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Der Vorzeigegarten Von Bad Zwischenahn
Transcript
00:13Er ist die größte Mustergartenanlage Deutschlands und ein Pflanzenparadies voller Inspirationen.
00:20Der Park der Gärten in Bad Zwischenaar.
00:23Es ist einfach ein wunderbarer Anblick, was man hier alles zu sehen kriegt. Das ist schon ganz toll.
00:30Im Frühling laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.
00:34Denn im Juni soll das erste große Fest des Gartenjahres steigen.
00:38Da müssen alle Beete in Topform sein. Und das nach dem kältesten April seit 40 Jahren.
00:44Eine Herausforderung für alle Gärtnerinnen und Gärtner im Park.
00:50Moin, hallo Andreas.
00:52Hallo, Bias.
00:53Hallo, Bias.
00:55Lass uns noch mal kurz drüber sprechen, was jetzt vielleicht hier noch in nächster Zeit ansteht.
01:00Ich hab heute morgen auch schon gedacht, dass wir da einmal den Pflegegang machen, das Unkraut raus.
01:05Guckt euch auch noch mal den Taschentuchbaum etwas genauer an.
01:07Da sieht man doch jetzt, dass da noch ein paar tote Äste drin sind.
01:11Gerade wenn es hier so über den Wegen hängt, dass wir da einfach mit der Schneidgiraffe auch noch mal die
01:16Optik etwas kaschiert.
01:19Mitte Mai im Park der Gärten in Bad Zwischenahen.
01:23Chefgärtner Björn Esen und Vorarbeiter Andreas Arnchen planen die Pflege der Rhododendren.
01:29300 neu gepflanzte Rhodos sollen so schnell wie möglich anwachsen.
01:33Das Frühjahr war bisher kalt und nass.
01:37Wasser haben sie jetzt erstmal genug gekriegt.
01:39Das sollte jetzt nicht mehr das Problem sein.
01:42Jetzt sollte vielleicht eher noch ein bisschen mal Wärme dazukommen, dass die Blüte dann auch zu Pfingsten noch ein bisschen
01:47mehr hermacht als im Augenblick.
01:50Die Rhododendren sind ein Besuchermagnet bis in den Juni hinein.
01:55Mit über 2000 Arten und Sorten blüht im Park eine der größten Sammlungen Europas.
02:01Wie überall ist auch hier Perfektion angesagt.
02:06Bei den kleinen Neuen müssen die Gärtner die vergilten Blütenstände ausbrechen.
02:10So sehen die Pflanzen schöner aus und das Ausknibbeln fördert die Blüte im kommenden Jahr.
02:16Ist immer eine sehr klebrige Arbeit. Das kann man also auch nicht irgendwie mit einer Schere machen.
02:20Das ist alles Handarbeit. Aber bis zu einer Größe, wir sagen es als Empfehlung immer, etwa ein Meter.
02:27Sollte man es auch durchaus zu Hause praktizieren.
02:30Darüber hinaus, wenn wir unsere großen, übermannshohen Rhododendren sehen, dann ist es einfach nicht mehr leistbar.
02:36Und in der Natur geht ja auch keiner mit der Leiter durch die Pflanzenbestände.
02:40Dann ist die Pflanze so ausreichend wüchsig und hat Kraft, dass der Knospenbesatz auch so fürs nächste Jahr gut ist.
02:48In den nächsten Wochen muss hier regelmäßig gejätet und bei Bedarf gegossen werden.
02:53Schließlich soll der Park auch in diesem Jahr seinem sehr guten Ruf gerecht werden.
02:57Bei den Rhodos hat die Hauptblütezeit begonnen. Andere Pflanzen fangen erst an, sich zu entwickeln.
03:04Neben dem Park der Gärten liegt die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau.
03:08Hier wachsen Balkonblumen, die beim Gartenfest im Juni den Park schmücken sollen.
03:14Andreas, dann gucken wir mal, wo wir was für die Stellage für den Park der Gärten haben.
03:19Das sind einmal hier die Calibraphora, die Zauberglöckchen für die oberste Reihe.
03:24Und dann haben wir hier hinten noch die Angelonien, die sind eigentlich noch zu grün.
03:30Die lassen wir hier noch stehen. Guck mal hier, die Engelsgesichter haben sich noch gar nicht entfaltet so richtig.
03:35Wie lange siehst du das? Ja, die sind noch fast alle grün.
03:38Wenn du hier so rüberschaust, dann hast du ja kaum Farbe auf den Kästen.
03:41Das ist ja noch alles grün.
03:43Ja, gut. Dann laden wir auf.
03:49Gärtnermeister Carsten Ilgner und sein Praktikant wollen heute einige Kästen mit Sommerblumen in den Park bringen.
03:55Nach den Eisheiligen.
03:57Weil jetzt eigentlich die Nachtfröste bei uns vorbei sind und dann halten die Pflanzen das halt durch.
04:02Sonst werden sie nochmal einen Frost abbekommen, dafür sind sie zu weich, da nehmen sie wieder Schaden.
04:07Das ist halt dann nicht so schön und ansehnlich.
04:10Die Zauberglöckchen sollen möglichst schnell üppig blühen, aber sie lassen auf sich warten.
04:16Weil das Frühjahr sehr, sehr kalt war, das war auch dann in den Gewächshäusern nicht so warm, wie wir es
04:20gewohnt sind.
04:21Weil wir wirklich nur die Temperatur, die Heiztemperatur eigentlich erreicht haben, wenig, mehr Temperatur.
04:26Das sieht man halt in einigen Kulturen auch an. So, sind wir hier schon durch.
04:30Das Ziel der beiden Männer liegt ein paar hundert Meter entfernt im Park.
04:34Während sie sich dorthin aufmachen, soll hier eine möglichst große Gemüsevielfalt entstehen.
04:41Der bäuerliche Nutzgarten ist einer der über 40 Mustergärten im Park.
04:49Hallo Gerda, ich hab noch Salat hier. Guck mal, die hatten wir ja noch als Reserve.
04:55Hast du Flücksalat?
04:56Ja, ich hab Eisblatt und Lollo. Und dann ist das auf der Seite genauso wie mit dem Eisberg.
05:05Ja, das ist toll. Das mach ich dann gleich.
05:07Genau. Und ich mach jetzt die Bohnen.
05:09Okay.
05:11Gerda von Lienen und Ulrike Welt sind erfahrene Gemüsegärtnerinnen.
05:15In ihrem Garten können sich Besucherinnen des Parks inspirieren lassen und sich Tipps abholen.
05:20Ja, Flücksalat heißt, dass ich nur die einzelnen Blätter ernte und nicht warte, bis ein ganzer Kopf gewachsen ist, den
05:30ich dann im Ganzen ernten muss.
05:31Denn diesen kann ich immer blattweise ernten, immer Stück für Stück, je nachdem, wie viel Salat ich gerade essen möchte.
05:40Gerda ist Mitarbeiterin der Niedersächsischen Gartenakademie. So wie Ulrike. Die Akademie betreibt diesen Nutzgarten im Park.
05:48Hier zu ackern ist für Ulrike und Gerda Teil ihres Jobs. Besuchern erklären sie zum Beispiel, was Schnecken mögen und
05:55was nicht.
05:57Die dunkeren Salate nicht so gerne wie die grünen Salate. Also das ist schon mal ein Vorteil, wenn man ein
06:05bisschen mehr von den rotlaubigen Salaten pflanzt.
06:07Da mögen die Schnecken nicht ganz so gerne drangehen wie an diese grünen.
06:12Schon in wenigen Wochen ist das erste Fest des Sommers im Park der Garten geplant.
06:18An dem Tag sollen die Besucher einen tollen Nutzgarten erleben, der leckere Erträge bringt.
06:23Wir wollen ihnen aber auch im Garten zeigen, dass Gemüse schön aussehen kann.
06:28Dass es nicht nur nützlich ist, wie es früher war, gerade rein, eine Sorte in einem Beet, sondern bunt.
06:37Ich habe jetzt hier zum Beispiel blaue Bohnen, gelbe Bohnen und grüne Bohnen ausgesät.
06:42Alles sind Buschbohnen, ist jetzt die Zeit das zu machen. Und es sieht einfach hübsch aus, wenn die dann auch
06:48tragen.
06:51Die Leiterin der Gartenakademie, Erika Brunken, hat noch eine Sonderaufgabe für ihre Mitarbeiterinnen.
06:57Sie sollen für den Festtag im Park etwas herstellen, zum Verteilen an die Besucher.
07:05Doch erst mal darf die Chefin den Rhabarber testen.
07:09Die sehen ja gut aus. Der rote ist der Holsteiner Blut.
07:13Ja, das ist hier die ganze Sorte.
07:15Man sagt ja, dass die etwas milder sein sollen als die grünstieligen. Kannst du das bestätigen?
07:20Ja, sind die auch.
07:22Dabei sind die grünen, aber vielleicht ein bisschen dicker.
07:25Das kommt jetzt aber so ein bisschen drauf an, auch auf die Düngung und auf den Standort.
07:31Noch ist die Zeit fürs Pflanzen und Aussehen nicht vorbei. Hauptsache es wird etwas wärmer.
07:37Am Festtag im Juni soll hier jedenfalls kein bisschen schwarze Erde mehr zu sehen sein.
07:43Zurück bei Gärtnermeister Carsten Ilgner und seinem Praktikanten.
07:47Die beiden müssen die Sommerblumen in Position bringen.
07:51Ja, die Reihenfolge ist egal. Diese zehn Kästen sollen ja auf die obersten Stellagen gestellt werden.
07:57Unten drunter kommen ja später die Angelonien.
08:00In wenigen Tagen sind alle Plätze auf den Stellagen belegt.
08:04Meist wachsen hier neue Balkonblumenarten und Sorten, die über Sommer beweisen müssen, was in ihnen steckt.
08:11Und jetzt geben die dann bis September oder Oktober, bis es dann den ersten Frost gibt, legen sie halt nochmal
08:17mächtig zu.
08:18Das ist schon schön mit anzugucken, wie sich das so entwickelt.
08:23Der gesamte Park der Gärten in Bad Zwischenahn hat viele botanische Schätze zu bieten.
08:29Die größte Mustergartenanlage Deutschlands lockt damit jährlich tausende Gartenbegeisterte an.
08:37Besucher können in mehr als 40 Mustergärten Ideen für den eigenen Garten sammeln und rund 9000 Pflanzenarten und Sorten entdecken.
08:46Die gehören oft zu speziellen Pflanzensammlungen.
08:52Neben den Rhododendren im Mai blühen im Juni rund 50 verschiedene Hartriegelsorten.
08:58Sie sind eine echte Gehölzattraktion für viele Gartenliebhaber.
09:04Bis in den Herbst folgen noch zahlreiche andere Pflanzenraritäten, wie hier im Ahorntal.
09:11Auf 14 Hektar können Gartenliebhaber viel über Pflanzen lernen und ihre beruhigende Wirkung genießen.
09:18Dann nehme ich den lang, ne?
09:20Dann kannst du den von gehen.
09:22Okay, danke.
09:22Bitte schön.
09:25Ende Mai in Nina Hogebacks Mustergarten.
09:29Ja, der Klee scheint sich hier wohlzufühlen.
09:32Ja, das sind ja gut hier.
09:33Genau.
09:36Landschaftsgärtnerin Nina Hogeback und Mitarbeiterin Carola möchten ihrer Blühwiese für Insekten auf die Sprünge helfen.
09:43Weil das Frühjahr so kalt war, blüht hier noch nichts.
09:46Damit sich das bis zum Fest im Juni ändert, muss etwas Klee weg.
09:49Denn der verdrängt Licht, Nelken, Natternköpfe und Co.
09:55Das sieht da jetzt so ein bisschen aus wie Kraut und Rüben.
09:57Aber ich denke, das wird eine richtig schöne Wiese.
10:00Gerade wenn dann auch so ein Weg durchgemäht ist, der so gesehen ordentlich aussieht, macht das, glaube ich, sehr viel
10:06her dann in der Zukunft.
10:07Die hat noch nicht genug Wärme gehabt.
10:09Die hat ganz viel Wasser jetzt bekommen.
10:12Und ich denke, wenn jetzt Wärme kommt, dann kommt die auch durch, dann schießt die auch durch.
10:17Und ja, wie gesagt, das ist einfach jetzt ein Prozess und da helfen wir einfach ein bisschen bei.
10:23Der Mustergarten ist für Nina ein Aushängeschild ihrer selbstständigen Arbeit als Landschaftsgärtnerin.
10:29Ihre Themen, zum Beispiel Trockenheit im Garten. Und das Gegenteil.
10:34Das ist quasi ein Rückhaltebecken, wenn ganz viel Wasser auf den Mahl kommt.
10:37Das ist ja auch klimatisch so, dass auch einfach Regen, wenn da kommt, dann auf einmal richtig viel kommt.
10:43Und dass das irgendwo hin kann. Nicht ins Haus oder nicht in den Keller oder sonst wo.
10:47Und da sind dann Pflanzen drin. Sieht man auch so ein bisschen diese Wasserminzel.
10:52Also die kann trocken stehen, sieht man jetzt. Aber die kann es auch super ab, wenn die komplett im Wasser
10:56steht.
10:58Ein praktischer Tipp fürs klimagerechte Pflanzen.
11:02Heute wollen sie noch Gemüse und Kräuter in die Erde setzen.
11:05Denn auch die letzte Gartenecke soll fürs Fest noch schöner werden.
11:09An anderer Stelle im Park der Gärten ist Dietmar Block bei der Arbeit.
11:13Er gehört zu den 14 Gärtnern, die die gesamte Anlage in der Saison pflegen und auch düngen.
11:20Heute haben wir ja ausnahmsweise mal einen trockenen Tag erwischt.
11:25Und die letzten drei Wochen hat es ja fast nur geregnet.
11:29Fürs Düngen war das nicht perfekt.
11:31Weil erstens der ganze Dünger bei der Nässe in den Handschuhen sich auflöst.
11:36Und die Pflanzen würden sehr schnell verbrennen, wenn da auf dem Laub der Dünger liegen bleibt.
11:43Weil das sind Salze.
11:46Zehn Gramm Nährstoffe gibt es hier in der Staudenlandschaft auf den Quadratmeter.
11:51Bis ihn etwas stört.
11:54Die Rose wird nicht wieder austreiben.
11:58Die ist verfroren.
12:02Denn wir hatten hier ja doch bis zu minus 18 Grad.
12:06Dieser Winterschaden muss weg.
12:08Richtig, das sieht ja auch nicht unbedingt schön aus.
12:11Wir wollen ja blühende Pflanzen haben.
12:16Doch die Rose hinterlässt eine Lücke.
12:19Ja, ich würde da im Moment jetzt mal nichts reinsetzen, denn unsere Staubenprakt ist so schön und wird das innerhalb
12:27von zwei, drei Tagen überragen.
12:32Und dann Haken mal anders.
12:36Mit diesem Trick bleibt kein Dünger auf dem Laub liegen, der die Stauden verbrennen könnte.
12:48Nicht weit entfernt im bäuerlichen Nutzgarten.
12:51Ulrike Welz pflanzt ein Gewächs, das bei uns gerade wiederentdeckt wird.
12:56Das ist Hirschhornwegerich und der sieht halt ganz hübsch aus, weil der solche spitzen Blätter hat, ist ein Spitzwegerich.
13:04Und der schmeckt in jungen Stadien ganz lecker im Salat.
13:09Manche halten Wegeriche einfach nur für Unkraut.
13:12Wir haben hier verschiedene Wegeriche und ich finde, man sollte ruhig mal zeigen, er ist Gemüse, Heilpflanze, aber auch eine
13:22Zierpflanze.
13:23Den ich jetzt hier habe, das ist der Rosenwegerich.
13:26Der macht so ganz gedrungene Blüten und sieht wunderhübsch aus, sehr rosig halt, die Blütenstände.
13:33Und der ist einfach was auch zum Angucken.
13:38Während Ulrike ihre Salatpflanzen versorgt, kümmert sich ihre Kollegin Nadja um den Spezialauftrag ihrer Chefin.
13:45Die Idee, selbstgemachte Saatbomben aus Tonmehl, Wasser und Erde.
13:50Ich glaube, die Kollegen hätten es jetzt nicht ganz so toll gefunden, wenn ich hier rumgebuddelt hätte.
13:52Deswegen habe ich ein Substrat einfach mitgebracht.
13:54Und dann kam jetzt ein guter Teelöffel von dem Tonmehl dazu.
13:58Der fungiert im Prinzip wie so ein Kleister.
14:01Dazu kommt Blumensaat.
14:03Da ist so Kapuzinerkresse drin, das ist zum Beispiel das Saatgut von Kapuzinerkresse.
14:08Oder halt, das hier ist von der Ringelblume.
14:11Und da ist aber auch Boritsch drin und noch so Sommervergissmein nicht.
14:15Also alles das, was Schmetterlinge, Bienen und Hummeln gerne mögen.
14:20Danach fehlt noch Wasser.
14:22Die Saatbomben kann man einfach in den Garten werfen.
14:26Ein paar hat Nadja schon früher fertig gemacht.
14:29Das Weiße, das sind ja alles schon die Wurzeln.
14:32Und wenn die dann auf dem Boden liegen, suchen die sich den Kontakt und machen dann ihre Wurzeln auch in
14:37den Erdboten rein, der noch da ist.
14:38Die Saatbomben sind für den Festtag im Juni, als Geschenk für Besucher.
14:44Die Gemüsegärtnerinnen möchten damit möglichst viele zum Gärtnern motivieren.
14:51Andere inspirieren möchte auch Nina Hogeback.
14:55Am Rand ihres klimagerechten Gartens hat sie klassische Staudenbeete angelegt.
15:00Ihr Tipp, auch alte Materialien wiederverwenden.
15:04Hier zum Beispiel hinter Carola, diese Viehrosten, die waren ja früher mal in Stahl, das war mal Schweinestahl.
15:12Dass die einfach jetzt hier in der Pflasterfläche stehen und hier ist Fugensaat drin, das sieht man ja auch schon
15:16ganz schön mit Thymian, also was das trittfest ist.
15:19Dass das auch einfach neu verwendet wird, dass man über den Horizont hinaus schaut.
15:26Zu Ninas Konzept passt auch das Tiny Tea House. Es wurde in einem Projekt von Langzeitarbeitslosen gebaut.
15:34Die Bänke drin sind aus alten Rollläden gemacht, also diese Holzrollläden.
15:38Also ich habe darauf gesessen, das ist echt beich.
15:41Also da brauchst du keine Kissen mehr, da kannst du dich so reinsetzen und das ist schön.
15:46Ich finde das passt einfach auch von Stil her super hier mit rein.
15:49Doch vor dem Ausruhen müssen noch Würzkräuter wie Paragresse oder Dill und Gemüse ins Beet.
15:55Kommt eine Zucchini dran.
15:58Die leite ich hier jetzt so ein bisschen dran lang, als Rand-Rankhilfe.
16:02Und die kann sich dann hier so ein bisschen ihren Weg suchen.
16:06Und dann schauen wir mal, was davon wird.
16:08Der Boden ist mittlerweile wirklich gut dafür und ich hoffe dann auch, dass der eine oder andere Besucher dann, wenn
16:14er sieht, die ist reif, das dann auch mitnimmt.
16:16Also dafür ist es dann auch gedacht.
16:18Und dann geht es um die Ziergräser und die Ziergräser.
16:47Der Basilikum, also das Thema Kräuter, Gemüse mit dekorativen Aspekt, ist mir persönlich ein Anliegen.
16:55Es müssen nicht nur immer die blühenden Sommerblumen, Tagetes, Fuchsien, Begonien und Co. sein,
17:00sondern es können natürlich auch solche Mischpflanzungen sein, wo gerade solch ein zierendes Basilikum, was sehr insektenfreundlich ist, was auch
17:07bis in den Oktober hinein gut aussieht.
17:09Das passt natürlich wunderbar in solche gemischten Beete.
17:14Um Platz für die neuen Schätze zu schaffen, muss die Frühjahrsbepflanzung raus, aus 27 Beeten.
17:21Dafür ackern alle verfügbaren Gärtnerinnen und Gärtner.
17:25Ja, das ist jetzt keine Routinearbeit, die wir tagtäglich machen.
17:31Und dann gibt es ja auch natürlich ordentlich Muskelkater die nächsten Tage.
17:35Und ja, da muss man sich dann auch ein bisschen seelisch drauf vorbereiten.
17:40Vier Tage lang randklotzen. Die Gärtnerinnen kennen das, aber dieses Jahr ist es anders als sonst.
17:47Ich meine, jetzt war das ein bisschen schade, weil im Frühjahr jetzt war das zu kalt.
17:51Diese Ackelei und Allium und so, das war noch nicht so aufgeblüht, sag ich mal.
17:56Das hätte vielleicht noch zwei, drei Wochen drin sein können, aber die Sommerblumen sind ja jetzt da.
18:01Da müssen die auch rein.
18:03Vorarbeiter Andreas Arntjen muss den Überblick behalten.
18:06Die mehrjährigen Allium-Pflanzen werden nicht weggeworfen, sondern eingelagert. Fürs nächste Jahr.
18:12Die Kisten gleich voll machen und die leeren Kisten, die über sind, gleich weitergeben zu den Frauen.
18:17Okay? Okay.
18:21Einjährige Pflanzen wandern auf den Kompost.
18:241700 Quadratmeter müssen die Gärtner und Gärtnerinnen freiräumen.
18:28Die Besucher sind hautnah dabei.
18:31Die bedauern uns auch manchmal, wenn das dann so warm ist und wir hier dann so am reichsten sind.
18:35So, tut uns richtig leid. Oh, wir haben auch schon mal ein Eis ausgegeben gekriegt.
18:39Macht doch mal eine Pause.
18:41Doch, die Leute sind immer sehr begeistert.
18:44Das finde ich auch schön, diese Anerkennung.
18:50Während die Gärtner ihre Beete erneuern,
18:52muss Gartengestalter Olof Schlittenhardt im Japan-Mustergarten die Bergkiefer in Form bringen.
18:58Denn ihre frischen Kerzen sind jetzt noch weich genug.
19:03Aber nur ihre Spitzen werden gekappt.
19:06Wir möchten ja natürlich auch, dass es weiter wächst und größer wird.
19:12Es geht nur darum, dass wir diese Grundformen erhalten.
19:16Und das kriegen wir eben durch diesen jährlichen Schnitt an den Kerzen hin.
19:24Ohne den Schnitt geht die klare Form der Gehölzetagen schnell verloren.
19:28Das darf nicht passieren.
19:30Denn japanische Gärten brauchen Präzision, um schön auszusehen.
19:36Die Bergkiefer ist jahrzehnte alt und nicht nur gestalterisch wertvoll.
19:41Klar, am Anfang denkt man, oh Gott, oh Gott, wenn ich jetzt zu tief schneide,
19:45dann habe ich die ganze Pflanze vor uns.
19:48Aber mit einer gewissen Vorsicht, nicht zu tief schneiden,
19:52kann ich nicht so viel verkehrt machen.
19:57Olof Schlittenhardt ist Experte für Japangärten.
20:01Formgehölze schneidet er seit 15 Jahren.
20:04Ein Schnitt mit Augenmaß kostet Zeit.
20:07Ein paar Stunden hat er hier noch zu tun.
20:15Unterdessen geht es an die Bepflanzung der freigeräumten Blumenbeete.
20:21Machen wir die mal gemeinsam schon an die Beetkante stellen.
20:26Diese Gemüsepflanzen haben die Frauen von der Gartenakademie herangezogen.
20:30Auch Gerda.
20:32Chefgärtner Björn Esen hatte eine Wunschliste.
20:35Wie man so sieht, so zwei verschiedene oder drei verschiedene Salatsorten.
20:40Hier haben wir einen dekorativen Ziermais.
20:44Und hier was ganz Besonderes, eine Kletterpflanze, eine Explodiergurke.
20:48Das kombiniert mit anderen Gemüsepflanzen,
20:51die wir sowieso in unseren Blumenbändern haben,
20:53wie violetter Grünkohl, wie buntstieliger Mangold,
20:57wie rotlaubiger Zierbasilikum.
21:00Das ergibt also zwei Beete,
21:02die nur das Thema dekorative Gemüsepflanzen hier im Blumenband mal darstellen.
21:08Für konservative Gärtner eine kleine Revolution.
21:12Das wollen wir den Besuchern ja auch zeigen,
21:14dass Gemüse nicht nur zum Essen da ist,
21:16sondern auch erstmal schon mal fürs Auge.
21:18Dann noch dran.
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