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00:00That's the first one, right?
00:02That's the first one.
00:03TV?
00:04Yeah.
00:05The show.
00:05Ah, the show.
00:06Yeah, the show.
00:07Because our colleagues, for example Mohamed Di Knaz, see this.
00:13That's his friend Mohamed, jailed.
00:16He's supposed to have his phone removed.
00:18Do you think it was a mistake to come to Germany?
00:23I don't know, maybe.
00:24Maybe it's going to be a mistake.
00:26Maybe not.
00:30I know, if he's out there, I see him in six months.
00:35A year I have a youth gang from Maghreb.
00:37Alle flohen ohne Eltern.
00:3916, 14, 13.
00:41Oh no family, oh no so.
00:42Man feels free.
00:44And others feel threatened.
00:46Diebstahl, Raub, Körperverletzung.
00:48Why are Mohamed and his friends kriminell?
00:51I would like to have a job.
00:53I would like to have a job.
00:54It didn't work.
00:55Of course I had a different way.
00:57What is the other way?
00:58Clown.
00:59Clown, clown, clown.
01:01Sie tauchen sonst nur in Kriminalstatistiken auf.
01:04In diesem Film reden sie offen mit mir.
01:06Was hilft gegen Systemsprenger wie sie?
01:08Das werde ich sie selbst fragen.
01:14Bremen, meine Heimatstadt.
01:16Eine der gefährlichsten Großstädte Deutschlands.
01:18Und nachts wirkt's in manchen Vierteln wie Gotham City.
01:21Seit über einem Jahr recherchiere ich nun schon Jugendbanden, Straßengewalt.
01:26Ich versuche zu verstehen, was hier los ist.
01:28Fast zwei Überfälle pro Tag.
01:302024 allein in Bremen.
01:35Ich will hier gleich Mohamed treffen.
01:37Die Polizei sieht in ihm eine Art Anführer einer Gang.
01:40Wir haben uns abends zufällig kennengelernt.
01:43Er war skeptisch, hat dann aber gesagt, ich darf ihn und seine Freunde interviewen.
01:47Treffpunkt Hilmannplatz.
01:48Ein kleiner Park gleich beim Hauptbahnhof.
01:51Für viele ein Brennpunkt.
01:52Mohamed und die Jungs chillen hier gerne.
01:55Aber Mohamed taucht heute nicht auf.
01:58Ich erfahre, er wurde vor wenigen Tagen hier festgenommen.
02:01Der Vorwurf, räuberischer Diebstahl.
02:03Ich erreiche aber einen aus der Gang, Jawad.
02:06Ich soll zu ihm kommen.
02:07Er sei hier ganz in der Nähe.
02:12Da sind sie.
02:16Das ist Sino, 23.
02:24Die Männer sind hier bekannt, fast jeder grüßt.
02:27Jetzt sieht es sehr romantisch aus.
02:30Sieht es?
02:30Ja.
02:32Sollen wir da hinten hinsetzen?
02:34Ich will erst mal Vertrauen aufbauen, Smalltalk, zuhören.
02:38Meine ganze Kindheit, keine Ahnung.
02:41Ich sitze am Meer, ich bin am Strang gewachsen.
02:44Und ich gucke dahin.
02:46Was gibt es dahin?
02:47Europa.
02:48Ja, warum bin ich hier?
02:49Warum bin ich nicht auf der anderen Seite?
02:52Ja?
02:54Wer sagt das?
02:57Ihr seid beide aus Algerien, ne?
03:00Ja, ja.
03:02Ich bin Algerien und Marokko.
03:04Okay.
03:06Und wann seid ihr nach Deutschland gekommen?
03:08Wann?
03:092020.
03:112020, okay.
03:12Und du?
03:13Ich war Frankreich.
03:13Ich 2019.
03:15Und warum seid ihr nach Deutschland gekommen?
03:18Warum Deutschland?
03:19Hier ist es besser.
03:20Hier ist es besser.
03:21Hier ist es besser als uns.
03:23Man wird auch viel erzählt.
03:26Man kam zu Frankreich und war in Deutschland und er sagte uns ja, Deutschland ist gut.
03:31Sie träumen von Deutschland und landen in der Realität.
03:35Ich wollte gerne einen Job haben, benötigt leben.
03:38Hat nicht geklappt.
03:40Natürlich habe ich gegen einen anderen Weg.
03:43Was ist der andere Weg?
03:56Sie erzählen, sie seien ohne Eltern gekommen.
03:58Sie hatten also niemanden, der meckert oder enttäuscht ist, wenn man Mist baut.
04:02Ist keine Entschuldigung, aber eine Erklärung.
04:04Habt ihr in Marokko auch geklaut?
04:06Ich klaue und so und so.
04:08Weißt du?
04:09Mehr kommen?
04:10Keine Chance.
04:12Weißt du?
04:13Wenn du klaust, hast du kein Essen, du geh klauen.
04:16Auf mich wirkt das etwas zu einfach gedacht.
04:20Beide sind hier geduldet.
04:21Das heißt, sie müssen ausreisen.
04:23Geht aber nicht, weil sie keine Papiere aus der Heimat haben.
04:26Also bleiben sie.
04:26Mit Unterkunft, Essen, Klamotten.
04:29Das Nötigste.
04:31Arbeiten ist formell erlaubt.
04:32Aber die Hürden sind hoch.
04:34Für die meisten zu hoch.
04:35Statt zu arbeiten, hat Sino Leute abgezogen.
04:38Ich nehme Drogen, danach schaffe ich sowas zu machen.
04:42Ich gehe eine Person zu klauen oder so.
04:44Warst du im Gefängnis?
04:45Ja.
04:47Drei Mal.
04:48Drei Mal, ja.
04:51Hast du kein Essen, hast du keine Klamotten?
04:54Hast du kein Platz, wo ich schläft?
04:56Weißt du, wo gehst du und sagst, geh, geh.
04:59Was ich mache?
05:01Du kannst in eine Aufnahmestelle und dann kriegst du Essen.
05:05Das klingt so einfach.
05:07Ich habe schon gesagt, das Knast war für mich besser als das.
05:10Das ist doch schlimm, wenn man sagt, das Knast ist besser als so.
05:13Knast ist besser als eine Unterkunft?
05:15Ja, ja, ja, ja.
05:16Egal, ich schlafe draußen, ich schlafe auf der Straße,
05:20aber ich sage, ich bin nicht in Knast.
05:21Knast ist nicht gut.
05:23Knast ist besser als eine Unterkunft.
05:26Das Gefühl, dass sie mir nicht immer die volle Wahrheit sagen,
05:29wird sich durch den Film ziehen.
05:32Sie zeigen sich als Opfer.
05:34Gleichzeitig geben sie zu, dass sie klauen.
05:36Widersprüchlich.
05:37Aber irgendwie auch sympathisch.
05:39Ich will mehr über sie erfahren.
05:43Das Phänomen der jungen Räuber gibt es schon länger in Großstädten.
05:47In Bremen seit nun sieben Jahren.
05:50Das Steintorviertel ist eigentlich ein cooler, kreativer und junger Stadtteil mit vielen Kneipen.
05:56Nachts wird das Viertel zum Tatort von Jugendbanden.
06:02Schon 2017 haben wir mit versteckter Kamera gefilmt.
06:06Damals waren viele der jungen Räuber minderjährig.
06:09Die Polizei fing sie und musste sie wieder laufen lassen.
06:12Ich bin seit drei Jahren hier mit meiner Familie.
06:15Ich schäme mich, dass ich ein Ausländer bin und hier lebe, Digga.
06:18Das ist sehr peinlich und die Leute sehen, dass ich schwarze Haare habe und dann denken, der macht ja Business.
06:23Ich bin ehrlich, mache ich auch.
06:25Sie verkaufen Drogen.
06:27Am Bremer Hauptbahnhof filmen wir, wie zwei junge Frauen von einer aggressiven Jugendbande abgezockt werden, bis wir dazwischen gehen.
06:35Einer fängt an uns zu schubsen.
06:37Er ist vielleicht 16. Die Stimmung ist aggressiv, die Jungs blau.
06:43Entschuldige unser Fall, Onkel.
06:45Wir haben was geraucht, dann kam die Polizei, wir haben unser Gras weggeschmissen.
06:49Als sie dann weg sind, haben wir das wieder gesucht, aber nicht gefunden.
06:53Dann haben wir die Mädels gesehen und wollten denen Geld abziehen, um uns neues Gras zu kaufen.
06:57In den Jahren danach ist die Situation in Bremen nicht besser geworden.
07:01Das alte Problem mit neuen Jugendgruppen.
07:04Dazu zählen auch Jawad und Sino.
07:06Auch wenn sie behaupten, ihre kriminelle Karriere sei nun vorbei.
07:09Ich habe alles, ich mache Schule.
07:11Ich traine.
07:13Ich mache Spiele jetzt mit dem Vater.
07:16Kannst du diesen Fußballverein, dieser Kippo?
07:20Fußballverein?
07:21Ja, mein Team.
07:23Das ist dein Team?
07:24Ja, Vater.
07:25Ich spiele sehr gut Fußball.
07:28Sino hat keine Wohnung in Bremen.
07:30Er schlafe bei Freunden, sagt er.
07:32Oder für ein Zehner bei Junkies.
07:35Jawad hat mehr Struktur.
07:36Er geht in die Moschee und macht Sport.
07:39Seine Peergroup sind die Bahnhofskids, aber er sei hier nicht mehr so oft wie früher.
07:44Und ihr kennt beide Mohammed, ne?
07:46Ja.
07:47Ich kenne Mohammed sechs Jahre.
07:49Sechs Jahre?
07:50Ja.
07:50Wo hast du Mohammed kennengelernt?
07:52In Niederlande.
07:53Niederlande?
07:54Ja.
07:54Aber Mohammed ist jetzt im Gefängnis, ne?
07:56Ja, leider.
07:57Er macht gar nichts.
07:59Geht in den Knast vor nichts.
08:01Kontrolle, einer sagt, gib ein Foto, Polizei sagt er.
08:05Er macht nichts, geht in den Knast.
08:08Viele sagen, sie hat nichts gemacht.
08:10Was das vor Gericht heißt, erfahre ich gleich selbst.
08:13Mohammed gilt als Intensivstraftäter.
08:16Ich warte auf seine Anwältin.
08:18Mohammed ist 21 Jahre und kommt aus Marokko.
08:22Er wurde schon mal verurteilt, unter anderem wegen Diebstahl mit Waffen und versucht im Raub.
08:28Das ist seine Anwältin, Gela Remoradi.
08:32Was wird ihm vorgeworfen? Was ist das für ein Fall?
08:33Also der Vorwurf ist halt tatsächlich, dass er einer jungen Frau nach dem Clubbesuch das Telefon aus der Gesäßtasse entwendet
08:42haben soll.
08:44Das wird ihm vorgeworfen, aber wir werden halt natürlich streitig verhandeln, weil ich sehe es anders.
08:49Das ist ihr Job als Anwältin.
08:51Wir gehen rein, schweigen und gucken, was uns vorgeworfen wird und dann werden wir tatsächlich gucken, dass wir den ganzen
08:59Vorwurf wegrollen.
09:00Eine schwierige Mission. Das Opfer wird als Zeugin aussagen, auch deren Freundin, die dabei war.
09:08Im Amtsgericht gilt übrigens keine Interviews. Gefilmt werden darf nur vor Prozess beginnen.
09:17Tatsächlich bin ich der einzige Besucher heute.
09:20Mohammed erkennt mich.
09:23Wir hatten uns vor seiner Verhaftung ja schon mal getroffen, ohne Kamera.
09:27Da hatte er mir von seiner Kindheit ohne Vater in Marokko erzählt.
09:31Mit zehn habe er schon im Hafen gearbeitet und auf dem Wochenmarkt.
09:36Drei Jahre Schulbildung, null Perspektiven, ein Ziel. Europa.
09:41Als Teenager kam er im Schlauchboot übers Mittelmeer.
09:46Die Zeuginnen sagen, er hat nicht nur das Handy geklaut, Mohammed habe sie sogar mit einem Taschenmesser bedroht, als sie
09:52das Telefon zurückverlangten.
09:55Ein anderer Zeuge entlastet Mohammed. Einer seiner Freunde sei es gewesen, da sei er aber nun im Ausland.
10:07Nach dem ersten Verhandlungstag muss Mohammed zurück ins Gefängnis. Urhaft wegen Fluchtgefahr.
10:17Was ich? Zuerst, oder?
10:18Zuerst.
10:19Danke.
10:22Real Talk mit seiner Anwältin.
10:25Also natürlich bekommen die hier Unterstützung, die bekommen Dach über den Kopf, die bekommen Essen, die bekommen Sachleistung, Geld, also
10:30die kriegen ja was.
10:31Ja, also das finde ich halt schwierig, weil ich weiß halt wie es in den zentralen Aufnahmestellen läuft teilweise, aber
10:39es ist halt nur meine Erfahrung von dem, was man mir erzählt.
10:42Aber wenn man sich dann auch wieder das Beispiel vor Augen führt, die kennen keine festen Strukturen, dann werden die
10:48in feste Strukturen gedrückt, ohne dass man denen das erklärt.
10:52Viele bekommen aber auch nicht die Kurve. Die Zahl der Mehrfachtäter ist laut BKA ebenfalls gestiegen.
10:56Moradi ahnt bei Mohammed nichts Gutes.
10:59Ich weiß, wenn der draußen ist, ich sehe den innerhalb von sechs Monaten wieder.
11:05Jetzt habe ich in diesem Film schon viel über Mohammed gesprochen. Gleich kann ich endlich mit ihm sprechen. In der
11:11JVA Bremen.
11:12Für ein Interview in Urhaft haben Gericht und Staatsanwaltschaft zugestimmt.
11:17Hast du, Sie wollen durch?
11:18Ja, genau. Danke.
11:20Seit unserem Kennenlernen ist viel passiert. Die Festnahme, der Prozess. Jetzt will ich wissen, hat er nie eine Chance bekommen
11:27oder hat er sich seine Möglichkeiten selbst verbaut?
11:30Wie geht's?
11:31Ja, gut.
11:33Okay?
11:33Es ist okay, ja.
11:35Es ist okay.
11:36Es ist nicht wirklich okay, aber wenn wir sagen, okay, was wir können sagen.
11:40Ja.
11:42War es ein hartes Sommer? War es hart?
11:44Ja, es war ein bisschen hart für mich.
11:46Ja.
11:47Vor den letzten Mitteln, ich war hier fast zwei Jahre hier.
11:51Ja.
11:53Ich bin weg.
11:55Ja.
11:56Ja.
11:57Ich bin weg.
11:59Ja.
11:59Es war sehr schwierig für mich.
12:00Ja.
12:01Und es war...
12:02Es war...
12:02Es war schwierig.
12:03Ich will von ihm wissen, warum er in Deutschland immer wieder straffällig wird.
12:06Zwei Jahre saß er schon, unter anderem wegen Diebstahl mit Waffen.
12:12Ja, diese Zeit ist was called, you know, und ich möchte zu schicken und nicht vom Geld haben,
12:18und wenn ich etwas möchte, dann sage ich, okay, dann geht es rein und ich sehe,
12:23dann kann ich das, you know.
12:23Ich kann nicht lieben, ich sage, ich bin, you know.
12:27Ja, und auch ein paar Dinge, wenn man mit einem Freund mit einer anderen getrennt,
12:33and you know. Did you hurt people? No, no. It was a fight with someone from my country, you know,
12:44it's nothing happened, you know, I don't see anybody. It was, you know, with drugs, you know, sometimes you don't
12:52know what you do, you know.
12:53Eine Entschuldigung oder Reue klingen anders. Ich verstehe nicht, warum er trotz Hilfsangeboten den kriminellen Weg wählte.
13:01But you can come to Germany and say, hi, I want to enter Germany, help me? I do this. You
13:08did that? Like Asyl? I do, like that I was, you know, I get help.
13:15Aus behördlichen Quellen weiß ich, dass er Schutz als unbegleiteter Minderjähriger wollte, aber als Erwachsener eingestuft wurde,
13:21statt in der zentralen Aufnahmestelle lebt er lieber freiwillig auf der Straße. Ohne Bleiberecht, aber mit Träumen.
13:28I want to go to school, and after school, I want to make some Osbilddom, something like that. Also, I
13:34am Kapper, you know.
13:36Kapper? Kapper, yeah. Barber. Barber, okay. Also, I make guys here, I love guys here, you know. I don't have
13:43Osbilddom,
13:44you know. You have the skills. Yes, I'm okay, you know.
13:49Bei dem Führungszeugnis wird es sicher schwer mit ihm träumen. Oder vielleicht auch erstmal gar nichts. Iim drohen fast drei
13:55Jahre Haft.
13:57Are you afraid? Frightened?
14:01Normal, yeah. I hope you got my rights back, you know. My lawyer says 50-50, sometimes he told me,
14:10oh, you got money for this time you are here.
14:12Bei einem Freispruch bekäme er mehrere tausend Euro Haftentschädigung.
14:18I was five months here. What about this five months? I don't need any change. Just, you know, you say
14:23this case, oh, you didn't do that.
14:25We take it away. That's what I want. Nothing. No money, nothing. That's what I want. I don't want to
14:31get BVRO or something like that. You know, I don't want to get it.
14:34Über Mohamed's Schuld wird ein Gericht entscheiden. Aber Fakt ist, nach Corona ist die Kriminalität rasant gestiegen. Der gesellschaftliche Druck
14:42in Bremen wurde höher. Die Politik reagierte.
14:45Mehr Überwachungskameras, mehr Polizei, mehr Kontrollen, besonders an Brennpunkten wie hier am Hauptbahnhof.
14:51Haben Sie irgendwas dabei? Messer? Pfefferspray irgendwas? Nein. Die gucken mal rein, ja? 4 Gramm? Ja. Ja? Okay, alles klar.
15:01Das handelt sich hier beim Drogenumschlagplatz. Sprich, hier werden halt öfters mal Drogen verkauft. Deswegen auch direkt konsumiert.
15:09Und wir kennen auch unsere bestimmten Drogenhändler. Wenn wir die mal antreffen, dann führen wir einfach eine ganz normale Personenkontrolle
15:15durch.
15:15Falls jetzt einzelne Verkaufseinheiten mit dabei haben, fragen wir, ob sie selbst konsumieren.
15:22Schönen Tag noch.
15:28Laut Kriminalstatistik gab's im letzten Jahr fast 1200 Fälle, die bei der Bremer Polizei unter junge Räuber laufen.
15:35Die Polizei am Limit.
15:39Drei Viertel der Tatverdächtigen kommen aus dem Ausland, viel aus dem Maghreb.
15:45Warum werde ich jetzt gefilmt? Dich wird man nicht sehen.
15:48Nach diesem jungen Mann wird gefahndet. Er soll jemanden verletzt haben.
15:52Könntest du mal kurz überprüfen, ob das erlaubt ist? Hat er das dabei gehabt?
15:54Das hat er dabei gehabt, ja. Was hat er da? Pfefferspray.
15:58Wegen seines Alters und seiner Herkunft wird sich jetzt die Soko junge Räuber den Fall anschauen.
16:03Vor knapp zwei Jahren gegründet ist die Soko auf genau solche Fälle spezialisiert.
16:09Ich bin auf dem Weg zur Kripo-Chefin Petra von Anken.
16:13Moin.
16:14Ja.
16:15Wie man das klappt.
16:18171 Taten in nur einem Monat.
16:20Dieser Peak hat in Bremen zum Umdenken geführt.
16:23Es gab ein klares Täterprofil. Die meisten waren jung, in Gruppen organisiert und aus dem Maghreb.
16:30Ich erfahre von den alltäglichen Herausforderungen der Sonderermittler und ein ganz spannendes Detail.
16:37Was sagt der da so? Guckt euch das an oder was? Wirbt der richtig dafür?
16:40Der wirbt das. Also Deutschland, jetzt mit meinen Worten, aus dem lohnt sich.
16:46Dass sich Raubüberfälle lohnen, dieses Bild will die Soko durchbrechen.
16:50Und hat damit nach eigener Einschätzung Erfolg.
16:53Letztes Jahr klären sie mehr als jeden zweiten angezeigten Fall auf.
16:56Insgesamt 392 Tatverdächtige und 70 Haftbefehle.
17:01Einer von ihnen ist Mohamed.
17:04Mohamed wirkt auf mich stets freundlich.
17:06Dass er auch anders kann, werde ich gleich erfahren.
17:09Laut seiner Akte ist er fleißig und handwerklich begabt, hat aber Probleme mit Regeln.
17:22Ich werde ihn wieder treffen, im Gericht bei der Urteilsverkündung.
17:26In der JVA Bremen ist Mohamed aktuell einer von etwa 80 Insassen aus Nordafrika und dem Nahen Osten.
17:35Resozialisierung ist immer das Ziel. Aber wie gut klappt sie bei jungen kriminellen Räubern?
17:40Ich frage die Pressesprecherin für Justiz, Stefanie Dehne.
17:45Den Gefangenen, den Sie auch kennengelernt haben, der hat sich gerade neulich hier geprügelt in der JVA mit Mitgefangenen.
17:52Da sind dann natürlich auch immer noch Bedienstete involviert.
17:55Das hat dazu geführt, dass er zwei Wochen erstmal in Arrest musste, um da wieder eine gewisse Ruhe reinzubringen.
18:01Und das ist einfach ganz viel Druck, der da auch innerhalb der JVA wirklich da ist.
18:06Weil sich diese Männer sehr gewalttätig verhalten, sehr widerständig oft sind und natürlich auch mangelnde Perspektiven haben.
18:16Ach Mohamed, Mann. Wärst du nicht hier drin, ich würde dich gerne schütteln und noch mal zur Rede stellen.
18:20Wer bist du wirklich? Der Mann, der eine zweite Chance verdient oder jemand, der sich in einem fremden Land partout
18:26nicht integrieren will?
18:28Also wenn die Psychologin mir sagt, ich finde gar keinen Ansatzpunkt, mit diesen jungen Männern überhaupt Themen zu bearbeiten, ist
18:35das einfach nicht schön.
18:37Und natürlich möchte auch niemand Ressentiments schüren, weil es geht ja nicht um Menschen aus einem bestimmten Land, weil die
18:44aus diesem Land kommen,
18:45sondern eben, weil die ein Päckchen oder ein Paket, kann man sagen, in ihrer Biografie eben mitbringen, was es so
18:52schwierig macht.
18:53Ich sag's ehrlich, ich mag Mohamed und die Jungs irgendwie. Und ich will die nicht in die Pfanne hauen.
18:58Aber es ist auch mein Job, kritische Fragen zu stellen. Ich versuche sie wiederzutreffen, aber sie melden sich nicht.
19:06Dabei habe ich noch so viele Fragen. Was hindert sie daran, sich zu integrieren?
19:10Glauben sie, ihre Familie wäre stolz auf sie, wenn sie wüsste, wie sie in Deutschland tatsächlich leben?
19:16In der Zwischenzeit recherchiere ich mehr Infos über sie.
19:19Sino ist gar nicht in Bremen gemeldet, sondern 100 Kilometer weiter entfernt in Bramsche.
19:24Dort könnte er auch schlafen und bekäme Essen.
19:27Jawad darf in Bremen sein, bekommt Sozialleistung, auch einen Sprachkurs.
19:31Der Kontakt ist abgerissen. Mist, für mich als Reporter ein Albtraum.
19:37Am Hauptbahnhof bin ich eigentlich mit der Bundespolizei verabredet.
19:41Die Kontrollen wurden nochmal erhöht.
19:44Und dann? Überraschung.
19:50Ich hab dich nochmal angeschrieben.
19:57Kannst du meine Nummer zuordnen? Kannst du?
20:01Ich soll ihn gleich beim Fußball treffen.
20:03Sollen wir heute, später noch vorbeikommen?
20:04Ja, später, später.
20:09Sein Verein ist Wartan im Bremer Westen.
20:15Seit wann spielst du Fußball?
20:17Weiß nicht.
20:18Seid du klein bist?
20:19Ich denke, ich bin klein.
20:22Ja?
20:23Ja?
20:23Ja.
20:23Zuhause schon gespielt?
20:25Als du klein warst?
20:26Ja, ich bin klein.
20:29Ja, ich bin klein.
20:30Ich komme zurück.
20:34Zweimal pro Woche trainiert er hier.
20:36Jawad hat sich bewusst gegen das Leben auf der Straße entschieden, sagt er.
20:39Er geht zum Integrationskurs und ist nach muslimischem Recht verheiratet.
20:44Ist Fußball wichtig, weil nicht in der Stadt rumhängen, sondern hier was machen?
20:48Ja.
20:49Ist das gut?
20:49Ja, ja.
20:50Deine Frau?
20:52Ja.
20:58Übrigens, eigentlich spielt Mohamed hier auch manchmal mit, aber gerade kann er ja nicht.
21:04Bist du am Montag bei Mohamed, beim Gericht?
21:08Ja, ich gehe diesen Montag.
21:10Ja.
21:12Was glaubst du, wie geht's aus?
21:15Ich glaube, er kommt raus, scha Allah.
21:17Ja?
21:18Ja, er macht gar nichts.
21:19Ich mache nichts.
21:21Wenn er rauskommt, macht ihr eine Party?
21:23Sowieso.
21:25Richtig.
21:26Natürlich, sowieso.
21:38Jawad verpasst laut Trainerteam keinen Termin.
21:42Hier ist er zuverlässig.
21:44Schaki, bei euch erwarte ich das.
21:46Ist-Match schreien die Leute an.
21:47Okay?
21:48Und spielt jetzt Fußball.
21:52Dieser Jawad ist nicht der von der Parkbank.
21:55Frustriert verloren.
21:56Beim Fußball hängt er sich rein.
21:58Ich merke, wie wichtig ihm das Training ist.
22:00Mit zehn sei von zu Hause weg, habe sich erst in Algerien durchgeschlagen, kam dann nach Deutschland.
22:08Manche haben ja eine sehr bewegte Vergangenheit.
22:10Ich weiß zum Beispiel, ein oder andere schon mal einen Arrest oder Anzeige bekommen, verhaftet worden oder sowas.
22:17Merkt ihr sowas? Wisst ihr sowas?
22:20Offen und ehrlich, meistens wissen wir das gar nicht.
22:22Uns ist das auch egal, solange die sich hier benehmen.
22:25Und wir haben klare Regeln.
22:28Pünktlich.
22:30Es muss deutsch gesprochen werden.
22:32Sie dürfen nicht untereinander streiten, nicht mit dem Gegner streiten.
22:35Und es kommt immer wieder vor.
22:36Aber solange sie sich reflektieren, ist jeder willkommen.
22:38Und das ist eigentlich immer unser Motto gewesen.
22:42Das Training ist vorbei.
22:43Jetzt muss ich dranbleiben, bevor Jawad wieder verschwindet.
22:46Ich will mit ihm und seinen Freunden sprechen.
22:49Ist es okay, dass die Kamera an ist?
22:50Es ist okay, dass ich mein Gesicht nicht anzeigen.
22:53Das ist, was ich gerade erzähle.
22:55Ich habe noch niemanden, ein paar Leute hier, ich weiß das nicht.
22:58Besser vom Bahnhof.
23:00Besser? Ja.
23:03Bahnhof schlechter Einfluss.
23:04Bahnhof, scheiße.
23:05Ja.
23:06Bist du oft am Bahnhof?
23:07Ich bin früher immer.
23:10Scheiße.
23:11Das ist ein Wahnsinn.
23:12Ich bin Ander.
23:14Sie kamen als Jugendliche unbegleitet nach Europa.
23:17Auf eigene Faust wie Jawad.
23:19Andere geschickt von den Eltern.
23:22Kinder ohne, also die sind klein.
23:2316 Jahre, 14, 13.
23:26Also ohne Familie und so.
23:27Also man fühlt sich frei.
23:29Keine Kontrolle.
23:31Dann machen wir Scheiße und so.
23:33Und danach, wenn du deine Freunde auf der Straße treffst,
23:36die motivieren sich, wie gesagt, auf schlechte Sachen.
23:39Nein, in dieser Zeit, ich habe keinen Kopf.
23:41Ich mache Scheiße.
23:42Auch wie ich früher war.
23:44Deswegen habe ich gesagt.
23:45Ich gehe in den Knast, ich gehe raus.
23:47Ich mache den Kopf.
23:48Ich sehe, dass er gut ist, also er kommt zum Training.
23:50Ja, bevor ich bin im Knast, ich habe Gericht.
23:53Ich sage, dieser Richter, die Richter geben mir eine Chance.
23:57Denkst du manchmal an Leute, die du beklaut hast oder die du geschlagen hast,
24:04dass die, dass du denen geschadet hast, dass das schlecht war für die?
24:08Na, guck mal.
24:10Hier.
24:12Keine Hilfe, weißt du.
24:13Nicht, keine Hilfe.
24:15Ihr habt Hilfe, weil ich kenne zwei Straßen.
24:18Eine Straße, eine Straße gut, eine Straße für Scheiße Problem.
24:22Die gehen mit dieser Straße, sowieso diese Leben kaputt.
24:27Und die gehen mit dieser Straße für Schule, Arbeiten, Ausbildung und so.
24:31Sowieso, er hat so schöne Leben.
24:34Hier in Deutschland, weißt du.
24:37Das sind zwei Wege.
24:38Ja, du machst den Kopf, wo willst du gehen?
24:40Hier oder hier.
24:41Und du bist auf dem richtigen Weg?
24:43Ja, ich bin gerade.
24:45Ich mache Schule, ich mache Sport.
24:48Zuhause, raus.
24:50Das war's.
24:51Und so bist du vor allem.
24:53Früher klauen, Geld.
24:56Ich bin nicht gut, weißt du.
24:58Jetzt, Alhamdulillah.
25:00Der junge Mann, der anonym bleiben möchte, erzählt, dass er zuerst in Belgien und Frankreich war.
25:06Und während der Corona-Zeit in Holland, was er als mega langweilig empfand.
25:10Aus Langeweile, sagt er, habe er dann Mist gebaut.
25:15Ich habe mich ein bisschen informiert und so.
25:17In Deutschland kriegt man so und so und so und so.
25:24Und was ich hier gekriegt habe, ich habe nicht in anderen Ländern gekriegt.
25:27Schwer, bisschen schwer.
25:28Hier gibt es diese Chance.
25:29Also, du musst einfach dein Deutsch so, die Präume bekommen.
25:35Also, ich meinte diese B1 und so oder B2 oder so.
25:38Und danach habe ich so gesagt, ich gehe einfach dahin.
25:41Ich gucke, ob das klappen kann oder so.
25:46Deutschland, das Land der Chancen.
25:47Das höre ich immer wieder.
25:49Jawad und die anderen wirken auf mich hier nachdenklicher.
25:52Sie wissen, dass sie großen Mist gebaut haben.
25:56Ihr Verhalten und das vieler anderer junger Straftäter
25:59hat Spuren in der Stadt hinterlassen.
26:03In Bremen überwachen Kameras mittlerweile mehr als 100 Orte.
26:07Ist das die Lösung?
26:08Ich bin auf dem Weg zu Bremens Innensenator.
26:11In seinen bisher 17 Jahren im Amt
26:13hat sich Ulrich Meurer für einen SPD-Politiker
26:15einen harten Law-and-Order-Ruf erarbeitet.
26:17Ich habe eine Sache mit.
26:19Und zwar, ich habe da junge Männer getroffen aus Nordafrika.
26:23Ich zeige ihm die Szene von Sino.
26:26Was ist der andere Ding?
26:27Clown.
26:29Clown, Clown, Clown.
26:31Das erste Mal habe ich schon gelernt,
26:33aber danach bin ich draußen und hatte nichts zu tun.
26:36Nichts zu tun heißt,
26:39Scheiße zu machen.
26:40Scheiße zu machen heißt wieder gelassen.
26:42Aber du weißt, dass es falsch ist, ja?
26:45Danach hatte ich keine Hoffnung mehr.
26:47Können Sie das so hören?
26:49Ja.
26:49Was denken Sie?
26:55Das ist ja nur einer von vielen.
26:57Was hat er für eine Perspektive aus Ihrer Sicht hier?
26:59Keine. Eindeutig keine.
27:02Die Rechtslage ist so eindeutig.
27:04Das heißt also, wer hier einreist.
27:07Und das Problem ist ja, wir würden ja ihn in seine Heimat zurückführen, wenn wir die Möglichkeit hätten.
27:20Meistens scheitert eine Abschiebung, weil die Migranten keine Papiere haben.
27:23Ein altes Problem, bundesweit.
27:26Die Folgen, wenn es nicht angegangen wird, kann man in Bremen besonders deutlich sehen.
27:31Hätte die Politik früher entschiedener handeln müssen?
27:34Es ist unbeschreiblich, also wenn Sie jeden Tag drei Raubüberfälle haben.
27:40Das ist polizeilich gar nicht mehr abzuarbeiten.
27:43Und es ist auch die Frage, wie können Sie Täter überführen?
27:47Das ist ja nur möglich, indem man dann verdeckte Maßnahmen ergreift.
27:52Das heißt, dass sich ganze Gruppen dann auch nachts irgendwo hinlegen müssen, um zu schauen, wer kommt da vorbei.
28:02Weil wenn es nicht gelingt, die Täter bereits am Tatort zu ergreifen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie da durchkommen, sehr
28:10hoch.
28:11Das heißt, ein riesiger polizeilicher Aufwand dafür, dass wir dann jemanden für ein, zwei Jahre mal aus dem Verkehr ziehen
28:20und danach ist er wieder da.
28:22Und wenn man diese Entwicklung nicht stoppt, dann haben wir nicht irgendwann dann hier 1.000 Raubüberfälle, sondern 2.000.
28:30Was denken Sie, was in dieser Stadt dann los ist?
28:34Also dann haben alle Ausländer, die hier integriert sind, die Höhle auf Erden.
28:41Das ist ja die Kehrseite davon, dass die Stimmung ja immer weiter kippt und die Bevölkerung das auch nicht mehr,
28:48wie gesagt, als normal empfindet.
28:50Das ist ja keine Bereicherung der Stadt, wenn ja alle Angst haben, abends durchs Viertel zu gehen.
28:57Für Bremens obersten Chef der Polizei ist klar, es sind zu viele junge Männer in der Stadt und im Land,
29:03die kriminell sind und von denen man nicht weiß, woher sie wirklich kommen.
29:07Meurer würde gerne mehr abschieben. Doch von denen, die ausreisepflichtig sind, schafft es Bremen nur etwa zwei Prozent abzuschieben.
29:13Das heißt auch, 98 Prozent bleiben hier, wie Mohamed oder Jawad.
29:18Und es gibt Menschen, die halten es für gefährlich, ihnen keine Perspektive zu geben.
29:22Sie schlagen einen anderen Weg vor, helfen.
29:2515 junge Nordafrikaner habe ich in meiner Recherche gesprochen.
29:29Jeder kennt Frau Nicole.
29:31Richtig heißt sie Nicole Britzke und arbeitet bei der ambulanten Suchthilfe.
29:35Fast alle jungen Räuber nehmen Drogen, dröhnen sich zu, um ihre traumatischen Erlebnisse zu vergessen.
29:40Nicoles Büro ist Zuflucht und Alltagshilfe.
29:43Hallo Nicole, hast du schon von iPhone?
29:46Wie hieß das?
29:46Von iPhone.
29:48Zum Laden, guck mal, ob da eins dran ist.
29:51Ja.
29:52Er kommt aus Marokko, ist seit zwei Jahren in Deutschland.
29:54Acht Monate davon im Knast, erzählt er.
29:57Nicole hilft durch die deutsche Bürokratie, ob Arztbesuch oder Sprachkurs.
30:01Und du hast das Papier mit der Kostenübernahme?
30:04Ja, Papier in mein Haus.
30:05Perfekt, sehr gut.
30:08Gehört das auch zu deinen Aufgaben, so einen Kurs zu organisieren?
30:12Ja, Freizeitgestaltung gehört mit zu den Aufgaben von der Suchtberatung und Perspektiven schaffen sowieso.
30:18Und von daher finde ich, kann man das nicht voneinander trennen.
30:21Wenn das nicht klappt, dann haben wir noch andere Kurse, die wir ausprobieren können.
30:26Okay.
30:26Genau.
30:27So machen wir das.
30:28Okay.
30:30Nur Law & Order, das löst keine Probleme, sagt Nicole.
30:34Die jungen Männer bräuchten Perspektiven.
30:37Alles gut.
30:38Okay, wenn sie hier sind, dann wollen wir halt Schaden vermeiden.
30:41Wir wollen gucken, für die, wie sind sie am sichersten aufgestellt und auch für andere Menschen.
30:47Wenn ich einen Deutschkurs mache, zum Beispiel, dann habe ich was zu tun.
30:51Dann hänge ich nicht irgendwie rum.
30:53Dann mache ich auch keinen anderen Blödsinn in der Zeit.
30:56Wenn ich mir, wenn ich denke, es gibt Perspektiven, dann ist es was, worauf ich mich konzentriere.
30:59Dann passe ich auf, dass ich nicht andauernd in Kontakt mit der Polizei komme oder so.
31:05Dann gibt es auch einfach andere Möglichkeiten.
31:06Dann gibt es auch einen Sinn, irgendwie Suchtmittelkonsum runterzuschrauben.
31:10Wenn es irgendwas gibt, was erreichbar sein könnte.
31:16So, jetzt ist gleich Verhandlung im Fall Mohamed und wahrscheinlich Urteilssprechung.
31:20Ich bin mal sehr gespannt, wie das ausgeht heute.
31:25In der 9.30 Uhr, die geladene Mitte eintreten, sei 451.
31:36Eine Woche nach unserer letzten Begegnung sehen wir uns wieder.
31:40Ein kurzes Nicken zu mir.
31:42Er ist angespannt.
31:43Was denkt er?
31:46Fragen darf ich ihn ja nicht.
31:48Ich erinnere mich an unser Interview im Gefängnis.
31:53Was denkt ihr, dass es ein Fehler war, nach Deutschland zu kommen?
31:57Oder ist es noch gut mit dieser Entscheidung?
32:03Ich weiß nicht.
32:05Vielleicht wird es ein Fehler sein.
32:07Vielleicht nicht.
32:10Ich weiß nicht.
32:12Für mich ist es ein Fehler.
32:16Für mich ist es ein Fehler.
32:18Ich glaube, es ist ein Fehler.
32:28Für mich ist es schwierig.
32:33Für mich ist es schwierig.
32:34Du willst mir nicht reden, zu Hause zu gehen?
32:35Ist das eine Idee?
32:40Es ist schwierig.
32:40Es ist schwierig.
32:47Many are going to Europe with the goal of money for the family to earn.
32:51The prison means scheitern.
32:54The state's court for Mohammed for two years and nine months.
32:58The accusations of the victim and of their friends are very hard.
33:02Nehmt Sie Platz.
33:09Er beteuert bis zuletzt, er habe nichts gemacht.
33:13Das wird ihm das Gericht nicht glauben.
33:15Er ist schuldig gesprochen worden, des holberischen Diebstahls.
33:19Er hat zwei Jahre und drei Monate bekommen.
33:23Hast du es mitbekommen?
33:25Ja?
33:25Hast du mitbekommen, das Urteil?
33:27Wie geht's dir jetzt?
33:28Das tut eigentlich gut.
33:34Allah vor nichts, jetzt zwei Jahre, drei Monate gibt er.
33:38Er macht gar nichts.
33:40Das ist, er hat 21 Jahre alt jetzt.
33:46Es stand Aussage gegen Aussage.
33:48Und dem Intensivtäter Mohammed wurde am Ende nicht geglaubt.
33:57Ursprünglich sollte das die letzte Szene des Films sein.
34:01Mohammed landet im Gefängnis.
34:03Ein scheinbar eindeutiges Fazit, dass der andere Weg in die falsche Richtung führte.
34:13Der Kontakt zur Gruppe reißt nach diesem Nachmittag ab.
34:20Ein halbes Jahr später.
34:22Mohammed wurde freigesprochen.
34:31Seine Anwältin ist in Berufung gegangen.
34:34Die Richter waren sich nicht sicher, ob es wirklich Mohammed war und entschieden, im Zweifel für den Angeklagten.
34:39Auch das ist Rechtsstaat.
34:41Seit drei Tagen ist er wieder frei.
34:45Jawab ist natürlich auch da.
34:47Nur Sino nicht.
34:48Der sitzt gerade wieder ein.
34:49Verstoß gegen Bewährungsauflagen.
34:51Welche Vision hat Mohammed jetzt?
34:53Bleibt er in Deutschland?
34:54Er ist bekifft und angetrunken.
34:56Jetzt bist du frei.
34:58Was machst du jetzt?
34:59Was machst du jetzt?
35:11Er genießt es wieder frei zu sein.
35:14Nach fast einem Jahr U-Haft.
35:16Für jeden Tag bekommt er 75 Euro Entschädigung.
35:27Jetzt kriegst du ja viel Geld.
35:2920.000 Euro Entschädigung.
35:32Steht dir zu.
35:33Ist dein Recht.
35:34Was machst du mit dem Geld?
35:35Ich sende es zu meiner Familie.
35:38Zu deiner Familie?
35:39Nach Marokko?
35:40Ja.
35:41Jetzt?
35:41Du hast nicht das Geld?
35:43Ja.
35:44Von woher leben?
35:45Hast du jetzt Geld?
35:46Was machst du jetzt?
35:47Ich warte.
35:48Ich warte.
35:49Aber heute musst du etwas essen.
35:51Ich weiß.
35:52Was mache ich.
35:52Ich zeige dir.
35:53Jeden Tag.
35:54Ich zeige 20 Euro für mein Freund.
35:55Ich zeige mir.
35:57Ich zeige dir 40 Euro.
36:00Wenn er mir 10 Euro gibt, dann gebe ich ihm 20 Euro.
36:02Es ist so.
36:03Ich versuche es so.
36:04Was ist das Schwierigste, das größte Problem, um hier das zu schaffen?
36:09Um hier in Deutschland ein gutes Leben zu machen für dich?
36:12Nichts.
36:12Ich will nur, wenn ich meine Duldum bekomme.
36:16Es öffnet viele Möglichkeiten.
36:19Viele Möglichkeiten.
36:21Wenn ich das bekomme, kann ich trainieren.
36:24Wie sagen wir das?
36:26Ich bekomme Geld.
36:28Wie alle.
36:29Die Leute hijacken 400 Euro.
36:30Das ist mehr als genug.
36:32Ja.
36:32A lot of things.
36:34You know.
36:34In my mind.
36:35What I say right now.
36:37It's for example.
36:38Aber du brauchst die Duldung, ja?
36:40Of course.
36:41I can do nothing.
36:42What I do.
36:43It's only one thing.
36:44To make business.
36:45Sell dogs.
36:46You know, it's just things.
36:48You know, it's just things.
36:49I don't want it.
36:50And what I do for example.
36:51If my Duldum doesn't come.
36:53If my Duldum doesn't come.
36:56I have money now.
36:56To make money.
36:57To make money.
36:57To make money.
36:59Yeah.
37:25I can't accept all the rules.
37:27Because I was angry.
37:29Hello.
37:30Because I'm talking with my mother.
37:33I always say that it's not me.
37:36Good.
37:37Ich möchte auch nicht unschuldig eingesperrt sein.
37:39You know, when they close your door and you get a TV like that.
37:42It's the same things.
37:43Yeah.
37:43It's the same dance.
37:44You don't work.
37:45You don't go to school there.
37:46You have nothing to do.
37:48Yeah.
37:48Nothing to do.
37:49Und du glaubst, in Deutschland hast du eine Chance.
37:52Eine Zukunft.
37:54Auch wenn du schon mal im Gefängnis warst.
37:56Auch wenn du keine Papiere hast.
37:58Trotzdem glaubst du, du hast eine Chance.
38:00Immer.
38:00Immer.
38:01Immer.
38:01Immer gibt Chance in das Leben.
38:03Immer.
38:03Gott gibt dir Chance.
38:05Ja.
38:05Mach eine gute Sache für dein Leben.
38:07Du brauchst eine Chance für dein Leben.
38:10Okay.
38:11Mach gute Sachen und alle gute Sachen kommen.
38:13Aber ein bisschen schwerer, ich weiß.
38:16Mohammed wohnt bei einem Kumpel.
38:18Das kleine Zimmer will er nicht zeigen.
38:20Zu viel Charme.
38:22Lieber hält er stolz seine Schulbescheinigung in die Kamera.
38:25Er weiß, es gibt einen nicht-kriminellen Weg.
38:27Und das ist womöglich seine letzte Chance, ihn zu gehen.
38:37Mehr als ein Jahr habe ich ihn und die anderen begleitet.
38:41Ich habe Hoffnung gesehen und abstürze.
38:43Und gemerkt, wer nur Täter sieht, verpasst die ganze Geschichte.
38:47Vielen Dank.
38:47Vielen Dank.
38:48Au revoir.
39:01Hau reißen Sie her.
39:04Hau reißen Sie.
39:06Hau reißen Sie.
39:08Mit allen.
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