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  • 3 weeks ago
Transcript
00:00What happened to you, Cassaris?
00:02What happened to you, Cassaris?
00:04What can I do for you?
00:06What can I do for you, Mama?
00:08You wanted to go out of the artificial coma.
00:10But she's still not up.
00:12I'll stay here tonight.
00:14Today is a important day for you.
00:16Your friend is...
00:18...befördert worden.
00:20You are now partner with Fraser Edelman.
00:22Jared.
00:24In just 67 minutes,
00:26you have a appointment with Terry in Ottawa.
00:28Terry Brankovic?
00:30Mhm. Sarah, die eigentliche Frage lautet doch,
00:32was sind Sie bereit zu tun,
00:34um für mich zu gewinnen?
00:36Falls mir etwas zustoßen sollte.
00:38Warum sollte dir etwas zustoßen?
00:40Ich habe die Datei jemandem geschickt,
00:42dem ich vertraue.
00:44Sarah, was ist?
00:46Warte kurz. Ich habe auf dem Laptop meiner Mutter gerade
00:48was Seltsames entdeckt.
00:50Cassaris versenkt Laptop und Handy im Aquarium
00:52und greift sich ein Messer.
00:54Männerstiefel mit Plastiktüten überzogen, betreten die Wohnung.
00:56Madame Cassaris?
00:58Sarah entdeckt ihre Leiche.
01:00Das Bild wird schwarz.
01:02Regen prasselt auf die Blätter eines tropischen Strauchs.
01:06Der Regen und der Schnee speisen unsere Quellen und Wasserläufe.
01:12Weiß aufgeschäumtes Wasser stürzt über die großen bemoosten Steine eines Waldbars.
01:16Unsere Bäche münden in unsere Flüsse.
01:20Unsere Flüsse ergießen sich in große Ströme und diese münden ins Meer.
01:26Das ist der Kreislauf des Wassers.
01:28Am Himmel fliegen Schwalben.
01:30Vor einer Felsenküste taucht der gewölbte Rücken eines Wals auf.
01:34Er gleitet langsam durch die glatte Wasseroberfläche, bevor er wieder verschwindet.
01:38Eine Welle bricht an einem Strand.
01:42Alles fließt ineinander wie das Blut in unserem Körper.
01:46Im Fluss hüpft Cassaris mit einer Enkelin im Arm durchs Wasser.
01:50Deshalb hat das, was wir in Guatemala mit dem Wasser machen, Auswirkungen auf der ganzen Welt.
01:57Auch nach Kanada.
01:59Blut tropft noch immer von Ellens Schlafzimmerdecke.
02:02Neben Cassaris Leiche stellt ein Spurensicherer ein Nummernschild auf.
02:06Ein zweiter macht Fotos.
02:09Unter der Dusche schrubbt sich Sarah mit Seife das Blut von der Brust.
02:13Der Spurensicherer mit der Kamera kniet sich vor das Aquarium, an dessen Oberfläche Kräuter in Hydrokulturtöpfen wurzeln ziehen.
02:23Er fotografiert den Laptop und das Handy im Wasser.
02:26In der Dusche hält Sarah einen Moment inne und schließt die Augen.
02:31In roter Blockschrift auf schwarzem Grund, Ravages, ein mächtiger Gegner.
02:35Die Buchstaben bekommen Risse.
02:37Im Wohnzimmer ihrer Mutter packt Sarah eine Tasche.
02:40Sie kramt nach ihrem Handy und sieht aufs Display.
02:49Hallo?
02:50Guten Morgen, Madame de Leon. Ich wollte Ihnen mitteilen, dass Ihre Mutter aufgewacht ist.
02:55Ich komme.
02:56Sie stellt die Tasche auf einer Komoda ab und nimmt ein Notebook in die Hand.
03:00Aus der Schutzhülle schaut ein Flyer mit einer Schildkröte hervor.
03:03Das Herz der Gerechtigkeit, Integration und südamerikanische Kultur.
03:10Sarah geht zum Wandregal mit den Figuren.
03:12Sie nimmt eine lackierte Holzschatulle in Form einer Schildkröte heraus und hebt ihren Panzer ab.
03:18Die Schatulle ist leer.
03:21Nachdenklich sieht Sarah zur Schlafzimmerdecke.
03:24Kasares Leichensack wird verschlossen und auf eine Bahre geschnallt.
03:39Vor dem Rembrandt.
03:40Hier haben Sie meine Karte.
03:42Sagen Sie Ihrem Kollegen, er kann mich jederzeit anrufen.
03:44Es ist wichtig, Madame de Leon.
03:46Sie können das überprüfen.
03:47Sie haben 400 Euro.
03:48Sie wissen Sie auch.
03:49Zwei Beamte tragen die Totenbahre an Sarah und einer Polizistin vorbei und schieben sie
03:52ins Heck eines Leichenwagens.
03:54Sarah gibt der Polizistin ihre Karte.
03:56In der Anthologie, in der Uniklinik.
03:58Alles klar.
03:59Eine junge Polizistin und ein gerade eintreffender, untersetzter Mann heben das Absperrband für Sarah.
04:04Der Untersetzte geht weiter zum Eingang des Rembrandt-Gebäudes und blickt sich interessiert zu der Anwältin um.
04:09Die fährt im Kombi los.
04:16Sarah sitzt mit angespannter Miene am Steuer des Kombis.
04:19Im Rückspiegel bemerkt sie einen silbernen Wagen.
04:27Hallo mein Liebling.
04:28Sarah, alles in Ordnung? Was ist?
04:30Das ist vollkommen surreal.
04:32Es gab einen Mord in dem Haus, in dem meine Mutter wohnt.
04:35Und jetzt bin ich auf dem Weg ins Krankenhaus, weil sie gerade aus dem Koma erwacht ist.
04:38Ja?
04:39Aber die Ärzte sagen, sie kann nicht mehr nach Hause zurück.
04:42Ich bin davon aufgewacht, dass Blut auf mich getropft ist.
04:45Es war gespenstisch.
04:46Moment.
04:47Man denkt, man kennt die Menschen aber.
04:48Hörst du jetzt ins Krankenhaus?
04:49Ich bin gleich da. Ich muss jetzt Schluss machen. Ich muss mich konzentrieren, ja?
04:52Ich komm auch dahin.
04:53Okay.
04:54Also bis gleich. Bin gleich da.
04:56Ja, vielen Dank. Bis gleich.
04:57Sarah kämpft mit den Tränen.
05:01Sie schaut in den Rückspiegel. Der Wagen folgt ihr noch immer.
05:10Sarah biegt in die Krankenhausauffahrt.
05:15Gespannt blickt sie in den Spiegel. Der silberne Wagen hält am Straßenrand.
05:26Sarah fährt weiter auf den Parkplatz. Auf der Straße entfernt sich der Wagen.
05:31Der Untersetzte kommt zu den Spurensicherern im Casares Schlafzimmer und zieht sich einmal Handschuhe an.
05:40Hoppala. Haben sie dir die Ermittlung übertragen, Emil? Dann muss es was Ernstes sein.
05:45Ja, ja.
05:46Ihr dürft aber nicht wieder so schlampig arbeiten wie letztes Mal. Ab dem ganzen Tag gebraucht, um mit euren Angaben klar zu kommen.
05:52Immer musst du meckern.
05:54Emil bückt sich.
05:55Hey, hey. Keine Ahnung, wer von euch beiden bei der Arbeit schläft. Aber was soll das denn sein?
05:59Ihr könntet euch mal ein bisschen mehr ins Zeug legen.
06:01Vor dem Bett kniet er sich auf den Boden.
06:03Ach, was haben wir denn hier?
06:05Dort liegen blaue Tabletten verstreut. Abgeschlagen kommt Sarah auf einem Krankenhausgang zum Zimmer ihrer Mutter.
06:10Die sitzt mit kahlem Schädel aufrecht im Bett.
06:13Okay. Ich denke, das kriegen wir hin, ja. Mal sehen.
06:16Christa setzt ihr eine Perücke auf.
06:20Die Perücke hat einen Parschenschnitt. Aufgewühlt lehnt sich Sarah im Gang mit dem Rücken an die Wand.
06:25Ja, gut so. Jetzt bist du wieder schön wie eine Blume. Bereit für den Ball.
06:35Sarah betritt das Zimmer und stellt ihre Tasche ab. Christa steht vom Bett auf. Sarah nimmt ihren Platz ein und fasst die Hände ihrer Mutter.
06:44Mama.
06:45Beglückt tauschen die beiden einen langen Blick.
06:48Sarah.
06:49Wie lange wird es gedauert haben, bis das Blut ins Stockwerk drunter durchgesickert ist?
06:56Schwer zu sagen. Schwer zu sagen, ja.
06:59Schöne.
07:01Emil durchquert das Zimmer.
07:02Immerhin sind da ja auch Risse im Fußboden.
07:05Aber wir wissen nicht, was unterm Holz ist.
07:08Aha. Ja, ja, ja, ja. Dann sollten wir uns darum kümmern.
07:12Also gut, los, los, los. Besorgt euch ein Brecheisen und sagt mir, was ihr rausgefunden habt.
07:19Jetzt dürft ihr mir den Stinkefinger zeigen.
07:21Er geht. Einer der Spurensicherer streckt den Mittelfinger.
07:24Geht es Kiki gut?
07:25Ja, ich hab extra bei dir geschlafen. Damit er nicht allein ist.
07:29Elen lächelt. Sie ist schlank, hat eine große Nase und Altersflecken im Gesicht.
07:34Christa, könntest du uns vielleicht einen Moment allein lassen?
07:37Ja, klar. Ich hol mir einen Kaffee.
07:41Danke.
07:42Die junge Frau verlässt das Zimmer.
07:43Hör zu, Mama. Diese Madame Casares. Kennst du die eigentlich schon länger?
07:54Elen zuckt erregt zusammen.
07:57Sie fasst sich an die Brust, ihr Mund zittert.
07:59Was ist mit dir?
08:01Beruhigend nimmt Serrat ihre Hände.
08:04Gar nichts.
08:06Nichts.
08:08Es ist nichts mit ihr.
08:10Keine Sorge.
08:13Sie hat nur angeboten, deine Pflanzen zu gießen.
08:18Elen schließt erleichtert den Mund.
08:20Sarah und Christa sitzen mit Kaffeebechern auf dem Gang.
08:22Christa ist blass und trägt einen nackenlangen Stufenschnitt mit lockerem Pony.
08:28Kennst du diese Madame Casares?
08:32Ja.
08:34Ja, sie ist öfter bei deiner Mutter gewesen.
08:36Auch wenn ich bei ihr zu Besuch war.
08:40Sie ist letzte Nacht ermordet worden.
08:42Christa blinzelt schockiert.
08:44Was?
08:46Aber das kann.
08:49Ich, ich muss jetzt gehen.
08:51Sie eilt ins Patientenzimmer und packt hektisch ihre Sachen zusammen.
09:00Entschuldige.
09:01Mit gesenktem Kopf läuft Christa an Sarah vorbei den Gang hinunter.
09:04Vor dem Absperrband des Rembrandt-Gebäudes steht eine Fernsehreporterin mit schwarzen Locken und Mikrofon.
09:12Vor ihr geht ein Kameramann in Stellung.
09:14Bisher wissen wir lediglich, dass das Opfer Mercedes Casares heißt, eine Einwanderin aus Guatemala, die seit zwei Jahren in der Provinz Quebec wohnte.
09:22Die Polizei führt Befragungen in der Nachbarschaft durch, um herauszufinden, wer es auf diese Frau abgesehen haben könnte, die anscheinend ein unauffälliges Leben geführt hat.
09:30Laut behördliche Angaben ist Mercedes Casares als Flüchtling aus Guatemala nach Kanada gekommen.
09:35Die laufenden Ermittlungen werden sicher weitere Details enthüllen.
09:39Emil findet einen Schlüssel, auf dessen Anhänger Elen steht.
09:42Guatemala. Auf einem Platz protestieren tausende Menschen.
09:46Brankowitsch zu Hause neben einem spielenden Jungen.
09:48Die Geschichte in Guatemala läuft aus dem Ruder. Die Aktien stürzen ab. Wir müssen die Verkaufsverhandlungen mit Baskon abschließen.
09:54Ganz ruhig, ja. Wir konzentrieren uns jetzt vor allem auf den Fall Rigoberta Flug.
09:58Der CEO ist versehentlich auf einen Spielzeugstein getreten. Eine Angestellte eilt herbei.
10:01Ja, ich weiß. Ich weiß. Aber wenn die Aktie unter 50 fällt, dann köpfen die mich.
10:08Emil läuft ins Erdgeschoss. Auf der Treppe kommt ihm ein Kriminaltechniker mit Brecheisen entgegen.
10:15Man braucht nur das richtige Werkzeug. Alles klar.
10:19Emil geht zu Elens offener Wohnungstür und probiert den Schlüssel im Schloss aus.
10:22Emil zückt sein Handy. Er hat mittellanges, dunkelgraues Haar, das zu einem kleinen hohen Dutt gebunden ist und einen hellgrauen Krausen vollbart.
10:33Er macht ein Foto von der Türnummer. Dann betritt er den Wohnungsflur.
10:36An einem Wandhaken hängen verschiedene Schlüssel. Emil setzt sich eine Lesebrille auf und inspiziert die Aufschrift eines Anhängers.
10:45Auf dem Krankenhausgang kommt Jared zu Elens Zimmer geeilt. Sarah steht auf. Die beiden fallen sich in die Arme. Hinter ihnen schläft die Mutter.
10:58In Elens Schlafzimmer inspiziert Emil das Pillenfläschchen vom Nachttisch. Sarah sitzt neben Jared auf dem Krankenhausgang.
11:13Ich habe meine ganze Jugend dort verbracht und es hat da nie einen Mord gegeben.
11:18Das hat sich mit den Straßengangs geändert.
11:21Was hatte diese Frau denn mit Straßengangs zu tun? Sagst du das, weil sie eine Latina ist?
11:24Sie zeigte auf einen Laptop.
11:25Hier, darauf bin ich gestoßen, als ich die Rechnungen meiner Mutter bezahlen wollte.
11:29In den letzten acht Monaten wurden immer am selben Tag zwei Überweisungen durchgeführt.
11:34Einmal 1595 Dollar, ihre Miete.
11:39Hab den Vermieter angerufen. Und 1495 Dollar, das ist die Miete von Madame Casares.
11:45Deine Mutter hat für sie die Miete bezahlt?
11:48Im Grunde genommen wohl ich, denn vor genau acht Monaten hat meine Mutter mich angerufen,
11:52um mir zu sagen, dass sie kaum noch über die Runden kommt und ob ich ihr mich jeden Monat 1500 Dollar überweisen könnte.
11:59Davor hat sie nie Geld von mir verlangt. Und jetzt plötzlich will sie monatlich 1500 Dollar und ich habe ihr geholfen, ohne ihr Fragen zu stellen. Verstehst du?
12:09Sie wollte einer Einwanderin helfen. Sie hätte mit dir darüber reden sollen, aber so ist deine Mutter nicht, hm?
12:16Ja, aber das bedeutet auch, dass sie diese Madame Casares kannte, bevor sie eingezogen ist.
12:20Der Vermieter hat mir gesagt, dass meine Mutter sie vorgeschlagen hat. Das ist doch merkwürdig.
12:26Auf dem Gang nähert sich Emil.
12:27Fahre erstmal nach Hause, okay? Ruhe dich aus. Ich kann mir auch frei nehmen, wenn du willst.
12:32Ich will mich nicht ausruhen. Und du? Du machst deine Arbeit, als ob nichts wäre. Und bitte kein Wort darüber.
12:37Ich will nicht, dass man mich vom Bascomfall abzieht. Verstehst du?
12:40Entschuldigen Sie. Darf ich kurz? Äh, Sarah de Leon?
12:46Ja.
12:47Hallo. Sergent-Detektiv Émile Lebeau von der Mordkommission. Ich muss Sie sprechen. Könnten Sie bitte mit mir mitkommen?
12:54Das ist jetzt kein guter Zeitpunkt.
12:56Ja, ein guter Zeitpunkt wäre vor drei Stunden gewesen. Ehrlich gesagt interessiere ich mich nicht für Statistiken.
13:02Aber die Statistik für die nach einem Mord verstrichene Zeit in Bezug zur Aufklärungsquote besagten Mordes ist sehr, sehr aussagekräftig.
13:08Schon gut, ich komme mit, dann ist das erledigt.
13:10Aber was ist damit?
13:11Keine Sorge. Ist okay.
13:12Durch hohe Fenster fällt Licht in einen kahlen Raum mit dunklen Wänden.
13:16Sarah sitzt dem Kriminalmeister an einem Tisch gegenüber.
13:19Sie wären überrascht, wenn Sie wüssten, wie viel Pech ich mit den Ermittlungen habe, mit denen man mich betraut.
13:24Seit 20 Jahren immer nur komplizierte Fälle. Manchmal glaube ich, dass Sie das mit Absicht machen.
13:29Manche halten mich für paranoid, aber das ist ganz nützlich. In meinem Beruf habe ich jetzt...
13:34Monsieur, entschuldigen Sie. Sergent? Lebeau?
13:37Lebeau?
13:38Sergent Detektiv. Émile Lebeau, ja.
13:40Sarah lächelt höflich.
13:42Also schön, Sie sind müde, Ihre Mutter ist krank. Kommen wir zum Punkt. Eigentlich habe ich nur eine Frage. Zwei, höchstens drei.
13:49Gut, ich höre.
13:50Okay.
13:51Er setzt die Lesebrille auf und blättert in einem Notizheft.
13:56Äh, ja. Sprechen Sie Spanisch?
14:01Ähm, nein. Na ja, ich kenne ein paar Wörter. Mehr nicht.
14:06Waren Sie schon mal in Guatemala?
14:08Nein.
14:09Dabei ist es da wunderschön. Die Vulkane, die Maya-Stätten. Entschuldigen Sie, das waren eigentlich nicht meine Fragen. Ich fange nochmal neu an.
14:19Äh, Sie haben gesagt, als Sie raufgingen zu Madame Cassares, da war es halb sieben.
14:26Ja.
14:27Wie praktisch, dass die Wohnungstür angelehnt war. Sie sind dann reingegangen, weil Sie herausfinden wollten, weshalb Blut von Ihrer Decke tropfte.
14:35Naja, ich war mir nicht sicher, ob es wirklich Blut war. Ich wollte es irgendwie nicht wahrhaben. Ich war vollkommen verwirrt.
14:43Naja, Sie hatten Schlafmittel genommen, waren müde.
14:46Ja. Plötzlich schien alles so... irreal.
14:53Normalerweise würde man doch in so einem Moment sofort die Polizei rufen.
14:58Mit festem Blick sieht Sarah ihn an.
15:00Ich habe immer den Reflex, der Sache selbst auf den Grund zu gehen.
15:03Aber so ein Reflex könnte sich auch als riskant erweisen.
15:06Ja, aber in den meisten Fällen erweist er sich auch als sehr aufschlussreich.
15:11Als Sie dann in der Wohnung waren, fanden Sie Madame Cassares auf dem Boden liegend, in einer Blutlache.
15:17Und da waren Sie sicher, dass es Blut war?
15:21Ja.
15:22Na schön. Und als Sie Madame Cassares dort fanden, war sie bereits tot.
15:27War sie es etwa nicht?
15:29Ähm, was? Äh, also um halb sieben?
15:34Ja, natürlich. Zu dem Zeitpunkt hätten Sie sie nicht mehr retten können. Da kann ich Sie beruhigen.
15:39Sie haben auch ausgesagt, dass Sie gehört haben, wie jemand weggelaufen ist.
15:45Sarah öffnet die Wohnungstür. Eine Gestalt huscht aus dem Schlafzimmer. Kurz darauf betritt Sarah den Flur.
15:54Madame Cassares?
15:56Sie schaut zu dem Raum links vom Flur.
15:59Das ist richtig.
16:01Also eins ist schon sonderbar.
16:04Unsere Experten sagen, dass es bestimmt zwei Stunden gedauert hat, ehe das Blut von Madame Cassares durch den Fußboden auf Sie getropft ist.
16:12Dann stellt sich die Frage, wieso der Täter noch dort war, nachdem er Sie...
16:19Ah, sehr gut. Sie sind noch müde, aber im Kopf schon hellwach.
16:24Also dann, ähm, war die Person, die ich gehört habe, nicht zwingend die Person, die Sie getötet hat.
16:30Genau die Frage habe ich mir auch gestellt.
16:32Schlaftrunken wankt Sarah zur Wohnungstür und betätigt den Türöffner.
16:39Sie haben meiner Kollegin gesagt, dass Sie irgendwann in der Nacht einem Unbekannten die Tür geöffnet haben.
16:46Ich habe gedacht, es wäre mein Freund, er wollte noch vorbeikommen.
16:51Aber Ihr Freund ist nicht gekommen.
16:53Erneut blättert Emil in den Unterlagen.
16:55Nein.
16:57Er zieht die Brille ab.
16:58Ich habe zwar Schritte gehört, aber ich...
17:01Sarah schließt die Augen.
17:05Wenn das der Mörder war, werde ich mir das niemals verzeihen.
17:09Auch da kann ich Sie beruhigen.
17:11Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass ein Mörder nachts bei den Nachbarn seines Opfers klingelt,
17:16in der Hoffnung, dass ihm jemand die Tür öffnet und dann wieder ins Bett geht, ohne nachzusehen, wer da ist.
17:22Außerdem ist es seltsam, dass sonst niemand im Haus irgendetwas gehört hat.
17:27Ähm, Sie glauben doch nicht, ich habe mir das nur ausgedacht.
17:30Oh nein, ganz bestimmt nicht. Aber verstehen Sie jetzt, wenn ich sage, dass ich mit meinen Fällen immer Pech habe?
17:39Diese Fälle sind immer so rätselhaft. Kompliziert, kompliziert, kompliziert.
17:44Letzte Frage hoffe ich.
17:46Äh, haben Sie gewusst, dass Madame Cassares einen Schlüssel zur Wohnung Ihrer Mutter gehabt hat?
17:52Nein.
17:53Und Sie haben auch nicht gewusst, dass Ihre Mutter einen Schlüssel zu der Wohnung von Madame Cassares hatte?
18:00Nein.
18:03Naja.
18:04Emil greift zu einem Tablet und öffnet ein Foto von dem Schlüssel.
18:08Dieser Schlüssel hier war in der Wohnung von Mercedes Cassares.
18:12Na schön, und?
18:13Er wischt zum nächsten Foto.
18:15Und der hier war in der Wohnung Ihrer Mutter.
18:19Ein ähnlicher Schlüssel.
18:20Der Vorname von Madame Cassares ist doch Mercedes. Ich habe das gecheckt.
18:24Aber gab es vielleicht früher mal eine Mieterin namens Rigoberta?
18:28Sarah beugt sich zum Tablet.
18:31Da steht Rigoberta.
18:32Sagt Ihnen das was?
18:37Rigoberta.
18:38Nein.
18:40Emil grinst und zuckt gespielt ahnungslos die Schultern.
18:45Sarah verlässt das Polizeirevier durch zwei Glastüren und geht zu einem Parkplatz.
18:51Nachdenklich beobachtet Emil sie durch ein Fenster.
18:54Er hat ein fülliges gebräuntes Gesicht, Geheimratsecken und schmale Augen.
18:58Über einem gelben T-Shirt trägt er eine grau gemusterte Strickjacke.
19:02In einem Parkhaus sitzt Sarah im Kombi und tippt fieberhaft ins Handy.
19:10In einer Aserbatenkammer legt Emil eingetütete Beweismittel auf einen Tisch.
19:17Auf Sarahs Handy erscheinen Fotos von Rigoberta bei einem Protest.
19:20Auf einem der Bilder steht die Nachbarin bewaffneten Soldaten gegenüber.
19:26Unruhig irren Sarahs Augen umher.
19:29Emil betrachtet den Beutel mit Rigobertas Nachthemd.
19:35Mit dem eingetüteten blutigen Messer rekonstruiert er verschiedene Arten des Zustechens.
19:39Sarahs Augen sind angstvoll geweitet.
19:43Emil inspiziert eine Tüte mit den vier blauen Tabletten, die er vom Dielenboden des Schlafzimmers aufgelesen hat.
19:52Er misst sie mit einem Lineal und notiert etwas auf dem Tablet.
19:57In einem Büro arbeitet Jared an einem Laptop.
20:04Er geht ans Handy.
20:06Sarah?
20:07Ich hab dir gerade den Link zu einem Video geschickt.
20:09Bewaffnetes Militär geht vor Demonstranten in Stellung.
20:12Mach die Mine dicht! Die Mine tötet!
20:15Rigoberta hält das Foto eines kleinen Mädchens.
20:17Mercedes Casares, das ist nicht der richtige Name.
20:19Sie heißt in Wirklichkeit Rigoberta Flores, eine Aktivistin aus Guatemala, die die Protestbewegung gegen die Silbermine von Minexor angeführt hat.
20:26Sagt ihr das was?
20:27Ja, ja.
20:28Falls ich recht habe und sie das wirklich ist, richtet sich der Verdacht, soweit das bekannt wird, gegen Minexor.
20:33Und dieser Lebo, der Ermittler, könnte sogar mich beschuldigen.
20:37Jared überlegt mit Kühlermine.
20:41Ich werde mal ein bisschen recherchieren. Was machst du jetzt?
20:44Ich fahr nochmal in die Wohnung meiner Mutter, okay?
20:47Ja gut, wir reden später.
20:49Bis dann.
20:51Nachdenklich lässt Jared das Handy sinken und fasst sich ans Kinn.
20:57Sarah schaut aus dem Fenster und entdeckt in einiger Entfernung den silbernen Wagen.
21:01Am Steuer sitzt der Wärtige mit der Sonnenbrille.
21:07Mach die Mine dicht! Die Mine tötet!
21:10Die Soldaten haben sich vor den Demonstranten aufgestellt. An vorderster Stelle skandiert Rigoberta.
21:15Brankovic betritt die Kanzlei. Madeleine nimmt seinen Mantel.
21:19In einem Kaminzimmer zu Michelle und Fraser.
21:21Können wir Bascón dazu bringen, früher zu unterzeichnen, um die Anleger zu beruhigen?
21:25Wir brauchen jetzt vor allem gute Nachrichten.
21:27Tja, die haben noch Zeit bis morgen um Mitternacht. Die Aktionäre treffen sich morgen Vormittag. Da die Shane hinter dem Deal steht, ist seine Unterschrift sicher.
21:35Ja, aber nicht, wenn diese Geschichte bekannt wird.
21:37Ich habe mein Team auf die Medien angesetzt. Bisher behandeln die es wie eine gewöhnliche regionale Nachricht.
21:42Beunruhigend für die Nachbarschaft, aber mehr nicht.
21:45Im Polizeibüro wischt Emil durch Fotos des Tatorts. Sie werden von einem Beamer groß an die Wand projiziert.
21:53Wie habt ihr erfahren, dass Rigoberta sich in Montreal aufhielt?
21:56Durch einen Informanten.
21:58Und ihr denkt, sie hätte Aktionen gegen euch geplant?
22:00Naja, sie wollte, dass ich meine größte Mine in Guatemala schließe.
22:05Sie macht Minexor verantwortlich für den Tod ihres Sohnes.
22:09Michelle merkt auf.
22:11Und hat sie recht?
22:12Natürlich nicht.
22:13Minexor hält sich grundsätzlich immer an alle Gesetze in allen Ländern, in denen wir tätig sind.
22:19Oh ja, der Satz klingt echt gut, Terry. Auf dem Papier.
22:22Du musst dir schon mehr einfallen lassen, wenn du den Shit-Tsunami verhindern willst, in den du geraten wirst, wenn bekannt wird, dass Rigoberta Flores die Kehle aufgeschlitzt wurde.
22:30Und zwar eine Etage über der Wohnung, in der rein zufällig die Anwältin, die mit dem Minexor-Fall betraut ist, geschlafen hat.
22:36Ist dir etwa nicht klar, dass du deswegen engagiert wurdest?
22:41Brankovic springt auf.
22:43In Krisensituationen ist es immer sinnvoller, wenn sich der Chef des Unternehmens zu Wort meldet.
22:47Du solltest es vielleicht mit einem Lächeln versuchen.
22:49Sie schenkt ihm ein strahlendes Lächeln.
22:51Emil hat ein Foto von den gerahmten Kinderbildern in Elens Wohnungsflur aufgerufen.
22:56Auf einem trägt Sarah eine weiße Robe und Doktorhut.
22:59Wie geht es Sarah de Leon?
23:01Sie ist erschöpft und aufgewürgt.
23:04Jared meinte, sie möchte nicht, dass jemand hier erfährt, was sie erlebt hat.
23:08Aber Jared hat es dir erzählt?
23:10Selbstverständlich.
23:11Sarah ist eine Kämpferin und ein Arbeitstier.
23:14Sie versteckt sich nicht vor uns, Terry.
23:16Sie will sich nur nicht ins Abseits manövrieren.
23:19Sorg einfach dafür, dass ihr Name niemals mit diesem unschönen Tod in Verbindung gebracht wird.
23:24Ja.
23:25Emil hat den Namen Rigoberta Flores in eine Suchmaschine eingegeben.
23:29Auf einer Website namens EcoWatch klickt er auf einen Artikel mit der Überschrift
23:33immer mehr Protest gegen die Minexor-Mine in Guatemala.
23:37Wieso ist die Nachricht über Rigoberta's wahre Identität noch nicht in den Medien?
23:41Ganz genau. Sie konnte sich in Montreal nur unter falscher Identität verstecken, weil ihr geholfen wurde.
23:47Wahrscheinlich von Umweltaktivisten, die froh wären, wenn Minexor am Pranger stünde.
23:51Die aber lieber die Klappe halten, weil sie Angst haben.
23:56Immerhin ist einer von ihnen die Kehle aufgeschlitzt worden.
23:59Und zwar nicht in Playa del Cap, sondern in Montreal.
24:02Auf einem verlassenen Firmengelände gibt eine etwa 50-Jährige einem Kurzhaarigen ein Dossier.
24:07Was soll ich denn damit?
24:08Das sind doch alles bloß Mutmaßungen. Wir brauchen präzise Anklagepunkte.
24:12Das geht doch aus hervor. Eine Mine zerstört immer die Umwelt.
24:15Ja, aber wir brauchen Namen, Orte, Daten. Nur dann kriegen wir Minexor dran.
24:20Ich kann meinen Job nicht riskieren. Wenn ich keine Arbeit mehr habe, bekomme ich keine Rente. Das kann ich meinen Kindern nicht antun.
24:26Der Kurzhaarige nickt resigniert.
24:28Ah, verstehe. Danke.
24:30Er steckt das Dossier ein und geht.
24:33Michelle schaut aufs Handy. Fraser?
24:35Was gibt's?
24:37Jede Menge Ärger. Aber nicht den, den wir erwartet haben.
24:42Ein Reporter?
24:43Fangen wir an.
24:44Hinter ihm steht ein Bagger.
24:45Umweltschützer haben das Gelände hier besetzt und verlangen Rechenschaft über die Zukunft der Mine am Lac Récane.
24:52Es halten sich hartnäckig Gerüchte, denen zufolge das Management von Bascon heimlich über den Verkauf der Mine an den kanadischen Konzern Minexor verhandeln soll.
24:59Was in Umweltschützer-Kreisen sehr kritisch gesehen wird. Einige Demonstranten haben sich sogar an die schweren Minenfahrzeuge gekettet.
25:05Bei Fraser?
25:06Maikan Kollé, Sprecher der Gruppe EcoWatch Quebec, hat eben eine Stellungnahme für uns abgelehnt.
25:11Der Kurzhaarige?
25:12Minexor hat schon immer jegliche unternehmerische Verantwortung abgelehnt, sowohl in sozialer als auch in ökologischer Hinsicht.
25:18Zurzeit laufen Ermittlungen gegen den Konzern in Afrika und Lateinamerika. Es geht um Betrug und Verstöße gegen Umweltauflagen.
25:24Natürlich soll dies nicht publik gemacht werden.
25:26Marc Duchesne, CEO der Mine und Großaktionär von Bascon, hat die Gerüchte über einen Verkauf bisher weder bestätigt noch zurückgewiesen.
25:34Ich kann Ihnen nur versichern, dass für uns hier bei Bascon das Wohlergehen der Leute in der Region Priorität hat.
25:41Reicht das schon, damit er nicht unterzeichnet?
25:44Ich denke nicht, nein, aber...
25:47Der wirkt auf mich wie ein Loser.
25:51Sarah tritt vom Foyer in den Hausflur des Rembrandt-Gebäudes.
25:58Vor dem Treppenaufgang hängt ein Absperrband.
26:03Ängstlich nach oben linsend geht Sarah daran vorbei zur Wohnung ihrer Mutter.
26:10Ein junger Langhaariger in Blaumann und Basecap kommt ihr aus dem Wohnzimmer entgegen.
26:18Guten Tag, ich sollte hier die Gips arbeiten. Morgen mache ich die Decke fertig.
26:23Er nimmt eine Sporttasche und eilt an Sarah vorbei in den Hausflur. Irritiert sieht sie ihm nach.
26:30Der Boden des Schlafzimmers ist mit Malervlies ausgelegt. Bett und Matratze lehnen mit einer Schutzfolie bedeckt an der Wand.
26:41Ein Rauchmelder baumelt von der Decke. Der Blutfleck daneben ist weiß übermalt.
26:49Sarah geht ins Wohnzimmer. Ihr Blick gleitet vom Friseurstuhl zu einem Sofa.
26:54Eins der Sitzpolster steht hochkant. Auf dem Boden liegen Handtücher verstreut.
27:01Sarah hastet in den Flur und stoppt. Alarmiert blickt sie zur Decke.
27:10Sarah zieht eine Kommodenschublade auf und nimmt einen Schraubenzieher heraus.
27:18Mit gezücktem Werkzeug geht sie zu einem kleinen Fuhrraum neben der Wohnungstür.
27:25Sie macht Licht und bahnt sich einen Weg zu einer schmalen weißen Tür mit angelegter Sicherheitskette.
27:36Sarah entriegelt die Tür und betritt einen dunklen Hausflur.
27:39Langsam steigt sie mit erhobenem Schraubenzieher eine schmale Treppe hinauf.
27:43Vorsichtig öffnet sie Rigoberthas Hintertür.
27:57Suchend streift Sarah durch den schummrigen Flur.
28:02An eine Wand gepresst schleicht sie ins Wohnzimmer.
28:08Sarah schreckt zusammen. Auf einer Couch richtet sich Emil auf.
28:23Sarah flieht ins Schlafzimmer.
28:24Ich versuche das Kommen und Gehen der vergangenen Nacht in diesem Haus nachzuvollziehen.
28:35Ist schon ein seltsamer Ort.
28:38Weißt du?
28:39Die meisten Fenster öffnen sich automatisch, aber drei Viertel der Bewohner haben Schwierigkeiten die Eingangstür zu öffnen.
28:45Da muss man dran ruckeln.
28:47Na dann ist der Fall doch wie maßgeschneidert für dich.
28:50Das kannst du laut sagen.
28:51Er geht ins Bad und setzt sich aufs Klo.
28:53Wie sieht's aus, Jasmin?
28:55Was ist mit den Finger abdrücken? Gibt's einen Treffer?
28:58Ja, wir haben einen Treffer.
29:00Echt? Jemand, den wir auf dem Schirm haben?
29:02Nein, jemand aus Guatemala. Im System erfasst, aber nicht hier bei uns. Mehr kann ich dir dazu leider nicht sagen.
29:07Hä, wieso nicht?
29:08Ähm, da musst du unseren Chef Bernier fragen. Jetzt mal im Ernst pinkelst du etwa gerade während wir reden?
29:13Wer ist dieser Typ?
29:15Ist doch abartig.
29:16Ach, komm schon. Krieg dich wieder ein. Hab mich extra hingesetzt, damit du's nicht hörst.
29:20Sendel dich an Bernier. Ihr könnt ja dann ein Treffen auf dem Pissoir vereinbaren.
29:24Jasmin?
29:26Warte einfach aufgelegt.
29:28Im Schlafzimmer lauscht Sarah hinter dem Aquarium.
29:35Ihr Blick fällt neben sich zum Tisch mit der Erde.
29:38Wasch ich mir jetzt die Hände oder nicht?
29:40Nee, wasch sie mir nicht.
29:42Sie nimmt die Papageienfigur an sich.
29:44Ein Blick aus dem geparkten Wagen zu Sarah, die aus dem Rembrandt-Gebäude kommt und in den Kombi steigt.
29:52Zuhause mit Jared vor dem Laptop.
29:54Ich hab das Gefühl, dass man mir was anhängen will.
29:58Und ich glaube, dass ich beobachtet werde.
30:02Meinst du echt?
30:04Da ist ein Typ, der mir überall hin folgt.
30:06Bist du dir sicher?
30:08Der Blick folgt dem abfahrenden Kombi.
30:10Jedenfalls hat jemand die Wohnung meiner Mutter durchwühlt und ich glaube, ich weiß, was er gesucht hat.
30:16Sarah zeigt Jared den Papagei.
30:18Sie klappt den Kopf des Vogels zurück und steckt ein kleines Gerät in die Öffnung.
30:22Dieses Ding stand seit ewigen Zeiten in der Wohnung meiner Mutter.
30:26Neben dem Tisch im Esszimmer.
30:28Aber stell dir vor, vorhin stand es bei Madame Casares.
30:32Oder besser gesagt, Rigoberta Flores.
30:36Wieso warst du überhaupt da?
30:38Liebling, das ist ein Tatort.
30:40Es hat mich niemand gesehen.
30:43Ich hab das Gefühl, Sarah, du verrennst dich da.
30:46Du bist unschuldig.
30:47Du hast doch Lebo gesehen.
30:48Denkst du ernsthaft, er kann das Chaos entwirren?
30:51Sieh dir das an.
30:52Das hier ist eine Website mit Geräten für Spionage.
30:55Und was sagst du jetzt? Ist doch verrückt.
30:57Sie zeigt auf das Gerät.
30:59Du denkst, deine Mutter wurde ausspioniert?
31:01Nein, ich glaube, jemand hat mich ausspioniert.
31:03Sarah schließt es an den Laptop.
31:05Hör dir das an.
31:06Ich hab keine Lust darüber zu reden, weil du es nicht verstehen würdest.
31:09Aber ich würde gern wissen, was du gerade machst.
31:11Woran du im Moment arbeitest.
31:13Elen und Sarah beim Essen.
31:15Du musst mir ja keine Details erzählen.
31:17Aber du musst auch nicht denken, dass ich dafür zu dumm wäre.
31:20Also ehrlich, Mama, glaub mir.
31:22Ich will dich nicht damit langweilen.
31:24Na schön, im Moment verhandle ich den Kauf einer Lithiummine hier in Quebec.
31:32Bist du jetzt zufrieden?
31:34Jared guckt verstört.
31:36Okay, das ist was Ernstes.
31:39Er schaut auf Sandy.
31:41Ich muss jetzt dringend in die Kanzlei. Offenbar gibt es Probleme mit Duchenne.
31:45Schon gut, Liebling, geh ruhig.
31:48Ich werde die Zeit nutzen und mich erstmal ein bisschen ausruhen.
31:51Na schön.
31:52Wir werden das klären.
31:54Ich beeil mich.
31:55Jared küsst Sarah und steigt die Treppe hinauf. Sarah tippt auf den Laptop.
32:03Ein Blick auf das riesige Minenareal in Guatemala. Rigoberta trägt ein rotes, besticktes Wickelkleid.
32:09Mach die Mine dicht! Die Mine tötet!
32:14Rigoberta als furchtlose Demonstrantin mit dem Foto eines Mädchens in der Hand.
32:20Und als Leiche auf dem Dielenboden.
32:25Sarahs Blick fällt zu dem Flyer mit der Schildkröte, der in Elens Notebookhülle klemmt.
32:30Sie faltet ihn auf und blickt gedankenversunken ins Weite.
32:43Sarah klappt den Laptop zu und zieht das Abhörgerät heraus.
32:47Ein Blick auf Montreal in der Abenddämmerung.
32:50Im Krankenhaus kommt Sarah mit müde glänzenden Augen zu Elens Patientenzimmer.
32:54Sie stellt sich zu ihrer schlafenden Mutter ans Bett und berührt sie leicht an der Schulter.
33:03Christa verlässt das Zimmer, Sarah folgt ihr auf den Gang.
33:10Entschuldige, ich wusste nicht, dass dir das so nahe geht, was mit Madame Cassares passiert ist.
33:17Ja, schon gut. Ich habe bei Krankenschwestern international gearbeitet. Ich habe da sehr viel Gewalt erlebt.
33:28Christa setzt ein Stethoskop auf.
33:30Sehr viel Trauriges.
33:32Ein Mann hält ein kleines Mädchen im Arm. Christa legt den Stethoskop-Kopf auf seine Brust.
33:37Eine Frau streicht dem Kind über den schweißnassen Kopf. Christa weint.
33:42Christa sieht zu Sarah.
33:50Ich bin dadurch empfindlicher geworden. Ich hatte das Gefühl, dass ihr euch besser kanntet.
33:58Christa schüttelt den Kopf.
34:00Nein.
34:01Sie verschränkt die Arme vor der Brust.
34:02Warum auch immer sie umgebracht wurde, es hat irgendeine Verbindung zwischen meiner Mutter und der Toten gegeben. Ganz sicher.
34:09Christa mustert sie beunruhigt.
34:11Und ich bin inzwischen davon überzeugt, dass ihre Beziehung mit dem zu tun hat, was hier passiert ist.
34:16Ich glaube, sie waren einfach nur Freunde.
34:18Nein. Meine Mutter hat mir verheimlicht, dass sie Madame Cassares schon von früher kannte.
34:22Wirst du vielleicht Gespräche mitbekommen zu Themen, die, keine Ahnung, ungewöhnlich waren.
34:30Christa schüttelt den Kopf.
34:31Eigentlich nicht.
34:32Aber ich hatte den Eindruck, dass sie seit ihrer Flucht aus Guatemala immerzu Angst gehabt hat.
34:46Selbst hier?
34:48Ja.
34:50Aber vielleicht war das nur so ein Eindruck.
34:53Weißt du, ob jemand sie bedroht hat?
34:57Nein.
34:59Sie hat mir nie erzählt, warum sie geflohen ist. Von daher.
35:02Vielleicht wissen andere Flüchtlinge aus Guatemala mehr darüber.
35:05Sarah kramt in ihrer Manteltasche nach dem Flyer.
35:09Madame Cassares hatte was mit diesem Kulturzentrum zu tun.
35:12Dieser Flyer war in der Handtasche meiner Mutter.
35:14Sie reicht ihm Christa.
35:16Da gibt es fast jeden Abend Veranstaltungen.
35:19Die hält den Blick gesenkt.
35:21Sprichst du Spanisch?
35:23Unbehaglich starrt sie Sarah an.
35:25Ja.
35:26Gut genug.
35:27Die lächelt der Freund.
35:29Du könntest mir helfen.
35:31Christa schluckt.
35:32Die Fenster der Firmenzentrale von Baskon sind mit roter Farbe besprüht.
35:35Drinnen läuft Duchesne telefonierend auf und ab.
35:38Verdammt, schicken Sie mir endlich diese Sarah de Lyon.
35:41Nein, nein.
35:42Nein, nein, ich will auf jeden Fall Sarah.
35:44Ja, ja Marc.
35:45Natürlich wird Sarah weiter ihren Fall betreuen.
35:47Es ist nur...
35:48Nein, nein, sonst unterschreibe ich nicht.
35:50Ich werde nicht unterschreiben.
35:52Ah, Marc.
35:53Hören Sie, ich...
35:54Hören Sie, ich darf sie doch, Marc, ne?
35:56Diese Demonstranten haben mir ganz schön Rabatt gemacht.
35:58Jetzt räumen wir auf.
36:00Draußen entfernen Sicherheitskräfte ein Banner der Demonstranten.
36:03Brankovic im SUV.
36:04Ja, okay, verkauf die Anleihen.
36:06Diese Scheißpapiere entwickeln sich seit drei Monaten nicht.
36:08Ich hab's satt im Ernst.
36:09Ich hab's satt, mir jeden Scheißtag diesen Scheiß anzusehen.
36:12Scheiß drauf weg damit verdammt nochmal.
36:14Herrgott.
36:15Im Kulturzentrum stehen ein paar Dutzend Menschen mit trauriger Miene vor einem mit Blumen und exotischen Früchten geschmückten Altar.
36:22Unzählige Kerzen brennen vor gerahmten Bildern von Rigoberta.
36:26An den Wänden hängen geknüpfte, bunte Teppiche.
36:29Auch die gelockte Reporterin ist unter den Anwesenden.
36:36Mit Fühlen schaut sie zu einer Frau, die sich die Augen wischt.
36:39Sarah und Christa betreten den Saal und stellen sich hinten unter die Trauernden.
36:48Ein paar Leute beäugen sie argwöhnisch und beginnen zu tuscheln.
36:56Sarah entdeckt vorne den langhaarigen Handwerker. Hastig verlässt er mit seiner Tasche die Wohnung. Sarah dreht sich zu Christa.
37:12Das ist der Kerl, der in der Wohnung meiner Mutter war.
37:15Was?
37:16Der Langhaarige dreht sich um und sieht Sarah. Er geht zu einem gelockten Mann und zeigt mit dem Finger auf sie.
37:21Die Anwältin von Minexor.
37:26Der gelockte dreht sich zu ihr um.
37:29Die Anwältin von Minexor! Die Anwältin von Minexor!
37:33Mach die Mine dicht! Die Mine tötet!
37:36Rigoberta beim Protest in Guatemala.
37:39Warten Sie! Ich kannte Madame Kahn! Rigoberta Flores war eine Freundin meiner Mutter!
37:44Du hast hier nichts zu suchen!
37:45In der Mine tragen Demonstranten weiße Särge, auf denen in roter Farbe Zyanit steht.
37:49Aus einem Rohr fließt verschmutztes Wasser.
37:52Raus! Anwältin von Minexor!
37:57In einem Dorf gießt ein junges Mädchen klares Wasser aus einem Eimer.
38:00Ein Mädchen küsst dem kranken Kind auf die Stirn.
38:03Der Mann mit dem Schnurrbart hält schluchzend das Kind im Arm.
38:06Rigoberta?
38:07Mein Sohn!
38:09Sie wischt ihm die Tränen vom Gesicht.
38:11Neben den beiden steht weinend Christa.
38:13In der Mine halten die Demonstranten ein Bild des toten Kinds.
38:16Anwältin von Minexor!
38:18Raus hier!
38:19Die aufgebrachte Menge im Kulturzentrum schubst Sarah.
38:22Sie knallt mit der Stirn gegen eine Wand und stürzt sich den Kopf haltend aus dem Saal.
38:27Die Reporterin filmt es mit dem Handy.
38:29Der Pickup hält in dem Dorf neben dem Kapokbaum.
38:33Die beiden Männer auf der Ladefläche springen ab und laufen mit Pistole in der Hand auf ein Haus zu.
38:37Drinnen faltet eine 12-jährige Wäsche auf einem Bügelbrett.
38:41Die beiden Männer stürmen herein.
38:45Ängstlich weicht das Mädchen zurück.
38:47Wo ist dein Papa?
38:49Es schüttelt den Kopf.
38:50Vor dem Haus eilt Rigobertas Sohn mit zwei Tragetaschen davon.
38:55Der Fahrer des Pickups schießt auf ihn.
38:57Er stürzt und bleibt reglos im trockenen Gras liegen.
39:00Die Männer im Haus stürmen hinaus zum Pickup.
39:05Der Wagen fährt ab.
39:07Rigoberta läuft zu ihrem Sohn.
39:09Paco!
39:10Mein Sohn!
39:11Mein Sohn!
39:12Langsam tritt das Mädchen in die offene Tür.
39:15Bazar!
39:16Mein Schatz!
39:17Rigoberta dreht Paco auf den Rücken.
39:19Ihre Enkelin eilt herbei und kniet sich neben ihren Vater.
39:22Beide rütteln an dem Toten.
39:24Hilfe!
39:25Hilfe!
39:27Verzweifelt legt Rigoberta ihre Stirn auf den blutgetränkten Torso ihres Sohns.
39:32Mein Junge!
39:33In der Nacht der See!
39:39Während ihre Enkelin weiter ungläubig am Vater rüttelt, sieht Rigoberta zum Himmel und verbeugt sich.
39:45Ein aufsteigender Blick über die riesige, belaubte Krone des Kapok-Bauens.
39:50Die funkelnden Lichter von Montreal bei Nacht.
39:53Sarah hastet sich die Stirn haltend ein Treppenhaus hinauf.
39:56Sarah, hör mal. Die Aktionäre vom Voscon geraten in Panik.
40:00Die Shen ist zu einem Gespräch bereit, aber nur mit dir. Also steige in das nächste Flugzeug Richtung Cotenau.
40:07Sarah flieht aus dem Kulturzentrum. Sie holt ihr Handy aus der Manteltasche.
40:11In der Kanzlei klappt Fraser sein Handy zu und legt es bedächtig vor sich auf den Schreibtisch.
40:15Aufgewühlt schöpft Sarah Atem.
40:20Das Bild wird schwarz. Das war ein mächtiger Gegner Episode 2 aus dem Jahr 2025.
40:27Mit Caroline Davernas als Sarah de Leon.
40:31Robin Aubert als Émile Lebeau.
40:33Ako Chanouan als Jared Walton.
40:35Katharine Brunet als Christa Eliasson.
40:38Benoit Briere als Philip Fraser.
40:41Deutsche Fassung Studio Hamburg Synchron GmbH.
40:44Hörfilmfassung ZDF Digital.
40:46Text Mikesh-Roma.
40:48Redaktion und Tonregie Cynthia Garkisch.
40:50Tonmischung Markus Fass.
40:52Gesprochen von Heiko Grauel.
40:57Gassister Christus.
41:00Até die Woche.
41:04Peach racial-careOT Lanagen Riesgeladattd.
41:06Islam ver only 1-8 j Ugh!
41:07Mehr glaube ich.
41:08Ob die eine
41:10Wahrer Long 2009 brings Tofu.
41:11마음 rohlen die ja in einem
41:13102 able 1 mit 5ak.
41:15use informiert dasrács-
41:17αυτ also ist es mostrar eine
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41:20irez alles.
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