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  • vor 2 Tagen
#GanzerFilm #deutsch
Sie entfloh der Rassentrennung und versuchte ihr Glück in Paris. In nur einer Nacht wurde sie zum Liebling der französischen Metropole. Ihr "Danse sauvage" sorgte für Furore auf dem alten Kontinent. …

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Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:32So was hatte Paris noch nie gesehen.
00:36Das war weder Ballett noch Burlesque, war aber auch kein Stammestanz.
00:41Es war der Zeitgeist.
00:45Das Lachen, die Lust, die Freiheit.
00:50Vor einem weißen Publikum tanzte sich Josephine die Seele aus dem Leib.
01:04Jenseits dessen, was das Auge sah, war da etwas, das unter die Haut ging.
01:10Das Leid der Kindheit, der stechende Schmerz der Rassentrennung,
01:14das Schicksal der Schwarzen auf der anderen Seite des Atlantiks.
01:19Applaus
01:36Eine Last, die Josephine erst nach 40 Jahren ablegen konnte.
01:41Ich habe einen Traum, Josephine Baker.
01:47Ohne Federn, Strass und Pailletten, sondern als Kämpferin ehrt sie diesen unglaublichen Augenblick,
01:53in dem sich die Schwarzen endlich befreien.
02:08Ihre Prominenz nutzte sie als Waffe gegen die Ungerechtigkeit.
02:14Dies ist die Geschichte des ersten schwarzen Weltstars.
02:18Musik
02:48Tanzen, um zu leben.
02:50Tanzen, um den harten Winter in Missouri zu vergessen.
02:56Mit Schritten, die aus der Zeit der Sklaverei stammen,
03:00Schritten, die Josephine ein Leben lang begleiten.
03:06Josephine ist sieben, als ihre Mutter sie zu den Weißen zum Arbeiten schickt.
03:12Nicht eine ihrer vielen Herrinnen behandelt sie als menschliches Wesen.
03:16Musik
03:19Josephine steckt ein, beißt die Zähne zusammen.
03:23Bis zu jenem Tag, den sie nie vergessen wird.
03:27Ich hatte das Spülwasser zu heiß werden lassen und die Teller waren zersprungen.
03:33Madame war derart wütend, dass sie meine Hände griff und sie ins kochende Wasser tauchte.
03:37Ich schrie.
03:41Ich flehte Gott an.
03:43Bitte lass mich sterben.
03:45Ich bin zu unglücklich auf dieser Welt.
03:58Fliehen, um zu überleben.
04:01Josephine ist erst 13, als sie St. Louis verlässt und sich einer reisenden schwarzen Theatertruppe anschließt.
04:08Ihre Mutter sagt, wenn sie sich für dieses Leben entscheidet, dann sollten wir sie lassen.
04:16In St. Louis, Missouri aufzuwachsen, war für Josephine Baker kein Zuckerschlecken.
04:21Dort hatte man es nicht leicht, obwohl der Bürgerkrieg schon vorbei war.
04:25St. Louis gehörte zwar zur richtigen Seite, war eine Stadt der Union, doch es herrschte strenge Rassentrennung.
04:31Die Schwarzen wurden an den Rand der Stadt gedrängt, waren sehr arm und hatten kaum Aufstiegschancen.
04:38Es gab zwar eine aufkeimende schwarze Mittelschicht, doch Baker gehörte nicht dazu.
04:44Sie erlebte viele Tragödien, wurde missbraucht, heiratete sehr jung, zweimal.
04:49Und so war sie bereit, Risiken einzugehen, die andere scheuten.
04:55Josephine will in den Himmel. Und der Weg dorthin führt über New York.
05:02Die Stadt der Music Halls öffnet sich schüchtern dem schwarzen Amerika.
05:07Neugieriger als andere verkehren abends auch einige Weiße in den Kabarets von Harlem.
05:12Josephine weiß, dass sie bei genau dieser Art Publikum auffallen muss.
05:17Um ihre neu gewonnene weiße Kundschaft nicht zu vergrämen, engagieren die schwarzen Produzenten nur hellhäutige Mädchen.
05:25Josephine passt als zu klein, zu dünn und zu dunkelhäutig nicht ins Bild.
05:31Also lässt sie sich als Kostümschneiderin einstellen.
05:35Und steht wenige Wochen später doch auf der Bühne.
05:39Um die Blicke auf sich zu lenken, wird Josephine wieder zur Göre von St. Louis.
05:43Sie rollt mit den Augen, gestikuliert, schneidet Grimassen und erntet schallendes Gelächter von den Zuschauern,
05:50die Abend für Abend ihretwegen wiederkommen.
05:55Eines Abends wartete nach der Show eine Weiße auf mich.
06:00Sie war Produzentin und arbeitete an einer Show mit Schwarzen in Paris.
06:04Sie wollte mich engagieren.
06:08Josephine weiß, das ist die Chance ihres Lebens.
06:12Sie schifft sich ein.
06:16Am Tag der Abreise hatte ich nichts gesehen.
06:19Ich hatte mich den ganzen Tag in meiner Kabine eingeschlossen.
06:22Solche Angst hatte ich.
06:24Angst vor mir, Angst vor Europa, Angst vor dem Unbekannten.
06:31Sidney Beschey hatte mir ins Ohr geflüstert,
06:33Ich habe keine Angst, du wirst sehen, den Parisern ist unserer Hautfarbe egal.
06:39Er hatte recht.
06:42Nach meiner Ankunft war ich verblüfft darüber, von den Weißen als gleich behandelt zu werden
06:46und mich unter sie mischen zu können.
06:49Überall empfing man uns mit einem Lächeln.
06:52So sah also echte Freiheit aus.
06:58Josephine ist sofort von Paris begeistert.
07:00Die engen Gassen, die Straßencafés, die ständig hupenden Autos,
07:06die Liebenden, die sich auf offener Straße küssen.
07:15Doch der Pariser Traum Josephines scheint schon zu platzen.
07:21Die Veranstalter der Show sind besorgt.
07:24Die Revue Negre sei zu amerikanisch, zu prüde.
07:27Das Publikum erwarte eher die Wildheit Afrikas.
07:32Es bleiben nur noch drei Tage, um einen Geniestreich zu finden, der die Show retten wird.
07:37Alle Blicke richten sich auf Josephine.
07:41Keine in der Truppe ist so lustig, sexy und unverfroren wie sie.
07:46Also wird sie der Star sein.
07:50Und in einer Nummer oben ohne tanzen.
07:54Das wird das Pariser Publikum sicher nicht so schnell vergessen.
08:15Kritiker, Künstler, Leute von Welt.
08:18Alle sind gekommen.
08:23Für Josephine naht der Augenblick der Wahrheit.
08:26Verführt sie sie, ist der Ruhm zum Greifen nahe.
08:34Die Lichter im Saal gehen aus.
08:36Sie gibt alles.
08:44Von den Scheinwerfern geblendet, die mich grillten, geritten von ich weiß nicht welchem Teufel,
08:49habe ich zur Musik improvisiert, die mich gepackt hat.
08:53Ich war vom brechend vollen Theater verrückt geworden, hatte am ganzen Körper Fieber, selbst in den Zähnen und Augen.
09:01Es schien mir, als würde ich bis in den Himmel springen und beim Landen würde mir die ganze Erde gehören.
09:08Sie war eine Art Ufo.
09:13Sie landete und machte Sachen, die in keinem Wörterbuch, in keinem Code stehen.
09:18Allein schon ihre Art, den schalsten zu tanzen, hatte etwas Entfesseltes.
09:22Man bekam den Eindruck, ihr Körper besäß ein Eigenleben,
09:25mit diesen sich verknotenden Beinen und den Augen, die wie Lottokugeln aneinanderstoßen und wieder auseinanderstieben.
09:32Nein, das war nicht von dieser Welt.
09:42Ob als Clown oder Verführerin, als Eingeborene oder Amerikanerin,
09:50Josephine schlägt ein wie eine Bombe.
09:53Sie erfindet einen noch nie dagewesenen Stil, mit dem sie allen Fantasievorstellungen entspricht,
09:59alle Erwartungen übertrifft.
10:05Es ist ein Triumph ohne Gleichen.
10:08Sofort bilden sich Lager.
10:10Für Reaktionäre ist sie ein Gift, ein Auswuchs der Dekadenz.
10:14Für Moderne hingegen ist Josephine die Heldin der künstlerischen Erneuerung,
10:19die Europa so nötig hat.
10:27Ich sammelte Zeitungsausschnitte.
10:29Die waren meine ersten französisch-Lektionen.
10:34Sie bringt den Atem des Dschungels, die elementare Kraft und Schönheit auf die erschöpften Bühnen der Zivilisation.
10:41Noch besser?
10:42Sie ist die schwarze Venus, die Baudelaire heimsuchte.
10:46Auch die sind deutlich verletzendere.
10:49Die Revue Negre ist ein beklagenswerter transatlantischer Exhibitionismus,
10:54der uns schneller wieder zum Affen werden lässt, als wir uns aus ihm entwickelt haben.
11:02In konservativen Kreisen verstört der Erfolg der Revue Negre.
11:07Diese schwarze amerikanische Modernität sei subversiv.
11:11Das französische Publikum solle sich lieber damit begnügen,
11:14die Kolonialausstellung zu besuchen, die zur selben Zeit von Stadt zu Stadt zieht.
11:19Da weiß wenigstens noch jeder, wo er hingehört.
11:22Die Schwarzafrikaner in ihr nachgebautes Dorf, durch das die Weißen als Kolonialherren spazieren.
11:28Das französische Empire soll ewig wehren.
11:31Um den Demonstrationseffekt noch zu betonen, lässt man halbnackte junge Afrikaner aus einem Becken Münzen holen,
11:38die man zuvor hineingeworfen hat.
11:46Josephine weiß nur zu gut, dass auch sie die Wilde verkörpert.
11:49Doch sie wird eine ganz eigene Art erfinden, diese verstörende Rolle zu besetzen.
11:54Sie wird sich die Fantasievorstellungen einverleiben, sie verdauen und umformen.
12:02Bananen, rassistisches Symbol par excellence, werden in ihre Hüften gebunden zu fallischen Trophäen,
12:08die sie vor den Nasen der begeisterten Zuschauer schüttet.
12:31Josephine ist die Quintessenz aller positiven und negativen Fantasien.
12:36Damals träumte wohl jeder Spießbürger davon, wenn er es nicht gar getan hatte,
12:41den Rausch in den Armen einer Negerin zu suchen.
12:46Diese Faszination, die sowohl ungesund ist, als auch positiv in dem Sinne,
12:50dass die Leute, die Josephine auf der Bühne konsumieren, ihre Freiheit bewundern,
12:55auch wenn sie das nicht so nennen würden.
13:00Und die anderen sind glücklich, dass der Neger tatsächlich ein etwas seltsames Tier ist,
13:05das seltsame Dinge tut, sich ganz auszieht und so weiter.
13:08Die Geiferer geifern, die Intellektuellen intellektualisieren
13:11und das dankbare Publikum amüsiert sich.
13:14Für jeden Geschmack ist was dabei.
13:19Und die Künstler, die lieben diese Tänzerin,
13:23die die Anständigen mit Grazie und Humor schockiert.
13:27Simenon wird ihr Sekretär und Liebhaber.
13:30Poiré kleidet sie ein.
13:32Hemingway ist oft Gast in ihrem neuen Kabarett.
13:35Colette schreibt ihr Briefe.
13:37Calder haut ihren Körper in Stein.
13:40Van Dongen malt sie.
13:41Und Picasso bezeichnet sie als Neufretete ihrer Epoche.
14:01Afrikanische Kunst war damals sehr beliebt.
14:04Und die Surrealisten schätzten die afrikanische Kunst enorm,
14:07denn sie verkörperte in deren Augen
14:09eine nicht von westlichen Einflüssen behinderte Kunst.
14:14Schwarze symbolisierten dies in reinster Form.
14:17Und Baker gehörte dazu.
14:20Über ihre bewussten Posen zeigte Josephine,
14:23dass sie wusste, was sie verkörperte.
14:25In dieser Hinsicht war sie eine sehr kluge Frau.
14:35Josephine ernährt sich vom Blick der Künstler.
14:38Sie berauscht sich daran, vor deren Augen
14:41eine afrikanische Statue zu verkörpern,
14:43die plötzlich zu tanzen anfängt.
14:47Ihr Temperament, das Raffinesse und Instinkt vermischt,
14:51passt perfekt in diese verrückten Jahre.
14:55In jenen Strudel, wo Maßlosigkeit lebensnotwendig wird.
14:59Wo man zu allem bereit ist, um zu vergessen,
15:02dass ein Vater, Bruder oder Liebhaber
15:05nicht von der Front zurückgekehrt ist.
15:08Tanzen, sich ausziehen, aus sich herausgehen.
15:11Versuchen, jenen Wilden zu ähneln,
15:14die nicht diese seltsame Idee hatten,
15:16einen Weltkrieg zu erfinden.
15:24Diese Zeit der verrückten Jahre ist keineswegs verrückt.
15:28Die Menschen haben gerade einen Krieg hinter sich.
15:30Es herrscht eine Art Hysterie,
15:32die mit Freiheit verwechselt wird.
15:34Und Josephine stürzt sich entfesselt in dieses Leben,
15:38setzt ihre Vergangenheit, ihre Psyche aufs Spiel,
15:41während die anderen vergessen wollen.
15:44Sie jedoch beabsichtigt damit etwas anderes.
15:48Sie will vergessen, um weiterzumachen.
16:13Ich hatte das Hotel gewechselt.
16:16Nun war ich in der Rue de Batignol,
16:18in einem hübschen, kleinen, weißen Gebäude.
16:21Das Zimmermädchen war weiß.
16:23Ebenso der Etagenkellner, der mir das Frühstück brachte
16:25und sich fürsorglich um mich kümmerte,
16:28während ich in meinem weißen Kissen lag.
16:30Ich, die ich in meiner Kindheit
16:32als Dienstmädchen für Weiße geschuftet hatte.
16:36Das war für sie ein absolut überwältigendes Erlebnis.
16:42Frankreich wurde zu ihrer Burg,
16:44zu einer Zuflucht für schwarze Amerikaner,
16:46für die sie warb,
16:48kommt, das Wasser hier ist warm,
16:50verlass das kalte Wasser und kommt her,
16:52hier seid ihr willkommen.
16:56Das ermöglichte den Franzosen,
16:57ihr Selbstbild in Sachen Rassenbeziehungen aufzupolieren.
17:02Natürlich war das ein Mythos,
17:04doch für Baker war das sehr real.
17:15Angesichts ihres großen Erfolgs
17:16will Josephine nicht länger allein sein.
17:19Sie braucht einen Verbündeten,
17:21einen Halt
17:22und lernt Pepito kennen.
17:25Einen italienischen Abenteurer,
17:27der sich Graf Abattino nennt.
17:30Ein Mann außergewöhnlichen Flares
17:33mit eben solchem Geschäftssinn.
17:36Josephine macht ihn zu ihrem Manager und Liebhaber.
17:43Pepito findet, es sei Zeit,
17:45dass Josephine nun auch den weiblichen Markt bedient.
17:48In ihrem Kampf um die Befreiung vom Joch der Vergangenheit
17:51benötigen die Französinnen ein Vorbild.
17:56Dunkelhäutig, glamourös und widerspenstig
17:59verkörpert Josephine dieses Ideal der Emanzipation.
18:03Pepito lanciert eine Produktreihe unter ihrem Namen.
18:07Baker Fix für die richtige Frisur,
18:09Baker Skin zum Bräunen der Haut.
18:13Mit Erfolg!
18:14In Paris und der Provinz
18:16reißen sich die eleganten Damen um alles,
18:18was Josephines Namen trägt.
18:21Selbst kleine Mädchen spielen mit ihr nachempfundenen Puppen.
18:27Nichts kann Josephine mehr stoppen.
18:29Sie wird Sängerin, auch in der Oper,
18:32macht klassischen Tanz
18:33und schlägt eine Karriere als Schauspielerin ein.
18:37Das war die moderne Freiheit.
18:44Die Frau, die die Stadt in Besitz nimmt.
18:48Die auf die Straße geht, Nachtclubs besucht,
18:51frivol und stolz tanzt und lauteils singt.
18:55Die Erfahrenheit, dass Nacktheit wunderbar ist
18:57und gleichzeitig zu einer Modeikone wird.
19:01Wie ihre Frisuren wechselt
19:03und mit einem Leoparden die Straße heruntergeht.
19:08All das sind Zeichen der Inszenierung
19:10der freien Modernität.
19:21Ganz Europa ruft nach ihr.
19:24Josephine geht auf Tournee.
19:29Fast zwei Jahre lang reist sie
19:31von Deutschland bis Rumänien,
19:33von Schweden bis Italien.
19:36Überall stehen die Leute Schlange,
19:38um die schwarze Tänzerin zu sehen,
19:40die gegen die Normen des alten Europas verstößt.
19:44Josephine erhält tausende Liebesbriefe
19:46und hunderte Heiratsanträge.
19:52Eine fast schon beängstigende Begeisterung.
19:59In Prag bekam ich zum ersten Mal Angst vor der Menge,
20:02vor ihrer Neugier,
20:05ihrer Zuneigung, ihrer Begeisterung.
20:08Wenn es sich um Schwarze handelt,
20:10sind die Vorstellungen der Weißen so eine Sache.
20:16Während die einen sie mit ihrer maßlosen Liebe erdrücken,
20:19hassen andere sie hemmungslos.
20:22In Wien beispielsweise warnen alle Glocken der Stadt
20:25die Gläubigen vor dieser schwarzen, schamlosen Frau,
20:28damit sie sich zu Hause einschließen können.
20:32Traktate werden verteilt,
20:34in denen zu lesen ist,
20:35möge dieses unmoralische Weib
20:37seine verdiente Strafe erhalten.
21:04So verkörperte ich ungewollt den Verfall der Sitten,
21:06der das brave Österreich bedrohte.
21:11Wenn die wüssten, dass die kleine Negerin,
21:13die Neger-Göre,
21:15so müde sie auch sein mag,
21:17jeden Abend ihr Gebet spricht,
21:18wenn sie nach dem Tanzen nach Hause kommt.
21:28Allmählich wurde es mir lästig,
21:29eine Kuriosität zu sein.
21:31Dabei stand auch in meinem Vertrag,
21:33die Leute amüsieren.
21:38Es muss manchmal schrecklich gewesen sein,
21:40denn sie war durch ihre Auftritte stets präsent,
21:44stand ständig unter Überwachung,
21:51sowohl visuell als auch kulturell.
21:56Was wird sie tun?
21:58Ist das besser?
21:59Oder ist das nicht ein bisschen zu vermessen?
22:02Oder ein wenig zu entwürdigend?
22:05Ist das noch Kunst?
22:08Nutzt sie der Sache der Schwarzen etwas?
22:11Oder spielt sie nur Triviales?
22:23Sie wollte es sich nicht anmerken lassen,
22:25welch Drama es bedeutet,
22:27der erste internationale schwarze Star zu sein.
22:30Ich glaube, wir sollten das
22:32als eine göttliche Komödie betrachten.
22:41Eine Komödie, um Dramen und Enttäuschungen zu kaschieren.
22:45Zum Beispiel die Tatsache,
22:47dass kein einziger der weißen Männer,
22:49die sie seit ihrer Ankunft in Frankreich geliebt hat,
22:52etwas von einer Hochzeit wissen wollte.
22:55Josephines Liebesleben entspricht dem ihrer Kinorollen.
22:58Man kann Spaß mit ihr haben,
23:00doch heiraten kommt nicht in Frage.
23:06Sie antwortet auf ihre Weise.
23:09Mit einem Lied und einem Lächeln.
23:15Ich würde es blanchen,
23:18für mich ein Bonheur.
23:21Wenn meine Seins und Mianchen
23:23changen de couleur
23:25ein Windeln.
23:28Der Himmel ist bei der Exkirche
23:29und der Geistkirche
23:30und der Leibung.
23:31Das ist die Flamme
23:33von meinem Kopf
23:34die mich schwarze.
23:52Das Leben in Europa ist nicht perfekt.
23:55Doch auf diesem Kontinent hat Josephine ihr Schicksal in die Hand genommen.
24:00Hier ist sie zu einer wichtigen Figur des Showbusiness geworden.
24:03Hier ist ihr bewusst geworden, welche Macht sie als Star hat.
24:11Elf Jahre nach ihrer Abreise hat sie nur noch einen Wunsch.
24:15Sich zu rächen und den Amerikanern zu zeigen, wer die Baker ist.
24:24Als der Ozeandampfer sein Anlegemanöver fuhr, bemerkte ich viele schwarze Gesichter am Kai.
24:30Auf die alle auf mich warteten.
24:33Als die ersten Leute von Bord gingen, stürzten alle Schwarzen in Richtung Steg los.
24:39Es waren Träger, Fahrer, Diener, die ihre Herren abholten.
24:45Ich musste über mich selbst lachen.
24:51Am Hotel angekommen wurde alles noch schlimmer.
24:55Eine Suite für Mrs. Baker?
24:56Fragte der Mann an der Rezeption und musterte mich argwühnisch.
25:01Hier liegt wohl ein Fehler vor.
25:03Mein Manager protestierte doch, der Direktor wiederholte.
25:06Mrs., hier liegt sicher ein Fehler vor.
25:11Mir reichte es.
25:13Da war nichts zu machen.
25:14In den Augen des Rezeptionisten war ich bloß eine Negerin.
25:20In jedem anderen Hotel dieselbe vorgeschobene Höflichkeit.
25:24Dasselbe kalte Lächeln.
25:25Dasselbe Schulterzucken.
25:27Dieselbe förmliche Abweisung.
25:29Indiskutabel und grässlich.
25:34Die Dämonen meiner Kindheit erwachten wieder.
25:36Ich musste daran denken, wie meine aufgewühlte Mutter, meine Geschwister und mich einmal mitten in der Nacht wachgerüttelt hatte.
25:44Draußen waren Schreie zu hören, die immer näher kamen.
25:47Mein Bruder glaubte, es sei ein Gewitter.
25:49Aber nein, es waren die Weißen.
25:53Die Worte unseres Reverends gingen mir durch den Kopf.
25:56Wie er mit seiner lauten, furchterregenden Stimme von der Apokalypse sprach.
26:02Am Ufer des Flusses schossen gewaltige Flammen in die Höhe.
26:05Die Leute flohen in alle Richtungen.
26:08Es sah aus, als würde sich das gesamte Schwarzenviertel panisch in Sicherheit bringen, wie Ameisen nach einem Tritt in ihren
26:13Ameisenhaufen.
26:15Ich hörte jemanden schreien.
26:17Eine weiße Frau ist vergewaltigt worden.
26:20Ich verstand nicht, was das bedeutete.
26:23Doch ich wusste, das war eine Katastrophe, die der Apokalypse gleich kam.
26:36Josephine hatte gehofft, ihr in Europa erworbener Ruhm würde sie vorm Rassismus schützen.
26:41Von wegen.
26:43Am Tag nach ihrem Auftritt auf dem Broadway reduzieren die Kritiker sie mit entsetzlicher Heftigkeit auf ihre Hautfarbe.
26:53Sie dachte, sie kehre als Star der Sickfeld Follies zurück, einer großen Broadway-Show.
26:59Und sie nahm an, sie würde sowohl bei den Kritikern als auch beim Publikum triumphieren.
27:05Doch nach der Premiere fielen die Kritiken gönnerhaft bis herablassend aus und lauteten im Grundton.
27:13Wir versuchen tolerant zu sein, aber wer ist überhaupt diese kleine Negerin, die vor einigen Jahren als unbedeutende Hupfdole von
27:20hier abhaute und es seltsamerweise in Paris zu all dem Ruhm brachte?
27:29Offensichtlich hatte es die amerikanische Kultur nötig, sich über sie lustig zu machen und sie gar zu erniedrigen und stufte
27:36ihre Leistungen als Anmaßung ein.
27:40Verbittert und gedemütigt kehrt Josephine nach Paris zurück.
27:48Paris, à la gare Saint-Lazare, Josephine Baquer, de retour d'une longue tournée en Amérique, est accueillie par ses
27:54amis parisiens.
28:20Auf dem Bahnsteig spielt Josephine allen etwas vor.
28:26Zwar freut sie sich, wieder in Paris zu sein, doch ihr Herz ist von Trauer erfüllt.
28:32Pepito ist während ihrer Abwesenheit plötzlich verstorben.
28:36Zehn Jahre lang spielte er seine Rolle an ihrer Seite, als Begleiter, Manager, fester Freund.
28:42Ohne ihn muss sie ihr Leben neu sortieren.
28:59Meine Liebe, sagte mir Colette, bleiben Sie nicht einsam.
29:03Auf Französisch klingt das Wort so süß, esselé.
29:07Also habe ich Galas besucht, Cocktail-Empfänge, war hier Schirmherrin, dort Präsidentin.
29:13Und lernte Jean-Léon kennen, einen Industriellen.
29:19Er war jung und reich.
29:21Alle Frauen umschwärmten ihn, doch er hatte nur Augen für mich.
29:25Das schmeichelte mir.
29:28Wir heirateten.
29:30Nun war ich Madame Jean-Léon.
29:32Hatte einen französischen Pass und erwartete sogar ein Kind.
29:36Ich fühlte mich nicht mehr esselé, einsam.
29:45Josephine hat ihren Traum erfüllt und einen Traumprinzen geheiratet.
29:51Anfangs liebt sie es, die Rolle der Madame Jean-Léon zu spielen.
29:55Doch bald ist sie ihrer überdrüssig.
29:57Sie ist eine freie Frau und keine Haushaltsfee.
30:02Als sie ihr Baby verliert, wird ihr klar, dass dies kein Leben für sie ist.
30:07Sie lässt sich scheiden und tritt wieder auf.
30:14Doch das reicht ihr nicht mehr.
30:16Josephine will ihrer Existenz einen Sinn geben.
30:19Den findet sie im Widerstand gegen die Nazis.
30:34Ich wollte nur noch eins.
30:36Dem Land dienen, dem ich auf ewigen Dank verpflichtet bin.
30:40Frankreich hat mich zu der gemacht, die ich bin, trotz aller Verurteile.
30:44Und ich war bereit, dem Land mein Leben dafür zu geben.
30:49Der Krieg war ein Wendepunkt.
30:54Das lag vielleicht an ihrer Reise nach Amerika einige Jahre zuvor,
30:58als sie von vielen Seiten politisch attackiert
31:00und von den Anführern der Bürgerrechtsbewegung herausgefordert wurde.
31:07Was tust du für die Bürgerrechte?
31:11Bist du nur eine oberflächliche, egozentrische Entertainerin?
31:16Oder hast du mehr zu bieten?
31:20Du schuldest uns etwas.
31:22Im Rahmen ihres Besuchs in Amerika betraf dies vor allem Rassenfragen.
31:30Aber der Kampf für Bürgerrechte führt auch zum Antifaschismus,
31:34sodass sie nach ihrer Rückkehr auch ihre Rolle in Frankreich überdenken musste.
31:43Der Krieg verschafft Josephine die Möglichkeit, für eine gemeinsame Sache zu kämpfen.
31:48Sie wird Spionin für das freie Frankreich.
31:53Mehr als einmal bringt sie sich dabei in Gefahr,
31:56reist in feindliche Länder und versteckt in ihren Partituren
31:59mit unsichtbarer Tinte gezeichnete Pläne deutscher Industrieanlagen.
32:12Manchmal ist es hilfreich, Josephine Baker zu sein.
32:15Die Zöllner lächeln mich breit an und fragen nach Papieren.
32:18Aber sie wollen bloß Autogramme.
32:20Und schon habe ich die Pläne überbracht.
32:22Wie einem Brief zur Post.
32:27Ihre Prominenz schützt sie.
32:29Wo immer sie auch hingeht, stellt sie ihren angeblichen Assistenten vor.
32:33Jacques Abdel, Mitglied des Geheimdienstes und der Spionageabwehr der Résistance.
32:40Die Geheimdiensttätigkeit offenbart die wahre Josephine Baker.
32:44Hinter dem Star verbirgt sich eine Kämpferin.
32:55Als amerikanische Soldaten im November 1942 in Marokko landen,
33:01ist Josephine im Auftrag der Résistance schon dort.
33:06Als perfektes Symbol der französisch-amerikanischen Allianz
33:10soll sie singen, um die Truppen aufzumuntern.
33:17Die Geheimdienstes und der Spionageabwehr der Résistance.
33:54Von Marokko bis Syrien tritt Josephine vor schwarzen und weißen Amerikanern,
33:59Arabern und Europäern auf.
34:01Sie malt sich eine bessere, vereinte und solidarische Welt aus,
34:06sind die Nazis erst einmal besiegt.
34:34Josephine verwandelte ihre internationalen Welt.
34:38zuhörerschaft in eine art gemeinschaft und dabei wurde ihr erstmals klar dass sie die
34:51unterschiedlichsten menschen zu einer gemeinschaft zusammenschweißen kann
34:57allein durch ihr talent ihren willen und ihre vision
35:12josephine kehrt aus dem krieg mit dem nimbus einer resistanzkämpferin zurück sie ist nun
35:19eine französische heldin kurz nach ihrer hochzeit mit dem orchesterleiter jobuillon nimmt sie eine
35:26einladung an in den usa zu singen sie ist sich sicher dass ihr geburtsland nach dem sieg gegen
35:32den nationalsozialismus nun auch endlich seine alten rassistischen dämonen bekämpfen wird
35:43doch in new york angekommen stellt sie fest dass sich leider nichts geändert hat wie vor dem
35:50krieg verweigern ihr die hotels ein zimmer mit ihrem weißen mann könnte sie gäste aus den
35:56südstaaten schockieren also beschloss ich abzureisen wenn man mich als star bereits in
36:07welt will ich gar nicht wissen was mir im süden zustoßen könnte ich musste mich der bestie stellen
36:13indem ich in die augen blickte ich habe meine reise gut vorbereitet ich wollte nicht josephine
36:23baker musical star und französin sein ich wollte mich in die haut einer einfachen schwarzen amerikanerin
36:30versetzen einer beliebigen miss brown den namen fand ich recht amüsant
36:39überall galt das gesetz des südens alles gab es doppelt zwei wartesäle zwei ausschenke zwei waschräume
36:49ich betrete den ausschrank durch die tür mit der aufschrift weiße ich schreite zwischen den tischen
36:55durch alle blicke kleben an mir zwei sandwiches bitte als wolle sie mich schnell loswerden hält mir
37:02die kellnerin die sandwiches hin und kassiert mein geld ich gehe wieder raus und betrete den ausschrank
37:09für schwarze ich rechne zumindest mit einem anerkennenden lächeln einem heimlichen augenzwinkern
37:15unter all diesen schwarzen von wegen ich erntete nichts als mürrische missbilligende blicke manche
37:27war angabe stürzt da verstand ich gar nichts mehr wir unterschätzen heute das risiko dass sie dabei
37:39eingegangen war viele menschen hätten so was nicht getan auch hier ist es wieder ein problem
37:47dass sie die baker ist wenn sie trotz rassentrennung einer einrichtung betritt tritt sie einen sozialen
37:53brauch mit füßen denn diversen teilen des südens als unumstößliche tatsache akzeptiert ist die schwarzen
38:00wissen wo sie hingehören und dann kommt sie und zeigt ihnen wie man diesen platz verlässt und geht
38:12wieder genau das ist das problem würde sie bleiben und kämpfen würde sie sich den folgen ihres tuns
38:22stellen deshalb all die kritik für viele afroamerikaner hatte sie zwar die rassenlinie überquert war
38:29aber nicht wieder zurückgekehrt und hatte niemanden mitgenommen das war auch ein problem
38:36josephine hatte ja keine leute um sich versammelt denen sie geholfen hätte sie war josephine baker mehr
38:46nicht einerseits war man stolz auf ihre tat andererseits wurde sie kritisiert weil sie es
38:52ganz allein tat und damit keine türen geöffnet hatte josephine wird von den kritikern aus der
39:05bürgerrechtsbewegung auseinandergenommen seit ihrer abreise 20 jahre zuvor hatte sie mit der
39:11realität der afroamerikaner nichts mehr zu tun ihr wird klar dass allein ihre prominenz sie vor der
39:18gewalt der rassentrennung geschützt hat ab nun wird sie ihre privilegien in den dienst der
39:25bürgerrechtsbewegung stellen 1951 drei jahre später kehrt sie für ein konzert in florida zurück diesmal
39:37hat sie bedingungen gestellt bevor sie den atlantik überquert es war ganz einfach ich konnte nicht dort
39:45auftreten wo mein volk keine bürgerrechte hat ich würde die einladung in die usa nur annehmen wenn
39:51schwarze im saal zugelassen würden der veranstalter des konzerts ist sicher dass dies der richtige zeitpunkt
39:57ist um josephine in den usa zu lancieren und lässt sich auf all ihre forderungen ein
40:11ihr vertrag ist fordernd es wird vorausgesetzt dass das publikum ohne berücksichtigung von
40:17rasse hautfarbe oder religion zugelassen wird der auftritt ist ein historisches ereignis
40:22erstmals in miami erhalten schwarze einlass in die schicken clubs und luxushotels ein triumph im
40:29saal kuhlern die tränen
40:57das konzert in miami schlägt wellen in den ganzen
41:00usa josephine sinkt in st louis los angeles und einem dutzend weiterer städte in las vegas
41:08prangert sie öffentlich die rassistischen äußerungen eines nachtclub besitzers an sie
41:14bietet willy mcgee ihre unterstützung an der ohne jeglichen beweis zum tode verurteilt wurde
41:19weil er eine weiße vergewaltigt haben soll endlich kann sie ihren erfolg in den dienst der
41:24sache der schwarzen stellen
41:26der schwarzen
41:27in seinem Land zu wissen, dass sie zu warten.
41:30Josefine Becker hat 25 Jahre alt,
41:32aber Harlem hat sich, in eine einzige Trionphale,
41:35zu erinnern ihn, zu erinnern ihn.
41:37Die größte Mietropole der Welt
41:40hat den Weg zurückgebracht,
41:42in honor der kleine Colorad-Girl-Koll,
41:45in einem Jahr ein Quart,
41:46um die Glocke in Paris zu gewinnen.
42:03Doch ein Zwischenfall stört die Harmonie.
42:07Eines Abends, als sie in New York im schicken Stalklub ihren Erfolg mit Freunden feiert, wartet sie lange auf ihren
42:14Teller.
42:15Sehr lange. Bis ihr klar wird, dass ihr Teller nie kommen wird.
42:22Erst ungeduldig ist sie nun aufs Äußerste gereizt und verlässt den Ort.
42:26Sie wendet sich an den Verband für die Bürgerrechte der Afroamerikaner und meldet einem Vollstreckungsbeamten den Rassismus, den sie dort
42:34erdulden musste.
42:35Am nächsten Tag tauchen Aktivisten mit Spruchbändern auf und wollen den Eingang des Clubs blockieren.
42:41Die Affäre landet in den Medien. Josephine stört.
42:46FBI-Chef John Edgar Hoover legt eine Akte an, in der ihr kommunistische Umtriebe vorgeworfen werden.
42:56Von heute auf morgen gilt Josephine als Staatsfeind der USA.
43:02Sie reist nach Lateinamerika, wo sie öffentlich die Rassenpolitik ihres Landes kritisiert.
43:08Jetzt herrscht Krieg.
43:10Das FBI übt Druck auf die Länder aus, in denen sie auftreten soll.
43:13Ihre Konzerte in Peru, Kolumbien, Kuba und Haiti werden abgesagt.
43:18Man droht ihr, sie nicht mehr in die USA einreisen zu lassen.
43:23Sie ist niedergeschmettert.
43:29Was haben wir getan oder gesagt?
43:32Ich wollte im Krieg so gut dienen, wie ich konnte, gegen die Nazis und deren Rassenpolitik.
43:38Und diese Politik finde ich nun genauso heimtückisch und hässlich, bei denen wieder die Vorgaben, sie zu bekämpfen.
43:49Ich bin nach Frankreich zurückgekehrt.
43:51Schon vor dem Krieg fühlte ich mich dort in einem schönen Schloss in der Dordogne am wohlsten.
43:57Es war mein Zuhause.
44:06Bei meinen Reisen um die Welt hatte ich gesehen, dass die Völker sich mehr und mehr mischen.
44:12Es schien mir offensichtlich, dass die sogenannte Rassenreinheit verschwinden würde.
44:18Doch ich wollte, dass dies durch Liebe geschieht und nicht durch Hass.
44:24Um der ganzen Welt zu beweisen, dass alle Völker der Welt friedlich miteinander auskommen können,
44:30adoptiert Josephine zwölf Kinder unterschiedlichster Herkunft und bringt sie in ihrem Schloss unter.
44:37Sie nennt ihre Familie Tribuard-Ganciel, Regenbogenstamm.
44:43Und sie ist die Prophetin dieses Stammes.
44:52Und sie sind in unterschiedlichen Religionen?
44:53Ja, natürlich.
44:55Also, Akio, welche ist seine Religion?
44:57Er ist Szentuist.
44:58Er ist Shintoist?
44:59Ja.
45:00Und Louis?
45:01Louis, Katholik.
45:03Katholik.
45:04Und Jeannot?
45:05Jeannot, Bouddhiste.
45:06Bouddhiste.
45:07Und Jean-Claude?
45:09Katholik.
45:10Katholik.
45:11Jari?
45:12Jari?
45:13Protestant.
45:14Protestant.
45:15Moise?
45:16Vous le savez bien.
45:17Israélite.
45:17Und Abraham, Musulman?
45:19Oui.
45:19Oh, ça y est, vous le savez mieux que moi, c'est Erafi.
45:23Qui?
45:24Kofi.
45:25Kofi.
45:26Il est, comment est-ce que je vous explique ça?
45:29Il est fétichiste.
45:32Je m'appelle Akio, j'ai le vin, et mon pays d'origine, c'est la Vauvée du Sud.
45:41Je m'appelle Jari, j'ai le 7 ans, et mon pays d'origine, c'est Femme.
45:46Je m'appelle Louis, j'ai le 8 ans, et mon pays d'origine, c'est la Colombie.
45:57Ob zu ihrem Glück oder Unglück, Josephine Baker ist immer ihren Instinkten gefolgt.
46:02Wenn sie das Gefühl hatte, etwas tun zu müssen, dann tat sie es, ohne an die Folgen zu denken.
46:07Einen Regenbogenstamm zu gründen, ist ein Traum, eine Utopie.
46:12Sie macht das einfach und erklärt damit alle Kinder der Welt zu ihren Kindern.
46:17Zeigt, dass Familie vor allem Menschlichkeit bedeutet und Abstammung purer Zufall ist.
46:22Was übrigens amüsant ist, weil einige Jahre später ein Herr, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wird, von einer Regenbogennation
46:29träumt.
46:30Nelson Mandela.
46:34Das zeigt, dass alle Menschen, die unter Bedingungen gelitten haben, in der die Hautfarbe die Lebensumstände bestimmt, nur noch eines
46:42wollen.
46:42Das Prisma sprengen und die Hautfarbe für nichtig erklären, indem alle Farben integriert werden.
46:51Ich glaube, genau das hat, bewusst oder nicht, Josephine Baker zu ihrem Tun veranlasst.
47:01Seit über 30 Jahren folgen die Franzosen Josephine bei all ihren Abenteuern.
47:06Sie haben sie als Tänzerin geliebt, als Sängerin und Schauspielerin, haben sie als Heldin der Résistance gefeiert,
47:13haben sie sogar mit dem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet, in ihrem Schloss, inmitten ihres Regenbogenstammes.
47:35Und doch fehlt Josephine etwas. Die Liebe ihres Herkunftslandes, wo sie immer noch verfemt ist.
47:47Aber in Amerika beginnen sich die Dinge zu wandeln.
47:50Ein junger Pastor, Martin Luther King, ist Kopf der Bürgerrechtsbewegung geworden.
47:56Im August 1963 ruft er Schwarze und Weiße auf, sich in Washington gegen die Rassentrennung zu versammeln.
48:04Josephine hat erreicht, was keiner Schwarzen vor ihr gelungen war.
48:08Der Pastor legt Wert auf ihre Anwesenheit.
48:12Robert Kennedy interveniert, um ihr Einreiseverbot aufheben zu lassen.
48:17Am Tag des Marsches auf Washington ist Josephine die einzige Frau am Rednerpult.
48:22I want you to know that this is the happiest day of my entire life.
48:32The results today, I see you all together, the sights for I.
48:39You're together and soft and separate, just as you should be.
48:44Just as I've always wanted you to be, and the people of the world have always wanted you to be.
48:51You are a united people.
48:55At last, you are on the ease of complete victory.
49:00Continue on.
49:02You can't go wrong.
49:03The world is behind you.
49:12Josephine stößt zu diesem wichtigen Ereignis, das, wie wir wissen, vor allem von männlichen Bürgerrechtlern organisiert wurde.
49:18Frauen waren zwar auch beteiligt, wurden aber ein wenig beiseite gestoßen.
49:22Das nur in Klammern, aber das ist wichtig.
49:26Josephine stößt wie eine ausländische Botschafterin hinzu.
49:30Und dieser internationale Aspekt ist nicht zu unterschätzen.
49:36Zudem trägt sie, sie als Sexsymbol und Glamour-Objekt, die Uniform der freien französischen Armee.
49:44Und sie hätte auch gar nicht kommen müssen.
49:49Sie flog über den Atlantik.
49:51Nicht aus Karrieregründen, sondern um Generationen schwarzer Erfolge, schwarzen Entertainments und schwarzen Kampfes zu verbinden.
50:02Das war ergreifend.
50:08Bis zum Marsch auf Washington hatte ich bei jeder meiner Reisen in die USA Bauchschmerzen.
50:14Zum ersten Mal bin ich mit einem Geschmack von Freiheit nach Frankreich zurückgekehrt.
50:19Mein Kampf war richtig.
50:23Ich war nach Washington gegangen, um die Fackel an jene weiterzugeben, die mir zuhörten.
50:29Damit sie die gleichen Chancen haben wie ich, ohne fliehen zu müssen.
50:34Jetzt, wo sie mir zugehört hatten, konnte ich in Frieden abreisen.
50:42In dem es den ersten schwarzen Star der Geschichte aus ihr machte, hatte das Schicksal Josephine einen Streich gespielt.
50:49In der Fremde auf sich allein gestellt, bot sie dem Rassismus in einem einsamen Kampf die Stirn.
51:04An ihrem Lebensabend vereint sich der Kampf gegen Ungerechtigkeit mit dem für eine bessere Welt.
51:13Ihr Leben ist nunmehr Teil der Geschichte.
51:17Sie müsste sicher darüber lachen.
51:26Und jetzt, wo sind meine Bananen?
51:46Das ist wahr, wenn ich die Bananen hatte, ich hatte keine Komplikation.
51:55Fertig mir, dass ich keine Komplikation hatte.
51:59Jetzt gibt es nichts zu tun.
52:02Ich bin froh, aber ich bin froh, aber ich bin froh, mit einem kleinen Matelat.
52:17Ich bin froh, aber ich bin froh, mit einem kleinen Matelat.
52:27Ich bin froh, aber ich bin froh, mit einem kleinen Matelat.
52:45Ich bin froh, mit einem kleinen Matelat.
53:07Untertitelung des ZDF, 2020
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