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00:00Begleiter, Lebensretter, Wundertier.
00:09Was macht die Beziehung zwischen Hund und Mensch so einzigartig?
00:13Und wie lassen sich gefährliche Zwischenfälle mit Hunden vermeiden?
00:17Die rätselhaften Fähigkeiten unserer Hunde, jetzt bei Quarks.
00:26Herzlich willkommen bei Quarks.
00:28Das ist meine Kollegin Ivi.
00:31Und falls Sie Hunde genauso toll finden wie ich, dann bleiben Sie unbedingt dran.
00:35Und falls nicht, dann bleiben Sie auch unbedingt dran.
00:38Denn das wird sich nach dieser Sendung garantiert ändern.
00:41Die Wissenschaft ist bereits fasziniert von Hunden.
00:44Hier nur mal ein paar Stichwörter.
00:46Stereonase, Teppichaugen und Ivi?
00:52Popcornpfötchen.
00:52Was das alles ist, das klären wir noch.
00:55Zuerst möchte ich Ihnen aber ein Duo vorstellen,
00:57das Geschichte geschrieben hat.
00:59Professor John Pilley und seine Border Collie-Hündin Chaser.
01:02Über 1000 Begriffe konnte der Psychologe der Hündin beibringen
01:06und damit der Welt zeigen, wie schlau Hunde sein können.
01:10Vor allem mit dem richtigen Training.
01:17Chaser ist wissbegierig.
01:20Dabei reicht es, dass sie die Befehle hört.
01:23Ihr Blick ist allein auf ihren Lieblingsball Blue gerichtet.
01:51Was mich von Anfang an inspiriert hat,
01:55war die Tatsache, dass sie sich die Namen von Gegenständen
01:59nach nur einem Versuch merken konnte.
02:10Wir brachten ihr drei Befehle bei.
02:13Einen Gegenstand mit der Nase anzustoßen,
02:16ihn mit der Pfote zu berühren
02:18und ihn in ihr Maul zu nehmen.
02:22Wir fanden heraus, dass Chaser diese Befehle ausführen konnte.
02:27Und sie hat uns damit gezeigt,
02:29dass jedes dieser Wörter eine eigene Bedeutung für sie hat.
02:55Wir haben die Forschungsreihe weiterentwickelt
02:58und mehr als zwei Wörter benutzt.
03:00Wir haben also Befehle mit drei Grammatikelementen ausprobiert.
03:21Chaser wurde aufgefordert,
03:23bestimmte Objekte zu einem anderen Gegenstand zu bringen.
03:26Nun, sie tat das richtig.
03:29Und das zeigt,
03:31dass sie den Sinn des Satzbaus verstanden hatte.
03:35Einmal habe ich gesagt,
03:36nimm Puderquaste zu Peanuts.
03:38Und dann in anderer Reihenfolge,
03:40zu Peanuts nimm Puderquaste.
03:43Also haben wir es mit drei Elementen der Grammatik zu tun.
03:48Wir konnten in dieser Versuchsreihe mit den Objekten zeigen,
03:51dass sie nicht nur die Regeln der Grammatik verstanden hatte,
03:55sondern auch die Semantik.
03:57Wenn die Bedeutung des Befehls geändert wurde,
04:00wenn also die Wörter oder Gegenstände
04:02innerhalb des Satzes vertauscht wurden.
04:11Chaser und ihr Herrchen sind mittlerweile leider verstorben.
04:14Trotzdem bleibt, finde ich,
04:15wie beeindruckend und liebevoll ihre Beziehung miteinander war.
04:20Hunde kommunizieren ja mit dem ganzen Körper.
04:23Wenn wir also gut aufpassen,
04:24bekommen wir etliche Signale,
04:26mit denen wir die Situation einschätzen und verstehen können.
04:29Auf Distanz bleiben sollte man zum Beispiel,
04:31wenn der ganze Körper angespannt ist.
04:33Wenn die Augen einen anfunkeln
04:35und vielleicht noch die Zähne gefletscht sind.
04:37Dann ist der Hund aggressiv, klar.
04:39Ein nervöser Hund hingegen zieht den Schwanz ein,
04:42legt die Ohren an, ist eher gebückt.
04:45Auch hier sollten Sie aufpassen,
04:46weil er aus Angst zuschnappen könnte.
04:48Meine persönliche Lieblingsposition
04:50ist die sogenannte Vorderkörper-Tiefstellung.
04:53Vorne runter, hinten hoch.
04:55Dann will der Hund spielen.
04:57Es ist schon seltsam.
04:59Mit Hunden sprechen wir wie mit kleinen Kindern.
05:02Ja, wie süß bist du denn?
05:05Ja, fein, fein.
05:09Wir reden so instinktiv.
05:11Denn ähnlich wie bei kleinen Kindern,
05:12die das toll finden
05:13und uns nachweislich dadurch besser einschätzen können,
05:16finden das auch Hunde laut Untersuchungen total super.
05:20Menschen mit neutraler Körpersprache
05:22und vor allem neutralem Gesichtsausdruck
05:24meiden Hunde hingegen eher, wenn sie die Wahl haben.
05:26Das ist wirklich bemerkenswert,
05:29denn Hunde haben erst durch die gemeinsame geschichtliche Entwicklung
05:32mit uns gelernt, auf unser Gesicht zu achten
05:34und unsere Mimik zu deuten.
05:36In ihrer ursprünglichen Natur liegt das eigentlich nicht.
05:40Ob Hunde uns jetzt aber wirklich verstehen können,
05:43das hat sich mein Kollege Ralf angeschaut.
05:51Können Hunde uns wirklich verstehen?
05:55Und können sie lernen, mit uns so zu sprechen,
05:58dass wir sie wirklich verstehen?
06:01Ihr kennt vielleicht die Videos von Bunny
06:03und einigen anderen Hunden,
06:04die so eine Art Soundboard haben
06:06und damit mit ihren Herrchen und Frauchen sprechen.
06:09Hier zum Beispiel.
06:33Hey, love you, Mom.
06:35Sowas sagst du nie zu mir
06:36und komm mir nicht mit,
06:37du bist nicht meine Mom.
06:38Bunny ist bekannt wie ein bunter Hund.
06:42Sie hat über eine Million Follower auf Instagram
06:44und acht Millionen Follower auf TikTok.
06:48Und es ist auch schon echt erstaunlich,
06:49was sie da so spricht,
06:50wenn sie dieses Sound-Sample so abspielt,
06:53wenn sie auf bestimmte Tasten drückt.
06:54Aber es ist alles Zufall, was wir sehen.
06:57Oder liebt mein Hund mich wirklich nicht?
06:59Ist so ein Hund überhaupt in der Lage,
07:03Wörter zu lernen und Sätze zu bilden?
07:05Hunde scheinen Wörter verstehen zu können.
07:08Auch dazu gibt es jede Menge Videos von besten Freunden,
07:13die so tun, als würden sie telefonieren
07:15und dabei bestimmte Wörter fallen lassen,
07:18was sehr interessante Reaktionen bei den Hunden auslöst.
07:21While we go for a car ride.
07:24I think we'll probably stop at Starbucks
07:26and get pup cups
07:27and maybe go to the pet store
07:29and pick up some nubbies.
07:31Can you go outside to see a squirrel?
07:33Yeah.
07:37What was the squirrel doing in your backyard, Grandma?
07:43What was the squirrel doing?
07:44No kidding.
07:46Wow, and now is outside?
07:49Alle, die einen Hund haben, wissen durch eigene Beobachtung,
07:53Hunde lernen, bestimmte Wörter
07:55mit bestimmten Aktionen und Objekten zu verknüpfen.
07:58Wörter wie Gassi, Leckerchen oder Ball.
08:01Genauso reagieren sie auf Geräusche,
08:03wie das Rascheln ihrer Futtertüte
08:05oder wenn in der Küche Karotten geschnitten werden.
08:08Aber ist das jetzt Sprachverständnis?
08:09Oder eher nur ein Geräuscheverständnis?
08:12Also haben Hunde einfach gelernt,
08:14Geräusche und Laute
08:15mit bestimmten Ereignissen
08:18und Belohnungen in Verbindung zu bringen.
08:20Dazu muss man ja nicht die Sprache verstehen.
08:22Hören reicht.
08:23Oder einfach nur beobachten.
08:25Nur mal als Beispiel.
08:26Wenn ich mit Bass Gassi gehe,
08:28an der Leine
08:29und die Leine einfach loslasse,
08:31dann bleibt Bass stehen,
08:34selbst wenn ich weitergehe.
08:36Das heißt,
08:36er beobachtet ganz genau,
08:38was ich mache
08:39und reagiert mit einem Verhalten,
08:41das ich ihm beigebracht habe.
08:43Natürlich weiß er,
08:44dass er eine Belohnung bekommt,
08:46wenn er alles richtig macht.
08:50Sehr gut, Bass.
08:53Manche Hunde lassen sich besser trainieren als andere.
08:56Chaser zum Beispiel.
08:57Sie ist eine Berühmtheit.
08:58Zum einen,
08:59weil sie in dem Film
08:59ein Schweinchen namens Babe mitgemacht hat
09:01und zum anderen,
09:03weil sie auf Kommando
09:04über 1000 verschiedene Gegenstände
09:07am Namen unterscheiden kann.
09:09Und natürlich
09:10ist nicht jeder Hund in der Lage.
09:12Und auch nicht jeder Besitzer.
09:14Also,
09:15er hat schon die Zeit
09:16und die Ruhe
09:17und diese neggern Stofftieren zu Hause.
09:19Chaser zeigt,
09:20was bei manchen Hunden
09:21grundsätzlich möglich ist.
09:23Hunde können einzelne Wörter verstehen
09:26und sie können Wortkombinationen verstehen.
09:29Aber können Hunde Sätze bilden,
09:32so wie
09:32Love you, Mom.
09:34Die Tatsache,
09:35dass Chaser
09:36unterscheiden kann,
09:37was ein Kommando ist
09:39und was ein Name
09:40für einen Gegenstand,
09:41das zeigt noch nicht,
09:43dass Hunde
09:43alle unsere Sätze verstehen
09:45oder
09:46eigene Sätze bilden können.
09:48Und tatsächlich
09:49gibt es bislang
09:50keine einzige abgeschlossene Studie,
09:53die das für Hunde nachweisen konnte.
09:58Vielleicht hat Bunny
09:59beim ersten Mal
10:01Love you, Mom
10:02gemerkt,
10:02was das für eine Reaktion
10:04bei ihrem Menschen ausgelöst hat.
10:11Ich frage mich allerdings,
10:13wie viele Fehlversuche gab es,
10:15die wir nie sehen werden?
10:17Wie viel Unsinn
10:18drückt sich Bunny vielleicht zusammen?
10:20Sinnlose Sätze,
10:22die nicht gepostet werden.
10:23Wir sehen ja oft Dinge
10:25im Hundeverhalten,
10:26die gar nicht da sind,
10:28weil wir Hunde
10:28immer durch
10:29unser menschliches Auge betrachten.
10:31Hunde reagieren
10:32sehr sensibel
10:34auf das,
10:34was wir machen.
10:35Und wir
10:36interpretieren,
10:37dass sie uns
10:38sehr gut verstehen.
10:39Ob sie aber unsere Sprache
10:40so lernen,
10:41dass wir uns
10:42mit ihnen unterhalten können
10:44und ob sie
10:45ein Bewusstsein
10:46von sich haben,
10:47nach dem aktuellen
10:48Stand der Forschung
10:49lässt sich das so
10:50nicht sagen.
10:52Sorry Bunny.
10:52Oder besser gesagt,
10:54sorry Bunnies Mom.
10:55Es ist trotzdem spannend,
10:57was wir durch die Tiere
10:58über uns lernen.
11:00Hunde geben alles,
11:01um uns zu verstehen.
11:03Umgekehrt ist das
11:04aber nicht immer so.
11:05Ein Beispiel.
11:06Bellen ist auf Dauer
11:08nervig.
11:11Aber sauer werden
11:12und den Hund anbrüllen
11:13ist auf keinen Fall
11:14die Lösung.
11:15Eigentlich will der Hund
11:16nämlich nur zeigen,
11:17dass für ihn und seine Lieben
11:18irgendwas nicht in Ordnung ist.
11:20Er will im Grunde nur warnen
11:21und deshalb schlägt er Alarm.
11:23Das ist eigentlich
11:24nur lieb und edel gemeint.
11:26Deshalb ist es auch falsch,
11:28ihn zu bestrafen
11:29und laut zu werden.
11:30Der Hund könnte das
11:31außerdem so verstehen,
11:32dass man selber auch
11:33anfängt, Alarm zu schlagen
11:34und hört dann erst recht
11:35nicht auf.
11:37Hundeeltern machen
11:38stattdessen Folgendes.
11:39Wenn das Junge bellt,
11:40gehen sie hin,
11:41knurren kurz,
11:42wenn nötig mehrmals.
11:44Übersetzt heißt das,
11:45nicht laut,
11:46aber bestimmt zum Hund
11:47sowas wie Ruhe sagen.
11:49Dann sollte auch Ruhe sein.
11:52Keine Frage,
11:53der Hund ist der beste
11:54Freund des Menschen.
11:56Wie kam es aber eigentlich
11:57zu dieser einzigartigen
11:58Freundschaft?
12:01Wann genau sich Mensch und Wolf
12:03näher kommen,
12:04ist heute unter
12:05Wissenschaftlern umstritten.
12:07Einige gehen davon aus,
12:09dass das schon vor mehr
12:10als 35.000 Jahren
12:11passiert ist.
12:12Die Hypothese?
12:14Die Wölfe suchten
12:15die Nähe der Jäger,
12:16um liegen gelassenes
12:17Aas zu fressen.
12:19Gleichzeitig merkten
12:20die Menschen womöglich,
12:21dass die Wölfe sie
12:22vor gefährlichen Tieren
12:23warnen können.
12:27Aus Annäherung und Duldung
12:29wird mit der Zeit
12:29zutrauen.
12:31Aus dem wilden Tier
12:33ein Lagerwolf.
12:34Der gilt als direkter
12:36Vorfahre des Hundes.
12:40Während die Jagd
12:41vor etwa 11.000 Jahren
12:42langsam immer unbedeutender wird
12:44und sich allmählich
12:45die Landwirtschaft durchsetzt,
12:46entwickelt sich der Lagerwolf
12:48langsam zum Hund.
12:52Weil der im Gegensatz zum Wolf
12:55seinen Jagdtrieb unterdrücken kann,
12:56wird er jetzt als Hütehund eingesetzt.
13:00Eine weitere Fähigkeit,
13:02die seit dieser Zeit
13:03den Hund vom Wolf unterscheidet,
13:05er kann Stärke verdauen.
13:07Ein entscheidender Vorteil.
13:08Denn die Menschen
13:10essen immer mehr
13:11Körner und Gemüse
13:12und teilen ihre Nahrung
13:14mit den Tieren.
13:18Im alten Ägypten,
13:20also in den letzten
13:20Jahrtausenden vor Christus,
13:22gehört der Hund
13:23zum Kreis der mächtigsten Götter.
13:26Als Gott Anubis
13:27wacht er über die Toten
13:29und urteilt über
13:30die Reinheit ihrer Seelen.
13:32Die Ägypter sind
13:33Meister der Züchtung.
13:35Der sogenannte Tesem zum Beispiel
13:37ist eine pfeilschnelle Hunderasse
13:38mit dem Körperbau
13:39eines Windhundes.
13:40Damit schaffen sich die Ägypter
13:42den perfekten Partner
13:43für die Gazellenjagd.
13:48Im dritten Jahrhundert vor Christus
13:50erscheint im alten Griechenland
13:52der erste wissenschaftliche Text
13:54über das Verhalten
13:54und die Erziehung des Hundes.
13:57Darin schon der Ratschlag,
13:59erteil deinem Hund
14:00nur kurze Befehle.
14:05Im 19. Jahrhundert
14:06wird in England
14:07der erste Hundezüchterverein gegründet.
14:11Ab jetzt wird verstärkt
14:12auf Aussehen und Wesen
14:14der Tiere geachtet.
14:15Ein Trend,
14:16der bis heute anhält.
14:20Sie kennen doch bestimmt
14:21die Sprüche.
14:22Bulldoggen sind faul,
14:24Labradore gefräßig
14:25und Kampfhunde total aggressiv.
14:28Bestimmt kennen Sie auch
14:29noch weitere Klischees.
14:31Aber so einfach ist das gar nicht.
14:33In einer Studie in den USA
14:34hat man über 18.000 Halter
14:36und Halterinnen
14:37zu ihren Hunden befragt
14:38und das Erbgut
14:39von über 2.000 Hunden analysiert.
14:41Es hat sich gezeigt,
14:43im Schnitt wird das Verhalten
14:44eines Hundes
14:45nur zu 9%
14:46durch die Rasse beeinflusst.
14:48Den Rest machen die Umgebung
14:50und hauptsächlich wir,
14:52also Herrchen und Frauchen.
14:53Deshalb sprechen Fachleute
14:55auch gar nicht von Kampfhunden.
14:57Zwar kann man
14:58aggressives Verhalten züchten,
15:00entscheidend ist aber
15:01die individuelle Erziehung.
15:03Prägend sind ja besonders
15:04die ersten Lebenswochen
15:06eines Welpen.
15:06Und wenn dann die Beziehung
15:09zwischen Tier und Mensch
15:10so richtig gut passt,
15:12kann dabei wirklich
15:13Erstaunliches herauskommen.
15:17Eine Übung der Bergwacht Chiemgau.
15:20Abseilen mit Suchhund.
15:27So ist er fein.
15:30Großer Stress für Hund und Mensch.
15:32Auch der Aufstieg ist schwer.
15:34Ganz ein brav.
15:36Jawohl.
15:38Gutes Zureden
15:39soll den Hund beruhigen
15:40und fürs Mitmachen belohnen.
15:42Jawohl.
15:43Super.
15:43Jetzt geht's.
15:45Ganz ein fein.
15:47Super.
15:48Super.
15:50Jawohl.
15:55Die Übung dient dazu,
15:56dass man halt auch mal
15:57solche Stellen passieren kann
15:59bei einer Vermisstensuche,
16:01wo man halt mal kurz abseilen muss.
16:04Und das übt man halt,
16:05damit der Hund das Vertrauen kriegt,
16:07dass man selber auch zu Schuss kommt.
16:09Weil das ist für den Hundeführer
16:10schon ein ganz schöner Stress.
16:15Nach dem Abseilen
16:16beginnt die eigentliche Übung.
16:18Eine Person versteckt sich
16:20und spielt einen vermissten Wanderer.
16:22Das ist für mich.
16:25Jörg Riechelmann soll ihn finden.
16:28Besser gesagt,
16:28sein Hund Enzo.
16:31Er legt ihm sein Suchgeschirr an.
16:33Das Signal für den Hund,
16:35dass die Suche beginnt.
16:36Und er bekommt sein Bringsel ans Halsband.
16:39Eine Beißwurst,
16:40die eine wichtige Rolle
16:41bei der Suche spielt.
16:44Enzo!
16:44Enzo!
16:45Enzo ist auf Menschengeruch trainiert.
16:47Weil er glaubt,
16:48den Vermissten gefunden zu haben,
16:50wirft er sich das Bringsel ins Maul.
16:51Damit zeigt er dem Hundeführer,
16:53dass er fündig geworden ist.
16:55Aber es ist nicht der Vermisste.
16:56Enzo, nein, das ist er nicht.
16:58Nein.
16:59Nein.
17:00Aus.
17:02Such voran.
17:02Nein, aus.
17:03Und such voran.
17:04Weil Enzo irrtümlich
17:05das Kamerateam gefunden hat,
17:07muss er das Bringsel aus dem Maul nehmen
17:08und die Suche fortsetzen.
17:10Aber wieder wittert er die Falschen.
17:12Nein.
17:13Such voran.
17:14Hoch.
17:14Der Suchhund braucht die Hinweise
17:16durch seinen Führer.
17:18Dann findet Enzo tatsächlich den Gesuchten
17:20und wirft sich das Bringsel wieder ins Maul.
17:25Jawohl.
17:26Riechelmann erkennt das schon von Weitem.
17:29Feiner.
17:30Ja, super, Enzo.
17:31Jetzt haben wir es mal nicht gefunden.
17:32Jetzt kommt.
17:33Nur mithilfe der Leine
17:34schafft er es, dem Hund zu folgen.
17:37Für Enzo ist die Suche nur ein Spiel.
17:39Wenn er das Opfer findet,
17:41muss er seine Belohnung bekommen,
17:42selbst wenn das Opfer schon tot sein sollte.
17:45Sonst würde er die Lust auf die Suche verlieren.
17:48Super, wo ist er?
17:50Wo ist der Mann?
17:54Gut gehören.
17:55Super.
17:57Also, Jubel, Lob und die Beißwurst.
18:02Schwierig war es, weil zwischendrin Personen gestanden sind.
18:06Er hat euch praktisch auch als Vermisste angesehen,
18:10hat er bei euch als Bringsel aufgenommen.
18:11Ist ja auch nicht fehlerhaft.
18:13Weil ein Vermisster kann sich auch mal noch weiterschleppen.
18:16Aber in dem Fall war es ja nicht richtig.
18:20Und dann hab ich ihn halt nochmal geschickt oder gesagt nein.
18:23Und hat er weitergesucht.
18:25Und dann hat er eben einen Kollegen da oben doch noch gefunden.
18:27Oh, ich bin aus Atem, weil da muss man immer so schnell laufen.
18:33Kurz darauf bereitet der zweite Bergretter,
18:36Achim Tegethoff, seine Hündin Sira auf eine Suche vor.
18:40Sie bekommt einen GPS-Sender.
18:42Denn ihre Suche wird noch schwieriger.
18:51Das Problem ist immer,
18:53wir haben jetzt eine Person versteckt,
18:55die einfach erhöht auf dem Baum sitzt.
18:59Weil das können wir uns ja genauso treffen.
19:01Und wir jetzt einfach die Situation versuchen zu lösen.
19:04Weil es ist natürlich ganz klar,
19:05der Duftstoff von dem Menschen wird einfach anders verteilt,
19:08als wenn man auf dem Boden sitzt.
19:10Ein Mensch im Baum,
19:12das könnte ein abgestürzter Gleitschirmflieger
19:14oder auch ein Selbstmörder sein.
19:17Ich hab jetzt nicht den Weg gezeigt.
19:19Man hat jetzt gesehen,
19:19er orientiert sich momentan immer an mich selber.
19:22Und ich möchte aber, dass er im Prinzip von mir weggeht,
19:25dass er einfach frei sucht.
19:28Nur dann im Prinzip kommt er einfach auch zum Erfolg.
19:36Hündin Sira sucht nur mit der Nase,
19:38nicht mit den Augen.
19:39Sie riecht den Gesuchten.
19:41Aber sie sieht ihn nicht.
19:44Überall am Boden, rund um den Baum,
19:46wittert die Hündin dessen Geruch.
19:47Aber sie schaut nicht nach oben.
19:56Der Hund arbeitet ja mit der Nase und nicht mit den Augen.
19:59Die Geruchspartikel lagern sich unten am Boden ab.
20:02Der Hund muss das wirklich erst einmal verknüpfen,
20:04dass das, was er am Boden riecht, hier oben stattfindet.
20:07Und das ist eigentlich wirklich das Schwere an dieser Aufgabenstellung.
20:12Und jetzt mit dem Wind halt noch als zusätzlicher Aspekt,
20:15der die Geruchspartikel am Boden nicht nur irgendwo fallen lässt,
20:18sondern auch verwirbelt, macht's wirklich besonders schwer.
20:22Also ein nicht geübter Hund kann diese Aufgabe fast nicht bestehen.
20:25Deswegen soll das GPS Hund und Mensch helfen.
20:29Der Hundeführer sieht die Laufwege des Hundes mittels des GPS-Senders
20:33und bekommt so Hinweise auf die Fundstelle,
20:36wenn der Hund eine bestimmte Stelle immer wieder umkreist.
20:39Jawohl.
20:40Jawohl, da schau ja.
20:42So können Hund und Mensch gemeinsam auch Personen finden,
20:46die nicht am Boden sind.
20:52Bei der Vermissten-Suche wird deutlich,
20:55Hund und Mensch bilden eine einzigartige Kooperationsgemeinschaft.
21:00Kein anderes Tier arbeitet so eng mit dem Menschen zusammen
21:03und kann sich so gut an gefährliche Situationen gewöhnen.
21:08Deshalb sind Hunde für die Bergwacht unersetzlich.
21:16Die Nase eines Hundes ist einfach nur krass.
21:20200 bis 300 Millionen Riechzellen sind darin.
21:24Wir Menschen haben gerade mal so 20 Millionen.
21:27Klar, auch nicht schlecht.
21:28Immerhin konnten in einem Experiment die meisten Herrchen und Frauchen
21:32ihren eigenen Hund aus sechs Geruchsproben erriechen.
21:35Ein Hund würde darüber aber nur lachen und uns als geruchsblind bezeichnen.
21:40Anders als ein Hund können wir auch gar nicht
21:42zwischen linkem und rechtem Nasenloch unterscheiden.
21:45Hunde hingegen schon.
21:47Sie riechen Stereo.
21:48Deshalb können sie auch zum Beispiel Fährten so präzise folgen.
21:52Hundenasen können wirklich jeden noch so feinen, flüchtigen Stoff wahrnehmen
21:56und so beispielsweise Infekte bei uns erkennen
21:58oder sogar einen epileptischen Anfall, der sich anbahnt.
22:02Seit wenigen Jahren wissen wir außerdem,
22:04dass ihr Spürogan sogar schwächste Wärmestrahlung wahrnimmt,
22:07um Beute zu finden.
22:08Und, ganz verrückt, Hunde benutzen ihre Nase quasi als Stoppuhr.
22:14Wir Menschen verlassen uns ja auf Uhrzeiten.
22:16Hunde hingegen merken sich die Geruchsintensität.
22:19Die nimmt immer weiter ab, wenn wir nicht zu Hause sind.
22:22Deshalb wissen sie, wenn es exakt so und so schwach nach uns riecht,
22:26kommen wir bald zurück.
22:27Und deshalb warten sie schon gespannt hinter der Tür,
22:30noch bevor wir überhaupt in die Einfahrt fahren.
22:33Ihr Riechorgan ist also echt Wahnsinn.
22:37Aber wie steht es um ihren Kopf?
22:40Was geht darin vor?
22:41Können Hunde zum Beispiel eifersüchtig sein?
22:46Menschen können extrem eifersüchtig sein.
22:49Können Hunde das auch?
22:51Was passiert im Kopf eines Hundes, wenn Frauchen oder Herrchen
22:54einen anderen, einen fremden Hund, krault?
22:59Das will ein Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern
23:02des Clever Dog Lab und der Fakultät für Psychologie
23:06der Universität Wien herausfinden.
23:08Das Problem?
23:09Es reicht nicht, das Verhalten der Tiere einfach nur zu beobachten.
23:17Im Verhalten selbst könnten wir uns täuschen.
23:20Ein Hund könnte in einer bestimmten Art reagieren,
23:22aber möglicherweise nicht dabei selbst diese Empfindungen haben.
23:26Daher wollen die Forschenden in die Tiere hineinschauen.
23:30Per Gehirnscan.
23:31Die Hunde müssen dafür über Monate trainiert werden.
23:34Mit Gehörschutz und einer Attrappe des echten Gerätes.
23:38Das Wichtigste dabei ist, der Hund muss lernen,
23:41minutenlang völlig regungslos in dem Gerät zu verharren.
23:48Eichhörnchen sollen die Hunde während des Trainings bei Laune halten.
23:54Im echten Versuch werden allerdings keine Eichhörnchen gezeigt,
23:58sondern fremdgehende Herrchen oder Frauchen.
24:01Was Hündin Asta noch nicht weiß,
24:04Frauchen wird gleich fremdkraulen.
24:06Was macht das mit Asta?
24:08Können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
24:10bei ihr eine emotionale Erregung nachweisen?
24:14Und wie wird sich das in Astas Gehirn bemerkbar machen?
24:23Nach dem Versuch mit dem Frauchen
24:25macht das Forscherteam Kontrollaufnahmen.
24:28Wie reagiert Asta,
24:29wenn ein unbekannter Mensch den Hund streichelt?
24:32Genauso oder ganz anders?
24:35Über das visuelle System nimmt der Hund offensichtlich hier,
24:39oder die Hündin in diesem Fall, etwas wahr,
24:41was für ihn relevant ist, was für ihn wichtig ist.
24:44Und das zeigt uns diese Gehirnaktivität,
24:45dass da eine Bedeutsamkeit entsteht.
24:48Bedeutsam ja, aber auch anders als bei Frauchen.
24:52Das Ergebnis der Studie,
24:54je nachdem, wer den Hund streichelt,
24:56gibt es deutliche Unterschiede in der Gehirnaktivität.
25:00Krault im Video ein Unbekannter den Hund,
25:03steigt die Aktivität in den Hirnregionen Amygdala und Insula.
25:07Beides Hirnareale, die Gefühle bewerten und verarbeiten.
25:14Wenn allerdings das eigene Frauchen krault,
25:17aktiviert das zusätzlich noch eine andere Region des Gehirns,
25:21den Hypothalamus.
25:23Da sehen wir, dass hier eine ganz starke Reaktion passiert.
25:27Und wir deuten das so,
25:28dass der Hund mit einer Art Erregungsfunktion darauf reagiert,
25:32wie eben das Frauchen mit einem anderen Hund Spaß hat.
25:37Der Hypothalamus ist eine stammesgeschichtlich
25:39besonders alte Gehirnregion.
25:43Dass der Hypothalamus beim Fremdkraulen besonders aktiv ist,
25:46werten die Forschenden als Hinweis darauf,
25:48dass der Hund seine Beziehung zu seinem Frauchen fundamental bedroht sehen könnte.
25:54Das ordne ich so ein,
25:55dass eben der Hund offensichtlich das erkennt auf diesem Video,
25:58dass hier eine Interaktion stattfindet,
26:00die er möglicherweise als bedrohlich wahrnimmt.
26:02Weil wir kennen das ja von uns selbst.
26:05Wenn wir einen Beziehungspartner haben,
26:06wollen wir nicht,
26:07dass der mit anderen auch Spaß hat unter Anfix sehen.
26:10Ist das die Eifersucht, die wir von uns Menschen kennen?
26:14Die Forschenden sind sich nicht sicher.
26:17Bisher ist selbst in unserem Gehirn
26:19noch kein Eifersuchtszentrum gefunden worden.
26:22Es muss also noch weiter geforscht werden.
26:27Das ist schon gemein, was Hunde sich da angucken müssen.
26:31Apropos, die Augen von Hunden werden stark unterschätzt.
26:35Mit Rot haben sie so ihre Schwierigkeiten.
26:37Ein rotes Spielzeug zum Beispiel ist also nicht die beste Idee.
26:41Aber während das Farbspektrum für das menschliche Auge so aussieht,
26:45ist es beim Hund zwar durchaus abgeschwächter,
26:47aber weit entfernt von farbenblind, wie viele glauben.
26:51Und zwar ist die Nase das dominante Sinnesorgan,
26:54aber in Sachen Augen haben unsere Haustiere noch weitere Vorteile.
26:58Zum einen ist ihr Sichtfeld viel größer.
27:00250 Grad statt ca. 150 wie bei uns Menschen.
27:03Plus, vor allem nachts sind Hunde unser Haus hoch überlegen.
27:08Hinter der Netzhaut ist nämlich eine Art Spiegel,
27:11auf dem das einfallende Licht zurückgeworfen wird.
27:14So kann es doppelt verwertet werden.
27:16Dank dieses Tapetum lucidum, übersetzt leuchtender Teppich,
27:20kommen die Tiere mit viel weniger Licht aus.
27:23Und witzig sieht das auch noch aus.
27:25Hach, diese tollen Geschöpfe, die muss man einfach lieb haben.
27:29Klar, natürlich kann man auch schlechte Erfahrungen mit Hunden machen.
27:33Und dass viele Menschen sogar Angst vor ihnen haben,
27:35ist nicht so ganz unbegründet.
27:37Jeden Tag werden in Deutschland Menschen vom Hund gebissen.
27:41Und ich frage mich, kann ich eigentlich jeder Hund beißen?
27:45Kann ich jeder Hund zum Killer werden?
27:47Kann ich.
27:49In einem Kölner Park will ich Hundehalter und Spaziergänger
27:52mit der Frage konfrontieren.
27:54Kann jeder Hund aggressiv werden?
27:57Ich würde sagen, ja.
27:59Weil ich manchmal das Gefühl habe,
28:01dass die Hundehalter damit sehr lax umgehen.
28:03So wie jeder Mensch auch.
28:04Wir haben alle unsere Reizschwelle.
28:06Und wenn man da halt rüberkommt,
28:08dann fängt der Hund halt auch wie ein Mensch an,
28:11seine Mittel einzusetzen.
28:12Also ich glaube, Hunde werden erst mal so wie jedes andere Tier
28:15aggressiv, wenn sie Angst haben und wenn sie nicht weg können
28:20und wenn im Prinzip die Attacke der einzige Ausweg ist.
28:24Wie oft ist das der Fall?
28:26Wie häufig beißen Hunde?
28:28In Deutschland passieren jährlich schätzungsweise
28:31bis zu 40.000 Hundebisse.
28:33Ohne Meldepflicht bleiben genaue Zahlen aber unklar.
28:36Am häufigsten werden jedoch Kinder und Jugendliche gewissen.
28:41Und auffällig ist, in den allermeisten Fällen
28:43war es gar kein fremder Hund,
28:45sondern der eigene oder ein bekannter Hund.
28:51Was genau macht die Tiere so aggressiv?
28:54Ich besuche ein spezielles Tierheim.
28:56Hi, Matthias.
28:57Wir wollen anpassen.
28:58Alles klar, erst mal rein.
29:00Hier macht das Team, um die Hundetrainerin Vanessa Boka
29:03die allermeisten aggressiven Hunde wieder gesellschaftsfähig.
29:07Und die Hunde, die hier landen, was haben die so gemeint?
29:10Ja, alles Hunde mit Beißfahrfällen.
29:13Mir fällt auf, es sind ganz unterschiedliche Hunde.
29:16Große, kleine, Männchen, Weibchen, verschiedene Rassen.
29:19Warum genau sind die hier?
29:22Der da zum Beispiel, der verprügelt Leute im Haus.
29:25Das ist der, der einen attackiert, wenn man hinfällt.
29:28Der wird das Leckerchen nehmen und dann in die Hand beißen.
29:30Und er jagt alles, also Pferde, Katzen.
29:34So gut wie jeder Hund hat eine deftige Geschichte
29:37und irgendeine, sagen wir mal, Macke.
29:40Aber ich will wissen, was haben die gemeinsam,
29:42dass sie so geworden sind?
29:43Viele Hunde, die hier sitzen, aus Spanien, aus Rumänien,
29:47wurden importiert und sind dann hier doch nicht klargekommen.
29:51Ist das dann so, dass man das gleichsetzen muss mit,
29:53die Hunde haben schon irgendwie was Traumatisches erlebt?
29:55Gerade die, die ein richtig schweres Schicksal hinter sich haben,
29:57sind oft sehr, sag ich mal, demütig vom Verhalten her,
30:00weil sie wissen, dass Menschen gefährlich sind und eher weniger aggressiv.
30:05Das heißt, die landen hier kaum.
30:06Die meisten Hunde, die hier herkommen, sind so um die anderthalb Jahre.
30:09Dann merkt man, ob man in der Erziehung was hingekriegt hat oder versagt hat.
30:12Und da sind die meisten Leute dann komplett überfordert.
30:15Traumata machen Hunde also nicht unbedingt aggressiv.
30:18Es sind vielmehr Erziehungsfehler.
30:20Und fast alle entwickeln sogenannte Auslöser.
30:23Das sind bestimmte Geräusche, Gerüche oder Verhaltensweisen,
30:27die sie ausrasten lassen.
30:29Da ist das Problem, der hat im Tierheim zwei Tierpflegerinnen angegriffen.
30:32Und die können bis heute nicht sagen, was der Auslöser war.
30:35Und Laura hat es jetzt den einen Morgen, sie ist aus der Tür raus,
30:37und hat sich gestoßen und sagt, ah!
30:38Und in dem Moment hat er sich wohl angegriffen wie so ein Gestörter.
30:41Und jetzt wollen wir halt ausprobieren, mögliche Auslöser finden.
30:45Also einer fällt mal vor ihm hin und gucken mal, ob er da irgendwo reagiert.
30:54Ohne Maulkorb und Leine hätte er zugebissen.
30:57Und diese Reaktion muss Vanessa dem Hund jetzt abtrainieren.
31:01Wenn man sich bei den Höllenhunden mal umschaut, sind nur wenige typische Kampfhunde
31:06wie Pitbull und Co. zu sehen.
31:08Dabei gelten diese Rassen ja als besonders gefährlich.
31:11Oder sind das nur Vorurteile?
31:16Wenn die etwas größer gebaut sind oder kräftiger wie so Pitbulls, so Kampfhund-mäßig,
31:22dann weicht man vor allem mit Kindern ein Stück zurück oder zur Seite.
31:26Es kommt dann doch auf die Größe an.
31:27Ich kenne auch viele Pitbulls, die ganz brav sind.
31:30Anlagen sind da, aber das ist am Ende alles eine Erziehungssache, ne, und eine Prägungssache, denke ich einfach.
31:37Gibt es tatsächlich Rassen, die aggressiver sind als andere?
31:43Also ich kann das überhaupt gar nicht verstehen.
31:46Jeder Hund kann, hat potenziell, sag ich mal, kann gefährlich sein für den Menschen.
31:52Nicht umsonst hat man die ja auch gerne als Wachhunde, egal welche Rasse.
31:56Hunde sind ja Jäger, alle, wie sie da sind.
31:59Die Genetik ist bei denen so aufgebaut, alles was rennt, wird gejagt.
32:02Aber man kann jetzt nicht zum Beispiel sagen, dass das nur Terrier betrifft oder meinetwegen nur Bulldoggen betrifft.
32:10Genau das passiert aber in Deutschland, zumindest in einigen Bundesländern.
32:14Hier werden bestimmte Rassen als Listenhunde geführt.
32:18Welche Rassen genau auf diese Liste kommen, unterscheidet sich teilweise.
32:22Für Listenhunde gelten besondere Regeln, wie etwa die Maulkorpppflicht.
32:27Es sei denn, die Halter haben einen speziellen Test durchlaufen.
32:32Die Forschung zeigt, ja, gewisse Rassen bringen tatsächlich eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für bestimmtes, auch aggressives Verhalten mit.
32:40Aber allein von der Rasse auf das Verhalten jedes dieser Tiere zu schließen, ist unseriös.
32:47Eigentlich ist es richtig gefährlich, sowas zu machen.
32:49Weil viele Leute, sag ich mal, der Annahme sind, dass Pitbull und Co. gefährlich sind.
32:53Und andere Hunde dann nicht als gefährlich einschätzen und demnach sehr naiv an die Hunde rangehen.
32:58Das Prinzip Listenhund kann also auch Hunde verharmlosen.
33:02Das größere Problem seien meist auch Mensch und Halter, die die Signale der Tiere nicht verstehen.
33:08Und das ist aber das, was die Leute immer nicht so richtig einschätzen können.
33:11Also er hat jetzt in sämtlichen Situationen angezeigt, er will nicht.
33:14Also jetzt würde Leute sagen, ach der ist doch abgelenkt.
33:17Der kommuniziert gerade, der sagt, boah, lass mich in Ruhe.
33:19Jetzt starrt er sie halt an und jetzt war der Bogen überspannt.
33:26Bevor ein Hund ein solch aggressives Verhalten zeigt, ist in der Beziehung zwischen Tier und Mensch schon einiges schief gegangen.
33:34Aber wie kann man das besser machen?
33:37Hunde wollen in ihrem Besitzer jemanden haben, der sie führen kann, der auch fair ist in der Führung und der
33:42auch Kommunikation beherrscht.
33:43Und wenn das eben nicht gegeben ist, dann kommen die halt aus dem Ruder und fangen an ihre Halter zu
33:48erziehen.
33:49Und dann hat man halt genau das Problem und dann beißen die halt.
33:52Und was, wenn mich doch mal ein Hund anfällt?
33:55Hier drei wichtige Regeln.
33:56Nicht anstarren, nicht schreien und nicht weglaufen.
33:59Außerdem sollten Halter sich bei aggressivem Verhalten sofort professionelle Hilfe holen.
34:04Damit nicht noch mehr Hunde auf Vanessas Hilfe und Training angewiesen sind.
34:09Auch wenn sie für die allermeisten Hunde wieder ein Zuhause findet.
34:13Gefährliche Hunde sind also wegen uns gefährlich.
34:17Glücklicherweise erziehen die meisten ihre Vierbeiner aber vernünftig.
34:21Apropos, alle Hundebesitzer da draußen, seien sie mal ehrlich.
34:25Der erste Hund, der war bzw. der ist doch irgendwie was Besonderes.
34:29Und der Hund danach, hm, irgendwas fehlt da.
34:32Man hat mehr Ärger mit dem und vor allem am Anfang kommt man nicht so gut klar.
34:37Dieses Phänomen ist weltweit bekannt und hat auch einen Namen.
34:41Second Dog Syndrome.
34:43Zweiter Hund Syndrom.
34:44Das geht so weit, dass die zweite Anschaffung häufiger zurückgegeben wird als die erste.
34:50Assistenzhunde sogar doppelt so häufig.
34:53Aber das Problem sind nicht die Hunde, sondern wir.
34:55Wir blenden aus, dass die Anfangszeit mit dem ersten Hund auch kein Spaziergang war.
35:00Und wir vergessen, dass nicht nur er sich an uns angepasst hat, sondern wir uns auch an ihn.
35:05Das sind natürlich ziemlich große Pfotenstapfen, in die der neue Hund treten muss.
35:11Manchmal geht die Liebe zum ersten Hund sogar so weit, dass man ihn gleich doppelt will.
35:15In Südkorea lassen Besitzer ihre Hunde klonen, wenn sie zum Beispiel krank oder alt werden.
35:21Das ist dort erlaubt.
35:22Dazu wird das Erbgut aus der Körperzelle eines Hundes in eine spezielle Eizelle gepflanzt
35:27und der Embryo in die Gebärmutter eines anderen Hundes gesetzt.
35:31Zu 99 Prozent stimmt dann, so die Anbieter, der Klon genetisch mit dem ursprünglichen Lebewesen überein.
35:37Zwischen 2006 und 2019 wurden in einer südkoreanischen Firma allein 1400 Hunde für Privatleute geklont.
35:46Und mittlerweile gibt es auch Klonstationen in anderen Ländern, wie in den USA, wo die Tierheime ja eh schon überfüllt
35:53sind.
35:54Also ich, ich kann das nicht nachvollziehen und ich finde dieses Gottspielen auch mehr als fragwürdig.
35:59Und mal von der Ethik abgesehen, mehr Hunde heißt ja auch immer größere Auswirkungen auf Umwelt und Klima.
36:08Aber wie stark sind diese Effekte? Das hat sich meine Kollegin Ariane Alter von PULS angeschaut.
36:16Das ist Wolfgang. Viele sagen, es ist mein Hund, aber ich sage, es ist mein Liebling.
36:30Und wir kuscheln sehr viel. Und ich versuche ihn zu erziehen, aber er macht nicht so richtig mit.
36:35Es gibt nur eine Sache, da gehen wir irgendwie auseinander. Denn ich versuche, so gut es geht, klimaneutral und nachhaltig
36:42zu leben.
36:43Die Thematik ist ihm ziemlich egal. Ich meine, das Futter alleine, da fängt es ja schon an.
36:49Plastik. Und natürlich jede Menge Fleisch. Von den Dingern brauche ich drei am Tag.
36:59Und das alles zusammen veranlasst mich zu denken, klimatechnisch, glaube ich, ist das nicht so gut.
37:07Deswegen frage ich mich, was hat ein Haustier für eine Ökobilanz? Und wenn die dann schlecht ist, kann ich da
37:15was gegen machen?
37:15In Deutschland gibt es immer mehr Hunde. Heute gibt es fast doppelt so viele wie vor zehn Jahren.
37:222009 waren es noch 5,4 Millionen. 2022 schon 10,6 Millionen.
37:28Zuerst die gute Nachricht. Je kleiner das Tier und der Futterbedarf, desto besser fürs Klima.
37:34Jetzt die schlechte. Aufs Klimakonto eines 29 Kilogramm schweren Hundes gehen pro Jahr knapp 950 Kilogramm CO2.
37:41Das entspricht einer Strecke von etwa 2830 Autokilometern. Die kommen vor allem durch das Futter zusammen.
37:50Aber auch Fahrten zum Gassigehen tragen dazu bei.
37:55Ich versuche jetzt Wolfgangs Ökobilanz zu verbessern. Kein Plastik mehr und statt Fleisch vegan.
38:02Na, obwohl wie das schmeckt?
38:04Es gibt massigweise Blogs, die erklären, wie man das selber machen kann.
38:09Und das ist ja mega gut. Erstens kein Fleisch natürlich.
38:11Zweitens weißt du, woher das Gemüse kommt, weil das du ja selber aussuchen kannst.
38:15Und drittens keine Plastikverpackung mehr. Wolfgang, die Mutti kocht. Super.
38:22Wir werden veganer. Komm mit.
38:25Ich habe mich für ein Rezept entschieden. Das ist von einer Tierärztin. Auf YouTube habe ich das gefunden.
38:29Und dafür braucht man Karotten, Tofu, Leinöl. Ganz wichtig, kein Olivenöl vertragen Hunde nicht.
38:35Linsen, Soja, Joghurt und Mineralpulver. Es wird wahnsinnig gut. Das sieht man doch schon.
38:43Karotten stärken das Hunde-Immunsystem. Tofu und Linsen sind Top-Eiweiß-Lieferanten.
38:53Und das war es schon. Das ging ja schnell. Und das ist das einzige Futter, was ich auch essen würde.
39:00Mal sehen, ob er es isst. Der feine Herr.
39:04Der Fleischanteil im normalen Hundefutter wird zwar zum Großteil aus Schlachtabfällen wie Innereien gewonnen,
39:10aber an den durch die Tieraufzucht und Fütterung entstehenden CO2-Emissionen hat das Hundefutter natürlich trotzdem seinen Anteil.
39:18Und auch Verpackung und Transport des Futters zählen zur Ökobilanz.
39:23Beim Barfen, also der Fütterung mit Rohfleisch, bekommt der Hund neben einem höheren Fleischanteil auch höherwertiges Fleisch.
39:30Damit kann sich der Fußabdruck mehr als verdoppeln.
39:34Den Sojajoghurt, das ist quasi die Soße.
39:38Leinöl, bisschen Mineralpulver, das muss sein.
39:46Lau warm.
39:50Obwohl, das geht, ja ist okay, ist okay.
39:53Et voila, Wolfgang.
39:56Also ich würde es essen.
39:57Bleib.
39:58Aber ob es Wolfi frisst?
40:00Und hopp!
40:05Jawoll!
40:07Es schmeckt, da habe ich wohl gut gekocht.
40:10Und ohne Fleisch.
40:12Und in puncto Ökobilanz ist es super.
40:14Die Frage ist natürlich, geht das so für so einen Hund?
40:18Deswegen gehe ich jetzt zur Tierärztin und die soll mir mal sagen, ob das auch für den Hund und nicht
40:23nur fürs Klima eine gute Idee ist.
40:25Wolfgang, komm!
40:31Hallo!
40:32Frau Dr. Fritz.
40:36Das ist ja vegan.
40:38Mega gut.
40:39Kann man damit Hunde ernähren?
40:41Theoretisch ja.
40:43Praktisch muss man es wahrscheinlich im Detail gucken, ob es wirklich bedarfsgerecht ist.
40:47Aber ich denke, man kann sicherlich die Fleischmenge, auch beim Hund, wenn man auf die CO2-Bilanz achten möchte, durchaus
40:56reduzieren.
40:58Man muss schon berücksichtigen, dass die Hunde einen anderen Nährstoffbedarf haben als wir.
41:03Man braucht für fast jede selbst zubereitete Ration irgendeine Form von Nahrungsergänzung.
41:09Zum Beispiel, weil der Hund einen sehr hohen Eiweißbedarf hat. Können die pflanzlichen Zutaten im Futter den Bedarf nicht decken,
41:16braucht es ein Pulver dazu.
41:17Wenn ich jetzt einen besonderen Weg einschreiben will, aus welchen Beweggründen auch immer, das ist jedem selber überlassen, dann ist
41:24man gut beraten, wenn man sich da professionelle Hilfe holt.
41:28Damit man auch wirklich das, was ich erreichen möchte, ich wäre meinem Hund nicht schaden, dass ich auch sicher sein
41:33kann, dass ich es auch nicht tue.
41:35Und noch ein Tipp. Lieber große Verpackungen anstatt viele kleine Dosen oder Schälchen kaufen. Auch das schon die Umwelt.
41:42Jetzt sagen wir mal, du steckst da was rein in den Hund, das kommt ja auch irgendwann mal raus. Und
41:46dann musst du das aufheben mit der kleinen Plastiktüte.
41:49Etwa eine Tonne Kot kommt pro Hundeleben zusammen. Und diese Haufen schaden der Umwelt. Sie enthalten viele Nährstoffe wie Stickstoff
41:59und Phosphate, die in Gewässer und Böden gelangen.
42:02So trägt Hundekot gerade in sensiblen Ökosystemen zur Überdünnung bei und feuert das Artensterben mit an.
42:11Aufsammeln und entsorgen ist daher immer besser. Auch mit der Plastiktüte. Aber bei über 10,6 Millionen Hunden in Deutschland
42:19wären das über 21 Millionen Häufchen und Tütchen an nur einem Tag.
42:24So, jetzt wird's Zeit da, Plastik zu vermeiden, wo es mich tagtäglich nervt und mir auch immer ein schlechtes Gewissen
42:30macht. Wolfgang, wir gehen kacken.
42:34Siehste, fängt schon an.
42:40Ja, das kommt raus, wenn man einen Hund hat, ne? Das ist die größte Wurst ever. Größte hab ich noch
42:46nie gesehen, by the way.
42:47Aber es gibt ja anscheinend zu diesen kleinen Plastikdingern jetzt eine super Alternative, die ich noch nicht kenne und jetzt
42:54zum ersten Mal sehe.
42:55Rück sie raus. What? Also ich mach jetzt mal so, wie ich denke, ja? Für den schnellen Kack ist es
43:05nix.
43:05Glaub ich. Also bis ich hier mich fertig gebastelt habe. Ah ja. So, so, okay. Das ist ja wirklich das
43:14Unangenehmste, ne?
43:15Wenn du einen Hund hast und die Kacke von dem aufsammelst. Vor allem vor einem Restaurant. Da stelle ich mich
43:20doch nicht hin und zelebriere das noch feierlich.
43:22Ja, ja. Der hat gerade gekotet. Ich hole es mir. Das willst du doch so schnell wie möglich hinter dich
43:29gebracht haben.
43:29Na? Na? Na? Na, eh. Ihhh. Oh Mann, oh Scheiße. Mann! Na, jetzt komm.
43:53Also jetzt ein spaßiges Erlebnis war es nicht. Für die Umwelt ist das echt gut, weil plastikfrei.
44:00Und ich glaube, wenn man es dann auch so ein bisschen gecheckt hat, wie man es zusammenbastelt und greift, dann
44:04kann das eine Alternative sein.
44:06Und was richtig cool wäre, wenn man das an anderer Seite einfach irgendwo ausgleicht.
44:11Zum Beispiel weniger in Urlaub fliegen ist eh schlecht mit dem Haustier. Und so ein Plastikzeug kommt bei mir auch
44:16garantiert nicht mehr ins Haus. Versprochen.
44:19Und noch ein letzter Fun-Fact für Sie. Haben Sie schon mal an Hundepfoten gerochen?
44:24Falls nicht, dann tun Sie das mal unbedingt. Die meisten riechen nach Kino. Pfote?
44:32Also, ich meine damit nach Popcorn oder nach Tortilla-Chips. Kein Witz, Hunde verteilen über die Pfoten ihren Geruch für
44:39andere Hunde.
44:40Wie gut das riecht, hängt vom Hund ab. Der Grund dafür sind bestimmte Bakterien und Hefepilze, die oft zu süßlich
44:46bis würzig riechen.
44:47Also, schnuppern Sie mal an Ihren Vierbeinern. Bis zum nächsten Mal hier bei Quarks. Tschüss.
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