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  • vor 4 Stunden
Raketenangriffe treffen Israel täglich. Doch Millionen Menschen haben keinen Zugang zu Schutzräumen. Beduinendörfer, arabische Gemeinden und arme Viertel tragen das größte Risiko - mit tödlichen Folgen.

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Transkript
00:01Raketenangriffe auf Israel. Seit dem Beginn des Iran-Krieges fast Alltag.
00:07Wenn die Sirenen heulen, suchen die Menschen Schutz. In Städten gibt es Bunker und Schutzräume.
00:13Doch hier in der Negev-Wüste ist das anders. Viele Beduinen leben weit ab, ohne sicheren Zufluchtsort.
00:20Ihre Häuser bestehen oft aus Wellblech. Schutz bieten sie nicht.
00:24Die einzige Möglichkeit, ein provisorischer Sammelplatz errichtet von den israelischen Behörden, ohne Dach.
00:31Ohne Schutz vor herabfallenden Raketenteilen, eine der häufigsten Verletzungsursachen im Krieg mit dem Iran.
00:38Najib Aboub Neye lebt in einem dieser Beduinendörfer. Er sagt, die Menschen wurden ihrem Schicksal überlassen.
00:47Man hat keine andere Wahl. Wenn ein Raketenteil auf ein Haus fällt, wird es zerstört. Wer drinnen ist, überlebt das
00:53nicht.
00:54Die Gefahr ist real. In einem nahegelegenen Dorf schlug eine iranische Rakete ein.
01:00Ein beduinischer Arzt wurde nach seiner Schicht im Krankenhaus schwer verletzt, ebenso seine Familie.
01:10Viele der Dörfer liegen in besonders gefährdeten Gebieten, nahe Chemiefabriken, nahe Militärbasen, nahe wichtiger Infrastruktur.
01:22Ein politisches Problem. Die Dörfer sind offiziell nicht anerkannt. Deshalb gibt es keine staatlichen Schutzräume und bauen dürfen die Bewohner
01:30selbst auch nicht.
01:34Mehr als drei Millionen Menschen in Israel haben keinen ausreichenden Schutz vor Raketen. Das ist rund ein Drittel der Bevölkerung.
01:41Ein strukturelles Problem, seit Jahrzehnten, sagen Experten.
01:50Der Schutz vor Raketen ist extrem ungleich verteilt.
01:56Je nach sozialer Lage und ethnischer Zugehörigkeit hat der Staat versagt.
02:04Besonders betroffen, arabische und palästinensische Staatsbürger Israels. Fast die Hälfte von ihnen lebt ohne Zugang zu Schutzräumen.
02:14Der mangelnde Schutz lässt sich kaum von der allgemeinen Behandlung arabischer Gemeinschaften trennen.
02:22Doch auch ärmere jüdische Viertel sind betroffen, zum Beispiel in Aschkelon im Süden des Landes.
02:31Aurel Shitrit lebt hier. Viele Schutzräume seien verschlossen, nicht gepflegt oder gar nicht vorhanden, sagt sie.
02:40Die Gebäude sind baufällig.
02:46Wenn Raketen einschlagen, webt alles.
02:54Es gibt Risse und keine Lösung.
03:02Ein Raketenalarm kann bis zu 15 Minuten dauern, doch viele Schutzräume sind so verdreckt, dass Anwohner sie meiden.
03:08Für Menschen mit Behinderung ist die Lage besonders.
03:11Aurel Shitrit kümmert sich um ihre Schwester.
03:13Die wenigen vorhandenen Schutzräume sind nicht barrierefrei.
03:19Man ist völlig hilflos, man kann nur hoffen.
03:24In den Städten ist Schutz oft eine Geldfrage.
03:27Der Staat setzt auf private Investoren, um alte Gebäude zu sanieren.
03:31Doch viele rechnen nicht damit, Geld zu verdienen.
03:34Und investieren nicht.
03:40Je höher das Einkommen, desto größer die Chance auf einen eigenen Schutzraum.
03:50Israel gilt im regionalen Vergleich als gut geschützt.
03:54Doch innerhalb des Landes wächst die Ungleichheit.
03:57Arabische Städte, Beduinendörfer und arme jüdische Viertel leiden darunter, keine Schutzräume zu haben.
04:03Mit zunehmenden Raketenangriffen zahlt vor allem ein Teil der Gesellschaft den Preis, die schwächsten.
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