- vor 6 Stunden
Das Gothic Remake erscheint am 5. Juni für PC und Konsolen und ich konnte das Rollenspiel endlich für eine längere Zeit ausprobieren. Fast das gesamte erste Kapitel konnte ich bereits ausgiebig ausprobieren und auch wenn man das deutlich schneller absolvieren kann, habe ich mich rund zehn Stunden in der Neuauflage verloren.
Denn mit jeder Minute wird immer deutlicher, dass dieses RPG viele Stärken seiner Vorlage erbt und neue Ideen sinnvoll ins altbekannte Gerüst einwebt.
Doch so gut mir dieser erste ausführliche Ausflug auch gefallen hat: Es ist nicht alles perfekt im Remake-Land. Welche Probleme Gothic Remake noch plagen, warum genau es trotzdem schon in diesem Zustand mich nicht mehr losgelassen hat und was ihr sonst noch übers Spiel wissen solltet, zeige ich euch in diesem Video!
Denn mit jeder Minute wird immer deutlicher, dass dieses RPG viele Stärken seiner Vorlage erbt und neue Ideen sinnvoll ins altbekannte Gerüst einwebt.
Doch so gut mir dieser erste ausführliche Ausflug auch gefallen hat: Es ist nicht alles perfekt im Remake-Land. Welche Probleme Gothic Remake noch plagen, warum genau es trotzdem schon in diesem Zustand mich nicht mehr losgelassen hat und was ihr sonst noch übers Spiel wissen solltet, zeige ich euch in diesem Video!
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VideospieleTranskript
00:0825 Jahre nach dem Original geht's endlich zurück in die Strafkolonie unter der magischen
00:13Barriere. Und was soll ich sagen? Diese Neuauflage hat mich selbst in der Vorschau-Version mit ihrer
00:17Atmosphäre, aber auch ihrem Gameplay schneller in den Bann gezogen, als ich Lurker sagen kann.
00:23Ehrlich, das hier kann wirklich ein absolut würdiges Remake werden, wenn Entwickler Alchemia
00:28Interactive bis zum Release am 5. Juni noch ein paar Kinderkrankheiten in den Griff bekommt.
00:32Wieso ich selbst nach zehn Stunden eigentlich gar nicht mehr aufhören wollte, was das Gothic Remake
00:36jetzt schon super macht, wo es noch stolpert und was ihr sonst noch über die Neuauflage wissen
00:40solltet, das seht ihr jetzt. Ihr erahnt es schon oben rechts in der Ecke,
00:57das hier ist noch keine finale Version vom Gothic Remake. Ich konnte das erste Kapitel spielen,
01:02und zwar bis zu dem Moment, an dem ich ins alte Lager aufgenommen werden sollte. Dann war leider
01:06Schluss. Denn in der Preview konnte ich noch nicht überall hingehen und dadurch auch nicht jede Quest
01:11beenden. Ich zeige euch das mal auf der Karte. Dieser Bereich hier war offen, den Rest haben die
01:16Macher hinter einer zweiten, dieses Mal unsichtbaren Barriere versteckt. Ich kann euch also leider nichts
01:20zum Sumpf und auch nichts zum neuen Lager sagen. Was ich euch aber sagen kann, das Gothic Remake macht in
01:26Sachen Atmosphäre und Quests schon in dieser Vorschau-Version verdammt viel verdammt richtig.
01:30Ich meine alleine, wenn ich einfach am alten Lager entlang spaziere.
01:44Der Soundtrack hat wirklich einen riesigen Anteil an der tollen Atmosphäre. Das sind wirklich verdammt
01:50passende Stücke und Alchimia hat die insgesamt noch sehr wenigen Tracks des Originals auch noch
01:54mal ordentlich erweitert. Das Thema im alten Lager spielt jetzt in verschiedenen Variationen.
02:11Für einige Bereiche wie den Vorhof der alten Mine gibt's sogar gleich völlig neue Stücke.
02:22Ganz wie in den klassischen 3D-Zeldas charakterisiert die Musik die einzelnen Orte und allein das sorgt
02:27für ein dickes Atmosphäre-Plus. Aber nicht nur der Soundtrack zieht mich ins Spiel rein,
02:31sondern auch die Open World an sich. Die Strafkolonie bleibt einfach ein clever aufgebauter Ort. Ich laufe
02:36einen fast linearen Weg runter und sehe direkt das alte Lager mit seinem Turm im Zentrum der offenen Welt.
02:41Von hier aus finde ich dann in jeder Richtung interessante Orte. Das ist einfach gutes Design.
02:46Ja, das verdankt das Remake natürlich seiner Vorlage, aber das neue Gothic setzt überall auch
02:50nochmal ne Schippe drauf und macht die Welt dadurch schicker und vor allem lebendiger. Ein paar Beispiele.
02:55Überall kreucht und fleucht es, hier laufen zum Beispiel Spinnen über die Wände, hier fliegen
03:00Gräser durch die Luft, Menschen laufen durch die Kolonie und natürlich sehe ich schon überall Tiere in
03:05der Welt herumspazieren. Gerade als Fan des Originals macht's auch einfach wirklich Spaß,
03:10bekannte Orte in schickerer Optik zu sehen. Die kleine Bruchbude hinterm alten Lager ist jetzt
03:14deutlich größer und ohne Fleischschwanzenverwandlung auch unzugänglich. Die kleine Brücke zu Beginn
03:20hat ebenfalls einen Umfang zugelegt. Bei den ersten ausgewachsenen Scavengern ist jetzt nicht nur
03:25einfach ein leeres Feld, sondern da steht auch ne kleine Hütte und das alte Lager ist mit seinen
03:29mehrstöckigen Hütten deutlich imposanter. Alles ist wie früher aber doch ein bisschen anders,
03:44größer und detaillierter. Und das größer, das sieht man hier vor allem am Vergleich der Karten
03:48sehr gut. Und keine Sorge, die Kolonie ist zwar ein bisschen größer, dafür kann meine Figur jetzt auch
03:53standardmäßig sprinten, dadurch ziehen sich die Laufwege auch nicht zu sehr in die Länge. Kurz gesagt,
03:57diese Welt lebt und atmet und ich will genau wie vor 25 Jahren einfach alles erkunden. Zum Thema
04:02Erkundung komme ich auch später noch genauer, ich muss aber erstmal ein großes Atmosphäre-Plus
04:06nochmal genauer besprechen. Ich hab ja schon gesagt, dass die NPCs durch die Welt laufen und
04:11das tun sie auch nicht planlos, alle besitzen einen individuellen Tagesablauf. So weit so bekannt. Das
04:17macht die Welt aber so viel belebter. Buddler gehen alleine zur Mine, arbeiten dann da und bringen
04:22danach das abgebaute Erz zurück ins Lager ab. Und ganz kurz, wie cool ist es bitte schön,
04:26dass ich jetzt ohne Ladepause in die Mine gehen kann? Was ja auch den Tagesabläufen der Buddler
04:31hilft. Manche Figuren sind dann zwischendurch mal nicht bei ihrer Hütte und ich kann die dann viel
04:35einfacher ausrauben. Wieder anderen kann ich einfach folgen und erlebe dann einzigartige Gespräche.
04:40Diego erzählt mir zum Beispiel ein paar interessante Infos, wenn ich ihm anfangs einfach ins Lager
04:44folge. Das System hatte in der Preview nur ein Problem. Damit den NPCs unterwegs nicht einfach
04:58etwas passiert, greifen die Monster sie nicht an. Mich aber schon. Deswegen konnte ich Diego nie
05:04komplett folgen, ich hab ja keine Waffe für den Scavenger auf dem Weg und der hatte nur Augen für
05:08mich besonders blöd. Beim Neuladen spawnt die Preview-Version NPCs und Monster wieder an ihre
05:14Standardorte. Das heißt, Diego war schon im Lager an seiner Hütte und ich konnte den Spaziergang nur
05:19mit einem kompletten neuen Spielstand noch mal erleben. Und übrigens, merkt euch dieses
05:23unabsichtliche Feature, das wird später noch mal wichtig. So, jetzt aber noch mal zurück zu den NPCs.
05:28Anhand der Figuren-Animationen wird auch noch mal ganz klar deutlich, Gothic Remake wird ein
05:33schickes Spiel, aber spielt technisch definitiv nicht ganz oben mit. Das geht für mich persönlich auch
05:37voll in Ordnung, denn dafür lief diese Vorschauversion ziemlich stabil. Ich hatte keinen einzigen Absturz
05:43oder großen Glitch. Was nicht heißt, dass schon alles rund lief. Hier schwebt mal ein Grasbüschel
05:48in der Luft. Nach dem Quick Save speichert das Spiel kontinuierlich ohne mein Zutun weiter ab. Und
05:53im alten Lager gab es hin und wieder Soundbugs, weswegen der Soundtrack doppelt und versetzt ablief.
06:10Generell die Soundabmischung war in dieser Version noch durchwachsen. Der namenlose Held,
06:14erneut gesprochen von Christian Biverka, wirkt etwa im Vergleich zu den anderen Stimmen noch ein
06:18bisschen schlechter abgemischt. Und lasst euch hier nicht von der fehlenden Lippensynchronität
06:35stören, die ist tatsächlich in dieser Version auch nur auf die englischen Sprecher optimiert.
06:40Stichwort Sprecher, die vielen neuen Stimmen machen einen wirklich guten Job. Ich persönlich ziehe immer
06:44noch das Original vor, weil die Synchronisation einfach ein wenig rauer und dadurch dreckiger
06:48wirkt. Welche ihr lieber mögt, ist am Ende aber wirklich Geschmackssache.
06:51Diese Schweine! Ich hasse sie! Ich kann dir gar nicht sagen, wie ich sie hasse! Jetzt rennt
06:58jeder durch meine Hütte! Jeder Arsch! Diese Schweine! Ich hasse sie! Ich kann dir gar nicht sagen,
07:06wie ich sie hasse! Jeder rennt durch meine Hütte! Als gehört sie ihm! Jeder!
07:12Was wiederum vermutlich jedem Gothic-Fan schmecken wird, sind die Quests. Manche davon
07:16sind altbekannt, manche neu. Ich soll beispielsweise wie gewohnt eine Liste für Diego aus der alten Miene
07:21holen. Fingers im alten Lager will mich dieses Mal aber nur unterstützen, wenn ich etwas für ihn
07:25klaue. 2001 hat es ihm einfach gereicht, wenn ich einen bestimmten Skill konnte. Was mir dabei
07:30besonders positiv aufgefallen ist, genau wie im Original verschwendet das Remake in diesen ersten Stunden
07:35nicht meine Zeit. Jede Aufgabe hat ihren Sinn und hält mir immer erreichbare Ziele vor Augen. Alle
07:40Missionen helfen entweder meinem großen Ziel weiter oder versorgen mich mit überlebenswichtigen
07:44Items. Ich helfe zum Beispiel nach wie vor den Schatten, damit die mir bei der Aufnahme ins alte
07:48Lager helfen. Ich muss aber nicht wirklich jedem unter die Arme greifen und kann es mir auch mit
07:53manchen verscherzen. Kochs Neff versorgt mich hingegen dauerhaft mit Gratis-Essen, wenn ich ihm
07:57ein paar Zutaten bringe. Und neu, er kocht sogar verschiedene Rezepte, die ich dann übrigens auch erlernen
08:02kann. In den ersten Stunden entwickelt das Gothic Remake dadurch einen sehr angenehmen Spielfluss. Ich habe
08:06immer etwas zu tun, meist auch mehrere Sachen parallel und alles liegt logisch innerhalb der
08:10Spielwelt. Und natürlich übernimmt das Gothic Remake auch eine wichtige Sache. Der Held schreibt
08:15sich in sein Tagebuch die wichtigsten Infos auf. Sogar mit dem markanten Buch-Kritzel-Geräusch.
08:21Wie ich die Mission dann löse, das liegt bei mir. Ich muss einen verschwundenen Gardisten finden,
08:26dann muss ich erstmal selbst rumfragen, wo er denn sein könnte. Sogar meine schmucke Karte muss ich erstmal
08:32in der Welt kaufen. Und da sind dann auch nicht einfach Questziele drauf markiert. Nein, ich muss mich mit
08:36den Beschreibungen der Leute auseinandersetzen und denen dann folgen. Trotz dieses klassischen
08:40Ansatz gibt's auch sinnvolle Neuerungen. Wenn ich Karten mit Markierungen erhalte,
08:44kann ich die zum Beispiel einfach bei meiner Hauptkarte zuschalten. 2001 musste ich noch
08:48mehrere Items ungelandt hin- und herwechseln. Mein Questbuch zeigt hingegen auf Wunsch auch direkt an,
08:53was meine genauen Ziele sind, verrät mir aber nicht direkt eine Lösung. Nur wieso alle NPCs so wütend sind,
08:59das verstehe ich ehrlich gesagt auch noch nicht so richtig.
09:16Atmosphäre und Quests gefallen mir in den ersten Stunden also schon mal richtig gut. Aber nicht nur
09:20verschwendet das Gothic-Remake nicht meine Zeit, es belohnt mich auch noch an jeder Ecke, egal ob bei den
09:25Missionen oder eben bei der Erkundung der Welt. Und auch hier entwickelt das Spiel Mechaniken
09:29bislang zumindest sehr angenehm weiter, aber von vorn. Wie gehabt hagelt es für absolvierte Missionen
09:35Erfahrungspunkte, in der Open World finde ich hingegen Pflanzen, Waffen und Gegner. Mit genügend
09:39XP steige ich rollenspieltypisch ne Stufe auf und erhalte Lernpunkte. Mit denen trainiere ich dann
09:43wiederum bei verschiedenen Lehrern Fertigkeiten oder schalte gleich neue frei. Und das sollte ich
09:47genau wie im Original auch tooliest machen, denn das wirkt sich spürbar aufs Gameplay aus. Mein
09:55schon schleichen, aber jede neue Fertigkeit erleichtert mir das Leben ungemein. Das merke
09:59ich zum Beispiel sehr stark beim Schlösserknacken. Beim neuen Minispiel muss ich alle Ebenen in die
10:04richtige Reihenfolge bringen. Die sind allerdings auch untereinander verbunden. Ich muss also
10:08herausfinden, wie die zusammenhängen und dann richtig ausrichten, ohne dass dabei mein Dietrich
10:12abbricht. Was am Anfang nach nur zwei Fehlversuchen schon der Fall ist. Wenn ich jetzt mein Schlösserknacken-Skill
10:17verbessere, dann halten nicht nur meine Dietriche länger, es hängen auch weniger Ebenen zusammen. Und das
10:22ist wirklich ein guter Kompromiss. Ich kann auch ohne Fertigkeit Truhen knacken, aber es wird mit
10:27ihr deutlich stressfreier. Und ganz ehrlich, dieses Minispiel ist ohne Fertigkeit teilweise wirklich
10:31brutal schwer. Lustigerweise kann ich zwar vom Beginn an schleichen, dafür muss ich mir Schmieden
10:45erstmal freischalten. Und wer hier beim guten Huno richtig aufgepasst hat, der hat gesehen, das kostet
10:50auch alles ganz schön ordentlich. Grundsätzlich hat Alchimia das ganze Wirtschaftssystem ordentlich
10:54aufgemöbelt und das spüre ich auch ziemlich schnell. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad,
10:58denn ja, ich kann mir das Leben auch deutlich einfacher am Anfang machen, erhalte ich weniger
11:02Erzbrocken und wertvolle Items als noch im Original. Die Dienste der Lehrer sind teuer und die Preise von
11:08Gegenständen schwanken von Händler zu Händler, weil die untereinander auch tauschen. Also das Tauschen habe
11:13ich bislang noch nicht gesehen, aber ich merke, dass die Preise doch schon schwanken. Das alles bedeutet im
11:17Umkehrschluss, auf Diebestour gehen und Items in der Welt suchen, lohnt sich deutlich mehr als 2001.
11:23Und Stichwort Diebestour, wie gewohnt, sollte ich mich beim Clown nicht erwischen lassen,
11:28sonst geht's volles Fund aufs Maul. Laut diesem Text hier muss ich auch mit gestohlener Ware vorsichtig
11:33sein, wenn jemand sein Zeug wiedererkennt, dann gibt's ebenfalls Ärger. Ehrlich gesagt ist mir das
11:36aber wirklich nur ein einziges Mal passiert, solange ich die Sachen schnell verkauft habe, gab es
11:41eigentlich keine Probleme. Wo ich hingegen doch immer wieder Probleme hatte, waren die Items in
11:55der Open World. Die neu interpretierte Strafkolonie sieht wirklich toll aus. Ich mag zum Beispiel auch,
11:59dass der Wald mit seinen unebenen Pfaden und dem Matsch und den umgefallenen Bäumen wie ein
12:03richtiger Wald ausschaut. Aber meine Güte, kann ich hier kaum Items erkennen. Vor allem zu Beginn kann ich
12:09Nutz von Dekopflanzen einfach fast gar nicht unterscheiden. Sie passen ironischerweise zu
12:14gut in die Umgebung hinein. Fairerweise habe ich nach und nach ein leichtes Gespür dafür entwickelt,
12:18wie die Pflanzen aussehen, aber auch jetzt noch über sich immer mal wieder nützliche Heilpflanzen.
12:23Neben dem Design liegt es aber auch wirklich am starken Kontrast. Die Lichtstimmung soll durch die
12:27strahlende Sonne und den dunklen Schatten möglichst realistisch aussehen, aber in der Praxis macht sie
12:31mir ebenfalls die Itemsuche ein bisschen schwerer. Während das im Wald jetzt noch nicht allzu schlimm war,
12:36hat's mich persönlich vor allem in der Mine wirklich gestört.
12:39Nur mal so als Beispiel. Final Fantasy VII Rebirth dreht die Helligkeit nach oben,
12:43sobald ich eine Höhle betrete. In Gothic ändert sich nischt. Selbst mit Beleuchtung an den Wänden
12:48bleibt's vergleichsweise düster, was vielleicht sogar realistisch ist, aber beim Erkunden doch
12:52ganz schön stört. Nur wenn ich eine Fackel aus der eigenen Tasche zücke, kann ich genug sehen,
12:56ansonsten bleibt nur die Helligkeit im Menü anzupassen. Nur mal so zum Vergleich. Das hier ist
13:01die Standardeinstellung, das hier meine manuell angepasste. Und bevor jetzt jemand sagt,
13:05ja, das ist halt Absicht und man soll die Fackel benutzen, das Original war mit einer
13:09Ausnahme nie so dunkel. Hier habe ich durch die Fackel eher bestimmte Details an Wänden erst sehen
13:14können, nicht den normalen Weg. Das war eine deutlich elegantere Lösung. Ich hoffe, dass Alchemia
13:19generell nochmal ein wenig an die Beleuchtung rangeht. Die Haare beim Helden wissen hier zum
13:22Beispiel auch noch nicht so richtig, wie sie scheinen sollen. Und einen besseren Kompromiss
13:26aus realistischer Beleuchtung und Spielbarkeit findet. Vor allem bei Regen ist dem Feuerrealismus
13:31auch egal. Und im alten Lager bei tiefster Nacht geht's doch auch mit guter Beleuchtung.
13:46Was der Entwickler hingegen bereits ordentlich hinbekommen hat, sind die Gefechte. Jawohl,
13:50richtig gehört. Mir gefallen die Kloppereien mittlerweile wirklich gut. Ja, die Hitboxen
13:54sind nach wie vor nicht immer nachvollziehbar. Ja, manchmal reagiert meine Figur trotz passendem
13:58Timing beim Schlagen nicht richtig. Aber mit ein wenig Eingewöhnung und Geduld machen die Gefechte
14:03echt Spaß. Und das deutlich mehr als im Original. Dafür sind vor allem das Ausweichen und die
14:08verschiedenen Verhaltensweisen verantwortlich. Molleratz? Ja, ich weiß, aber für mich werden
14:14sie immer Molleratz heißen. Also, die Nager graben sich unter der Erde zu mir, Wölfe springen mich
14:19wiederum in Rudeln an und Blutfliegen stechen sehr, sehr schnell nach mir. Ich muss bei jedem Gegner nun
14:24herausfinden, wann ich ausweiche, wie oft ich kontern kann und wann ich mich lieber zurückziehe. Das
14:29reicht zwar nie die Tiefe eines Souls-Spiels, schon alleine deswegen nicht, weil ich die Kamera ohne
14:34Lock-on-Funktion ständig manuell nachjustieren muss. Aber zumindest gibt's jetzt eine richtige
14:39Lernkurve und ich kann mit spielerischem Können sogar den ein oder anderen, etwas stärkeren Feind
14:43schon recht früh umnieten. Eine besonders schöne Neuerung. Anders als 2001 kann ich jetzt auch mehrere
14:48Feinde gleichzeitig treffen. Es ist, wie gesagt, nach wie vor auch etwas Glück und Timing nötig. Wer wann
14:53zuhaut oder eben zupickt, ist wirklich elementar und nicht immer ganz nachvollziehbar. Aber ich habe in den
14:58Nahkämpfen deutlich mehr Kontrolle als noch im Original. Und selbst wenn die Gefechte mein
15:11spielerisches Können auch belohnen, bleiben die natürlichen Grenzen der Spielwelt erhalten. Gegen
15:15einen Snapper hilft zu Beginn jeder Skill nichts, hier komme ich wirklich nur mit besserer Ausrüstung
15:20und mit besserem Waffenumgang weiter. Und Stichwort Waffenumgang, nach wie vor hält der namenlose Held
15:25sein Einhänder erstmal mit beiden Händen. Nur wenn ich den Schwertkampf bei einem Lehrer
15:29verbessere, halte ich meine Klinger richtig, haue schneller zu und teile dann auch mehr Schaden
15:33bei den zahlreichen Tieren aus. Von denen gibt's im Remake übrigens jetzt mehrere Arten derselben
15:38Kreatur. Ich habe zum Beispiel nicht schlecht gestaunt, als ein normaler Scavenger plötzlich
15:42größer und stärker als seine Kollegen war. Und auch als ich gesehen habe, dass der besiegte Vogel
15:47eine Stunde später immer noch da liegt und vor sich hin verwest. Kurz gesagt, die Kämpfe sind insgesamt bei Weitem
15:53nicht perfekt und immer noch etwas clunky, mit etwas Eingewöhnung und Geduld, aber wirklich
15:57unterhaltsam. Ich habe aktuell wirklich nur ein einziges Problem mit ihnen, ich kann sie
16:03grundlegend austricksen. Erinnert ihr euch noch an den Speicher-Bug von vor ein paar Minuten?
16:08Das blüht, beim Neuladen spawnt die Preview-Version NPCs und Monster wieder an ihre Standardorte.
16:14Tja, und gerade weil das Neuladen auch die Monster zurücksetzt, kann ich mir das Leben damit
16:19sehr, sehr leicht machen. Ich laufe einfach in eine Horde Blutfliegen rein, töte eine,
16:23laufe etwas weg, speichere, lade neu und tada, alle anderen Gegner sind wieder weggespawnt und
16:27ich kann nochmal von vorne loslegen. Dadurch muss ich halt nicht einmal mehr die Feinde
16:31einzeln aus ihrer Meute rauslocken. Und das gehört doch zu Gothic einfach dazu.
16:49Kommen wir langsam zum Ende. Man hat's schon die ganze Zeit raushören können, diese Preview-Version
16:54hat wirklich viele meiner Sorgen zerstreut und mich gut unterhalten. Die Belohnungsspirale
16:58funktioniert genauso gut wie 2001, die aufwändigen NPC-Tagesabläufe funktionieren grundlegend, die Welt
17:03sieht trotz nicht der taufrischesten Grafik und dem starken Kontrast wirklich hübsch aus und die
17:08neuen Ideen wirken auf den ersten Blick wirklich passend. Trotz dieses guten Eindrucks habe ich
17:13aber auch noch so viele Fragen. Wie gut und vor allem nützlich sind die neuen Skills wie Klettern,
17:18da habe ich bislang nur eine einzige passende Wand gefunden. Wie gelungen werden die Story-Anpassungen?
17:22In den ersten Stunden wich das Remake kaum von der Vorlage ab, aber wie gut klappen dann die
17:26Ergänzungen in Kapitel 2? Wie nachvollziehbar rutscht der Held in die Freundesgruppe von Diego,
17:31Milton, Leicester und Gorn rein? Wie gut können überhaupt neue Spieler bei Gothic mit dem Remake
17:35einsteigen? Denn ich wusste schon ziemlich klar, was mich erwartet, aber verzeihen Neueinsteiger
17:39den ruppigen Start? Bleiben etwa die vielen Tutorials von Anfang an so im Menü versteckt?
17:44Das könnte im schlimmsten Fall abschrecken, Schwierigkeitsgrade hin oder her. Wie gut klappt
17:48die Balance? Gerade die verabschiedet sich im Original ja im letzten Drittel komplett. Da ist man einfach nur
17:53noch übermächtig und kann sich alles kaufen. Wie sehr wirken sich Entscheidungen wirklich aus, alles das muss sich
17:59noch zeigen. Und dann stecken ja auch noch wenige Wochen vor Release noch haufenweise Baustellen im
18:05Spiel. Die waren jetzt allesamt eher Ärgernisse, aber es waren in der Summe dann doch schon eine
18:09ganze Menge. Auf Alchemia wartet also noch einiges an Arbeit, auch wenn das Fundament für ein gelungenes
18:14Remake auf jeden Fall da ist und ich selbst mit dieser Version ne Menge Spaß hatte.
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