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In the midst of the Russian Revolution of 1905, the crew of the battleship Potemkin mutiny against the brutal, tyrannical regime of the vessel's officers. The resulting street demonstration in Odessa brings on a police massacre.
Transcript
00:13The End
01:31Dann haben wir also sehr schnell geschaut, wo finden wir diese fehlenden Stellen und haben da eine Kopie in London
01:39ausfindig gemacht und haben die dann auch verwendet.
01:45Da hatte ich also Gelegenheit mich zu ein bisschen auch künstlerisch zu betätigen, indem ich also instrumentieren konnte, adaptieren musste
01:54und so auch noch mehr kreative Seiten herauskehren konnte.
02:09Lieber sehr geehrter Panzerkreuzer, Sie sind etwas irgendwann von mir selbst Geschaffenes, aber als vollkommen Selbstständiges und unabhängig von mir
02:18Erschienenes, was neben mir existiert und sein eigenes selbstständiges Leben lebt.
02:27Er wurde bekanntlich zum Jubiläum gedreht und die erste Empfehlung der damaligen Filmverwaltung lautete, den Film in einen begrenzten Verleih
02:36bringen als Zugabe zu den Vorträgen über die Revolution von 1905.
02:41Keiner hat geglaubt, dass ein Film ohne Liebesgeschichte und berühmten Schauspielern Erfolg haben könnte.
02:47Nicht nur im Westen, sondern auch bei uns war der Filmverleih auf Stars hin orientiert.
02:56Eine Legende besagt, dass nach der Premiere des Films im Bolschoi-Theater Mayakovsky zum Leiter des Filmkomitees Schwetschikow kam, mit
03:05einem Spazierstock auf den Boden klopfte und verlangte,
03:08Patjomkin solle in den Verleih, denn das sei ein Meisterwerk.
03:12Aber darüber waren sich die Filmfunktionäre gar nicht so sicher, trotz des Riesenerfolges am 24. Dezember im Bolschoi-Theater.
03:23Am 19. Januar 1926 kommt der Panzerkreuzer Patjomkin in Moskau in die Kinos.
03:28Die Mitarbeiter eines Filmtheaters erwarten, als Matrosen verkleidet das Publikum und es kommt in Scharen.
03:34Allein in Moskau 300.000 Zuschauer in drei Wochen. Ein Triumph für den Regisseur Sergei Eisenstein und seinen Kameramann Édouard
03:42Tisset.
03:47Im Laufe des Jahres 1926 wurde der Film nach und nach überall in der Sowjetunion gezeigt und parallel dazu entwickelte
03:56sich die Geschichte mit Berlin.
03:58Sein Berliner Erfolg im April unterstützte sehr den Erfolg in unserem Land.
04:02So paradox dies auch klingen mag, der Erfolg im Bolschoi-Theater beeinflusste den Erfolg in Berlin und der Erfolg in
04:10Berlin beeinflusste den erfolgreichen Verleih in der Sowjetunion.
04:14Wir wissen nicht, wie viele Filmpopien 1926 gezogen wurden, aber sie sicherten die Vorführungen für mehrere Jahre.
04:24Bis zur Verbreitung des Tonfilms, fünf bis sechs Jahre lang, war Patjomkin im aktiven Einsatz.
04:37Heisenstein und Tisset auf dem Ufergelände in Neubarbelsberg.
04:40Am 18. März 1926 sind sie nach Berlin gekommen.
04:45Der Besuch bei einem großen Zentrum der Filmproduktion ist nur ein kleiner Teil des Reiseprogramms.
04:50Wir hatten außerdem eine andere Aufgabe, Patjomkin an der deutschen Zensur vorbeizuschmuggeln, schreibt Heisenstein.
05:07Ein Plakatentwurf für die Deutschland-Premiere mit einer Widmung des Verleihs dem Regisseur des genialen Films Panzerkreuzer Patjomkin.
05:16Der Panzerkreuzer Patjomkin hat eine lange russisch-deutsche Geschichte, ein russischer Film, der nach Deutschland verkauft wurde.
05:25Das heißt, die deutschen Rechte wurden nach Deutschland verkauft, aber mitsamt dem Negativ.
05:31Das Negativ wurde an die Firma Prometheus, die den Film in Deutschland rausgebracht hat, verkauft.
05:36Und mit dem Recht für die russischen Partner, Kopien in Deutschland ziehen zu lassen.
05:43Aber die deutsche Firma hat den Film schon vor der Zensurfreigabe umgeschnitten.
05:50Der Bearbeiter war der spätere Regisseur Piliuzzi, wird dem Vorspann der deutschen Fassung auch genannt dafür, auf der Zensurkarte.
05:57Und er hat wohl einige Änderungen vorgenommen.
06:01Einmal hat er aus den Fünf-Akten von Eisenstein, auf die Eisenstein sehr viel Wert gelegt hat,
06:07dass also aus einer Chronik ein fünfaktiges Drama, wie er sagt, in der strengen Form der antiken Tragödie, also fünf
06:17Akte, gemacht worden war.
06:19Und das hat man dann wieder, wahrscheinlich aus praktischen Gründen, weil es praktischer war, sechs Rollen zu haben, statt fünf
06:24Rollen,
06:25hat man dann sechs Rollen daraus gemacht, auch ohne diese Kapitelüberschriften, die in der russischen Fassung waren.
06:34Am 24. März 1926 wird der Panzerkreuzerpat Jomkin von der Filmprefstelle Berlin für die öffentliche Vorführung verboten.
06:42Die Begründung, der Film sei geeignet, die öffentliche Ordnung und Sicherheit dauernd zu gefährden.
06:49Dann wurde er freigegeben, aber mit Schnittauflagen.
06:53Das ist noch ein paar Mal passiert.
06:55Also offenbar ist auch noch, ist der Film 1928 noch einmal vorgelegt worden.
07:00Und dann hat man wiederum merkwürdigerweise zum Teil dieselben Schnitte verlangt, die schon 1926 verlangt wurden.
07:07Also wahrscheinlich, man weiß es nicht genau, hat die Firma den Film noch einmal vorgelegt und ein paar Sachen wieder
07:14reingetan, die dann auch wieder raus mussten.
07:16Die Schnittauflagen vom 10. April 1926.
07:19Ein in ein Segeltuch gewickelter Offizier wird an den Füßen weggezogen, wobei er sich an Deck festzuhalten versucht.
07:31Ein Offizier wird über Bord geworfen und taucht im Wasser nochmals auf.
07:36Großaufnahme eines Mannes, der mit einem Gewehrkolben auf die Füße eines auf einem Geschütz stehenden Mannes schlägt.
07:42Der Getroffene im Wasser schwimmend.
07:44Der Schiffsarzt wird mit dem Kopf nach unten hängend fortgeschleppt und versucht, sich an den Tauen festzuhalten.
07:53Großaufnahme einer Schiffstreppe mit den Füßen der Soldaten und den Händen eines sich daran festzuhalten versuchenden Offiziers.
08:00Insgesamt 14 Auflagen in einer Länge von 30 Metern.
08:03Besonders stark wird die Treppe von Odessa zensiert.
08:06Die Durchhäufung der dargestellten Rohheiten zugleich verrohend wirkenden Bildfolgen, so die Filmprüfstelle, mussten ausgeschnitten werden.
08:43Untertitelung des ZDF für funk, 2017
09:13Untertitelung des ZDF für funk, 2017
09:43Untertitelung des ZDF für funk, 2017
09:46Untertitelung des ZDF für funk, 2017
09:46Untertitelung des ZDF für funk, 2017
10:03Ja, offiziell galt Phil Jutzi als Regisseur der deutschen Fassung.
10:07Der arme Kerl musste alle Kürzungen vornehmen, die von der deutschen Zensur verlangt worden waren,
10:12damit der Film auf die Leinwand kommen konnte.
10:14Aber die Einstellungen miteinander so zu verbinden, dass man diese wunden Stellen nicht mehr spürt,
10:20dass der Schnitt nicht nur glatt, sondern auch ausdrucksvoll bleibt,
10:24und einige Umstellungen vorzunehmen, die gar nicht auf das Konto der Zensur gehen,
10:29das hat er Eisenstein selbst gemacht.
10:32Man hat ihn also nicht als Touristen nach Berlin geschickt, das war keine Belohnung für seine Verdienste.
10:38Wir glauben, wäre das so gewesen, hätte man ihn bis zur Uraufführung in Berlin gelassen, um den Triumph zu erleben.
10:45Aber nein.
10:50Norm Kleyman behauptet ja, dass Eisenstein selber noch Änderungen vorgenommen hätte in Deutschland.
10:56Ich weiß nicht, was das sein kann.
10:58Sicher nicht die Sachen, über die er sich beschwert hat, dass sie geändert worden waren.
11:05Aber worüber er sich nicht beschwert hat, ist eine Umstellung, das ist die der Szene,
11:11in der Vakodinschuk von Gilyarowski, von dem ersten Offizier, erschossen wird
11:17und ihn richtig exekutiert und der ins Wasser fällt.
11:23Und das ist in der Originalfassung passiert, das so wie in unserer Rekonstruktion jetzt natürlich auch wieder,
11:30nachdem die Matrosen gesiegt haben.
11:33In der deutschen Fassung erfolgt der tödliche Schuss auf Vakodinschuk vor dem Sieg der Aufständischen.
11:38So hätte sich das auch der Schriftsteller Viktor Sklowski gewünscht.
11:42Man sollte ihn früher töten lassen.
11:44Wenn er im Moment des Sieges der Matrosen und nach dem Tod fast alle Offiziere getötet wird,
11:49kann man seinen Tod nicht mehr als Mord durch die Hand der Henker wahrnehmen.
11:54Möglicherweise ist das eine Sache, die Eisenstein selber angerichtet hat, als er in Berlin war.
12:00Weil das ist also eine Änderung, über die er sich nicht beschwert.
12:04Ich glaube, erstens war Eisenstein der Berater von Filiuzzi,
12:08oder er hat vielleicht selbst am Schneidetisch gesessen und die Einstellungen so umgestellt,
12:13damit die natürliche Ausdrucksstärke der Montage bewahrt blieb,
12:17nachdem einige Stellen gemäß der Zensurforderung entfernt worden waren.
12:21Und er hat mit Meisel gearbeitet.
12:23Wir wissen, dass er Meisel die Schallplatten mitgebracht hat und ihm einige Themen vorgegeben hat.
12:48Eisenstein hatte sich ja Meisel selbst ausgesucht.
12:51Und er wusste, warum er ihn holte.
12:53Und er hat auch Einfluss genommen auf die Musik.
12:55Er hat gesagt zu Meisel immer, ich brauche Rhythmus, Rhythmus, Rhythmus.
13:01Er wollte keine Melodien dauernd, er wollte nicht eine symphonische große Aufbereitung
13:06von irgendwie einer eigenmächtigen, eigenständigen Musik,
13:09sondern die sollte dem Film dienen.
13:11Und so wie seine Schnitte ja auch sehr, also einerseits sehr schnell waren,
13:15aber andererseits auch sehr cool aneinandergereiht waren.
13:19So wollte er die Musik haben.
13:20Die sollte das nur unterstreichen und nicht eine eigene Aussage noch machen.
13:24Und passen sollte sie wohl.
13:26Das war aus der, diesen Gestus, den der Meisel hatte,
13:30dass er mit ein paar Noten eine Situation oder eine Stimmung charakterisiert,
13:35mit einem Motiv, was er dann eben auf Befehl von Eisenstein ein paar Mal wiederholt oder irgendwie variiert.
13:40Aber diese Einfachheit, etwas einfach gestrickte Musik, das suchte er an ihm, das verlangte er von ihm.
13:50Die Musik als Sprung in einen neuen Bereich in den Tonfilmen.
14:25Da zieht er einen Rhythmus, ein Tempo von 120 pro Minute, zieht er durch, ein Machstempo,
14:31und hat darauf konsequent Melodien, kann man es ja nicht nennen, Motive gesetzt.
14:39Gott sei Dank genug, denn da war der Film am meisten geschnitten.
14:43Da musste ich am meisten also wieder verlängern, die Musik.
14:47Da hat er aber sehr viele Stimmungen drin gehabt, die ich benutzen konnte,
14:51um sie wieder an den richtigen Platz zu kriegen.
14:53So unterschiedliche Sachen wie das Schreien der Menge, das Getrampel der Pferde
14:59oder die Schüsse natürlich und dem Brutschale, martialische Arm der Armee.
15:05Das hatte alles seinen Ausdruck in der Musik und das musste ich dann nur halt überlegen,
15:10wie kriege ich das doppelt so lang oder jedenfalls sehr viel länger.
15:13Und wie verteile ich das?
15:14Das ist zwar einerseits sehr stereotyp wirkt, aber nicht langweilig und nicht immer dasselbe ist.
15:21Die Musik musste an einigen Stellen verlängert werden,
15:24weil sie ursprünglich für eine zensierte Fassung des Films geschrieben worden war.
15:29Diese Schnitte sind in Deutschland dann im Negativ vorgenommen,
15:34also in dem Negativ, originalen Negativ, das aus Moskau gekommen war.
15:41Und haben sich also dann erhalten in den Kopien, die davon auch wieder gezogen wurden.
15:50Es ist unklar, wie das Negativ in die Sowjetunion zurückkam.
15:54Es gibt zwei Hypothesen.
15:56Nach einer kam es Anfang der 30er Jahre zurück,
15:59als die Tätigkeit der Prometheus nach der Hitler-Machtergreifung beendet wurde.
16:04Nach der anderen Hypothese, die unglaubhaft klingt,
16:08soll es unter dem Molotow-Rippentrop-Pakt zurückgekommen sein
16:11und hatte zuvor in Nazi-Deutschland gelegen.
16:14Und nachdem er in Nazi-Deutschland gelegen war,
16:17bewiesen scheint mir bis jetzt noch nichts zu sein.
16:21Ich habe auch lange zu der...
16:22Also erstens haben die Russen mir gesagt,
16:25jetzt sagen sie, das wäre 1933 gewesen nach der Insolvenz des Produzenten.
16:31Aber was sie schon noch vor einem halben Jahr gesagt haben,
16:34war das Negativ sei in den 40er Jahren zurückgekommen.
16:40Ich habe gefragt, was heißt in den 40er Jahren?
16:41Heißt das unter dem Stalin-Hitler-Pakt oder heißt das bei der Eorberung Berlins
16:46und des Reichsfilmarchivs durch die Rote Armee?
16:51Und darauf gab es also nur...
16:55Wie dem auch sei, wir wissen, dass der Film 1935 zu seinem 10-jährigen Jubiläum
17:01wieder in den Verleih kam.
17:03Das ist die Frage, hat man dafür alte Kopien von 1925 benutzt oder neue gemacht?
17:09Ich vermute, zu diesem Zeitpunkt, 1935, kam das Negativ zurück
17:14und wahrscheinlich wurden davon neue Kopien gezogen.
17:18Man konnte dafür aber auch von einer alten Positivkopie ein Duplikat-Negativ ziehen.
17:24Darüber haben wir keine Dokumente gefunden.
17:28Also auf jeden Fall ist das irgendwann das Negativ, das Original-Negativ,
17:33so wie es in Deutschland nach den verschiedenen Bearbeitungen ausgesehen hat.
17:39Die letzte Bearbeitung 1930 war noch eine Tonfassung für Nadelton,
17:44also mit Schallplatten, die dazu liefen.
17:48Und da ist also nochmal auch umgestellt worden innerhalb der Fassung.
17:53Und das war also das Negativ, so wie es dann irgendwann in den 30er oder 40er Jahren
17:59nach Moskau zurückgekommen ist und eingegangen ist in die Sammlung von Goss Filmophon,
18:07von dem Archiv und aber auch verwendet worden ist für die Tonfassung,
18:14die 1950 in der Sowjetunion herausgekommen ist.
18:19Gerade also diese Fassung weist noch viele Spuren auf, noch der deutschen Bearbeitung.
18:25Das kann man also ganz genau sehen.
18:28Schießende Soldaten und der Kopf der Frau.
18:31Erst die Ursache, dann die Wirkung.
18:33So war das in der deutschen Fassung von 1930 und so blieb es in dieser Fassung von 1950.
18:43Auch in der Szene mit den sterbenden Jungen fehlen einige Einstellungen.
19:23So war das in dieser Fassung von 19.
19:27Die Erschießung der Mutter sieht man hier auch nicht.
19:39Das war das, was ich in der Zwischenzeit.
19:43Das war das, was ich in der Zwischenzeit.
19:46Das war das, was ich in der Zwischenzeitung.
19:47Ich auswählen, auf die Wände.
19:50Ich glaube, ich war das, was ich in der Zwischenzeit.
19:52Die Erschießung.
20:23Die zweite Hälfte der Einstellung, in der das Blut auf dem Kleid noch nicht zu sehen ist, ersetzt hier die
20:29herausgeschnittene Einstellung mit dem blutüberstrümpften Kleid.
21:13Die zweite Hälfte der Einstellung, in der das Blut auf dem Kleid noch nicht zu sehen ist.
21:40Die zweite Hälfte der Einstellung, in der das Blut auf dem Kleid noch nicht zu sehen ist.
21:48Sie kam zum 25. Jubiläum heraus. Ursprünglich wollte man den Film 1945 wieder in den Verleih bringen, zum 20. Jubiläum.
21:56Aber das Schicksal des Films Ivan der Schreckliche war ein böses Vorzeichen.
22:01Und das Verbot des zweiten Teils hatte auch Auswirkungen auf das Jubiläum von Patjomkin.
22:07Der Film kam also 1950 wieder in den Verleih, als Eisenstein nicht mehr lebte.
22:12In dieser Epoche ging es überhaupt nicht um die Restaurierung der autorisierten Fassung.
22:17Die Idee der Filmtextologie kam erst viel später auf.
22:22Es galt damals, den Film dem aktuellen Moment und Kontext anzupassen.
22:27Man schrieb die Zwischentitel um und setzte damit neue Akzente.
22:44Es gab zum Beispiel den Zwischentitel »Schlagt die Juden«.
22:48Da sagt ein Mann in der Menge, darauf dreht sich die Menge um und beginnt ihn zu schlagen.
22:53Dieser Zwischentitel wurde herausgeschnitten.
22:56Warum sich die Menge umdreht, warum sie diesen Mann zu schlagen beginnt, war jetzt nicht mehr klar.
23:03Diese Kürzung hängt wahrscheinlich mit dem sogenannten »Fall der Ärzte« zusammen.
23:08Die Fassung von 1950 mit der recht professionellen, aber konventionelleren und nicht besonders ausdrucksvollen Musik von Kriukov
23:17war meiner Meinung nach vielmehr eine Entstellung des Films.
23:21Zu den deutschen Zensurschnitten kamen neue hinzu.
23:32Das ist die berühmte Filmhochschule in Moskau.
23:36Schon in den 30er Jahren hat man hier begonnen, das Material zum Panzerkreuzer Padyomkin zu sammeln.
23:42Im Kabinett des sowjetisch-russischen Films werden auch die Fotos von Einstellungen aufbewahrt,
23:48auf die Eisenstein verzichtet hat.
24:04Streik der Arbeiter der Sittin-Druckerei.
24:07Von dieser Episode stammen übrigens zwei Naheinstellungen eines Kosaken am Ende der Treppensequenz.
24:38Eine Fundgrube für die Eisensteinforscher.
24:41Die Alben mit den Fotogrammen des Films, angefertigt aus den Kopien, die noch 1926 gezogen wurden.
24:49Viel Beachtung außerhalb der Schule fanden sie bis heute nicht.
24:59Es stellte sich heraus, dass an der Moskauer Filmhochschule, dem VGIG, eine Filmrolle, die Treppe von Odessa, aus einer Kopie
25:07von 1926 existierte.
25:10Gerüchten zufolge gab es im VGIG zwei Kopien.
25:13Einer davon hat Eisenstein J. Lader mitgegeben, als Geschenk für das Museum of Modern Art in New York.
25:20Aber es gab zu dieser Zeit noch eine zweite Kopie und das VGIG zeigte den Filmstudenten die nicht durch die
25:27Zensur verstümmelte Fassung.
25:28Aber nach dem Krieg, nach der Evakuierung, nach der Rückkehr, haben wir diese vollständige Kopie nicht mehr gefunden.
25:36Es gab nur diese eine Rolle.
25:38Und als wir die Treppe von Odessa der Verleihfassung mit der Treppe von Odessa von 1926 verglichen,
25:45haben wir neue Einstellungen, eine andere Schnittfolge entdeckt.
25:54Und wir haben auf einer Sitzung in Gosfil-Mofond die Entscheidung getroffen, die fehlenden Einstellungen in das Negativ zu integrieren.
26:02Eine naive Entscheidung, statt vom Negativ ein Duplikat-Negativ ziehen zu lassen und es zu schneiden.
26:09Wir haben damals nicht verstanden, dass wir damit eine der autorisierten Fassungen verfälschen.
26:14Wenn man annehmen würde, dass Eisenstein an der deutschen Fassung von Patjomkin mitgearbeitet hat,
26:20muss man zugeben, dass es zwei autorisierte Fassungen gibt.
26:24Eine russische von 1925 und eine deutsche von 1926.
26:31Und man musste mit einem Duplikat-Negativ von 1925 arbeiten.
26:40Aber damals, Anfang der 60er, wussten wir selber nicht, was wir taten.
26:45Und mit Hilfe unserer Katharinnen, die Zugang zum Negativ hatten, haben wir ein paar Einstellungen in das Negativ eingeschnitten.
26:52Zum Beispiel den sterbenden jungen Abba und die Lehrerin mit dem verletzten Auge.
26:57Das haben wir schon damals zurückgesetzt.
27:17Das Kabinett des Dr. Eisenstein, kein Museum eigentlich, denn er hat hier nicht gewohnt.
27:23Aber seine Bücher, seine Möbel, seine mexikanischen Bauernteppiche sind hier untergebracht.
27:28In der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung seiner Witwe.
27:31Auch hier wurde einmal eine fehlende Einstellung von Patjomkin gefunden.
27:43Nach und nach wird der Film in der Sowjetunion durch das Material aus verschiedenen Quellen ergänzt.
27:491976 kommt die Jubiläumsfassung in die Kinos.
27:53Sie gilt damals als vollständigste.
27:56Originalgetreu ist sie jedoch nicht.
27:57Eine Tonfassung mit verändertem Bildformat und mit veränderter Vorführgeschwindigkeit.
28:03Ein sowjetischer Film braucht eine sowjetische Musik, lautet damals die Anweisung von Gosskino.
28:10So verzichtet man auf die Meiselmusik und vertont Patjomkin mit Shostakovich-Sinfonien,
28:15gespielt vom Orchester der Leningrader Philharmonie unter Leitung von Evgeny Mravinsky.
28:38Der Regisseur Sergej Jutkewitsch war künstlerischer Leiter dieser Bearbeitung, beraten von Naum Klemann.
28:52Damals wurde die meiner Meinung nach seltsame Entscheidung getroffen, den Patjomkin länger zu machen,
28:59ihm ein anderes Tempo zu verleihen, damit diese breite Musik von Shostakovich ihn füllen konnte.
29:04Ein umgekehrter, ein verkehrter Prozess.
29:08Nicht die Musik wurde geschnitten, sondern der Film an die Musik angepasst,
29:11durch die Länge der Zwischentitel, durch das verlangsamte Tempo.
29:26Aber es war, wie gesagt, keine eigentliche Rekonstruktion des Stummfilms im Stummfilmformat
29:33für eine Vorführung mit 16 oder 18 Bildern pro Sekunde,
29:38sondern es war also eine Bearbeitung für einen Tonfilm.
29:44Und sodass auch, wenn das, wie gesagt, nun schon sehr nah dran war an der Originalfassung,
29:51es noch für Archive eine Aufgabe blieb, den Film zu sichern.
29:56Das ist die Frage.
30:02Da es kein absolut exaktes Filmprotokoll von 1926 gibt,
30:07können wir nicht behaupten, dass wir alle Einstellungen in ihrer vollen Länge haben.
30:12Oft ist das, was Batalas gemacht hat, eine Verlängerung einer bereits existierenden Einstellung.
30:19Aus unterschiedlichen Gründen, sei es eine Filmschicht-Zersetzung oder eine aufgegangene Klebestelle,
30:26wurden solche Stellen neu zusammengeklebt und dabei gingen einige Bildfelder verloren.
30:36Es ist für mich schwer zu sagen, ob das, was in der allerletzten Fassung dazu kam,
30:42den Sinn des Films oder seinen Rhythmus ändert oder seine Bildlichkeit verstärkt.
30:47Jedenfalls hatten wir den Eindruck, dass wir zu 99 Prozent oder vielleicht zu 99,5 Prozent nahe an das Original
30:55herankamen.
31:03Vielleicht gab es einige Ungenauigkeiten beim Schnitt dieser neu gefundenen Stücke,
31:08weil die gleichartigen, ähnlichen Einstellungen gegen Schluss des Films uns keine Möglichkeit wiesen,
31:14ganz eindeutig zu sagen, das war so und nicht so.
31:29Beschränken wir uns auf den Vergleich einer Sequenz am Ende des ersten Aktes.
31:33Oben ist die rekonstruierte Fassung von 2005, unten die Fassung von 1976.
31:47Hier das auf Tonfilmnorm reduzierte Bild mit verminderter Bildqualität
31:52und nun das kontrastreiche Vollbild im Stummfilmformat.
32:14Einige Einstellungen sind etwas länger geworden und eine mit dem Teller ist dazugekommen.
32:22Eine Kleinigkeit könnte man meinen und doch von großer Bedeutung für die Filmgeschichte.
32:28Die neue Fassung hat jetzt 1378 Einstellungen, von denen in der Tonfassung von 1976 15 fehlen.
32:37Das vom russischen Archiv Goss Filmofont verwahrte Kamera-Negativ des Films befand man dort für nicht mehr kopierbar.
32:45Drei 35 mm Nitro-Kopien der ersten Generation in London gefunden, standen für diese Rekonstruktion zur Verfügung.
32:57So dass wir also in Berlin dann im Bundesarchiv diese drei Kopien liegen hatten.
33:02Die Jay-Leader-Kopie mit den russischen Zwischentiteln, diese Verleih für den Verleih bestimmte Kopie
33:11mit meistens englischen Zwischentiteln, aber auch ein paar deutschen
33:16und also die von der Film-Society mit den englischen Titeln von Ava Montague.
33:23Und weil nun die, ich nehme an, weil diese als Verleihkopie gedachte Verleihkopie nie in Verleih gekommen ist,
33:32war die in besonders guter Bildqualität.
33:35Die hatte also kaum Sporen von Benutzung, also die üblichen Streifen und so.
33:40Das war also sehr wenig und bei der NAS-Kopierung, die im Bundesarchiv dann gemacht worden ist,
33:45davon ist also eine gute, gute Bildqualität herausgekommen.
33:49Also gute Bildqualität, dass die Russen heute behaupten, das wäre elektronisch umkopiert worden,
33:55was ja also eine besondere Qualität erbringt, was sie nun wieder meinen,
33:59dass es also zum Schaden der Fassung gewesen wäre, weil dabei ginge ja immer die Aura verloren.
34:06Aber es ist überhaupt nicht elektronisch umkopiert worden,
34:09sondern es ist einfach eine konventionelle, nur gut exekutierte,
34:13auf den Geräten des Bundesarchivs gut ausgeführte NAS-Kopierung.
34:31Das Trotzki-Zitat als Motto des Films ist eine wesentliche Entdeckung dieser Fassung.
34:36Nach der Ausbürgerung Trotzkis wurde es von der Zensur ausradiert und später durch ein Lenin-Zitat ersetzt.
34:43Für die Zwischentitel haben wir dann elektronisch in einem Trickstudio
34:49alle Zwischentitel überarbeiten lassen, haben die ganz fehlenden nach einer Titelliste ergänzt.
34:54Wenn die Titel gut waren bei der Kopierung, haben wir sie auch so gelassen,
34:59sodass so eine leichte Bewegung auch noch im Bild ist,
35:02dass es nicht aussieht wie einfach eine Standkopierung.
35:05Wenn man einen Zwischentitel standkopiert, dann stehen die immer so ganz starr.
35:08Und das haben wir nicht gemacht, sondern sie haben ein laufendes Bild kopiert,
35:13nur eben manchmal elektronisch überarbeitet.
35:27Die rote Fahne von Patjomkin war sie immer rot.
35:31Ein Fotogramm des Films aus dem Jahr 1939.
35:34Hier sieht man, dass die Fahne in allen fünf Einstellungen koloriert wurde.
35:38Die Fahne von Patjomkin war sie immer rot.
36:13Die Fahne von Patjomkin war sie immer rot.
36:41Die Fahne von Patjomkin war sie immer rot.
36:57Die Fahne von Patjomkin war sie deben rot.
37:38Über Patjomkin wurde eine Menge geschrieben und trotzdem bleiben einige Fragen ungeklärt.
37:44Nach den meisten Erinnerungen hat man die Fahne nur einmal am Ende des dritten Aktes koloriert, als sie gehisst wurde.
37:55Aber die Wahrnehmung funktioniert so, dass die einmal kolorierte Fahne merkwürdigerweise bis zum Schluss rot bleibt.
38:03Deshalb schreiben alle Rezensenten, unter der roten Fahne zieht Patjomkin an dem Geschwader vorbei.
38:18Ich habe Ljoshin danach gefragt, der die Fahne kolorierte.
38:22Er sagte, wir haben es nicht geschafft, alles zu kolorieren.
38:25Und was wir koloriert haben, vor der Premiere im Bolshoi-Theater, war so grob, dass Eisenstein uns beschimpfte.
38:32Wir haben ihm versprochen, alles unter einem Vergrößerungsglas zu machen, hatten aber keine Zeit.
38:38Dann hat man die Frauen geholt, die früher die Filme von Méliès mit Schablonen kolorierten.
38:43Sie haben eine Schablone angefertigt und die Fahnen in einigen, nicht allen Kopien koloriert.
38:49Wie sah das in der Verleihfassung aus?
38:51Höchstwahrscheinlich wurde die Fahne zweimal koloriert, als sie gehisst wird, und am Schluss.
38:57Es ist sehr möglich, dass die Fahne in der Verleihfassung zwei Mal erzählten,
39:03was im Endeffekt des Mietings war, und im Endeffekt.
39:20Am Schluss des Werkes, kurz vor der letzten Sequenz, da ist diese Verfolgung der Schiffe,
39:26wo sie dem Schiff nachkommen und dann zum Schluss zwar sich verbrüdern, aber das ahnt man ja vorher nicht.
39:32Und dieser spannende Aufbau, der über mehrere Minuten geht, da hat er nun wahrhaftig nur 16 Takte hingeschrieben.
39:39Das geht über zwei Klavierhauszuchseiten, das ist sehr, sehr wenig.
39:42Und da steht also als Motiv einfach eine Kleinigkeit, ich kann die eben dokumentieren.
39:49Und dann verlangt er so, jetzt spielen sie das mal immer wieder und immer wieder lauter,
39:53immer wieder schneller und dicker instrumentiert.
39:56Und dieses Motiv ist einfach so eine Geschichte.
40:28Dazu musste man dann noch platzieren, das verlangt er in einer Fußnote, das stand ja im Klavierhauszuch,
40:33immer wenn Text kommt oder wenn Befehle gegeben werden, dann soll sowas so ähnlich, die Fanfare wie diese kommen.
40:45Hier habe ich dann also immer da draufsetzen müssen, wo sie in diesem Film vorkamen.
40:49Oder es kam, das war bei Meister ursprünglich schon so, wenn so bestimmte Schiffe zu sehen waren,
40:55so dumpf in der Entfernung, dann kam immer so ein dumpfer Akkord.
41:00Und wenn er den, also sozusagen die Musik beobachtet den Film, wenn nachher wieder so ein dunkler Dampf war am
41:05Horizont auftaucht,
41:06dann kam, so schön klang er nicht, naja, so was, dann kamen immer so dichte Bläserakkorde.
41:14Und die habe ich auch möglichst so verteilt, dass es zum Film dann passt.
41:32Die Musik beobachtet den Film.
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