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Die Anstalt vom 17. März 2026
Anstalt IRANstalt
Anstalt IRANstalt
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00:00MUSIC
00:19APPLAUSE
00:20.
00:35Vielen Dank.
00:37Vielen Dank.
00:38Vielen Dank.
00:40Danke Ihnen.
00:43Vielen Dank.
00:44Einen wunderschönen guten Abend.
00:46Einen wunderschönen guten Abend und herzlich willkommen bei der Anstalt.
00:50Ja, wunderschönen guten Abend. Ich kann mir als 58-jähriger Kabarettist schlimmere Termine vorstellen,
00:55als mit Ihnen und Ihren rehbraunen Augen die Anstalt zu machen.
01:00Ja, damit hätten wir das Thema Wahl in Baden-Württemberg inhaltlich auch erschöpfend besprochen.
01:07Kommen wir nun zu einem Thema, das deutlich sensibler ist als Manuel Hagel. Iran.
01:13Wie man an dieser Überleitung sieht, kann man bei dem Thema eigentlich nur alles falsch machen.
01:18Ja, und das überlassen wir heute lieber unserem Gast.
01:21Begrüßen Sie die wunderbare Nega Amiri.
01:41Mega.
01:42Toll, dass du da bist. Es ist so wichtig, dass wir mit dir jemanden in der Anstalt haben, der in
01:47der Iran-Debatte den Betroffenen eine Stimme geben kann.
01:50Das liegt mir natürlich...
01:51Es ist ja so, dass bei uns doch in den Medien zu selten Menschen aus der Zivilgesellschaft vorkommen, die diese
01:57Angriffe ja mehrheitlich ablehnen, oder?
02:00Genau, das ist...
02:01Ja, ich weiß, in Deutschland und den USA ist die Ablehnung sehr groß, aber es gibt ja auch viele IranerInnen,
02:07die diesen Angriff auf die Mullahs durchaus bejubeln.
02:11Das muss ja seltsam sein, nicht wahr, wenn weltweit alle den Krieg kritischer betrachten als die Betroffenen vor Ort.
02:18Das ist genau der Punkt.
02:19Das kann ich absolut verstehen.
02:21Einerseits die Freude über den Tod von Khamenei und andererseits die Trauer darüber, dass Vater und Sohn noch nicht vereint
02:27sind.
02:28Ja, da aber schon weit über 1000 ZivilistInnen getötet worden sind, kann man schon mal ins Grübeln kommen, nicht wahr,
02:33ob man sich da auch richtig freut.
02:35Vielen Dank für die Freude.
02:36Sie wollen ja aber jetzt nicht ernsthaft Ihre Gefühle absprechen, oder?
02:39Also ich möchte vor allem, dass Sie, Nigga, nicht Ihre Gefühle überstülten.
02:43Ich meine, wer freut sich schon über einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg?
02:46Also der Mullah-Versteher hier meint, Sie hätten völkerrechtswidrige Gefühle.
02:51Der Trump-Troll da beschimpft mich gerade, weil ich den Angriff auf Ihr Heimatland irgendwie skeptisch sehe.
02:57Hallo, ey Nigga, jetzt sag doch auch mal was.
03:00Also ich bin jetzt wirklich sprachlos, um ehrlich zu sein.
03:02Aber Nigga, du musst was sagen.
03:04Ey, du kriegst hier eine riesen Gage, eine riesen Chance, um die Stimme für deine Leute zu erheben.
03:09Ach, jetzt auf einmal, wo die US-Bomben fallen, will jeder mitreden.
03:13Ich frag mich, wo die ganzen Völkerrechtler waren, als das Regime noch zehntausende unschuldige Menschen getötet hat, hm?
03:19Okay, was ist denn deine Meinung?
03:22Meine Meinung?
03:23Leute, es geht jedoch nicht um meine Meinung.
03:25Und es geht auch nicht um unsere Meinung.
03:27Wir stehen hier in der Freiheit, ja?
03:29Es geht um die Meinung der Menschen, die sich gerade nicht äußern können, weil das Internet abgeschaltet wurde.
03:35Und weil das Regime, dem mit dem Tod droht.
03:37Die brauchen jetzt unsere Solidarität und Empathie.
03:40Ja, Empathie.
03:41Jetzt ist so, ich könnte meine Gefühle ja viel besser ausdrücken, wenn die da im Iran Frau, Leben, Freiheit rufen
03:48würden.
03:48Und nicht Trump, I love you.
03:50Ja gut, bei den Protesten im Januar wurde ja auch oft Chavichar gerufen.
03:54Das war Ihnen, meine ich, auch nicht recht.
03:57Welcher Hilferuf würde denn Ihren revolutionären Ansprüchen genügen, Herr Uthoff?
04:01Ja, und was so viele nicht verstehen, Reza Pahlavi ist gerade der große Hoffnungsträger für Iraner.
04:08Aber gefällt euch ja auch nicht, ne?
04:09Habt ihr vielleicht einen besseren Vorschlag?
04:11Vielleicht habt ihr auch einen besseren Befreier als der liebe Herr Trump.
04:14Ja, sorry, aber schauen Sie, wenn ein faschistoider Sexualstraftäter das islamistische Patriarchat angreift,
04:21dann stößt Satire auch mal an die Grenzen der Leistungsfähigkeit.
04:35Euer Hauptproblem ist also, dass hier die Falschen wohl aus Versehen das Richtige tun könnten.
04:40Diese Probleme können sich die Iraner im Iran gar nicht erlauben.
04:45Genau, Herr Uthoff.
04:46Ich meine, wenn Ihnen jemand eine Pistole an den Kopf fällt, dann sind Sie doch auch froh über jeden, der
04:51den Täter überwältigt, oder?
04:54Verstehe ich das richtig. Ihr findet es ja schon gut, dass Romine tot ist.
04:58Ja, ja.
04:58Ja, klar, natürlich.
04:59Klar.
05:00Aber dann müsstet ihr doch die Angriffe gut finden.
05:03Nicht, wenn dabei so offenkundig Völkerrecht gebrochen wird.
05:06Aha, das heißt also, du begrüßt das Ergebnis einer Tat, die du eigentlich verurteilst?
05:10Ja, da bin ich ganz konsequent.
05:12Ja, Herr Uthoff, ich glaube uns allen wäre es lieber gewesen,
05:14wenn der Muller beim Fensterputzen aus dem Palast gestürzt wäre.
05:17Und die ganze Führungsspitze gleich hinterher.
05:20Es muss doch irgendwie beides möglich sein.
05:22Ja, also Solidarität mit dem iranischen Volk.
05:25Das den Wunsch hat, dass das Regime stürzt.
05:29Genau.
05:29Und Achtung des Völkerrechts.
05:31Das den Sturz des Regimes von außen verbietet.
05:34Na also, geht doch.
05:35Jetzt bin ich aber wirklich sehr gespannt, wie du praktisch beides miteinander verbinden möchtest.
05:40Ja, das ist ja nun ganz einfach.
05:42Ja, da macht dann das iranische Volk einen Aufstand von innen.
05:48Natürlich, ja.
05:49Und dann kommt wieder von außen niemand zu Hilfe.
05:52So wie im Januar, als das Regime in wenigen Tagen zehntausende Zivilisten getötet hat.
05:57War das etwa auch nicht völkerrechtswidrig?
06:00Steht auch nicht im Völkerrecht, dass man genau bei solchen Verbrechen von außen angreifen kann?
06:05Ja, Völkerrecht, das fühlt sich ja inzwischen immer so ein bisschen an wie ein Tinder-Date.
06:09Alles kann, nichts muss.
06:11Ja, aber es kann doch keine Lösung sein, dass zwei kriegsgeile Regierungschefs von außen ein Land angreifen
06:16und dann erst am ersten Tag eine Mädchenschule bombardieren.
06:18Krieg ist keine Lösung.
06:19Ich weiß.
06:21Aber dieses Regime führt Krieg gegen die eigene Bevölkerung und Stellvertreterkriege in den Nachbarländern.
06:27Viele haben Angst vor den Bomben, ja.
06:30Aber noch mehr haben Angst, dass keine Bomben mehr fallen,
06:33weil sie sich davor fürchten, wieder mit dem Regime alleingelassen zu werden.
06:36Das ist so.
06:37Die Mullahs haben furchtbare Rache gesporen.
06:40Jetzt ist es zu spät aufzuhören.
06:42Zum ersten Mal haben die unschuldigen Menschen überhaupt eine Hoffnung, dieses Regime loszuwerden.
06:46Da muss ich aber vielleicht...
06:47Ja, ich weiß, das klingt naiv.
06:50Regime-Change funktioniert selten.
06:51Aber das Raushalten über die Jahrzehnte von jetzt auch nicht besonders erfolgreich, oder?
06:56Was habt ihr denn anzubieten?
06:58Hm?
07:03Herr Uthoff?
07:09Damit kriegt man die Mullahs leider auch nicht weg.
07:12Gab's nicht vor 80 Jahren gerade hier auch mal einen durch die USA von außen erfolgreich durchgeführten Regime-Change?
07:19Ich finde, du hast das ganz wunderbar zusammengefasst.
07:23Kommen wir nun zur Wahl in Baden-Württemberg.
07:25Haha, ja.
07:26Das...
07:29Das könnte dir so passen, ne?
07:31Ja, das könnte dir so passen.
07:35Aber, was Deutschland zur Stärkung des Mullah-Regimes beigetragen hat, das ist, finde ich, noch völlig unterbelichtet.
07:42Äh, Neger, hast du Herrn Uthoff gerade unterbelichtet genannt?
07:45Nein.
07:46Schade.
07:48Warum zeigt ihr denn nicht, wie Deutschland über die Jahrzehnte das Mullah-Regime gepampert hat?
07:54Naja, gut, das könnten wir ja nur...
07:56Da müsste ja erstmal jemand von uns glaubhaft Deutschland verkörpern, nicht wahr?
08:00Also da müsste jemand von uns relativ deutsch aussehen und das ist ja...
08:04Also gut, ja, ich mach's.
08:06So, Max, du setzt dich jetzt hin, denn du bist jetzt Deutschland, okay?
08:11Ich würde gern einmal wie Frankreich aussehen.
08:15Du wirst nämlich beschuldigt, über Jahrzehnte mit dem terroristischen Mullah-Regime zusammengearbeitet zu haben.
08:22So, Maike, du übernimmst.
08:23Aber mit Vergnügen.
08:26So, Herr Uthoff, dann helfen wir Ihrem Gedächtnis mal auf die Sprünge.
08:31Lassen Sie uns mal zurückgehen ins Jahr 1979.
08:36Die Islamische Revolution führt zur Absetzung von Shah Muhammad Reza Pahlavi.
08:43Ein neues Staatsoberhaupt übernimmt's.
08:45Kennen Sie diesen Mann?
08:46Na klar, das ist Vater Abraham, wo sind denn die Schlümpfe?
08:50Das ist Ayatollah Khomeini.
08:53Eine wunderbare Freundschaft beginnt.
08:56Und selbst die kurz darauf folgende Geiselnahme von 52 US-Diplomaten in Teheran schien ihre gute Beziehung zu Iran ja
09:04kaum zu beeinträchtigen.
09:05Himmel, eine Geiselnahme, das ist ja furchtbar.
09:07Ja, deswegen haben Europa und die USA ja auch Sanktionen gegen den Iran verhängt.
09:13Ja, aber natürlich, bei einer Geiselnahme, da muss man handeln, nicht wahr?
09:17Mein Gott, was haben wir gehandelt, nicht wahr?
09:20Der Handel zwischen Deutschland und Iran ist aufgeblüht, nicht wahr?
09:23Neue Verbindungen wurden geknüpft.
09:26Apropos knüpfen.
09:28Allein zwischen 1980 und 1981 kam es zu fast 1000 Hinrichtungen.
09:34Dann kam der Iran-Irak-Krieg, in dem Iran über 100.000 Kinder in den Tod geschickt hat.
09:40Ja, und das alles neben der Geiselnahme.
09:42Welche Geiselnahme?
09:44Und was macht Deutschland 1984?
09:48Wir, wir lassen uns in Teheran empfangen, nicht wahr?
09:51Um den Handel auch offiziell wieder aufzubauen.
09:54Sie reisen also trotz Krieg und Hinrichtungen nach Iran.
09:57Welche Hinrichtungen?
09:58Das hat sich das Regime unter Rumäni wahrscheinlich auch gedacht, als es einwilligte eine Kommission zur Prüfung der Menschenrechtslage einzurichten.
10:07Welche Menschenrechte?
10:08Im Sommer 1988 war der Krieg nach acht langen Jahren endlich vorbei.
10:14Endlich Frieden?
10:15Naja, wenige Monate später kam es ja dann zum sogenannten Gefängnismassaker, in dem bis zu 30.000 Gefängnisinsassen hingerichtet wurden.
10:24Erinnern Sie sich?
10:26Ne.
10:27Oder? Moment.
10:28Moment.
10:30Ne, doch nicht.
10:30Woran erinnern Sie sich denn?
10:32Ich erinnere mich daran, dass wir 1988 ein Kulturabkommen mit dem Iran geschlossen haben.
10:38Nicht da Kultur.
10:39Das verbindet auch.
10:40Wussten Sie, dass sich bereits Goethe leidenschaftlich mit persischer Dichtung beschäftigt hat?
10:44Mhm.
10:45Da kommen wir auch schon zur Gretchenfrage.
10:47Wie hältst du es mit dem Iran?
10:49Und zwar nach der Aufrufung der Fatwa.
10:52Also dem Mordaufruf gegen Salman Rushdie 1989.
10:55Ja, das hatte natürlich selbstverständlich Konsequenzen.
10:59Ich war, wir haben als Reaktion das Kulturabkommen ausgesetzt und den Botschafter wieder nach Hause geholt.
11:06Oh ja, da war Deutschland mal richtig konsequent.
11:08Sehen Sie?
11:08Ganze fünf Wochen lang.
11:10Danach war der Botschafter schon wieder in Teheran.
11:13Nur weil das Regime vorsichtig angedeutet hatte, den Mordaufruf gegen Salman Rushdie eventuell nicht weiter zu verfolgen.
11:20Wer ist Salman Rushdie?
11:21Der Schriftsteller, der 33 Jahre später einen Mordanschlag überlebte und dabei ein Auge verloren.
11:27Hören Sie, wir waren der wichtigste Handelspartner des Irans.
11:30Man nannte uns die German Connection, nicht wahr?
11:33Wir konnten doch bitte den Dialog mit dem Iran nicht einfach abbrechen lassen.
11:36Ja, mit solchen Leuten kann man doch keinen vernünftigen Dialog führen.
11:39Genau, und deswegen haben wir ihn von da ab auch kritischen Dialog genannt.
11:44Und der sah dann so aus.
11:471992 im Berliner Restaurant Mykonos werden vier kurdisch-iranische Oppositionelle ermordet.
11:55Hier sehen Sie den Auftraggeber des Mykonos-Massakers.
11:59Helmut Kohl war der Auftraggeber des Mykonos? Das habe ich in der Tat vergessen.
12:03Helmut Kohl hat den Auftraggeber persönlich empfangen und zwar im Kanzleramt.
12:08Das hat dann 1997 das Berliner Gericht festgestellt.
12:12Die politische Führung in Teheran hatte die Mykonos-Morde mitgeplant.
12:17Aber schauen Sie, wegen dieses Gerichtshoerzeits haben wir dann aber den kritischen Dialog nicht mehr fortgesetzt.
12:22Da möchte ich jetzt von Ihnen nochmal ein klitzekleines Bravo hören.
12:26Also gut, kein Bravo.
12:28Aber zum Glück wird ja 1997 Katami Staatspräsident.
12:31Ich war endlich ein Reformer, endlich freie Wahl.
12:36Definiere Reformer und vor allem definiere freie Wahlen.
12:39Von den 238 reformorientierten Kandidaten wurden bereits vor der Wahl 234 ausgesiebt.
12:49Die Zahl der Hinrichtungen stieg an. Immer mehr Zeitungen wurden geschlossen.
12:54Na gut, aber es ist damals ja nicht alles angestiegen, oder?
12:56Nein, nein, nein. Das Heiratsalter blieb bei neun Jahren.
12:59Das habe ich alles ganz, ganz anders in Erinnerung.
13:02Ach ja? Wie denn?
13:03Gar nicht.
13:05Darum beschloss die EU 1998 ja auch den Dialog mit dem Iran wieder aufzunehmen.
13:10Um ihn jetzt konstruktiven Dialog zu nehmen.
13:14Na also, gegen konstruktiv, da kann ja wohl keiner was einwenden.
13:17Doch!
13:192002 kam nämlich raus, dass Iran Uran anreichert.
13:23Na gut, aber ab jetzt ging es um unsere Sicherheit.
13:26Ab jetzt wurde nicht mehr über Menschenrechte verhandelt, sondern über atomare Abrüstung.
13:31Da muss ich aber zu meiner Verteidigung sagen, dass mir die Menschenrechte schon vorher völlig egal waren.
13:36Das wussten auch die Mullahs.
13:39Das wussten auch die Mullahs.
13:412005 wird dann der Hardliner Mahmoud Ahmadinejad Präsident.
13:45Der treibt das Atomprogramm weiter voran, gehandelt wird trotzdem.
13:49Den hatte ich ganz vergessen, Mahmoud Ahmadinejad.
13:52Sagen Sie, was war da nochmal vor und was war Nachname?
13:55Mahmoud Ahmadinejad.
13:57Das ganze ist der Vorname, der Nachname ist Pütz.
14:022013, Rouhani kommt an die Macht.
14:04Ach, ein Reformer.
14:06Jetzt aber wirklich hoffen.
14:08Toi, toi, toi.
14:09Unter ihm gab es 4000 Hinrichtungen mehr als unter dem Hardliner Ahmadinejad.
14:13Er hat sich ja selbst nicht mehr Reformer genannt.
14:16Das musste er auch nicht, ne?
14:17Das haben wir ja für ihn gemacht.
14:19Zum Dank gibt's dann 2015 endlich das Atomabkommen.
14:23Und im Freudentaumel sind Sie fünf Tage später nach Teheran gereist, um neue Deals einzutüten.
14:28Das sind ja Ihre Schlümpfe.
14:30Ja.
14:32Geile Brille.
14:34Sieht ein bisschen aus wie die Sopranos in Krefeld.
14:38Hören Sie, wir haben uns eben damals gedacht, nicht wahr, wenn die dauernd was anreichern,
14:51dann können wir uns eben auch ein bisschen anreichern.
14:53Mhm.
14:54Und Sie haben mit Ihren Deals die Kassen des Regimes gefüllt.
14:58Und Menschenrechte einfach ignoriert.
15:01Schauen Sie, wir mussten den Reformern entgegenkommen, um die Hardliner zu verhindern, nicht wahr?
15:06Und wir mussten den Hardlinern entgegenkommen, weil die anderen noch im Reformhaus.
15:13Ich hab's vergessen.
15:14Das hab ich mir gedacht.
15:15Kann es sein, dass Ihnen damals eine winzig kleine, eine wirklich klitzeklitzige kleine Eigenschaft
15:21gefehlt hat?
15:23Und welche Sprache könnte das schöner ausdrücken als die persische?
15:28Toch, Morbet, Toch, Nyastarim.
15:31Das klingt wirklich wunderschön.
15:32Was heißt das denn?
15:33Das ist vom persischen Dichter Oliver Kahn und heißt Eier.
15:38Wir brauchen Eier.
15:48Liebe Exzellenzen, herzlich willkommen zur außerordentlichen Sitzung des Menschenrechtsrats der Vereinten
15:55Nationen.
15:56Ich bin der Wolfgang, aber ihr könnt mich auch gerne Wolli nennen.
16:02Ja, ihr wisst alle, worum es heute geht.
16:04Menschenrechte.
16:05Dafür wollen wir uns gemeinsam einsetzen.
16:08Dafür stehen wir mit unserem echten Original-Logo.
16:12Hier nochmal zur Erinnerung, das ist unser Logo.
16:14Das sind einmal klassische Olivenzweige als Symbol für den Frieden.
16:18Und die stehen in Flammen.
16:22Kann wir nochmal über das Logo reden?
16:24Das ist echt ein Scheiß-Logo für Menschenrechte, Leute.
16:27Ja, so, ich würde sagen, wir fangen einfach mal mit euren Anregungen vom letzten Mal an.
16:32Unser Generalsekretär, der Antonio, hat ja kurz nach dem Massaker im Iran den iranischen
16:39Präsidenten einen persönlich unterzeichneten Glückwunschbrief zum 47.
16:44Jahrestag der Mullah-Diktatur zugeschickt.
16:46Viele von euch fanden das nicht so gut.
16:49Die Generalsekretärsverwaltung nimmt die Kritik auch sehr ernst und lässt deswegen ausrichten,
16:56also die Glückwünsche waren ein routinemäßiges Standardschreiben.
17:00Also das war überhaupt nicht lieb gemeint.
17:03Ja, also im Gegenteil, da stand weder hab dich lieb drauf, noch waren da Ballons oder Kerzen
17:10auf der Postkarte abgebildet.
17:11Ne, das war ein ganz nüchternes Schreiben, in dem der UN-Generalsekretär dem iranischen
17:16Regime, ich zitiere, wärmste Grüße und höchste Wertschätzung ausrichten ließ.
17:21Aber rein formell.
17:24Gut, dann hätten wir die Sache ja geklärt.
17:26Darüber zu reden hilft immer, finde ich.
17:29Ja, dann hatten wir noch eine Beschwerde im Kummerkasten.
17:32Da ging's darum, dass der iranische Vize-Außenminister für internationale und rechtliche Angelegenheiten,
17:39Kazem Gareb Abadi, vor dem Menschenrechtsrat sprechen durfte.
17:42Aber ich finde, also jeder, der mal Mist baut, hat grundsätzlich eine zweite Chance verdient.
17:47Und drei Wochen nach den Massentötungen im Januar hat er sich bei uns auch durchaus selbstkritisch gezeigt.
17:54The Islamic Republic of Iran is a responsible and accountable country in the fields of human rights.
18:01Iran's Islamic Revolution was a human rights revolution, undertaken to liberate the nation
18:08from dictatorship and to establish democracy.
18:13Oje.
18:16Also ich höre da ganz klar den Wunsch nach Anerkennung der eigenen Perspektive raus.
18:24Ja, dann kann uns auch keiner vorwerfen, dass wir mit dem Iran zu zimperlich umgehen würden.
18:29Ganz im Gegenteil, also der Menschenrechtsrat tadelt nämlich gleichermaßen in alle Richtungen.
18:35Es gab zum Beispiel von 2006 bis 2024 gegen Israel 108 Resolution.
18:42Und gegen den Iran ganze 15.
18:46Fick die Henne.
18:49Entschuldigung, Entschuldigung.
18:52Ja gut, also in der gleichen Zeit gab's vom Generalsekretär auch 19 Glückwunschkarten.
18:59Davon aber null lieb gemeint.
19:03So, ich würde sagen, dann lassen wir es für heute gut sein.
19:07Wir haben eine ganze Menge erreicht, denke ich.
19:10Jetzt vielleicht nicht unbedingt für die Menschen im Iran, aber wir selbst sind emotional einen großen Schritt weitergekommen.
19:16Dankeschön.
19:25Schicke Uniform.
19:26Danke.
19:27Und Sie sind jetzt wer?
19:28Ich bin von der Prüfungs-Sanktionssicherungsstelle, kurz Psst.
19:34Und Sie machen was?
19:36Ja, ich überprüfe die Einhaltung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran.
19:41Ah, großartig.
19:42Ach, Sie meinen, diese Tür, da kommt nichts mehr raus in den Iran?
19:46Nein, nein, diese Tür, die ist absolut dicht.
19:48Nicht mal ich kenne den Code.
19:49Ach, gut.
19:52Grüß Gottli.
19:55Ah, die Firma Bosch.
19:57Sie wissen ja schon, es gibt strenge Sanktionen.
20:05Sagen Sie, haben Sie nicht gesagt, die Tür sei komplett dicht?
20:07Im Prinzip ja.
20:08Können wir, muss gleich weiter.
20:09Ja, oh, was haben wir denn da Schönes?
20:12Das ist aber eine große Zündkerze.
20:14Neu, das gute Stück ist unsere beste Überwachungskamera.
20:18Mit einer wunderbaren Auflösung.
20:20Ja, sehr beliebt, deswegen haben wir 8000 davon in den Iran verkauft.
20:25Ja, das ist aber richtig lange her, das war zwischen 2016 und 2018.
20:30Aha.
20:30Und gilt nicht seit 2011 ein EU-weites Verbot für den Export von Ausrüstungen,
20:36die zur internen Repression oder zur Telekommunikationsüberwachung verwendet werden können?
20:41Schon, aber Bosch hat die Kameras ja nicht an die iranischen Behörden verkauft.
20:46Nein, immer nicht. Der Vertrieb lief komplett über unsere Händler.
20:49Ah, und an wen haben die Händler verkauft?
20:51Ja, an Behörden.
20:53Unsere Kameras hängen in jeder Ecke in Teheran.
20:56Ja, aber diese Kameras, die dienen ja allein zivilen Zwecken.
21:00Hier, damit kann man ja alles filmen.
21:03Schiffsverkehr, Straßenverkehr, Geschlechtsverkehr.
21:06Könnte es nicht sein, dass die Kameras eine Gesichtserkennungssoftware hatten,
21:11mit der Frauen identifiziert wurden, die beim Autofahren den Hijab nicht korrekt getragen haben
21:16und sofort eine SMS auf ihr Handy bekommen haben?
21:19Also ich bin mir absolut sicher, dass die Firma Bosch eine solche Software nicht in die Kameras vorinstalliert hat.
21:25Nein, immer nicht. Ich meine, das brauchst du ja auch gar nicht.
21:29Ja, es reicht ja, wenn Tinder ja so Software über die fertigen Fotos von der Kamera drüberlaufen lässt.
21:34Aber mit so einer Zweckinfremdung haben Sie ja überhaupt nichts zu tun, oder?
21:39Ich meine, die Firma Bosch hat versichert, dass kein Mitarbeiter eine Schulung für Gesichtserkennung durchgeführt hat, richtig?
21:45Absolut richtig. Also, außer Eu-Moll. Da gab's Eu-Schulung. Von Eu-M-Mitarbeiter. An Eu-Uni. In Eu-Som
22:05-Teheran.
22:06Aber da wurde das Thema Gesichtserkennung nicht vertieft. Das hätten wir offiziell in einer Pressemitteilung bestätigt dazugeben müssen.
22:19Alright, oder?
22:24Sagen Sie mal, Ihnen ist klar, dass dieses Regime...
22:33Ihnen ist klar, dass das Regime mit diesen Kameras noch ganz andere Dinge macht.
22:36Da werden Demonstranten gefilmt und aufgrund dieser Gesichtserkennungssoftware hinterher identifiziert und dann zu Hause abgeholt.
22:43Aber Hauptsache, die Tür ist dicht.
22:45Da, die Tür ist absolut dicht.
22:49Moin.
22:50Na, die Firma Limbach mit den schönen Flugmotoren. Sie wissen auch, dass hier strenge Sanktionen gelten?
22:58Lass mich raten, die nächste deutsche Technik, die von den Mullahs zweckentfremdet wird?
23:02Völlig falsch. Diese deutsche Technik wird für iranische Schahed Drohnen nachgebaut und dann ganz zweckgemäß eingesetzt.
23:09Zweckgemäß? Also für Terror und Krieg?
23:12Richtig. Mit diesen Motoren wird im Grunde gerade der gesamte arabische Raum attackiert.
23:17Moment, Moment, Moment, aber...
23:19Wollen Sie mich verarschen? Der Export von Waffen und Rüstungsgütern in den Iran ist doch durch EU-Sanktionen mit Sicherheit
23:25untersagt.
23:26Mhhh, natürlich.
23:29Na also, warum liefert dann eine deutsche Firma Motoren für iranische Drohnen?
23:33Aber Limbach ist doch keine deutsche Firma.
23:35Ist sie nicht? Aber sagen Sie, der Sitz der Firma, ist das nicht Königswinter bei Bonn?
23:40Richtig.
23:40Und dort werden Drohnenmotoren gebaut?
23:43Falsch.
23:44Unsere Motoren werden in China nachgebaut.
23:47Aha, aber also nicht von der Firma Limbach?
23:50Nein, von der Firma Chiamen Limbach Aircraft Engine.
23:55Mit der Sie absolut nichts zu tun haben.
23:58Nein.
23:59Also, bis auf die Tatsache, dass die Firma Chiamen Limbach Aircraft Engine eine Tochtergesellschaft der deutschen Firma Limbach Flugmotoren ist,
24:08die wiederum der chinesischen Firma Fujian DeLong Aviation gehört, die ebenfalls in Chiamen sitzt.
24:14Ich hoffe, das ist unklar geworden.
24:17Und die bauen dort mit Know-How aus Deutschland Limbach Flugmotoren, die nach Iran geliefert werden, um da in Chahed
24:24Drohnen eingebaut zu werden.
24:25Naja, davon gehen wir aus. Aber fest steht auf jeden Fall, dass eine Firma der Revolutionsgarden die Motoren auch nach
24:31Russland geliefert hat und dass die Russen inzwischen auch Drohnen bauen mit Motoren von Limbach.
24:37Sie meinen Chiamen Limbach?
24:40Äh, ja richtig, genau.
24:41Und Sie schauen sich das einfach so an?
24:43Da machen Sie sich keine Sorgen. Die chinesische Firma, die steht ja schon seit 2024 auf der Sanktionsliste.
24:48Ja, aber Limbach Deutschland nicht.
24:51Außerdem ist es ja eh zu spät. Das Know-How ist längst im Iran und in Russland.
25:06Wollen Sie sich in die Hände mal darum kümmern, dass die Tür da dicht wird, ja?
25:12Hallo, mein Name ist Daimler Truck.
25:16Gestatten, Futon.
25:18Mein chinesischer Kooperationspartner. Und zusammen sind wir Joint und...
25:23Venture.
25:24Sagen Sie, gibt es eigentlich jemanden, der es nicht durch die Tür schafft?
25:26Mh, wenn dann nur, weil er es nicht richtig versucht.
25:30Scherz, Daimler führt ja gar nichts in den Iran aus, richtig?
25:33Hanoi, das ist immer gar nicht nötig. Unser ganzes Zeug ist doch schon da drüber.
25:37Ja, das kann man wohl sagen. Das kann man wohl so sagen. Das zeigt ein Luftbild, das die Wirtschaftswoche aufnehmen
25:42hat, lass nicht wahr.
25:43Und uns zur Verfügung gestellt hat. Das zeigt nämlich ein Gewerbeareal im Iran.
25:47Und man kann da sehr schön erkennen, wie da Daimler Trucks rumstehen.
25:50Das ist doch der Aumann H4.
25:52Was der freundliche Herr aus Stuttgart-Degerloch mit den rehbraunen Adleraugen gerne sagen möchte.
25:58Natürlich laufen im Iran keine Lkw von Daimler vom Band.
26:01Na ja, die stehen da einfach im Hof und ich sehe da auch gar keinen Stern.
26:04Sie haben absolut recht. Die Firma heißt ja auch Iran Chodro Diesel.
26:10Ich dachte, sie heißen Photon.
26:12Jetzt konzentrieren Sie sich doch mal bitte. Es ist doch nicht so kompliziert.
26:16Im Dieselwerk der iranischen Firma Iran Chodro Diesel baut man Lkw, die exakt so aussehen wie Lkw der Baureihe Aumann
26:23H4 der Firma Photon.
26:24Mit der Daimler Truck in China ein John Bencher betreibt. Ich denke, das ist jetzt unklar geworden, oder?
26:30Weiß Gott. Aber Ihnen ist schon klar, dass solche Lkws auch im Dual Use für militärische Zwecke benutzt werden können.
26:37Zum Beispiel als Abschussrampe für Raketen.
26:39Man ja, verstößt das etwa nicht gegen Sanktionen?
26:42Wenn es um Russland geht, vielleicht.
26:44Aha. Und beim Iran?
26:45Nö.
26:46Ach, zum Glück ist dieses Sanktionsrecht wahnsinnig kompliziert.
26:49Aha.
26:51Sagen Sie mal, wer ist das denn da eigentlich?
26:54Ah, das, das ist der Strohmann des neuen Ayatollahs.
26:59Ja, der versteckt nämlich Milliarden im Westen.
27:03Servus.
27:03In Frankfurt, da hat er zwei Hotels.
27:06Max, welcome to Hijab Hilton.
27:10Entschuldigung, die Schlösser können Sie doch mal abschrauben, die Tür ist doch völlig nutzlos.
27:16Apropos nutzlos, Max.
27:18Wie bitte?
27:18Ich mag den Übergang.
27:20Weißt du, wer auch ziemlich nutzlos war, als es darum ging, das iranische Regime in seiner Unterdrückung der Frauen zu
27:25kritisieren?
27:27Wolfgang Kubicki.
27:29Nein.
27:31Die Linken.
27:31Warum zeigt ihr denn nicht, wie viele Jahre die Linken das iranische Regime verharmlost haben?
27:37Ja nee, das könnten wir ja nur, wenn wir hier jemanden hätten, der glaubhaft einen Altlinken verkörpern könnte.
27:43Und ähm.
27:44Merkst du selber, oder?
27:57Ich soll übernehmen?
27:59Nö, ich weiß doch jetzt schon, wie das wieder endet.
28:04So, Herr Uthoff, Sie wissen worum es geht.
28:06Wir klären jetzt mal das Verhältnis der Linken zu frauenfeindlichen Mullahs.
28:10Ey, Moment mal frauenfeindlich. Gleich mal vorweg, damit Sie es wissen, ich bin Feminist der ersten Stunde.
28:17Erste Stunde, ja, Feminist. Ihre Solidarität mit den Opfern des iranischen Regimes, die war ja durchaus überschaubar.
28:26Herr Uthoff, wo waren Sie in den letzten 47 Jahren?
28:31Oh, ja, also im englischen Garten, beim Griechen, auf der Uschi, beim Kiffen, beim Kiffen auf der Uschi.
28:44Hören Sie mal, die Opfer, von denen Sie reden, das waren für uns in erster Linie Opfer amerikanischer Außenpolitik.
28:51Ja, das ist für die Linken immer der Empörungsschwerpunkt gewesen.
28:55Mhm, das war ja mal anders. Erinnern Sie sich an den 2. Juni 1967?
29:02Na, verschwommen, da war ich im fünften Monat.
29:08Ja, linke Studenten protestieren in Berlin gegen den Schahbesuch.
29:14Ja, ja, das war eine große Sache damals, vor allem wenn man ganz klein war.
29:18Das war die Geburtsstunde der 68er. Damals hat die Gewaltherrschaft im Iran große Proteste bei den Linken ausgelöst.
29:26Ja, völlig zu Recht. Hören Sie mal, das Schahregime war eine der brutalsten Diktaturen weltweit.
29:31Ja, sicher. Für mich als Frau allerdings besser als alles, was vorher war und nachher kam.
29:37Immerhin hat er das Frauenwahlrecht durchgesetzt. Freie Berufswahl für Frauen.
29:42Das Heiratsalter wurde von 9 auf 18 Jahre raufgesetzt.
29:46Na gut, schauen Sie, der Fritze Merz, der hat ja auch mal was Gutes. Obwohl, ne, überhaupt nicht.
29:53Aber schauen Sie, die hören Sie, die Linken haben sich damals halt gedacht, ne, um Frauenfragen, kümmern wir uns später.
30:00Jetzt geht's erstmal gegen den Schah, ne, Marionette der USA und das war Kampf gegen den US-Imperialismus hier, ja.
30:08Und dieser Kampf hat dann so viele linke Galleonsfiguren dazu gebracht, die Revolution im Iran zu verherrlichen.
30:15Oh, jede Menge hier, ne. Ah, da, genau, da sind sie ja, ne, der Sartre und die Beauvoir und der
30:21Foucault-Michel.
30:22Ja, die waren alle, alle revolutionsbesoffen und haben den Ayatollah romantisiert.
30:28Ja, schauen Sie, am Anfang jeder Beziehung sieht man ja alles irgendwie die rosa-rote Brille, ja.
30:33Konnt ja keiner ahnen, dass Vater Abraham so bald durchdreht, ja.
30:37Die Frauen schon. Kurz nach der Machtergreifung protestieren die nämlich gegen die Hijab-Pflicht.
30:44Und was machen die linken Männer?
30:47Die haben sich erstmal bedeckt gehalten.
30:50Also ich meine, die haben sich halt gesagt, ja, um Frauenfragen kümmern wir uns später, ja.
30:56Jetzt machen wir erstmal weiter Revolution.
30:58Zusammen mit den Islamisten. Solange bis die anfangen, die Linken im Iran systematisch zu ermorden.
31:04Hören Sie mal, gibt es einen überzeugenderen Beweis, ja, für die Ablehnung von Islamisten, als sich von ihnen erschießen zu
31:12lassen.
31:12Ja, also, ja. Danach hat übrigens kein Linker mehr mit diesem islamistischen Republik-Regime-Dingsbums sympathisiert, ja.
31:21Sind Sie sicher? Kennen Sie diesen Mann?
31:24Ey, das ist doch der Noem, ja. Ja, der Intellektuelle, der Chomsky, steht bei mir im Bücherregal.
31:30Und in den Epstein-Files.
31:32Scheiße.
31:33Wahrscheinlich noch, ja, wahrscheinlich noch so eine linke Ikone, die sich gedacht hat, ach Frauenrechte, darum kümmern wir uns später.
31:40Oder vielleicht hat er auch einfach nichts gegen Frauenhasser.
31:422006 traf er sich nämlich mit dem Hispola-Chef, ja, der vom Iran finanzierten Terrorgruppe.
31:49Hören Sie, es geht immer erstmal gegen den US-Imperialismus.
31:53Wow, der Feind meines Feindes ist mein Freund. Ich dachte, Drogen erweitern das Bewusstsein.
32:01Moment mal, ja. Natürlich, ich meine, natürlich haben sich da manchmal Linke auch mit Leuten gemein gemacht, ja, die...
32:09sich auch später nie um Frauenrechte kümmern werden.
32:12Ja, aber hören Sie mal, das sind ja alles so alte linke Zausel hier.
32:16Doch, ich hätte da auch was Jüngeres anzubieten.
32:20Hey, das ist doch der Iglesias da, also der Pablo, ja, nicht Julio, der Pablo, ja, der war der ehemalige
32:27Chef der Linken in Spanien, Podimos.
32:29Der kann ja gar nichts gegen Frauen, also, verstehen Sie, der Mann war verheiratet, ist verheiratet mit der früheren spanischen
32:35Gleichstellungsministerin, ja.
32:36Die hätte ihn mal davon abhalten sollen, für das iranische Staatsfernsehen zu arbeiten.
32:41Wo war der?
32:42Ja, er moderierte sieben Jahre lang in einem iranischen Propagandasender seine eigene Talkshow, finanziert vom Mullah-Regime.
32:51Ja, schauen Sie, wenn man richtig kritischen Journalismus machen will, muss man manchmal auch Kompromisse eingehen.
32:57Mhm, richtig, also vor allem wir Frauen. Bitteschön.
33:02Hey, das kenn ich, das ist eine Sicherheitsnadel, was soll ich mit der?
33:06Das fanden weibliche Talkgäste in dieser Sendung auf ihren Plätzen.
33:10Damit sollten sie ihr Dekolleté züchtiger gestalten, auf Wunsch der Geldgeber.
33:14Ja, das war dann wohl linker Verhüllungsjournalismus.
33:17Ja, hören Sie mal, das war jetzt halt dann ein Spanier.
33:21Mhm, ich hab auch was Britisches.
33:24Ach, auch nicht der Corbyn. Hören Sie mal, hey, der Jeremy Corbyn, ja, das war der letzte linke Labour-Chef.
33:30Ja, nicht der auch noch.
33:31Ja doch, der hatte auch eine eigene Sendung in einem iranischen Auslandssender.
33:38PressTV.
33:39Heute läuft er bei einer Anti-Kriegs-Demo mit Regime-Anhängern mit, die Porträts von Khamenei hochhalten.
33:46Hören Sie mal, nichts gegen die Internationale, ja, aber ich glaube, ich muss mich jetzt auch nicht für jeden Linken
33:51im Ausland verhaften lassen, ja, der sich um Frauenrechte erst später kümmern will.
33:55Hm, ach, wir hätten's lieber made in Germany. Okay.
33:592016 wollte Heidi Reicheneck auch erstmal die Genderfragen zurückstellen, um mit Islamisten zu reden.
34:06Der ehemalige Linken-Chef Klaus Ernst wollte Unternehmen helfen, die Iran-Sanktionen zu umgehen.
34:12Und noch im selben Jahr stimmt die Linke im Bundestag gegen das Isbollah-Verbot.
34:17Jetzt, hören Sie mal, es ist ja auch schon ein paar Jahre her, oder?
34:21Im Februar diesen Jahres stimmen die Linken im Europaparlament einer Resolution gegen die iranischen Massaker nicht zu.
34:30Hören Sie mal, ich bin doch nicht unabhängiger Satiriker geworden, ja, um mich in meiner eigenen Sendung von linken PolitikerInnen
34:36distanzieren zu müssen.
34:37Ja, ich hab doch vorher schon gewusst, wie das wieder ausgeht. Hier.
34:56Ich mahne unablässig zum Frieden, dieser, auch ein Ungerechter, ist besser, als der gerechteste Krieg, schrieb Cicero schon vor 2000
35:06Jahren.
35:06I know a lot of people who would like to do this, even today.
35:11No one is for the war, except for some of these companies.
35:15In terms of new conversations to Ukraine end 2025,
35:19I have in a magazine magazine the headline
35:22Rheinmetall-Aktie.
35:24Friedensangst schockt Anleger.
35:28Hopefully there will be no peace.
35:30The arme deutsche Wirtschaft is eh so schwach.
35:33Aber, liebe Anleger, keine Angst.
35:36Das ist eine aktuellere Schlagzeile aus dem Spiegel.
35:39Rheinmetall-Gewinn steigt, neues Wachstum durch Iran-Krieg erwartet.
35:44Glück gehabt.
35:46Das Thema Iran, da war es auch schon einfacher,
35:49vor dem Krieg eine Haltung dazu zu haben.
35:51In Anbetracht all seiner Verbrechen war es klar, gegen das Regime zu sein.
35:56Gut, Frank-Walter Steinmeier hat sich auf vielen Fotos
35:59nicht dagegen positioniert, sondern daneben.
36:02Es ist auch schwierig, sich von jemandem zu distanzieren,
36:05dem man gerade die Hand schüttelt.
36:08Noch kuscheliger wurde es nur, als jetzt die ersten deutschen Touristen
36:11aus Dubai zurückgeholt wurden.
36:13Die wurden mit Jubel und Freudentränen am Flughafen empfangen.
36:17Voll schön.
36:19Ich erinnere mich daran, wie 2015 Geflüchtete aus Syrien
36:22hier an den Bahnhöfen begrüßt wurden.
36:24Da flogen die Teddybären ja auch tief.
36:26Jetzt, wo Klaus-Dieter und Gisela zurück nach Bottrop gerettet wurden,
36:30ist die Freude noch größer, klar.
36:32Wir sind uns selbst die liebsten Flüchtlinge.
36:35Muss man verstehen, Bottrop ist halt auch näher dran als der Iran.
36:39Hab ich auch schon oft gehört, das Argument,
36:41der Iran ist voll weit weg.
36:43Was geht das mich hier an?
36:45Ich würde mit der Gegenfrage antworten,
36:47was ist denn die angemessene Entfernung, ab der es sich nicht mehr stört,
36:51wenn 30.000 Menschen auf offener Straße erschossen werden?
36:55Wie weit muss ein Meer...
37:07Wie weit muss ein Meer entfernt sein, damit es dir egal ist,
37:10dass darin Tausende auf der Flucht ertrinken?
37:12Schmeckt dir dein Eis am Mittelmeerstrand?
37:15Ich hab einen Zollstock dabei.
37:17Sag mir, wie viel Meter kann neben dir eine Frau
37:20von iranischen Revolutionsgarden zu Tode gefoltert werden,
37:23damit du es gerade noch so achselzuckend hinnehmen kannst?
37:26Wie weit ist es von hier bis zu deiner Menschlichkeit?
37:29Und es wird noch schwieriger.
37:31Nun greift ausgerechnet Donald Trump den Iran an.
37:34Dabei hat er doch gerade erst den FIFA-Friedenspreis gewonnen.
37:46Ich finde ja, FIFA-Friedenspreis, das klingt so ein bisschen wie Biba Butzelmann.
37:52Ist auch Elianz zu nehmen.
37:53Aber bist du plötzlich als Gegner des iranischen Regimes
37:57automatisch ein Fan von Trump?
37:59Viele Menschen in Iran jubeln.
38:01Darf ich da mitjubeln?
38:02Und wenn ja, wie viele Teddybären muss ich werfen?
38:06Schwierige Frage.
38:07Da suchen natürlich manche nach moralischen Vorbildern.
38:10Umso mehr stört es andere, dass Greta Thunberg
38:13sich anfangs nicht zur Lage in Iran geäußert hat.
38:16Darüber kann man sich schon wundern?
38:17Klar.
38:18Wenn sie was sagt, das ist toll.
38:20Dann muss ich das nicht mehr machen.
38:22Andererseits, wenn sie nichts macht,
38:24dann muss ich auch nichts machen.
38:25Ganz schön praktisch, die Schweden.
38:27Da kann man alles drauf abladen,
38:29solange das eigene Weltbild stabiler ist als ein Billy-Regal.
38:33Bei einem komplizierten Thema,
38:35da gibt es immer unterschiedliche Gewichtungen,
38:37Betroffenheiten, emotionale Verbindungen, Ängste, Leid.
38:41Glück und Unglück können parallel existieren.
38:44Man kann sich über das Ende des iranischen Regimes freuen,
38:47ohne gleichzeitig in einen Fanclub einzutreten
38:50für Trump und Netanyahu.
38:52Solche Ambivalenzen müssen wir aushalten.
38:54Damit können wir gemeinsam umgehen.
38:56Wir sitzen doch alle im gleichen Boot.
38:59Nur unsere Menschlichkeit, die sitzt weit weg von hier,
39:02am Ufer und ist ein Eis.
39:08So, jetzt haben wir gesehen,
39:10in welchem Maße Deutschland
39:12zu der verhärenden Situation im Iran beigetragen hat.
39:17Man müsste ja annehmen,
39:18dass ihr wenigstens die Güte besitzt,
39:21die Menschen, die vor diesem Terrorregime fliehen,
39:23hier in Deutschland aufzunehmen, oder?
39:24Müsste man, müsste man.
39:25Aber es ist im Gegenteil.
39:27Je schlimmer die Zustände im Iran sind,
39:28desto weniger Leute lassen wir rein.
39:30Wie kann denn das sein?
39:31Da vorne ist die Frau, die Sie fragen müssen.
39:34Hallo, guten Tag.
39:35Sind Sie von der obersten brutalen Integrationsvermeidungsstelle
39:39in Deutschland, kurz Dobrindt?
39:42Ist das denn?
39:50Grüß Gott, hier kommt keiner mehr rein.
39:52Ja, genau deswegen bin ich hier.
39:54Ja, da draußen warten viele Menschen aus dem Iran auf unsere Hilfe.
39:57Wie kann das sein,
39:58dass letztes Jahr drei Viertel der Asylanträge
40:01von IranerInnen abgelehnt wurden?
40:02Ja, wegen der Lage.
40:04Aber die Lage ist doch furchtbar.
40:05Erst die Tötung in der Zivilisten im Januar
40:07und jetzt der Krieg.
40:08Na, ich mein doch die Lage bei uns.
40:11Ja, wir haben doch jetzt die Migrationswende
40:14und deswegen hat der Alex auch das Motto des Monats ausgegeben.
40:17Auch wenn der Muller mordet munter, die Zahlen müssen trotzdem runter.
40:24Was ist das denn bitte?
40:26Ja, wir bekommen...
40:27Ist das ne Foto...
40:27Ist das ne Foto...
40:28Ne, das ist ne Dobrind...
40:29Ne, das ist ne Fodobrindwand.
40:31Wissen Sie, wir bekommen für jede Ablehnung einen kleinen Alex.
40:35Aha.
40:38Wissen Sie, wenn die 10er-Karte voll ist,
40:40da hat er mir ein Meet & Greet mit der Monika Gruber versprochen.
40:44Sie können...
40:48Sie könnten Ihrem Chef mal sagen,
40:51statt Fleißkärtchen zu verteilen,
40:52soll er endlich mal humanitäre Visa ausstellen.
40:54Die sind nämlich ganz genau dazu da,
40:56besonders schutzbedürftigen Menschen
40:57möglichst schnell und legal eine Einreise zu ermöglichen.
41:00Ja, schau, genau deswegen haben wir die ja gar nicht mehr im Angebot, ja?
41:05Der Alex hat seit Ende Mai keine Aufnahmezusagen mehr gemacht.
41:09Aber die Iraner brauchen doch gerade jetzt unsere Hilfe.
41:13Ja, also wir holen ja auch niemanden mehr aus Afghanistan raus, gell?
41:17Da müssen wir schon fair bleiben.
41:18Aha.
41:19Ihr Argument ist also,
41:20dass wir unsere Unmenschlichkeit wenigstens gerecht verteilen, ja?
41:23So gern ich den Leuten helfen würde,
41:26aber das mit den Visan, das ist ja in letzter Zeit völlig eskaliert.
41:30Die Iraner, die haben uns ja förmlich überrannt.
41:34Ach so, davon hab ich gar nichts gelesen.
41:36Wie viel sind denn gekommen?
41:37Ja, da müsste ich jetzt einmal nachschauen.
41:38Das waren, das waren 33.
41:44Jetzt schauen Sie nicht so.
41:45Wir sollen ja keine Unmenschen.
41:46Und wenn es unbedingt sein muss,
41:48dann gibt der Alexander ja immer noch Zusagen für humanitäre Visa.
41:53Aber nur an Menschen, die...
41:55Frau Amiri, bitte Zitat.
41:57An Menschen, die zum Beispiel in besonders herausragender
42:00und langjähriger Weise in der Menschenrechts- oder Oppositionsarbeit
42:03aktiv gewesen sind.
42:05Ja, da haben wir schon hohe Ansprüche, gell?
42:08Wir nehmen nur die humanitäre Crème de la Crème.
42:11The best of the oppressed.
42:13Mhm.
42:14Und wie qualifiziert man sich dann?
42:21Wie schafft man das?
42:23Braucht man dann FIFA-Friedenspreis?
42:24Muss man Gefangener des Monats gewesen sein?
42:27Wie viele humanitäre Ausnahmen haben Sie denn
42:29unter Dobrindt denn schon insgesamt gemacht?
42:31Da lassen Sie mich mal nachschauen.
42:33Das waren Pi mal Daumen.
42:35Also jetzt nur ganz grob gerechnet.
42:36Nachen Sie mich jetzt nicht auf die letzte Kommastelle fest.
42:38Das waren ungefähr überschlagen worden.
42:40Null.
42:41Null Komma null.
42:42Moment.
42:44Die Menschen erleben im Iran gerade einen humanitären Albtraum
42:47und Sie sehen keinen Grund auch nur einen reinzulassen.
42:50Ja, Sie können ja Asyl beantragen.
42:53Ja, Sie müssen es halt erstmal hierher schaffen
42:55und dann, ganz wichtig, müssen es die richtige Tonlage treffen.
42:59Ja, neulich war es ganz knapp.
43:00Da war es ganz knapp.
43:02Da haben wir einen Iraner abgelehnt, weil ...
43:05Er die Gründe für seine Flucht nicht mit genug Engagement
43:09und zu kurz vorgetragen hat.
43:10Ja, wirklich sehr schade.
43:12Sehr schade.
43:13Ich erinnere mich noch ganz genau an seine rebraunen Augen.
43:18Sagen Sie, nehmen wir mal einen fiktiven Fall.
43:20Nehmen wir mal an,
43:20einer Iranerin wird bei einer Demo ein Auge ausgeschossen.
43:23Ja, das ist schlimm.
43:25Auf der anderen Seite gibt es davon im Iran natürlich Tausende.
43:29Ja, das ist ja da eine gängige Praxis zur Einschüchterung.
43:32Also da könnte es dann am USP scheitern.
43:35Am was?
43:36Ja, ich sag immer USP, Unix Suffering Point.
43:40Ja sicher, je schlimmer die Menschenrechtslage, desto weniger unique der Einzelnen.
43:45Tragisch.
43:46Ja, was?
43:46Aber schauen Sie mal, hier gibt es doch noch andere Fälle.
43:48Da.
43:49Da reicht ja ein Blick.
43:50Die Frau ist bei ihrer Verhaftung vergewaltigt worden.
43:52Ja, da muss ich aber nachschauen, warum das nicht gereicht hat.
43:56Das war, weil?
43:57Bei der Vergewaltigung handelte es sich um eine willkürlich begangene Straftat,
44:02deren Täter nicht offiziell im Auftrag des Staates fungiert, sondern lediglich bei Gelegenheit
44:07der Festnahme aus Eigeninteresse gehandelt haben.
44:10Herr Schauens, nur weil Sie als Frau vergewaltigt werden, haben Sie ja deswegen nicht automatisch
44:14Anspruch auf Asyl.
44:15Doch, genau so steht es im Asylgesetz.
44:18Das erkennt ausdrücklich geschlechtsspezifische Gewalt als Verfolgungshandlung an.
44:22Wollen Sie mal, was machen Sie denn da?
44:24Die Verwaltungsgerichte haben doch letztes Jahr die Hälfte aller Asylbescheide wieder aufgehoben,
44:28wegen Rechtswidrigkeit.
44:30Ja, man kann es ja mal versuchen.
44:31Aber warum werden dann eigentlich immer noch Menschen überhaupt in den Iran abgeschoben?
44:35Entschuldigen Sie, es geht hier um 18 Straftäter.
44:38Straftäter wie die 67-Jährige, die nach 14 Jahren in Deutschland trotz Krankheit zu ihrem
44:44gewalttätigen Ehemann ausgeflogen werden sollte.
44:47Ihr Verbrechen?
44:48Sie hatte es nicht geschafft, Ausweisdokumente aus dem Iran zu besorgen.
44:52Ja, aber die Abschiebung, die wurde ja dann verhindert.
44:55Ja, von der Piloten und der Crew, die sich geweigert haben, sie mitzunehmen.
44:59Das passiert übrigens immer häufiger.
45:01Allein letztes Jahr 500 Mal.
45:03Aha, die Lufthansa-Besatzung ist also christlicher als der CSU-Innenminister, ja?
45:11Dann ähm...
45:14Dann weiß ich jetzt genau, was ich mache.
45:20Äh, was?
45:21Pilotenschein.
45:21Ne, es geht auch einfacher.
45:24Ich habe eine bessere Idee.
45:25Du schreibst deine Bundestagsabgeordnete an.
45:28Das kann übrigens jeder machen.
45:31Die Abgeordneten sollen sich dafür einsetzen, dass endlich wieder humanitäre Visa an Iraner
45:35vergeben werden.
45:36Sie müssen dazu einfach nur diesen Link mit der Aktion Leave No One Behind anklicken.
45:41Hier.
45:42So, mach mal jetzt weiter, bitte.
45:45Äh, ne, auf gar keinen Fall.
45:47So können wir nicht mehr weitermachen.
45:51Wir brauchen jetzt eure Hilfe.
45:53Seit Wochen gibt es im Iran kein Netz.
45:56Wir können niemanden anrufen und wir wissen nicht, wo unsere Liebsten sind, wie es ihnen
46:00geht.
46:01Und am meisten bedroht sind die vielen Zehntausende Iraner, die verschwunden sind und unter schlimmsten
46:06Bedingungen in Gefängnissen sitzen.
46:08China Shams, 28 Jahre, wurde am 14.
46:13Februar 2026 nachts in seiner Wohnung verhaftet.
46:16Seine letzte Nachricht, ich habe Angst, hingerichtet zu werden.
46:20Paschkan Azizi, 41 Jahre, ist eine kurdische Sozialarbeiterin.
46:26Sie half Frauen und Kindern, die wegen des Krieges vertrieben wurden.
46:30Sie wurde wegen Rebellion gegen den Staat zum Tode verurteilt.
46:34Daniel Niyazi, 18 Jahre, wurde am 12.
46:38Januar in seinem Elternhaus gewaltsam von Sicherheitskräften festgenommen.
46:42Ihm droht die Todesstrafe.
46:44Das sind nur drei von zehntausenden Schicksalen.
46:47Und sie fragen sich, was sie da machen können?
46:49Werden sie aktiv.
46:51Politiker, Vereine, Gewerkschaften, zivilgesellschaftliche Organisationen können Patenschaften für Gefangene
46:56übernehmen.
46:57Sichtbarkeit kann Leben retten.
46:59Hier gibt es die Info.
47:02Und wenn Sie sich jetzt fragen, ob das jetzt hier überhaupt alles in der jetzigen Zeit
47:05was bringt, bitte fragen Sie sich das nicht.
47:08Das machen wir Iranerinnen schon lange nicht mehr.
47:10Machen Sie einfach.
47:11Sie hier haben die Freiheit etwas zu tun.
47:15Im Iran werden die Menschen dafür mit dem Tod bedroht.
47:18Einfach nur, weil Sie ein ganz normales Leben führen möchten.
47:32Das war die Anstalt.
47:33Heute mit Rega Amiri.
47:35Wir lieben Gott.
47:36Ja.
47:57Das waren die spawnerinnen und kompoten.
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