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00:00The title of the Bale vs. Laurent Foucault
00:11Good, Johannes Dennis Böe! Now he's lined up the door
00:21for Martin Foucault
01:03Wir sitzen zum ersten Mal überhaupt zusammen und reden über unsere Karrieren.
01:14Johannes hat mich zu Höchstleistungen getrieben, wie sonst niemand.
01:43La Yagonne in den französischen Pyrenänen. Die Heimat von Martin Foucault und seiner Familie.
01:54Nur gute Erinnerungen an meine Kindheit. Nichts Besonderes.
02:02Es war ein einfaches, sehr gutes Leben in den Bergen mit meinen beiden Brüdern und meinen Eltern unter einem Dach.
02:19Wir sind in einem sehr kleinen Ort gemeinsam aufgewachsen. Wir waren sehr viel gemeinsam in der Natur.
02:24Und das hat uns sehr verbunden. Wir haben ein sehr enges Verhältnis.
02:46Ich hatte ein wunderbares Leben. Es gab nichts, das gestürmt.
02:55Das Sportinternat in Fort-en-Mö. Hier wird aus dem Kind ein Leistungssportler.
03:06Fort-en-Mö ist wunderbar. Es gibt die Schule und die Trainingsmöglichkeiten.
03:11Die Atmosphäre ist interessant, denn überall sind Sportler in einer wundervollen Umgebung.
03:26Ich habe Biathlon gewählt, weil ich ein schlechter Schütze war.
03:30Im Langlauf habe ich in meiner Altersklasse fast alle Rennen gewonnen.
03:34Aber mit dem Schießen hatte ich Probleme. Und es war meine Herausforderung, diese schwierige Disziplin zu verstehen.
03:44Ströhn im Westen Norwings. Hier wächst Johannes Tinnies Bö auf.
03:53Es war zu 100 Prozent wie bei ihm. Ich könnte seine Antworten kopieren.
04:01Meine Eltern hatten viel Verantwortung. Mit meinen vier Geschwistern waren wir zu siebt.
04:15Wir sind auf einem Bauernhof aufgewachsen und mussten viel zu Hause helfen.
04:21Jeder war für jeden da. Und wir waren alle sehr aktiv an den Wochenenden und mit Training in der Woche.
04:2920 Minuten entfernt von Bö's Elternhaus. Die Biathlonanlage in Markane.
04:41Tariy war der Erste. Er ging den Weg zuerst. Johannes wäre wahrscheinlich sonst kein Biathlet geworden.
04:48Ich glaube, es war eine treibende Kraft für ihn, dass er zu seinem älteren Bruder aufschaute, der damals als Junior
04:54ziemlich gute Leistungen erbrachte.
04:58Weil ich ihn als Vorbild hatte, war ich sehr motiviert und habe mich sehr schnell entwickelt.
05:05Ich habe mich nicht an Gleichaltrigen orientiert.
05:08Mein Leistungsvermögen hat sich innerhalb von drei Jahren jeweils verdoppelt und es ging dadurch schnell.
05:19Der Holmenköln in Oslo. 2008 startet Martin Foukat hier das erste Mal im Weltcup.
05:31Wir haben in genau diesem Hotel geschlafen, in dem wir jetzt sind.
05:35Ich erinnere mich, wie bei der Ankunft an der Rezeption Ole Einar Björndalen stand.
05:39Ich als junger Athlet habe ihn das erste Mal live gesehen. Da wusste ich, jetzt bin ich am richtigen Ort.
05:542008 ist Ole Einar Björndalen der Beste der Welt. Foukat, nur der kleine Bruder von Simon.
06:02Das ist nicht Simon Foukat, sondern das ist der jüngere Bruder. Und auch er hat ein großes Potenzial.
06:09Mein Trainer hatte mir vorher gesagt, du musst da nichts Neues erfinden.
06:22Ich habe liegend vier von fünf getroffen. Für mich damals ein gutes Ergebnis.
06:33Stehend habe ich dann so schnell geschossen, wie es ging und drei Fehler geschossen.
06:37Ich wurde 61. Mein Trainer war sauer über meinen Wettkampf und hat mich am nächsten Tag wieder nach Hause geschickt.
06:48Noch ist der große Bruder die große Nummer.
06:51Simon Foukat gilt in Frankreich als Nachfolger des großen Raphael Poiré und nicht der kleine Montan.
07:04Ich habe ihn damals nicht als Gegner wahrgenommen. Ich war vier Jahre älter als er und hatte ihn mein Leben
07:10lang in allem besiegt.
07:18Vancouver. Die Olympischen Spiele 2010. Für die Foukatbrüder erfüllt sich ein Lebenstraum.
07:29Gemeinsam beim größten Sportfest der Welt.
07:36Das zusammen mit meinem Bruder zu erleben, war etwas Besonderes. Wir waren so stolz auf uns.
07:41Als wir mit dem Auto zum Flughafen losgefahren sind, haben wir geschrien, ja, wir fahren zusammen zu Olympia.
07:50Simon war schon in Turin dabei, aber für mich war es das erste Mal.
07:54Aber nach einem Kilometer war das Auto kaputt und wir mussten trampen.
08:02Anreise mit Hindernissen. Dennoch rechnet Simon Foukat mit Medaillen.
08:06Schließlich ist er Träger des gelben Trikots.
08:12Ich bin mit dem gelben Trikot auf meinen Schultern in Vancouver angekommen und hatte große Erwartungen.
08:18Dann kamen die schlechtesten Rennen meines Lebens.
08:22Simon Foukat ist ein sehr, ich würde sagen, emotionaler, leidenschaftlicher Mensch.
08:28Und der war einfach ein bisschen überreizt.
08:31Und ich weiß noch, dass er in den Wachskabinen auch rumgelaufen ist, gegen Türen geschlagen hat und rumgebrüllt hat.
08:40Und schon wieder drei Fehler für Simon Foukat. Damit hat er sich im Prinzip gleich schon wieder rausgeschossen.
08:47Er wollte bei den Olympischen Spielen richtig einen raushauen und dann ist er mehr oder weniger gescheitert.
08:51Aber sein Bruder, sein kleiner Bruder, gewinnt er die Medaille.
08:57Der Massenstart verändert alles im Verhältnis zwischen den Brüdern.
09:06Vor den Spielen war ich keiner der Favoriten, sondern ein Außenseiter.
09:11Ich hatte also gar keinen Druck. Den hatte in unserem Team mein Bruder, der zu der Zeit die Nummer eins
09:16der Welt war.
09:21Doch erfolgreich ist der Bruder Martin.
09:24Und hier macht er ein ganz großes Rennen. Martin Foukat.
09:31Der 21-Jährige gewinnt seine erste olympische Medaille.
09:39Am Anfang waren wir wirklich glücklich. Als wir im Ziel waren, war da nur Freude und Zufriedenheit. Es war unglaublich.
09:54Doch die Freude ist getrübt.
09:59Natürlich habe ich mich für meinen Bruder gefreut. Aber ich selbst war traurig.
10:03Und ich konnte die Situation nicht akzeptieren. Ich war eifersüchtig auf meinen jüngeren Bruder.
10:25Ich habe ihn vom Podium ausgesehen. Er weinte. Es war wirklich schwer, dort zu stehen und seinen Bruder zu sehen,
10:33der sich eigentlich für einen freuen sollte.
10:36Ich hatte das Gefühl, als würde ich mit dem Spielzeug spielen, von dem er immer geträumt hatte.
10:46Nur noch die Nummer zwei in der Familie.
10:50Die Brüder lösen ihre WG auf und sprechen kaum noch miteinander.
10:58Es war unmöglich, ein gemeinsames Familienessen ohne Streit zu beenden.
11:03Ich habe Abstand gehalten, weil ich versucht habe, Lösungen zu finden, ihn zu besiegen oder ihn zumindest einzuholen.
11:09Aber ich habe keine Lösung gefunden.
11:17Das verkrampfte Verhältnis wird zum Problem.
11:23Meine Trainer Stefan und Siegfried sind zu mir gekommen.
11:26Sie haben gesagt, Martin, du darfst dir keine Gedanken machen um deinen Bruder.
11:30Denk an dich selbst. Es ist dein Leben, deine Karriere.
11:33Wenn ihr beide nicht klarkommt, dann kannst du nichts für ihn tun.
11:37Da habe ich beschlossen, mich um meine Karriere zu kümmern und nicht um die Gefühle meines Bruders.
11:46Simon Foucault wird zum Einzelgänger.
11:49Er verschwindet im Schatten des Bruders.
11:57Martin übernahm durch seine ersten Erfolge die Führungsrolle.
12:01Er hatte plötzlich alles im Griff und damit war er bereit für alles, was noch kam.
12:11Foucault gewinnt im März 2010 seine ersten Rennen und wird zum Siegläufer.
12:18Martin ist ein Ausnahmeathlet.
12:222011 erobert er erstmals das gelbe Trikot.
12:32Doch erst zwei Jahre nach den Spielen in Vancouver kann auch der große Bruder die veränderten Kräfteverhältnisse anerkennen.
12:45Erst als ich akzeptiert habe, dass er besser ist als ich und eben auch besser als alle anderen, war es
12:50mir möglich, meine Position zu akzeptieren.
12:55Bei der WM in Rupolding wird Martin Foucault zum Superstar.
13:04Er gewinnt dreimal Gold.
13:09Doch sein größter Moment findet abseits der Strecke statt.
13:14Vor dem Sprint nimmt er sich ein paar Sekunden Zeit für den nervösen Bruder.
13:21Ich habe über das Rennen nachgedacht und mein Bruder sah mich, kam zu mir und sagte, tu, was nötig ist
13:27und alles wird gut.
13:32Ich bin zu ihm gegangen und habe gesagt, Junge, entspann dich, du machst das schon.
13:36Einfach ein paar nette Worte zu einem Teamkollegen.
13:38Aber Simon hat das sehr viel bedeutet.
13:44Es war nicht wichtig, was er gesagt hat, sondern die Tatsache, dass er vor diesem auch für ihn so wichtigen
13:50Rennen kam und sich diese 5, 10 Sekunden genommen hat, um mit mir zu sprechen.
14:02Zwei Jahre Schweigen und Streit. Überwunden in wenigen Sekunden.
14:09Es ist ein Happy End. Simon gewinnt vier Tage nach der Versöhnung Silber im Einzel.
14:17Gemeinsam gewinnen sie auch mit der Staffel Silber.
14:29Die Dinge entspannten sich. Es wurde besser zwischen uns nach diesem Moment.
14:38Die Saison 2011-2012 endet in Chantimansisk.
14:43In Russland möchte Martin Furkat zum ersten Mal den Gesamtweltcup gewinnen.
14:51Die Nacht vor dem Sprint in Chantimansisk habe ich keine Sekunde geschlafen. Ich hatte Angst.
14:59Trotz schlafloser Nacht gewinnt Martin Furkat zuerst den Sprint und dann die Verfolgung.
15:06Zweiter wird in beiden Rennen Art Peifern.
15:12Ich hatte das Gefühl, ich hätte nichts machen können, um diesen Mann da vorne irgendwie unter Druck zu setzen.
15:19Ich hätte noch 5 Sekunden schneller laufen können, ich hätte noch 5 Sekunden schneller schießen können. Es hätte einfach nichts
15:23geändert.
15:27Furkat ist jetzt der beste Biathlet der Welt.
15:31Als ich den Pokal bekommen habe, war es das beste Gefühl meines Lebens.
15:50Ich bin sehr gespannt heute auf die Norweger. Eine Aufstellung, die es so überhaupt noch nie gab.
15:55Und da schauen wir mal in das ähnliche Gesicht, in das Bö-Gesicht. Das ist Johannes Bö, der 19-jährige
16:02Bruder von Tarje.
16:06Ich war völlig übertrainiert in meinem ersten Jahr mit der A-Mannschaft.
16:10Mein erstes Rennen war die Staffel und ich schieße eine Strafrunde.
16:15Ich war völlig übersäuert, voller Laktat. Es war kein gutes Gefühl.
16:28Noch ist Bö keine Gefahr für Furkat.
16:38Der Franzose etabliert sich im Winter 2012-2013 als unumstrittene Nummer 1.
16:47Es war beeindruckend, wie viele Punkte er im Schnitt gewann. Er hatte zu Weihnachten fast schon den Gesamt-Weltcup sicher.
16:57Für ihn war es, glaube ich, irgendwann natürlich, vorne zu sein.
17:03Da konnte er sein Rennen machen. Also das ist eine gewisse Selbstverständlichkeit gewesen.
17:09Er war der komplette Athlet. Konnte sich nehmen, was er wollte.
17:22Besonders sein Schießen lag bei ungefähr 90 Prozent. In fast jedem Rennen. Und das über viele Jahre.
17:37Er war nicht der Typ, der besonders viel trainiert hat. Aber er wusste genau, was er wann und wie brauchte.
17:43Das war seine größte Stärke.
17:45Er war sein eigener Mentaltrainer. Das war beeindruckend.
17:58Furkat scheint unbesiegbar zu sein. Doch da kommt was auf ihn zu.
18:08Wir wussten, da kommt ein Monster von den Junioren. Wir hatten von ihm gehört und wir haben gewartet.
18:14Wir wussten, er würde irgendwann kommen. Die Frage war nur, wann.
18:23Es passiert in Furcats Heimat, Le Grand Bournon. Beim ersten Weltcup überhaupt in Frankreich.
18:37Das erste Mal einen Heim-Weltcup in Frankreich auszurichten, war etwas Besonderes.
18:42Wir hatten große Erwartungen, aber auch großen Stress, denn wir kannten so eine Situation ja nicht.
18:48Für mich war damals jeder Weltcup-Ort neu. Aber ich habe gesehen, für Martin war es sein Revier. Sein Ort,
18:55um zu glänzen.
19:00Furcats startet in Frankreich mit dem Rekord von 14 Podestplätzen in Serie als großer Favorit.
19:073.500 auf der Tribüne und jetzt wollen Sie Ihr Top-Ergebnis eines französischen Athleten.
19:22Der Allerendste bleibt stehen. Oh, jetzt ist auch der Stock verloren.
19:28Der Franzose verliert mehr als nur seinen Stock.
19:33So, und der kann jetzt hier richtig was reißen. Johannes Tignis-Böhl, das ist der junge Herausforderer von Martin Furcats
19:40im Moment.
19:49Und jetzt schlägt er hier den überragenden in der Saison, Martin Furcats. Aber wie? Das ist eine Ansage.
20:01Der Sprint-Sieg, ja. Ich weiß gar nicht, wo das herkam. Eins meiner besten Rennen aller Zeiten.
20:10Ich war in der Küche und habe Brot für Weihnachten gebacken und das Ganze von nebenan aus dem Fernseher gehört.
20:15Und plötzlich saß ich vor dem Fernseher und sah, dass Johannes gewonnen hatte.
20:20Johannes war ein Teilgraf.
20:24Furgats Gesicht wird am Tag darauf noch länger.
20:28Böhl gewinnt in Frankreich auch die Verfolgung.
20:36Also es wirkte wahnsinnig stabil einfach und hat sich diesen Sieg nicht nehmen lassen.
20:41Und da hatte, glaube ich, das Matar mal das Gefühl, heute hatte ich keinen Zugriff.
20:45Ich war geschockt. Und dann setzte er am Tag danach sogar noch einen drauf.
20:55Aber er war jung. Ich war immer noch selbstbewusst, aber auch beeindruckt.
21:03Und in der nächsten Folge?
21:05Also spätestens nach diesem Weltcup-Wochenende war klar, okay, da ist jemand, der kann Matar Paroli bieten.
21:15Doch wie lange wird es dauern, bis der große Furgat vom jungen Böe tatsächlich überholt wird?
21:24Das war schon.
21:29Bis zum nächsten Mal.
21:30Bis zum nächsten Mal.
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