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#GanzerFilm #deutsch
Der Struwwelpeter ist ein deutscher Kinderfilm aus dem Jahr 1955, der auf dem gleichnamigen Bilderbuch von Heinrich Hoffmann basiert.

Handlung
Im Film werden die Geschichten des Kinderbuchs von einem Erzähler (gesprochen von Fritz Genschow) begleitet. Dabei hält sich der Film größtenteils an die Vorlage von Heinrich Hoffmann. Die Reime werden in gesprochener, gesungener Form alle genannt und dabei werden die Geschichten szenisch dargestellt. Meistens werden dabei sogar die zeichnerischen Motive nachgestellt.

Produktion

Der Stölpchensee, die Hanns Guck-in-die-Luft-Szene im Film
Der Struwwelpeter wurde unter anderem am Stölpchensee gedreht.[1] Die Dreharbeiten fanden 1954 statt.[1] Am 23. Januar 1955 erlebte der Film in mehreren Städten seine Premiere.[1]

Die Kinoversion verfügt um eine zusätzliche schwarz-weiße Rahmenhandlung. Die Geschichten vom Struwwelpeter ohne Rahmenhandlung, die ausschließlich in Farbe gedreht wurden, dauern 56 Minuten.[2]

Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00Musik
00:38Musik
01:10Musik
01:39Sieh einmal, hier steht er.
01:41Pfui, der Struppelpeter.
01:44An den Händen beiden ließ er sich nicht schneiden.
01:47Seine Nägel fast ein Jahr.
01:49Kämmen ließ er nicht sein Haar.
01:52Wie er ist, geht er zu Bett.
01:54Findet ihr denn sowas nett?
01:56Hüpft herum auf der Matratze?
01:58Wie die wilde Pantherkatze?
02:00Eine Mähne wie ein Löwe.
02:02Fliegt so hoch wie eine Möwe.
02:05Hüpft dann wieder wie ein Floh.
02:07Und piekt vielleicht noch irgendwo.
02:10Rechtsum, linksum, geradeaus.
02:14Stehen, liegen, so ein Graus.
02:18Huppt nach vorne, huppt zur Seite.
02:21Oben, unten, in die Weite.
02:25Steh auf, Männchen, Hampelmann.
02:28Halt jetzt mit dem Strampeln an.
02:32Pfui, ruft da ein jeder.
02:36Garstiger Struppelpeter.
02:39Wenn der Hans zur Schule ging,
02:41steht sein Blick am Himmel hing.
02:43Nach den Dächern Wolken schwalben,
02:46schaut er aufwärts allenthalben.
02:48Also, dass ein jeder ruft,
02:49seht den Hans, guck in die Luft.
02:51Schaut zum Himmel unverwandt,
02:53kam ein Hund dahergerannt.
02:54Bauts, bauts, da liegen zwei
02:56Hund und Hänschen nebenbei.
02:58Doch bekümmert sie nicht viel.
03:00Weiter geht das lustige Spiel.
03:43Einst ging er an Ufersrand mit der Mappe in der Hand.
03:46Nach dem blauen Himmel hoch sah er, wo die Schwalbe floh.
03:51Also, dass er Kerzengrat immer mehr zum Flusse trat.
03:56Und die Fischlein in der Reihe sind erstaunt sehr, alle drei.
04:00Halt!
04:01Das ist noch gut gegangen.
04:03Und die Fischlein sehen's mit Bangen.
04:05Halt!
04:06Kein Schritt!
04:07Doch klumpete Hans stürzt hinab,
04:09Kopf über ganz.
04:10Die drei Fischlein, sehr erschreckt,
04:12haben sich sogleich versteckt.
04:13Doch zum Glück,
04:14da kommen zwei Männer aus der Nähe herbei.
04:17Sie sehen das arme, nasse Kind.
04:20Sie rennen, laufen, ganz geschwind.
04:22Sie springen wie zwei Känguru
04:24auf den Pitschpatschnassen Jungen zu.
04:27Und sie haben ihn mit Stammen
04:29in dem Wasser aufgefangen.
04:32Tät's nicht so nette Leute geben,
04:34Hänschen wär nicht mehr am Leben.
04:36Jeder hat nicht solch ein Glück,
04:39dass man ihn bringt an Land zurück.
04:41Und wer so unvorsichtig war,
04:44bringt leicht auch andere in Gefahr.
04:47Hilfsbereit die Männer sind,
04:49als wär es für das eigene Kind.
04:52Sie ziehen ihn raus mit aller Kraft.
04:55Und endlich, endlich ist's geschafft.
04:58Er ist gerettet, Gott sei Dank.
05:01Nach Hause schnell, sonst wirst du krank.
05:03Die Retter taten ihre Pflicht.
05:05Ein Danke hört man leider nicht.
05:08Sie gehen an die Arbeit wieder.
05:10Dem Hänschen schlottern alle Glieder.
05:14Hans und Tasche sind ganz nass.
05:16Ei, das ist ein schlechter Spaß.
05:19Wasser läuft dem armen Wicht
05:21aus den Haaren ins Gesicht.
05:23Aus den Kleidern von den Armen.
05:26Und es friert ihn zum Erbarmen.
05:29Doch die Fischlein alle drei
05:30schwimmen hurtig gleich herbei.
05:32Strecken's Köpflein aus der Flut.
05:35Lachen, dass man's hören tut.
05:37Lachen fort noch lange Zeit.
05:40Und die Mappe schwimmt schon weit.
05:44Hier sieht man sitzen in der Stub
05:46den lustigen Suppenkasper-Bub.
05:49Er hat, wie man ganz deutlich sieht,
05:51einen richtigen Löwenappetit.
05:54Der Kasper, der war kerngesund.
05:56Ein dicker Bub und kugelrund.
05:58Er hatte Backen, rot und frisch.
06:00Die Suppe aß er hübsch bei Tisch.
06:02Die dicke Köchin freut sich sehr.
06:05Sieht sie den vollen Teller leer.
06:06Sie lobt den guten Appetit.
06:08Fast isst er noch den Löffel mit.
06:11Nun gib doch schon den Teller her.
06:12Ich bringe dir ja gern noch mehr.
06:17Der Kasper ist recht wohlgemut.
06:19Denn jedes Essen schmeckt ihm gut.
06:21Die Püppchen sehen das sehr gern.
06:23Sie lieben ihren starken Herrn.
06:27Als die Eltern fortgegangen,
06:30hat das Unglück angefangen.
06:32Auf einmal fing er an zu schreien.
06:34Ich esse keine Suppe, nein.
06:36Ich esse meine Suppe nicht.
06:38Nein, meine Suppe esse ich nicht.
06:40Ich kann die Suppe nicht mehr sehen.
06:42Ich will viel lieber spielen gehen.
06:44Seht, wie der Junge sich benimmt.
06:47So wie ein kleines Kind bestimmt.
06:49Er zieht ein mürrisches Gesicht.
06:51Die gute Köchin glaubt es nicht.
06:53Du isst doch wieder gut, nicht wahr?
06:55Sie streicht ihm freundlich übers Haar.
06:58Er riecht daran, nimmt keinen Biss.
07:01Nun isst doch lieber Kasper ist.
07:03Er springt herum vom Teller fort
07:05und läuft zum kleinen Bärchen dort.
07:08Das Zwerglein auf der Leiter
07:10schaut gar nicht mehr so heiter.
07:16Am nächsten Tag,
07:17ja, sieh nur her,
07:19da war er schon viel magerer.
07:21Und er fing wieder an zu schreien.
07:23Ich esse keine Suppe, nein.
07:25Ich esse meine Suppe nicht.
07:27Nein, meine Suppe esse ich nicht.
07:29Ich kann die Suppe nicht mehr sehen.
07:31Ich will viel lieber spielen gehen.
07:33Nein, dürft ihr wohl auch so bockig sein?
07:37Ganz sicher nicht.
07:38Ich glaub's nicht.
07:39Nein.
07:40Die Köchin war schon recht ergrimmt,
07:43weil Kasper keine Suppe nimmt.
07:45Isst jetzt.
07:46So geht es ja nicht mehr.
07:47Ist schnell den Suppenteller leer.
07:52Er riecht daran und schiebt ihn fort
07:55und hört nicht auf der Köchinwort.
07:58Ich esse nicht, ich esse nicht.
08:00Nein, meine Suppe esse ich nicht.
08:02Er geht zum kleinen Bärgeschwind.
08:04Der Doktor denkt,
08:05was hat das Kind?
08:09Am vierten Tag,
08:11oh weh und ach,
08:12wie ist der Kasper dünn und schwach.
08:15Doch eh die Suppe kam herein,
08:17schon fing er wieder an zu schreien.
08:19Ich esse keine Suppe, nein.
08:21Ich esse meine Suppe nicht.
08:23Nein, meine Suppe esse ich nicht.
08:26Ich kann die Suppe nicht mehr sehen.
08:29Ich will viel lieber spielen gehen.
08:31Er strampelt wie ein kleines Kind,
08:34so trotzig wie die Babys sind.
08:36Wie kann man nur so bockig sein?
08:39Ach Kasper, ist ein Süppchen fein.
08:41Die gute Köchin um ihn bangt,
08:43weil Kasper gar nichts mehr verlangt.
08:45Isst nur die Suppe, isst sie doch.
08:48Du wirst sonst krank.
08:49Oh, glaub mir doch.
08:51Schaut nur das mäglige Gesicht.
08:53Er isst die Suppe wieder nicht.
08:55Er springt herum und läuft zum Bär.
08:58Ich fürchte um den Kasper sehr.
09:03Am fünften Tage endlich gar,
09:06der Kasper wie ein Fädchen war.
09:09Er konnte vor Schwäche kaum noch schreien.
09:11Ich esse keine Suppe, nein.
09:14Ich esse meine Suppe nicht.
09:17Nein, meine Suppe esse ich nicht.
09:19Des Doktors Blick ist sorgen schwer.
09:22Dem Kasper hilft nun gar nichts mehr.
09:26Er wog vielleicht ein halbes Lot
09:29und war am selben Tage tot.
09:45Eine reizende Familie.
09:48Sohn, Papa, Mama Ottilie.
09:51Der Vater ist sehr abgespannt.
09:54Der Mutter ist das wohlbekannt.
09:56Und sie zittert immer schon.
09:57Geht's mit Vater und mit Sohn?
09:59Sanft teilt sie die Suppe ein.
10:01Philipp, lass das Zappeln sein.
10:04Ob der Philipp heute still
10:06wohl bei Tische sitzen will?
10:07Also sprach in ernstem Ton
10:10der Papa zu seinem Sohn.
10:12Ja, der Philipp sagt's zum Schein.
10:16Er will heute artig sein.
10:18Und die Mutter blickt stumm
10:20auf dem ganzen Tisch herum.
10:23Es scheint zu gehen, wie man sieht.
10:25Also guten Appetit.
10:28Eine Fliege schwimmt im Essen.
10:30Philipp, hast du ganz vergessen,
10:32dass der Vater Ruhe braucht.
10:34Besänftigend die Mutter haucht.
10:35Die Fliege hab ich übersehen.
10:38Man muss das Kind auch recht verstehen,
10:40so spricht Mama, die Gute.
10:42Philipp verdiente jetzt die Rute.
10:44Au, ich hab mir den Mund verbrannt.
10:46Philipp, nicht gleich rumgerannt.
10:48Die Suppe wird bald kälter sein.
10:50Setz dich hin, Philippilein.
10:52Der Vater hält sich sehr zurück.
10:54Das ist immer Philips Glück.
10:56Ist du jetzt nicht still und fein?
10:58Willst du nicht bald ruhig sein?
11:00Setze ich dich ganz allein.
11:02Dieses ist kein Reitstall hier.
11:04Sitze still, ich rat es dir.
11:06Er gaukelt und schaukelt.
11:08Er trappelt und zappelt
11:09auf dem Stuhle hin und her.
11:11Philipp, das missfällt mir sehr.
11:14Diese Kippelkapelei
11:15macht mir noch den Stuhl entzwei.
11:17Vater, lieber, ach, beruhige dich.
11:19Philipp, bitte denk an mich.
11:22Doch der Philipp hörte nicht,
11:23was zu ihm der Vater spricht.
11:25Zum Wohl, auf unseren Frieden.
11:26Er ist euch nicht beschieden.
11:29Kaum, dass der Vater essen will,
11:30sitzt Philipp wiederum nicht still.
11:32Die Eltern sind nun sehr erregt.
11:34Auch Philipp ist jetzt sehr bewegt.
11:36Er freut sich, dass er zappeln kann
11:37und spielt nur noch den wilden Mann.
11:40Alles ist bei ihm Theater.
11:42Armer, hungriger Vater.
11:44Bewegung hält das Leben frisch.
11:45Drum laufen alle um den Tisch.
11:47Der Vater ist so gern in Ruhe.
11:50Doch kommt und kommt er nicht dazu.
11:52Sein Appetit, der war so groß.
11:56Familienzusammenstoß.
11:57Schlimmeres kann es nicht mehr geben.
11:59Na, wir werden's ja erleben.
12:02Auf Regen folgt stets Sonnenschein.
12:05Die Mutter renkt es mühsam ein.
12:09Und sie blicket wieder stumm
12:10auf dem ganzen Tisch herum.
12:13Doch der Philipp denkt bei sich,
12:15Ruhe geben kann ich nicht.
12:17Stille sitzen ist kein Spaß.
12:19Langeweile macht mir das.
12:24Halt das Tischtuch.
12:26Halt es fest.
12:28Dem Vater gibt es fast den Rest.
12:30Hat Philipp einen Frosch gegessen?
12:31Er zappelt wieder wie besessen.
12:33Jetzt gibt's ein Donnerwetter gleich.
12:35Philipp, Philipp, jetzt entfleuch.
12:37Der Vater, der ist wirklich gut.
12:39Wie unterdrückt er seine Wut?
12:41Der Vater sei ein Beispiel dir.
12:43Ganz anders als der Philipp hier.
12:45Trink ein Schlückchen Wein, mein Lieber.
12:47Sonst läuft dir die Galle über.
12:49Ist dir besser? Hilft es schon?
12:51Er ist ja unser lieber Sohn.
12:53Philipp fängt schon wieder an.
12:55Strampelt wie ein Hampelmann.
12:57Und die Mutter blicket stumm
12:58auf dem ganzen Tisch herum.
13:00Seht ihr, lieben Kinder,
13:01seht, wie es dem Philipp weitergeht.
13:04Seht nur her auf diesem Bild.
13:06Ja, er schaukelt gar zu wild.
13:07Bis der Stuhl nach hinten fällt.
13:09Da ist nichts mehr was in Welt.
13:11Nach dem Tischtuch greift er, schreit.
13:13Doch was hilft's?
13:13Zu gleicher Zeit fallen Teller, Flasche und Brot.
13:16Vater ist in großer Not.
13:17Und die Mutter blicket stumm
13:19auf dem ganzen Tisch herum.
13:20Nun ist Philipp ganz versteckt.
13:22Und der Tisch ist abgedeckt.
13:24Was der Vater essen wollt,
13:25unten auf der Erde rollt.
13:27Suppe, Brot und alle Bissen.
13:28Alles ist herabgerissen.
13:30Suppenschüssel ist in zwei.
13:32Und die Eltern stehen dabei.
13:34Beide sind gar zornig sehr.
13:35Haben nichts zu essen mehr.
13:42Ah, jetzt sind wir in der Stub von dem Daumenlutscher, Bu.
13:49Konrad, sprach die Frau Mama,
13:51ich geh aus und du bleibst da.
13:54Sei hübsch, ordentlich und fromm,
13:56bis nach Haus ich wiederkomm.
13:58Konrad denkt, geh nur Mama,
14:01bin ein großer Junge ja.
14:02Und vor allem, Konrad, hör,
14:05lutsche nicht am Daumen mehr.
14:08Ach, ich hab es gar nicht gern.
14:10Tu es nicht, bin ich auch fern.
14:13Auch dem Daumen tut's nicht gut,
14:15wenn man daran lutschen tut.
14:16Denn der Schneider mit der Schere
14:19kommt sonst ganz geschwind daher.
14:21Und die Daumen schneidet er ab,
14:24als ob Papier es wär.
14:25Das Versprechen gab er leicht.
14:29Ob es auch zum Halten reicht?
14:33Und zufrieden winkt Mama.
14:35Und der Konrad, der bleibt da.
14:40Fort geht nun die Mutter und
14:42Wupp, den Daumen in den Mund.
14:45Ach, wie schmeckt der Daumen gut.
14:47Konrad lutscht mit frohem Mut.
14:50Oh, der Däumchen hab ich zwei.
14:51Alles ist mir einerlei.
14:53Daumenschneider gibt es nicht.
14:55Kommt auch nie bei hellem Licht.
14:58Ach, wie freut sich da das Kind.
15:00Lutscht an beiden auch geschwind.
15:02Und vor Lust und Freude ganz
15:04tanzt es einen Daumentanz.
15:21Eine Schere schleicht so dann
15:23langsam mit nem Bein heran.
15:26Baut's!
15:26Da tritt ja einer auf.
15:30Und herein in schnellem Lauf
15:32springt der Schneider in die Stub
15:34zu dem Daumenlutscherbub.
15:36Eine Schere, groß und schwer
15:38bringt der Daumenschneider her.
15:41So was?
15:44Macht er einen Sprung
15:45über unseren kleinen Jungen.
15:47Konrad denkt, was will der hier?
15:49Ich tu ihm nichts.
15:50Was will er mir?
15:51Spielst du durch das Zimmer?
15:52Zack, steck ich meine Däumchen weg.
15:56Zip, zapp, schnipp, schnapp.
15:59Daumen ab, Daumen ab.
16:00Gib ihn her, gib ihn her.
16:02Ist nicht schwer, ist nicht schwer.
16:04Springt wie ein Heuschreck hin und her.
16:06Als ob ich ein Sprungbrett wär.
16:08Nein, du ulkiges Gesicht.
16:09Meine Daumen trägst du nicht.
16:11Doch der Schneider springt und
16:12Ach, gleich, gleich, gleich.
16:14Ist's gemacht, ist's gemacht.
16:19Weh, jetzt geht es klipp und klapp.
16:22Mit der Schere, die Daumen ab.
16:24Mit der großen, scharfen Schere.
16:26Hei, wie schreit der Konrad sehr.
16:28Siehst du wohl?
16:29Siehst du wohl?
16:30Das kommt davon.
16:31Lutsche nicht, lutsche nicht,
16:33mein kleiner Sohn.
16:36Als die Mutter kommt nach Haus,
16:38sieht der Konrad traurig aus.
16:42Ohne Daumen steht er dort.
16:44Die sind alle beide fort.
16:47War er da, der Daumendieb?
16:50Konrad, ich behalte dich lieb.
16:56Paulinchen war allein zu Haus.
16:58Die Eltern waren beide aus.
17:00Die Mutter hatte sie ermahnt,
17:02als hätt ihr Schlimmes schon geahnt.
17:04Oh, spiel mit Feuer nicht.
17:06Pass auf, Paulinchen hörte gar nicht drauf.
17:09Sie dachte nur bei sich ganz still,
17:11jetzt mach ich alles, was ich will.
17:14Paulinchen tanzt in leichtem Schritt
17:16und Mienz und Maunz, die tanzen mit.
17:18Im Walzertakt will sie sich drehen,
17:20die Kätzchen können's grad so schön.
17:44Als sie nun durch das Zimmer sprang,
17:46mit leichtem Mut und Sing und Sand,
17:50da sah sie plötzlich vor sich stehen,
17:52ein Feuerzeug nett anzusehen.
17:55Ei, sprach sie, ei, wie hübsch und fein,
17:58das muss ein trefflich Spielzeug sein.
18:00Ich zünde mir ein Hölzchen an,
18:01wie's oft die Mutter hat getan.
18:03Und Mienz und Maunz, die Katzen,
18:05erheben ihre Tatzen,
18:06sie drohen mit den Pfoten,
18:08der Vater hat's verboten.
18:10Miau, miau, miau, miau, miau,
18:14lass stehen, sonst brennst du lichterloh.
18:17Paulinchen hört die Katzen nicht,
18:19die Hölzchen brennen hell und licht,
18:21das flackert lustig,
18:23knistert laut,
18:24grad wie ihr's auf dem Bilde schaut.
18:28Paulinchen aber freut sich sehr
18:29und sprang im Zimmer hin und her.
18:32Doch Mienz und Maunz, die Katzen,
18:35erheben ihre Tatzen,
18:36sie drohen mit den Pfoten,
18:38die Mutter hat's verboten.
18:40Miau, miau, miau, miau,
18:43wirf's weg, sonst brennst du lichterloh.
18:48Doch weh, die Flamme fasst das Kleid,
18:51die Schürze brennt, es leuchtet weit,
18:54es brennt die Hand, es brennt das Haar,
18:58es brennt das ganze Kind sogar.
19:00Und Mienz und Maunz,
19:02die schreien gar jämmerlich zu zweien.
19:05Herbei, herbei, wer hilft geschwind,
19:08im Feuer steht das ganze Kind.
19:11Miau, miau, miau, miau,
19:14zu Hilf, das Kind brennt lichterloh.
19:17Doch niemand hört es weit und breit,
19:19wie tut das Kind den Kätzchen leid.
19:22Sie läuft im Zimmer hin und her,
19:24wo rettet sie denn keiner mehr?
19:26Was wird geschehen, wenn niemand naht?
19:28Die Kätzchen wissen keinen Rat,
19:31sie zittern jetzt wie Espenlaub.
19:33Hört keiner sie, sind alle taub?
19:35Warum konnten sie nicht folgsam sein?
19:38Der Rauch hüllt sie nun völlig ein.
19:40Vom Feuer wird sie müde nun
19:42und legt sich hin, um auszuruhen.
19:47Verbrannt ist alles ganz und gar,
19:49das arme Kind mit Haut und Haar.
19:52Ein Häuflein Asche bleibt allein
19:54und beide Schuhe so hübsch und fein.
19:57Miau, miau, miau, miau,
20:00ach, wir werden nie mehr froh.
20:02Miau, miau, miau,
20:04wir wissen's beide ganz genau.
20:07Miau, miau und weh und ach,
20:09wir trauern dem Paulinchen nach.
20:12Die Kätzchen laufen irr herum,
20:14wie war doch das Paulinchen dumm.
20:16Jetzt möcht sie gern gehorsam sein.
20:19Zu spät, zu spät sah sie es ein.
20:22Jamins und Mauns, die Kleinen,
20:23die sitzen da und weinen.
20:25Miau, miau, miau, miau.
20:27Wo sind die armen Eltern, wo?
20:30Und ihre Tränen fließen
20:32wie's Bächlein auf den Wiesen.
20:38Es zog der wilde Jägersmann
20:40sein grasgrün neues Röcklein an,
20:43nahm Ranzen, Pulverhorn und Flint
20:44und lief hinaus ins Feld geschwind.
20:47Das Häschen aus dem Blätterhaus,
20:49das lacht den wilden Jäger aus.
20:51Er trug die Brille auf der Naas
20:53und wollte schießen, tot den Haas.
20:55Geh ich nach Norden, Süden, Westen
20:57der Wind, er sagt es mir am besten.
20:59Man sieht ihm seine Klugheit an.
21:02Er ist ein stolzer Jägersmann.
21:04Ich muss das Häschen suchen gehen.
21:07Wo find ich es?
21:09Wo mag es stehen?
21:10Ein richtiger Jäger ist das nicht.
21:13Man sieht's am dümmlichen Gesicht.
21:17Das Weitwerk ist ein herrlich Ding.
21:19Das Häschen er sehr gerne fing.
21:22Doch erst versucht er meinen Tanz.
21:24Er ist voll Stolz und Freude ganz.
21:42Das Häschen läuft ihm hinterher.
21:45Der Jäger zielt mit dem Gewehr.
21:47Er stößt sich selber an die Naas
21:49und sieht nicht mal den kleinen Haas.
21:52Wer haut mich da?
21:53Wer mag das sein?
21:55Ich bin im Walde doch allein.
21:57Oh, schaut euch doch die beiden an.
21:59Wer klüger ist, Haas oder Mann?
22:01Der Jäger ist ein dummer Wicht.
22:03Ein Häschen, nein, das trifft er nicht.
22:06Jetzt schien die Sonne gar zu sehr.
22:09Da ward ihm sein Gewehr zu schwer.
22:11Er suchte sich ein Plätzchen aus
22:13im schönen grünen Blätterhaus.
22:15Oh, wie ist es schön im Gras.
22:19Oh, so macht ihm nach der Hase.
22:22Oh, er legte sich ins grüne Gras.
22:27Oh, das alles sah der kleine Haas.
22:37Und als der Jäger schnarcht und schlief,
22:40der Haas ganz heimlich zu ihm lief.
22:46Er schleicht sich sacht von hinten an
22:50wie ein geübter Jägersmann.
22:55Die Brille hat das Häschen jetzt
22:58sich selber auf die Nase gesetzt.
23:01Es nahm die Flit und auch die Brillen
23:05und schlich davon, ganz leis und still.
23:09Denn schießen will's aus dem Gewehr.
23:15Der Jäger aber fürcht sich sehr.
23:18Er läuft davon und springt und schreit.
23:20Zu Hilfe, Leute, zu Hilfe, Leute,
23:23erschieß mich nicht und lass es sein.
23:26Ich bin kein richtiger Jäger, nein.
23:29Hilft mir denn keiner in der Not,
23:31sonst schießt der Haas den Jäger tot.
23:37Der Hase macht sich einen Spaß,
23:39versteckt am Brunnen sich im Gras.
23:41Da kommt der wilde Jägersmann zuletzt
23:43beim tiefen Bründchen an.
23:44Der Hase ist der Jäger jetzt.
23:46Der Jäger ist trop sehr entsetzt.
23:48Des Jägers Frau am Fenster saß
23:51und rangt aus ihrer Kaffeetast.
23:53Der Jäger springt, die Not war groß.
23:55Es schießt der Haas die Flinte los.
23:57Die Tasse schoss der Haas in zwei.
23:59Da rief die Frau,
24:00Auweih, auweih.
24:02Doch bei dem Bründchen heimlich saß
24:04des Häschens Kind, der kleine Haas.
24:07Der hockte da im grünen Gras.
24:08Dem floss der Kaffee auf den Haas.
24:10Er schrie, wer hat mich da verbrannt?
24:12Und hielt den Löffel in der Hand.
24:14Da trug der Haas ihn in das Feld
24:17und winkt zurück dem tapfern Held.
24:30Der Jäger war noch nicht ganz tot.
24:34Die Frau, die hilft ihm aus der Not.
24:36Das Herz, das ist ihm zentner schwer.
24:39Der schießt bestimmt kein Häschen mehr.
24:43Hier kann man es am besten sehen.
24:45Angst zu haben ist nicht schön.
24:54Der Friedrich, der Friedrich,
24:56das war ein arger Wüterich.
24:58Er war in Stadt und Land bekannt.
25:00Wird böser Friedrich nur genannt.
25:02Als die Eltern auf der Reise
25:04regierte er auf seine Weise.
25:06Und niemand ist im ganzen Haus.
25:08Drum denkt sich Friedrich etwas aus.
25:11Könnte man mit diesen Sachen
25:12irgendwelche Streiche machen?
25:15Der Spiegel,
25:16was ist damit, du?
25:19Den Kronleuchter,
25:21den lass in Ruhe.
25:23Was willst du denn mit dem Geweih?
25:24Na Gott sei Dank, das ging vorbei.
25:29Da, ein Wurf
25:30und viel Getöse.
25:32Seht, er freut sich noch der Böse.
25:35Statt nützlich seine Kraft zu proben,
25:37macht er nur Dummheiten hier oben.
25:39Wo ist noch etwas heil und gut?
25:42Er steigert langsam sich in Wut.
25:44Der Käfig ist kein Fußball, du.
25:46Lass doch das Vögelchen in Ruhe.
25:48Quälst du ein armes Tier zum Scherz,
25:51fühlst später du den gleichen Schmerz.
25:54Er tritt dich Stühl und Vögel tot.
25:57Und alle leiden große Not.
26:01Er fängt die Fliegen in dem Haus
26:03und reißt ihnen die Flügel aus.
26:06Oh Friedrich, halt ein, halt ein.
26:09Wie wird die Schwester traurig sein?
26:12Der Leuchter ist kein Tongerät.
26:15Halt Friedrich, halt, zu spät, zu spät.
26:20Strafe folgt stets auf dem Böse.
26:22Doch er, er hält nicht viel von Böse.
26:24Und nur noch Ärger wütet er.
26:26Oh Friedrich, das rächt sich schwer.
26:28Im Schrank steht köstliches Geschirr.
26:30Doch Friedrich freut sich am Geklirr.
26:33Oh weh, wenn das das Gretchen sieht.
26:37Sie hat doch ein so sanft Gemüt.
26:40Wie fürchtet sie den argen Wicht?
26:43Seht, selbst die Blumen schont er nicht.
26:47Das Zimmer sieht nun grausig aus.
26:50Jetzt springt er gar zum Fenster raus.
26:53Das Gretchen, von dem Lärm gestört,
26:55glaubt erst, sie habe sich verhört.
26:57Doch denkt man sich, nun ist es gut?
27:00Nein, Friedrich fühlt neue Wut.
27:03Das Gretchen, das ist lieb und tollt.
27:06Der Bursche ihr schon lange grollt.
27:08Wie hinterhältig ist der Bube.
27:12Lauf, Gretchen, lauf in deine Stube.
27:14Versteck dich irgendwo im Haus.
27:16Zu spät, er holt zum Schlage aus.
27:19Und sieh nur, sieh, wie bös er war.
27:21Jetzt peitscht er seine Gretchen gar.
27:23Wie ein Teufel springt er rum.
27:26Sie weint, er kümmert sich nicht drum.
27:29Friedrich, willst du artig sein?
27:31Umsonst droht ihm das Schwesterlei.
27:33Er wirft sie auf die Seite roh.
27:36Sie weint noch mehr, das macht ihn froh.
27:38Friedrich, das ist kein Kreiselspiel.
27:41Dem Gretchen wird das bald zu viel.
27:42Jetzt klopft er ihr die Sachen aus.
27:45Na, endlich läuft sie in das Haus.
27:47Oh, Friedrich, oh, Friedrich.
27:49Was bist du für ein Wüterich?
27:51Die Statue ist viel zu schön.
27:53Der Lümmelmuster stört sie sehen.
27:57Das arme Gretchen.
27:58Voll entsetzen muss sie nun durch das Zimmer hetzen.
28:01Das Zimmer hat sie gern geputzt.
28:04Was hat das alles nun genutzt?
28:06Siehst du, der Sprung gelang dir schlecht.
28:08Hat's wehgetan?
28:09Geschieht dir recht.
28:11Ha, ha, ha, ha.
28:12Er wirft voll Wut mit dem Geweih.
28:14Die Vase ging doch nicht entzweigen.
28:16Auch sie zerstört der Wüterich.
28:19Friedrich, seht her.
28:21Das tat der Friedrich.
28:23Wenn Friedrich mal ein Mann wird sein,
28:25dann schämt er sich der Wütereien.
28:27Die junge Kraft gut angewandt.
28:29Man hätt mit Achtung ihn genannt.
28:32Am Brunnen stand ein großer Hund.
28:34Trank Wasser dort mit seinem Mund.
28:36Damit der Peitscher zu sich schlicht,
28:38der bitterböse Friedrich.
28:39Er trat den Hund.
28:40Der machte schön und hat ihn flehend angesehen.
28:43Hat Friedrich Mitleid?
28:45Kennt er das?
28:46Er foppt ihn.
28:48Schlägt ihm auf die Nase.
28:50Er zieht am Schwanz ihn zu sich her.
28:52Da seht nur, seht, er quält ihn sehr.
28:54Er zerrte ihn am Ohr herum.
28:56Das wird dem besten Hund so dumm.
28:58Er schlug den Hund.
29:00Der heulte sehr.
29:01Er schlug und trat ihn immer mehr.
29:06Da biss der Hund ihn in das Bein.
29:08Recht tief bis in das Blut hinein.
29:10Der bitterböse Friedrich, der schrie und weinte bitterlich.
29:14Er konnte kaum noch gehen und stehen.
29:16Er musste vor Schmerz im Kreis sich drehen.
29:19Jetzt fühlt er selbst, wie weh es tut.
29:21Quält man den anderen bis zum Blut.
29:23Der Schmerz ging ihm zum großen Zeh.
29:25Die Wunde tat ihm schrecklich weh.
29:27Jedoch nach Hause lief der Hund
29:29und trug die Peitsche in den Mund.
29:32Ins Bett
29:33muss Friedrich nun hinein.
29:35Litt vielen Schmerz
29:37an seinem Bein.
29:39Der Doktor hat sich angesagt.
29:41Dem Friedrich das nicht behagt.
29:44Voll Angst verkriecht
29:45er sich im Bett.
29:47Ein Doktor ist ja sonst
29:49sehr nett.
29:50Doch heute winkt ein Strafgericht.
29:54Man sieht's dem Doktor
29:56am Gesicht.
29:57Er stellt sich ernst
29:58und Sorgen schwer
29:59und Friedrichs Angst
30:01wächst immer mehr.
30:02Er klagte ihm von seinem Leid.
30:05Der Doktor weiß sofort Bescheid.
30:07Das Auge prüft er
30:08und die Scharte
30:10und denkt bei sich
30:12Na warte, warte!
30:15Er hat mit Friedrich
30:16manches vor.
30:18Zuerst
30:19nimmt er
30:20das große Rohr.
30:21Er geht zu ihm mit ernstem Schritt
30:23und Friedrichs Augen
30:25gehen mit.
30:27Unsern Friedrich
30:28packt das Grauen.
30:29Der Doktor
30:30will das Übel schauen.
30:32Er nimmt das schrecklich
30:33krumme Rohr
30:34und setzt es
30:35sorgsam
30:36sich ans Ohr.
30:37Die Bosheit
30:38sitzt im Körper tief.
30:40Weiter unten!
30:41Friedrich rief.
30:43Der Doktor
30:44prüft ganz unbeirrt.
30:46Friedrich ist schon
30:47ganz verwirrt.
30:48Der Doktor
30:48scheint es ein Genie.
30:50Er hört den Pulsschlag
30:51auch am Knie.
30:52Das ist die Stelle!
30:54Hab sie schon!
30:55Na warte nur
30:56mein lieber Sohn!
30:58Der hat die Angst
30:59vom kleinen Kinde.
31:02Der Doktor
31:03nimmt die große Binde.
31:05Passt auf!
31:06Jetzt wickelt er ihn ein.
31:08Den Friedrich
31:09mitsamt dem Bein.
31:11Und mit der kunstgeübten Hand
31:13legt er ums Bein
31:14jetzt den Verband.
31:16Der Friedrich
31:17stößt unentwegt.
31:18Den Doktor
31:19das nicht sehr erregt.
31:21Du liege still
31:22sonst setzt es was.
31:23Der Doktor
31:24kennt jetzt keinen Spaß.
31:26Doch Friedrich
31:26gibt keine Ruhe.
31:28Drum kommt
31:28das andere Bein dazu.
31:32Der Doktor
31:33muss im Stillen lachen.
31:34Er hat ja sonst
31:35viel mildere Sachen.
31:39Doch ist es gut
31:40er deckt ihn zu.
31:43Nun hat die liebe
31:44Seele Ruhe.
31:48Er setzt sich hin
31:50in sich gekehrt.
31:52Doch Friedrich
31:53ist noch nicht belehrt.
31:55Ja, hier tut
31:56ein Exempelnot.
31:58Er nimmt die Spritze
31:59fliegend tot.
32:03Er tut dann so
32:05als wollte er spritzen.
32:07Der Friedrich
32:07möchte am liebsten flitzen.
32:09Er kann das wirklich
32:10nicht verstehen
32:11sehen, dass ihn der Doktor
32:12nicht lässt gehen.
32:13Ach, könnte sich
32:14bekriechen doch.
32:16Am liebsten
32:17in ein Mauseloch.
32:21Der Doktor
32:22macht sich einen Spaß
32:23und zieht den Friedrich
32:24auf die Nase.
32:25Der verkriecht
32:26sich in der Decke
32:27und glaubt sich
32:28sicher im Verstecke.
32:29Die Wirkung
32:30ist ganz einwandfrei.
32:32Der Doktor
32:33schmunzelt nebenbei.
32:35Jetzt muss es
32:36doch schon besser sein.
32:39Friedrich
32:39fängt wieder an
32:40zu schreien.
32:41Nur Geduld,
32:42mein lieber Sohn.
32:43Ich habe ja noch
32:44mehr davon.
32:46Das hat den Friedrich
32:47sehr entsetzt.
32:48Am liebsten
32:49wäre er ausgewetzt.
32:50Der Doktor
32:51hat nur drauf gewartet.
32:53Für Kinder,
32:54die so schlimm geartet,
32:56hat er die beste Medizin.
32:58Und wie sie aussieht,
33:02schmeckt sie
33:06grün.
33:08Der Doktor
33:09schüttelt sich
33:09und denkt,
33:11mit Liebe
33:12etwas eingeschenkt.
33:14Das kann doch
33:15nur von Nutzen sein.
33:18Dem Friedrich
33:18leuchtet das nicht ein.
33:20Drum kommt der Gute
33:21gleich herbei
33:22und gibt die
33:23bittere Arznei.
33:26Es ist kein Honig,
33:27ist kein Saft.
33:34doch ist die Wirkung
33:38fabelhaft.
33:40Wer Mensch und Tiere
33:42so bedroht,
33:44dem tut eine strenge
33:45Strafe Not,
33:46damit er weiß,
33:48wie weh es tat,
33:49als er so um sich
33:50schlug und trat.
33:51Dem Doktor
33:53ist es nun gelungen.
33:54Friedrich
33:55war zur Ruhe
33:56gezwungen.
33:56Er schläft
33:57nun lange,
33:59lange Zeit
34:00und Friede
34:01ist es
34:02weit und breit.
34:05Der Hund
34:06an Friedrichs
34:07Tischchen saß,
34:08wo er
34:09den guten
34:10Kuchen aß,
34:11aß auch
34:12die gute
34:13Leberwurst
34:14und trank
34:15den Wein
34:16für seinen Durst.
34:18Die Peitsche
34:19hat er mitgebracht
34:20und nimmt sie
34:22sorglich
34:22sehr in Acht.
34:29Es ging
34:30spazieren
34:31vor dem Tor,
34:32ein Kohlpechraben
34:33schwarzer Moor.
34:35Die Sonne
34:35schien ihm
34:36aufs Gehirn,
34:37drum nahm er
34:38seinen Sonnenschirm.
34:39Da kam der Ludwig
34:40angerannt
34:41und trug sein Fähnchen
34:42in der Hand.
34:43Der Kasper
34:44kam mit schnellem Schritt
34:45und brachte
34:46seine Brezel mit.
34:49Und auch der Wilhelm
34:50war nicht steif
34:51und zeigte
34:52seinen Runden reif.
34:53Die schrien
34:54und lachten
34:54alle drei,
34:55als dort
34:56das Moorchen
34:56ging vorbei,
34:57weil es so schwarz
34:58wie Tinte sei.
35:00Eins,
35:00zwei,
35:01drei und vier,
35:02was will denn
35:03das Moorchen hier?
35:04Fünf,
35:05sechs,
35:06sieben,
35:06acht,
35:07wer hat dich denn
35:08so schwarz gemacht?
35:09Ist die Farbe echt
35:10oder klebt sie schlecht?
35:12Ha, ha, ha, ha,
35:13hu, hu, hu, hu, hu, hu,
35:15Schornsteinfegerjunge,
35:16du, hu, hu, hu, ha, ha, ha,
35:19jetzt fällt das arme Moorchen
35:20hier auf.
35:22So einen schwarzen Raben
35:24wollen wir bei uns nicht haben.
35:25Wir tanzen lieber ganz allein.
35:31Doch kommt das Moorchen
35:33schüchtern rein,
35:34sie ziehen ihn wieder
35:35in den Kreis.
35:36Dem Moorchen
35:36wird vor Angst
35:37ganz heiß
35:38und vorwärts geht es
35:39hopp, hopp, hopp,
35:40mit Bocksprung
35:40weiter im Galopp.
35:45Da kam der große
35:47Nikolas.
35:48Wo hat denn der
35:49sein Tintenfass?
35:50Der sprach,
35:51Ihr Kinder,
35:52hört mir zu
35:53und lasst den
35:54Mooren hübschen.
35:56Was kann denn
35:57dieser Moor dafür,
35:58dass er so weiß
35:59nicht ist wie ihr?
36:01Macht ihm das Leben
36:02nicht zur Qual.
36:03Spielt mit dem
36:04Moorchen doch einmal,
36:06sonst werd ich böse,
36:07glaubt mir das.
36:08Ich habe noch
36:10mein Tintenfass.
36:15Die bösen Buben
36:17täuschten ihn,
36:20dem Nikolas
36:21dieses hübsch erschien.
36:23Die Buben aber
36:24folgten nicht
36:25und lachten ihm
36:26ins Angesicht
36:26und lachten ärger
36:28als zuvor
36:28über den armen
36:30schwarzen Moor.
36:31Sie stießen ihn,
36:32sie schlugen ihn.
36:33Das Moorchen
36:34weiß nicht mehr wohin.
36:35Der Nikolas
36:36wurde bös und wild.
36:37Du siehst es
36:38hier auf diesem Bild.
36:39Er grollt mit ihnen
36:40immer mehr.
36:41Die Buben,
36:42die erschrecken sehr.
36:44Da sprach er
36:45einen Zauberspruch
36:46und braucht nicht mal
36:48ein Zauberbuch.
36:50Hokus,
36:51Hokus,
36:53Kajatokus,
36:55Monopono,
36:56Pinkusquas,
36:58her zur Stell
36:59das Tintenfass.
37:00Da wurde selbst
37:01das Moorchen blass.
37:07Er packte gleich
37:08die Buben fest
37:09beim Arm,
37:10beim Kopf,
37:12bei Rock und West,
37:13den Wilhelm
37:14und den Ludewig.
37:16Den Kasper auch,
37:17der wehrt sich nicht.
37:20Er kam zum allerletzten
37:22Schluss
37:22in den
37:23Raben
37:23schwarzen Guss.
37:25Er tummt sie
37:26in die Tinte tief,
37:27wie auch der
37:28Kasper
37:29Feuer rief.
37:31Hokus,
37:32Pokus,
37:32Pinkusquas,
37:33jetzt sitzt
37:34ihr im Tintenfass.
37:36Dem Moorchen wurde
37:37kalt und heiß,
37:38die Tinte,
37:39die war schwarz,
37:40nicht weiß.
37:41Und er färbte
37:41und er gerbte
37:42und er tauchte,
37:43dass es rauchte.
37:44Schwarz sind alle
37:45wie die Wand.
37:47Weiß bleibt nur
37:48des Niklas Hand.
37:50Bis über den Kopf
37:51ins Tintenfass
37:52tunkt sie
37:53der große Nikolas,
37:54den Wilhelm
37:55und den Ludewig
37:56und auch der Kasper
37:58wehrt sich nicht.
37:59Hokus,
38:00Pokus,
38:01Kajatokus,
38:03Monopono,
38:03Pinkusquas,
38:04kommt jetzt aus
38:05dem Tintenfass.
38:10Er holt sie
38:11aus dem Fasse raus.
38:13Mein Gott,
38:14wie sehen die Buben aus?
38:15Der Wilhelm
38:17und der Ludewig
38:23und Kasper
38:24sind ein Schwarzgesicht.
38:28Du siehst sie hier,
38:29wie schwarz sie sind,
38:31viel schwärzer
38:32als das Mohrenkind.
38:37Der Moor
38:38voraus
38:38im Sonnenschein,
38:40die Tintenbuben
38:41hinterdrein.
38:42Und hätten sie
38:43nicht so gelacht,
38:44hätten Niklas
38:45sie nicht schwarz gemacht.
39:10Wenn der Regen
39:12niederbraust,
39:13wenn der Sturm
39:14das Feld
39:15durchsaust,
39:15bleiben Mäbchen
39:16Mädchen oder Buben hübsch daheim in ihren Stuben.
39:20Robert aber dachte, nein, das muss draußen herrlich sein.
39:24Und im Felde patschet er mit dem Regenschirm umher.
39:28Hui, wie pfeift der Sturm und keucht, dass der Baum sich niederbeugt.
39:34Robert, halt, dein Schirm fliegt fort. Hol ihn dir. Dort liegt er, dort.
39:39Und der Robert patschet heiter durch den Sturm und Regen weiter.
39:44Er spannt den Schirm und trotz dem Regen.
39:47Stürmt dem Sausewind entgegen.
39:50Sturmwind, komm und trage mich hoch empor und jage mich.
39:55Fliegen möchte ich übers Tal. Komm und zieh mich doch einmal.
39:59Möchte wie ein Vogel hoch. Nimm mich, nimm mich, nimm mich doch.
40:05Seht, den Schirm erfasst der Wind und der Robert fliegt geschwind durch die Luft so hoch, so weit.
40:11Niemand hört ihn, wenn er schreit. An die Wolken stößt er schon.
40:15Bald fliegt auch der Hut davon.
40:17Schirm und Robert fliegen dort durch die Wolken immer fort.
40:21Wo der Wind sie hingetragen, ja, das weiß kein Mensch zu sagen.
40:25Tief dort unten liegt die Erde.
40:27Ob ich sie wiedersehen werde?
40:30Das Wasser, das ist nass.
40:32Und der Hans, der merkt sich das.
40:44Philipp, setz dich hin.
40:47Denk an den Familiensinn.
40:54Essen kann er auch in Ruhe.
40:56Vater drückt ein Auge zu.
41:01Seht, der Rauch zieht sich zurück.
41:04Auch die Tränen, welch ein Glück.
41:14Miau!
41:15Paulinchen, tanze mit.
41:17Miau!
41:18Wie war es schön zu dritt.
41:33Paulinchen nimmt kein Streichholz mehr.
41:36Und die Kätzchen freut das sehr.
42:05Poukos, Poukos, Kaya, Toukos.
42:11Monopono, Pinkusquas.
42:32Die Tippenbufe aus dem Fass.
42:34Jetzt sind sie weder schwarz noch nass.
42:40Durchs Fenster rückwärts springen.
42:42Durch Übung kann es gelingen.
42:45Er räumt das Zimmer wieder ein.
42:47Der Friedrich kann auch anders sein.
42:53Drittenbufe aus dem Fass.
42:54Frisk zu dritt.
43:04Die Tippe sind mit dannen aus.
43:10Die Tippenbufe aus dem Fass.
43:14Musik
43:50Wenn die Kinder artig sind, kommt zu ihnen das Christkind.
43:55Wenn sie ihre Suppe essen und das Brot auch nicht vergessen,
43:58wenn sie ohne Lärm zu machen still sind bei den sieben Sachen,
44:02beim Spazierengehen auf den Gassen, von Mama sich führen lassen,
44:06dann kommt zu euch ins Haus das Christkind und der Nikolaus.
44:11Er hat in seinem Sack gar viel, fürs liebe Kind ein schönes Spiel.
44:17Besorgt ist die Mama fürs Kind, Nikolaus weiß jede Sünd.
44:21Alles ist noch gut gegangen, Weihnachten hat angefangen,
44:25Mutti geht mit ihrem Sohn und die Dreie warten schon.
44:30Manchem ist nicht wohl zumute, denn Gefahr droht von der Rute,
44:34ist weiß auch jetzt Gesicht und Hand, der Niklas hat sie doch erkannt.
44:37Die Tintenbuben sind die drei, da kommt das Moorchen auch herbei.
44:41Es tut, als wäre nichts geschehen, die Buben gern mit Moorchen gehen.
44:46Das hat den Niklas froh gemacht und jedes Kind wird auch bedacht.
44:51Wer artig ist, bekommt auch schon den lang gewünschten Weihnachtslohn.
44:55Ne Trommel kriegt der Ludewig und die Trompete ist für dich.
44:59Die schöne Ziehharmonika, die ist allein für Kasper da.
45:03Das Schönste doch bekommt der Moor.
45:07Bescheidenheit geht immer vor.
45:11Dem Moorchen ist sein Wunsch erfüllt, der Niklas lächelt still und mild.
45:18Freunde hat er nun gewonnen, ein neues Leben hat begonnen.
45:21Und weil der Niklas ihm verzieht, sind froh die drei so wie noch nie.
45:26Ach Nikolas, ach Nikolas, du brauchst nicht mehr dein Tintenfass.
45:31Wir spielen mit dem Moorchen schön und danken dir.
45:34Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen.
45:37Da ist ja Robert schon zurück.
45:39Das nenne ich aber großes Glück.
45:41Am Ende war es doch kein Vergnügen, feilschnell durch die Luft zu fliegen.
45:45Er bleibt bei Sturm jetzt hübsch zu Haus.
45:48Den Schirm lässt er dem Nikolaus.
45:50Der Niklas wirft ihn fort im Spaß.
45:52Nun fliegt er wie eine Untertass, so hoch, so weit er fliegen mag.
45:57Für Robert ist jetzt Weihnachtstag.
45:59Und Nikolaus behängt ihn schwer.
46:01Jetzt fliegt der Robert niemals mehr.
46:05Was zappelt denn dort vor der Tür?
46:07Ach ja, der Philipp zappelt hier.
46:09Er möchte so gerne ruhig sein.
46:12Drum reitet er per Stock herein.
46:14Nie mehr will er die Decke reißen.
46:16Nie mehr auch das Geschirr zerbrechen.
46:19Der Niklas glaubt, dass er bekehrt und schenkt ihm drum ein Steckenpferd.
46:26Festhält den Reiter jetzt das Pferd.
46:28Auf Zappel liegt er keinen Wert.
46:30Herr Nikolaus, wir danken schön.
46:31Es geht hopp, hopp.
46:32Auf Wiedersehen.
46:34Hoppelt die Poppel, wer ist denn das?
46:37Hoppelt die Poppel, der kleine Haas.
46:39Will der denn auch zum Nikolaus?
46:41Hoppelt die Poppel, bist ja zu Haus.
46:44Was hoppelt denn da so um mich herum?
46:46Er sieht ihn nicht.
46:47Dreh dich doch um.
46:49Hoppelt die Poppel, ist das ein Spaß.
46:52Ja, seh ich recht.
46:53Der kleine Haas.
46:55Was will er denn vom Weihnachtsmann?
46:59Schnell guckt er sich das Säckchen an.
47:02Na, was bekommt das Häschen wohl?
47:05Einen riesengroßen Blätterkohl.
47:08Hoppelt die Poppel, das ist aber fein.
47:11Hoppelt die Poppel zum Häselein.
47:13Haut jetzt einmal her.
47:15Was hab ich da?
47:16Nun staunt ihr sehr.
47:18Das Däumchen eins und Nummer zwei.
47:20Und alles ohne Hexerei.
47:22Beide Daumen sind doch da.
47:24Und es freut sich die Mama.
47:26Das muss er doch dem Niklas zeigen.
47:29Immer sind sie jetzt sein Eigen.
47:32Am Daumen lutscht er nie, nie mehr.
47:35Darüber freut sich Niklas sehr.
47:38Und für einen solchen Fall gibt es wohl den größten Ball.
47:43Um den zu halten, das ist wohl bekannt, braucht man Däumchen an der Hand.
47:50Paulinchen aus der Asche kam und gleich den Weg zum Niklas nahm.
47:59Doch der Niklas macht zum Scherze die Probe mit der Wunderkerze.
48:05Paulinchen aber weicht zurück.
48:07Und das ist nun ihr Weihnachtsglück.
48:10Seht, ein Püppchen gleich mit Bett schenkt der Niklas ihr.
48:16Ist das nicht nett?
48:17Nun ist das Leben wieder schön.
48:19Mein Püppchen kann sich mit mir drehen.
48:23Mienz und Maunz, habt ihr gehört?
48:26Paulinchen ist zurückgekehrt.
48:28Miau, wir wollen uns wieder drehen.
48:30Miau, wie ist das Leben schön.
48:32Miau, miau, miau, miau.
48:35Jetzt sind wir beide wieder froh.
48:38Und es tanzt der Niklas mit den Kätzchen so aus Spaß.
48:42Ach, lieber guter Nikolaus, wie sieht's mit unserer Weihnacht aus?
48:46Hast du denn auch an uns gedacht und uns was Leckeres mitgebracht?
48:49Miau, miau, miau, miau.
48:51Wir naschen gerne, es ist mal so.
48:53Miau, miau, miau, miau.
48:56Zwei Mäuschen, schau für mich und meine liebe Frau.
49:00Aus zuckersüßem Marzipan.
49:03Das hat der Niklas recht getan.
49:06Hans trägt die Nase in die Höhe.
49:08Willst du wohl runter, Jemini?
49:10Sie will hoch und er will runter.
49:11So geht es immer kunterbunter.
49:15Rauf, runter, rauf.
49:18Der Niklas, der passt auf.
49:20Wenn ich jetzt nur noch Sport betreibe,
49:22immer auf der Erde bleibe, ist sein Vorschlag.
49:25Rückschlag, Handschlag, Überschlag.
49:28Und das jeden Tag.
49:30Wär's nicht ein Vertrag?
49:33Springe nicht mehr hin und her.
49:35Bleibe hübsch jetzt im Patern.
49:38Niklas lächelt leise.
49:39Und er reicht ihm weise, siehst du's hier,
49:41ein Klavier.
49:43Denn wer da übt in schönen Tönen,
49:46muss sich an Maß und Schritt gewöhnen.
49:56Grüß Gott, der Kasper.
49:59Rund und dick ist von der Reise auch zurück.
50:03Die Schüssel hat er mitgebracht.
50:05Und er ist jetzt gleich für acht.
50:08Da ist der Niklas aber froh.
50:10Er stopft ihm die Terrine so,
50:12dass sie von Naschwerk überschwemmt.
50:14Na, wie jetzt der Kasper schleppt.
50:22Da ist ja unser guter Hund.
50:25Er trägt die Peitsche noch im Mund.
50:27Er hat sie wieder mitgebracht
50:29und nimmt sie sorgsam sehr in Acht.
50:33Der Niklas spricht.
50:35Na, gib mal her.
50:36Die Peitsche brauchen wir nicht mehr.
50:40Dafür kriegst du mein gutes Tier
50:43noch viel was Schöneres von mir.
50:47Schau, so viel Würste, eine Kette,
50:51wenn die wohl jedes Hündchen hätte.
50:54Schön ist so ein Hundeleben.
50:57Kannst du denn auch Pfötchen geben?
50:59Und stolz geht unser guter Hund.
51:02Ihm schlägt die richtige Weihnachtsstund.
51:04Wer kommt denn da in kühnem Schritt?
51:07Kein Hund geht zur Begleitung mit.
51:10Er zieht die Mütze,
51:11streckt die Hand.
51:13Dem Niklas scheint er sehr bekannt.
51:15Ja, denn er greift gleich nach der Rute.
51:17Ganz bitterböse ist der Gute.
51:20Das ist der Bruder Liederlich,
51:22der übermütige Friedrich.
51:23In den Sack muss er hinein.
51:26Da hilft kein Bitten mehr.
51:27Oh nein.
51:28Oh Friedrich, oh Friedrich,
51:30warum warst du solch wüterig?
51:33Von allen wirst du angeklagt,
51:35die du gequält hast und geplagt.
51:37Hast keinen Freund, der zu dir steht.
51:41Die Reue kommt jetzt viel zu spät.
51:43Doch seht, ein Wunder jetzt geschieht.
51:46Vom Ferne her erklingt ein Lied.
51:49Ein heller Schein, der Raum wird weit.
51:52Woher kommt diese Herrlichkeit?
51:54Das Christkind kam aus Himmels Höhen
51:57und viele Englein um es stehen.
52:01Still schauen sie auf den Jungen,
52:03der nie sein Herz bezwungen.
52:06Da winkt das Christkind ja auch schon.
52:10Kläglich hüpft er vor den Thron
52:12und Christkind spricht.
52:15Mein Nikolaus,
52:16lass Friedrich aus dem Sack heraus.
52:18Der Niklas brummt,
52:20kann's nicht verstehen,
52:22doch Christkinds Willen muss geschehen.
52:24Mit seinem liebevollen Blick
52:26hält es den Niklas noch zurück.
52:31Ein Geschenk bekommt er gleich.
52:38Glücklich fühlt er sich und reich.
52:40Er wickelt's aus und er erbleicht.
52:43Die Peitsche man ihm überreicht.
52:45Ein Grauen packt ihn jetzt davor.
52:48Was war er für ein dummer Tor?
52:50Die Peitsche fällt ihm aus der Hand.
52:53Die Reue ihn nun übermannt.
52:55Ganz tief muss er sich schämen.
52:58Er soll die Peitsche wieder nehmen?
53:02Doch mit seinem sanften Blick
53:04führt's Christkind Friedrich zurück.
53:09Die Peitsche wird ein Eselein
53:12und Friedrich bedankt sich fein.
53:16Er schaut noch immer wie im Traum das Wunder
53:19und er fasst es kaum.
53:22Die Einsicht kommt ja nie zu spät
53:25und nun gedankenvoll er geht.
53:29Wer will denn da zum Christkind hin?
53:32Ein Name kommt mir in den Sinn.
53:36Seht einmal, da steht er.
53:40War das nicht der Struvelpeter?
53:43Diesem Jungen wohlerzogen
53:45ist das Christkind sehr gewogen
53:48und es bringt ihm Guts genug
53:50und ein schönes Bilderbuch.
53:58Wer will denn da zum Christkind hin?
54:10Amen.
54:58Wie ein Traum der Weihnachtsnacht sind die Bilder aufgewacht und der Struwelpeter lacht.
55:09Er ist so froh bewegt, dass er sich zum Tanze regt.
55:15Schön ist alles, was er denkt, wenn er auf den Rahmen sprengt.
55:38Er ist so froh bewegt, dass er sich zum Tanze regt.
55:43Er ist so froh bewegt, dass er sich zum Tanze regt.
55:44Er ist so froh bewegt, dass er sich zum Tanze regt.
55:44Er ist so froh bewegt, dass er sich zum Tanze regt.
55:45Er ist so froh bewegt, dass er sich zum Tanze regt.

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