54Sieht aus, als wäre die Wolke von einem Ring oszillierender Sterne umgeben.
00:05:00Ja, wie ist denn das möglich?
00:05:01Es ist nicht möglich, Mr. Herrick.
00:05:03Ganz ausgeschlossen, dass diese Sterne alle gleichphasig oszillieren
00:05:07und dann auf der zweiten Platte gemeinsam verlöscht sind.
00:05:09Hä, das leuchtet mir ein, das wäre absurd.
00:05:11Eine einzige Erklärung scheint mir möglich und plausibel.
00:05:14Die Wolke bewegt sich auf uns zu.
00:05:16Auf der zweiten Platte ist sie bereits näher gekommen
00:05:18und verdeckt daher die weiter entfernten Sterne zum größten Teil.
00:05:22Wie viel Zeit liegt zwischen den beiden Aufnahmen?
00:05:24Ja, etwas weniger als einen Monat, Mr. Herrick.
00:05:27Die letzte stammt von gestern, also dem 14.
00:05:30Ja, da muss irgendein Fehler beim Fotografieren vorgekommen sein.
00:05:33Der Meinung war ich gestern Abend auch.
00:05:35Aber meine eigenen Ausschnittvergrößerungen dieser Nacht,
00:05:38äh, wollen Sie die mal bitte herumreichen, Jensen?
00:05:41Die schließen fotografische Fehlerquellen aus.
00:05:44Übrigens habe ich vorhin in unserem Archiv
00:05:46eine aufschlussreiche Entdeckung gemacht.
00:05:47Eine Entdeckung, die meine Vermutung erhärtet.
00:05:50Sie haben ältere Aufnahmen von der Wolke entdeckt.
00:05:52Ja, Mr. Herrick.
00:05:54Auf einer 1947, also vor 20 Jahren gemachten Platte,
00:05:57ist die schwarze Wolke schon als winzige Globule erkennbar.
00:06:01Die muss in den letzten 20 Jahren aber mächtig angewachsen sein.
00:06:05Ich möchte zwei Fragen stellen.
00:06:07Bitte, Mr. Weichert, fragen Sie?
00:06:09Die erste Frage betrifft die Position der Wolke.
00:06:12Ich möchte wissen, ob das Zentrum der Wolke,
00:06:15die sich offensichtlich unserem Planeten nähert,
00:06:17in der gleichen Position verharrt
00:06:19oder ob es sich gegenüber den dahinterliegenden Sternen verschiebt.
00:06:22Das Zentrum der Wolke hat sich in den letzten 20 Jahren
00:06:25schätzungsweise um ein Viertelgrad verschoben.
00:06:27Da kann die seitliche Bewegung der Wolke
00:06:29nicht mehr als ein Prozent der Bewegung auf uns betragen.
00:06:33Meine Herren, es sieht so aus,
00:06:34als näherte sich die Wolke unserem Sonnensystem
00:06:36wie ein Geschoss seinem Ziel.
00:06:38Besteht Ihre Ansicht nach keine Chance,
00:06:40dass die Wolke Ihr Ziel verfehlt.
00:06:43Sagen wir, knapp verfehlt.
00:06:45Komm.
00:06:47Wenn es sich tatsächlich so verhält, wie Mr. Marlow sagt,
00:06:51müssen wir mit einem Volltreffer rechnen.
00:06:54Und nun zu meiner zweiten Frage.
00:06:56Um wie viel Prozent größer schätzen Sie die Wolke auf der zweiten Aufnahme?
00:06:59Circa fünf Prozent.
00:07:02Um festzustellen, wie lange es noch dauern wird,
00:07:04bis die Wolke unser Sonnensystem erreicht,
00:07:07ist es gut, ein paar Symbole festzulegen.
00:07:10Schreiben wir klein a für den gegenwärtigen Durchmesser der Wolke
00:07:13gemessen im Winkelmaß,
00:07:15klein d für den linearen Durchmesser der Wolke,
00:07:18groß d für die Entfernung,
00:07:20groß t für die Zeit...
00:07:22Auf die Präliminarien folgen langwierige Berechnungen.
00:07:25Als Weichert schließlich die Zahlenwerte einsetzt,
00:07:28herrscht im Konferenzsaal gespanntes Schweigen.
00:07:31...durch endliche Intervalle approximieren,
00:07:33wobei dt durch d a gleich ein Monat ist,
00:07:36entsprechend der Zeitdifferenz zwischen Jensens beiden Aufnahmen.
00:07:39Nun ist nach Dr. Marlows Schätzung
00:07:41Delta klein a etwa fünf Prozent von klein a,
00:07:45also klein a durch Delta klein a gleich 20,
00:07:49daher groß t gleich 20 klein t gleich 20 Monate.
00:07:54Meiner Berechnung zufolge wird die schwarze Wolke
00:07:56spätestens im August 1968 in unser Sonnensystem eindringen.
00:08:00Ehe Direktor Herrick das Zeichen zur Auflösung der Konferenz gibt,
00:08:04erklärt er die Sitzung für geheim.
00:08:07Er bittet alle Anwesenden, während der nächsten 48 Stunden
00:08:11das Forschungsgelände von Pasadena nicht zu verlassen
00:08:13und seine weiteren Anweisungen abzuwarten.
00:08:17Noch am gleichen Tag setzt Herrick sich mit dem Chef
00:08:20der National Science Foundation in Verbindung.
00:08:23Nach einer geheimen Aussprache, in dessen Hauptquartier
00:08:25wird das Forschungsteam von Pasadena angewiesen,
00:08:27einen detaillierten Bericht über Jensens Entdeckung abzufassen,
00:08:31der dem Präsidenten der Vereinigten Staaten vorgelegt werden soll.
00:08:36Am 11. Januar 1967, also vier Tage bevor Dave Weichert
00:08:41Marlows beunruhigende Hypothese in Zahlenwerte umsetzt,
00:08:44findet in den Räumen der Londoner Royal Astronomical Society
00:08:48eine von englischen Amateurastronomen organisierte Versammlung statt.
00:08:54Unter den Anwesenden befindet sich,
00:08:56zum nicht geringen Erstaunen der Gastgeber,
00:08:58die größte Kapazität der britischen Wissenschaft,
00:09:00Professor Kingsley von der Universität Cambridge.
00:09:05Über die revolutionären Erkenntnisse,
00:09:07die auf diesem Amateur-Meeting verkündet werden,
00:09:09ist Kingsley alles andere als erbaut.
00:09:11Ein renommierter Berufskollege, der es gewagt hat,
00:09:14den vermeintlichen Humbug zu bestätigen,
00:09:17bekommt das auf der gemeinsamen Heimfahrt zu spüren.
00:09:20Das ist so ein Schwachsinn.
00:09:23Jupiter und Saturn aus den Positionen geraten.
00:09:26Das will man mir weismachen.
00:09:28Und Sie, Mr. Astronomer Royal,
00:09:30geben sich dazu her,
00:09:31diesem Greenhorn von, wie heißt das schon,
00:09:34gerade zu absurd sowas.
00:09:36Ein paar Zehntelsekunden Abweichung von unserem Almanach,
00:09:39bitte, die hätte ich noch hingenommen.
00:09:41Aber gleich eine Minutenwert für Jupiter
00:09:43in der Abweichung von der Länge.
00:09:45Plus eine Minute, 29 Sekunden präzise.
00:09:48Und minus 49 Sekunden von der Deklination.
00:09:51Die Resultate der königlichen Sternwarte
00:09:53bestätigen die Feststellungen von Mr. George Green.
00:09:56Stimmt. Green heißt der Stümper.
00:09:59Wollen wir nicht sachlich bleiben, Mr. Kingsley?
00:10:02Ja, bleiben wir sachlich.
00:10:05Singen Sie sich darüber im Klaren,
00:10:07dass, wenn diese Resultate zutreffen,
00:10:10ein unbekanntes Objekt in der Nähe
00:10:12unseres Sonnensystems existieren muss?
00:10:14Ein unbekannter Himmelskörper,
00:10:17dessen Maße etwa der des Jupiters entsprechen?
00:10:21Wir haben genaue Unterlagen unserer jüngsten Beobachtung.
00:10:24Hier, in diesen Tabellen
00:10:26finden Sie alle von unserer Sternwarte
00:10:29festgestellten Abweichungen.
00:10:43Ich müsste das schon alles in Ruhe durcharbeiten.
00:10:48Ja, wenn Sie mir Ihre Aufzeichnung
00:10:49freundlicherweise zur Verfügung stellen wollen.
00:10:51Aber natürlich, das würde der Sache nur zugutekommen.
00:10:54Wie lange könnten Sie Ihre Tabellen denn entbehren?
00:10:56Sagen Sie mir zuerst, was Sie damit vorhaben.
00:11:00Zweierlei.
00:11:01Ich würde diese Angaben erst mal auf Ihre Stichhaltigkeit hin überprüfen.
00:11:06Und es wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.
00:11:08Und dann Ihre Hypothese.
00:11:10Ja, dann meine Hypothese.
00:11:12Wenn sich alles so verhält, wie Sie sagen,
00:11:15werden wir feststellen müssen,
00:11:17wo der fremde Körper in unser Sonnensystem eingedrungen ist.
00:11:20Was wahrscheinlich noch langwieriger sein wird.
00:11:22Durch elektronische Rechenzellen
00:11:24kann der zweite Prozess wesentlich beschleunigt werden.
00:11:27Alles in allem schätze ich 48 Stunden.
00:11:31Ich werde Ihnen die Unterlagen
00:11:32für diese Zeit zur Verfügung stellen.
00:11:34Danke.
00:11:35Wenn es Sie interessieren sollte,
00:11:37könnten wir meine Ergebnisse dann gemeinsam auswerten.
00:11:39Das wäre, wie gesagt, übermorgen Abend.
00:11:43Zwei Tage später, am 13. Januar gegen 21 Uhr,
00:11:47liegen alle Resultate vor.
00:11:50Kingsley hat Grund, mit seiner Arbeit zufrieden zu sein.
00:11:53In seiner Dienstwohnung im Erasmus College
00:11:56spannte den Astronomer Royal nicht lange auf die Folter.
00:12:00Wollen Sie sich das bitte mal ansehen?
00:12:02Ich habe die Werte für Mars, Jupiter und Neptun berechnet.
00:12:06Ah, für jeden Planeten eine Tabelle.
00:12:09Ihre Beobachtungen treffen zu, Astronomer Royal.
00:12:12Und damit auch meine Hypothese.
00:12:14Haben Sie Größe und Position jenes Körpers ausmachen können,
00:12:17der, wie Sie meinten, die Verschiebung der Planeten bewirkt hat?
00:12:20Ja.
00:12:21Die Masse beträgt ca. zwei Drittel der Masse des Jupiters.
00:12:25Die heliozentrische Distanz, und damit beginnen meine Zweifel,
00:12:29sollen 21 astronomische Einheiten betragen.
00:12:31Also nur die 21-fache Entfernung Sonne-Erde.
00:12:34Ist doch unmöglich.
00:12:35Warum meinen Sie, ist das unmöglich?
00:12:37Auf diese Entfernung müsste man den Körper längst mit bloßem Auge sehen.
00:12:40Jedem Kind müsste er schon aufgefallen sein.
00:12:42Da bin ich gar nicht so sicher.
00:12:44Ein gasförmiger Körper beispielsweise...
00:12:46Ja, ja, daran habe ich auch schon gedacht.
00:12:48Aber müsste dieser gasförmige Körper, diese Wolke, wenn Sie so wollen,
00:12:52nicht schon auf irgendeiner Teleskopaufnahme entdeckt worden sein?
00:12:55Nach den Koordinaten auf diesem Blatt müsste die Wolke irgendwo südlich des Orions zu lokalisieren sein.
00:13:02Zeigen Sie mal hier.
00:13:04Rekt Ascension 5 Stunden 46 Minuten, Deklination minus 30 Grad 12 Minuten.
00:13:12Sie haben recht, Kingsley.
00:13:13Müsste im Orion-Trapez sein.
00:13:15Es wäre, glaube ich, zweckmäßig, das mal an Ort und Stelle zu überprüfen.
00:13:19Sie meinen von unserem Observatorium aus?
00:13:21Ja.
00:13:22Ich fürchte, da werden wir wenig Glück haben.
00:13:24Der winterliche Nachthimmel ist seit Wochen bedeckt und wird es noch eine Weile bleiben.
00:13:27Was schlagen Sie vor?
00:13:29Wir müssen uns noch gedulden.
00:13:33Nein.
00:13:34Nein, das müssen wir nicht.
00:13:36Ich habe eine bessere Idee.
00:13:38Wir kabeln nach Pasadena und bitten den Direktor des dortigen Observatoriums,
00:13:42beziehungsweise seinen Mitarbeiter Dr. Marlow,
00:13:44mit dem korrespondiere ich seit Jahren,
00:13:46für uns die nötigen Teleskopaufnahmen machen zu lassen.
00:13:50Und die da drüben brauchen Sie wahrscheinlich nicht mit einem dauernd bedeckten Nachthimmel herumzuärgern.
00:13:54Wollen Sie keine offizielle Stelle einschalten?
00:13:56Nein, das halte ich für gänzlich überflüssig.
00:13:59Seine 9-Uhr-Vorlesung am Montag, dem 16. Januar,
00:14:02muss Professor Kingsley vorzeitig abbrechen.
00:14:05Das Antwort-Telegramm aus Pasadena trifft früher als erwartet,
00:14:08schon an diesem Morgen ein.
00:14:10Sie und Astronomer Reul sofort,
00:14:13wiederhole, sofort nach Pasadena kommen.
00:14:1515 Uhr Maschine nach Los Angeles via New York nehmen.
00:14:19Flugtickets bei Pelham, Victoria Terminal.
00:14:22Visa bei amerikanischer Botschaft.
00:14:26Wagenwartetflughafen Los Angeles.
00:14:27Herr Rick, wie finden Sie das?
00:14:30Die Burschen scheinen auf Draht zu sein.
00:14:32Nach unserer Rückkehr werde ich auf jeden Fall meinen Ressortminister über alles in Kenntnis setzen.
00:14:37Auf einer geheimen Konferenz der amerikanischen Wissenschaftler mit ihren britischen Kollegen am 17. Januar
00:14:42gelingt es durch Kombination der verschiedenen Beobachtungen und Berechnungen Größe, Dichte, Position und Bewegung der schwarzen Wolke,
00:14:51wie der fremde Körper von nun an genannt wird, eindeutiger zu definieren.
00:14:55Im Anschluss an die Konferenz bittet Direktor Herrick seinen engsten Mitarbeiter Marlow und die beiden britischen Gäste in sein Büro,
00:15:02um dort im kleineren Kreis die Hauptpunkte des noch ausstehenden Berichts zu erörtern.
00:15:07Also, ich denke, unsere Schlussfolgerungen sind ziemlich klar.
00:15:13Darf ich Sie noch einmal zusammenfassen?
00:15:16Erstens. Eine Gaswolke ist aus dem Weltraum in das Sonnensystem eingedrungen.
00:15:22Zweitens. Sie bewegt sich mehr oder weniger direkt auf uns zu.
00:15:26Drittens. Sie wird in etwa 16 Monaten in die Nähe der Erde gelangen.
00:15:30Viertens. Sie wird etwa einen Monat lang in der Nähe der Erde bleiben.
00:15:35Sollte sich die Wolke zwischen Sonne und Erde schieben, so wird auf der Erde absolute Finsternis eintreten.
00:15:41Da die Beobachtungen noch nicht abgeschlossen sind, lässt sich nicht entscheiden, ob es dazu kommen wird.
00:15:46Diese Frage werden wir jedoch schon in absehbarer Zeit beantworten können.
00:15:50Damit scheint wirklich alles über die augenblickliche Situation gesagt.
00:15:53Ich schlage vor, dass wir den Bericht schnellstens fertigstellen, dass wir vier ihn unterzeichnen und dann unserer Regierung übermitteln.
00:16:00Sie meinen unseren beiden Regierungen?
00:16:03Natürlich. Wenn Sie darauf bestehen, da es sich um zwei befreundete Staaten handelt, würde das auf Regierungsebene sowieso geschehen.
00:16:10Ich bestehe trotzdem darauf.
00:16:11Die Angelegenheit ist streng geheim, meine Herren, und sollte entsprechend behandelt werden.
00:16:17Leider wissen schon sehr viele Menschen darüber, sodass gewisse Maßnahmen wohl erforderlich sein werden.
00:16:22Woran ist dabei gedacht, Herrick?
00:16:25Da warten wir die Anweisungen aus dem Pentagon ab.
00:16:27Entschuldigen Sie, Dr. Herrick, ich bin da etwas anderer Meinung.
00:16:30Ich vermag nicht einzusehen, warum wir Wissenschaftler wieder einmal schwanzwedelnd wie treue Hunde zu den Politikern laufen sollen.
00:16:36Aber Kingsley, die Dinge liegen hier doch ganz anders.
00:16:37Bitte unterbrechen Sie mich nicht.
00:16:39Ich weiß sehr wohl, um was es im Augenblick geht.
00:16:42Wir haben uns lange genug missbrauchen lassen.
00:16:44Schöne Worte, ein Schlag auf die Schulter und, wenn es den Herrn da oben passt, ein Stückchen Kuchen.
00:16:48Nein, ich danke.
00:16:50Glauben Sie denn im Ernst, dass diese Berufsdilettanten, die nicht einmal in normalen Zeiten, in Zeiten ohne äußere Gefahr imstande
00:16:57sind, unsere Entdeckungen friedlich zu nutzen?
00:16:59Die Möglichkeit haben, die Wolke aufzuhalten?
00:17:02Notstandsgesetze gegen die schwarze Wolke vielleicht?
00:17:04Die Regierungen der Vereinigten Staaten und Großbritanniens sind die demokratisch gewählten Regierungen ihrer Völker.
00:17:13Ich halte es für unsere Pflicht, diesen Bericht so bald wie möglich zu erstatten und im Übrigen Schweigen zu bewahren.
00:17:21Nehmen Sie mir meine Gereizheit nicht übel, Mr. Herrick.
00:17:24Ich bin hundemüde.
00:17:25Ja, hundemüde und möchte schlafen gehen.
00:17:28Wenn Sie wollen, schicken Sie Ihren Bericht ruhig ab.
00:17:32Seien Sie sich aber über eines im Klagen.
00:17:35Wenn ich es zum gegenwärtigen Zeitpunkt für vernünftiger halte, in der Öffentlichkeit zu schweigen, so tue ich das aus freien
00:17:41Stücken.
00:17:44Sollte Ihnen wirklich so viel an meiner Unterschrift liegen, bin ich bereit, Sie bis zu unserem Rückflug morgen Abend zu
00:17:49leisten.
00:17:50Wollen Sie mich jetzt bitte entschuldigen.
00:17:56Dr. Kingsley scheint ein wenig...
00:18:01Haben Sie nicht auch den Eindruck?
00:18:03Aus dem Gleichgewicht, wollten Sie sagen, nicht wahr?
00:18:06Ja, ja, so ungefähr.
00:18:08Ich fürchte, sein Fall ist komplizierter, Mr. Herrick.
00:18:11Kingsleys Gedankengänge sind bei näherer Untersuchung sehr klar und aufschlussreich.
00:18:15Wahrscheinlich denkt er über den Staat und seine Repräsentanten ganz anders als wir.
00:18:19Fast anzunehmen.
00:18:21Ich hielt es übrigens für gut, wenn Sie, Marlow, sich ein wenig um ihn kümmerten.
00:18:26Einverstanden.
00:18:27Wir hatten uns sowieso schon zu einer gemeinsamen Exkursion in die Mojave-Wüste entschlossen.
00:18:46Trostlos.
00:18:47Was meinst du, Chris?
00:18:49Ich finde das alles trostlos.
00:18:51Du müsstest erst mittags hier stehen.
00:18:53Biologen haben mal um zwölf Uhr Ratten ausgesetzt.
00:18:56Die konnten Sie schon nach wenigen Minuten wieder einsammeln.
00:18:58Ich meine nicht die Mojave-Wüste. Die ist so und wird auch in 18 Monaten so sein.
00:19:02Nein, nein, ich meine unsere Aussichten in London, New York, Berlin oder Peking.
00:19:07Der Gedanke, dass wir wahrscheinlich noch 17 Monate und eine Handvoll Tage zu leben haben,
00:19:13ist ja nicht wie eine Krebsdiagnose.
00:19:15Mein Gott, du bist viel zu pessimistisch.
00:19:17Die Möglichkeit, dass die Wolke auf der einen oder anderen Seite der Sonne vorbeitreibt
00:19:21und uns überhaupt verfehlt, hat bisher nur Weichert ausgeschlossen.
00:19:24Ich bin davon nicht unbedingt überzeugt.
00:19:26Aber du hast doch selbst von dieser alten Aufnahme erzählt.
00:19:29Die beweist, dass das Zentrum seit 20 Jahren in einer und derselben Position geblieben ist.
00:19:33Trotzdem besteht immer noch eine Chance.
00:19:35Wir müssen die Beobachtung der nächsten zwei Monate abwarten.
00:19:43Wenn es wirklich zu einer Sonnenfinsternis kommt,
00:19:46meinst du nicht, dass wir sie überstehen können?
00:19:48Die Sonnenfinsternis würde nicht länger als einen Monat dauern.
00:19:51Einen Monat, ja.
00:19:53Die beiden ersten Tage wären noch verhältnismäßig erträglich.
00:19:56Einmal, weil die in der Atmosphäre aufgespeicherte Hitze ein gutes Wärme-Reservoir bildet.
00:20:00Zum anderen, weil der Wasserdampf in der Atmosphäre die Hitze daran hindert, von der Erde aufzusteigen.
00:20:06Und was wird am dritten Tag geschehen?
00:20:08Am dritten Tag hat sich die Luft so weit abgekühlt, dass es hagelt und schneit.
00:20:11Nach 13 Tagen wird die Temperatur rapide absinken.
00:20:15Dann werden 100 Grad, möglicherweise 150 Grad Minus, herrschen.
00:20:20Der eine Monat, fürchte ich, wird uns endlos vorkommen.
00:20:24Ein großer Teil der Erdbevölkerung wird ihn nicht überleben.
00:20:27Hast du eigentlich schon mal an folgende Möglichkeit gedacht?
00:20:31Innerhalb der Wolke könnte doch eine beträchtliche, sagen wir durch Strahlung hervorgerufene Temperatur sein.
00:20:36Ist die Temperatur innerhalb stellarer Wolke nicht immer sehr niedrig?
00:20:40Stimmt, bei gewöhnlichen Wolken.
00:20:42Die Wolke, mit der wir es zu tun haben, ist dagegen so viel dichter, dass in ihr eine viel höhere
00:20:46Temperatur herrschen könnte, als wir bisher angenommen haben.
00:20:49Sie könnte so den Verlust des Sonnenlichtes ausgleichen und uns mit Wärme versorgen.
00:20:53Ich bewundere dein Optimismus.
00:20:54Sir, das Kompliment kann ich dir leider nicht zurückgeben.
00:20:57Aber, Geoff, wenn die Wolke Hitze ausstrahlt, beziehungsweise reflektiert, wäre die Katastrophe doch vollkommen.
00:21:04Pflanzensamen können zwar kälter, aber keine Hitze vertragen.
00:21:07Ich wüsste nicht, welchen Sinn es hätte, als Mensch da noch zu überleben.
00:21:10Ich rede von einer nützlichen Wärmequelle und du denkst gleich an extreme Temperaturen.
00:21:15Wäre das der Fall, müsste uns die Wolke schon jetzt als Leuchtkörper erscheinen.
00:21:19Zugegeben. Ja, vielleicht, vielleicht sehe ich das wirklich ein wenig schwarz.
00:21:27Eins steht zumindest fest. Wir müssen so schnell wie möglich die Temperatur der Wolke feststellen.
00:21:32Das dürfte eine Aufgabe für die Radioastronomen sein.
00:21:36Ich werde mich in Cambridge gleich mit Leicester in Sydney in Verbindung setzen.
00:21:42Kingsleys internationales Ansehen ist dem Direktor des Observatoriums von Pasadena und dem Astronomer Royal am Ende wichtiger,
00:21:48als seine suspekte Einstellung zu Staatsgeheimnissen.
00:21:52Beide fügen sich in seine Forderungen und haben inzwischen dafür gesorgt, dass der Bericht fertiggestellt wurde.
00:21:58Kingsley und der Astronomer Royal leisten, bevor sie nach London zurückkehren, ihre Unterschrift.
00:22:03Das amerikanische Original und die britische Abschrift können den Regierungen am 19. und 20. Januar vorgelegt werden.
00:22:12Bei einer Sitzung in Downing Street 10, an der neben dem Premier der Staatssekretär Francis Parkinson und verschiedene Ressortminister teilnehmen,
00:22:21werden zunächst Vorkehrungsmaßnahmen besprochen.
00:22:24Es soll unter allen Umständen verhindert werden, dass die Beobachtungsergebnisse in die Öffentlichkeit dringen.
00:22:31Der Innenminister schlägt vor, Kingsley und seine Mitarbeiter künftig beschatten zu lassen.
00:22:36Der Premier gibt zu den erforderlichen Maßnahmen seine Zustimmung.
00:22:42Entschieden schwieriger hat es im Verlauf der Sitzung Staatssekretär Parkinson.
00:22:46Seinen groben Zügen umrissener Plan einer beschleunigten Erforschung der Wolke stößt bei einigen der Anwesenden zunächst auf Ablehnung.
00:22:53Die angespannte Haushaltslage, so gibt auch der Premier zu bedenken, ließe solche Experimente eigentlich nicht zu.
00:23:02Erst nach zwei weiteren Sitzungen wird Parkinsons Plan als zweckvoll befunden.
00:23:08Seine erste Mission führt ihn zu Professor Kingsley.
00:23:12Gleich nach ihrer förmlichen Begrüßung bringt Kingsley das Gespräch auf die Eingriffe der Staatssicherheitspolizei in sein Privatleben.
00:23:20Wir sahen uns leider dazu gezwungen, Mr. Kingsley.
00:23:23Ihre internationale Korrespondenz...
00:23:25Haben Sie da also auch schon Ihre Nase reingesteckt? Gratuliere.
00:23:28Ihr aufschlussreicher Brief beispielsweise an Dr. Lester von der Universität Sydney...
00:23:32Der fähigste Radioastronom, den ich kenne.
00:23:34Eben. Ihre Wolke dürfte ihn sehr interessieren.
00:23:37Aber Lester weiß doch gar nichts.
00:23:39Er wüsste alles, wenn er Ihre schiffrierten Briefe erhalten hätte.
00:23:42Wenn und aber sind Ausdrücke, die Sie in der Politik verwenden können.
00:23:45Als Wissenschaftler habe ich es mit Tatsachen zu tun.
00:23:47Und Tatsache ist, dass von mir kein Mensch etwas Konkretes über die Wolke erfahren hat.
00:23:51Nicht einmal Sie und Ihr Premier.
00:23:54Ich habe der Absicht des Astronomer Reul, die Regierung zu informieren, immer widersprochen.
00:23:59Sie halten nicht besonders viel von Politikern, habe ich den Eindruck.
00:24:02Offen gestanden, nein.
00:24:04Politiker sind für mich sehr etwas wie Instrumente auf dem Armaturenbrett.
00:24:07Sie zeigen an, was in der Staatsmaschinerie vor sich geht, haben aber keinen Einfluss drauf.
00:24:13Das ist ein sehr hübscher Vergleich. Den werde ich, wenn Sie erlauben, noch heute den Premier erzählen.
00:24:17Bitte.
00:24:18Gibt es Ihrer Ansicht nach eigentlich auch Instrumente, die uns messen, Mr. Kingsley?
00:24:22Was sollten die schon anzeigen? Fohenstärkung und Blutdruck allenfalls.
00:24:25Vielleicht haben Sie da gar nicht so Unrecht.
00:24:27Ich bewundere Ihre Offenheit.
00:24:29Danke.
00:24:30Aber kommen wir nun endlich zur Sache.
00:24:32Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie nur wegen zusätzlicher Vorkehrungsmaßnahmen nach Cambridge gekommen sind.
00:24:37Sicher nicht. Unser Standpunkt, Mr. Kingsley, ist der.
00:24:41Ihre Methode, wissenschaftliche Informationen über die Wolke zu sammeln, ist nicht die schnellste.
00:24:46Und es ist, meinen wir, auch keine Methode, die uns die nötige Sicherheit gewährleistet.
00:24:50Sicherheit in einem weiteren Sinne verstanden.
00:24:52Ich habe leider nicht die Möglichkeit, anders vorzugehen.
00:24:55Und die uns noch verbleibende Zeit, ganze 16 Monate, ist kostbar.
00:24:59Man müsste vielleicht nach anderen Möglichkeiten suchen.
00:25:02Ich verstehe Sie nicht.
00:25:04Unsere Regierung hat den Wunsch, alle Wissenschaftler zusammenzubringen, die über die Tatsachen in Kenntnis gesetzt werden sollten.
00:25:10Wir wollen zu diesem Zweck den Rahmen für ein selbstständiges Team schaffen, das vor allem Maßnahmen gegen die drohende Gefahr
00:25:16zu treffen hat und das jede staatliche Unterstützung erfahren soll.
00:25:19Eine Art staatlich geschütztes Forschungszentrum.
00:25:22Genau das schwebt uns vor.
00:25:23Die Regierung lässt gerade ein, übrigens sehr reizvoll gelegenes Gutshaus, in Nortonstor umbauen.
00:25:28Die Arbeiten sind fast beendet.
00:25:30Dort sollte ursprünglich ein landwirtschaftliches Forschungsinstitut untergebracht werden.
00:25:34Ist ja alles schön und gut, Mr. Parkinson.
00:25:37Nur haben Sie sich schon mal über die wissenschaftlichen Instrumente und Anlagen Gedanken gemacht?
00:25:41Wie wollen Sie die eigentlich in der kurzen Zeit daran schaffen?
00:25:44Allein der Transport des Radioteleskops würde Monate dauern.
00:25:47Wir würden tausend, wenn nötig, zehntausend Fachkräfte einsetzen können.
00:25:52Wir würden Ihnen die Garantie geben, alle Instrumente, die benötigt werden, in, sagen wir, drei Wochen nach Nortonstor zu schaffen
00:25:58und dort aufzustellen.
00:26:00Gibt es noch andere, größere Apparaturen?
00:26:02Natürlich. Wir würden ein gutes optisches Teleskop brauchen.
00:26:06Der neue Schmidtspiegel, den wir hier seit kurzem in Cambridge haben, wäre wohl am besten geeignet.
00:26:11Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Adamsdienst ohne weiteres herausgeben wird, nachdem er jahrelang...
00:26:15Das lassen Sie mal unsere Sorge sein.
00:26:21Parkinson, Sie wollen, dass ich mich in einen Käfig sperren lasse.
00:26:25Stimmt's?
00:26:26Zugegeben, in einen goldenen, aber immerhin.
00:26:29Es würde Ihnen und Ihren Kollegen an nichts fehlen.
00:26:31Jetzt aber mal zu meinen Vorstellungen, damit auch Sie klar sehen.
00:26:35Erstens, ermächtigen Sie mich, das Team für Nortonstor selber zusammenzustellen,
00:26:40annehmbare Gehälter anzubieten und den Mitarbeitern gegenüber jedes mir geeignete Schein der Argument vorzubringen.
00:26:45Zweitens, wird es in Nortonstor keine Funktionäre geben und außer über Sie keine politische Verbindung zur Regierung bestehen.
00:26:52Was verschafft mir diese Ehre?
00:26:54Wir können trotz verschiedener Auffassungen miteinander reden.
00:26:57Das findet man bei Politikern nicht gerade häufig.
00:26:59Sehr schmeichelhaft für mich.
00:27:00Missverständlich missverstehen Sie mich bitte nicht.
00:27:02Wir werden in Nortonstor keine Funktionäre dulden.
00:27:06Sollte man versuchen, Herren der geschieterten Art durch Militärgewalt einzuschleusen,
00:27:10so muss ich Sie darauf aufmerksam machen, dass Ihr Premier nicht die geringste Zusammenarbeit erwarten darf.
00:27:16Und jetzt zum dritten Punkt.
00:27:19Ich werde Ihnen eine detaillierte Liste aller Instrumentomaterialien mitgeben,
00:27:23die in Nortonstor zur Verfügung stehen müssen, ehe ich dorthin übersiedle.
00:27:26Ich wiederhole, die zur Verfügung stehen müssen, ehe ich dorthin übersiedle.
00:27:31Die nächsten zwei Wochen liefern den Bewohnern von Nortonstor,
00:27:35einem abgeschiedenen Dorf in der Grafschaft Gluster, eine Menge Gesprächsstoff.
00:27:41Das ist eben die Frage, meine Liebe.
00:27:43Wozu brauchen Sie all die Türme, Drähte und Rohre? Wozu?
00:27:48Soldaten sind im Anmarsch! Soldaten!
00:27:50Sie sollen unseren Wald roden, heißt es in Fast Riding.
00:27:53Wenn ihr es genau wissen wollt, Sie bauen einen Todesstrahler für die Regierung.
00:27:58Ein einziger Mensch in Nortonstor nimmt von den merkwürdigen Vorgängen keine sonderliche Notiz.
00:28:04Er heißt Joe Stoddart und seine Leidenschaft gehört der Gärtnerei.
00:28:08Böse Zungen behaupten, er sei ein Analphabet.
00:28:12Seine Frau Helen ist in jeder Hinsicht das Gegenteil von Joe.
00:28:16Soldaten sind im Anmarsch! Soldaten!
00:28:19Sie sollen unseren Wald roden, heißt es in Fast Riding.
00:28:22Soldaten, sagst du?
00:28:24Ja, ja, Soldaten kommen!
00:28:25Die beeilen sich aber mächtig vom Landwirtschaftsinstitut.
00:28:30Sollen mir nur rechts einhellen.
00:28:32Dann kann ich ja wohl auch bald die Grafensteiner und die Koks-Orange-Schösslinge setzen.
00:28:38Und du wirst mir dabei helfen.
00:28:40So ein Unsinn, Joe!
00:28:41Du lebst mal wieder hinter dem Mond.
00:28:43Da werden Todesstrahler installiert und du quasselst was von deinen Grafensteinern!
00:28:47Eines Morgens ist Norton's Doof in einem hohen Maschen-Drahtzaun umgeben.
00:28:51An der Zufahrtsstraße stehen Uniformierte vor Schlagbäumen.
00:28:57Wo wollen Sie ihn?
00:29:00Ich?
00:29:00Ja, Sie.
00:29:02Blumsamen einkaufen.
00:29:04In Fast Riding.
00:29:06Haben Sie noch keinen Pass?
00:29:08Ein, äh, was?
00:29:10Pass!
00:29:11Ah.
00:29:12In Norton's Doof werden heute Pässe ausgegeben.
00:29:15Ohne Pass darf ich hier keinen mehr durchlassen.
00:29:18Kann ich hier jetzt also nicht durch?
00:29:20Heute noch mal, ausnahmsweise.
00:29:22Aber beeilen Sie sich gefälligst.
00:29:24Ja.
00:29:26Das werde ich tun.
00:29:29Sie müssen sie auch noch fotografieren lassen.
00:29:32Jeder muss das jetzt in Norton's Doof.
00:29:35Am Morgen der Fertigstellung finden sich zuerst Professor Kingsley und seine engsten Mitarbeiter ein.
00:29:40Unter ihnen der Amerikaner Dave Weichert.
00:29:44Im Laufe des Tages erscheinen dann noch zur Überraschung aller Wissenschaftler ein Mozart-Quartett aus London,
00:29:49die junge Pianistin Anne Helfsee, der Hofporträtist und ein Arzt.
00:29:54Sie alle haben eine offizielle Einladung erhalten.
00:30:10Auf Kingsleys ausdrücklichen Wunsch wird ein abendliches Konzert von Anne Helfsee mit Beethovens B-Dur-Sonate eingeleitet.
00:30:18Zu seinem großen Bedauern kann Kingsley der Interpretation nur wenige Takte lang folgen.
00:30:37Sir, ein dringendes Gespräch aus London.
00:30:39Aus London?
00:30:41Ja.
00:30:41Ja, ich komme.
00:30:59Stellen Sie bitte mein Büro durch.
00:31:01Ja, Sir.
00:31:02Schon in London?
00:31:03Gratuliere, Lester.
00:31:05Ja, eine Woche früher als vorgesehen.
00:31:08Aber natürlich.
00:31:09Nein, ein Wagen vom Innenministerium wird dich hier bringen.
00:31:12Ich freue mich, dich hier zu haben.
00:31:14Hey, kriege ich dir alles morgen.
00:31:16Was sagst du?
00:31:17Ja, ja, bis jetzt Dave Weichert.
00:31:19Nein, Malu leider noch nicht.
00:31:21Ja, hoffe ich auch.
00:31:23Ja, bis morgen also.
00:31:23Bis morgen.
00:31:24Der nächste Morgen wird für die fünf Musiker den Porträtisten und den Arzt eine bittere Enttäuschung bringen.
00:31:32Parkinson hat nach der Ankunft des Radioastronomen Lester aus Sydney die Falle zuschnappen lassen.
00:31:39Wer jetzt in Nortenstow ist, muss in Nortenstow bleiben.
00:31:43Kingsley, der davon schon lange wusste, spielt jetzt mit offenen Karten.
00:31:47Die Verbindung mit der Außenwelt wird künftig durch einen eigens zu diesem Zweck entwickelten Sender hergestellt.
00:31:53Die Nachrichten dieses Senders sind verschlüsselt.
00:31:58Mitte April glaubt Kingsley einmal während seines üblichen Spaziergangs im Park, seinen Augen nicht zu trauen.
00:32:06Geoff!
00:32:07Alter Junge, du hier?
00:32:09Lass dich ansehen.
00:32:11Ja, tatsächlich.
00:32:11Geoff Marlow.
00:32:12Ja, in eigener Person.
00:32:14Ich hatte schon alle Hoffnungen aufgegeben, dich hierher zu bekommen.
00:32:16Wie hast du das angestellt?
00:32:18Wollen wir uns nicht auf die Bank da setzen?
00:32:20Ich bin ein bisschen schwach auf dem Bein.
00:32:22Natürlich.
00:32:28So, los.
00:32:29Erzähle.
00:32:30Wie hast du das fertiggebracht?
00:32:32Durch einen betrügerischen Trick.
00:32:34Nach deinem Rückflug hat man uns alle in die Wüste transportiert.
00:32:38Bis auf Dave Weichert.
00:32:39Den haben sie, glaube ich, hier herüber geschickt.
00:32:41Stimmt.
00:32:42Weichert ist dir.
00:32:43Ist das eigentlich wahr, dass der Astronomer Reuel dafür rübergegangen ist?
00:32:47Meines Wissens ist der Astronomer Reuel oberster britischer Verbindungsoffizier bei dem gesamten US-Projekt.
00:32:52Der richtige Posten für ihn.
00:32:53Dürfte genau auf seiner Linie liegen.
00:32:56Kommst du etwa auch in offizieller Mission?
00:33:00So halb und halb.
00:33:01Man hat uns durch Überorganisation aktionsunfähig gemacht.
00:33:05Genau, was ich befürchtet habe.
00:33:07Ganz unten ist der Bursche, der die Arbeit macht.
00:33:10Über ihm steht der Abteilungsleiter.
00:33:12Das bin ich in Anbetracht meines Dienstandlers.
00:33:15Dann kommt der stellvertretende Direktor.
00:33:17Über ihm steht der Direktor, der stellvertretende Kontrolleur und der Kontrolleur.
00:33:20Das sind die Militärs.
00:33:22Es folgt der Koordinator des Projekts.
00:33:24Das ist ein Politiker.
00:33:25Und so geht es weiter bis zum Präsidenten.
00:33:27Um selbstständig arbeiten zu können, stand ich auf der Stufenleiter zu weit unten.
00:33:32Jede Abteilung musste wissen, arbeitet streng isoliert.
00:33:34Gut, so wusste ich nicht einmal, was außerhalb meiner eigenen Vorsicht ging.
00:33:38Diese Organisation lähmt auf die Dauer jede Forschungsarbeit.
00:33:41Als ich dann von Nordens Toe hörte...
00:33:43Hast du dich um eine Versetzung bemüht?
00:33:45Ja, und ich hatte Glück.
00:33:47Die Herren im Pentagon sind der Meinung, dass ihr hier vielleicht nicht alles sagt, was ihr wisst.
00:33:53Man hat meinen Wunsch entsprochen, allerdings unter einer Bedingung.
00:33:57Ich soll hier Spionage tragen.
00:33:59Dieser Narren!
00:34:00Nur wenn ich gelegentlich eine kleine Information nach Washington schicke, könnte ich sie bei Laune halten.
00:34:06Was meinst du, Chris?
00:34:07Du kannst ihm erzählen, was du willst.
00:34:10In Nordens Toe gibt es keine Geheimnisse.
00:34:12Du kommst übrigens genau im richtigen Augenblick.
00:34:14Mit Washington gibt es seit einer Woche eine direkte Funkverbindung.
00:34:17Davon habe ich gehört.
00:34:18Wie weit sind eigentlich deine Radioastronomen?
00:34:21Lester hat inzwischen die Temperatur der Wolke festgestellt.
00:34:24Sie liegt etwa bei 200 Grad Minus.
00:34:26Das entspricht durchaus meinen Erwartungen.
00:34:29Es ist besser, als es klingt.
00:34:30Wenn die Wolke sich der Sonne nähert, wird es in ihrem Inneren zu Veränderungen kommen.
00:34:35Nach meinen letzten Berechnungen wird die daraus resultierende Temperaturerhöhung zwischen 50 und 100 Prozent liegen.
00:34:40Das wäre eine Temperatur um den Gefrierpunkt.
00:34:43Sag mal, was geschieht eigentlich hinter den Hügeln?
00:34:46Ich habe mindestens ein Dutzend Bagger gesehen.
00:34:48Wir haben mit den Ausschachtungsarbeiten für den Schutzraum begonnen.
00:34:51Und wer bedient die Bagger?
00:34:52Die Männer aus dem Dorf.
00:34:53Ihre Frauen halten das Institut in Ordnung, kochen und so weiter.
00:34:57Früher oder später wirst du hier eine begabte junge Pianistin, ein Maler und Dr. McNeil unseren Hausarzt kennenlernen.
00:35:03Der Gedanke, ein Jahr lang nur Wissenschaftler, um mich zu haben, war mir unerträglich.
00:35:07Aber in der kritischen Zeit, da ist das...
00:35:09Keine Angst. Sie werden natürlich alle im Schutzraum untergebracht.
00:35:12Ich verstehe.
00:35:14Hast du dir schon mal über die weitere Zukunft Gedanken gemacht?
00:35:18Mr. Parkinson, der mich gestern vom Flugplatz abholte, dein Verbindungsmann in der Regierung, nehme ich an.
00:35:23Ja, er genießt mein Vertrauen.
00:35:25Parkinson erzählte mir, dass Nordenstor so etwas wie ein internationaler Nachrichtenumschlagplatz werden soll.
00:35:31Stimmt das?
00:35:32Richtig. Nordenstor wird einen Sender haben, der hundertmal mehr Nachrichten aussenden kann, als alle Sender der Erde zusammen.
00:35:39Dass ich auf diese Weise die gesamte Weltpolitik zu beherrschen beabsichtige, wird er dir nicht gesagt haben.
00:35:44Nein.
00:35:45Dazu hätte er auch meine Gedanken lesen müssen.
00:35:48Mein Vertrauen in ihn ist nicht grenzenlos.
00:35:50Ein solches Nachrichtenzentrum ist doch ein Hirngespinst.
00:35:54Wie stellst du dir beispielsweise die Energieversorgung deines Senders vor?
00:35:57Die Energieversorgung ist nicht das Problem.
00:36:00Dazu werden Dieselgeneratoren genügen.
00:36:03Wieso nicht das Problem?
00:36:06Unser Sender soll nicht hundertmal stärker sein, als alle anderen Sender zusammen,
00:36:11sondern hundertmal mehr Nachrichten ausstrahlen.
00:36:14Da komme ich nicht mit.
00:36:16Also hör zu.
00:36:18Wie du sicherlich weißt, ist es nicht nur möglich, Radiowellen fortlaufend,
00:36:22sondern auch in Schwingungen zu senden.
00:36:24Nehmen wir einmal drei Arten von Schwingungen an.
00:36:27Eine kurze, eine mittlere und eine lange Schwingung.
00:36:29Praktisch hätte wohl die lange Schwingung etwa die zweifache Dauer der kurzen Schwingung.
00:36:33Und die mittlere Schwingung wäre etwa eineinhalbmal so lang.
00:36:37Mit einem Sender, der im Bereich zwischen sieben und zwanzig Meter arbeitet,
00:36:42müsste es mit der üblichen Bandbreite möglich sein,
00:36:44in ungefähr 10.000 Schwingungen pro Sekunde zu senden.
00:36:48Angenommen, wir benutzen nun die mittlere Schwingung,
00:36:50um das Ende von Buchstaben, Wörtern und Sätzen zu signalisieren.
00:36:54Eine mittlere Schwingung zeigt das Ende eines Buchstaben an,
00:36:56zwei das Ende eines Wortes und drei das Ende eines Satzes.
00:37:00Die lange und kurze Schwingung könnten wir dann dazu verwenden,
00:37:03Buchstaben zu senden.
00:37:05Mithilfe des Morse-Codes könnten wir dann bei 10.000 Schwingungen pro Sekunde
00:37:10500 Wörter pro Sekunde senden.
00:37:12Wenn ich nicht irre, sendet ein normaler Sender pro Sekunde maximal drei Wörter.
00:37:16Sodass wir also hundertmal schneller sind.
00:37:19Natürlich kann kein Mensch so viele Wörter in der Sekunde sprechen.
00:37:21Deshalb muss man die Botschaften auf Band aufnehmen
00:37:23und das Tonband mit großer Geschwindigkeit elektronisch zerlegen.
00:37:27Und wer macht die ganze Arbeit?
00:37:29Lester und seine Radioastronomen.
00:37:31Auf dich, Job, wartet der große Schmidtspiegel.
00:37:33Komm, wir sehen die an.
00:37:35Die Schwingungen haben mich ganz verwirrt.
00:37:37Ja, ja, gehen wir.
00:37:41Ein dunkler Körper aus dem Weltraum treibt auf unser Sonnensystem zu.
00:37:47Am 7. und 13. Januar 1967
00:37:49werden amerikanische und britische Astronomen
00:37:53zum ersten Mal auf seine Existenz aufmerksam
00:37:56und stellen erste Untersuchungen an.
00:37:59Auf einem gemeinsamen Treffen in Pasadena, USA,
00:38:03gelingt es durch Kombination der Beobachtungen und Berechnungen
00:38:06Größe, Position, Bewegung und Dichte der schwarzen Wolke,
00:38:11wie der fremde Körper von nun an genannt wird,
00:38:14eindeutiger zu bestimmen.
00:38:16Die gasförmige Wolke nähert sich mit einem Sekundenmittel
00:38:19von 70 Kilometern der Sonne,
00:38:21wird in ungefähr 16 Monaten,
00:38:24das ist im Juni 1968,
00:38:26in Erdnähe sein und eine Sonnenfinsternis verursachen.
00:38:32Während die amerikanische Regierung
00:38:33das Forschungsteam von Pasadena
00:38:35durch Überorganisation aktionsunfähig macht,
00:38:39verfolgt die britische Regierung den Plan,
00:38:41ein autarkes, internationales Forschungszentrum zu gründen.
00:38:46Direktor ihres in kürzester Zeit verwirklichten Projekts
00:38:49bei Norton Stowe ist Professor Kingsley
00:38:52von der Universität Cambridge.
00:38:55Seine Forderung, nur frei,
00:38:57das heißt von Funktionären und Militärs unbehelligt,
00:39:00Forschung zu treiben, wird respektiert.
00:39:03Algier, dem 14. April 1968.
00:39:07Seltsame Himmelserscheinung.
00:39:09Schwarzer Fleck am Himmel über der Sahara entdeckt.
00:39:12Techniker einer internationalen Ölgesellschaft
00:39:15wurden bei Bohrversuchen in der östlichen Sahara
00:39:18auf einem schwarzen Fleck am Himmel aufmerksam,
00:39:21der wie ein rundes, klaffendes Loch aussah.
00:39:23Astronomen meinen, zu Weihnachten Himmel ohne Sterne.
00:39:27Eigenbericht Liverpool, den 17. April.
00:39:30George Green, Mitglied der Royal Astronomical Society,
00:39:33wird sich in der heute beginnenden Serie
00:39:36mit dem sogenannten interstellaren Gasteppich beschäftigen,
00:39:40der große Teile des Weltraums auszufüllen scheint
00:39:43und unseren winterlichen Nachthimmel verdecken können.
00:39:47Stellungnahme gefordert.
00:39:48London, den 18. April.
00:39:51Oppositionsführer Robert Kami fordert von der Regierung
00:39:53eine Stellungnahme zu den jüngsten Beobachtungen in der Sahara.
00:39:57Die Gründung eines Sonderkomitees,
00:39:58dem der Prinz gemahlen und führende Persönlichkeiten
00:40:01des öffentlichen Lebens angehören sollen,
00:40:03wurde von einem Regierungssprecher dementiert.
00:40:06Zu einem Zeitpunkt, da die schwarze Wolke
00:40:09in Nordafrika, Japan und Mexiko
00:40:11schon mit bloßem Auge zu sehen ist,
00:40:14Regierungen es vorziehen, sich in Schweigen zu hüllen
00:40:16und Journalisten ihr Publikum mit abstrusen Mutmaßungen
00:40:19in Atem halten,
00:40:20wird im Forschungszentrum von Nortenstow
00:40:22jede Bewegungsphase der Wolke in Richtung
00:40:24auf die Sonne festgehalten und analysiert.
00:40:28Zu Beginn des Frühjahrs hat sich die Wolke
00:40:30vom Nachthimmel auf den Taghimmel verschoben.
00:40:33Marlows Voraussage,
00:40:34dass bei dem durch Strahlung bewirkten Temperatureanstieg
00:40:37die Helligkeit nur ein wenig oder gar nicht zunehmen wird,
00:40:40erweist sich als richtig.
00:40:43So gibt es Ende April verhältnismäßig wenig Briten,
00:40:47die sich über den so früh einsetzenden Sommer Kopfzerbrechen machen.
00:40:50Der Mann auf der Straße sieht zunächst einmal
00:40:53das reiche Obst- und Gemüseangebot
00:40:54und durchdenkt die Vorteile eines Mai-Urlaubs
00:40:57in der näheren Umgebung.
00:41:00Während Ihres gemeinsamen Morgenspaziergangs im Park,
00:41:04an dem neben den bekannten Wissenschaftlern
00:41:07heute zum ersten Mal auch die französische Chemikerin
00:41:09Yvette Edelfort teilnimmt,
00:41:11erstattet Harry Lester über seine neueste Entdeckung Bericht.
00:41:15Ja, richtig, Mr. Weichert.
00:41:17Als die Wolke damals von Ihrem Observatorium
00:41:19in Pasadena entdeckt wurde,
00:41:21berechneten Sie eine Geschwindigkeit
00:41:22von etwas weniger als 70 Kilometer pro Sekunde
00:41:25auf die Sonne zu.
00:41:26Sie, Mr. Kingsley, erklärten,
00:41:28dass die Geschwindigkeit der Wolke
00:41:30sich im Gravitationsfeld der Sonne
00:41:31auf ca. 80 Kilometer pro Stunde erhöhen würde.
00:41:34Das ist richtig.
00:41:35Darauf haben wir unseren Zeitplan gegründet.
00:41:37Die Ergebnisse der letzten 14 Tage
00:41:39widersprechen leider diesen Voraussagen.
00:41:41Die Geschwindigkeit der Wolke vermindert sich zunehmend.
00:41:44Mein Mitarbeiter Marlborough äußerte,
00:41:46wie Sie sich erinnern werden,
00:41:47schon vor zehn Tagen eine ähnliche Vermutung.
00:41:49Zum Teufel, die Wolke muss aber Ihre Geschwindigkeit erhöhen.
00:41:51Oder es geht hier nicht mit rechten Dingen zu.
00:41:53Es sei denn, die Wolke wird auf irgendeine Weise gebremst.
00:41:56Ich werde Ihnen nachher unsere letzten Aufnahmen zeigen.
00:41:58Darauf sind winzige Punkte erkennbar,
00:42:01Gasklumpen möglicherweise,
00:42:02die sich mit einer Geschwindigkeit
00:42:03von über 500 Kilometer pro Sekunde bewegen.
00:42:06Sie meinen, die Wolke kann durch diese Geschosse
00:42:09ihre eigene Geschwindigkeit vermindern?
00:42:11Man könnte die Resultate so auslegen.
00:42:13Mr. Lester, bitte ins Fotolabor.
00:42:15Wollen Sie mich bitte jetzt entschuldigen,
00:42:16das werden die Ergebnisse von heute Nacht.
00:42:18Mr. Lester, bitte ins Fotolabor.
00:42:22Ändert sich durch Lesters Entdeckung
00:42:24eigentlich etwas Wesentliches?
00:42:26Schwer zu sagen.
00:42:28Mir kommt das alles verdammt merkwürdig vor.
00:42:30Wir werden unseren Zeitplan ändern müssen.
00:42:33Wenn die Wolke
00:42:35ihre Geschwindigkeit weiter verringert,
00:42:39wird sie wahrscheinlich erst Mitte August
00:42:40auf die Sonne treffen.
00:42:42Ich halte offengestanden auch nicht mehr viel
00:42:44von unseren Temperaturwerten im Innern der Wolke.
00:42:47Eine Änderung der Geschwindigkeit
00:42:48könnte auch alle anderen Berechnungen
00:42:50über den Haufen werfen.
00:42:51Morgen, die Herren.
00:42:53Guten Morgen.
00:42:54Morgen.
00:42:58Herrliches Wetter, finden Sie nicht?
00:43:01Und das seit drei Wochen.
00:43:03Wie steht's mit dem Garten, Joe?
00:43:05Ja, die Tomaten sind schon reif.
00:43:09Ja, das habe ich noch nie erlebt, Sir.
00:43:12Ich weiß gar nicht mehr, wohin damit.
00:43:15So viele Tomaten.
00:43:19Ja.
00:43:21Dann wünsche ich den Herren
00:43:22noch einen angenehmen Spaziergang.
00:43:26Oh, und Ihnen auch, Madam.
00:43:30Wer war denn das?
00:43:31Joe Stoddard, unser Gärtner.
00:43:34Tomaten.
00:43:35Muss das schön sein,
00:43:37jetzt nichts anderes im Kopf zu haben
00:43:38als reife Tomaten?
00:43:39Den ganzen Juni und Juli hindurch
00:43:42steigen die Temperaturen weiter an.
00:43:45Besonders kritisch wird die Lage in den Tropen.
00:43:47Dort werden 7.943 Tier- und Pflanzenarten
00:43:51völlig vernichtet.
00:43:52Die Menschen fliehen in U-Bahn-Schächte
00:43:54oder graben sich in tiefe Höhlen ein,
00:43:56um darin die Hitzewelle zu überleben.
00:43:58Ohne die nötigen Trinkwasser- und Nahrungsmittelvorräte
00:44:01findet jedoch auch hier die Mehrzahl von ihnen den Tod.
00:44:06In der 4. Juli-Woche fällt von Alaska bis Feuerland
00:44:09ein lauwärmer Regen.
00:44:10Insektenschwärme vermehren sich
00:44:12und fallen sogar in die Städte ein.
00:44:13Die Wüste wird von einer blühenden Flora bedeckt.
00:44:18In England herrschen in dieser Zeit
00:44:20mit 40 Grad mittlerer Tagestemperatur
00:44:22vergleichsweise erträgliche Zustände.
00:44:25Vor dem Schutzbunker in Nortenstow,
00:44:27in dem alle Mitglieder des Forschungsinstituts
00:44:30jetzt untergebracht sind,
00:44:31steht seit Mitte Juni jede Nacht eine Wache.
00:44:34Am 27. August ist Joe Stottert an der Reihe.
00:44:40Professor Kinsley!
00:44:49Ja, was ist denn?
00:44:52Sie ist nicht da.
00:44:54Sie ist nicht da.
00:44:56Wer ist nicht da? Wer?
00:44:58Sie ist nicht da.
00:45:00Mann, drücken Sie sich doch ein bisschen klarer aus.
00:45:02Es ist nur, weil Sie mir doch aufgetragen haben,
00:45:05ich soll es Ihnen sagen,
00:45:06wenn was Ungewöhnliches passiert.
00:45:09Und sie ist wirklich nicht da.
00:45:11Hören Sie, Joe, Sie sind ein netter Kerl.
00:45:13Ich habe viel Sympathie für Sie.
00:45:14Aber wenn Sie mir nicht augenblicklich sagen,
00:45:15wer nicht da ist, dann schlage ich Ihnen den Schädel ein.
00:45:17Wer ist nicht da?
00:45:18Die Sonne, Sir.
00:45:21Es wird draußen nicht hell.
00:45:23Wie spät ist es?
00:45:24Eben war schon bald 8 Uhr, Sir.
00:45:26Ich dachte erst, meine Uhr geht nicht,
00:45:29aber sie geht.
00:45:30Es ist bald 8 Uhr.
00:45:33Draußen ist es stockdunkel.
00:45:34Kein Stern ist zu sehen.
00:45:37In England und den Ländern der westlichen Hemisphäre
00:45:39wird der Schock einer totalen Sonnenfinsternis
00:45:42durch die Nacht gemildert.
00:45:44Auf diesem Teil der Erdkugel herrscht Nacht,
00:45:46als die Sonne erlischt.
00:45:48Die Bewohner der östlichen Hemisphäre
00:45:50erleben das Naturschauspiel am helllichten Tag.
00:45:52In Melbourne verfinstert sich der Himmel
00:45:54um 12 Uhr mittags.
00:45:58Erst 72 Stunden später hält der Tageshimmel sich langsam auf.
00:46:02Die tiefrote Färbung des Lichts beweist,
00:46:05dass es sich um keine natürliche Lichtquelle handelt.
00:46:07Regen setzt ein und Wassermengen von nie gesehenem Ausmaß
00:46:10ergießen sich auf die gesamte Erdoberfläche.
00:46:13Die in der Atmosphäre frei werdende Energie
00:46:16lässt Orkane entstehen.
00:46:19Ende September sinkt die Temperatur.
00:46:23Der Regen verwandelt sich in Schnee,
00:46:25Flüsse erstarren zu Eiskaskaden,
00:46:27in kurzer Zeit sind auch die Meere
00:46:29von einer Eisschicht bedeckt.
00:46:32Seit Anfang Juli ist ein Viertel der Menschheit umgekommen.
00:46:38Am 6. Oktober berufen Leicester und Marlborough
00:46:41eine außerordentliche Versammlung ein.
00:46:44Unsere jüngsten Beobachtungen lassen erkennen,
00:46:46dass die Gasmenge, die das Sonnenlicht blockiert,
00:46:49kontinuierlich abnimmt.
00:46:51Sollte diese Entwicklung anhalten,
00:46:53so könnte die Sonne in 14 Tagen wieder frei sein.
00:46:56Natürlich können wir für eine solche Entwicklung
00:46:58nicht garantieren.
00:46:59Die Wolke hat unsere Berechnungen ja schon
00:47:01mehr als einmal ignoriert,
00:47:02aber immerhin wäre es denkbar.
00:47:04Die Wolke zieht sich in den Weltraum zurück,
00:47:06wenn ich sie richtig verstehe.
00:47:07Nein, dafür gibt es keine Anzeichen.
00:47:09Es scheint vielmehr so,
00:47:10als verteile sich die Materie der Wolke.
00:47:12Und zwar in einer Weise,
00:47:14die es der Sonne ermöglichen wird,
00:47:15auf die Erde,
00:47:16aber nicht in alle anderen Richtungen zu strahlen.
00:47:19Ich halte derartige Ausblicke für ziemlich unrealistisch.
00:47:21Ach, das ist doch Science-Fiction.
00:47:22Das hört sich vielleicht seltsam an,
00:47:24aber ich betone ausdrücklich,
00:47:26Harry Lester und ich berichten hier nur
00:47:28über eindeutige Feststellungen.
00:47:31Die Erklärung, die sich einmal als zutreffend erweisen wird,
00:47:34geht in der allgemeinen Erregung unter.
00:47:36Piotr Alexandrov, Experte auf dem Gebiet der Gasdynamik,
00:47:40fällt es vorerst noch schwer,
00:47:42sich in einem fremden Idiom verständlich zu machen.
00:47:45Kann nur Eingeselung sein.
00:47:47Jawohl.
00:47:48Wolke formt sich zu Ring.
00:47:50Auf jeden Fall nähert sich die Kältewelle ihrem Ende.
00:47:53Ja, es scheint so.
00:47:54Wollen Sie uns bitte über die weitere Entwicklung
00:47:56auf dem Laufenden halten?
00:47:58Mit wissenschaftlicher Exaktheit
00:47:59übertragen die Radioastronomen
00:48:01in den nächsten 96 Stunden
00:48:03die Resultate ihrer Messungen
00:48:04in ein Koordinatensystem.
00:48:06Die sich darin Punkt für Punkt abzeichnende Kurve
00:48:09wird von allen Mitgliedern des Forschungszentrums
00:48:12mit großer Spannung verfolgt.
00:48:15Zwei Tage lang fällt die Kurve weiter
00:48:17und lässt die Hoffnungen anwachsen.
00:48:21Etwas voreilig setzt Staatssekretär Parkinson,
00:48:24der Verbindungsmann der britischen Regierung
00:48:26in Nortenstow ist,
00:48:27sich schon zu diesem Zeitpunkt
00:48:28mit London in Verbindung
00:48:29und gibt über Funk
00:48:30einen ersten optimistischen Bericht.
00:48:33Dieser Bericht wird an die Regierung
00:48:35aller Kontinente weitergeleitet.
00:48:37Als die Kurve am Morgen des dritten Tages
00:48:39wieder eine steigende Tendenz zeigt,
00:48:41sieht Parkinson sich außerstande,
00:48:43seinen Premierminister davon in Kenntnis zu setzen.
00:48:46Doch am vierten Tag
00:48:47werden seine verfrühten Erwartungen erfüllt.
00:48:50Da beginnt die Kurve wieder zu fallen,
00:48:53steiler als je zuvor.
00:48:55Am 11. Oktober endlich
00:48:57kommt als milchig-gelber Fleck
00:48:59die Sonne zum Vorschein.
00:49:02Ein dünner Schleier aus Staub und Gas,
00:49:04der sie noch teilweise verdeckt,
00:49:06wird sich innerhalb weniger Stunden
00:49:08verflüchtigen.
00:49:10Wir können aufatmen.
00:49:13Die Wolke treibt in den Weltraum zurück.
00:49:15London den 12. Oktober 1968.
00:49:18Die Katastrophe ist überstanden.
00:49:21Seit gestern Mittag 13.05 westeuropäische Zeit
00:49:23liegt die Sonne wieder frei.
00:49:25Die Wissenschaftler von Nortenstow
00:49:27irrten diesmal nicht.
00:49:29Von Jemenister Smoky,
00:49:30große Aufgaben liegen vor uns.
00:49:33Neu-Delhi, Peking, den 12. Oktober.
00:49:37Verbrüdungsszenen im indisch-chinesischen Grenzgebiet.
00:49:40In dem vor Monaten noch hart umkämpften Grenzgebiet
00:49:43bei Da Chiling
00:49:43beseitigten indische und chinesische Militäreinheiten
00:49:46die umstrittenen Grenzmarkierungen
00:49:48und entledigten sich ihrer Waffen.
00:49:50Verhandlungen bei der Regierungen
00:49:52sollen vorbereitet werden.
00:49:56Tauwetter setzt ein,
00:49:57Verluste nur gering.
00:49:58Sydney den 12. Oktober.
00:50:00Bei normalen Temperaturen
00:50:02beginnt seit heute früh
00:50:03die Eisschicht auf der Botany Bay zu schmelzen.
00:50:07Das Hafenbecken ist schon eisfrei.
00:50:15Wir senden Nachrichten.
00:50:16Heute ist Dienstag, der 13. Oktober.
00:50:20Moskau und Washington kamen überein,
00:50:22die Abrüstungsgespräche wieder aufzunehmen.
00:50:25Sprecher beider Regierungen
00:50:26sprachen sich für neue, ernsthafte Verhandlungen aus.
00:50:30Interesse an einer internationalen Schutzmacht bekundet...
00:50:38Gratis-Flüge an die Sonne.
00:50:40Die Royal Air Force stellt ab sofort
00:50:42Transportmaschinen zur Verfügung.
00:50:44Interessenten erhalten auf Wunsch gerne
00:50:46unseren Sonderprospekt.
00:50:52Während der Alltag sich wieder zu normalisieren beginnt,
00:50:55Regierungen, die Dinge unter ihre Kontrolle bringen
00:50:57und mancher Brite sich auf einen kostenlosen Flug
00:51:00in den Tropensommer freut,
00:51:02geht in Nortenstow die Diskussion
00:51:04um die schwarze Wolke weiter.
00:51:07Staatssekretär Francis Parkinson,
00:51:08der seine Koffer schon gepackt hat
00:51:10und das Forschungszentrum in wenigen Stunden verlassen will,
00:51:13nimmt an einer solchen Diskussion
00:51:15eigentlich nur noch aus Höflichkeit teil.
00:51:17Es scheint nun ziemlich sicher,
00:51:19dass die Wolke sich zu einem stark geneigten Ring umformt
00:51:22und nicht in den Weltraum zurücktreibt.
00:51:26Wolke, Kessel, Sonne, ein.
00:51:28Aber Mr. Alexander,
00:51:29was soll denn diese militärische Ausdrucksweise?
00:51:31Damit ist es doch jetzt endgültig vorbei.
00:51:34Nicht!
00:51:34Ich bin Wissenschaftler.
00:51:36Wolke, Kessel, Sonne, ein.
00:51:37Ja, es noch!
00:51:38Da!
00:51:39Da!
00:51:39Mir ist da einiges durchaus nicht klar.
00:51:41Wie groß schätzen Sie überhaupt
00:51:43den äußeren Radius des Ringes?
00:51:44Das ist ca. zwei Drittel des Radius der Erdumlaufbahn.
00:51:47Oji Holner muss verdammt kalt sein im Schatten von Ring.
00:51:51Da können wir ja von Glück sagen,
00:51:53dass er nicht zwischen uns und der Sonne liegt.
00:51:55Das wird nicht immer sein, Mr. Parkinson.
00:51:57Was meinen Sie damit?
00:51:58Wahrscheinlich, dass auch wir ab und zu
00:52:00in den Schatten des Ringes geraten werden.
00:52:02Und wie oft kann das im Jahr geschehen?
00:52:04Tja, zweimal schätze ich.
00:52:06Entsprechend der augenblicklichen Situation des Rings
00:52:08im Februar und im August.
00:52:11Die Dauer der Sonnenfinsternis
00:52:12wird von der Dicke des Ringes abhängen.
00:52:13Möglicherweise wird sie jeweils 14 Tage
00:52:16bis einen Monat lang verdeckt sein.
00:52:17Das könnte im Laufe der Zeit
00:52:18zu klimatischen Veränderungen führen.
00:52:20Worauf wollen Sie hinaus, Mr. Marlow?
00:52:22Vielleicht noch nicht in den nächsten zwei Jahren.
00:52:24Aber auf die Dauer könnten solche Veränderungen
00:52:26zu einem lebenswichtigen Problem werden.
00:52:28Immer vorausgesetzt,
00:52:29dass diese zweimalige Sonnenfinsternis
00:52:30wirklich eintritt.
00:52:31Ich verstehe noch immer nicht.
00:52:32Nein?
00:52:33In zwei Jahren wird mit Sicherheit
00:52:35eine neue Eiszeit bevorstehen.
00:52:36Zwei Perioden starker Kälte.
00:52:38Ein im Winter und ein im Sommer.
00:52:40Da wird sich das Eis langsam
00:52:41immer weiter ausbreiten.
00:52:42Soll das heißen, dass es wieder losgeht?
00:52:44Ja, Parkinson.
00:52:45Und wir werden uns mit den Veränderungen
00:52:47abwinken müssen
00:52:47beziehungsweise die notwendigen Konsequenzen ziehen.
00:52:50Sommer und Winter gehören jedenfalls
00:52:52der Vergangenheit an.
00:52:54Der Wunsch nach internationaler Verständigung
00:52:56und Zusammenarbeit
00:52:57findet schon in den ersten Wochen
00:52:59nach der Katastrophe
00:53:00bei vielen Regierungen ein günstiges Echo.
00:53:04Wichtigstes Kommunikationsmittel
00:53:05in einer noch immer bedrohten Welt
00:53:07ist der Rundfunk.
00:53:09Nach zahllosen Tests
00:53:11einigt man sich auf die von Professor Kingsley
00:53:14im Norton Store entwickelten Sende- und Empfangsgeräte.
00:53:18Ausschlaggebend für die Wahl ist,
00:53:19dass diese Geräte auf Wellenlängen unter einem Meter,
00:53:22ja sogar bis zu einem Zentimeter arbeiten.
00:53:25Nur bei solchen Wellenlängen,
00:53:27so hat sich herausgestellt,
00:53:29finden keine Schwundeffekte statt.
00:53:31Ein weiterer Vorteil ist die große Kapazität
00:53:34dieser Sendegeräte.
00:53:35Sie erlauben es bei normaler Bandbreite
00:53:38pro Sekunde 500 Wörter auszustrahlen.
00:53:42Auf Empfehlungen der Radioastronomen
00:53:44wird von allen Sendestationen,
00:53:46die mit Norton Store in Verbindung stehen,
00:53:48eine Wellenlänge von 25 Zentimetern gewählt.
00:53:52Auf dieser Wellenlänge
00:53:53sind die Schwundeffekte minimal.
00:53:56Der Meinung ist man zumindest
00:53:58in den ersten Wochen.
00:54:01Ja, was ist los, Leister?
00:54:03Wir haben wieder einen Schwundeffekt festgestellt.
00:54:06Nein.
00:54:06Doch, ganz deutlich.
00:54:07Sie können sich davon selbst überzeugen.
00:54:09Wir haben eben auf der üblichen Wellenlänge
00:54:11nur noch den Anfang einer Botschaft
00:54:12aus Brasilien empfangen.
00:54:13Das kann nur an einer starken Ionisation liegen.
00:54:15Warten Sie eine halbe Stunde.
00:54:17Wenn die Störung anhält,
00:54:18müssen wir die Wellenlänge kürzen.
00:54:19Das hätte wenig Zweck.
00:54:21Sie können dann zwar senden,
00:54:22aber niemand würde Ihre Sendungen empfangen können.
00:54:25Also abwarten?
00:54:26Vorher ist ja.
00:54:27Senden Sie weiter auf der 25 Zentimeter Welle.
00:54:30Wir haben uns entschlossen,
00:54:32die Sache gründlich zu untersuchen
00:54:33und uns nicht mehr
00:54:34auf den zufälligen Empfang
00:54:35von Sendungen zu verlassen.
00:54:36Hatte Washington nicht schon
00:54:37auf eine 15 Zentimeter Wellenlänge verkürzt?
00:54:40Ja, wir haben hier aber trotzdem nichts empfangen.
00:54:42Wir müssen einmal systematisch vorgehen.
00:54:43Ja, und wie soll das geschehen?
00:54:44Wir haben sämtliche Antellen
00:54:45vertikal ausgerichtet,
00:54:47anstatt mehr oder weniger horizontal wie bisher.
00:54:49So können wir unsere eigenen Sendungen
00:54:51und Signale dazu benutzen,
00:54:52diese merkwürdige Ionisation...
00:54:54Ionisation, was ist das eigentlich?
00:54:56Alle reden seit Tagen von Ionisation.
00:54:58Ionisation bedeutet,
00:54:59dass die äußeren Teile der Atome
00:55:01von den inneren Teilen fortgerissen werden.
00:55:03Und wie geschieht das?
00:55:03Auf verschiedene Weise.
00:55:05Durch eine elektrische Entladung,
00:55:07wie zum Beispiel bei einem Blitz
00:55:08oder den Leuchtstoffröhren,
00:55:10mit denen dieses Studio beleuchtet wird.
00:55:11Das Gas in diesen Röhren
00:55:12wird zum Teil ionisiert.
00:55:14Ah, so ist das.
00:55:15Ja.
00:55:16Das Hauptproblem ist in unserem Fall die Energie.
00:55:19Unsere Sendungen haben theoretisch
00:55:20viel zu wenig Energie,
00:55:22um dieses Ansteigen der Ionisation zu bewirken.
00:55:25Es scheint fast ausgeschlossen,
00:55:26dass unsere Sendungen
00:55:27die primäre Ursache
00:55:28für die Schwankungen in der Atmosphäre bilden.
00:55:30Dazu wäre eine ungeheure Energie.
00:55:32Eine ungeheure Energie,
00:55:33Herr Genot, dann nicht Augenblick mal.
00:55:34Alles klar, für die 10-Zentimeter-Sendung Bild?
00:55:37Alles klar, Harry.
00:55:38Kann losgehen.
00:55:50Hören Sie, Mr. Parkman?
00:55:52Geht laut durch.
00:55:54In Ordnung, Harry.
00:55:55Keine Reflexion.
00:55:56Na sehen, wie lange.
00:55:57Ich bin da skeptisch.
00:56:04Ja, das geht doch nicht mit rechten Dingen zu.
00:56:07Wenn Sie sich das an, Parkinson,
00:56:08die Ionisation,
00:56:09die 10-Zentimeter-Reflexion,
00:56:11das bedeutet,
00:56:12die Ionisation nimmt rapide zu.
00:56:14Bei allen Wellenmengen das Gleiche.
00:56:16Nach einer gewissen Zeit
00:56:17stellt sich der Schmundeffekt ein.
00:56:19Was ist los, Will?
00:56:20Geht das Signal noch durch?
00:56:21Nein.
00:56:22Das alte Lied.
00:56:23Aber mir ist das einfach nicht so.
00:56:24Was schlägst du vor?
00:56:25Auf die 1-Zentimeter-Werte können wir, glaube ich, verzichten.
00:56:28Die ist sowieso noch nicht moduliert.
00:56:31Bitte, da haben wir es.
00:56:33Zuerst durchdringt das Signal die Ionosphäre.
00:56:35Nach ein paar Sekunden verstärkt sich die Ionisation
00:56:37und das Signal wird total reflektiert.
00:56:40Was hat das zu bedeuten, Mr. Kingsley?
00:56:42Ich glaube, die bisherigen Resultate
00:56:43lassen sich sehr einfach erklären,
00:56:45wenn man eine gewisse Hypothese akzeptiert.
00:56:47Aber ich mache Sie darauf aufmerksam.
00:56:49Diese Hypothese scheint absurd.
00:56:51Machen Sie es nicht so spannend, Mr. Kingsley.
00:56:53Na gut.
00:56:54Unsere eigenen Sendungen auf allen Wellenlängen
00:56:56von 10 Zentimeter aufwärts
00:56:58rufen eine Verstärkung der Ionisation hervor,
00:57:01die sich bis zum Sättigungsgrad fortsetzt.
00:57:03Ach, das ist ja absolut unmöglich.
00:57:05Es erklärt aber einen absurden Sachverhalt.
00:57:07Ich ahne schon, worauf du hinaus willst, Chris.
00:57:10Stimmt meine Vermutung,
00:57:11dass die Ionisation schwächer wird,
00:57:13sobald die Sendungen abbrechen?
00:57:14Richtig, Geoff.
00:57:15Wenn wir die Sendungen abbrechen,
00:57:17wird die Energie, die die Ionisation bewirkt, blockiert.
00:57:19Die Ionisation und damit der Schwund-Effekt
00:57:22nehmen dann sehr schnell ab.
00:57:24Beschäftigen wir uns mit diesem Problem einmal ein wenig näher.
00:57:27Mir scheint, diese hypothetische Kraft, von der du da sprichst,
00:57:31muss über einen ganz beträchtlichen Scharfsinn verfügen.
00:57:34Angenommen, wir strahlen eine 10-Zentimeter-Welle aus,
00:57:37dann bewirkt nach deiner Theorie das geheimnisvolle Wesen.
00:57:40Aber geheimnisvolles Wesen.
00:57:41Ja, also bitte, wie sollen wir es denn sonst nennen?
00:57:43Also dann bewirkt dieses Wesen,
00:57:45dass die Ionisation so weit ansteigt,
00:57:47bis die 10-Zentimeter-Welle
00:57:49innerhalb der Erdatmosphäre blockiert wird.
00:57:51Die Ionisation, auch das ist sehr interessant,
00:57:54steigt nie weiter an.
00:57:55Das Wesen muss also genau wissen,
00:57:57wie weit es zu gehen hat.
00:57:58Was Ihre Hypothese alles andere als plausibel macht.
00:58:01Also ich meine,
00:58:02wir können den Sachverhalt auch so definieren.
00:58:04Bis jetzt haben wir festgestellt,
00:58:05dass sich innerhalb der Wolke
00:58:07eine Art Speisevorrichtung befindet.
00:58:09Eine Vorrichtung,
00:58:10die eine ungeheure Energiemenge auszulösen vermag,
00:58:13sobald sie von außen durch Radiowellen einen Reiz empfängt.
00:58:16Als nächstes müssten wir nun untersuchen,
00:58:18wie diese Speisevorrichtung funktioniert.
00:58:20Will sich jemand dazu äußern?
00:58:23Ja, ja, ich.
00:58:24Muss Tier in der Wolke sein.
00:58:26Das vermute ich seit langem.
00:58:28Ja, das ist doch Tier in der Wolke.
00:58:30Meinst du das im Ernst, Alexis?
00:58:31Das scheint mir die einzig mögliche Schlussfolgerung.
00:58:35Sind Sie auch der Meinung, Mr. Kingston?
00:58:37Ja, ja, ich bin überzeugt,
00:58:38dass die Wolke eine Art Intelligenz besitzt.
00:58:41Bevor jemand Einwände zu machen wünscht,
00:58:43möchte ich noch Folgendes sagen.
00:58:45Ich weiß, das ist ein absurder Gedanke,
00:58:47aber ich würde diese Möglichkeit nicht in Erwägung ziehen,
00:58:50wenn die andere Alternative nicht noch viel absurder wäre.
00:58:54Wie oft schon haben wir uns über das Verhalten der Wolke getäuscht.
00:58:57Ich erinnere nur an die unerklärliche Bremsgeschwindigkeit.
00:59:01Warum hat sie jene gasförmigen Klumpen abgeschossen,
00:59:04als sie sich dem Gravitationsfeld der Sonne näherte?
00:59:07Alle unsere Irrtümer bezüglich ihres Verhaltens
00:59:10haben ein gemeinsames Merkmal.
00:59:12Es sind genau die Irrtümer, die man begehen würde,
00:59:15wenn eine lebendige Kraft die Wolke lenkte.
00:59:19Ich wüsste gern, was Sie in diesem Zusammenhang unter lebendig verstehen.
00:59:22Beliebte oder lebendige Materie hat eine äußerst komplizierte Struktur
00:59:26und kann, wie Sie wissen, ein sehr kompliziertes Verhalten zeigen.
00:59:30Ich verstehe.
00:59:31Mich irritierte etwas die Bezeichnung Tier,
00:59:33die Alexandra vorhin benutzte.
00:59:35Sie sind also der Meinung,
00:59:36dass das Innere der Wolke einen überaus komplizierten Aufbau hat.
00:59:40Ja, ja.
00:59:40Komplizierte, aus Molekülen aufgebaute Organismen,
00:59:43eine Art Nervensystem.
00:59:45Ein Gehirn, wenn Sie so wollen.
00:59:46Diese Idee ist einfach lächerlich.
00:59:48Das kommt davon, wenn man so viele populärwissenschaftliche Romane liest,
00:59:51in denen so ein blödsinniges Zeug zu stehen pflegt.
00:59:53Monsieur Kingsley, wir kennen jetzt Ihre Ansichten.
00:59:57Wie sieht es eigentlich mit den Beweisen aus?
00:59:59Gehen wir einmal ganz systematisch vor.
01:00:01Erstens.
01:00:02Die Temperatur im Inneren der Wolke lässt auf das Vorhandensein
01:00:05höchst komplizierter Moleküle schließen.
01:00:07Zweitens.
01:00:08Die Temperatur begünstigt die Bildung ausgedehnte Organismen
01:00:11aus komplizierten Molekülen.
01:00:13Wieso?
01:00:14Wegen des Adhäsionsbestrebens der Oberfläche kleiner Teilchen.
01:00:18Die Dichte im Inneren der Wolke ist so groß,
01:00:20dass sich in ihr ziemlich große Klumpen festen Stoffes befinden dürften.
01:00:25Ich nehme an, dass die komplizierten Moleküle sich verbinden,
01:00:28wenn sie an der Oberfläche dieser Klumpen haften bleiben.
01:00:31Leuchtet mir ein.
01:00:32Tut mir leid, da bin ich ganz anderer Meinung.
01:00:34Sie sagen, komplizierte Moleküle verbinden sich,
01:00:37indem sie an der Oberfläche fester Körper haften bleiben.
01:00:39Nicht wahr?
01:00:40Ja.
01:00:40Das erscheint mir unrichtig.
01:00:42Die Moleküle, aus denen lebendiger Stoff besteht,
01:00:44enthalten große Vorräte innerer Energie.
01:00:46Alle Lebensvorgänge beruhen auf dieser Energie.
01:00:49Ich frage mich, wie die zu dieser Verbindung erforderliche Energie
01:00:52in die Moleküle gelangen soll.
01:00:54Ja, gestatten Sie mir, bevor ich Ihre Frage zu beantworten,
01:00:57versuche eine Gegenfrage.
01:00:58Bitte.
01:00:58Aus welcher Quelle erhalten denn irdische Lebewesen
01:01:01ihren Bedarf an innerer Energie?
01:01:04Was soll denn eine solche Frage von der Sonne natürlich?
01:01:06Ich will wissen, woher die Wolke die nötige innere Energie erhält.
01:01:09Aus der Sonne, sagen Sie. Gut.
01:01:12Dann erhalten die Moleküle ihre Energie, die sie brauchen,
01:01:15um sich formieren zu können, aus dem Licht eines Sterns.
01:01:18Im Weltraum ist eine solche Strahlung natürlich sehr schwach.
01:01:21Um sich richtig mit Energie versorgen zu können,
01:01:24muss die Wolke sich einem Stern nähern.
01:01:27Ja, und eben das hat sie getan.
01:01:30Dadurch wären gleich drei Probleme auf einmal gelöst.
01:01:33Erstens, warum die Wolke Sonnenlicht braucht.
01:01:36Zweitens, weshalb sie direkt auf die Sonne zusteuerte.
01:01:38Drittens, weshalb sie im Augenblick die Sonne umkreist.
01:01:42Ausgezeichnet, Mr. Kingsley.
01:01:43Warum ist Ihr intelligentes Tier eigentlich nicht in der Umlaufbahn
01:01:46um seinen ersten Stern geblieben?
01:01:47Ich finde, das ist unvernünftig.
01:01:49Eine gewöhnliche Wolke ohne Gehirn würde,
01:01:51so wie unser Planet, ja auch in der Nähe eines Sterns bleiben,
01:01:54um sich allmählich zu einem festen Körper
01:01:56oder einer Anzahl von Körpern verdichten.
01:02:00Vielleicht liegt dabei gerade das nicht in der Absicht unserer Wolke.
01:02:03Unserer wandernden Wolke, nicht wahr?
01:02:05Ich würde sehr gerne eine Frage stellen.
01:02:07Vielleicht kommt ihr recht.
01:02:08Mr. Kingsley, warum sprechen Sie immer von einem Tier?
01:02:11Wäre nicht eine Menge kleiner Tiere denkbar?
01:02:13Ich bezweifle das.
01:02:15Warum?
01:02:15Haben Sie Beweise?
01:02:16Natürlich nicht.
01:02:18Aber lassen Sie mich einmal darlegen,
01:02:20wie ich mir die biologische Entwicklung der Wolke vorstelle.
01:02:23In einem frühen Stadium gab es wohl eine Menge mehr
01:02:28oder weniger isolierter Einzelwesen.
01:02:31Dann entwickelte sich eine Verständigung,
01:02:33nicht auf akustischem Wege, wie Sie sich sicher denken können,
01:02:36sondern durch Übertragung von Strahlen.
01:02:40Die Einzelwesen entwickelten biologische Organe,
01:02:43die zur Übertragung von Strahlen bestimmt waren,
01:02:45etwa so wie wir Lippen, Zunge und Stimmbänder entwickelt haben.
01:02:50Die Verständigung erreichte einen Grad,
01:02:53den wir uns kaum vorstellen können.
01:02:54Ein Gedanke wurde im Augenblick eingedacht,
01:02:56wurde schon mitgeteilt.
01:02:58Ein Gefühl wurde...
01:02:59Telepathie.
01:03:00Was sagen Sie?
01:03:01Telepathie.
01:03:02Ach so, ja.
01:03:03Ja, sicher.
01:03:03Auf diese Weise wurde das Einzelwesen ausgelöscht.
01:03:07Und es entwickelte sich ein Zusammenhängen des Ganzes.
01:03:11Seine verschiedenen Teile sind vielleicht in der ganzen Wolke verteilt.
01:03:15Ich betrachte es aber als eine neurologische Einheit,
01:03:19zusammengehalten von einem Nachrichtensystem,
01:03:21durch das Signale mit einer Geschwindigkeit von 300.000 km pro Sekunde
01:03:24übermittelt und empfangen werden.
01:03:26Ja, wir sollten uns einmal mit diesen Signalen befassen.
01:03:30Gewöhnliches Licht kommt vermutlich nicht in Frage, oder?
01:03:33Die Wolke ist undurchlässig.
01:03:34In meiner Meinung nach kann es sich nur um Radiowellen handeln.
01:03:38Wenn ein Übertragungssystem wirklich funktionieren soll,
01:03:41ist eine vollkommene Phasenkontrolle erforderlich.
01:03:44Die Phasenkontrolle ist aber, soweit mir bekannt ist,
01:03:47nur bei Radiowellen möglich.
01:03:48Unsere Radiosendungen.
01:03:50Was ist mit unseren Radiosendungen?
01:03:50Die haben das neurologische System des Tieres gestört.
01:03:54Sie hätten es getan, wenn ein Organismus dies zugelassen hätte.
01:03:56Wie meinen Sie das?
01:03:57Nun, das Tier ist nicht allein unseren Sendungen ausgesetzt,
01:04:01sondern einem ganzen Ansturm kosmischer Radiowellen.
01:04:05Radiowellen aus allen Teilen des Universums
01:04:07würden das neurologische System stören,
01:04:09wenn die Wolken nicht eine Art Schutz entwickelt hätten.
01:04:12Und wie soll dieser Schutz aussehen?
01:04:15Elektrische Entladungen im äußeren Teil der Wolke
01:04:17verursachen eine so starke Ionisation,
01:04:19dass Radiowellen von außen nicht eindringen können.
01:04:23So ein Schutz ist ebenso wichtig
01:04:24wie die Schädeldecke für das menschliche Gehirn.
01:04:27Wir müssten mit einer Wellenlänge arbeiten,
01:04:29die in die Wolke eindringen kann,
01:04:31ohne ihr neurologisches System zu stören.
01:04:33Ja, was ist mit der 1-Zentimeter-Welle, Harry?
01:04:36Ja, damit haben wir noch keinen Sendeversuch gestartet.
01:04:38Vielleicht wäre es möglich,
01:04:39auf diese Weise mit der Wolke in Kontakt zu treten.
01:04:41Sind Sie denn schon in der Lage,
01:04:43die 1-Zentimeter-Welle zu modulieren?
01:04:44Da vorläufe ich noch nicht,
01:04:45aber wenn wir ein paar Nachtschichten einlegen,
01:04:47können wir in ein paar Tagen soweit sein.
01:04:50Machen wir uns gleich an die Arbeit, Harry.
01:04:51Ja, gehen wir.
01:04:52Ja, wollen Sie mich bitte jetzt auch entschuldigen?
01:04:55Mr. Marlow, glauben Sie wirklich,
01:04:57dass eine solche Verständigung mit der Wolke zustande kommen wird?
01:04:59Tja, das wäre von entscheidender Bedeutung.
01:05:01Was versprechen Sie sich davon?
01:05:03Erinnern Sie sich an die beiden Katastrophen,
01:05:05die uns schon heimgesucht haben,
01:05:07ohne dass die Wolke absichtlich etwas gegen uns unternommen hat.
01:05:10Eine geringe von Ihrer Oberfläche ausgehende Reflexion
01:05:13und wir wären beinahe verbrannt worden.
01:05:16Als Sie sich nur kurze Zeit vor die Sonne schob,
01:05:18wären wir beinahe erfroren.
01:05:19Wenn es uns gelingt, mit der Wolke in Verbindung zu treten,
01:05:22dann könnte das in Zukunft vielleicht vermieden werden.
01:05:25Meinen Sie im Ernst,
01:05:26Sie würde uns das nächste Mal verschonen?
01:05:27Wenn ein Käfer zu Ihnen sagte,
01:05:29Mr. Parkinson,
01:05:30würden Sie bitte Ihren Fuß woanders hinsetzen,
01:05:32Sie zertreten mich sonst?
01:05:33Wären Sie dann nicht bereit,
01:05:35einen etwas größeren Schritt zu machen,
01:05:36um dem Käfer auszuweichen?
01:05:37Vier Tage später,
01:05:39nach 33 vergeblichen Sendestunden,
01:05:42wird auf der 1-Zentimeter-Welle,
01:05:44die nicht reflektiert,
01:05:45die erste Verbindung zwischen Nortenstow
01:05:48und der Schwarzen Wolke hergestellt.
01:05:51Die Antwort auf einen läppischen Sprachunterricht,
01:05:54den man ihr zu erteilen für zweckvoll erachtet,
01:05:56ist lapidar.
01:05:58Botschaft empfangen,
01:06:01Information unbedeutend.
01:06:04Weiter.
01:06:06Über eine geistvollere Botschaft
01:06:08machen Kingsley und sein Team
01:06:09sich wenig Gedanken.
01:06:11Sie sind Wissenschaftler
01:06:12und ihre Anstrengungen gelten zunächst einmal
01:06:14einer verbesserten Übertragungstechnik.
01:06:16Auf Kingsleys Anregung
01:06:18hinkoppeln die Radioastronomen
01:06:19den Sender mit einer Bildröhre,
01:06:21die die Botschaften sichtbar machen soll.
01:06:24Lesters Beitrag zu einer
01:06:26verfeinerten Übertragungstechnik
01:06:27besteht in der Umwandlung
01:06:28elektrischer Impulse
01:06:30in menschliche Laute.
01:06:32Dabei erlaubt er sich
01:06:34einen Scherz.
01:06:39Bitte den Ton, Bill.
01:06:45Kalkuliere zur technischen Verbesserung.
01:06:50Stoddart, das ist doch Stoddart!
01:06:51Joy, in der Wolke, schön!
01:06:53Aber, Joy, warum hast du das denn gesagt?
01:06:54Gibt es da oben auch so schöne Tomaten, Stoddart?
01:06:56Aber wie ist denn so was möglich, Mr. Lester?
01:06:58Sie möchten sich wohl gerne wissen,
01:07:00um dann auch Ihren lieben Premier
01:07:01in die Wolke zu schicken.
01:07:03Das ist doch irgendein Trick.
01:07:05Sie treiben jetzt uns
01:07:06Ihren Hut bis Burgus.
01:07:07Nein, nein, das tue ich nicht, Mr. Parkinson.
01:07:09Ich habe ganz einfach
01:07:10Joe Stoddarts Tonmodulation nachgebildet.
01:07:13Die bietet nämlich
01:07:13die geringsten Schwierigkeiten.
01:07:16Stoddart hat doch immer
01:07:16die gleichen Betonungen
01:07:18und spricht so schön langsam.
01:07:20Und darum habe ich der Wolke
01:07:22seine Schuld gegeben.
01:07:22Die erste Sendung
01:07:23wurden uns sehr überrascht.
01:07:25In mehrfacher Hinsicht.
01:07:28Es erscheint mir höchst ungewöhnlich,
01:07:30dass Planeten,
01:07:32die doch für lebendige Wesen
01:07:34die denkbar ungünstigsten Bedingungen bieten,
01:07:38von Tieren behoben werden,
01:07:40die technische Fähigkeiten besitzen.
01:07:43Auf die Frage,
01:07:45warum er dieser Ansicht sei,
01:07:46antwortet Joey,
01:07:47wie man die Wolke
01:07:49jetzt allgemein nennt?
01:07:53Aus zwei einfachen Gründen.
01:07:56Da Sie auf der Oberfläche
01:07:58eines festen Körpers leben,
01:08:00sind Sie keiner starken
01:08:02Gravitationskraft ausgesetzt.
01:08:05Dadurch ist die Größe,
01:08:06die Sie erreichen können,
01:08:08damit das Ausmaß
01:08:10Ihrer neurologischen Tätigkeit
01:08:12sehr begrenzt.
01:08:13Im Allgemeinen erwartet man
01:08:16intelligente Lebewesen
01:08:18in einem diffusen,
01:08:20gasförmigen Milieu,
01:08:21nicht auf einem Planeten.
01:08:24Auf der anderen Seite
01:08:26mangelt es Ihnen fast gänzlich
01:08:28an den für die Ernährung
01:08:30notwendigen chemischen Grundstoffen.
01:08:33Zur Bildung
01:08:34chemischer Nahrungsstoffe
01:08:36in größerem Umfang
01:08:38ist die Energie
01:08:39von Sternen erforderlich.
01:08:42Ihr Planet
01:08:43absorbiert aber nur
01:08:44einen Bruchteil
01:08:45der Sonnenenergie.
01:08:48Ich hätte einen ganzen
01:08:51Katalog von Fragen,
01:08:53möchte sie aber lieber
01:08:54in einer späteren Sendung
01:08:57stellen.
01:08:58Infolge der Nähe
01:09:00Ihres Sendes
01:09:01stören Ihre Übertragungen
01:09:04sehr stark
01:09:05verschiedene andere Botschaften
01:09:07aus dem Weltraum,
01:09:10die ich zu empfangen wünsche.
01:09:12Aus diesem Grunde
01:09:14schlage ich für die nächsten
01:09:16Sendungen
01:09:17folgenden Code
01:09:19vor.
01:09:28Bitte wollen Sie
01:09:30diesen Code
01:09:30in Zukunft
01:09:31immer verwenden.
01:09:33Ich beabsichtige,
01:09:35gegen Ihren Sender
01:09:37eine elektronische
01:09:39Abschirmung zu errichten.
01:09:41Der Code
01:09:42wird als Signal gelten,
01:09:44dass Sie die Abschirmung
01:09:46durchdringen wollen.
01:09:50Der ersten Sendung
01:09:51folgen weitere.
01:09:52Und den Bewohnern
01:09:54von Nortenstow
01:09:54wird bald bewusst,
01:09:55dass Sie von den Einsichten
01:09:57der Wolke
01:09:57einmal mehr profitieren könnten,
01:09:59als diese vorerst
01:10:00von Ihren bescheidenen
01:10:01menschlichen Erkenntnissen.
01:10:04Die regelmäßigen Sendungen
01:10:06zwischen Nortenstow
01:10:07und der Schwarzen Wolke,
01:10:08die allen interessierten
01:10:09Empfangsstationen
01:10:10von Hollywood
01:10:11bis Wladivostok
01:10:12zur Verfügung gestellt werden,
01:10:13entwickeln sich
01:10:14zu einer Art Dialog.
01:10:16Dieser Dialog
01:10:17und eine Untersuchung
01:10:18seiner Voraussetzungen
01:10:19werden möglich,
01:10:19da Joey,
01:10:20dem man unter anderem
01:10:22die gesamte
01:10:22Enzyklopädie
01:10:23Britannica vorstellt,
01:10:25es versteht sich
01:10:25über die Prinzipien
01:10:26der menschlichen Verständigung,
01:10:28schnell Klarheit zu verschaffen.
01:10:33Ich finde es merkwürdig,
01:10:35dass die Art,
01:10:37auf die Sie sich
01:10:38mit mir verständigen,
01:10:40in keinerlei Zusammenhang
01:10:42mit der neurologischen Tätigkeit
01:10:44Ihrer Gehirne steht.
01:10:47Noch merkwürdiger erscheint es mir,
01:10:49dass Sie alle einander
01:10:50so ähnlich sind.
01:10:52Wahrscheinlich können Sie sich
01:10:54deshalb auch einer
01:10:56so groben Verständnungsmethode bedienen,
01:10:58wie Sie es tun.
01:11:01Sie versehen
01:11:03Ihre neurologischen Zustände
01:11:05mit formelhaften Bezeichnungen
01:11:07wie Zorn,
01:11:09Kopfschmerzen,
01:11:11Verlegenheit,
01:11:13Glück,
01:11:14Trauer
01:11:15und so weiter.
01:11:17Wenn ein Herr A.
01:11:19den Wunsch hat,
01:11:20einem Herrn B.
01:11:21mitzuteilen,
01:11:22dass er Kopfschmerzen hat,
01:11:25versucht er nicht etwa
01:11:26die neurologische Störung
01:11:28näher zu beschreiben,
01:11:30sondern bedient sich
01:11:32einer einfachen Formel.
01:11:34Er sagt,
01:11:35ich habe Kopfschmerzen.
01:11:37Wenn Herr B.
01:11:39nichts hört,
01:11:40legt er die Bezeichnung
01:11:42Kopfschmerzen
01:11:43nach seinen Erfahrungen aus.
01:11:46Eine so simple Methode
01:11:48der Verständigung
01:11:49ist natürlich nur
01:11:51zwischen Nahe zu...
01:11:52Lester, können wir mal
01:11:53kurz unterbrechen.
01:11:54Bill,
01:11:55ich gehe doch bitte mal
01:11:55auf Aufnahme.
01:12:05Darf ich dazu vielleicht
01:12:06Folgendes sagen?
01:12:07Zwischen zwei völlig
01:12:09identischen Individuen,
01:12:10wenn es so etwas
01:12:10überhaupt gibt,
01:12:12wäre eine Verständigung
01:12:13gar nicht notwendig.
01:12:14Denn jedes Individuum
01:12:15wüsste ja automatisch,
01:12:16was das andere Individuum
01:12:17denkt oder fühlt.
01:12:19Nahezu identische Individuen
01:12:21können sich mit einer
01:12:22ziemlich groben
01:12:22Verständigungsmethode
01:12:23begnügen.
01:12:24Verschiedene Individuen
01:12:26dagegen sind auf eine
01:12:26weitaus kompliziertere
01:12:28Verständigungsmethode
01:12:29angewiesen.
01:12:29Ende.
01:12:32Eben das versuche ich
01:12:34Ihnen auseinanderzusetzen.
01:12:37Im Augenblick bereitet es
01:12:39mir keine Schwierigkeiten
01:12:40mehr,
01:12:41Ihre Sprache zu verstehen.
01:12:44Es handelt sich um
01:12:45eine Sprache,
01:12:47die für ähnliche
01:12:48Individuen geeignet ist.
01:12:51Der Unterschied
01:12:52zwischen Ihnen und mir
01:12:54ist sehr viel größer
01:12:56als Sie es sich
01:12:57wahrscheinlich
01:12:58vorstellen.
01:13:00Glücklicherweise
01:13:01scheinen Ihre
01:13:02neurologischen Zustände
01:13:04ziemlich unkompliziert
01:13:06zu sein.
01:13:07Bitte, Signal.
01:13:15haben wir eigentlich
01:13:16irgendwelche neurologischen
01:13:18Zustände gemeinsam?
01:13:20Kennen Sie zum Beispiel
01:13:21etwas, das unseren
01:13:22Kopfschmerzen entspricht?
01:13:24Ende.
01:13:28In einem weiteren Sinn,
01:13:30den ich Ihnen leider
01:13:31noch nicht erklären kann,
01:13:33hat jede Kreatur
01:13:35mit einem neurologischen
01:13:37System solche Empfindungen
01:13:39um die Nuance
01:13:42meiner Empfindungen
01:13:43zu erfassen,
01:13:44müssen Sie meine
01:13:46Sprache beherrschen.
01:13:51Ich komme jetzt zu einem
01:13:54gänzlich anderen Thema,
01:13:55das mich beschäftigt.
01:13:58In einer Ihrer
01:14:00bisherigen Lektionen
01:14:01war von Musik
01:14:03die Rede.
01:14:05Ihre Beschreibung
01:14:06dieses Phänomens
01:14:08war höchst
01:14:09unbefriedigend.
01:14:11Könnten Sie mir
01:14:12ein Beispiel
01:14:13geben?
01:14:15Eine Chance
01:14:16für Sie,
01:14:16Miss Halsey.
01:14:17Und was für einer.
01:14:19Vor so einem Auditorium
01:14:20hat noch keine
01:14:21Pianistin gespielt.
01:14:22Ja, aber was soll ich
01:14:23denn spielen?
01:14:23Wie wirst
01:14:24mit der B-Dur-Sonate?
01:14:25Wir haben Ihr Konzert
01:14:27damals mitgeschritten,
01:14:28Miss Halsey.
01:14:28Das Tonband
01:14:29ist noch nicht gelöscht.
01:14:30Wenn Sie nichts dagegen
01:14:30haben, können wir es
01:14:31jetzt abspielen.
01:14:32Ja, das wäre mir
01:14:33eigentlich lieber.
01:14:34Hast du das Band
01:14:35greifbar, Bill?
01:14:36Hätte ich sonst gefragt.
01:14:37Dann kannst du ja
01:14:37abfahren.
01:14:38Okay.
01:14:39Soll Miss Halsey
01:14:40die Ansage nicht
01:14:41selbst sprechen?
01:14:41Gute Idee.
01:14:42Sprechen Sie bitte
01:14:43auf Signal.
01:14:53Ludwig van Beethoven,
01:14:54Sonate in B-Dur,
01:14:55Opus 106.
01:15:17Sehr interessant.
01:15:20Aber bitte fangen Sie
01:15:22noch einmal an
01:15:23und spiegeln Sie den Satz
01:15:2630 Prozent schneller.
01:15:29Danke.
01:15:31Bill, hast du gehört?
01:15:32Ja, ich fufe zurück.
01:15:46Merkwürdig.
01:15:47Ist Ihnen schon mal aufgefallen,
01:15:49dass Beethoven für den
01:15:50ersten Satz der
01:15:51B-Dur-Sonate
01:15:52ein geradezu fantastisches
01:15:53Tempo vorschreibt?
01:15:55Viel schneller,
01:15:55als es ein normaler
01:15:56Pianist ausführen kann.
01:15:57Sie müssen schon
01:15:58entschuldigen,
01:15:59aber wir sind keine
01:15:59Musiker.
01:16:00Joey vielleicht?
01:16:01Dem ist es immerhin
01:16:03aufgefallen.
01:16:04Aber Achtung.
01:16:12Am 10.
01:16:13März 1969,
01:16:15einem Dienstag,
01:16:17stellt die Wolke
01:16:18ihre Sendungen
01:16:19unangekündigt ein.
01:16:21Drei Tage lang
01:16:22bemühen die Radioastronomen
01:16:24von Nortensdor
01:16:24sich um eine neue
01:16:25Verständigung.
01:16:26Ihren regelmäßigen
01:16:27Abständen ausgestrahlter
01:16:29Code bleibt unbeantwortet.
01:16:31Am Morgen des
01:16:32vierten Tages
01:16:32teilt Joey Ihnen mit,
01:16:34dass er inzwischen
01:16:35genügend Sonnenenergie
01:16:36gespeichert habe
01:16:37und in absehbarer Zeit
01:16:39in den Weltenraum
01:16:41zurückkehren werde.
01:16:43Weisen Sie unbedingt
01:16:44noch einmal auf die
01:16:45verschiedenen Gefahren,
01:16:46in denen wir
01:16:46ausgesetzt sein könnten?
01:16:47Ja, Parkinson hat recht.
01:16:49Es wäre gut,
01:16:49ihm vorher die möglichen
01:16:50Auswirkungen noch einmal
01:16:51detailliert zu erklären.
01:16:52Meinst du?
01:16:52So tun Sie doch schon was.
01:16:54Wir haben nicht mehr viel Zeit.
01:16:55Wenn Sie meinen...
01:16:56Bill, geben Sie noch einmal
01:16:58das Signal.
01:17:06Wir möchten an die Gefahren
01:17:07erinnern, denen unser
01:17:09Planet ausgesetzt sein wird.
01:17:11Bei der notwendigen
01:17:12Geschwindigkeitsbeschleunigung
01:17:13könnte uns eines ihrer
01:17:14gasförmigen Geschosse treffen.
01:17:16Weiter können die Ausläufer
01:17:18der Wolke Teile unserer
01:17:19Atmosphäre wegreißen.
01:17:21Und schließlich waren wir
01:17:22durch zu starke Reflexion
01:17:23des Sonnenlichts an der
01:17:24Oberfläche der Wolke
01:17:25einer großen
01:17:26Hitzestrahlung ausgesetzt.
01:17:28Ende.
01:17:29Ich beabsichtige,
01:17:31zwischen mir und
01:17:33Ihrem Planeten
01:17:34einen Schirm zu bilden.
01:17:37Auf diese Weise
01:17:38werden Sie vor
01:17:39geschossen
01:17:39mit Hitze
01:17:40sicher sein.
01:17:42Der Schirm wird
01:17:44allerdings auch
01:17:45für 14 Tage
01:17:46die Sonne verdeckt.
01:17:48Diese Sonnenfinsternis
01:17:50wird aber keinen
01:17:52Schaden anrichten.
01:17:54wie offenbar
01:17:55bei meiner Ankunft.
01:17:57Signal,
01:17:58Mr. Malboro,
01:17:59schnell das Signal!
01:18:07Sie haben sicher
01:18:08bemerkt,
01:18:08dass wir keinen
01:18:09Versuch
01:18:09unternommen haben,
01:18:10Sie um Auskünfte
01:18:11über verschiedene
01:18:11uns nicht bekannte
01:18:12physikalische
01:18:13Prinzipien zu bitten.
01:18:14Wir unterließen
01:18:15das in der Meinung,
01:18:16dass sich hierfür
01:18:17später noch genügend
01:18:17Gelegenheit bieten würde.
01:18:19Können Sie uns raten,
01:18:20wie wir die kurze Zeit,
01:18:21die uns jetzt noch
01:18:21zur Verfügung steht,
01:18:23am besten ausnutzen sollen.
01:18:24Ende.
01:18:27Es scheint,
01:18:29als wären
01:18:30dem Austausch
01:18:31bestimmter
01:18:32Informationen
01:18:33zwischen
01:18:34intelligenten
01:18:35Wesen
01:18:36grenzend
01:18:37physikalischer
01:18:38Art
01:18:39gesetzt.
01:18:40Es ist
01:18:41anzunehmen,
01:18:42dass eine
01:18:43Schranke
01:18:44besteht,
01:18:45die den
01:18:46Austausch
01:18:46von
01:18:46Informationen
01:18:47über
01:18:48grundlegende
01:18:49Probleme
01:18:50verhindert.
01:18:52anscheinend wird
01:18:53jedes intelligente
01:18:55Wesen,
01:18:56das eine solche
01:18:57Information
01:18:58weiterzugehen
01:18:59versucht,
01:19:00vom Raum
01:19:01verschluckt.
01:19:02Das heißt,
01:19:04der Raum
01:19:05schließt sich
01:19:06um ein solches
01:19:07Wesen
01:19:07auf eine Weise,
01:19:09das keinerlei
01:19:10Verständigung
01:19:11mit anderen
01:19:12Wesen
01:19:13ähnlicher Art
01:19:14ist.
01:19:14Verstehen Sie das,
01:19:15Mr. Kingsley?
01:19:16Nein.
01:19:16Ich auch nicht,
01:19:17aber warum nicht?
01:19:17Wieso warten Sie doch
01:19:18ab?
01:19:18Wir müssen uns
01:19:19bisher auf Dinge
01:19:20beschränken,
01:19:22die Ihnen
01:19:22bereits bekannt
01:19:23sind.
01:19:25Eine
01:19:25Übermittlung
01:19:26völlig
01:19:27Erkenntnisse
01:19:28ist nur
01:19:28möglich,
01:19:29wenn Sie
01:19:30meine
01:19:30Sprache
01:19:31erlernen.
01:19:33Dabei
01:19:33ergeben
01:19:34sich zwei
01:19:35Probleme.
01:19:36Erstens
01:19:37die Art
01:19:38des
01:19:38Verfahrens.
01:19:39Zweitens
01:19:40die
01:19:41grundlegende
01:19:42Frage,
01:19:42ob das
01:19:43menschliche
01:19:44Gehirn
01:19:45über eine
01:19:46entsprechende
01:19:47neurologische
01:19:48Kapazität
01:19:48verfügt.
01:19:50Die zweite
01:19:51Frage kann
01:19:52nicht mit
01:19:52Sicherheit
01:19:53beantwortet
01:19:54werden.
01:19:55Aber es
01:19:56scheinen
01:19:56Anzeichen
01:19:57vorhanden
01:19:57zu sein,
01:19:58die einen
01:19:59gewissen
01:20:00Optimismus
01:20:01rechtfertigen.
01:20:02Die
01:20:03Leistungen
01:20:04des
01:20:04menschlichen
01:20:05Gehirns
01:20:06könnten
01:20:06stark
01:20:07verbessert
01:20:07werden,
01:20:08vorausgesetzt,
01:20:10dass die
01:20:11richtigen
01:20:11Methoden
01:20:12angewandt
01:20:13werden.
01:20:14Und eben
01:20:15das wollte
01:20:16ich Ihnen
01:20:16vorschlagen.
01:20:17Ich
01:20:19schlage
01:20:19vor,
01:20:20dass
01:20:21einer
01:20:21von Ihnen
01:20:22sich dem
01:20:23Experiment
01:20:23unterzieht,
01:20:25meine
01:20:26Denkmethoden
01:20:27zu
01:20:27erlernen.
01:20:29Durch
01:20:29gezielte
01:20:30elektrische
01:20:31Impulse
01:20:32auf die
01:20:33verschiedenen
01:20:34Zerebralfelder
01:20:35müsste es
01:20:37möglich sein.
01:20:39Es
01:20:40folgen
01:20:40technische
01:20:41Details,
01:20:42die einer
01:20:42der beiden
01:20:43Radioastronomen
01:20:44sorgfältig
01:20:44notiert.
01:20:46Professor
01:20:46Kingsley
01:20:47drängt
01:20:47darauf,
01:20:47dass die
01:20:48komplizierten
01:20:48Schaltungen
01:20:49in einen
01:20:49Konstruktionsplan
01:20:50übertragen
01:20:51werden und
01:20:52dieser in der
01:20:52noch zur
01:20:53Verfügung stehenden
01:20:53Zeit zur
01:20:54Ausführung
01:20:54kommt.
01:20:55Mit den
01:20:56notwendigen
01:20:56Vereinfachungen
01:20:57gelingt es
01:20:58Harry Lester
01:20:58und seinem
01:20:59Mitarbeiter
01:20:59Marlboro,
01:21:00das
01:21:00neuartige
01:21:00Gerät
01:21:01zum
01:21:01angegebenen
01:21:02Termin
01:21:02fertigzustellen.
01:21:04Für die
01:21:05notdürftig
01:21:06verkleidete
01:21:06Apparatur
01:21:07kreiert
01:21:07einer der
01:21:07anwesenden
01:21:08Damen
01:21:08die
01:21:09Bezeichnung
01:21:09Trockenhaube.
01:21:12Der
01:21:13große
01:21:13Augenblick
01:21:14ist gekommen.
01:21:15Tja,
01:21:16jetzt müssen
01:21:17wir ein
01:21:18Versuchskaninchen
01:21:18suchen.
01:21:19Knädige Frau,
01:21:20die Lektion
01:21:20kann beginnen.
01:21:22Wer will
01:21:22sich als
01:21:23Erster
01:21:23unter
01:21:23Joyce
01:21:24Haube
01:21:24setzen?
01:21:25Und die
01:21:25Frage
01:21:25übrigt sich
01:21:26wohl,
01:21:26ich natürlich.
01:21:27Sind
01:21:27Sie sich
01:21:28darüber im
01:21:28Klaren,
01:21:29dass dieses
01:21:29Experiment
01:21:30gewisse
01:21:30Schäden,
01:21:31ich meine
01:21:31gewisse
01:21:32gesundheitliche
01:21:32Schäden
01:21:33mit
01:21:33Sie bringen
01:21:33kann?
01:21:33Seien Sie
01:21:34beruhigt,
01:21:34Doktor.
01:21:35Das
01:21:35Risiko
01:21:35trage ich
01:21:36ganz allein.
01:21:37Sind Sie
01:21:38bereit?
01:21:38Von mir aus
01:21:39kann es losgehen.
01:21:40Bill,
01:21:41hast du die
01:21:41Kontakte der
01:21:42Delta-Schaltung
01:21:42nochmal
01:21:43kontrolliert?
01:21:45Ja,
01:21:46die sind
01:21:46soweit
01:21:46in Ordnung,
01:21:47Harry.
01:21:48Also,
01:21:49gehen wir
01:21:49nochmal
01:21:49alle
01:21:50Schaltungen
01:21:50durch.
01:21:51Alpha,
01:21:55Beta,
01:21:59Gamma
01:22:03und Delta.
01:22:06Okay,
01:22:07du kannst
01:22:07auf Empfang
01:22:08gehen.
01:22:11Code
01:22:22ab.
01:22:24Sehen Sie,
01:22:25die
01:22:25Kathodenröhre
01:22:26leuchtet
01:22:26auf.
01:22:27Was haben
01:22:28die
01:22:28Schwingungen
01:22:28zu bedeuten?
01:22:30Und jetzt
01:22:30die
01:22:30quadratischen
01:22:31Felder?
01:22:32Joey hat
01:22:32unseren Code
01:22:33empfangen.
01:22:34Es geht
01:22:34los.
01:22:38Was
01:22:39sagt der
01:22:39Chris?
01:22:40Verstehst
01:22:41du ihn?
01:22:42und
01:22:43die
01:22:43Zahl.
01:22:44Ich
01:22:45verstehe
01:22:45überhaupt
01:22:46nichts.
01:22:47Ein
01:22:47unverständliches
01:22:48Wirrwarr.
01:22:51Ein System,
01:22:52das
01:22:52alles.
01:22:55Ist
01:22:55so genau
01:22:55zusammenhängig.
01:22:58Kein
01:22:59Sinn.
01:23:02Die Zeit
01:23:03vergeht nur
01:23:04langsam.
01:23:05Und das
01:23:06Interesse des
01:23:06Publikums an
01:23:07einer Vorstellung
01:23:08hinter verschlossenem
01:23:08Vorhang nimmt
01:23:09ständig ab.
01:23:11Man plaudert
01:23:11über die
01:23:12letzten Wochen
01:23:12die mögliche
01:23:13Bedeutung
01:23:13dieses
01:23:14Experiments,
01:23:14aber auch
01:23:15über die
01:23:15angekündigte
01:23:16Auflösung des
01:23:17Forschungsinstituts
01:23:18und
01:23:19Zukunftspläne.
01:23:21Nach
01:23:21drei Stunden
01:23:22scheint es
01:23:23Marlowe
01:23:23an der
01:23:23Zeit.
01:23:27Na?
01:23:28Wie steht's,
01:23:29Chris?
01:23:30Weißt du
01:23:30Fortschritte?
01:23:33Chris, was
01:23:33ist los?
01:23:35Chris, hörst du
01:23:36mich?
01:23:37Mr. Kingsley,
01:23:39warum antworten
01:23:40Sie nicht?
01:23:40Was hat er denn,
01:23:41Doktor?
01:23:42Sehen Sie nur
01:23:43nur seine Augen?
01:23:44Er befindet sich
01:23:45in einem
01:23:45hypnotischen
01:23:46Zustand.
01:23:47Ja, meinen Sie
01:23:47nicht, wir
01:23:48sollten was
01:23:48unternehmen?
01:23:49Das halte ich
01:23:49nicht für
01:23:49ratsam.
01:23:50Wahrscheinlich
01:23:51würde er sich
01:23:51zur Wehr setzen.
01:23:53Wir müssen
01:23:53schon das
01:23:54Ende des
01:23:54Experiments
01:23:55abwarten.
01:23:57Ich werde
01:23:57hier bleiben,
01:23:58alle anderen
01:23:59gehen jetzt
01:23:59besser.
01:24:02Der
01:24:03hypnotische
01:24:03Zustand,
01:24:04in dem
01:24:04Kingsley
01:24:04sich befindet,
01:24:06dauert fast
01:24:06zwei Tage.
01:24:08Regelmäßige
01:24:09Injektionen
01:24:09von Kalorien
01:24:10sollen eine
01:24:11ausreichende
01:24:11Durchblutung
01:24:12seines Gehirns
01:24:12gewährleisten.
01:24:14Als am
01:24:15Abend des
01:24:15zweiten
01:24:16Tages die
01:24:16Kathodenröhre
01:24:17erlischt,
01:24:17wird Kingsley
01:24:18auf Anordnung
01:24:19Dr.
01:24:20McNeil's
01:24:20auf ein
01:24:20Bett
01:24:20gelegt.
01:24:21In der
01:24:22kommenden
01:24:22Nacht
01:24:22steigt
01:24:23seine
01:24:23Temperatur
01:24:24auf 39
01:24:24Grad,
01:24:2539,5
01:24:26Grad,
01:24:2740
01:24:27Grad.
01:24:28Dann
01:24:29bleibt sie
01:24:29stehen
01:24:30und fällt
01:24:31wieder.
01:24:3336
01:24:33Stunden
01:24:34nach
01:24:34Beendigung
01:24:35des
01:24:35Experiments
01:24:36kehrt sein
01:24:36Bewusstsein
01:24:37zurück.
01:24:39Minutenlang
01:24:39wechselt sein
01:24:40Gesichtsausdruck.
01:24:41Plötzlich
01:24:42beginnt das
01:24:42Delirium.
01:24:43Sein Gesicht
01:24:43verzerrt sich
01:24:44und ermurmelt
01:24:45zusammenhangloses
01:24:46Zeug.
01:24:48Der Anfall
01:24:49dauert viele
01:24:50Stunden.
01:24:52Am nächsten
01:24:52Morgen ist
01:24:53Christopher
01:24:54Kingsley
01:24:54tot.
01:24:54Tod.
01:24:57Vor
01:24:58seiner
01:24:58Rückkehr
01:24:58in die
01:24:58Vereinigten
01:24:59Staaten
01:24:59sitzt
01:25:00Geoff
01:25:00Marlowe
01:25:01mit
01:25:01Dr.
01:25:01McNeil,
01:25:02dem
01:25:02einzigen
01:25:02Augenzeugen
01:25:03des
01:25:03tödlichen
01:25:03Experiments
01:25:04auf der
01:25:05Terrasse
01:25:05des
01:25:05alten
01:25:05Gutshauses
01:25:06von
01:25:06Nortonstow.
01:25:18Schweigend
01:25:19sehen sie
01:25:19eine Weile
01:25:20dem
01:25:20Gärtner
01:25:20Joe Stodder
01:25:21zu,
01:25:21der,
01:25:22von allen
01:25:23Ereignissen
01:25:23unberührt,
01:25:25seinen
01:25:25Rasen
01:25:26mäht.
01:25:28Glauben
01:25:29Sie nicht,
01:25:29dass es
01:25:30falsch
01:25:30war,
01:25:31Kingsley
01:25:31dieses
01:25:32Experiment
01:25:32durchführen
01:25:33zu lassen?
01:25:35Wäre
01:25:35nicht ein
01:25:35Mensch
01:25:36mit
01:25:36geringeren
01:25:37intellektuellen
01:25:38Fähigkeiten
01:25:38dafür geeigneter
01:25:39gewesen?
01:25:41Ich meine,
01:25:42wenn dieser
01:25:43Konflikt
01:25:43zwischen
01:25:43altem und
01:25:44neuem
01:25:44Wissen
01:25:44ihn umgebracht
01:25:45hat,
01:25:46wäre es
01:25:46dann nicht
01:25:47besser gewesen,
01:25:47man hätte
01:25:47das Experiment
01:25:48an einem
01:25:49Menschen mit
01:25:49geringerem
01:25:50altem
01:25:50Wissen
01:25:50gemacht?
01:25:51Ja,
01:25:53wahrscheinlich
01:25:53haben Sie
01:25:54recht.
01:25:55Kingsley
01:25:55war übrigens
01:25:56der gleichen
01:25:56Meinung.
01:25:57In einem
01:25:58seiner
01:25:58letzten
01:25:59klaren
01:25:59Augenblicke
01:25:59sagte er,
01:26:00der Gipfel
01:26:01der
01:26:02Ironie
01:26:02ist,
01:26:03sagte er,
01:26:04dass ich
01:26:04dieser
01:26:05Lektion
01:26:05nicht
01:26:06gewachsen
01:26:06bin,
01:26:07während
01:26:07einem
01:26:08Burschen
01:26:08wie
01:26:08Joe
01:26:08Stoddard
01:26:09überhaupt
01:26:09nichts
01:26:10passiert
01:26:10wäre.
01:26:14Das war
01:26:15Die
01:26:15Schwarze
01:26:16Wolke
01:26:16von
01:26:16Fred
01:26:17Heul.
01:26:17Wir
01:26:17würden uns
01:26:18über
01:26:18ein
01:26:18Like
01:26:18und
01:26:19dein
01:26:19Abo
01:26:19freuen,
01:26:20wenn
01:26:20dir
01:26:20unsere
01:26:21Inhalte
01:26:21gefallen.
01:26:22Wir
01:26:22veröffentlichen
01:26:23regelmäßig
01:26:23Hörbücher,
01:26:24Hörspiele und
01:26:25Geschichten von
01:26:26Kitsch bis
01:26:26klassische
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