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00:00We are always younger, at least biologically.
00:04Is our age only a number of times?
00:07Will you always live?
00:08That's behind it.
00:09Younger, fitter, longer living.
00:12In the search of the optimum,
00:14many people track their body.
00:16This, I'm going to be in me or something,
00:18I don't know what's going on.
00:20What does it need to be healthy?
00:23What does the science mean?
00:24Prävention is good,
00:27but Prävention alone
00:28does not make a long life.
00:33Developing and erfülling new習慣le.
00:36Probate that out.
00:39Now, by Quarks.
00:44Hello, I don't know how long you've seen Quarks.
00:47Welcome, that you are here.
00:49I've got 144 episodes and 11 seconds.
00:53We are on the best way together, old to be.
00:57Old to be.
00:58Old to be.
00:59Old to be.
01:00Old to be.
01:01Old to be.
01:01Fitness is very important.
01:03Forschende have seen the mental and mental and mental
01:05and mental abilities.
01:07They are a little bit older than me.
01:09And they have found,
01:1070 is the new 60.
01:1368 is the new 62.
01:16Aktuelle Forschung zeigt,
01:18the Alter comes schubweise.
01:19So, how I use my calendar.
01:21I use my calendar.
01:22Every couple of weeks,
01:23I have forgotten,
01:25every day,
01:26every day.
01:27That's what I do.
01:29I have to do.
01:30Altersschübe
01:31with middle 40
01:32and 60.
01:34That's a good time,
01:35to ask,
01:36how fit I am.
01:38And can I do anything to do?
01:39The research boomed to longevity.
01:42Wörtlich übersetzt,
01:43Langlebigkeit.
01:45My colleague Frank Seibert
01:46asked,
01:47how we longer
01:47are healthy.
01:48I track different parameters,
01:51to find out,
01:52how fit I am.
01:54I check my smart phone
01:58to show my smart phone,
01:58to show how fast I am going.
02:01I find it really exciting to see,
02:03welche Daten ich da alle sammeln kann.
02:07Aber helfen mir diese Daten wirklich,
02:09gesund zu bleiben und länger zu leben?
02:17Meine Spurensuche beginnt in Österreich.
02:19Hier treffe ich einen Hobbysportler,
02:21der zwar älter ist als ich,
02:23aber der mir in Sachen sportlichem Lifestyle
02:25einiges voraus hat.
02:27Hi.
02:28Hi.
02:28Ich bin Frank.
02:29Ich bin Markus.
02:30Wir sind fertig zu meinem kleinen Radator.
02:32Ja, sehr schön.
02:34Markus ist 51 Jahre alt,
02:36Familienvater
02:37und selbstständiger Unternehmensberater.
02:41Gut.
02:46Außerdem ist Markus begeisterter Hobbysportler.
02:50Regelmäßig nimmt er an Triathlons teil.
02:53Und dafür ist jede Menge Training angesagt,
02:57in das er viel Zeit investiert.
03:04Auf unserer gemeinsamen Tour merke ich direkt,
03:07wie fit Markus ist.
03:09Woran nimmst du die Motivation,
03:11so viel Sport zu machen?
03:13Wenn ich Sport mache,
03:15geht es mir einfach körperlich und mental besser.
03:18Und der Sinn ist,
03:20vielleicht auch einfach im Alter fit zu bleiben.
03:21Ich habe da mit meinem Schwiegervater auch ein tolles Vorbild,
03:24muss ich sagen.
03:25Der wird jetzt 80,
03:27fährt noch Rennen mit,
03:28ist topfit.
03:29Und ich glaube,
03:31auch das ist eine Motivation,
03:32durch Sport einfach auch im Alter fit zu bleiben.
03:35Der Wunsch nach einem langen und vor allem fitten Leben
03:38heißt für Markus,
03:40seine Leistung ständig zu optimieren.
03:45Mit seinem Ziel von ständiger Leistungssteigerung liegt Markus voll im Trend.
03:50In den letzten Jahren sind die Anzahl der Fitnessstudio-Mitgliedschaften,
03:54Tracking-Apps und der Umsatz durch Sportartikel massiv in die Höhe geklettert.
04:01An der Universität des Saarlandes untersucht die Soziologin Anja Röcke,
04:06woher dieser Trend zum Selbstoptimieren eigentlich kommt.
04:09Anja, liegt es in der Natur des Menschen, sich selbst optimieren zu wollen?
04:14Also es ist ein moderner Ausdruck einer sehr langen Tradition der Selbstverbesserung.
04:18Was würdest du sagen, ab wann ist man denn optimiert?
04:21Das Optimum ist ja das Bestmögliche, aber die Optimierung verzeitlicht
04:26oder verstetigt eben diese Suche nach dem Optimum.
04:28Also man kommt nie an sein Ziel.
04:30Man muss immer, oder man will, man muss, ist oft nicht so klar, immer weitermachen.
04:35Also von der Idee her, von der Logik her, ist eben Optimierung,
04:38Selbstoptimierung ein Prozess ohne Ende.
04:40Ganz neu auf dem Markt sind sogenannte Longevity-Center.
04:44Private Praxen, die sich mit Langlebigkeit beschäftigen.
04:47Nicht selten an Orten mit hohem Durchschnittseinkommen, wie hier in Zürich.
04:58Hallo Frank, schön dich zu sehen.
04:59Hallo.
05:00Gut angekommen?
05:01Ja, super.
05:02Bitte sehr.
05:03Anna Erath ist Ärztin für Innere Medizin, Sportmedizin und leitet das Longevity-Center.
05:14Anna, du beschäftigst dich hier mit Longevity. Was ist das denn eigentlich?
05:17Wenn wir von Longevity sprechen, sprechen wir eigentlich von der Optimierung der Gesundheit
05:22und das Erreichen von der bestmöglichsten Gesundheit, was eine Person, ein Individuum erreichen kann.
05:29Wenn wir von Outro sprechen oder von einem PC sprechen, dann macht man ja immer ein Update
05:35und man schaut immer, dass alles gut läuft.
05:37Und warum sollten wir das nicht, wenn es um unsere Gesundheit geht, warum sollten wir
05:43nicht ein bisschen auch dort ein bisschen investieren?
05:47Auch Roman möchte in seine Gesundheit investieren.
05:49Er ist 38 Jahre alt und Führungskraft in einem internationalen Baukonzern.
05:54Was bedeutet Langlebigkeit für dich, also so lange gesund zu leben? Wie wichtig ist das?
06:01Das ist eine gute Frage. Also will man ewig leben, steht ja irgendwie dahinter als Frage.
06:08Ja, ich würde gerne bis zum Schluss sozusagen möglichst gut leben.
06:15Dafür nimmt Roman in der Schweiz auch seine kassenärztliche Vorsorge wahr.
06:20Doch die Untersuchungen hier gehen darüber hinaus.
06:23So erwartet ihn neben einer Blutprobe auch eine Speichelprobe zur Untersuchung seiner DNA,
06:29ein Ganzkörperscan, der den Fettanteil seines Körpers bestimmen soll und ein Test seiner Griffkraft.
06:41Den will ich auch ausprobieren.
06:47Deutlich unter dir. Mehr sage ich nicht.
06:52Die Langlebigkeitsmedizin setzt auf Prävention.
06:55Während die meisten von uns erst zum Arzt gehen, wenn Beschwerden auftauchen,
07:00sollen die umfangreichen Untersuchungen der Longevity unbekannte Risiken oder Krankheiten aufdecken,
07:05bevor sie zum Problem werden.
07:07Zum Beispiel Allergien oder Autoimmunerkrankungen.
07:10Dann kann man gezielt dagegen vorgehen, damit man erst gar nicht krank wird.
07:16Ein Checkup im Center fängt bei 1800 Euro an.
07:21Jetzt ändert sich die Kraft ganz schnell. Pass auf.
07:23Schneller. Schneller.
07:26Schneller.
07:27Pohle, Pohle, Pohle, Pohle.
07:30Oh, ja.
07:34So anstrengend aus auf jeden Fall.
07:36Ja, jetzt ist sie ein bisschen anstrengend.
07:39Krankenkassen übernehmen diese Kosten nicht, weil die Studienlage zur Frage,
07:43ob Longevitymedizin das Leben tatsächlich verlängert, bislang noch sehr dünn ist.
07:47Aus deiner Sicht, wie viel bist du bereit dafür, für deine Gesundheit auch auszugeben, zu zahlen?
07:54Ich möchte es gern so ein bisschen Schritt für Schritt angehen.
07:57Und deshalb mal schauen, was jetzt rauskommt und wie pragmatisch dann die Maßnahmen sind.
08:05Und ja, danach wird sich das so ein bisschen richten.
08:08Ich glaube schon, dass es sehr viel Sinn ergibt, zu versuchen, gesund zu bleiben und nicht erst wieder gesund zu
08:14werden, wenn man dann nicht mehr gesund ist.
08:17Tatsächlich sind fast alle über 80-Jährigen mit mindestens einer Erkrankung in Behandlung.
08:22Oft sogar mit mehreren.
08:24Fortschritte in der Vorsorge und Prävention von Krankheiten zählen zu den wichtigsten Gründen,
08:29warum wir heute überhaupt erst so alt werden können.
08:37Wer vorsorgt, lebt länger.
08:39Jedes Jahr sterben in Deutschland über 120.000 Menschen an Ursachen, die durch Prävention vermeidbar gewesen wären.
08:48Ist Langlebigkeitsmedizin also der Schlüssel, um gesund alt zu werden?
08:53Darüber möchte ich mit der Psychologin Christina Röcke sprechen.
08:58Sie forscht an der Uni Zürich zu Faktoren, die ein gesundes Altern möglich machen.
09:04Ich war in einem Zentrum, in dem viele Tests gemacht werden, auch präventive Tests.
09:10Und erst mal finde ich, das ist doch erst mal ein guter Ansatz zu sagen,
09:15wie können wir ein gutes und langes, gesundes Leben haben, oder?
09:20Das ist grundsätzlich ein guter Ansatz, würde ich auch sagen.
09:23Prävention ist gut, aber Prävention allein auf körperlicher Ebene macht noch kein gelingendes, langes Leben.
09:33Wenn ich tatsächlich entscheiden kann, was ist mir denn persönlich wichtig, womit verbringe ich gerne meine Zeit?
09:40Spiele ich gerne mit den Enkeln? Lese ich gerne Bücher?
09:43Wir sind mehr als unsere körperliche Gesundheit.
09:47Studien zeigen, dass die Lebensqualität im Alter nicht nur von körperlicher Fitness abhängt,
09:52sondern auch von Selbstständigkeit, Teilhabe an der Gesellschaft und sozialen Beziehungen.
09:57Auch wenn Sie sich jetzt viele Gedanken machen, was Sie bei sich noch verbessern können,
10:02wie wir altern, entscheidet sich zum Teil noch, bevor wir überhaupt geboren sind.
10:06Wir altern zum Beispiel schneller, wenn unsere Mütter um den Zeitpunkt unserer Geburt geraucht haben.
10:10Also nicht unbedingt direkt im Kreißsaal während der Geburt, mehr so während der Schwangerschaft.
10:15Forschende haben sich die Daten von fast einer halben Million Menschen angesehen und dabei die Feststellung gemacht,
10:20unsere Erbanlagen bestimmen in Teilen, wie alt wir werden können.
10:24Aber was wir essen, ob wir rauchen oder Sport machen, wie und in welcher Umgebung wir leben,
10:29hat zehnmal mehr Einfluss auf unser Sterberisiko als unsere Gene.
10:33Und das wird oft unterschätzt.
10:36Der Wissenschaft sind 25 Faktoren bekannt, die das Leben verkürzen können.
10:41Einige wenige dieser Faktoren können wir leider nicht ändern.
10:44Darunter, Überraschung, ein höheres Alter.
10:47Und schade für mich, Mann zu sein.
10:50Aber über 20 dieser Faktoren können wir beeinflussen.
10:53Gut sind ausreichend Schlaf und ausreichend Bewegung und ausreichend soziale Kontakte.
11:00Freunde oder Familie zu haben, sozial vernetzt zu sein, ist schön.
11:05Aber macht uns das auch gesünder? Also vergleichbar mit ausgewogener Ernährung oder Sport?
11:14Einer der ersten wissenschaftlichen Hinweise stammt aus den 1970er Jahren.
11:19Forschende analysierten Daten von fast 7000 Menschen.
11:23Unter anderem untersuchten sie den Effekt von sozialen Netzwerken.
11:29Sie verglichen besser Vernetzte mit eher einsamen Menschen.
11:33Es zeigte sich, im Laufe von neun Jahren waren deutlich mehr von den Einsameren verstorben als aus der Gruppe der
11:40sozial Vernetzten.
11:43In einer jüngeren Untersuchung hat man die Daten von noch mehr Menschen statistisch ausgewertet, nämlich von drei Millionen.
11:50Und das über einen sehr langen Zeitraum.
11:55Auch dabei zeigte sich, Einsamkeit erhöht die Sterblichkeit.
12:00Die Forschenden verglichen den Effekt sogar mit der Wirkung von hohem Übergewicht oder Zigarettenkonsum.
12:07Woran kann das liegen?
12:09Vielleicht weil vernetzte Menschen schlicht mehr Hilfe bekommen, wenn sie krank sind, beim Einkaufen, Verbände wechseln oder bei Arztbesuchen.
12:17Die erhöhte Sterblichkeit kann auch noch einen weiteren Grund haben.
12:21Man hat gemessen, dass einsame Menschen mehr vom Stresshormon Cortisol im Körper haben und weniger Immunzellen.
12:29Soziale Kontakte zu pflegen hat also einen vergleichbaren Stellenwert wie eine gesunde Ernährung oder Sport.
12:38Apropos Sport. Eine neue Sportart zu lernen kann sehr frustrierend sein.
12:41Frust drückt die Motivation und das war's dann mit Sport.
12:45Übrigens wundern Sie sich nicht, dass ich hier nur auf einem Bein stehe. Ich erzähle gleich, warum ich das mache.
12:49Erst aber, wie kommen wir aus dieser Frustsackgasse wieder raus?
12:53Videos gucken. Vorzugsweise von der Sportart, die Sie lernen wollen. Das hilft tatsächlich.
12:58Das hat ein Forschungsteam aus England beim Speedstacking zeigen können. Das ist das Schnellstapeln von Bechern.
13:04Und ja, das ist das echte Tempo. Und jetzt nochmal in Zeitlupe.
13:10Jedenfalls wurden für die Forschung vier Versuchsgruppen mit Leuten gebildet, die vorher noch nie Speedstacking gemacht haben.
13:19Eine Gruppe sah sich nur Videos vom Becherstapeln an. Eine zweite Gruppe sollte sich die Bewegungen nur genau vorstellen, ohne
13:26Videos.
13:27Eine dritte Gruppe machte beides. Und die vierte Gruppe war die Kontrollgruppe. Ohne Training, egal in welcher Form.
13:34Das Ergebnis, die Gruppe ohne Training war beim Becherstapeln die langsamste.
13:39Etwas schneller waren die Gruppen nur Video oder nur Vorstellen. Und die schnellste Gruppe war die, die beides gemacht hat.
13:46Der Grund dafür, das Vorstellen von Bewegungsabläufen aktiviert die gleichen Hirnregionen wie echtes Training.
13:54Aber die unbequeme Wahrheit ist, um einen lebensverlängernden Effekt zu haben, reichen Videos und Vorstellungen von Sport nicht aus.
14:03Echte Bewegung muss sein. Natürlich immer angepasst an das eigene Fitnessniveau. Das lässt sich übrigens auch relativ leicht testen mit,
14:11Sie ahnen es vielleicht, auf einem Bein stehen.
14:16Das hier ist ein Fitnesstest.
14:19Einmal den Stand, einfach nur ein Bein hoch. Zehn Sekunden. Fertig.
14:22Zehn Sekunden? Zehn Sekunden. Ich muss einmal zählen.
14:24Eins, zwei, drei, vier...
14:26Wie fit sind die Menschen, die wir heute treffen?
14:29Die drei...
14:32Neun, zehn. Die ersten, die es geschafft haben. Kann man auch alt werden und gesund bleiben, ohne dass man Sport
14:40macht?
14:40Nein, hätte ich gesagt nicht. Also ich glaube, Sport ist schon wichtig.
14:44Alt werden und ohne Sport...
14:47Ne.
14:48Vielleicht ohne Sport, aber nicht ohne Bewegung, hätte ich gesagt.
14:50Stimmt. Neuere Forschungen sagen das auch. Gehen, Treppensteigen, Gartenarbeit. Alleine damit könne man gesund alt werden.
15:02An der Sporthochschule Köln treffen wir den Trainingswissenschaftler Lars Donath.
15:07Seit vielen Jahren forscht er zu der Frage, wie hält Bewegung Menschen bis ins hohe Alter fit und beugt sogar
15:13Krankheiten vor.
15:15Und braucht es dafür solche Geräte oder geht es auch anders?
15:21Würden Sie sagen, dass Alltagsbewegung unterschätzt ist?
15:25Auf jeden Fall. Also jede Bewegung zählt. Noch so kleine Bewegungen wie so Perlenketten können über den Tag verteilt eingesammelt
15:31werden.
15:32Bewegungsepisoden, Bewegungssnacks nennt die WHO das auch.
15:35Wirklich alles, was den Grundumsatz erhöht ist, gewünscht und gut.
15:41Bewegungssnacks. Wir werden gleich einige testen, denn auch die wirken unterschiedlich gut.
15:46Wenn ich jetzt vor allem mit Alltagsbewegung fit bleiben möchte, wie muss ich mich denn dann bewegen?
15:50Entweder bei niedrigen Intensitäten sehr lang oder bei hohen Intensitäten oder moderaten Intensitäten kurz und knackig.
15:57Und wie fühle ich das, dass es moderates oder abwandsabstrengend wird?
16:00Ja, zum Beispiel kann ich dabei nicht mehr reden oder bin außer Puste, habe einen hohen Puls oder, und das
16:05können wir jetzt mal machen, unten im Labor mit so einer Atemmaske.
16:07Hoher Puls hört sich erstmal doch nach Sport an. Aber die erste Stufe ist dann eine Art schneller Spaziergang.
16:18Der gesamte Körper profitiert enorm, wenn wir uns ausreichend bewegen.
16:23Knochen, Muskeln und Sehnen werden gestärkt. Das Herz und die Lunge arbeiten effizienter, das Immunsystem wird fitter und der Körper
16:31schüttet häufiger Glückshormone aus.
16:33Wir fühlen uns also besser. Dieser Test dient dazu, die Intensität von Alltagsbewegungen miteinander zu vergleichen.
16:42MET ist die Einheit, das metabolische Äquivalent.
16:48Wenn wir richtig joggen, steigt auch dieser MET-Wert.
17:00Große Anstrengung bringt also viele METs.
17:07Ich glaube, ich habe so ein Gefühl dafür, so etwas Moderates, was ein bisschen anstrengend ist. Aber wie viel muss
17:12ich denn von diesen MET-Punkten jetzt sammeln?
17:14Wenn man das jetzt in MET pro Woche ausdrückt, wären das mindestens 1000 MET-Minuten pro Woche oder sogar idealerweise
17:23ambitioniert 2000 bis 3000.
17:25Dann sinkt auch das Risiko für einen Herzinfarkt, Schlaganfälle, Diabetes, Fettleibigkeit.
17:31Unser Ziel ist also, mit alltäglichen Aktivitäten fit und gesund bleiben.
17:36Die Herausforderung, 3000 Bewegungspunkte pro Woche macht 429 Punkte am Tag.
17:42Was müssen wir dafür tun? Testen wir es.
17:47Ich will ja heute auf meine Bewegungspunkte kommen.
17:49Und der einfachste Weg ist, mit der Bahn gar nicht bis zur Endhaltestelle zu gehen, sondern einfach mal in der
17:53Station früher auszusteigen und von da zu arbeiten.
17:55Und genau das mache ich jetzt.
17:56Die perfekte Geschwindigkeit dabei ist eigentlich, wenn man sich vorstellt, man hätte einen Termin, zu dem man schon leicht zu
18:01spät ist, weil es einfach ein bisschen anstrengend sein sollte, wenn man läuft.
18:04Messungen ergeben da einen Wert von immerhin 5,5 MET. Und morgens hin, abends zurück, das kriegt man hin.
18:13Warum dazu überhaupt geforscht wird? Weil sich laut aktueller Studien ein Drittel der Bevölkerung zu wenig oder gar nicht bewegt.
18:21Das liegt daran, dass wir im Alltag viel mehr sitzen, als uns bewusst ist. Auf dem Weg zur Arbeit, bei
18:27der Arbeit, auf dem Weg zurück, in der Freizeit.
18:30In NRW 9,5 Stunden am Tag. Das müssen wir ändern.
18:34Die nächste Herausforderung, die man aber sehr leicht auch in den Alltag integrieren kann, ist Treppe steigen. Und das geht
18:38hier im WDR sehr gut.
18:41Einfacher als zehn Minuten am Stück Treppen zu steigen, ist natürlich öfter mal am Tag ein paar Etagen nehmen, statt
18:48den Aufzug.
18:52Und die Fitteren dürfen zwei Stufen auf einmal. Je nach Tempo kommen hier zwischen 4,5 und 9,3 MET
19:00zusammen.
19:03Und es gibt noch viele andere Möglichkeiten, sich im Alltag zu bewegen.
19:10Wichtig ist, gerade wer sich kaum bewegt, profitiert am Anfang besonders von körperlicher Aktivität im Alltag und erzielt einen besonders
19:20hohen Gesundheitseffekt.
19:23Auf einem höheren Bewegungslevel stagniert allerdings dieser Effekt.
19:32Gartenarbeit zum Beispiel bringt, je nach Anstrengung, zwischen drei und sogar 9,5 MET-Punkte.
19:42So, das war jetzt eine halbe Stunde. Extrem anstrengend.
19:45Dann sagen wir so, es hat gut Punkte gebracht und war auch definitiv gesund.
19:49Der Punktestand nach zügigem Laufen, Treppensteigen und Gartenarbeit.
19:56Das Tagesziel von 429 Punkten ist damit fast erreicht.
20:01Dafür musste sich Quarks Reporter Matthias heute etwa 60 Minuten lang moderat bewegen.
20:06Das heißt, er war immer wieder etwas aus der Puste.
20:09Unser Fazit, die Muckibude brauchen wir nicht.
20:13Stattdessen Hausarbeit, Gassi gehen, Fahrrad fahren oder Kinder tragen, das reicht.
20:18Und wir bleiben fit und gesund.
20:21Ja, es gibt wohl ganz unterschiedliche Definitionen von Spaß.
20:24Was übrigens beim langen Leben überhaupt nicht hilft, auch wenn es dem einen oder anderen eventuell Spaß macht, ist Alkohol.
20:31Genau wie Rauchen gehört Alkohol zu den Substanzen, mit denen man sehr verlässlich das eigene Leben verkürzen kann.
20:37Was beim Rauchen schon länger klar ist, gilt inzwischen auch für den Alkohol.
20:41Es gibt keine unbedenkliche Menge.
20:44Und ja, das gilt für das Wegbier, das Glas Wein oder den Schnaps.
20:49Alkohol ist ein großer Spielverderber, wenn es ums gesunde Altwerden geht.
20:54Das klappt ohne einfach viel besser.
20:56Und vielleicht spielt auch eine Rolle, wo sie leben.
20:59Zumindest gibt es einige Orte auf der Welt mit auffällig vielen Hundertjährigen.
21:12Ländlich, mediterran, familiär, das Leben auf Sardinien scheint geruhsam und idyllisch.
21:18Werden die Menschen deshalb hier so alt?
21:20Mit 83 Jahren liegt die Lebenserwartung deutlich über dem EU-Durchschnitt.
21:25Ungewöhnlich viele Menschen erreichen sogar die magische 100.
21:29Im 800-Seelendorf Seulo lebten zeitweise 20 Hundertjährige.
21:34Das ist jeder 40.
21:35Der Lebensstil der Sarden? Viel Gemeinschaft, Ruhe, Bewegung und Selbstversorgung.
21:43Auf den Teller kommen frisches Obst und Gemüse.
21:46Jeden Tag vieles davon selbst geerntet.
21:48Fleisch und Wurst nur zu besonderen Anlässen.
21:51Und dann wird gefeiert und getanzt.
21:55Aber klappt das mit dem gesunden langen Leben nur in beschaulichen Dörfern?
21:58Nein.
22:00Nummer 2. Singapur. Die Stadt, die fit hält.
22:03Urban, modern, durchdacht. Auch hier ist die Lebenserwartung überdurchschnittlich.
22:08In Singapur lebten im Jahr 2020 1500 Menschen, die schon ihren 100. Geburtstag gefeiert hatten.
22:14Und Singapur setzt gezielt Anreize für ein gesundes Leben.
22:18So ist die gesamte Stadtplanung auf Bewegung ausgelegt.
22:21Jeder soll in nur 10 Minuten die Natur, Parks oder Grünanlagen erreichen.
22:26Und jeder Einwohner bekommt kostenlos eine Fitness-Uhr.
22:30Wer fleißig Schritte sammelt oder Sport treibt, kassiert Punkte und kann die direkt im Supermarkt einlösen.
22:35Am besten für gesunde Lebensmittel. Das gibt dann weitere Punkte.
22:39Diese Strategie entlastet langfristig das Gesundheitssystem.
22:43Wer heute in Singapur geboren wird, kann mit einer Lebenserwartung von 86,5 Jahren rechnen.
22:49Ein Spitzenwert.
22:51Wie fast überall auf der Welt werden Frauen hier älter als Männer.
22:55Nummer 3. Deutschland. Da geht noch was.
22:58Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt.
23:02Trotzdem liegt unsere Lebenserwartung mit gut 81 Jahren unter dem europäischen Schnitt.
23:07Männer werden etwa 78 Jahre alt, Frauen immerhin 83.
23:11Aber auch bei uns gibt es Superalte.
23:14Im Jahr 2021 waren über 21.000 Menschen 100 Jahre oder älter.
23:19Das sind insgesamt 0,028 Prozent der Bevölkerung. Tendenz steigend.
23:25Und wo leben bei uns die Superalten?
23:28In Städten.
23:30Spitzenreiter ist Würzburg.
23:33Ansonsten vor allem in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Sachsen und Hamburg.
23:38Warum gerade dort so viele besonders alt werden, bleibt allerdings ein Rätsel.
23:43Wenn Sie aber, wie ich, in Nordrhein-Westfalen wohnen und nicht in Sachsen oder Hamburg, dann können Sie noch eine
23:49Menge tun, um gesund alt zu werden.
23:51Essen scheint total wichtig zu sein.
23:53Oder besser gesagt, nicht essen.
23:56Auffällig ist bei vielen sehr alten Menschen, die in den Hochburgen der 100-Jährigen leben, also auf Okinawa in Japan
24:02oder auf Nikoya in Griechenland oder eben auf Sardinien, dass Essen nur auf einen kurzen Teil des Tages beschränkt ist.
24:10Also, ständig irgendwelche Snacks futtern kommt da nicht vor. Und das bestätigt auch die Forschung. Wer seine Essenszeiten einschränkt, kann
24:19seinem Körper was Gutes tun.
24:20Populär ist zum Beispiel die 16 zu 8 Methode. Das steht für 8 Stunden essen, also nicht am Stück, und
24:2716 Stunden fasten.
24:28Es gibt auch die 5 zu 2 Methode. Fünf Tage normal essen und zwei Tage die Kalorienzufuhr stark reduzieren. Dabei
24:36kann man sich diese zwei Tage legen, wie man will.
24:38Das Intervallfasten kann helfen, das Herz zu schützen und das Risiko für Diabetes zu senken. Ob Menschen dadurch auch tatsächlich
24:47länger leben oder einfach nur länger gesund bleiben, daran wird noch geforscht.
24:51Durch Untersuchungen bei Mäusen weiß man, wenn die auf Diät sind, leben sie bis zu 35 Prozent länger.
24:58Und noch was ist den Forscherinnen und Forschern aufgefallen. Menschen aus den Hochburgen der 100-Jährigen essen wenig Fleisch.
25:05Fleisch könnte an der Zahngesundheit liegen, aber vielleicht gibt es auch noch andere Gründe.
25:11Fleisch als Lebensmittel ist eigentlich eine gute Sache. Es enthält alle wichtigen Nährstoffe.
25:16Protein, Fett, Mineralstoffe und Vitamine. Alles in einem Produkt. Was fehlt? Kohlenhydrate.
25:23Das ist aber kein Problem, denn Energie kann unser Körper auch aus anderen Bausteinen gewinnen.
25:28Protein und Fett sind mindestens genauso energiereich.
25:33Allen voran besteht Fleisch aus bis zu einem Viertel Protein. Und das ist wichtig. Für den Aufbau von Muskeln, Knochen,
25:40Enzymen und vielem mehr.
25:42Dafür brauchen wir bestimmte Eiweißbausteine aus der Nahrung, weil wir sie nicht selber herstellen.
25:48Es geht also um Menge und Qualität. Und da schneidet Fleisch besonders gut ab.
25:55Außerdem wird tierisches Protein vom Körper besonders schnell aufgenommen.
25:59Ein geniales Produkt also, das uns viel Eiweiß liefert.
26:05Aber Proteine? Stecken in getrockneten Sojabohnen, Erbsen, Nüssen, Lupinen genauso oder sogar mehr.
26:15Was Fleisch vielleicht neben viel Protein noch zu bieten hat? Vitamine.
26:20Da wäre das Vitamin B12, das nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist.
26:26Das müssen Veganer und auch manche Vegetarier supplementieren.
26:30Ist aber einfach. Fleischesser müssen aber auch aufpassen.
26:34In einigen Fleischsorten steckt Vitamin B12 nur in geringen Mengen.
26:38Wer vor allem Hühnchen isst, kann damit zwar seinen Proteinbedarf decken, aber für Vitamin B12 reicht es nicht aus.
26:44Täglich bräuchte man 800 Gramm Hühnerfleisch oder auch mal Leber.
26:49Denn Fleisch enthält zwar weitere Vitamine, wirklich relevante Mengen stecken aber nur in den Innereien.
26:55Grobe Faustregel, in rotem Fleisch sind die meisten Nährstoffe.
26:58Übrigens zeigen Fleischesser oder Mischköstler, wie man sie auch gerne nennt, in bestimmten Studien sogar häufiger Nährstoffdefizite als Vegetarier oder
27:07Veganer.
27:08Zum Beispiel bei Folsäure.
27:10Und mehr Fleisch bedeutet oft auch weniger Ballaststoffe.
27:14Die stecken vor allem in Obst, Gemüse oder Pilzen und fördern die Verdauung.
27:18Für manche gilt daher, wer weniger Fleisch isst und dafür mehr Gemüse, kann sogar besser mit Nährstoffen versorgt sein.
27:25Oft auch, weil er sich mehr Gedanken macht.
27:28Leben solche Menschen also gesünder?
27:30Leben Veganer deshalb länger?
27:32Es gibt unzählige Studien dazu, aber die Antwort ist gar nicht so leicht.
27:37Ernährungsstudien sind immer eine schwierige Sache.
27:40Oft lässt sich nicht sagen, ob nun der Fleischkonsum oder doch das Rauchen, ob zu wenig Sport oder andere Faktoren
27:46Schuld an schlechter Gesundheit sind.
27:47Rechnet man diese Faktoren heraus und schaut viele Studien an, dann zeigt sich meist, dass Fleisch mit höheren Krankheitsrisiken einhergeht.
27:56Genauer gesagt rotes und verarbeitetes Fleisch.
27:59Das Risiko für Diabetes, Darmkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt mit höherem Fleischkonsum.
28:05Wer 50 Gramm weniger rotes oder verarbeitetes Fleisch am Tag isst, soll etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um
28:129 bis 18 Prozent senken.
28:14Auch wichtig, um gesund alt zu werden, natürlich neben biologischen Faktoren wie beispielsweise einem gesunden Herz-Kreislauf-System,
28:22sind andere Menschen, soziale Kontakte und dass es uns psychisch gut geht.
28:28Neben dem sozialen und familiären Umfeld sind auch die Wohnsituation und das Bildungsniveau wichtige Faktoren für eine gute Gesundheit im
28:35Alter und natürlich Stress vermeiden.
28:37Die Forschung belegt, dass übermäßiger oder chronischer Stress zu beschleunigter Zellalterung führt.
28:43Das Gemeine ist, die Auswirkungen von negativen Stress, die zeigen sich manchmal erst nach Jahren in Form von typischen Alterserkrankungen
28:50wie Demenz oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
28:53Ich weiß, bei allem, was ich bisher erzählt habe, könnte es sein, dass sich der Stress bei Ihnen jetzt noch
28:59weiter ausbreitet.
29:01Gute Nachricht, es gibt verschiedene Methoden, Stress wieder abzubauen.
29:05Eine davon ist Meditation.
29:07Mein Kollege Sebastian Meinberg hat das mal ausprobiert.
29:10Ob Meditation meine Strategie gegen Stress sein kann? Ich bin skeptisch.
29:15Klar ist aber, Meditations-Apps boomen.
29:19Bisher war das nie so mein Ding. Ich finde das alles so ein bisschen eh so.
29:24Ich bin kein Baum. Ich möchte auch kein Baum sein.
29:26Trotzdem will ich das jetzt ausprobieren. Zwei Wochen lang.
29:29Mein Selbstversuch wird übrigens professionell beobachtet. Allerdings von mir unbemerkt.
29:35Unsere Expertin Dr. Britta Hölzl meditiert selbst seit 20 Jahren, hat eine Meditations-App mitentwickelt und forscht als Neurowissenschaftlerin zu
29:43den Auswirkungen von Meditation.
29:46Das zeigen ja alle Studien, dass Achtsamkeit sehr effektiv darin ist, Stress zu reduzieren.
29:54Meine Aufgabe, zwei Wochen lang mindestens einmal täglich mit der App meditieren. Die Länge kann ich frei wählen. Klingt entspannt,
30:01ist es aber vielleicht nicht.
30:03Und es ist nicht untypisch, dass gerade zu Beginn der Praxis der gefühlte Stress zunimmt.
30:09Wie gut, dass ich das noch nicht weiß.
30:25Spüre jetzt, wie dein Becken von der Sitzfläche getragen wird.
30:29Wie dein Gesäß sich mit der Unterlage deines Sitzes verbindet.
30:36Knapp acht Minuten hat meine allererste Meditation gedauert.
30:40Und wenn ich ehrlich bin, das war überhaupt nicht meins.
30:44Dann denke ich so, Gott, jetzt muss ich meine Wirbelsäule fühlen.
30:48Wo ist die denn? Ah ja, da ist sie. Ich fühle gar nichts richtig. Wirbelsäule. Was soll denn das?
30:52Das regt mich ja dann fast auf.
30:53Ich habe keinen Bock, das jetzt eine Stunde da zu machen, irgendwo im Schneidersitz zu sitzen.
30:58Oder ist das Yoga?
31:01Dieses so, ich ruhe in mir oder irgendwas. Ich weiß nicht, das kommt mir alles komisch vor.
31:04Ja, ich bin halt eher der skeptische Typ. Aber wenn ich mir was vornehme, dann ziehe ich das auch durch.
31:10Also zwei Wochen Meditation mit der App, auch wenn es vielleicht weh tut.
31:15Heute werde ich dir einen Weg zeigen, wie du deine Aufmerksamkeit ganz bewusst auf deinen Körper und deinen Atem richtest.
31:23Ein wichtiger Schritt für mehr innere Ruhe und mehr fokussiert sein.
31:27Wie fühlen sich deine Arme an? Der rechte Arm und der linke Arm.
31:38Ah, Mann, das stresst dich nicht.
31:42Hast du geholfen, dich auf deinen Körper und deinen Atem zu konzentrieren?
31:46Nein.
31:47Mal sehen, was Meditationsprofi Britta dazu sagt.
31:52Es ist gar nicht untypisch, dass es erstmal total schwierig ist, sich auf den Körper zu konzentrieren, weil das sind
31:57wir im Alltag ja nicht gewohnt.
31:59Der Bodyscan erhöht das Körperbewusstsein. Das heißt, er lehrt uns wirklich klarer zu spüren, was im eigenen Körper los ist.
32:06Wenn ich da liege und höre, jetzt konzentriere ich dich auf deine Füße, dann merke ich richtig, wie ich mich
32:11dabei anspanne.
32:12Irgendwie nervt mich das, dass ich das mit dieser scheiß einfachen Meditation nicht vernünftig hinkriege.
32:19Heute war Kacke.
32:21Studien zeigen, dass so ungefähr 50 Prozent der Zeit unsere Gedanken wegwandern.
32:25Und die Achtsamkeitspraxis ist dann einfach immer wieder auch zurückzukehren und damit diesen Muskel zu stärken,
32:30die Aufmerksamkeit immer wieder ins Hier und Jetzt zu bringen und da wach und bewusst zu werden.
32:35Und tatsächlich, es wurde dann langsam besser.
32:41Vielleicht kannst du wahrnehmen, wie sich dabei der Bauch ein wenig mögt.
32:45Wenn du möchtest, kannst du einmal deine Hände auf den unteren Bauch legen.
32:51Versuche jetzt noch einmal, deinen ganzen Körper anzuspannen.
32:55Also die Beine, das Gesäß, den Bauch und wenn möglich jetzt auch das Gesicht.
33:03Alle Muskeln versuche einmal anzuspannen und zu halten.
33:06Um sie dann mit der Ausatmung einfach davon fließen zu lassen.
33:15Das war gut.
33:16Klare Anweisung, was ich tun muss und das funktioniert.
33:20Jetzt bin ich top motiviert für meine letzten Meditationstage.
33:24Auch wenn man mir es gerade nicht ansieht.
33:27Mein Stresslevel lässt allerdings immer noch zu wünschen übrig.
33:31Das ist hier ja eigentlich eine schöne Meditationslichtung.
33:42Schließe deine Augen und richte dich nach innen.
33:47Aus dem Wald hinter dir kommt ein Duft von Feuchtigkeit und Nüssen.
33:58Ach, das fand ich jetzt ja fast ein bisschen kurz.
34:00Die Vögel zwitschern, dann habe ich das so gemerkt, wie von hier der Wind kommt und wie es ein bisschen
34:04kalt wird.
34:04Dann hat es mal kurz wieder geregnet.
34:06Das habe ich so auf der Stirn gemerkt und auf der Nase.
34:10Ja, und damit habe ich mich beschäftigt und nur damit.
34:12Das war eine gute Idee.
34:13Ich freue mich, dass er anfängt, richtig reinzukommen.
34:16Und es hört sich an, als hätte er wirklich auch verstanden, worum es geht.
34:21Es kann sein, dass du noch ein wenig Zeit brauchst, um wieder vollständig aus dieser Meditation zurückzukehren.
34:28Ja, ich bleibe lieber noch.
34:29Bisher habe ich durchschnittlich immer so acht Minuten meditiert.
34:33Und das war gefühlt für mich schon lang.
34:35Mit dieser Atmerei bin ich ja eigentlich immer ganz gut gefahren bisher.
34:38Und jetzt gibt es hier eine Meditation, die heißt Atemübung, dauert 20 Minuten.
34:44Ist ja schon eine Ansage.
34:47Atmosphäre habe ich ja und dazu jetzt noch so ein bisschen meditativ atmen.
34:50Das machen wir.
34:55Einatmen, ausatmen, kleine natürliche Pause und wieder einatmen.
35:01Was kannst du noch alles entdecken?
35:09Wenn du dich wirklich 20 Minuten auf deine Nasenspitze, wie da der Atem reingeht und auf die Lippen, wie er
35:14da rausgeht, konzentrierst, das fordert einen mental.
35:19Aber jetzt fühle ich mich wirklich entspannt.
35:22Aber wie steht es jetzt am Ende um mein Ziel, das ich mir vor zwei Wochen gesetzt hatte?
35:26Am Anfang habe ich mich gefragt, ob ich innerhalb von zwei Wochen mit so einer Meditations-App meinen Stresslevel senken
35:32kann.
35:32Und die Antwort ist, nö, nicht wirklich.
35:34Ja, in zwei Wochen sind keine Wunderdinge zu erwarten, auch nichts mit Meditation.
35:39Aber ich nehme trotzdem was mit.
35:42Zum Beispiel sich einfach mal irgendwo hinsetzen, nur zu atmen, sich darauf zu konzentrieren und nichts zu machen und vor
35:49allem an nichts zu denken.
35:51Probiert auch das gerne einfach mal aus.
35:55Beim Meditieren auch ganz wichtig ist das Atmen.
35:58Und das bringt mich direkt zu einer Sache, die wie keine andere mit vorzeitiger Sterblichkeit und altersbedingten Krankheiten in Verbindung
36:05gebracht wird.
36:06Rauchen.
36:07Ich muss Ihnen, glaube ich, nicht aufzählen, wie schädlich Rauchen ist.
36:10Interessant ist aber, wie unser Körper reagiert, sobald wir mit dem Rauchen aufhören.
36:14Schon 20 Minuten nach der letzten Zigarette normalisieren sich Herzfrequenz und Blutdruck und Hände und Füße sind besser durchblutet.
36:22Nach einem Tag sinkt bereits das Risiko für einen Herzinfarkt.
36:26Nach zwei Tagen verbessern sich der Geschmack und der Geruchssinn.
36:30Fünf Jahre nach der letzten Zigarette nähert sich das Risiko für einen Herzinfarkt bereits dem eines Nichtrauchers.
36:37Und zehn Jahre danach beginnt das Lungenkrebsrisiko deutlich zu sinken.
36:41Ich finde das nicht motiviert.
36:42Und wie sagt man so schön, mit dem Rauchen aufzuhören ist total leicht.
36:47Manche Menschen machen das jeden Tag.
36:49Im Ernst, wie schafft man es, eine hartnäckige Gewohnheit langfristig zu ändern und eine gesunde Routine zu entwickeln?
36:56Ali und Lenka haben das probiert.
36:59Sie warten schon seit Monaten auf ihren Einsatz.
37:02Aber nach einem Tag voller Termine, Meetings und Deadlines noch laufen gehen?
37:07Außerdem wartet Alis Tochter schon darauf, endlich mit Papa spielen zu können.
37:13Pausenlos gefordert, sieht Abschalten für den Betriebswirt dann eher so aus.
37:20Aufgrund der hohen Anforderungen fehlt mir noch so ein bisschen die Routine zu sagen, jetzt fange ich an Sport zu
37:26treiben, jetzt gehe ich raus und mache das, weil einfach alles irgendwie Priorität hat.
37:32Auch Lenkas Alltag ist alles andere als langweilig.
37:36Sie ist ständig und überall erreichbar.
37:38Als Lehrerin für ihre Kolleginnen und Kollegen, für Freunde und ihre Kinder.
37:44Der Preis dafür, das Smartphone dominiert ihr gesamtes Leben.
37:49Mein ständiger Begleiter ist mein Handy.
37:52Ich habe das Gefühl, alle zwei Minuten habe ich dieses Verlangen, drauf gucken zu müssen.
37:57Und das will ich einfach mal loswerden. Das ist nicht mehr gesund, meine Meinung nach.
38:01Aber es ist gar nicht so leicht, lästige Gewohnheiten einfach mal abzulegen.
38:07Warum fällt uns das eigentlich so schwer?
38:10Gewohnheiten ändern sich deswegen so schwer, weil es Gewohnheiten sind.
38:14Die habe ich ja dadurch erworben, dass ich in einer bestimmten Situation eine bestimmte Verhaltensweise ausübe.
38:20Je öfter ich das mache, desto wahrscheinlicher wird es auch wieder, dass ich das beim nächsten Mal mache.
38:25Und ich kann die Situation irgendwie vorhersagen und kontrollieren.
38:29Und sowas mögen wir eigentlich immer ganz gerne.
38:32Soll heißen, damit spart unser Gehirn Energie.
38:35Denn wir müssen gar nicht mehr darüber nachdenken, was wir tun.
38:40Diesen Automatismus, reflexhaft immer gleich zum Handy zu greifen, will Lenka in den nächsten drei Wochen überwinden.
38:48Ich würde erstmal mit einem kleineren Ziel anfangen, weil das einmal nur drauf zu gucken, das weiß ich, dass ich
38:55das nicht schaffen werde.
38:56Das ist zu wenig. Aber einmal in der Stunde, das wäre schon ein Ziel.
39:03Für Ali heißt die Herausforderung, wieder regelmäßig zu joggen, statt abends zu chillen.
39:09Wenn ich vergleiche, wie oft ich früher Joggen oder Sport gemacht habe, fast drei, vier Mal die Woche und heute,
39:19das muss sich auf jeden Fall ändern.
39:21Aber was ist überhaupt eine Gewohnheit?
39:23Sie entsteht, wenn ein Reiz immer wieder mit einer bestimmten Reaktion verbunden wird.
39:28Zum Beispiel, wenn ich Feierabend mache, gehe ich sofort joggen.
39:31Dann verbessert sich die Kommunikation zwischen den beteiligten Nervenzellen, die Impulse werden an den Verbindungsstellen, den Synapsen, besser übertragen.
39:41So entsteht im Gehirn eine Art Trampelpfad, der mit der Zeit immer breiter wird.
39:47Das Geschehen läuft automatisch ab, ohne dass wir viel darüber nachdenken müssen.
39:53Ali möchte an frühere Zeiten anknüpfen.
39:55Da gehörte Sport selbstverständlich zu seinem Leben dazu und half ihm, sich zu entspannen.
40:03Inzwischen ist eine Woche vergangen. Wie läuft es bei den beiden?
40:07Die letzte Zeit kann ich als einen Erfolg verbuchen.
40:12Ich habe es nämlich geschafft, die Handyzeit um die Hälfte zu reduzieren.
40:17Ich mache das ja so, dass ich abends oder nachmittags, wenn ich nach Hause komme, das Handy auf stumm schalte
40:24und zur Seite lege und nur sehr selten da dran gehe.
40:28Es fühlt sich gesünder, ich bin auch viel motivierter und ich hoffe, das hält jetzt so an die ganze Zeit.
40:36Ja, hoffentlich. Denn jetzt ist Durchhaltevermögen gefragt.
40:41Das braucht eine Weile, sowas zu ändern. Die 66 Tage, die man oft hört, das ist ein Mittelwert aus einer
40:47wirklich ganz schönen Studie aus Großbritannien.
40:50Es gab Leute, bei denen war es nach 19 Tagen. Es gab Leute, bei denen war es nach 248 Tagen,
40:56wo die die Studie abgebrochen haben, noch nicht so weit.
40:59Um durchzuhalten, sollte man realistisch bleiben, also nicht gleich das ganze Leben auf den Kopf stellen und begreifen, was zu
41:07der Gewohnheit geführt hat.
41:08Ich muss ein Stück weit darüber Bescheid wissen, was triggert denn das jetzt.
41:13Und dann muss ich versuchen, diese starke Assoziation zwischen Situation und Verhalten zu überschreiben.
41:19Und das kann man versuchen, über sogenannte Wenn-Dann-Pläne zu machen. Ich plane also relativ detailliert im Vornherein, was
41:29mache ich in dieser Situation.
41:32Zum Beispiel, bisher läuft es in Lenkers Alltag meist so. Wenn sie sich hinsetzt, dann greift sie zum Handy. Hinsetzen
41:39und der Griff zum Handy sind eng verknüpft.
41:42Mit einem Wenn-Dann-Plan lässt sich das durch eine neue, bessere Gewohnheit überschreiben.
41:49Das könnte zum Beispiel sein, wenn ich zur Ruhe komme, dann greife ich zu einem Buch. Die neue Handlung wird
41:55zur Gewohnheit.
41:58Was noch hilft? Soziale Unterstützung. Lenka bespricht ihren Plan mit einer Freundin.
42:04Und um der Versuchung nicht zu erliegen, parkt sie ab jetzt das Handy außer Sichtweite.
42:08Ali dagegen stellt seine Sporttasche direkt neben den Schreibtisch. So kann es nach der Arbeit gleich losgehen.
42:16Die Strategie dabei, man richtet sich seine Umwelt so ein, dass es leicht fällt, das neue Verhalten einzuüben.
42:23Trotzdem ist es nicht leicht.
42:25Es gibt Tage, da fühlte ich mich auch schlapp oder hatte keine Lust, aber genau an den Tagen gilt es
42:34dran zu bleiben.
42:35Ja, der innere Schweinehund. Besonders wenn es mal wieder richtig stressig wird, verfallen wir leicht in alte Verhaltensmuster.
42:43An den meisten Tagen kriegt Ali aber die Kurve.
42:49Ich bin viel fitter, viel wacher, habe mehr Energie.
42:53Studien bestätigen das. Wer anfängt, regelmäßig Sport zu treiben, verbessert sein Immunsystem und die Gehirnleistung.
43:01Bewegung baut Stresshormone ab, die Ausschüttung von Glückshormonen wird angekurbelt.
43:08Auch Lenker fühlt sich ohne den ständigen Blick aufs Handy entspannter.
43:12Untersuchungen haben gezeigt, dass wir besser abschalten können, wenn wir nicht rund um die Uhr erreichbar sind.
43:18Aber nicht nur das.
43:19Was sich relativ schnell einstellt, ist, dass man merkt, man kann wieder anders soziale Kontakte eingehen und anders mit Leuten
43:27reden.
43:27Man merkt, man kann sich möglicherweise wieder länger auf Sachen konzentrieren, einfach weil man nicht so schnell abgelenkt wird.
43:32Eine ganze Reihe von Sachen, für die sich das lohnen würde.
43:36Lenker trifft sich jetzt mehr mit Freundinnen.
43:39Hat wieder Zeit, in Ruhe ein Buch zu lesen.
43:42Und sie hat angefangen, Tagebuch zu schreiben.
43:45Alles Dinge, die ihr guttun.
43:50Die drei Wochen sind um.
43:52Wie geht es Ali und Lenker jetzt?
43:54Hat es sich gelohnt?
43:56Ich bin so stolz auf mich, dass ich es geschafft habe, einfach mal nicht so oft am Handy zu sein.
44:01Und alle Social Media zu löschen und einfach in hier und jetzt zu leben.
44:05Da ich gemerkt habe, um wie viel schöner ich meine Umwelt, meine Kinder, meinen Alltag, meine Gedanken und alles um
44:15mich herum wahrnehmen kann.
44:16Ich merke, wie das zum Ausgleich auch bei der Arbeit geführt hat.
44:21Und ich habe auch gemerkt, dass es so war, dass ich gedacht habe, ich habe gar keine Zeit.
44:27Aber es geht eigentlich darum, sich Zeit zu nehmen.
44:30Und das schon nach drei Wochen.
44:33Keine Frage.
44:34Ali und Lenker haben gute Erfahrungen gemacht und möchten sie jetzt zu neuen Gewohnheiten werden lassen.
44:41Und das war's für dieses Mal.
44:43Ich hoffe sehr, dass wir uns bei der nächsten Ausgabe von Quarks wiedersehen.
44:46Das wäre eine schöne Gewohnheit.
44:49In alter Frische werden wir uns da sehen und nie vorher habe ich das so bewusst gesagt wie jetzt.
44:54Tschüss, machen Sie es gut.
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