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00:00Stress makes many of us sick and is a huge problem in our society.
00:05Stress in the work,
00:06Klima-angst,
00:08Ungerechtigkeit and Diskriminierung.
00:10A lot of stress in our lives.
00:12I want to find out what we can do.
00:25Um my personal stress level to senken,
00:27I try this meditation-stirn-band here with the app.
00:37Also, that was, I think,
00:39that was the most impressive experience of this experience.
00:43I was so deep in myself,
00:47that I had almost already had to sink in a Trance
00:53and not come out.
00:54Ob me that meditation brings
00:56and what a expert to such a student says,
00:59we'll see later.
01:01Before we go back to Toni.
01:03We learned in the previous episode.
01:05Toni is from Diskriminierung,
01:07like many of us.
01:09Diskriminierung means stress.
01:12Not all of them are sick,
01:13but in general,
01:15they are three times so often
01:16from depression,
01:18burnout
01:18and angsts.
01:20She here, Mariela,
01:21bietet specific coachings for us.
01:24It's about what we can do,
01:27so that the discriminating experiences
01:29can not be so strong.
01:31Toni has Mariela in the last episode
01:34of a conversation with rassistic remarks
01:37that was important.
01:38We will just say that
01:38we will know that
01:39we will know that
01:40we will know that
01:41the pain of our skin is
01:43not even the pain of our skin.
01:45We will know that
01:46we will know that
01:47what is absolutely true.
01:47Can Mariela give her tips, how she in the future in such situations better for herself?
01:54Instead of fleeing or fighting, you decided you have decided in the situation
01:59to wait for you, and you have to go over you.
02:03And just to experience it, until the end of the conversation was.
02:06And if we just stay there and make a little bit of Ableitings,
02:11if that conversation doesn't work like you would imagine,
02:15would you in the future not be in this toxic environment,
02:22in this toxic situation, but you would decide to go for it?
02:27I hope.
02:29I would like to have a confrontation,
02:31because that was my own self-image was so difficult,
02:35that the Mut leaves me.
02:37Then we are now working very quickly.
02:42Mariela shows Tony u.a. Atemübungen.
02:44When Tony she regularly makes,
02:47can she she also in Stresssituationen einsetzen.
02:49Denn der ruhige Atem signalisiert dem Gehirn,
02:52alles ist okay.
02:54Du kannst frei entscheiden, wie du jetzt handelst.
03:06Tony, erzähl mal, wie war das jetzt für dich?
03:09Das war eine interessante Erfahrung.
03:12Das liegt vor allen Dingen an Mariela.
03:17Und es war natürlich anstrengend auch.
03:19Das ist es immer.
03:21Weil man immer Gefahr läuft.
03:22Oder naja, man reproduziert es dann eben auch.
03:27Aber ich habe auf jeden Fall was mitgenommen.
03:30Gibt es so irgendwas, was du für die nächste Situation dir vornehmen würdest?
03:37Ja, auch in solchen Situationen so authentisch zu sein,
03:41wie ich es eigentlich auch bin.
03:44Tony macht später auch noch einen Gruppenworkshop bei Mariela.
03:48Bei dem Gruppencoaching werden wir jetzt mit der Kamera nicht dabei sein.
03:51Einfach weil es ein intimer Rahmen ist, den wir nicht stören wollen.
03:54Aber ich bin schon total gespannt, was Tony aus dem Austausch mit den anderen so für sich mitnimmt.
04:00Währenddessen gehen wir noch mal zurück zu Stefanie Kaffschöttle,
04:03der Psychologin aus Folge 2.
04:05Zu ihr kommen viele, die beim Thema Rassismus in Therapien bisher eher auf Ablehnung gestoßen sind.
04:14Das ist natürlich ein Riesenproblem, wenn sie alle ihre Kräfte zusammengenommen haben
04:19und dann in diesen therapeutischen Raum gegangen sind und da wieder quasi hören, dass es nicht sein kann.
04:24Das führt oft dazu, dass sie genau in dieser Erfahrung wie retraumatisiert sind,
04:27weil das ja das ist, was sie ihr Leben lang erleben.
04:30Und was das verursacht ist eben, dass die Leute sich enorm alleingelassen fühlen
04:33und eben teilweise natürlich auch suizidale Tendenzen dann auch entwickeln,
04:37weil sie einfach merken oder denken dann, es gibt keinen Weg für mich.
04:41Es gibt hier keinen raus.
04:44Stefanie, wenn ich in so ein Coaching von dir gehe oder in so eine Fortbildung
04:48und ich bin ein Therapeut, der sich auch fortbilden möchte,
04:52der da sensibler mit umgehen möchte mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung.
04:56Was gibst du mir denn an die Hand, um diese Situation, die wir eben nachgestellt haben,
05:01so zu verbessern oder zu verändern?
05:03Also bei diesen ein bis zwei oder teilweise dreitägigen Fortbildungen gebe ich erstmal an die Hand,
05:09und erstmal das Thema so im Ganzen betrachten zu können.
05:13Also das heißt, wo machen denn die Personen überall Rassismus-Erfahrungen?
05:18Was für Auswirkungen berichten denn diese Personen?
05:21Und was weiß man auch aus der Forschung dazu?
05:24Als Therapeut würde ich außerdem lernen, meine Privilegien zu reflektieren,
05:28welche Behandlungsmethoden sinnvoll sind und wie ich ein Gespräch führe.
05:32Darf ich Rassismus zum Beispiel selbst ansprechen?
05:35Das wird empfohlen bei Menschen, wo man zum Beispiel weiß, die kommen klar positioniert rein.
05:41Also eine Person, die sagt, ich empfinde mich als schwarze Frau und ich habe Rassismus-Erfahrungen gemacht.
05:45Da zum Beispiel ist so eine Frage wie, was denken sie denn, was hat das für Auswirkungen auf ihr Leben?
05:50Die freut sich darüber, die denkt sich so, ah happy, da ist jemand, der das akzeptiert,
05:53der mich darüber mit mir spricht, mit dem ich alle Dimensionen irgendwie ausplappern kann.
05:57Aber wenn eine Person kommt, die selber da gerade am Schwimmen ist, auch bei Kindern zum Beispiel,
06:02würde man jetzt nicht sagen, du als Schwarze machst ja Rassismus-Erfahrungen,
06:07sondern man würde eher so ein bisschen gucken, wo kann man andocken, um zum Beispiel so Beispiele anzuführen.
06:13Das mache ich da manchmal, dass ich sage, ich kenne ein Mädchen aus dem und dem Kontext.
06:19Das hat mir mal erzählt, dass das eine Rolle für sie gespielt hat. Ist das bei dir auch so?
06:23Ich bin super dankbar für diesen Einblick und laut Stefanie sagen die TeilnehmerInnen ihrer Seminare,
06:29dass es sie motiviert, sich mehr mit Rassismus zu beschäftigen.
06:35Zurück in Augsburg. Während ich noch kurz entspanne, macht Toni ja noch einen Gruppenworkshop
06:40mit anderen von Diskriminierung betroffenen Personen.
06:44Ich habe eben Bescheid gesagt bekommen, dass der Gruppenworkshop vorbei ist
06:47und jetzt will ich mit ein paar Leuten drüber sprechen, was sie so erlebt haben.
06:56So, erzählt mal ihr beiden, wie war euer Gruppenworkshop? Was habt ihr so gemacht und was habt ihr mitgenommen?
07:05Also es war mega spannend, es war sehr interessant und auf jeden Fall sehr empowernd,
07:10dass ich erst mal nicht alleine bin, vor allem die Gedanken, die ich manchmal habe, dass sie okay sind.
07:14In der Schule sind wir die Einzigen, auf der Arbeit sind wir die Einzigen, überall sind wir eine Minderheit
07:19und dieses Thema in der Gruppe zu bearbeiten, hat halt wirklich einen großen Mehrwert.
07:26Toni, was hast du denn jetzt so von der Gruppe noch so mitgenommen?
07:30Ach, eine Menge. Das waren so interessante Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
07:36Und ich fand es erhellend und sehr ehrlich und offen und bestärkend und tröstlich auch.
07:47Tröstlich, stärkend und erhellend. Aber ich habe da noch eine grundsätzliche Frage an Mariella.
07:54Der Ansatz in diesem Coaching ist ja, dass eine Einzelperson sich in einer bestimmten Situation anders verhält
08:00und selbst wirksamer ist. Aber am großen System sozusagen ändert sich ja nichts.
08:05Inwiefern ist das dann so ein bisschen schwierig, dass die einzelnen Personen was ändern sollen, aber die anderen nicht?
08:09Es gibt natürlich verschiedene Ebenen. Was ich aber wichtig finde, zu differenzieren, ist, dass diese Stressbewältigung erstmal auf der individuellen
08:19Ebene geschieht und geschehen muss.
08:21Und da gibt es ein Zitat von Bell Hooks,
08:24Choosing Wellness is an act of political resistance, also sich für das eigene Wohlergehen zu entscheiden, ist ein Akt politischen
08:31Widerstands.
08:32Deswegen baut das schon aufeinander auf, das Individuelle und das Kollektive.
08:38Wenn ich nochmal so drüber nachdenke, schon krass, dass sich Toni in 15 Jahren Therapie mit ihren Diskriminierungserfahrungen nicht gesehen
08:45gefühlt hat.
08:46Und dass dadurch vieles bei ihr offenbar lange unverarbeitet geblieben ist.
08:51Umso schöner, dass ihr das rassismus-sensible Stresscoaching geholfen hat.
08:55Vielen Menschen mit psychischen Problemen könnte durch eine passende Therapie gut geholfen werden.
09:00Das Problem ist, die Wartelisten bei Therapeutinnen und Therapeuten sind oft sehr, sehr lang.
09:07Laut Bundespsychotherapeutenkammer haben 2019 rund 40 Prozent der Patientinnen und Patienten mindestens drei bis neun Monate auf den Beginn einer
09:16Behandlung gewartet,
09:17wenn zuvor in einer psychotherapeutischen Sprechstunde festgelegt wurde, dass sie psychisch krank sind und eine Therapie brauchen.
09:26Das muss man sich mal vorstellen, da geht es jemandem super schlecht und dann muss die Hälfte aller Betroffenen monatelang
09:33auf einen Therapieplatz warten.
09:35Meine Kollegin Lisa-Sophie von unserem gemeinsamen Kanal Die Frage hat sich genau mit diesem Thema beschäftigt und wollte herausfinden,
09:42was das für Betroffene bedeutet.
09:46Hi! Komm doch rein!
09:48Ich stelle mir das als Betroffener irgendwie so schwierig vor, wenn man schon auf dem Weg ist, sozusagen man will
09:53sich Unterstützung holen und man hat schon diesen Schritt gemacht, so innerlich, man möchte Unterstützung und dann sucht man danach
10:00und findet keine.
10:01Dann ist das ja total frustrierend. Du hast mit Betroffenen gesprochen, wie nehmen die das denn wahr?
10:07Genau so. Ich habe mit Julia gesprochen, die war tatsächlich in einer Klinik mehrmals schon und bei ihr war das
10:12immer so, dass sie, wenn ihr Klinikaufenthalt sich dem Ende entgegengegangen ist,
10:16dass dann so ein bisschen bei ihr diese Angst davor kam, aus der Klinik rauszugehen und dann dieses, okay, was
10:23mache ich nach der Klinik und falle ich dann in irgendein Loch, weil sie keine Therapie hatte, die nach der
10:29Klinik gekommen ist.
10:30So eine ambulante Therapie.
10:32Genau. Und das war für sie total schwierig und ich glaube, ich zeig dir das am besten mal, was sie
10:36erzählt hat.
10:37Ja. Lass uns mal reinschauen.
10:39Ja, also nach der Klinik habe ich dann auch wirklich Therapeuten angerufen. Da habe dann erstmal gesagt, ja, ich habe
10:45Depressionen und komme aus der Klinik und dann hat er mich schon direkt abgewürgt und meinte, ja, nee, Kassenpatienten nehmen
10:51wir nicht, tschüss.
10:52Und das war dann für mich so, oh, sorry, sorry for asking.
10:56Das ist im Moment auch total entmutigend dann, wenn du so abgewiesen wirst, wenn du dir erstmal praktisch den Mut
11:01zusammengenommen hast, da anzurufen.
11:02Ja, voll. Irgendwo in seinen depressiven Spiralen denkt man sich natürlich, okay, ich bin nicht krank genug, ich bin es
11:10nicht wert, ansonsten würde ich einen Therapieplatz finden.
11:15Ja.
11:17Ja, es ist natürlich schwierig, wenn jemand denkt, er ist nicht krank genug und nicht, sozusagen, er ist nicht krank
11:24genug, um eine Therapie zu kriegen.
11:25Was glaubst du denn bedeutet das für Erkrankte, wenn sie so lange auf so einen Therapieplatz warten müssen, auch für
11:31deren Erkrankung?
11:33Nichts Gutes auf jeden Fall. Also ich habe auch in dieser Recherche mit einem Psychotherapeuten gesprochen und der hat mir
11:38erzählt, dass tatsächlich der Zeitpunkt, wenn man sagt, ich möchte mir eine Therapie suchen, ja nicht der erste Zeitpunkt ist,
11:46wo man merkt, okay, ich habe ein Problem.
11:47Da sind ja schon Jahre vorher gewesen, wo du Probleme gehabt hast und das bedeutet, dass sich in dieser Zeit
11:54deine Krankheit ja auch nicht verbessert.
11:56Und wenn du dann sagst, ich suche einen Platz und dann musst du trotzdem noch Monate warten, dann verbessert sich
12:00ja auch in diesem Zeitraum deine Krankheit nicht.
12:02Hast du für den Film dann auch herausgefunden, warum das eigentlich so ist, warum es so wenige oder vielleicht zu
12:09wenige Therapieplätze gibt?
12:10Im Grunde genommen muss man sagen, es gibt eigentlich nicht zu wenig Therapieplätze. Es gibt zu wenig Therapieplätze, die du
12:16bezahlen kannst, wenn du Krankenkassenpatient bist, wenn du nicht privatversichert bist sozusagen.
12:21Es gibt sehr, sehr viele Therapeuten, die einen privaten Therapieplatz anbieten. Das ist überhaupt gar kein Problem. Das Problem ist,
12:27die meisten Leute sind nicht unbedingt privat versichert und die sind auf ihre Krankenkasse angewiesen.
12:31Die meisten können sich das auch nicht leisten, das privat zu bezahlen. Genau, das ist nicht billig. Total.
12:37Hast du während deiner Recherche irgendwelche hilfreichen Tipps und Hinweise gefunden, wie man denn gezielt nach einer Therapie suchen kann?
12:44Ja, es gibt vor allem zwei ganz wichtige Tipps, die ich mitnehmen kann, was jetzt wirklich die Suche an sich
12:49angeht.
12:50Das ist zum einen eine zentrale Vergabestelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Das ist eine Telefonnummer, bei der man anrufen kann, die
12:56116 117.
12:58Diese zentrale Vermittlungsstelle findet ihr übrigens auch im Netz. Und wenn es euch gerade schlecht geht, bei Angeboten wie der
13:06Telefonseelsorge oder Krisenchat.de findet ihr jemanden zum Telefonieren oder Chatten.
13:11Auch wenn das keine Therapie ersetzen kann.
13:17Ich glaube aber der wichtigste Tipp tatsächlich ist, dass wenn man das Gefühl hat, dass man es nicht alleine hinkriegt,
13:23nach einem Platz zu suchen, weil das einfach super anstrengend ist, wirklich immer wieder abgewiesen zu werden,
13:27dass man sich Unterstützung sucht. Dass du jemanden aus deiner Familie nimmst oder jemand aus deinem Freundeskreis, jemanden, dem du
13:32vertraust,
13:33dich mit dem gemeinsam hinsetzt und dass der dir so ein bisschen die Motivation geben soll dafür.
13:40Mit meinem Stress komme ich zwar in der Regel ganz gut klar, um aber mal ein bisschen abzuschalten, meditiere ich
13:46weiter jeden Tag.
13:48Ich habe kurzzeitig immer wieder an der Situation im Urlaub gedacht, wo ich richtig entspannt war und mein Herzschlag ist
13:58wirklich direkt gesunken.
14:00Und das finde ich gerade sehr faszinierend, dass das offenbar wirklich über die Gedanken funktioniert, meinen Herzschlag zu beeinflussen.
14:09Mir tut so eine Auszeit wirklich total gut. Was dieses Stirnband hier aber dafür bringt, da bin ich eher skeptisch.
14:16Und deshalb habe ich ein Interview vereinbart mit einer Expertin für Neurofeedback.
14:21Aber zuerst will ich rausfinden, ob dieses Ding hier uns vielleicht dabei helfen kann, Stress schneller zu erkennen.
14:28Denn gute verfügbare Therapieangebote sind zwar super wichtig, aber noch besser wäre es doch, schon einzugreifen, bevor der Stress uns
14:36krank macht.
14:36In Münster wird genau daran gearbeitet.
14:40Hier hinter mir an der Uni, da forscht Tim Hahn und er will schneller erkennen, wie gestresst wir sind.
14:45Das Ganze will er machen mit Hilfe von Sprachnachrichten. Klingt total abgefahren für mich. Ich bin sehr gespannt, wie das
14:51funktionieren soll.
14:58Oh, die ist alarmgesichert.
15:01Hi. Hallo.
15:02Ich suche Tim Hahn.
15:08Und das hier ist Tim Hahn. Er ist Psychologe und Neurowissenschaftler und forscht an der Uni Münster zu künstlicher Intelligenz
15:15in der Psychiatrie.
15:16Hi. Ich bin Frank.
15:19Hi, hallo.
15:20Das ist dein Büro, habe ich schon gemerkt.
15:22Das ist mein Büro, hallo.
15:27Tim, du forschst hier mit Sprachnachrichten.
15:29Sprachnachrichten. Und du willst damit das Stresslevel von Leuten erkennen, richtig?
15:34Ja, es geht weniger um das Stresslevel. Es geht darum, dass wir gerne Psychopathologien erkennen würden.
15:39Zum Beispiel die Depression oder andere psychische Störungen. Und da spielt Stress natürlich eine ganz zentrale Rolle.
15:45Insofern kann man sagen, dass gerade chronischer Stress wichtig ist und den versuchen wir unter anderem in Sprachnachrichten zu erkennen.
15:54Wie genau kann ich mir das vorstellen, diese Forschung mit Sprachnachrichten?
15:58Wir haben eine Smartphone-App und mit dieser Smartphone-App nehmen wir unter anderem Sprachproben auf.
16:03Wir nehmen auch Positionen der Personen auf, wie viele Schritte die so am Tag gehen, aber unter anderem eben einmal
16:09wöchentlich eine Sprachprobe, in der wir die Personen einfach fragen, was habt ihr gemacht letzte Woche und wie ging es
16:14euch?
16:15Und das hat für uns den großen Vorteil. Wir können das einmal inhaltlich analysieren. Wir können mittels Machine Learning fragen,
16:22worüber sprechen die inhaltlich?
16:24Und wir können Sprach als ein Signal anschauen und fragen, was ändert sich da in den Frequenzen, in den Tonhöhen
16:31und so weiter.
16:31Aber die Maschine entscheidet ja auch nach bestimmten Parametern. Stimmhöhe oder Frequenz oder Schnelligkeit oder irgendwie spezielle Wörter, die da
16:40vielleicht anders genannt werden oder so.
16:42Dann muss ja eigentlich irgendwie, es muss ja quasi feste Grundlagen geben, warum jemand dann in dem Fall eine Neigung
16:50hat, depressiv zu werden.
16:51Ja, auf jeden Fall. Es gibt da ein Muster drin, aber dieses Muster ist Multivariat, wie wir so schön sagen.
16:56Das heißt, es hat viele Variablen. Das heißt, es kann sein, dass manche Leute ein bisschen tiefer sprechen, andere ein
17:02bisschen langsamer oder so.
17:04Es kann auch jede Kombination davon geben. Und das bedeutet, es kann dann ganz unterschiedliche Muster geben und die können
17:10sehr, sehr komplex sein.
17:12Und eben sehr individuell. Das macht es gerade in der psychiatrischen Forschung so schwer, Diagnosen zu stellen.
17:17Der große Unterschied zwischen dem statistischen Rangehen, was es seit Jahrzehnten gibt, und dem Machine Learning Rangehen, ist, dass wir
17:26Aussagen über einzelne Menschen machen wollen, während die Statistik Aussagen über Gruppen von Personen macht.
17:31Forschung funktioniert ja oft so, dass es eine Untersuchungsgruppe und eine Kontrollgruppe gibt. Die Untersuchungsgruppe hat irgendein bestimmtes Merkmal, zum
17:41Beispiel eine diagnostizierte Depression.
17:43Die Kontrollgruppe ist gesund. ForscherInnen können sich dann zum Beispiel die Unterschiede zwischen den Gruppen anschauen und Aussagen dazu treffen.
17:52Das Problem ist aber, das sind dann immer nur Aussagen über die Gruppen im Ganzen.
17:58Also unterscheidet sich der Mittelwert der Depressiven vom Mittelwert der Kontrollen.
18:02Und da kann man solche Aussagen machen, wie im Mittel sprechen die dunkler oder sprechen langsamer oder so.
18:07Aber für einzelne Menschen kann man das nicht. Da ist das Muster ziemlich komplex. Und das kann Machine Learning eben
18:14da rauskitzeln.
18:15Gibt es die Möglichkeit, dass ich mir mal die Technik dahinter anschaue, also sozusagen das Programm, das dabei im Hintergrund
18:21abläuft?
18:22Nein. Nein, Quatsch. Also wir schreiben ja Code und wir entwickeln Code und der ist natürlich im Fernsehen immer etwas
18:30undankbar zu zeigen.
18:32Aber wir könnten zum Beispiel mal eine Sprachprobe aufnehmen und dann könnten wir die mal visuell angucken.
18:38Und dann garantiere ich dir, da siehst du relativ wenig drauf und die KI findet da aber Muster.
18:44Okay. Das können wir uns mal angucken.
18:46Das klingt spannend für mich. Das machen wir mal.
18:50Hi.
18:51Genau. Perfekt. Das sind Carlotta, Lukas und Kevin.
18:54Hi.
18:55Und Frank.
18:56Und Kevin nimmt jetzt einfach mal eine Sprachprobe auf. Das würden wir natürlich im Ernstfall am Smartphone machen.
19:02Ja.
19:03Aber das machen wir jetzt einfach mal testweise und dann schauen wir uns das mal an.
19:06Wo ist das Mikro?
19:07Ist einfach da vorne am Ritschirm.
19:09Achso.
19:10Reinspringen.
19:11Okay.
19:12Einfach wie die Woche so war.
19:14Wie meine Woche so war.
19:16Okay, da muss ich mal drüber nachdenken.
19:17Also ich hatte ein sehr, sehr entspanntes Wochenende, weil meine letzte Woche war ziemlich anstrengend.
19:23Und ich bin viel im Zug rumgefahren.
19:26Und das war ein bisschen nervig, viele Verspittungen.
19:29Aber ich hatte auch richtig interessante Drehs und Podcastaufnahmen.
19:34Die liefen alle total gut.
19:35Ich bin im Moment recht resilient, nehme ich mich wahr.
19:40Ich nehme mich irgendwie so wahr, als bringt mich der Stress nicht aus der Bahn.
19:44Fühle mich gut und fit.
19:45Ich habe bis letzten Montag gefastet eine Woche.
19:50Ich habe das Gefühl, das hat mir ziemlich gut getan.
19:52Wir würden das ja jetzt auf zwei Weisen analysieren.
19:54Wir würden jetzt einmal danach gucken, was hast du gesagt inhaltlich.
19:58Da kamen ja so Worte drin vor wie Fasten und Fit und ich fühle mich gut und so.
20:02Das sind so lauter positive Worte.
20:04Da gibt es Machine Learning Ansätze dafür, die sagen würden, das war eher positiv.
20:09Das heißt, die Maschine erkennt auch die Wörter und sagt mir...
20:12Ja, aber die erkennt auch nicht nur die Worte, sondern die erkennt auch tatsächlich Abfolgen von Worten und komplexere Inhalte.
20:17Also wenn da nur positive Worte drin vorkommen, aber du sagst sowas wie, das war nicht gut, dann zählen wir
20:24nicht gut.
20:25Was wir jetzt gemacht haben, damit wir es ein bisschen besser sehen und damit wir euch mal demonstrieren können,
20:29was nimmt man da eigentlich auf, ist ein sogenanntes Spektrogramm.
20:33Und ich glaube, es ist gerade fertig gerechnet.
20:37Und da sieht man ganz schön, dass da unten ist die Zeit, da ist da reingesprochen und das hier sind
20:42die Frequenzen.
20:43Und je nachdem, was und wie du es jetzt sagst, würde sich das ändern.
20:47Und wie du siehst, siehst du nichts.
20:49Das sieht nämlich aus wie Kraut und Rüben.
20:52Und das ist genau der Grund, aus dem wir dafür Machine Learning und künstliche Intelligenz brauchen.
20:57Weil diese Muster sind sehr heterogen, sind sehr unterschiedlich und da könnte man jetzt nicht sagen,
21:01ach, guck mal da vorne, da siehst du jetzt einen großen Unterschied.
21:04Aber wenn wir jetzt eine Datenbank mit 10.000 Menschen haben, von denen viele eine Depression haben,
21:09dann können wir der Maschine beibringen, dass in solchen komplexen Mustern diese Information drin liegt.
21:15Und das ist die Idee dahinter.
21:16Und das ist was, das könnte man mit bloßem Auge halt nicht, was es etwas undankbar für das Fernsehen macht.
21:22Danke, Kevin.
21:23Sehr gerne.
21:24Ciao.
21:29Was ist denn neben der Stimme vielleicht noch ein Parameter, an denen so geforscht wird,
21:35an denen man so etwas wie eine Depression zum Beispiel ableiten könnte?
21:38Depressionen, die führt natürlich im Regelfall dazu, dass man weniger aktiv ist,
21:42dass man mehr zu Hause sitzt und grübelt oder es einem nicht gut geht.
21:46Insofern ist der ganz triviale Grund als erstes Mal, dass die weniger rausgehen,
21:52dass die weniger soziale Aktivitäten haben und so.
21:54Und das ist natürlich was, das möchten wir messen.
21:55Und das messen wir über Geolocation, also über den Ort, an dem die Personen gerade sind.
22:00Zweite Sache ist, dass wir physiologisch ja davon ausgehen,
22:05dass bei Depressiven andere Dinge im Hirn ablaufen,
22:08so dass wir vielleicht über die Messung von Feinmotoriken ein gutes Fenster kriegen könnten,
22:15zum Beispiel rauszukriegen, wie scrollen die eigentlich, wo schauen die eigentlich hin,
22:20auf welche Reize schauen die zum Beispiel, wo geht Aufmerksamkeit hin.
22:24Und das kann man ganz schön mit einem Smartphone messen.
22:28Ziel der Forschenden ist also eine App, die anhand von unseren Bewegungsdaten,
22:32unserer Stimme, unserer Motorik beim Scrollen am Handy merkt, wie es uns geht.
22:37Klingt unglaublich, aber irgendwie auch logisch, dass wir solche Daten zur Prävention nutzen.
22:43Wenn du jetzt mal so in die Zukunft schweifst, in Gedanken,
22:48wenn eure Forschung richtig gut funktioniert und diese App extrem gut so arbeitet,
22:54wie ihr euch das vorstellt, wie würde das unsere Welt verändern?
22:58Die eine Sache ist, wir würden dann früher mitkriegen, wenn es Leuten schlecht geht,
23:03möglicherweise noch bevor sie tatsächlich krank geworden sind.
23:06Und zweitens, wenn Leute so eine Erkrankung haben, viel früher mitzukriegen,
23:10wenn sie wieder einen Rückfall haben zum Beispiel,
23:12und viel früher intervenieren zu können, bevor sich das hart chronifiziert.
23:18Ich finde, das hat Potenzial.
23:20Klar muss sichergestellt sein, dass die Daten nicht missbraucht werden.
23:24Aber wenn wir unsere Smartphones eh immer dabei haben,
23:27dann könnten wir mit einer speziellen App doch auch was für unsere mentale Gesundheit tun.
23:32Ich danke dir, es hat viel Spaß gemacht.
23:34Ciao.
23:35Ciao.
23:36War echt spannend, das Interview mit Tim.
23:39Aber es war auch ein echt langer Tag.
23:43Abends im Hotel versuche ich dann immer ein bisschen zur Hohe zu kommen.
23:48Und deswegen habe ich mir gedacht, ich werde jetzt mal noch eine Meditation mir gönnen.
23:58Und hoffe, dass mich das ein bisschen runterbringt.
24:03Atmen Sie tief ein.
24:06Wenn Sie ausatmen, lassen Sie jedes Mal alle Anspannung los,
24:09die Sie in Ihrem Gesicht und in Ihren Kiefermuskeln spüren können.
24:13Mal sehen, wie die App mein Entspannungslevel gleich bewertet.
24:31Perfekt gemacht.
24:35So.
24:41Also es hat mir echt gut getan, muss ich sagen.
24:43Ich bin deutlich ruhiger als vorhin.
24:50Aber ich weiß immer gar nicht, was das eigentlich mit diesem Gerät hier wirklich zu tun hat.
24:59Oder ob es mir auch helfen würde, mich einfach auf dem Bett auszuruhen und mal nichts zu machen.
25:05Wie viel das mit dem Stirnband zu tun hat, will ich in München rausfinden.
25:09Ihr habt ja schon gemerkt, ich bin ein bisschen skeptisch.
25:12Ich habe jetzt zehn Tage mit dem Ding meditiert.
25:14Es war eine interessante Erfahrung, aber es hat mich auch manchmal unter Druck gesetzt,
25:19eben mal Feedback zu bekommen.
25:21Ich bin gespannt, wie sie das sieht.
25:23Susanne Karch ist Expertin für Neurofeedback.
25:27Was bringt mir das denn als Patient, wenn ich sehe, dass jetzt mein Entspannungslevel steigt oder sinkt?
25:32Also warum ist das für mich gut, das auch so visuell zu merken?
25:37Einerseits gehen wir davon aus, dass die Motivation höher ist.
25:40Wenn ich sehe, direkt, ich kann Einfluss nehmen.
25:43Ich bin, ist die Motivation viel höher.
25:45Weil sonst weiß man ja oft nicht, ist das, was ich jetzt gerade mache, hilfreich oder nicht?
25:49Ich kann verschiedene Dinge ausprobieren, aber den Effekt sehe ich nicht gleich.
25:52Und da ist eine Möglichkeit, das direkt wieder darzustellen.
25:56Dann geht man auch noch davon aus, dass es wie eine Art Lernen stattfindet.
26:01Dass das Gehirn selber Lernprozesse damit aktiviert, vielleicht auch gar nicht so bewusst, sondern unbewusst.
26:08Und man damit auch so implizit, also unbewusstes Lernen modulieren kann.
26:14Jetzt habe ich auch ein Tool ausprobiert selbst, das mir Feedback geben soll.
26:19Für mein Entspannungslevel.
26:20Was ich gemerkt habe, ist, dass mir das total geholfen hat, mir erstmal die Zeit dafür zu nehmen.
26:26Weil das war wie so ein Ritual, dieses Aufsetzen von diesem Stirnband.
26:31Und dadurch habe ich mir erstmal nur die Zeit genommen dafür.
26:34Und das hat mir total gut getan.
26:35Und das ist, glaube ich, das, was wahrscheinlich vielen auch schwerfällt, sich erstmal diese Routine aufzubauen.
26:40Sich Zeit für sich zu nehmen, um runterzukommen.
26:43Das ist sowas, was man halt insgesamt auch in der Therapie immer wieder sagen würde.
26:46Wann, dass man so eine Routine aufbaut.
26:50Wann nutze ich etwas, muss ja jetzt nicht Neurofeedback sein, aber wann nehme ich mir die Zeit für Entspannungsverfahren?
26:56Wann nehme ich mir die Zeit für mich selber?
26:58Wie kann ich da auch eine Routine aufbauen, die mir hilfreich ist?
27:01Das ist sehr verständlich.
27:03Die große Frage bei den Geräten ist, wenn jetzt quasi das Neurofeedback nicht von dir selber gekommen wäre,
27:10sondern irgendein Fake-Neurofeedback gekommen wäre, hätte es dann genauso gut funktioniert?
27:16Oder nicht?
27:16Oder vielleicht auch besser, weil dann der Druck raus gewesen wäre?
27:19Und ich glaube, das ist noch zu wenig untersucht bei den meisten Geräten.
27:23Was laut Susanne außerdem fraglich ist, was für Signale können solche Geräte überhaupt erkennen?
27:30Es ist nicht so leicht, Hirnaktivität zu messen.
27:32Also wenn wir das mit den Elektroden machen, dann kommt ein Elektroden-Grill rein,
27:35dass so spezielle Verbindungen da sind.
27:38Weil was ich viel schneller messen kann als Hirnaktivität, ist Muskelaktivität.
27:42Und die habe ich ja gerade vorne an der Stirn sehr viel.
27:46Das führt dann zwar auch zu irgendeiner Art Entspannung,
27:49aber ich messe nicht wirklich Hirnaktivität,
27:51sondern ich messe unter Umständen einfach noch, wie stark jetzt meine Stirn angespannt ist.
27:56Susanne bestätigt mich also eher in meiner Stirnband-Skepsis.
28:03Fazit meines Meditationsexperiments.
28:05Ich werde das Stirnband nicht weiter benutzen,
28:07aber was ich schon beibehalten will, ist mir Zeit für mich zu nehmen
28:10und Zeit zum Runterkommen zu haben.
28:14Ganz ehrlich, hätte ich gewusst, dass mich Meditation so entschleunigt,
28:20hätte ich das schon viel früher gemacht.
28:21Was wir für einen Stress haben und wie schlimm der ist,
28:25das ist sehr unterschiedlich.
28:27Und viele Leute haben damit echt zu kämpfen.
28:30Zum Beispiel Alleinerziehende mit anstrengenden Jobs,
28:33Kinder in der Pandemie oder Menschen, die diskriminiert werden.
28:37Die haben alle nochmal einen ganz anderen Stress als ich.
28:42Gesellschaftliche Probleme oder den Klimawandel müssen wir gemeinsam lösen.
28:46Das Gute dabei, uns mit anderen zusammenzutun,
28:49hilft uns auch psychisch.
28:53Ich muss immer wieder daran denken,
28:54was mir die Klimapsychologin in Folge 1 geraten hat.
28:57Ich würde sagen, diejenigen, die sich für Lösungen einsetzen,
29:01haben den langfristig gesünderen Umgang damit
29:02als diejenigen, die das Ganze wegschieben.
29:05In der Zwischenzeit müssen wir aber natürlich auch für uns selbst sorgen.
29:09Wenn es euch mal nicht gut geht,
29:11sprecht darüber mit vertrauten Menschen.
29:13Und wenn das nicht reicht, holt euch professionelle Unterstützung.
29:18Vor allem aber, gönnt euch auch mal Momente der Ruhe.
29:22Ich gebe mir nicht immer die volle Dröhnung Katastrophe,
29:25jeden Tag fünf Stunden,
29:27sondern es gibt vielleicht auch einfach Zeiten,
29:29da darf die Welt gut sein
29:31und ich muss mich nicht mit der Krise beschäftigen.
29:34Also, lasst uns achtsam sein mit uns und mit anderen.
29:38Denn am besten wäre es doch eigentlich,
29:40wenn wir alle ein bisschen abschalten können
29:42und uns gegenseitig die Chance geben, runterzufahren.
29:45Und genau das mache ich jetzt auch.
29:50Und das mache ich jetzt auch.
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