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00:22Thank you for listening.
00:49The Faszination of Martin Grubinger, there are different facets.
00:53The one is the technique.
00:56He can play things.
00:58When he is not from the department,
01:00he is not from the department.
01:04The audience is not from the department.
01:28And don't you know, it's a beautiful day.
01:34Running down the avenue,
01:37see how the sun shines right in the city.
01:42On the streets where once was pretty Mr. Blue,
01:46the sky is living here today.
01:49Hey!
01:51Mr. Blue Sky, please tell us why
01:54you had to hide away for so long.
01:59Schlagzeug is for me everything.
02:01Essen,
02:03trinken,
02:05schlafen,
02:06Schlagzeug.
02:07That was in my childhood,
02:11that was the status quo.
02:16The Faszination of Martin Grubinger
02:17The Faszination of Martin Grubinger
02:27The Faszination of Martin Grubinger
02:47There is something that speaks to many people, whether they are musicians or not.
02:55It is very straightforward to hear the Martin and to see.
02:59It has an intensity that you can hardly see.
03:12I learned something like a language, like a language.
03:16For me it wasn't special for me to hold four strings, because I grew up.
03:20That was for me completely normal.
03:24And music was central.
03:27But it was always on a playwright.
03:29It was not a drang.
03:44I don't know how to describe it.
03:46But it's as if the energy goes into him and goes through him again.
03:52It's a very interesting thing.
03:56And I also find that the air, when he plays, vibrate the air in a certain way.
04:05And it's very easy to mix it up, I think.
05:49Also ich denke er hat einfach physische Voraussetzungen, die unerreicht sind und unerreicht sein werden.
05:57Also ich kann mir nicht vorstellen, dass nochmal irgendjemand kommt, der das nachahmen kann.
06:01Weil er ja über die Jahre hinweg einfach sich dermaßen auch die Muskulatur aufgebaut hat, dass sowas physisch überhaupt möglich
06:08ist.
06:37Musik
06:38Also wenn man Martin Krübinger zum ersten Mal in einem Konzert hört und mich fragen würde, was er erwartet mich,
06:45würde ich sagen,
06:48Adrenalin pur von der ersten Sekunde bis zur letzten Sekunde.
06:58Musik
07:07Es ist natürlich auch laut im Saal, aber es ist auf jeden Fall diese Energie, das ist selten.
07:14Die Musik, die so viel lebt und es ist schon etwas Besonderes für Martin.
07:51Musik
08:11Es gibt Schlagzeuger, die denken mathematisch.
08:14Die sehen das Notenbild und analysieren mathematisch, was sie zu spielen haben.
08:20Musik
08:22Und dann gibt es die Schlagzeuger, die intuitiv agieren.
08:26Die sehen das Notenbild und wissen intuitiv, was es rhythmisch aussagt.
08:31Und dann sagt man, das ist ein Bauchmusiker, das ist ein Schlagzeuger, dessen Rhythmus, weißt du,
08:36ein ganz stinknormaler Backbeat.
08:38Musik
08:41Stehen tut.
08:43Musik
08:47Steht.
08:47Aber man kann spielen.
08:49Musik
08:51Also das heißt, dieser Backbeat erzeugt dann diese Schwere.
08:55Das, was du dann im Bauch spielst, was du dann in deiner Magengrube spielst, das sich nicht mehr hier abspielt,
09:00sondern hier.
09:01Musik
09:08Wo du nicht mehr analysierst und sagst, was macht das, sondern wo du einfach nur mehr in diese Groove mit
09:13einsteigst.
09:14Wo du dieses Trance-Gefühl hast, wo du diesen Flow hast.
09:19Musik
09:20Musik
09:45Es ist unheimlich.
09:47Also es ist zum Teil unheimlich.
09:50Und der zieht aber auch uns alle mit, muss man ehrlich sagen.
09:52Es ist mit Martin, die Proben, wie die laufen, das war schon was Besonderes für mich.
09:59Erst muss ich sagen, dass er, auch wenn man nicht immer einen guten Tag hat, wenn man müde ist und
10:05hat nicht so viel jetzt, äh, Inspiration, äh, zum Beispiel Probe, für die Musik.
10:11Von ersten Moment, Note an, er packt und er schaut jetzt die Musik, jetzt, mach mal, komm, wie, lass es
10:22krachen und so.
10:23Auch wenn es eine Probe ist, muss man hundertprozentig geben.
10:29Ist die gar nicht im Einsatz.
10:35Rainer, wie weit kommst du noch hinten?
10:38Ja, ich muss nur überlegen, beim Aho haben wir mehr.
10:42Was?
10:43So, wir bauen jetzt bitte Wave auf.
10:45Das ist irgendwie geil.
10:54Hoppala.
10:55Du fährst ja mit, Martin.
10:56Ich fahr ja mit.
11:01Nein, es ist so, ich habe lange keine klassischen Solo-Rezitalprojekte gemacht.
11:06Und jetzt baue ich über die nächsten Monate wieder ein Solo-Rezitalprogramm zusammen.
11:10Und das ist natürlich die Königin der Disziplinen.
11:13Das ist wie die Streif.
11:14Sonst hast du Orchester, Ensemble, eine Band.
11:17Wenn du nicht ganz drauf bist, dann trägt dich da immer noch eine Welle, eine Wolke.
11:23Bei Solo-Rezital bist du knackert und dann bist du halt da in so einem Saal.
11:29Das ist eigentlich ein geiler Saal, oder?
11:32Also das ist unser Heimstadion, das kann man, glaube ich, so sagen.
11:35Da sind wir daheim.
11:38Was passen rein?
11:39Knapp 2000 Leute kommen, um nur Schlagzeug zu hören.
11:43Und die vertrauen uns.
11:45Und natürlich, die verdienen nur das Beste.
11:48Und deswegen ist da, sagen wir mal so, der Druck immer ein bisschen größer im Kessel.
11:56Das ist ja der Kick, weißt du.
11:58Das wirst du merken.
11:59Da ist schon ein besonderes Feuer unter dem Popo.
12:03Also es ist tatsächlich, ja, ein besonderer Termin.
12:07Also das ist kein Konzert, wo man sagt, das ist jetzt Routine.
12:14Was bin ich alles?
12:15Ja, ich bin zuerst einmal Vater.
12:17Das ist einmal das Allerwichtigste.
12:19Dann bin ich Logistiker.
12:21Ich bin der, der mehr oder weniger die Pläne erstellt, wie kann so ein Konzert ablaufen,
12:25mit den unterschiedlichsten Konzertstücken, dass man auch nicht vor Publikum da lange Umbauzeiten hat.
12:31Dann bin ich LKW-Fahrer.
12:33Ich transportiere Instrumente von A nach B in den Konzertsaal oder in den Proberaum, wie auch immer.
12:39Dann bin ich Arrangeur und auch Komponist, wenn ich das so sagen darf.
12:44Dann, was bin ich noch?
12:45Dann bin ich der Perkursionist, der auch mitspielt.
12:50Dann bin ich, dann bin ich, ich möchte nicht zu viel aufzählen, aber das ist ja lustig, was ich alles
12:54sein darf.
12:55Als Chief, sozusagen.
12:57Als Chief.
12:57Das ist ja nur eine Motivation für mich.
12:59Sie sagen zu mir Chief, damit ich eben all diese Dinge auch mehr oder weniger erledige.
13:06Das ist ein gescheites Desaster, das du da unten hast.
13:13Ah, da ist er.
13:21Ja, also ich würde sagen, wir sind vor allem ein gutes Team.
13:27Also das geht damit an, dass es Anfragen gibt.
13:31Dann wird mal entschieden, wo liegen die künstlerischen Prioritäten.
13:35Und dann steige ich ein.
13:38Also das bedeutet, ich frage an, welche Besetzung ist vorgesehen.
13:44Gibt es, wenn es Originalliteratur ist, dann weiß ich Bescheid.
13:49Wenn Arrangements gemacht werden, muss ich nachfragen, wie wird die Besetzung aussehen.
13:55Jetzt muss ich dich kurz unterbrechen bezüglich des Nachfragens.
13:58Und zwar das Nachfragen passiert immer dann, wenn wir beim Frühstück sitzen.
14:02Und meine Frau ist eine, die schon um halb fünf auf ist.
14:05Schon einen klaren Kopf hat.
14:07Und dann komme ich um sieben dazu, dementsprechend gerade aufgestanden.
14:12Frühstück ist schon mehr oder weniger vorbereitet.
14:15Aber mit dem Frühstück einher gehen sofort diese Fragen.
14:18Und ich bin natürlich überhaupt noch nicht bereit für diese Fragen.
14:21Das ist das, was mich am meisten belastet.
14:23Und da kann es schon ab und zu geschehen, dass wir uns während des Frühstücks ein bisschen gröber angehen.
14:34Eine emotionale Grubing-Würsche, geschäftliche Diskussion.
14:40Aber ich habe mich jetzt mittlerweile darauf eingestellt und du dich auch, gell?
14:42Ja.
14:43Wir haben unser System gefunden.
14:46Es wird morgen ein heißer Ritt.
14:49Ein Wahnsinnsprogramm.
14:51Heißt, ich bin froh, dass du auf die Pause bestanden hast.
14:54Ah doch, jetzt?
14:55Manchmal muss man mich auch mal von mir selbst ein bisschen interessieren.
15:02Machen wir die Ziffer 1. Ziffer 1.
15:04Drei und.
15:15Drei und Tüter
15:41Ja, bitte.
15:44that's not so early on and then on the last day to go right there and not
15:53the triolus, but we just need the strength. Let's try the other leg.
16:01Also, if you're with Martin, of course, of course it's from the Stug up, but there is
16:06the dynamic way from ganz pianissimo to ganz fortissimo is a very big one.
16:16He always says, at the first concert I was laughing at the first concert,
16:19he always says to us at the Probe,
16:22when it's at the fortissimo,
16:25it doesn't have to be in the Musculature anymore.
16:29So, now let's play this sauber!
16:34Now let's play this sauber!
16:37And bam!
16:38And bam!
16:39And bam!
16:39Not anywhere!
16:41No, we're not good.
16:43But I can't focus on all the steps.
16:45And P.A.
16:46Let's play hard!
16:47Let's play hard!
16:49It won't be a mistake.
16:51So what I'm trying to do is to do is to do all the details.
16:55So what I'm trying to do is to do with the details.
16:58So what I'm trying to do with you is to do all the details,
17:00because of the time,
17:02And then,
17:02I think,
17:02the one or the other thing,
17:04if it comes with a little adrenaline,
17:06it's sometimes a little more special.
17:08But, like I said,
17:09it's a little bit less or less.
17:11We'll try everything to do with detail,
17:14and I think that might be the other thing
17:17at the beginning
17:17a little special, but I think it's just necessary.
17:23Please, don't look at me!
17:28Not me!
17:29Two, three, and...
17:38Not...
17:40...but...
17:41...but...
17:41...not...
17:41...but...
17:43...so...
17:43...dry...
17:44...dry...
17:44...dry...
17:45...dry...
17:46...dry...
17:47Also man muss das schon erstmal aushalten können. Das muss ich ehrlich sagen.
17:50Es ist eine sehr direkte Zusammenarbeit.
17:54Das heißt, wenn man sich verspielt hat oder so, wird auch gleich hinterher einem natürlich das auch gesagt.
18:00Beziehungsweise, wenn es hart auf hart kommt, muss man dann auch die Stelle alleine vorspielen.
18:03Aber das wissen wir auch. Und ja, man muss damit erstmal...
18:07...man muss das aushalten können.
18:19Ich glaube einfach an eine professionelle Vorbereitung. Ich glaube an eine intensive Arbeit. Ich glaube daran, dass die Musiker spüren
18:26müssen, dass das hier kein Spaziergang mit mir wird.
18:29Manchmal bin ich sehr direkt in der Ansprache in der Probe. Aber das ist nicht, weil ich jemanden persönlich verletzen
18:35will, sondern das dient immer der Sache.
18:39Ich bin halt ein Extremist. Ich bin ein Fanat. Ich glaube ans Limit. Ich will rausfinden, was ist drinnen. Was
18:45ist in jedem Einzelnen drinnen.
18:47Weil man lernt die Leute auch besser kennen. Weißt du, wenn es zur Sache geht auf der Bühne, dann lernst
18:52du den Charakter deiner Kollegen kennen.
18:54In der Probe oder wenn wir im Café aussitzen, dann spielt fast jeder irgendeine Rolle.
19:00Aber bei 180 Puls, nach einem zweistündigen Konzert, wo es richtig komplex wird und richtig schwierig und du siehst, dass
19:08jeder an sein Limit kommt, dann wird es interessant.
19:29Ich habe ein für mich utopisches Stück entworfen.
19:39Mit einer ungeheuren Menge von Schlaginstrumenten und es gab nur einen Kontakt mit ihm während der Arbeit am Schlagzeugstück, wo
19:55ich ihm eine Liste der Schlaginstrumente, die ich verwende, geschickt habe.
20:03Wobei das Schlagzeug über die ganze Breite des Publikums vor dem Orchester platziert ist und habe eigentlich erwartet, dass ich
20:15die Auskunft bekomme.
20:18Das ist nicht realisierbar. Das ist nicht praktikabel.
20:29Ich war doppelt überrascht. Einerseits von dem Ernst, den er dem Stück entgegengebracht hat.
20:48Und mit welcher Intensität er dieses Stück studiert hat.
20:57Du bist itiner Sägev totalmente versichert.
20:59Du bist das, du bist du bist.
21:25Du bist bist du bist.
21:46Friedrich Zerra ist zweimal aus der Wehrmacht desertiert, der hat sich versteckt in die
21:53Alpen und sagt zu mir, in meiner Musik verarbeite ich diese unglaublichen Erlebnisse immer noch und die
22:00prägen mich stark und diese Musik, das nimmt man da in diesem Zusammenhang auch wahr. Das ist dann
22:08diese Emotion, die mich treibt, zu sagen, da hat jemand eine ganz klare Botschaft, da verarbeitet
22:14jemand persönliche Erlebnisse und hat jemand eine ganz eigene Emotion in diesen Werken.
22:44Let's wander slowly through the fields
22:51Slowly slowly through the fields
22:56I touch the leaves that touch the sky
23:02Just you and I
23:04Through fields of joy
23:09Through fields of joy
23:24I hold your hand inside my hand
23:29I hold your hand inside my hand
23:30Across the land through fields of joy
23:40Martin lebt auch unter uns wie ein ganz normaler, nicht wie ein Superstar, sondern wie ein ganz normaler Bürger von
23:49der Kirche. Er kommt auch von da und wir freuen sich immer, wenn er kommt.
23:53Also ich finde meine Heimat wunderschön, es gibt viele Berge zum besteigen und der See, der Attersee, der ist auch
24:03voll cool, ist voll schön blau.
24:06Die Gemeinde Neukirche hat 24,5 Quadratkilometer, also wir sind eine Breite von rund vier Kilometer und eine Länge von
24:18sieben Kilometern. So ist die flächenmäßig und wir haben 2600 Einwohner.
24:25Dort ist eine schöne Landschaft, es sind viele lieben Leute in Österreich und in Neukirchen.
24:38Das ländliche Leben, was man eigentlich da bei uns im Neukirchen genießen kann. Also das heißt, dass man halt einmal
24:46Prunk jeder, jeden kennt. Das ist einmal ganz wichtig und dass man halt doch immer, wenn irgendetwas ist, der eine
24:53den anderen hilft.
25:04Das ist ein Stück Kultur von Neukirchen, eine Tradition eigentlich schon und der gehört fast einfach dazu zu Neukirchen.
25:23Den muss man dann gehen lassen und dann wird er rausgeschmissen und dann wird er gewuselt und nochmal gehen lassen
25:34und dann kommt er in die Pfanne und aus der Pfanne heraus, heiß gegessen, schmecken es am besten.
25:56Ich bin da aufgewachsen. Ich habe nie in der Stadt wirklich gelebt, sondern ich war nicht im Kindergarten, sondern am
26:05Bauernhof und ich war eigentlich immer mit den Tieren.
26:08Und dann natürlich, je nachdem, welche Jahreszeit wir gerade hatten, natürlich all die Dinge, die einen Bauernhof für Kinder interessant
26:15machen.
26:16Und ich habe mich halt da ausgelebt und ich war im Wald und ich war natürlich auch dabei, wenn es
26:23die einzelnen landwirtschaftlichen Highlights, nennen wir es mal so, gegeben hat.
26:28Und ich brauche das. Bei mir ist es so, ich fahre nach jedem Konzert, wenn es irgendwie geht, sofort nach
26:33Hause, fahre oft stundenlang durch die Nacht, damit ich am nächsten Tag hier am Land aufwachen kann und dann einfach
26:41spazieren gehen kann oder Radfahren gehen, Skifahren, in den Berg, an den See, was auch immer.
26:47Und das ist halt einfach eine wunderschöne Ecke hier. Das ist das Salzkammergut. Wahrscheinlich einer der schönsten Flecken überhaupt in
26:54Österreich.
26:55Ich finde, überhaupt der schönste Fleck, den man sich vorstellen kann. Und das gibt mir halt Kraft.
27:01Und ich meine, es ist halt einfach auch eine musikalische Ecke hier. Hier spielen wahnsinnig viele Leute ein Instrument, spielen
27:07in der Blasmusik, singen in der Kirche, singen im Chor, gehen gerne ins Theater.
27:13Das ist halt einfach eine Ecke, die nur im ganz traditionellen Sinne Musik machen will. Und zwar nicht irgendwie auf
27:24eine komplizierte, hoch ästhetische Art, sondern eine ganz pure Art des Musikmachens. Die Leute leben hier Musik.
27:53Bei mir in der Blasmusik, glaube ich, sind viele, die FPÖ gewählt haben.
27:57Wenn wir Künstler für etwas stehen sollten, dann dafür, dass wir immer doch für das Positive stehen, oder? Für das
28:06Offene, für das Freie, für Menschenrechte, oder?
28:10Für ein Europa, das sich tatsächlich den Bestandteilen des Humanismus widmet.
28:36Der Martin ist einer der politischen Menschen, die ich kenne. Und zwar mit einer Ungestümtheit und mit auch einer Unzufriedenheit,
28:43aber auch mit einer Bereitschaft zum Diskurs und zur Ideenentwicklung, wie ich kaum einen kenne.
28:50Er ist glühender Sozialdemokrat, macht diesbezüglich keine Gefangenen. Auch mir gegenüber. Ich war einige Jahre in der Politik, auch mir
28:57gegenüber nicht.
28:58Also ich kriege zuerst mal alles ab, was er so an politischen Unzufriedenheit mit sich herumträgt.
29:04Und dann kommt bei Martin immer eine Phase, in der sucht er die Lösungen. Und auch da hat er genau
29:11die gleiche Energie und die gleiche Ungebremstheit.
29:14So halbe Lösungen, das gibt es bei Martin nicht. Das ist alles immer an der Grenze zur Revolution.
29:20Das muss ich mir vorstellen, weil da sind ein paar Zehntausend gekommen. Das waren Leute, die großteils aus Syrien gekommen
29:29sind, aus einem Land, das im Bürgerkrieg steckt, deren Städte zerbombt werden.
29:35Wir haben ja auch in Österreich, viele Familien haben eine Flüchtlingsvergangenheit. Das ist also nichts, was man nicht erlebt hätte.
29:43Wir haben in den 90ern den Jugoslawienkrieg erlebt, aber auch viele Familien in Österreich haben eine Flüchtlingsvergangenheit.
29:49Und dann heißt es immer die Wirtschaftsflüchtlinge.
29:57Es ist unglaublich. Wir haben keine Kultur in dieser Richtung. Wir haben da keinen Sinn für unsere Vergangenheit.
30:02Diese Leute machen alles kaputt und das sind die größten Antipatrioten.
30:06Unser Innenklima hier in Österreich, dass die Leute plötzlich nicht mehr alles sagen trauen, dass Journalisten jetzt mal nur medial
30:15in den sozialen Medien von diesen Politikern gejagt werden und diffamiert werden.
30:19Aber wie weit geht es dann? Wie weit sind wir dann, dass es nach und nach in dieses Land, die
30:26Stimmung in diesem Land vergiftet wird?
30:28Und wir einen Bundeskanzler haben, einer Partei, die sich als Europapartei geriert und nichts Besseres zu tun gehabt hat, als
30:36diese Antipatrioten und Antieuropäer in die Regierung zu holen.
30:39Das muss man sich mal vorstellen. Und dafür müssen die die Verantwortung übernehmen.
30:43Denn die wollten mit dieser rechtsnationalen Partei koalieren.
31:05Jetzt ist es soweit. Wir kommen jetzt in einem Moment und in einer Situation, wo es jetzt einfach dann schon,
31:10denke ich, soweit ist, dass man sagt, okay, wir müssen uns jetzt tatsächlich auf echten Widerstand einstellen.
31:16Und das glaube ich. Ich glaube, dass wir uns schon langsam diesem Moment nähern. Und ja, so sehe ich das.
31:35Ich glaube, dass ich zum Beispiel ein kriegerischer Typ bin. Ich möchte mich nicht am Schlachtfeld erleben oder solche Dinge.
31:45Weißt du? Und das schreckt mich manchmal. Ich bin ein konfrontativer Typ auch.
31:50Ja, ich führe auch gerne mal eine Konfrontation. Und ich bin jemand, der leidenschaftlich ist für die Dinge, an die
31:58ihr glaubt.
32:00Und das ist ein Vorteil, aber natürlich auch gleichzeitig ein Moment oder das ist auch ein persönlicher Charakterzug, der auch
32:08gefährlich ist, klar.
32:31Also in der Kindheit war es so, dass er sozusagen ein bisschen der Mitläufer war.
32:37Also die Sarah hat dominiert und auch gesagt, was gemacht wird.
32:41Und ab dem, würde ich mal sagen, zehnten Lebensjahr hat er dann seinen Weg beschritten.
33:08Ich habe große Achtung vor ihm, weil er genau in der Zeit, wo es eben entscheidend war,
33:16und zwar in der Pubertät, sehr, sehr diszipliniert war.
33:20Er hat halt in der Zeit, wo andere Jugendliche weggehen, hat er intensivst geübt.
33:29Das Schlafzimmer war direkt angrenzend.
33:31Und ich kann mich erinnern, dass ich dann, weil ich denke ja immer mit, wenn er spielt.
33:35Wir haben ja offenbar jetzt gewisse Stücke gemeinsam entwickelt.
33:38Ich bin im Bett gelegen, so 12 Uhr Mitternacht, 1 Uhr, kurz wach geworden und habe ihm zugehört, wir spielen.
33:43Da habe ich mir gedacht, ah, jetzt muss ich aufstehen, jetzt muss ich ihm noch was sagen.
33:46Ich würde das lieber so machen.
33:47Bin ich rein, aufgestanden und habe gesagt, Martin, bei dieser Stelle würde ich eventuell da die Dynamik oder je nachdem,
33:53Artikulationsprobleme, wie auch immer, würde ich das so anlegen.
33:57Da habe ich mich wieder reingelegt und es hat sicher wieder eine halbe Stunde gedauert, bis ich eingeschlafen bin, weil
34:01ich immer noch zugehört habe.
34:02Aber nichtsdestotrotz, also man hat bei dieser unglaublichen Lautstärke, die zum Teil entwickelt wurde, sehr gut schlafen können.
34:10Weißt du, ich bin mit 15 aus der Schule raus, da hat der Musiklehrer zu mir gesagt, Martin, du wirst
34:14unter Staatsbrucken landen.
34:15Das, was du da machst, das interessiert keinen Menschen.
34:18Das wird nichts.
34:19Und die Matura nicht zu machen und aus der Schule raus ist das Dümmste, was du machen kannst.
34:23Also da hat es mir richtig gegeben.
34:25Das war für mich eine wahnsinnige Motivation.
34:27Ich war so heiß drauf, es all denen, die der Meinung waren, das war ja ein wilder Schritt, das war
34:34ja nicht Usus.
34:34Und all denen, die da gesagt haben, das ist ja der größte Blödsinn überhaupt, ich war so heiß drauf, es
34:39denen zu zeigen.
34:40Und ich war motiviert.
34:42Und weißt du, ich bin da mit 15 in der Früh raus aus dem Bett und war derartig scharf drauf,
34:47zu proben, zu üben, an mir zu arbeiten, an dem Instrument, an dem Repertoire.
34:51Ich hatte natürlich super Unterstützung, auch von der Familie her, von meinen Lehrern, mein Umfeld war einfach auch für das
34:57schon ausgerichtet.
34:58Die haben mitgezogen, da muss ich niemanden überzeugen.
35:12Okay, danke.
35:13Bitte geben Sie mir nur 20 Sekunden mal im Dunkeln.
35:16Ich brauche nur einen ganz kurzen Test.
35:19Geht schon, Slavic, schalt noch mal einen, bitte.
35:48Die erste Unterrichtsstunde mit Martin.
35:51Das war für mich, es gab diese offizielle Aufnahmsprüfung, wo schon auch alle anderen Studenten sehr hellhörig waren, die haben
35:59da alle zugehört.
36:00Und da kam dieser 13-jährige Junge und hat schon erkennen lassen, was da in Zukunft passieren wird.
36:06Und dann kam es zur ersten Unterrichtsstunde und der Martin hat da mit so einer Intensität gleich losgelegt.
36:13Ich habe versucht, ihn in eine technisch ein bisschen andere Richtung zu pushen, aber ich musste innerlich lachen, weil ich
36:23so etwas noch nicht erlebt habe.
36:24Im tiefsten Inneren macht der Unterschied der aus, ob du bereit bist, um zwei Uhr in der Früh noch am
36:30Instrument zu stehen oder nicht.
36:32Und soll mir keiner erzählen, dass Üben immer Spaß macht.
36:35Und soll mir keiner erzählen, wie lustig das ist, 14 Stunden zu üben.
36:38Das ist in Wahrheit ein ganz intensiver Kampf mit sich selbst, ob man bereit ist, diesen Moment über Jahre zu
36:47überwinden.
36:47Und das möchte ich auch noch sagen.
36:49Es gibt viele, die kommen aus der Matur und aus dem Abitur aus und sagen, was will ich studieren?
36:53In dem Moment hat der, der ein Spitzensportler oder Musiker werden will, schon zehntausende Stunden geübt und trainiert.
37:00Du musst dich als Musiker, wenn du international Erfolg haben willst, mit zehn Jahren entscheiden.
37:15Okay, okay.
37:19Zwei Lippa.
37:24Wir haben mir Martin, meine Schwester und ich gleichzeitig kennengelernt.
37:29Also wir waren beide nach dem Konzert, seinem Konzert dort und die Begegnung war auch gleichzeitig.
37:36Und ich muss sagen, ich war ja auch dabei, wie sie sich angeschaut haben, zum ersten Mal gesehen haben, das
37:43war es dann.
37:44Also ich weiß nicht, ob das noch gibt, lieber auf den ersten Blick.
37:48Aber bei denen war es so.
37:51Ich habe ihn kennengelernt, er war 24 und er hat Tag und Nacht geübt.
37:59Und seit ein paar Jahren schläft er in der Nacht.
38:04Also er übt nicht 24 Stunden, sondern gut, 15 Stunden, sagen wir mal so.
38:16Gott sei Dank probt er zu Hause, wenigstens.
38:22Aber es gibt wirklich Tage, dass wir ihn den ganzen Tag, weil er zu Hause ist, nicht sehen.
38:30Also er geht runter ins Probenstudio und Probenzimmer und bis in die Nacht sehen wir ihn dann nicht.
38:42Ich meine Noah und ich.
39:04Wir sind auch oft musikalisch unterwegs.
39:14Wie soll ich sagen, er ist immer da, wenn wir, er würde immer alles liegen lassen, wenn wir, ich und
39:22Noah, unserem Sohn, ihn brauchen würden.
39:25Auf jeden Fall, er ist sehr aufmerksam, er möchte, dass es uns klar gut geht.
39:35Es tut ihm natürlich sehr leid, dass er für Noah zu wenig Zeit hat.
39:40Es tut ihm schon sehr leid, er leidet schon darunter.
39:46Aber gut, am Ende, es ist sein Job und Noah weiß das auch genau.
39:55Ich wollte eigentlich selber in einem Fußballteam spielen, bei mir zu Hause.
39:59Das hat sich nie ergeben und jetzt vieler höher damit.
40:02Weißt du, ich sitze da mit der Fersen da rum und zwischen vielen Probenstunden ist das dann das Highlight.
40:08Und dann da beim Spiel dabei sein zu dürfen.
40:19Als ich vor 20 Jahren angefangen habe, Solo-Schlagzeug zu spielen, waren zehn Leute da.
40:24Und das war großteils meine Verwandtschaft.
40:26Die Veranstaltungen haben mir gesagt, für das, was du machst, gibt es kein Repertoire, kein Publikum, keine Infrastruktur, keine Tradition.
40:36Also es war ja nichts da.
40:38Es ist ja nicht so, dass das Schlagzeug auf eine 250-jährige oder 300-jährige Tradition als Solo-Instrument aufbaut.
40:44Und jetzt empfinde ich das als Geschenk.
40:46Ich lebe meinen Traum.
40:48Ich hätte mir nie gedacht, dass das so weit kommen kann, dass ich mit den größten Orchestern in den schönsten
40:53Sälen spielen darf,
40:54dass ich Open-Air-Konzerte vor 8.000 Leuten spielen darf.
40:58Ich habe keine Angst, da rauszugehen.
41:00Sondern es ist diese pure Freude und diese Begeisterung und der innere Antrieb,
41:05dieses Instrument und das, was ich jetzt mache und was ich jetzt spiele, in dem Moment dem Publikum näher zu
41:10bringen.
41:10Und die ganze Freude und Leidenschaft, die ich für das entwickle, zu transportieren.
41:17Das ist das, was ich jetzt mache.
41:45Es ist so, dass man den Eindruck gewinnt als Zuhörer und Zuseher auch,
41:59dass ihm das Interpretieren von Musik eine ungeheure Freude bereitet.
42:10Und diese Lebenslust, die ihn ja auszeichnet, er ist ja bei allem ernster Arbeit ein sehr fröhlicher, heiterer Mensch.
42:24Diese Freude überträgt sich an den Zuhörer.
42:31Und natürlich ist seine Spontaneität und seine Virtuosität, diese Dinge auszuführen, ganz unvergleichlich.
42:47Und man gewinnt den Eindruck, dass er nicht diese Rhythmen, die er spielt, macht, sondern dass er sie einfach lebt.
43:45Rhythmen
44:40Martin ist ein Pionier.
44:43Also was er in den letzten 20 Jahren bewegt hat, ist unglaublich.
44:47Ich freue mich so sehr auch für das Instrument Schlagzeug, dass so eine Person existiert,
44:53beziehungsweise auch so fleißig das Ganze vorantreibt.
44:56Da sind neue Werke entstanden, neue Instrumente.
45:00Die alten Werke wurden auf einer ganz anderen Ebene gespielt.
45:03Also ein Gewinn und ein Glück für die Schlagzeuger.
45:14Die Wahrheit äußert sich ausschließlich auf der Bühne und dem, was ich künstlerisch imstande bin, zu leisten.
45:20Und das ist der Kasus. Darum geht es am Schluss.
45:23Was kann ich? Was kann ich? Was kann ich?
45:27Darüber definiere ich mich auch.
45:28Danke.
45:31Danke.
45:32Was kann ich für dich?
46:14The player develops in this moment to something different.
46:17It's a creature.
46:19It's someone who is in this incredible sound, in this rhythm,
46:23in this madness, in this moment,
46:26with the emotional pressure he has,
46:28with the emotion that he takes in a moment
46:31and takes him with incredible directness.
46:52On the one or the other side, I turn to the colleague
46:54and he sees the whole fire in my eyes and I know exactly how
46:59and now I get out of him again a few percent.
47:02We're at the four-fache Pforte.
47:08It's this unerbittable, this not-lost-lost-lost.
47:14It's this moment that is not just powerful, but aggressive.
47:19It's the one that is, you can say, the darkest one
47:24from a person.
47:25We're at it.
47:26I'm scared sometimes when I see myself.
47:35I'm scared.
47:37It's just about the maximum,
47:40now in this moment,
47:42from the weapon here,
47:43with me,
47:44that we have this feeling,
47:47that we don't just play,
47:49but that we really...
47:51And that's actually Trance.
47:53You know,
47:53when you have these
47:56five lights,
47:57all at over 190 Pools
48:00in a 2.000-Light-Saal,
48:02where all of them are already completely broken,
48:04and we actually want to see,
48:07what's inside us.
48:09But not only sports,
48:10not physically,
48:11but what's actually happening with us.
48:13How do we form ourselves?
48:15How do we form ourselves?
48:16How do we form ourselves?
48:24How do we form ourselves?
48:28How do we form ourselves?
48:34How do we form ourselves?
48:35How do we form ourselves?
48:35How do we form ourselves?
48:35How do we form ourselves?
48:36How do we form ourselves?
48:37How do we form ourselves?
48:37How do we form ourselves?
48:37How do we form ourselves?
48:38How do we form ourselves?
48:39How do we form ourselves?
48:40How do we form ourselves?
49:09I'm on both ends all the time.
49:12I know exactly, I have my Akkus pretty quickly and quickly cleared.
49:18I know that I can do it for a few years and then it's over, because I can't anymore.
49:24I play it now. I don't have the power as with 20.
49:27And that's sometimes quite frustrating.
49:31But I also know that I have the passion for this instrument,
49:34that I'm already in the last half of my possibilities.
49:40And that I have to finish.
49:41And that's what I have to do with my colleagues.
49:46They know that we're not going to do so long.
49:55I know that I'm going to hit 40 the hit button.
49:58And I feel incredible freedom.
50:00And I'm going to be relaxed.
50:02And that will be a moment, where something's very special.
50:05Because I know that it will not be in a hole.
50:08And that I will not miss anything.
50:10And that the whole Pipapo around that, the wonder and applause,
50:13that I don't need everything.
50:16You must leave now.
50:19Take what you need.
50:20You think we'll last.
50:25But whatever you wish to keep, you better grab it fast.
50:33You understand your orphan with his gun.
50:39You understand your orphan with his gun.
50:51You, you, you.
50:53You are.
50:54You, you are.
51:16You are.
51:18Take what you have gathered from coincidence.
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