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  • vor 8 Stunden
Die Flüsse Mula und Mutha in Pune sind zu Abwasserkanälen für Fäkalien und Chemikalien geworden. Eine indische NGO mobilisiert Anwohner, um die Gewässer zu reinigen und die Artenvielfalt und das Naturerbe zu retten.

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Transkript
00:00Am Zusammenfluss der beiden Flüsse Mula und Muta liegt die Stadt Pune.
00:04Die ältesten Teile der Stadt stammen aus dem 5. Jahrhundert.
00:08Pune ist eine der größten Städte Indiens.
00:11Heute leben hier fast 7 Millionen Menschen.
00:14Eine enorme Belastung für die beiden Flüsse.
00:19Müll und Industrieabwässer vergiften die Ufer und das Wasser.
00:23An einigen Stellen gibt es kaum noch Sauerstoff.
00:26Tödlich für die Tierwelt in den Flüssen.
00:30Die Anwohner wehren sich dagegen.
00:32Seit Jahren macht sich Ashwini regelmäßig auf dem Weg zum Flussufer.
00:43Im Flussbett gelangen sowohl nasse als auch trockene Abfälle in den Wasserlauf.
00:48Deshalb wollen wir diesen Müll direkt aus dem Fluss sammeln.
00:53Ashwini liebt die Natur und engagiert sich ehrenamtlich bei der Bürgerinitiative Jividnadi.
01:00Seit 12 Jahren organisiert die Gruppe Aufräumaktionen und Aufklärungskampagnen.
01:05Die Idee ist einfach.
01:07Nur gemeinsames Handeln kann die Flüsse retten.
01:13Ich möchte Ihnen etwas über den Wasserfasan erzählen.
01:18Auf Marathi nennen wir ihn Kamalpakshi.
01:21Er lebt auf den Blättern der Lotusblume.
01:23Wenn es keine Lotusblumen am Fluss gibt, kommen die Vögel nicht.
01:29Jeder, der Wasser trinkt, sollte sich an diesem Prozess beteiligen.
01:33Denn wenn der Fluss jetzt schon so schlecht ist, stellen Sie sich vor, wie es in 10 bis 20 Jahren
01:38aussehen wird.
01:44Manish ist von Beruf Ingenieur und engagiert sich seit Beginn bei Jividnadi.
01:49Er verbrachte seine Kindheit am Fluss und lernte hier Cricket spielen.
01:53Heute leitet er Flusswanderungen und zeigt den Menschen, warum die Flüsse für die Stadt wichtig sind und warum sie in
02:01einem so schlechten Zustand sind.
02:05Ein Problem ist die Verschmutzung, wobei der größte Teil tatsächlich auf die Abwasserbelastung zurückzuführen ist.
02:12Heute werden kaum 20 bis 30 Prozent des Abwassers geklärt.
02:1670 bis 80 Prozent werden unbehandelt direkt in den Fluss geleitet.
02:20Ein weiterer Faktor, über den nicht viel gesprochen wird, ist der Einsatz von Chemikalien.
02:25Und zwar nicht aus der Industrie, sondern aus unseren eigenen Haushalten, bedingt durch unseren Lebensstil.
02:36G. Jividnadi arbeitet auch mit Forschern zusammen.
02:40Die Forscher haben herausgefunden, dass Haushaltsreiniger und Waschmittel die Hauptursache für die Wasserverschmutzung sind.
02:48Grund ist deren hoher Phosphatgehalt.
02:53Wir haben der Regierung empfohlen, dass Waschmittel keine Phosphate enthalten sollten.
02:59Wenn Phosphat im Wasser ist, wächst die Wasserhyazinte.
03:02Und wie will man das dann in den Griff bekommen?
03:06Die invasiven Schwimmpflanzen breiten sich durch Phosphate im Wasser noch schneller aus und bedecken den Fluss,
03:13blockieren das Sonnenlicht und entziehen den einheimischen Pflanzen- und Wasserlebewesen Sauerstoff.
03:20Doch die Umweltverschmutzung ist nicht das einzige Problem.
03:24Seit Monaten finden entlang der Flussufer umfangreiche Bauarbeiten statt.
03:28Die Behörden haben mehr als 47 Milliarden Rupien, etwa 440 Millionen Euro, für die Neugestaltung des Flussufers bereitgestellt.
03:37Lange Betonabschnitte ersetzen die grünen Ufer.
03:40Die Freiwilligen von Jivetnavi befürchten, dass natürliche Lebensräume am Fluss verschwinden.
03:47Es soll eine 44 Kilometer lange Bauanlage entlang des Ufers entstehen.
03:53Tausende von Bäumen werden gefällt.
03:55Es sind nicht nur die Bäume, das gesamte dortige Ökosystem wird ausgelöscht.
04:00Das ist ein Beispiel für völlig verfehlte Prioritäten.
04:03Lasst uns dieses Projekt durchführen, aber auf eine naturfreundlichere Weise, auf eine flussfreundlichere Weise,
04:11damit das Beste aus beiden Welten erreicht werden kann.
04:19Die Freiwilligen wollen die mehr als 50 lebenden Bäche erhalten und verhindern, dass sie zubetoniert werden.
04:25Für sie ist es entscheidend, die natürlichen Ufer wo immer möglich zu erhalten.
04:31Ich bin am Fluss aufgewachsen, weil meine Schule am Ufer lag.
04:37Und als dann die Bebauung des Flussufers und all das begann, wurde mir bewusst, dass ich alles verliere.
04:42Weil es nicht mehr so ist wie früher und es nie wieder so werden wird.
04:46Das war der Grund, warum ich angefangen habe, ehrenamtlich zu arbeiten und für den Fluss zu tun, was ich konnte.
04:52Auch die Stadt hat begonnen zu reagieren.
04:55Mehrere Kläranlagen befinden sich im Bau, weitere sind geplant.
04:59Sie sollen letztendlich sicherstellen, dass nur noch gereinigtes Wasser in die Flüsse gelangt.
05:04Aber bis dahin sind es noch Jahre.
05:06Die Sanierung von Mula und Mutter wird für alle Beteiligten eine Herkulesaufgabe bleiben.
05:12Die Sanierung von Mula und Mutter wird für alle Beteiligten geplant.
05:15Vielen Dank.
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