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00:01Polen.
00:02A land, whose beauty will you enjoy.
00:05I'm going to travel with you through the home of my parents.
00:08I'm very close to my roots.
00:10With many tips, action,
00:14surprise.
00:17So many horror films are going on.
00:20And moments in full distance.
00:23And moments,
00:25which are too close to me.
00:27Just sitting here and seeing and seeing
00:29how it is.
00:32That means very much.
00:37This trip will be exactly like Poland.
00:41Wunderschön.
00:43Echt.
00:45Without a filter.
00:47And full of love.
00:50Come on.
00:54With a unforgettable adventure.
01:00I'm Kate.
01:01I'm Kate.
01:02I'm so excited to be here.
01:03My beautiful country.
01:04My beautiful Poland.
01:08I have some tips.
01:10I want to show you.
01:11I have so many wonderful places.
01:13I want to show you.
01:14I want to show you so much.
01:25You can see the place outside.
01:25It's a mix of book and green.
01:28First stop for us.
01:30In the heart of the city.
01:31It's the Dugitark.
01:33Art of the public.
01:33The historic market space with the lalea.
01:35And the Neptune.
01:36We can hear it all over the time that this buyer
01:39to the richest cities Europe zählt.
01:44But wait a moment, before I forget the important thing.
01:48I'm not alone, because it doesn't work anymore.
01:52I need someone who helps me, who helps me.
01:57And that's the wonderful Tanja.
01:59Hello.
02:00Oh you wouldn't work this all here.
02:03And then I'd eat the Pierocchi alone.
02:05That's not a problem.
02:06To this time I don't know,
02:09I don't know,
02:09that I'm not alone,
02:11without Tanja,
02:12but still everything is good.
02:15First off the Riesenrad,
02:17for me,
02:18it's a program.
02:19You get a feeling for the city.
02:21And Danzig from above,
02:22always a dream.
02:24And there's also the Schriftzug.
02:26Also the Wasserstraße
02:27with the Schiffen
02:28make Danzig so einzigartig.
02:30Here could I always stay.
02:31But first,
02:32an Abstecher in the city.
02:34Also,
02:35wer ausgehen möchte,
02:36wer feiern möchte,
02:37der ist hier genau richtig.
02:38Wir sind nämlich gerade
02:39in der Pivna-Straße.
02:41Pivna ist im Prinzip
02:42so ein bisschen was wie Bierstraße, ne?
02:44Pivo, Peach,
02:46Trinken,
02:47Bier.
02:48Und davon gibt's hier jede Menge.
02:49Viele Getränke,
02:50viel Bier.
02:51Und auch die eine oder andere
02:52Shotbar, klar.
02:55Ich glaube,
02:56ich erzähle euch nichts Neues,
02:58wenn ich sage,
02:59Polen?
03:00Feiern gerne.
03:01Da nehme ich mich nicht aus.
03:08So ein Schlückchen Wodka
03:09gehört einfach dazu.
03:11Also es gibt eine Sache,
03:12an der kommt man nicht vorbei,
03:13wenn man mit mir einen Film
03:14über Polen dreht.
03:15Man muss einmal Wischniewka trinken.
03:16Na zdrowie.
03:18Na zdrowie.
03:20Also Kirschwodka, ja?
03:22Ja.
03:22Ich bin gespannt.
03:29Schmeckende.
03:31Also die Kirsche macht's geschmeidig,
03:32muss man sagen.
03:33Wenige Meter weiter
03:35auf der Ulytza Mariacka
03:36sehen wir,
03:37warum Danzig auch Bernsteinstadt
03:39genannt wird.
03:40Überall kleine Läden,
03:42handgefertigter Schmuck
03:43und jahrhundertealte Tradition.
03:48Danzig liegt im Norden Polens.
03:51Circa 15 Minuten Fahrt
03:52und schon sind wir
03:53mit den Füßen im Sand.
03:56Kilometerlange Ostseestrände
03:57mit bekannten,
03:58aber auch ruhigeren Ecken
03:59wie dem Stogi-Strand.
04:01Nur das mit dem Wetter
04:02hatten wir uns anders vorgestellt.
04:04Macht aber nichts.
04:05Gehen zum Strand,
04:06haben sie gesagt.
04:07Gehen zum Wasser,
04:08haben sie gesagt.
04:09Dann machen wir das jetzt auch.
04:12Da hinten regnet es schon.
04:14Es gibt kein schlechtes Wetter
04:15für den Strand.
04:17Ich sehe überzeugter aus,
04:18als ich es tatsächlich bin.
04:20Erstmal Platz reservieren.
04:21Nichts, ich jetzt hier hin.
04:25Es ist doch genug Platz.
04:27Wenn man am Strand ist,
04:29muss man einmal ins Wasser.
04:42Was muss, das muss.
04:44Ab geht's.
04:45Und es sieht schlimmer aus,
04:47als es ist.
04:48Aber es ist wärmer hier drin,
04:50da ist draußen.
04:52Super angenehm.
04:53Und ich habe das ganze Meer
04:54für mich allein.
04:55Mein Fazit?
04:57Ich würde sagen,
04:58falls ihr mal so ein richtiges
04:59local Erlebnis haben möchtet,
05:01dann kommt unbedingt an Stogi Beach.
05:03Hier ist wirklich wenig Tourismus,
05:05sind fast nur Einheimische.
05:06Und wenn es dann auch noch regnet
05:08und schlechtes Wetter hat,
05:09dann sind alle weg
05:09und ihr seid alleine.
05:10Und im Wasser ist ja dann warm.
05:13Zeit für eine polnische Lieblingsdisziplin.
05:15Gutes Essen an einem besonderen Ort.
05:18Früher Schiffswerft.
05:20Heute coole Events.
05:22Und Streetfood.
05:23Die Stochnya.
05:24Der moderne Hotspot im historischen Danzig.
05:27Ich nehme bitte eine Carti-Roll.
05:29Statt traditionellem Essen
05:31internationale Leckereien.
05:33Ich habe meine hungrigen Augen
05:35auf indisches Streetfood geworfen.
05:38Lecker.
05:39Frisches Bladenbrot.
05:40Ganz speziell zubereitet
05:42mit herzhaftem Belag.
05:45Ich glaube, man sieht mir meine Freude an.
05:50Für Tanja gibt es köstliche vegetarische Gnocchi.
05:54Hier findet wirklich jeder etwas.
05:56Also das ist einfach so eine perfekte Location,
05:58um einen richtig, richtig schönen Tag
06:00in Danzig und Umgebung ausklingen zu lassen
06:02und um sich mal richtig was Leckeres zu gönnen.
06:04Ich freue mich doch schon die ganze Zeit drauf.
06:14Wir gehen gleich noch mal hin, Tanja, ne?
06:18Schaffst du zwei oder was?
06:19Ich schaff drei, glaube ich.
06:20Das ist so lecker.
06:22Da wollte ich einmal von Gabel zu Gabel mit dir anstoßen.
06:24Aber das kriegen wir jetzt gar nicht, oder?
06:27Na dann?
06:28Smacznego.
06:29Guten Appetit.
06:30Und keine Sorge, polnisches Essen kommt auch noch.
06:34Ein langer, schöner Tag geht zu Ende.
06:37Morgen geht die Reise weiter.
06:39Und obwohl wir müde sind,
06:41müssen wir Danzig noch einmal bei Nacht erleben.
06:48So schön, so schön.
06:52Das ist wirklich schön.
06:54Die Altstadt, die Gebäude, die Wasserstraßen.
06:59Alles wirkt so magisch, so besonders bei Nacht.
07:03Genauso wie die vielen ausgefallenen Bars.
07:07Wir sind glücklich und möchten den Tag entspannt ausklingen lassen.
07:14Aber dazu kommt es nicht mehr.
07:26Tanja übersieht eine Stufe und stürzt schwer.
07:29Es ist direkt klar, dass sie ernsthaft verletzt ist.
07:32Ein Krankenwagen muss sofort gerufen werden.
07:363-facher Bruch des Sprunggelenks.
07:39Erst in diesem Moment merke ich, dass die Kamera noch läuft.
07:45Fortsetzen der Reise und der Dreharbeiten?
07:47Unmöglich.
07:49Tanja muss nach Deutschland, um operiert zu werden.
08:04Ich bleibe allein zurück.
08:07Immer noch unter Schock.
08:09In Gedanken bei Tanja.
08:12Wie es mit dem Film weitergeht, weiß ich noch nicht.
08:20Die letzten Stunden laufen in meinem Kopf in Endlosschleife.
08:28Ich war die ganze Zeit bei, bis sie abgeholt wurde gestern Abend.
08:34Da konnte ich nicht mit, als sie abtransportiert wurde.
08:37Jetzt ist sie zum Glück in Deutschland angekommen.
08:41Wir haben heute auch schon gesprochen, wie schön diese ersten Tage in Danzig gewesen sind zusammen.
08:48Und dann ist das passiert und hat diesen wunderschönen Traum, den wir da hatten, von diesem Trip, zu einem Fiebertraum
09:01gemacht.
09:02Und eigentlich sollten wir jetzt hier zu zweit sitzen.
09:09Erst mal muss ich das alles verarbeiten.
09:12Deswegen fahre ich zu meiner Familie nach Warschau.
09:15Auf dem Weg lege ich einen Zwischenstopp in den Masuren ein.
09:18Denn eigentlich wollten Tanja und ich hier gemeinsam hin.
09:22Ich möchte diesen besonderen Ort mit meiner kleinen Kamera festhalten,
09:25damit auch Tanja und ihr ihn zumindest kurz sehen könnt.
09:39Tanja wird gut versorgt und ihr Lachen hilft mir, etwas zu entspannen.
09:43Plötzlich denke ich auch an meinen Papa, der als junger Kerl stundenlang per Anhalter in die Masuren gefahren ist.
09:49Ich glaube, die waren drei oder vier Jungs, hatten überhaupt keine Kohle und sind hier hochgekommen,
09:55haben hier irgendwo wild gecampt, gezeltet.
10:00Ich habe unfassbar coole Fotos noch von damals.
10:03Und ja, hier sind sie gewesen.
10:06Und ich kann das verstehen, dass man so einen Aufwand auf sich nimmt, um mal hierher zu kommen.
10:16Ja gut, und wenn ich schon mal hier bin, muss ich natürlich ganz kurz das Wasser testen.
10:28Ey, ist das geil!
10:30Kamera am Rand abstellen, da schwimmt es sich gleich besser.
10:33Und ich merke, wie eine große Last abfällt.
10:37Die Natur, das Wasser, irgendwie schenkt mir das neue Energie.
10:42Weiter geht's, mit etwas Unterstützung aus Frankfurt.
10:48Ja, und damit ich mich nicht ganz so einsam fühle, habe ich gerade entdeckt, weil ich hier mein Handy spiegeln
10:54kann.
10:58Da kann ich auch HA3 hören.
11:04Okay, geil.
11:08Haha, wie geil ist das denn?
11:11Ausgerechnet Kamrad läuft.
11:12Er hat auch polnische Wurzeln und weil ich bei HA3 moderiere, kennen wir uns.
11:16Hi Kate, hier ist Kamrad.
11:17Ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß auf deinem Polentrip.
11:20Mein Vater kommt aus Schlesien, ist in Gleiwitz geboren, meine Mutter aus dem ehemaligen Ostpreußen.
11:24Und deshalb bin ich natürlich auch immer noch gerne in Polen, weil ich noch eine familiäre Verbindung einfach dort habe.
11:29Besonders gefällt mir in Polen natürlich auf der einen Seite das Essen.
11:31Ich bin großer Fan von den typischen polnischen Speisen, so wie Pirogi in jeder möglichen Form.
11:36Die gibt es ja in süß und deftig und so weiter.
11:38Und ansonsten auch einfach von den Menschen.
11:40Also ich muss sagen, es ist immer sehr herzlich, es ist irgendwie sehr familiär und es kann auch gut gefeiert
11:45werden in Polen.
11:45Wenn du in Polen bist, egal in welcher Stadt, dann solltest du in eine Bar oder in ein Restaurant gehen
11:49und nach Wściekbepies fragen.
11:51Das ist ein Getränk, was man nicht überall kennt, was wir aber in der Familie oft getrunken haben.
11:55Und das wird dann sehr wild, denn es ist die polnische Flagge, der tollwütige Hund mit Wodka, mit Himbeersirup und
12:01Tabasco.
12:02Und das ist sehr gut, aber kann auch sehr wild werden.
12:05Wird natürlich ausprobiert, aber erstmal ankommen.
12:08Bei langen Autofahrten helfen mir polnische Hits. An dieser Stelle schon mal sorry, schief mitsingen, Pflicht für mich.
12:32Am Abend komme ich an und kann endlich meinem Cousin Marcin in die Arme fallen.
12:42Warschau. Am nächsten Morgen wache ich in meiner Herzenstadt auf.
12:46Hier habe ich sechs Monate studiert, Freunde fürs Leben gefunden, gefeiert.
12:50Offenbar zu viel, denn in welchem Stock ich gewohnt habe, weiß ich nicht mehr so genau.
12:55Und ich glaube, das hier, das hier oder das hier, ich bin mir grad nicht mehr sicher, war meine Wohnung.
13:09Jetzt erstmal zu Marcin und seiner Familie.
13:12Aber ich weiß gar nicht, was sie jetzt vorhaben. Also die haben irgendetwas geplant. Aber schauen wir mal.
13:21Yay.
13:22Hallo.
13:24Tschüss.
13:25Hallo.
13:25Mit meinem Cousin, seiner Frau Carolina und dem kleinen Guccio ziehen wir los.
13:30Aber es gibt noch eine Überraschung. Später geht's auf ein Konzert im Park.
13:35Dort gibt es klassische Musik des polnischen Komponisten Frederik Chopin unter seinem eigenen Denkmal.
13:41Wie schön, aber wir sind alt geworden. Vor ein paar Jahren wären wir noch in Clubs feiern gegangen.
13:45Erst noch ein Aufstecher in die Warschauer Innenstadt, inklusive Powers Cultura, dem Kulturpalast. Ein Touristenmagnet. Aber als Geschenk der Sowjetunion
13:55nicht unbedingt bei allen Einheimischen beliebt.
13:59Die Gegend um den Kulturpalast ist modern und imposant. Typisch Großstadt-Feeling eben.
14:08Wir haben noch viel Zeit.
14:10Auch Carolina liebt ihre Heimatstadt.
14:13Je mehr wir reisen, desto mehr lieben wir Warschau. Jedes Mal. Die Welt ist schön, aber Warschau ist am schönsten.
14:22Ungewöhnliches gibt es hier auch. Wie die Plastikpalme. Erinnert eher an Las Vegas. Noch internationaler wird's im Huajenki Park.
14:30Den Amerikanern hat offenbar unser Palast gefallen. Ich glaube, das ist Belvedere. Und deswegen haben die bei sich dort einfach
14:36das Weiße Haus gebaut.
14:37Und den Central Park. Bei sich dort.
14:42Auch ein kleines Venedig gibt es hier im Park. Ein paar Schritte weiter beginnt das Konzert.
14:48Und zeigt, dass diese laute Metropole auch ganz entspannt sein kann.
14:57Jedes Wochenende im Sommer kann man kostenlos klassische Musik genießen. Für uns geht's weiter.
15:03Wir treffen Marcins Mama, meine Tante Ulla.
15:07Hallo.
15:08Hallo, Tantchen.
15:09Hallo, Schatz.
15:10Wie schön.
15:14Ich bin einfach nur glücklich. Ach, Tantchen.
15:17Schön.
15:18Viel zu lange nicht gesehen. Für die Familie in Deutschland machen wir ein paar Erinnerungsfotos.
15:25Am nächsten Tag steht es fest. Der Film geht offiziell weiter. Kameramann Alexey wird eingeflogen. Ich kenne ihn bisher noch
15:34nicht.
15:34Und das ist wirklich gerade wie so ein Blind Date. Ein Blind Date mit meinem Kameramann, mit dem ich die
15:43nächste komplette Woche jeden Tag verbringen werde.
15:48Ich habe keine Ahnung, wie er aussieht und wo er am Flughafen wartet. Vielleicht hätten wir ein Erkennungszeichen ausmachen sollen?
15:57Am Ende läuft das hier irgendwo verwirrt rum. Und ich stehe völlig falsch.
16:02Aber die Kamera ist Erkennungszeichen genug.
16:05Wie ist denn das?
16:07Hallo.
16:09Gutes erstes Blind Date.
16:10Ja, wir haben es geschafft.
16:15Der Vibe bei uns beiden passt direkt. Alexey war noch nie in Warschau. Zeit, das zu ändern und ihm zu
16:21zeigen, wie vielseitig die Stadt ist.
16:24Eben noch zwischen massiven Hochhäusern und Stadtverkehr sieht es nur wenige Schritte weiter ganz anders aus.
16:31Also Novich Fjad ist ja so gefühlt die Straße, auf der ich die meiste Zeit verbracht habe, als ich hier
16:37studiert habe.
16:38Einfach, weil es hier alles gibt. Ein leckeres Café neben dem nächsten, eine schicke Boutique neben der nächsten.
16:43Also wirklich so ein Mix aus Lifestyle und historischem Warschau. I love it.
16:48Von der Flaniermeile aus gehen wir zur Warschauer Universität. Ein wunderschönes Gelände. 2011 habe ich hier studiert.
16:56Crazy. Ich habe so viele Erinnerungen an diesen Ort hier. Total absurd und einfach wunderschön.
17:02Also wirklich ein Flashback nach dem nächsten, egal was ich hier sehe. Leute, Leute.
17:08Wenige Minuten zu Fuß und wir sind im Herzen der Altstadt.
17:12Stadtmoderner Skyline und Verkehrschaos, Kopfsteinpflaster, bunte Hausfassaden und eine entspannte Atmosphäre.
17:19Aber so langsam kriegen wir Hunger. Was passt da besser als mein polnisches Lieblingsessen?
17:25Pierogi. Guten Tag. Guten Tag. Ich wollte fragen, ob ich die Pierogi mit Kraut, mit Pilzen und mit Fleisch haben
17:34dürfte, bitte.
17:37Pierogi sind gefüllte Teigtaschen, die man herzhaft mit Fleisch, Kartoffeln, Sauerkraut oder auch süß mit Früchten bekommt.
17:47Monika arbeitet schon seit einigen Jahren in diesem Geschäft und strahlt so eine Lebensfreude aus, dass wir direkt ins Gespräch
17:53kommen.
17:54Als Erinnerung an diese sympathische Begegnung noch ein Selfie.
17:59Und auch ihre Pierogi bestehen meinen Geschmackstest.
18:03Also wenn ich in meinem Leben nur noch eine Sache essen dürfte, für immer und ewig, dann wären es Pierogi.
18:08An Warschau kann ich mich nicht satt sehen. Und satt essen? Schon mal gar nicht.
18:13Unser nächster Foodspot ist aber außergewöhnlich.
18:16Wir haben jetzt einen richtig coolen Spot und zwar ist das ein absoluter Geheimtipp.
18:20Das ist ein Restaurant, was ein bisschen anders ist, von dem sogar die meisten Menschen, die hier in Warschau leben,
18:25gar nicht wissen.
18:26Das ist nämlich so ein bisschen wie bei einer polnischen Oma zu Hause.
18:29Also ich glaube, so viele Touristen haben sich da noch nicht hin verirrt.
18:32Deswegen gucke ich mal mit euch da rein. Jetzt müssen wir eigentlich noch auf Marcin warten. Der war da nämlich
18:37auch noch nicht und der will mitkommen.
18:39Marcin hat sich für den Besuch den Bad abrasiert.
18:43Marcin ohne Bartucin sozusagen.
18:45Hallo.
18:47Die Barwaga liegt versteckt in einem Wohnblock, an dem wir sonst vielleicht vorbeigehen würden.
18:52Und auch wenn ich wusste, dass es etwas ganz anderes ist, bin ich erst mal baff.
18:57Hallo, ich bin Kate.
18:59Guten Tag, Marcin.
19:01Guten Tag.
19:02Oh, da ist ja auch ein kleines Hündchen.
19:06Grazyna ist die Chefin hier im Laden.
19:08Gemeinsam mit ihrem Mann tischt sie in dieser urigen Atmosphäre polnische Hausmannskost auf.
19:13Wie früher bei meinen Großeltern erst mal ein Süppchen.
19:16Weißer Barszcz, eine säuerliche Sauerteigsuppe.
19:20Also es riecht schon mega gut. Einfach wirklich so wie bei meiner Oma zu Hause.
19:29Bombe, das schmeckt super lecker. Das Fleisch drin, so ein Ei ist auch mit drin und das ist einfach super
19:39brüch.
19:41Kochen sie auch besondere Familienrezepte aus ihrer Kindheit?
19:47Na ja, wir experimentieren.
19:52Sind sie nur zu dritt oder hilft noch jemand, wenn mehr los ist?
19:55Das ist unser Freund. Wir sind nur zu zweit und ich trainiere meinen Mann.
20:00Ja, ich trainiere ihn.
20:02Ja, gut so.
20:03Sehr gut, der Mann muss auch kochen.
20:05So sieht's aus.
20:06Er hat 22 Jahre im Nobelhotel Europeyski gearbeitet.
20:10Wow, das ist super.
20:12Das ist lang.
20:13Damals war er jung und schön.
20:15Er hat viele wichtige Menschen bedient.
20:18Er war jung und schön.
20:20Was?
20:20Er hat auch die Königin bedient.
20:23Er hat Präsidenten bedient, sogar die Königin Elisabeth.
20:26Und jetzt uns.
20:29Cool, ironisch, direkt.
20:30So ist Grajina.
20:33Er kennt sich mit allem aus.
20:35Aber er ist faul.
20:37Ich habe nicht den Eindruck, dass hier jemand faul ist.
20:40Denn jetzt kommt auch schon der Hauptgang.
20:42Ein exotischer Twist.
20:44Super, vielen Dank.
20:47Oh, Wahnsinn.
20:49Bitteschön.
20:50Also wirklich wie bei Oma zu Hause.
20:53Nur das mit der Ananas kannte ich noch nicht.
20:55Exotic Twist.
20:56Exotic.
20:57I love it.
20:58Ich liebe es.
21:00Guten Appetit.
21:02Dankeschön.
21:04Wow.
21:08Schweine Kotelett.
21:09Ja, Schweine Kotelett.
21:12Super lecker.
21:14Schmeckt ohne Witz.
21:16Wie zart.
21:18Das Fleisch fällt wirklich auseinander.
21:21Das riecht und sieht aus und schmeckt einfach wie bei Oma zu Hause.
21:25Wie bei einer richtigen polnischen Oma eben.
21:29Nehmen wir.
21:30Kumpel Krzysztof hat wohl auf seinen Einsatz gewartet.
21:33In Polen darf bei einem geselligen Abend der Wodka eben nicht fehlen.
21:37Wie schön.
21:39Auf unser Kennenlernen.
21:41Wir freuen uns.
21:42Auf die Gesundheit.
21:43Auf die Gesundheit.
21:45Vielen Dank.
21:46Prost.
21:47Und jetzt achtet auf Geschirr Stofflings im Bild.
21:51Zieh durch.
21:52Hast du gesehen, wie der das weggezogen hat?
21:55Okay.
21:59Marcin und ich sind uns einig.
22:01Das ist das außergewöhnlichste und skurrilste Restaurant in Warschau.
22:05Ich bin völlig fasziniert und habe gleichzeitig Sorge vor dem nächsten Wodka.
22:10Ich habe Angst.
22:13Ein Fehler in der Matrix.
22:14Definitely.
22:17Das Paralleluniversum gerade.
22:18Es ist so lustig.
22:20Wirklich.
22:20Wir sind hier beide reingekommen.
22:21Wir gucken uns hier die ganze Zeit so an.
22:23Ey, das ist ein Paralleluniversum.
22:24Aber es ist so großartig.
22:27Ich war noch nie an so einem Ort.
22:30Ich auch nicht.
22:31Ich bin aber noch etwas geschockt.
22:35So skurril sie auch ist, wir lieben die Bar Vaga.
22:38Weil es hier nicht nur um das tolle Essen geht, sondern um ein Miteinander am Gemeinschaftstisch.
22:44Lustige Gespräche, ohne Höflichkeitsfloskeln, ehrlich und botenständig.
22:50Genauso wie die Menschen hier.
22:52Marcin hat schon fürs nächste Mal reserviert.
22:54Und ich wurde auf ein Geburtstagsessen eingeladen.
22:57Wir kommen wieder.
22:59Abendstimmung in Warschau.
23:05Bevor der Tag zu Ende geht, müssen wir noch der Empfehlung von Kamrad nachgehen.
23:11Wenn du in Polen bist, egal in welcher Stadt, dann solltest du in eine Bar oder ein Restaurant gehen und
23:16nach Czciak Popies fragen.
23:17Bars gibt es in Warschau viele, aber ich möchte unbedingt in ein verstecktes Barviertel.
23:22Ah, here we go.
23:23Hier war ich oft als Studentin, aber ganz so versteckt ist es nicht mehr.
23:27Also es ist auf alle Fälle deutlich fancier.
23:30Früher war das noch deutlich runtergekommen, aber hey, man geht halt mit der Zeit.
23:36In Warschau verändert sich alles sehr schnell. Von den einst eher rustikalen Bars ist nicht mehr viel zu sehen.
23:42So gefällt es mir aber auch.
23:44Hallo.
23:45Haben Sie auch den tollwütigen Hund?
23:48Das ist so ein ganz spezieller Schott, sag ich mal, der so typisch für Polen ist, weil er auch so
23:53ein bisschen aussieht wie eine polnische Flagge. Die Dame macht es da hinten schon.
23:56Ja, probieren wir jetzt einfach nochmal zusammen.
23:58Es ist nämlich Wodka mit Siruf und einem Tropfen Tabasco. Also nochmal etwas ganz Besonderes.
24:06Und ich meine, wenn Kamrad es empfiehlt, dann müssen wir das ja probieren.
24:13Prost. Prost. Auf Kamrad.
24:24Der Tabasco brennt, der Sirup macht süß. Super Tipp. Danke Kamrad.
24:33Unsere Zeit in Warschau geht langsam zu Ende.
24:38Es heißt, Abschied nehmen.
24:41Alexey und ich fahren die Route genauso weiter, wie sie von Anfang an geplant war.
24:47Ähm...
24:48Ja, jetzt rechts auf jeden Fall.
24:50Ja, ich glaube auch. Ich glaube links.
24:54Vor einigen Tagen noch mit Tanja in Danzig ganz im Norden, dann über die Masuren nach Warschau und jetzt in
25:00den äußersten Süden nach Sakopane.
25:02Noch ein Abstecher nach Salipje und zum Schluss nach Krakau.
25:07Nach fast sechs Stunden Fahrt kommen wir auch endlich am Fuß der polnischen Tatra an.
25:15So, wir sind jetzt in Sakopane angekommen. Und jetzt haben wir richtig Hunger.
25:20Und gehen erstmal in eine Karchma. Also das ist so ein aller Brauhaus. Und ich glaube, da wird es richtig
25:26viel Fleisch geben. Da freuen wir uns.
25:29Fleisch mag ja.
25:30Kriegt er auch.
25:30Wir sind ja schließlich im Land der Gurale, dem Bergvolk der Tatra. Fleisch und Käse gehören dazu. Auch das warme
25:37Bier mit Himbeersirup. Stilecht mit Strohhalm.
25:40Ich freue mich besonders auf Ostzipek, den geräucherten Schafskäse.
25:46Und es schmeckt so, so, so lecker. Also dieser Käse, wie gesagt, nur mit den Früchten geht das. Dann noch
25:52ein bisschen Speck natürlich ist die deftige Variante.
25:55Also das gehört zu einem Besuch in Sakopane einfach dazu.
26:06Und das ist das, worauf ich mich am meisten freue. Das sind Hauskiel. Das ist ganz typisch für diese Region.
26:12Das sind so Nudelklößchen.
26:14Ich erinnere mich so ein kleines bisschen an Spätzle. Auch wieder mit Käse und Speck, weil klar, wir sind ja
26:20jetzt Bergleute. Das muss deftig sein.
26:28Boah, da ist so viel Käse drin. Geil.
26:31An diesem Wochenende ist sehr viel los in Sakopane. Die Bergstadt wird immer interessanter für Touristen. Sicher auch, weil die
26:37Tradition so lebendig ist.
26:39Wir suchen nach ruhigeren und kühleren Ecken. Denn es ist super heiß. Ich werde ohne diesen Ventilator heute keine zehn
26:49Meter gehen.
26:50Aber ich freue mich, weil gleich treffen wir Jacek. Das ist ein Bekannter von meiner Freundin Magda.
26:58Und der wird uns ein bisschen sein Sakopane zeigen, sage ich mal.
27:08Jacek? Hallo, ich bin Jacek. Kate, hi. Freut mich, seid ihr bereit?
27:19Die Tatra. Jacek arbeitet hier als Tourguide. Er ist hier geboren, kennt sich aus mit dem Leben und den Traditionen.
27:27Aber er hat noch einige überraschende andere Qualifikationen.
27:35Manchmal gebe ich meine Stimme her. Ich habe schon für verschiedene polnische Produktionen als Sprecher gearbeitet.
27:40Ich habe zum Beispiel auch Darth Vader in Star Wars gesprochen.
27:45Wirklich jetzt? Nee.
27:47Er ist prominent, er ist prominent.
27:49Krass.
27:50Dass er nicht die Star Wars Filme meint, sondern die Videospiele, habe ich erst später gemerkt.
27:56Jetzt geht es mit Darth Vader hoch hinaus.
28:00Wir haben es geschafft. Wir sind in der Kontrolle. Und jetzt geht es los.
28:04Mit der Seilbahn auf den Casprovivier, den bekannten Berggipfel der Tatra.
28:15Das belebte Bergstädtchen tauschen wir gegen fast unberührte Bergwelt.
28:20In wenigen Minuten geht es auf knapp 2000 Meter Höhe.
28:23Die Luft wird direkt angenehm kühler. Das ist im Prinzip Jaceks Büro.
28:29Hier kennt er sich aus.
28:32Wir haben keinen einzigen Monat, in dem es nicht schneit.
28:36Selbst jetzt im Sommer, wenn es so heiß ist?
28:38Ja, in den Sommermonaten schmilzt er zwar direkt, aber der plötzliche Wetterumschwung, der zum Schneefall führt,
28:44kann trotzdem zu einer tödlichen Falle werden.
28:46Gerade wenn man auf 2200 bis 2400 Meter über dem Meeresspiegel ist.
28:52Ein Wetterumbruch ist zum Glück nicht in Sicht. Und ganz so hoch sind wir ja auch nicht.
28:57In die Slowakei ist es von hier übrigens nur ein Katzensprung. Oder Kate-Sprung.
29:03Jetzt bin ich noch in Polen.
29:08Und jetzt nicht mehr. Jetzt bin ich in der Slowakei. Yay!
29:14Vom Berggipfel in andere Höhen. Sakopane ist natürlich auch bekannt für seine Skisprungschanze.
29:20Im Sommer wird die aber etwas anders genutzt.
29:23Hey Kate, hast du Lust, dich einen Berg runterzuschmeißen? Ja, ja, kein Problem. Das mache ich alles.
29:33Ich habe doch keine Angst. Nein, überhaupt nicht. Kein Thema. Easy, easy.
29:40Die Skisprung-Profis starten hier oben. Fliegen um die 140 Meter über den Hang.
29:46Für mich geht es weiter unten los. Statt Skier ein Gummireifen und 80 kmh.
29:51Hab gehört, das soll Spaß machen. Schauen wir mal.
30:14Am Anfang dachte ich so, boah, das Warten, dieses Warten, dann fährt noch einer vor dir, der schreit, dann fährt
30:19noch einer vor dir, der schreit.
30:20Und du denkst dir, oh nee. Und du fängst dann an, dir vorzustellen, so 10, 20 verschiedene Arten und Weisen,
30:25wie du sterben könntest.
30:27Aber als ich dann drauf saß und es losging, war es wirklich, wirklich mega gut. Hat richtig Spaß gemacht. Ich
30:33würde sofort wieder machen.
30:34Nach Action folgt? Klar. Essen. Stilecht wieder in einer Karchma. Hier soll es später Live-Musik geben.
30:46Optisch, richtig schön typisch Sakopane. Und weil heute mein süßer Magen gewinnt, gibt's leckere Pierogi mit Fruchtfüllung.
30:56Dazu Party im Gurali-Style.
30:58Geht los!
31:20Ich will auch, aber ich kann es nicht.
31:22Im Grunde sorgt die Musik für dasselbe wie auf Ibiza, nur wird sie auf traditionellen Instrumenten und in Restaurants gespielt.
31:31Aber die Funktion ist dieselbe, sich einfach in Partystimmung stürzen.
31:36Ibiza auf das Ibiza Polens.
31:40Und so klingt unser Abend in Sakopane aus.
31:44Zum Schluss noch ein Erinnerungsfoto. Schön war's.
31:56Abfahrt wieder Richtung Norden.
32:02Bevor es Richtung Krakau geht, ein kurzer Stopp im Örtchen Salipie. Selbst bei Polen noch nicht so bekannt.
32:09Die bunten Blumenmuster sind allerdings mehr als nur hübsch. Sie stehen für Tradition und eine besondere Geschichte, die im 19.
32:17Jahrhundert begann.
32:19Also das ist wirklich so zauberhaft. Wie in so einer Märchenkulisse.
32:26Dieses Häuschen hier, die verschiedenen verzierten Gegenstände. Vorhin habe ich dort weiter vorne so Bienenhäuschen, Bienenstöcke gesehen.
32:37Die wurden auch bemalt. Also das zieht sich durch diesen kompletten Ort manchmal so ein bisschen auffälliger, wie jetzt hier
32:44in diesem Fall.
32:45Und manchmal sind es wirklich nur so kleine Blumenranken, die an einem Gebäude sind. Ganz dezent, aber trotzdem wirklich sehr
32:55besonders, sehr zauberhaft.
32:57Bis heute greifen die Einwohner regelmäßig zum Pinsel und halten die Tradition am Leben.
33:02Es gibt bewohnte Häuser, die man besuchen darf und auch kleine Museen.
33:07Vor über 100 Jahren sorgten die Feuerstellen in den Bauernhäusern dafür, dass die Wände durch Rauch und Ruß schwarz wurden.
33:16Also griffen die Frauen zu Farben und pinselten sich die Welt selber bunt.
33:23Silvia bewahrt diese Tradition auch und führt durch Salipie.
33:26Wie in einem Märchen.
33:29Sie zeigt uns den Ursprungsort dieser farbenfrohen Tradition, die das Dorf und seine Menschen bis heute prägt.
33:36Genau an dieser Stelle, an der früher das Brot gebacken wurde, die sehr häufig genutzt und somit auch besonders verschmutzt
33:42war.
33:43Also haben die Frauen erst helle Punkte auf die dunkle, geschwärzte Wand gemalt.
33:47Und so fing es an. Sie malten einen kleinen Stängel dazu, ein Blättchen und so kam irgendwann die Blume.
33:54Aus etwas Schlechtem etwas Schönes schaffen. Das können die Menschen in Polen. Für uns geht's weiter.
34:02Nachdem uns die ganze Geschichte hier viel zu heiß ist, gehen wir jetzt ins Salzbergwerk. 100 Tage. Da ist es,
34:10glaube ich, kalt.
34:11Mit Guide Magena geht's in die Vialitschka bei Krakau. Und Überraschung, sie spricht fantastisches Deutsch, obwohl sie nie in Deutschland
34:18gelebt hat.
34:19Der Aufzug passt gut zu dem ganzen Klima. Ist alt, also wurde von Bergmännern hier benutzt. Also, bitte sehr.
34:37So fangen auch manche Horrorfilme an. Es wird sofort angenehm kühler.
34:47Frische 17 Grad und 64 Meter unter der Erde. Die tiefsten Schächte reichen über 300 Meter hinunter.
34:55Wir sind in der Nähe vom Ventilationsschacht. Also es ist ziemlich windig hier. Am Anfang?
35:03Ich war schon zweimal hier. Denn die Vialitschka ist ein einzigartiges Labyrinth aus Geschichte und Handwerk.
35:09Mit Magena haben wir die sympathischste Reiseführerin, die wir uns wünschen können.
35:13Das, was wir hier an diesem Seil sehen, das ist ein Salzblock.
35:16Die Gewicht dieser Salzblöcke war sogar bis zu zwei Tonnen. Für zwei solche schweren Salzblöcke konnte man sogar ein Dorf
35:23kaufen.
35:24Habt ihr so einen zufällig hier rumliegen?
35:27Deshalb sagt man heute gesalzene Preise, ja?
35:32Genau mein Humor.
35:33Die Bergleute waren übrigens richtige Künstler.
35:36Die vielen Figuren, wie die Schutzheilige der Bergleute Kinga oder der polnische König Kasimir,
35:42geschnitzt aus Salzgestein, um Glauben oder Dank auszudrücken und die dunklen Gänge mit Schönheit zu füllen.
35:48Den ein oder anderen kennen wir alle.
35:51Goethe.
35:52Goethe.
35:52Wie kommt der denn hierher?
35:53Goethe war auch hier.
35:54Viel verreist und das Bergle in Vialitschka hat er auch besucht.
35:59Tolle Tour.
36:00Es gibt sogar Snacks.
36:01Ja, und ich sage immer meinen Touristen, wenn sie mir nicht glauben und keine Angst haben,
36:06dürfen sie natürlich selbst probieren.
36:08Jeder Besucher darf zwei Kilo Salz ablecken.
36:12Das ist ja nett.
36:13Das haben sie im Preis anbegriffen.
36:15Im Preis anbegriffen.
36:16Zwei Kilo Salz.
36:18Genau.
36:19Und war gut?
36:20Salzig, ja.
36:21Das Salz schmeckt offensichtlich nicht nur, es sorgt auch für ein sehr gutes Klima hier unten.
36:27Die Luft enthält Natriumchlorisch, Calcium, Magnesium.
36:30Ist sehr vorteilhaft für unsere oberen Atemwege.
36:33Wir machen solche Inhalationen manchmal zu Hause, wenn wir krank sind.
36:38Das muss man hier eigentlich nicht machen.
36:40Also ganz normal atmen.
36:42Ja, und das hilft.
36:44Im Herzen des Salzbergwerks erreichen wir das große Highlight.
36:48Die heilige Kinga-Kapelle.
36:51Die riesigen Kronleuchter bestehen aus den Salzkristallen und alle Flachreliefe wurden hier in Salz geschnitten.
36:57Sie stellen die Szenen aus dem Neuen Testament dar, aus dem Leben von Jesu.
37:01Die Schönheit der in Salz gemeißelten Kapelle ist atemberaubend.
37:06Bis heute werden hier in der Vjelitschka jeden Sonntag kostenlos Gottesdienste abgehalten.
37:12Bei dieser Atmosphäre, um die 100 Meter unter der Erde, da wird wahrscheinlich jeder ehrfürchtig.
37:23Wahnsinn, also wirklich, ja es gibt so Sachen, die brennen sich ein.
37:28Nach der tollen Tour darf ein Selfie an diesem magischen Ort natürlich nicht fehlen.
37:36Finale.
37:37Ab zum letzten Stopp unseres Roadtrips.
37:44Welcome to Krakau.
37:47Keine halbe Stunde und wir kommen in der ehemaligen Hauptstadt Polens an.
37:51Kultur und Geschichte an jeder Ecke.
37:53Aber wer das echte Krakau erleben möchte, muss sich auch mit einem anderen Kapitel befassen.
37:59Wir gehen jetzt runter.
38:00Die Pivnica Podbaranami.
38:03In diesem Kulturkeller spüren wir eine andere Geschichte Polens.
38:07Unter dem Kommunismus trafen sich hier Menschen, die auf ihre Art Widerstand leisteten.
38:12Mit Worten, Kunst, Musik, gegen Zensur und für etwas Freiheitsgefühl.
38:17Während ich hier so sitze und das erzähle und darüber nachdenke,
38:20denke ich natürlich auch über die Geschichte meiner Eltern nach.
38:23Und wie die damals in so jungen Jahren entschieden haben,
38:28wir müssen unsere Heimat verlassen.
38:30Also so sehr wir unsere Heimat lieben, aber unsere Freiheit ist uns wichtiger.
38:35Und dass das schwer war, das ist glaube ich klar.
38:41Also das war, das ist glaube ich unvorstellbar.
38:47Und das ist also, man muss sich das halt auch so vorstellen.
38:50Also Familien wurden getrennt, meine Mutter ist zuerst gegangen,
38:53mein Vater erst ewig später, weil dann die Grenzen zugemacht worden sind.
38:59Und alleine hier zu sitzen und das hier alles zu sehen und zu spüren,
39:03wie gesagt, das ist, das bedeutet mir irgendwie gerade sehr viel.
39:07Und ich bin wahnsinnig dankbar für diese Reise.
39:11Und ja, das alles zeigt mir einfach wieder, wie unglaublich stolz ich auch auf meine Eltern bin
39:16und auch auf meine Wurzeln, ja.
39:29Am nächsten Morgen wird's Zeit, noch mehr von Krakau zu entdecken.
39:36Weiter geht's.
39:37Wir treffen jetzt einen hoffentlich ultranetten Melexparad.
39:44Das sind so lustige, fast so Golfcar-mäßig.
39:48Ihr seht das ja gleich.
39:51Und mit denen juckeln wir jetzt mal eine Runde durch Krakau
39:53und gucken uns ein paar Sehenswürdigkeiten an.
40:01Hallo, ich bin Kate.
40:02Hallo, Matthäus, hallo Kate.
40:04Hi Bruder, wie geht's?
40:05Auch gut.
40:07Was ist der Plan heute?
40:09Der Plan ist, die schönsten Orte Krakaus zu besuchen
40:12und vielleicht auch versteckte Spots.
40:14Los geht's.
40:17Krakau steckt voller Sehenswürdigkeiten.
40:20Wir haben einiges vor.
40:22Und Matthäus kennt sich richtig gut aus.
40:26Die Weichsel ist der längste Fluss, den wir haben.
40:29Ja.
40:30Sie ist 1040 km lang,
40:32schlängelt sich durch alle großen polnischen Städte
40:34und endet oben in der Ostsee.
40:37Wenn du hier abends am Fluss entlang gehst,
40:39spiegelt sich alles im Wasser.
40:41Und der Fluss sieht dann auch super sauber aus.
40:46Aber das ist er nicht.
40:47Ist er nicht?
40:49Ich würde nicht empfehlen, in der Weichsel zu schwimmen.
40:51Außer du möchtest als eine andere Spezies wieder herauskommen.
40:53Ein wenig grüner.
40:55Mutanten-Kate.
40:57Wir nähern uns einer düsteren Seite von Krakaus Geschichte.
41:05Der Platz, der alles miterlebt hat.
41:07Viel Leid, viele Exekutionen,
41:09viele brutale Szenen haben hier stattgefunden.
41:12Der Platz der Helden im ehemaligen Ghetto Krakaus.
41:17Die Juden wurden hier selektiert.
41:19Sie kamen mit Gepäck und manche brachten auch ihre Stühle mit.
41:23Diese Stühle machten die Selektion einfacher.
41:26Genau hier hat diese Selektion stattgefunden.
41:30Es gibt verschiedene Interpretationen, was das Denkmal bedeutet.
41:34Zum Beispiel, dass ein Stuhl für 1000 Opfer steht.
41:36Die kleineren Stühle stehen für Kinder und Jugendliche.
41:42Doch auch in dieser schrecklichen Zeit gab es mutige Menschen.
41:46Der einzige Nicht-Jude, der hier im Ghetto gelebt und gearbeitet hat,
41:50war Tadeusz Pankiewicz.
41:52Er hatte die einzige Apotheke im Ghetto, die Apotheke Port Orwem.
41:56Heute ein Museum.
41:58Aus den Fenstern der Apotheke musste er alles beobachten,
42:01was hier passiert ist.
42:02Viele grausame Szenen.
42:04Er war ein Hauptzeuge der Geschehnisse.
42:06Und er schrieb das Buch, die Apotheke im Krakauer Ghetto.
42:10Er hat die Juden mit Einkäufen versorgt,
42:13mit Medikamenten, mit gefälschten Dokumenten.
42:15Er hat sie versteckt und half vielen zu fliehen.
42:20Neben Pankiewicz war auch Oskar Schindler Zeitzeuge
42:23und rettete viele Menschenleben.
42:25Schindlers Fabrik bis heute ein Ort,
42:28den man, so finde ich, in Krakau unbedingt besuchen sollte.
42:31Wer Land und Menschen verstehen möchte,
42:33sollte sich auch damit auseinandersetzen.
42:36In Krakau fließt Geschichte in Moderne.
42:39Das merken wir besonders in Kazimierz, dem historischen jüdischen Viertel.
42:43Neben coolen Cafés, traditionelle Instrumente.
42:52Nur wenige Minuten von Kazimierz entfernt,
42:54die Altstadt mit dem prachtvollen Schloss Wawel.
42:58So viel zu entdecken.
42:59Am großen Marktplatz endet unsere Tour mit Mateusz.
43:03Ein Selfie zum Abschied? Ehrensache.
43:11Abschied nehmen, das heißt es jetzt auch für uns.
43:16So schwer es mir auch fällt, aber diese unglaubliche Reise durch Polen
43:19neigt sich langsam dem Ende zu.
43:24Ich wusste, das wird krass.
43:26Ich wusste, das wird emotional, das wird was ganz Besonderes für mich.
43:40Aber dass es so wird, damit habe ich wirklich nicht gerechnet.
43:46Also unglaubliche Tiefen.
43:49Das mit Tanja, das natürlich beschäftigt mich auch durchgehend die ganze Zeit.
43:54Das war richtig krass.
43:56Dann aber gleichzeitig ganz viel Leichtigkeit.
43:59Ganz viele Höhen, Momente, die sich eingebrannt haben.
44:02Menschen, die ich getroffen habe.
44:04Fremde, mit denen ich angestoßen habe.
44:06Geschichten, die ich mein ganzes Leben lang nicht vergessen werde.
44:09Und was halt einfach gerade überwiegt bei mir, ist eine riesen Dankbarkeit dafür,
44:14dass ich das alles erleben durfte, dass wir hier sind.
44:19Und dass ich einfach sagen kann, ja, das ist alles auch ein Teil von mir.
44:23Und das nehme ich mit.
44:26Und das Schöne ist, in Polen sagen wir nicht leb wohl, sondern do zobaczenia.
44:33Also auf Wiedersehen.
44:34Deswegen, das hier ist kein Abschied.
44:36Das ist nur ein bis bald.
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