00:00Es ist endlich da! Das erste Gameplay vom Gothic-Remake, das irgendwann bis voraussichtlich
00:14April 2025 für PC und Konsolen erscheinen soll. Und die ersten richtigen In-Game-Szenen zeigen
00:20gleich ne ganze Menge. Die verschiedenen Lager, viele Monster, NPCs, neue Gebiete und vieles,
00:26mehr. Kurzum, dieser Trailer macht richtig Lust auf einen Ausflug in die schicke Unreal
00:31Engine 5-Version der altbekannten Strafkolonie. Aber wo viel Licht ist,
00:35findet man auch viel Schatten. Oder zumindest etwas Schatten.
00:38Was wir damit meinen und was das erste Gameplay sonst noch übers Gothic-Remake verrät,
00:42klären wir jetzt.
00:43Für jeden, der wirklich noch gar nichts von Gothic gehört hat, hier eine ganz kurze
00:57Zusammenfassung. In einer Fantasy-Welt landet ein namenloser Held in einer Strafkolonie unter
01:01einer magischen Barriere. Da will er wieder raus und muss sich dafür mit der im Gefängnis
01:05entstandenen Gesellschaft auseinandersetzen. So. Wir bereisen also diese kleine aber feine
01:11Open-World unter der Magie-Kuppel. Der Aufbau der Welt soll sich vom Original wenig unterscheiden
01:16und die ersten Kameraschwenks über das Gebiet untermauern den Plan von Entwickler Alchemia
01:20Interactive. In der Mitte das alte Lager, da rechts ist der Weg zum Startpunkt des Abenteuers und in
01:26der Ferne sehen wir sogar schon den Stausee vom neuen Lager. In einem anderen Shot blitzt
01:30auch Xardas Turm durch, sein Haus ist also genauso gut versteckt wie in Gothic von 2001.
01:36Die Nähe zum Original zieht sich beim Thema Open-World-Aufbau durchs gesamte Video. Hier
01:40die alte Mine, hier noch einmal das alte Lager von innen, das neue Lager, Xardas Turm,
01:50der Org-Tempel und sogar der Nebel-Turm. Der Trailer zeigt zudem, wie die Macher die
02:01bekannte Welt etwas erweitern. Am Startpunkt stehen mehr Häuser, die Brücke vor dem alten
02:05Lager wirkt ein wenig imposanter und die Arena hier ist deutlich größer als die im Original.
02:10Wir sehen vermutlich sogar bereits neue Orte, wie diesen Vorhof. Wobei wir uns nicht sicher
02:15sind, ob es sich hierbei nicht nur um einen ausgebauten Teil einer bereits existierenden
02:19Ruine handelt. Es könnte zum Beispiel durchaus zur Klosterruine passen, dafür spricht auch
02:23diese kleine Sequenz hier. Hinter dem Gitter sieht es ein wenig nach dem Vorplatz aus.
02:28Gleichzeitig wirkt es hier so, dass der Held eine Verwandlung durchführt. Im Original schlüpft man
02:32beim Kloster in die Haut einer Fleischwanze und krabbelt so durch ein Loch in der Wand
02:35ins Innere. Das sieht stark nach dieser Szene aus. Andere neue Bereiche könnten in diesen
02:45Wäldern schlummern, es könnten aber ebenfalls bereits existierende sein. Nicht alle Höhlen
02:50und Ebenen im Trailer lassen sich denen aus dem Original zweifelsfrei zuordnen. So oder so,
02:54es wird neue Bereiche samt neuem Loot und Quests geben.
02:56Was wir ebenfalls kaum wiedererkennen, ist das Sumpflager. Dort wuchern im Remake die
03:01Pflanzen so unkontrolliert durch den Ort, dass wir nicht mal sagen können, wo das hier ist. Ist
03:05das die Schmiede oder einfach ein Treffpunkt? Hier müssen wir uns wohl am meisten ans neue
03:09Layout gewöhnen. Apropos gewöhnen, das gilt auch ganz besonders für die neue Grafik. Dank Unreal
03:14Engine 5 schaut das Rollenspiel zwar schick, dank einiger Designentscheidungen aber auch
03:19ziemlich durchwachsen aus. Die Partikeleffekte beim Zaubern, die detaillierten Rüstungen der
03:23vielen NPCs und die stimmungsvolle Beleuchtung dank der Lumen-Technologie sorgen für einen
03:27modernen und hübschen Anstrich. Aber wir sehen im Gameplay auch eine sehr schwankende Qualität
03:32der NPC-Modelle, sehr steife und teils abgehackte Animationen und fehlende Beleuchtungen, hier sehr
03:38gut am Minecrawler in den Minen zu sehen. Oder auch nicht, der wirft nämlich gar keinen Schatten
03:42auf den Boden. Hier muss Alchemia definitiv noch ausbessern. Außerdem wirkt die Welt extrem
03:48kontrastreich und entsättigt. Während der Goblin hier beispielsweise fast schwarz ist,
03:52strahlt die Felswand uns weiß an. Wer große Farbakzente sucht, guckt auch ins Leere,
03:56die roten Schattenrüstungen sind ausgeblichen, der Rasen eher sepia als grün. In einigen Szenen
04:02wirkt sich diese neue Beleuchtung sogar spürbar aufs Gameplay aus. Nachts im Wald sehen wir die
04:05Hand vor Augen nicht, nur mit Fackeln oder im Licht des Gewitters sehen wir die Umgebung.
04:09Die neue Optik kann also durchaus einige stimmungsvolle Vorteile mit sich bringen,
04:13es kann aber auch wegen des extremen Kontrasts ziemlich anstrengend für die Augen sein,
04:18vor allem im Wald bei viel Licht und Schatten. Die fehlende Farbe und vor allem die vielen
04:22neuen Designs von Menschen und Kreaturen bleiben aber Geschmackssache. Es ist ein
04:26anderer Stil, der in sich durchaus konsistent ist und immerhin im Sumpf und in Gefechten gegen
04:30Monstern-NPCs wird es dann doch ein bisschen bunter. Und Stichwort NPC bereits das Original
04:39versprüht eine dichte Atmosphäre, weil die vielen NPCs Tagesabläufe besitzen. Das wollen
04:44die Entwickler im Remake noch deutlich ausbauen. Sowohl Menschen als auch Tiere haben eigene
04:48Tagesroutinen, selbst wenn wir nicht in der Nähe sind. Dadurch soll sich das Miental real anfühlen,
04:53so als ob das auch alles ohne uns weitergeht. Wirklich gesehen haben wir davon im Gameplay-Trailer
04:58noch nichts. Hier schleift einer an einer Klinge, hier gönnt sich einer ne Präse Sumpfkraut,
05:02hier baut ein Arbeiter Erz ab, da hämmert ein Mann ins Nichts und hier löffeln zwei verdächtig
05:08ähnlich ihre Suppe aus. Das kennen wir ehrlich gesagt alles schon aus dem Original. Von den
05:12versprochenen Bestechungen, Anstehschlangen und mehr zeigt der Trailer noch nichts. Dafür gibt's
05:17bereits erstes Bewegtbild von Diego und sogar nen klitzekleinen Ausblick auf den namenlosen
05:21Helden mit seinen ganzen Buddys. Kommen wir zum eigentlichen Spiel. Der Trailer
05:30zeigt nämlich auch ganz konkret, wie Kampfsystem und Gameplay-Neuerungen aussehen. Fangen wir mit
05:34den Gefechten an. Im Kern stecken hier immer noch die gleichen Ideen wie im Original. Will
05:39heißen, wir setzen verschiedene Waffentypen ein und versuchen möglichst nur einen Gegner
05:43gleichzeitig anzulocken. Die verschiedenen Waffenarten unterscheiden sich aber stärker
05:47voneinander. Ob man in Gothic jetzt ne große Axt oder ein großes Schwert schwenkt,
05:51ist nicht unbedingt ein riesiger Unterschied, im Remake schon. Hier haut uns ein Hammer sogar
05:55regelrecht aus den Latschen, inklusive Stöhne aus dem Original. Bogen und Co. richten wie nun
06:03selber auf die Monster und Magie führen wir bequem im Laufen aus. Falls das übrigens alles
06:08etwas schwerfällig aussieht, das ist durchaus gewollt. Das System ist mit Absicht etwas
06:12langsamer, damit wir zum einen taktischer gegen die Feinde vorgehen und so besser reagieren
06:17können. Zum anderen verbessern wir den Umgang mit Waffen wie gewohnt bei Lehrern in der Welt
06:21und sollen so den Fortschritt auch direkt bemerken. Wer einen Zweihänder besser führt,
06:25dem sieht man das allein am Halten der Waffe an. Und ja, das kennen Fans ebenfalls aus dem Original.
06:34Genau wie die Quests und Entscheidungen. Nach wie vor bestimmen wir, welchem Lager wir angehören
06:39wollen und wie wir Missionen absolvieren. Davon soll's immerhin auch viele neue geben. Drax
06:44bittet uns beispielsweise hier Yorick einzusammeln, den guten Mann gab's im Original nicht mal. Auch
06:49teasen die Macher ne richtige Quest rund um den Nebelturm an. Cool, denn bis auf ne Bücherharz
06:53in einem Patch stand der bislang etwas unnütz in der Gegend rum.
07:01Ebenfalls neu sind Klettern und Tauchen. Okay, wir erkunden bereits im Original das
07:05kühle Nass von unten, aber erst im Remake dürfen wir beim Baden auch mit Objekten interagieren,
07:10was völlig neue Möglichkeiten eröffnen soll. Das freie Klettern gab es in Gothic hingegen noch nie.
07:16Wir ziehen uns zwar an Vorsprüngen hoch, aber so frei an der Wand zu kleben, das ist neu.
07:20Genau wie Akrobatik oder Taschendeep-Skills sollen wir das Kraxeln erlernen. Danach erklimmen wir an
07:25bestimmten Wänden völlig neue Bereiche. Ob das nur ne nette Spielerei bleibt oder auch wirklich
07:30in Quests neue Wege freischaltet, bleibt abzuwarten. Was hingegen tatsächlich repräsentativ fürs
07:35fertige Spiel sein soll, ist das HUD. Wie Sie sehen, sehen Sie nichts und das ist Absicht.
07:40Das Gothic Remake will möglichst wenig Anzeigen nutzen, damit die Immersion mit der Welt nie
07:44bricht. Lebens- und Mana-Anzeigen wird's natürlich geben, aber genau wie im Original sehen wir auch
07:49in den Menüs noch die Welt und sollten daher nicht unbedingt mitten im Gefecht unsere Ausrüstung
07:54auswechseln. Und damit kommen wir auch schon zum Ende. Das erste Gothic-Remake-Gameplay ist
08:04unterm Strich ne zweischneidige Sache. Zum einen macht das Mintal optisch schon was her und scheint
08:09einen sehr guten Mittelweg zwischen Namen-Original und neuen Inhalten gefunden zu haben. Auf der
08:14anderen Seite schwankt die grafische Qualität an vielen Stellen doch ganz schön. Gerade in
08:18Sachen Beleuchtung und NPCs wirkt das gezeigte hin und wieder etwas altbacken. Das könnten wir aber
08:23locker wegstecken, solange der Rest stimmt. Gothic lebt von seiner Welt, seiner Freiheit
08:27und seinen vielen lebendigen Figuren. Das Remake steht und fällt also damit, wie gut sich das Ganze
08:32nun am Ende spielt und wie gut die Gameplay-Räder alle ineinander greifen. Machen die Kämpfe Spaß?
08:37Funktionieren die KI-Routinen? Wie fügen sich die Neuerungen ein? In der Theorie ist Alchemia
08:41zumindest auf einem guten Weg. Ob die Praxis das bestätigt, wissen wir erst, wenn wir selbst in
08:46die neue alte Welt abgetaucht sind.
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