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00:05There is really a lot of courage to protect such big animals and take responsibility for the next 20, 30
00:10years.
00:12And for me they are like a family.
00:20I would say that so a Glücksherde is a certain luxury.
00:26There must be someone there, who has this financed.
00:35The Kühe and that Tierproject are for my mother like their sin in life.
00:48Winter im Erzgebirge.
00:51In Börnchen, einem Dorf 40 Kilometer südlich von Dresden, gibt es einen ganz besonderen Stall.
00:59Hier leben die Kühe, Ochsen und Kälber der Glücksherde.
01:11Conny Böttger hat sich freiwillig eine anspruchsvolle Aufgabe im Leben gesucht.
01:17Sie rettet seit acht Jahren Nutztiere vor dem sicheren Tod und gibt ihnen die Möglichkeit, unbeschwert alt zu werden.
01:42Das ist der Alwin.
01:43Und der Alwin stand komplett alleine im Stall.
01:47Ich habe den gefunden, dem waren die Ketten eingewachsen, der hat hier noch Narben obendrauf.
01:52Sein Zwillingsbruder ist abgeholt worden mit anderthalb Jahren zur Schlachtung.
01:56Und dann stand er anderthalb Jahre alleine vergessen.
01:58Der hatte zu wenig Wasser, der hatte zu wenig Futter.
02:01Und ich habe ihm gleich einen Leckstein mitgebracht, weil ihm fehlten Mineralien.
02:06Der hat in die Wand versucht zu beißen und hat versucht den Kalk rauszuholen, damit er die Mineralien bekommt.
02:12Und zwar wie ein verrückter Mensch, den wir gefunden haben.
02:18Jedes dieser Tiere hier hat seinen ganz eigenen Leidensweg.
02:23Das ist unsere Glücksherde.
02:25Die Tiere sind jetzt alle gerettet.
02:27Sie werden nie wieder geschlachtet.
02:29Sie sind wie eine Art Patchwork-Familie.
02:31Jede einzelne habe ich begleitet bei der Rettung.
02:34Von jeder Kuh weiß ich alles.
02:37Also ich kenne die ganze Geschichte.
02:40Und bin total stolz drauf.
02:42Also das ist der Wahnsinn.
02:44Also ich habe mit der ersten Kuh meines Großvaters angefangen.
02:46Und jetzt stehen jetzt hier insgesamt 41.
03:07Ihre Glücksherde trotz Energiekrise durch den Winter zu bringen, ist nur eine Herausforderung.
03:14Bei uns gerade im Moment gibt es so viele Anfragen und ich muss dann Nein sagen und muss wirklich sagen,
03:22wir können nicht helfen.
03:24Und das geht allen Lebenshöfen da draußen im Moment so.
03:27Wir versuchen wirklich noch den letzten Platz irgendwie herzuholen oder die Finanzierung aufzustellen.
03:32Das gelingt uns jetzt nicht mehr.
03:35Aber Nein sagen gelingt der 47-Jährigen auch nicht.
03:39Und so organisiert Conny schon wieder die nächste Tierrettung.
03:43Die Kuh, die jetzt als nächstes zu uns einziehen soll, ist fünf Jahre alt.
03:48Die Agathe.
03:49Und die Agathe ist die Lieblingskuh einer Landwirtin, die sie retten wollte.
03:55Die Rettungsaktion führt nach Chemnitz.
04:12In einer Milchviehanlage steht die Kuh Agathe.
04:16Als milchproduzierendes Nutztier hat sie ausgedient und eigentlich ist ihr Ende beim Schlachter besiegelt.
04:32Doch die Tierwirtin Isabel Schwind wollte, dass Agathe lebt und kaufte ihre Herzenskuh für 1000 Euro frei.
04:39Es war immer so ein schwerer Moment für mich, dass ich dann das Halsband abmachen musste und die Kuh auf
04:46den Hänger laden musste, dass ich gesagt habe,
04:49meine Agathe, die bleibt, komme was wolle, ich setze jetzt alle Hebel in Bewegung, dass sie leben darf.
04:55Ein sehr schöner Moment. Mein bestes Geburtstagsgeschenk wird gerade abgeholt.
05:04Agathe sieht die ganze Aktion skeptisch.
05:09Doch schon bald wird sie ein Teil der Glücksherde sein.
05:32Und das ist ein ganz großes Geschenk für das Tier, weil wir haben einfach jetzt ihr Leben gerettet und sie
05:39muss jetzt nie wieder Milch geben.
05:41Sie ist heute früh das letzte Mal gemolken worden und sie darf jetzt ihr Leben genießen.
05:47In Börnchen im Erzgebirge wartet Connys Team schon auf den Neuzugang.
05:52Sie alle sind Mitglieder des Vereins Tierparadies Muriel.
06:05So, Mäuschen, komm.
06:09So, Mäuschen, komm.
06:11So, Mäuschen, komm.
06:12Fein.
06:13Super.
06:14So, ist fein.
06:15So, Mäuschen, komm.
06:15So, Mäuschen, komm.
06:17Und?
06:20Es wär's schon immer hier gewesen.
06:25Ja.
06:27Ich wär grad glücklich.
06:31Dass sie endlich da ist.
06:32and that it can stay, that it doesn't have to give them for the other Kuh here at the Schlachthof.
06:46Agathe, Coup Nr. 42 of the Glücksherde,
06:49wartet jetzt ein Grundkurs in Sachen Hierarchie.
06:55Siehst du, pass auf, es geht schon los, es ist Bella und Bella
06:59ist eigentlich ein Kampfrissschwein, sag ich immer so, das darf man eigentlich gar nicht sagen.
07:03Und Bella findet es jetzt nicht witzig, dass sie jetzt hier sofort frisst.
07:09Sie guckt jetzt erstmal und Bella ist sehr rankhoch,
07:13das heißt, die wird sie sich wahrscheinlich dann einsortieren unter sich.
07:19Das wird jetzt ein Vierteljahr ungefähr dauern, dann kennt sie hier die ganzen Prozesse
07:23und dann wird Agathe einfach so sein, also sie zeigt sich ja jetzt schon so,
07:28als wäre sie eigentlich schon immer hier.
07:32Der Wunsch, Kühe zu retten, entsteht bei Conny in ihrer Kindheit.
07:37Damals lebt sie auf einem Bauernhof in Radeburg bei Dresden.
07:42Das ist das Grundstück, wo ich aufgewachsen bin als Kind.
07:45Meine Urgroße haben hier gelebt und bei denen bin ich mehr oder weniger auch teilweise aufgewachsen,
07:51weil meine Eltern im Dreischichtsystem arbeiten gegangen sind.
07:53Wir hatten hier Schweine, Kühe, wir hatten Katzen.
07:58Ich hieß ja immer Katzenjule, weil ich mich immer um die Katzen gekümmert habe.
08:01Die sind mir entgegengekommen, als ich von der Schule kam.
08:04Das war so ein bisschen meine Freude.
08:05Wir hatten hier Hühner und manchmal auch Enten noch.
08:08Die Hühner und die Enten wurden bei uns hier geköpft tatsächlich, so wie es eben hier überall dann war.
08:14Hinter diesen Toren standen die Kühe. Immer angekettet, ohne Auslauf.
08:19Das war in den 70er Jahren gängige Nutztierhaltung.
08:24Ich habe es halt mit Kinderaugen gesehen und mit Kinderaugen habe ich die Ketten klirren hören.
08:29Und das waren für mich gefühlt, als wären da Schwerverbrecher gewesen.
08:32Die durften keinen Kontakt zu den anderen Kühen haben, die durften keinen Kontakt zu mir oder zu meinen Großeltern haben.
08:40Die konnten sich ja nicht rumdrehen. Die Kette habe ich zu Hause, das waren 70 Zentimeter.
08:45Und das anderthalb bis zwei Jahre, dann sind sie auf den Transport gestiegen und in die Schlachtung gefahren.
08:50Das war für mich ganz schlimm, allein, ohne Artgenossen, angekettet, nur dastehen zu müssen und isoliert und einsam zu sein.
09:01Als 2015 das Ende des Bauernhofes kommt, ergreift Conny ihre Chance.
09:06Mein Großvater kam ins Krankenhaus und alle Tiere mussten jetzt gehen.
09:12Das heißt, hier war noch eine Kuh drin und ich wollte gern diese Kuh haben, um vor der eigenen Haustiere
09:18mit Tierschutz zu beginnen und einfach diese Kuh zu retten.
09:21Weil das war für mich hier eine Haltungsform, die ich gern besser machen wollte oder ihr das ermöglichen wollte.
09:28Ich wollte einfach zeigen mit der letzten Kuh, ja, wir heilen das wieder.
09:35Bella, die letzte Kuh vom Großvater, wird zur ersten Kuh der Glücksherde.
09:45Und hier lebt sie jetzt völlig unbeschwert.
09:55Ich denke mal, dass ich eine sehr hohe Empathie besitze und damit auch wirklich diese Tiere fühle.
10:01Mehr als vielleicht auch andere und dementsprechend, wie andere wirklich auch leiden.
10:08Wir leiden wirklich tatsächlich, wenn wir sehen, dass Tiere eben in schlimmen Situationen sind.
10:14Das macht uns manchmal auch wirklich verwundbar, weil wir einfach Dinge so nah an uns ranlassen,
10:21beziehungsweise auch das, ja, eben mit vollem geöffneten Herzen erleben.
10:26Und das ist manchmal nie einfach auszuhalten.
10:33Doch Empathie allein macht die Kühe nicht satt.
10:36Deswegen ist Conny froh, im Erzgebirge einen landwirtschaftlichen Betrieb gefunden zu haben,
10:42bei dem sie ihre Glücksherde einstellen konnte.
10:48Thomas Hubald und sein Team von Gut Börnchen füttern, missten aus und kümmern sich um das Wohl der Tiere.
10:56Für beide Seiten ist es eine Win-Win-Situation.
10:59Conny suchte für die immer größer werdende Glücksherde eine Bleibe.
11:04Und im Gut Börnchen gab es freie Stallungen, weil ein Geschäftszweig eingestellt wurde.
11:09Carina guckt schon wieder skeptischer.
11:11Ja, die Schubs sind wieder schnell wieder weg.
11:15Ich habe schon ein halbes Jahr einen passenden Stall gesucht,
11:19wo auch so viele Tiere überhaupt unterkommen können.
11:22Weil es waren ja doch schon einige.
11:24Wir hatten die Tiere auf zwei Standorte mittlerweile verteilt, weil es nicht mehr gereicht hat, der Platz.
11:29Und wir haben uns dann hier kennengelernt im Stall.
11:32Und dann wurde mit der Stall das erste Mal gezeigt.
11:34Und das war echt beeindruckend.
11:37Als die Tiere zu uns gekommen sind, hat man das natürlich auch irgendwo mit einer Skepsis gesehen.
11:42Meine Mitarbeiter waren skeptisch.
11:44Jetzt kommen irgendwelche Pflegefälle zu uns.
11:46Die wussten ja aus unserer Haltung, dass wenn ein krankes Tier irgendwo im Stall steht,
11:52dass das mit mehr Arbeit verbunden ist.
11:55Und jetzt soll man solche Tiere bis zum Lebensende irgendwo pflegen.
12:00Und das wird dann natürlich von Mitarbeitern und auch von mir skeptisch gesehen.
12:05Es wird sich jetzt herausstellen, wie das dann finanziell getragen wird.
12:09Weil natürlich ein krankes Tier dann immer mehr Aufwand bedeutet als ein gesundes Tier,
12:15was auf der Weide steht und ordentlich fressen kann.
12:20Der Kuhstall in Börnchen ist ein spezieller Ort.
12:24Links stehen die Nutztiere des Betriebes als Wirtschaftsfaktoren.
12:28Und rechts lebt Connys Glücksherde.
12:36Ich würde sagen, so eine Glücksherde zu halten, das ist auch ein gewisser Luxus.
12:42Es muss erst mal jemand da sein, der das finanziert.
12:44Es würde wahrscheinlich auch nicht funktionieren, wenn wir nicht nebenbei noch so einen konventionellen Betrieb hätten,
12:50der wirtschaftlich arbeitet.
12:52Nur irgendwo für sich einen Stall zu haben und so eine Glücksherde aufzubauen,
13:00da brauchen wir schon ein gewisses Vermögen, um das irgendwo zu stemmen.
13:15Rindern ein Leben zu ermöglichen, ohne dass sie Milch- oder Fleischlieferanten sind,
13:20das ist der Auftrag der TierretterInnen vom Verein Tierparadies Muriel.
13:27Doch ohne Geld geht das natürlich nicht.
13:30Deswegen braucht jede Kuh der Glücksherde auch einen oder mehrere Paten.
13:35Hey Kalle.
13:36Na Kalle?
13:37Na, wie geht's dir?
13:38Pro Kuh und Monat kostet das 120 Euro.
13:43Desiree Jahnke und ihre Familie zahlen das gern, um einem Tier, das keine Lobby hat, das Leben zu retten.
13:49Der Kalle ist eine Handaufzucht gewesen, wie ich dir schon erzählt habe.
13:53Und der Kalle, der liebt das gestriegelt zu werden.
13:55Kannst ruhig fest aufdrücken, weil die brauchen ein bisschen, ja, die mögen das.
14:00Guck mal dort.
14:02Oh, das ist schön.
14:03Das war die Stelle.
14:05Und du kannst auch hier schön am Hals legen, guck mal.
14:07Und auch hier so richtig schön hier drüber, das mögen die auch gerne.
14:11Genau.
14:12Na Kalle?
14:20Total cool.
14:21Total cool.
14:22Und so ein großer Kerl.
14:25Das ist schon ein Krafttier, ne?
14:27Ja.
14:29Auf der Weide war das ja nicht so möglich, dass wir den da so besuchen konnten.
14:33Das stimmt, da habe ich ihn ja von Weitem gesehen.
14:35Und der wollte ja auch nie zu uns kommen letztes Mal.
14:38Genau.
14:42Kalle als Patentier zu nehmen, war eine Familienentscheidung.
14:47Also die Auswahl ist sehr schwer gefallen, welcher sein wird und sein darf.
14:52Aber der ja den gleichen Spitznamen wie mein Bruder hat, wussten wir dann gleich, okay, da wird's der Kalle.
15:00Und Kalle animiert zum Fleischverzicht.
15:04Ich weiß jetzt, es geht auch anders, dass man den Kühen auch mit Liebe begegnen kann
15:10und die nicht nur da sind, um gegessen zu werden.
15:13Und das hat auch lange bei meiner Oma gedauert und bei meiner Familie.
15:18Aber ich bin mit gutem Beispiel vorangegangen und habe gezeigt, dass es auch anders geht.
15:22Die Omas essen kaum mehr Fleisch, mein Bruder isst kein Fleisch mehr, meine Mutter nicht mehr, ich nicht mehr, aber
15:27mein Vater noch.
15:28Also den kann man nicht so richtig überzeugen.
15:35Patentag bei der Glücksherde.
15:38Regelmäßig bietet Conny den UnterstützerInnen die Möglichkeit, in Kontakt mit ihren Patentieren zu kommen.
15:51Kühe retten begeistert immer mehr Menschen. Ehrensache, dass der Kuchen vegan ist.
15:58Na, hallo.
15:59Hallo.
16:01Na, geht's euch gut?
16:10Wir haben über 150 Patenschaften und jetzt muss ich immer so, früher kannte ich alle, aber jetzt gelingt es mir
16:17nicht mehr immer, alles zusammen zu bekommen.
16:19Hier ist die Annette, das ist ja auch Mitglied geworden, also verhaftet einfach.
16:25Und die Annette ist ja Patin von Oma Rosinchen, hat sie ja auch gerettet.
16:32Viele Jahre arbeitete Annette Präsang in einem großen Milchviehbetrieb in Leipzig und hatte dort eine ihrer vielen Kühe besonders ins
16:40Herz geschlossen.
16:42Also ich habe eine Kuh gehabt, die hieß Rosi und die habe ich mir richtig schön handzahmen gemacht, ist aber
16:48leider nur elf Jahre geworden und das ist ihre erste Tochter gewesen.
16:54Und die ist in meinen Arm eingeschlafen und da habe ich ihr versprochen, ihre erste Tochter zu retten.
17:01Irgendwie, dass die nicht auf den Schlachthof geht.
17:04Rosinchen hat noch einen Kälber gebracht, die ist jetzt 15, bringt keinen Nutzen mehr.
17:11Nur noch als Fleisch, sagen wir mal. Und da habe ich mir dann im Internet, habe ich dann rumgeschnackt, habe
17:16dann Conny gefunden und habe sie gefragt, ob wir sie nicht retten können, ob sie nicht mit in die Muriel
17:22kommt.
17:24Und somit haben wir sie abgekauft. Ich habe eine Patenschaft übernommen. Ja und seitdem ist sie hier. Und ich hänge
17:32an ihr. Das ist ganz wichtig. Das ist mein Liebling.
17:36Annett nutzt jede Gelegenheit, ihr Rosinchen zu besuchen.
17:43Guten Appetit.
17:51Kühe sind was Faszinierendes. Sie haben große Kolleraugen. Jede Kuh ist einzigartig. Jede Kuh hat andere Ohren, anderes Gesicht.
18:04Neurosinchen. Kühe haben einen ganz eigenartigen Charakter. Sie sind groß und wuchtig, aber auch lieb.
18:13Eigentlich könnte Conny rund um die Uhr Kühe retten, wenn da nicht ihr ganz normaler Job noch wäre.
18:20Conny arbeitet in Vollzeit als Oberarztsekretärin an der Uniklinik in Dresden.
18:31Sofort, wenn ich hier in die Klinik reinkomme, ist mein Job. Und wenn ich rausgehe, ist es dann wieder der
18:36Tierschutzverein.
18:37Und so muss ich terminiert arbeiten und wirklich auch meinen Tag halt anpassen.
18:45Auch die Kolleginnen und Kollegen mussten sich an Connys spezielle Mission gewöhnen.
18:52Die ersten Reaktionen, wo ich meine erste Kuh geholt habe oder gerettet habe, die waren natürlich sehr verhalten und erstmal
19:00so staunend, wie jetzt eine Kuh gerettet.
19:04Das haben sie nicht verstanden, aber das hat auch das restliche Umfeld nicht verstanden.
19:07Und die haben gedacht, das geht bestimmt irgendwann wieder weg, diese Euphorie. Und haben wir gedacht, wir beobachten das mal.
19:17Und dann wurde das immer mehr und immer größer. Und dann kam das Staunen hinzu.
19:24Und dann fing man an, selber sich für Kühe, für Rinder zu interessieren.
19:29Und tatsächlich haben wir jetzt hier schon einige Paten mit im Klinikum, die das mit unterstützen und auch wirklich gern
19:34mit unterstützen.
19:36Connys Chef, Prof. Dr. Christian Vogelberg, hat die Kuhrettungen von Anfang an verfolgt.
19:43Er ist bisher kein Pate geworden, findet das Engagement für die Tiere aber beachtlich und hat auch schon für Connys
19:50Verein gespendet.
19:52Doch mag die Sympathie für die Sache auch noch so groß sein, ihren Job muss Conny trotzdem hochkonzentriert erledigen.
19:59Die Tierrettung findet ausschließlich in der Freizeit statt.
20:03Natürlich kann man sich bei Frau Bettger fragen, was verändert das jetzt die Welt, wenn sie jetzt 10, 20, 30
20:10Kühe rettet und die Zustände bei den anderen bleiben so unverändert, wie sie sind.
20:16Aber ich glaube, das ist eine Frage, die kann man nicht wirklich an Zahlen festmachen, sondern Frau Bettger engagiert sich
20:23für diese Kühe, weil sie für sich erkannt hat, dass das eine problematische Situation ist.
20:28Und es ist ihr Anliegen, das zu verändern und das völlig in Ordnung.
20:33Man kann das ja auch mit anderen Situationen vergleichen, wenn ich mich für beispielsweise Menschen einsetze, Patenschaften übernehme.
20:39Dann verändere ich auch nicht die ganz große Situation, aber ich verändere es für diesen einzelnen Menschen und ich glaube,
20:45das ist das Entscheidende hier.
20:56Am Abend nimmt sich Conny Zeit für ihren 17-jährigen Sohn Julien.
21:02Früher war er oft dabei, wenn die alleinerziehende Mutter Kühe rettete.
21:07Doch irgendwann wurde es Julien zu viel.
21:10Er wollte sich lieber mit Freunden treffen und seine Freizeit selbst gestalten.
21:19Ich glaube, ich bin kein Kuhretter. Ich glaube, ich bin wenn dann so ein kleiner Unterstützer, der Leute Kuhretter unterstützt,
21:27also meine Mutter.
21:28Meine Mutter macht halt Kühe retten glücklich und damit rettet sie viele Lebewesen und macht halt auch viele Kühe glücklich.
21:34Und sie macht viele andere Leute glücklich. Und es ist etwas sehr Schönes, aber ich denke nicht, dass jeder ein
21:40Kuhretter werden muss.
21:41Ich denke einfach, dass jeder das machen sollte, was ihn glücklich macht und das auch anstreben sollte.
21:48Und wenn es halt der Kuhretter ist, dann wird es der Kuhretter und wenn nicht, dann nicht.
21:53Es ist März und die Kühe kriegen langsam Lagerkoller. Da ergreift Henry Sousa die Initiative.
22:00Er ist der zweite Vorsitzende vom Tierparadies Muriel.
22:06Der Winter ist ja nun dieses Mal besonders lang und da versuchen wir halt unseren Tieren mal kurz Freigang zu
22:14geben.
22:14Hofpause sagen wir dazu und deswegen stellen wir die Teile hier auf, damit sie die Hofpause nicht zur Flucht nutzen.
22:22Und ja, da denke ich mal, geht's klar los und wir holen sie raus.
22:34Rinder retten, das ist auch für Henry zu einer Herzensangelegenheit geworden.
22:44Und einfühlsam sind diese Tiere auf jeden Fall. Als nämlich Henrys Frau Annette vor einem Jahr stirbt, ist es eine
22:52Kuh aus der Glücksherde, die ihn tröstet.
22:57Das ist Carina, eine von den Tieren oder eines von den Tieren, was mir besonders ans Herz gewachsen ist.
23:05Was mir auch, wo ich das erste Mal, nachdem meine Frau gegangen war, wieder hierher kam, kam ich den Weg
23:13hochgefahren zur Weide.
23:15Und ja, die Herde war nicht zu sehen. Carina stand da und guckte mich an.
23:21Das war, da war es aus bei mir. Das war auch so ein Herzenstier von Annette.
23:28Und als sie dann dort stand und mich sozusagen begrüßte, schön, dass du da bist, da hat es mir für
23:36zehn Minuten den Boden unter den Füßen weggezogen.
23:43Dann ist für Carina und all die anderen die Hofpause schon vorbei.
23:49Und Conny hat mal wieder Nachtschicht. Bürokratische Vereinsarbeit und natürlich geht's ums Geld.
23:57Spenden akquirieren und Tierpaten suchen.
24:02Jedes Tier bei uns braucht ungefähr 120 Euro monatlich. Das bedeutet, dass wir da auch Pensionskosten, Tierarztrücklagen, dann Tierseuchenkasse und
24:15auch Klauenpflege mit dabei haben.
24:18Und das, jetzt haben wir derzeit 42 Tiere und das im Jahr sind ungefähr so knapp 60.000, mit denen
24:25wir jetzt im Moment jonglieren müssen.
24:37Wo 42 satt werden, ist auch Platz für 44.
24:43Ich stelle euch vor den Kindergarten.
24:51Die Neuen sind Fjellrinder. Das ist eine schwedische Rinderrasse, die schon die Wikinger mit auf ihre Boote genommen haben.
24:59Die beiden hier allerdings kommen aus norddeutschem Privatbesitz und gehören Katrin Maasberg.
25:06Die suchte nach dem Tod ihres Mannes eine neue Bleibe für die Tiere.
25:19Und?
25:22Überwältigen, ganz ehrlich. Wirklich. Ich danke dir.
25:33Dass meine Tüter es mal so gut haben werden. Ich habe es ihnen immer gewünscht. Aber...
25:51Katrin, wie heißen die jetzt nochmal genau richtig?
25:54Das ist Tilda. Die Tilda hat so eine kleine schwarze Krone hier oben. Daran kannst du erkennen.
25:59Und das andere ist die Freya. Tilda, das war eine schwedische Königin. Und Freya war eine schwedische Göttin.
26:08Okay. Schöne Namen ausgesucht, dachte ich.
26:14Mein Mann ist vor vier Jahren verstorben und es war unser gemeinsames Hobby.
26:21Und ich habe tatsächlich festgestellt, Rinderharm ist ja ganz schön.
26:26Aber die Arbeit, die damit zusammenhängt, ja, die ist auch nicht ohne. Man wird nicht jünger.
26:34Die Glücksherde wird größer und größer. Ein stetig wachsendes Projekt.
26:41Ich bin gerade am überlegen, ob wir diese, den ganzen Kindergarten zusammenlassen und eine neue Herde bilden.
26:49Weil die Glücksherde ist jetzt schon so groß, dass wir jetzt wieder eine neue Herde eröffnen müssen.
26:55Und ich glaube, so wie sie jetzt da stehen und mit noch ein paar mehr dazu, könnte eine neue Herde
27:02werden.
27:04Mitte April. Endlich sind die Wiesen im Erzgebirge wieder grün.
27:09Heute ist Weideaustrieb. Ein großer Tag für Menschen und Rinder.
27:15Das ist für die der schönste Tag im Jahr und für uns erst recht.
27:18Das ist für uns wie die Ernte von dem ganzen Jahr.
27:23Gleich muss alles klappen. Fast 50 Kühe wollen raus.
27:28Die haben schon Frühlingsgefühle. Das hat man schon im Stall gemerkt. Die Sonne steigt höher und die Tiere kriegen das
27:34auch mit.
27:37Dann endlich Freiheit.
27:55Sssssh.
27:58Sssssh.
27:59Sssssh.
28:02Ssssh.
28:03Sssssh.
28:05Sssssh.
28:08Sssssh.
28:16Sssssh.
28:18Ssssh.
28:22Ssssh.
28:24Ssssh.
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28:26Ssssh.
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28:27Ssssh.
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28:27Ssssh.
28:30Ssssh.
28:52Ssssh.
29:20I'll see you next time.
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