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00:04I don't believe that I'm a typical, typical girl.
00:11I always wanted to be a strong woman.
00:14Always.
00:16It doesn't matter what the people say.
00:19Maybe it's our generation.
00:22We can't say anything anymore.
00:25We are from the 60s here.
00:27And you just want us not to see.
00:29Now you have to see us.
00:44My name is Aziza Alev.
00:46I'm a Berliner, I'm 53 years old.
00:49I'm a singer, rapper and producer.
00:52I was the first to do the Turkish rap.
00:55I was a songwriter.
00:55That's what I want to do.
01:02I'm not a star.
01:08I was to say, I didn't want to be a star.
01:09I was going to be.
01:10I wanted to be a star.
01:11I want to be a star.
01:11I want to be a star.
01:12I want to go here.
01:15Hey, how are you guys?
01:17Hey, bling, bling, bling!
01:19Oh, oh!
01:22Heute Abend
01:23sind wir in der Casino Night
01:24im Heimathafen Neukölln
01:27und drei meiner besten
01:28Freundinnen kommen heute Abend auch.
01:31Ich freu mich total
01:33auf Glitzer und dann so nach dem Feierabend
01:34so richtig feiern
01:36und ich freu mich auf Aziza und ich freu mich
01:38auf meine Freundinnen.
01:41Es
01:41bedeutet mir viel,
01:44weil diese Menschen mich
01:45von Anfang an begleiten.
01:47Wir feiern zusammen,
01:49wir lieben und leiden zusammen, also
01:51was gibt es Schöneres?
02:01Meine Themen, über die ich im ersten Album
02:03geschrieben habe, war viel mit
02:05Frau sein, Mann sein,
02:07mit türkischen Wurzeln in Deutschland leben,
02:10die zwei Kulturen.
02:12Ich wurde auch viel gefragt,
02:13wie viel Prozent bist du?
02:15Über sowas habe ich nie nachgedacht.
02:17Ich bin, wer ich bin.
02:27Ich fand es einfach schön, alle auf der Bühne zu sehen.
02:30Und ich sehe sie seit Jahren auf der Bühne.
02:32Und ich kann einfach nicht genug davon haben.
02:35Ich will sie immer auf der Bühne sehen.
02:42Ich heiße Nadja Stein und bin gebürtige Berlinerin.
02:46Meine Familie kommt aus der Türkei, aus Anatolien.
02:49Und ich bin selbstständig und habe eine Chocolaterie mitten in Kreuzberg.
02:55Ich bin in Kreuzberg aufgewachsen und wir sind fünf Geschwister.
03:00Und ich bin die Nummer zwei.
03:02Also meine Mutter war damals Hausfrau.
03:04Mein Vater hat gearbeitet.
03:05In der Druckerei um die Ecke da am Erklinsdamm,
03:09direkt so an der Mauer,
03:10sind wir auch groß geworden.
03:12Und ja, so mitten in Kreuzberg.
03:18Wir haben wahnsinnig viel gespielt, ja, draußen.
03:21Wir haben so viel gespielt, dass wir nicht zum Essen nach Hause gegangen sind.
03:24Ich kann mich total gut erinnern.
03:25Mein Vater hat immer so was zum Essen vorbereitet.
03:28Und dann hat er das uns gebracht, weil wir einfach nicht nach Hause gehen wollten.
03:36Was für ein Kreuzberg war das damals?
03:38Durch die Uranienstraße zu flanieren.
03:40Da waren ja auch viel, viel mehr so türkische Geschäfte.
03:42Also es gab so Kassettenläden, türkisch Import-Exportläden, Obst-Gemüseläden, ja.
03:48Unsere Eltern haben die Kultur mit hier hingebracht.
03:50Also das war wie zu Hause.
03:52Wie wenn man sein eigenes Dorf mitgenommen hat.
04:00Kreuzberg, ja, da wollte ja gar keiner wohnen.
04:02Wer will denn schon an der Mauer wohnen, ja?
04:04Wer will schon in einem Haus wohnen, wo die Toiletten draußen waren, ja?
04:08Oder wo keine Badewanne war.
04:09Was halten Sie von den Türken hier?
04:12Ja, selber geistet sind noch nicht gerade.
04:14War sehr schlimm.
04:15Wie sterben sie nicht?
04:18Wir sind ja im Klima.
04:20Bei uns im Hause wurden so viele.
04:22Und die sind anständig.
04:25Also, ich kann mich nicht beklagen.
04:28Machen alles kaputt.
04:30Ach, so viele Kinder, die machen so viel Krach.
04:33Ich heiße Firinca Fischer, bin 50 Jahre alt und habe in meinem Leben schon sehr viel gemacht.
04:40Momentan leite ich eine Flüchtlingsunterkunft in Marzahn.
04:43Das hier ist mein Elternhaus.
04:46Hier bin ich zum Großteil groß geworden.
04:50Wir waren die einzige türkische Familie in einem Rentnerhaus.
04:58Oh, die Beubox sind hier immer noch.
05:01Krass.
05:02Sollen wir klingeln?
05:05Hä?
05:12Das gesamte Haus war so ein bisschen gegen uns.
05:15Ständig kamen sie, haben geklopft und haben sich beschwert bei meinem Papa, dass wir alle so laut sind.
05:23Und das wirklich permanent und jeden Tag.
05:27Bis irgendwann mein Papa, der immer zuvor, ja, Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung gesagt hat.
05:36Irgendwann wirklich wütend war.
05:39Und meinte, ja, was soll ich machen?
05:43Soll ich Kinder töten?
05:45Kinder laut!
05:46Ne?
05:47Ich habe es überhaupt nicht verstanden, warum.
05:52Und warum sie einem nicht eine Chance geben.
05:58Die ersten fünf Jahre meines Lebens habe ich in einem kurdischen Dorf in Anatolien in der Türkei verbracht.
06:05Wir hatten ganz viele Schafe, Ziegen, Kühe, Esel, einen Hund hatte ich, einen Bernardiner.
06:14Ich glaube, ich erinnere mich an diese Zeit so gut, weil ich, als ich mit fünf Jahren nach Deutschland gekommen
06:19bin, irgendwie alles auf einmal verloren war.
06:22Ich habe tatsächlich mich gewundert, dass das alles so grau ist und die Lichter und Laternen und Ampeln und so
06:34viele Autos, so viele Straßen, so hohe Häuser.
06:39Viele, viele Menschen.
06:45Ich glaube, es ist zu viel für ein Kind.
07:09Dieses Bild hier, da bin ich, ich glaube, sieben.
07:15Da bin ich in der ersten oder zweiten Klasse, ich bin hier oben.
07:23Ich glaube, ich war mehr so Burschikos.
07:26Also ich habe zwar ausgesehen wie ein Mädchen, aber ich habe mich zum Beispiel geprügelt.
07:39Ich habe mir nichts gefallen lassen.
07:43Also man durfte mich nicht schief anmachen.
07:45Da, ich habe, ich habe ganz schön, ich glaube, ich habe mich ganz schön verteidigt.
07:54Als Heranwachsende hatte ich eine Zeit lang mal das Problem mit meinem Vater, dass er meinte, dass wir uns nicht
08:00freizügig anziehen dürfen.
08:02Das heißt, Trägertops, da ist er irgendwie aggressiv geworden.
08:08Wenn die Röcke zu kurz waren, war er wütend.
08:13Und ein-, zweimal habe ich tatsächlich auch Schläge dafür bekommen.
08:16Meine Mama war immer die Sanfte und die Liebevolle und mein Papa war eher immer der Strenge und der tatsächlich
08:22auch geprügelt hat, uns geprügelt hat.
08:24Und deswegen war ich, ich war so ein bisschen unerschrocken. Also ich hatte keine Angst.
08:37Ich bin Seren Ahmadja, bin 69er Jahrgang, bin hier in Berlin geboren und aufgewachsen und arbeite in einem Café in
08:46Minoar Berlin.
08:51Aufgewachsen bin ich im Berlin Tiergarten. Meine Eltern haben sich hier in Berlin kennengelernt.
08:57Und ich bin das erste Kind und habe noch einen Bruder, der vier Jahre jünger ist als ich.
09:02Ich habe meinen Eltern halt viel geholfen. Ich musste ja, mir blieb ja nichts anderes übrig.
09:08Alle Behördengänge und so, Schriftwechsel, das musste ich ja schon in frühen Jahren erledigen.
09:15Ich muss auch dazu sagen, dass ich beim Elternabend von meinem Bruder immer anwesend sein musste.
09:21Nicht meine Eltern, sondern ich hatte da zu stehen.
09:27Meine Mutter hat eigentlich nur gekocht. Und weil sie nur gekocht hat, habe ich mir gedacht,
09:32na, das ist ihr Part, das soll sie machen. Ich habe ihr nicht über die Schulter geguckt.
09:37Habe ich nicht gemacht, wollte ich nicht.
09:39Vielleicht habe ich Angst davor gehabt, dass mir das dann auch aufgeladen wird
09:44und ich dann auch das Kochen übernehmen muss zu Hause.
09:5781 sind wir hier in das Haus eingezogen mit sieben weiteren türkischen Familien und ein deutsches Ehepaar.
10:08Dieser Ort hat mir am Anfang meine Freiheit geraubt, muss ich dazu sagen.
10:17Nachdem wir nach Kreuzberg gezogen sind, ist mir vieles weggenommen worden.
10:22Wir haben ja im Tiergarten gewohnt und haben den ganzen Tag im Garten gespielt, im Tiergarten.
10:29Und ich war nur draußen.
10:32Und als wir dann nach Kreuzberg gezogen sind, hieß es auf einmal, ja, du darfst nicht mehr raus.
10:39Meine Mutter sagte dann, ja, du bist jetzt ein junges Mädchen, das gehört sich nicht,
10:42dass du jetzt auf der Straße einfach so rumläufst oder auf den Spielplatz gehst und so.
10:47Das war nicht nur bei mir in der Familie so, sondern das war bei allen Familien war das so.
10:53Alle Mädchen haben das Gleiche erlebt.
10:55Deswegen haben wir uns da nicht besonders große Fragen gestellt.
11:00Warum, weshalb, warum darf ich nicht?
11:02Zeig mir mal das Foto. Soll ich dir noch mal was zeigen?
11:05Zeig mal.
11:06Also guck mal, ich habe das Foto, also ich habe das ja die ganze Zeit bei mir hier im Laden,
11:10meine Familie.
11:11Der hatte Blumenstrauß und ich auch.
11:14Ah, das sehe ich jetzt erst. Ihr habt, guck mal, du auch, hier, Hylia auch, ihr habt alle Blumenstrauße.
11:19Das sind so Plastikblumensträuße bei dem Fotoladen in der Aderbergstraße.
11:22Und die waren da schon, glaube ich, über 85 Jahre, so eingestaubt, Plastikblumen.
11:27Ui, Babo.
11:29Und dann gucken wir alle, wie ich hier gucke, also wie streng ich gucke.
11:32Weil ich die Plastikblumen nicht halten wollte.
11:34Und immer, wenn ich was nicht machen will, habe ich diesen Gesicht auch so. Immer noch alle.
11:37Ja, aber sehr normal.
11:38Guck mal, auf der Mauer, auf der Lauer.
11:41Kannst du dich erinnern, wo ich dich abgeholt habe?
11:44Natürlich, wie heute. Am Kotti hast du mich abgeholt.
11:46Na, aber wir waren schon auf der Aderbergstraße, genau vorm Zeitungsland, das werde ich nie vergessen.
11:50Du bist ja vorm Kotti gelaufen.
11:52Ja, genau.
11:52Und Hylia hat mich geschickt, weil ich dich abholen sollte vom Kotti bis der Tor, vom U-Bahn-Chanceur.
11:58Und ich wusste sofort, dass du es bist.
12:00Hä?
12:00Und wir haben uns gleich umarmt, ne?
12:02Ja.
12:02Unser Schicksal war besiegelt, Nadja.
12:06Über 30 Jahre.
12:10Aber es war richtig, richtig schön, ja.
12:13Also es ist immer noch schön.
12:14Was durften wir nicht als pubertierende jungen Mädels, also keine Jungs auf jeden Fall, also wir haben es halt natürlich
12:19heimlich gemacht.
12:21Was durften wir denn noch nicht?
12:23Lange ausbleiben, nicht zu lange weggehen.
12:27Du hast immer noch die Rettung für uns.
12:30Also wenn man natürlich, wie es so ist, bei Teenagern, wenn man Dinge verbietet, machen die es trotzdem.
12:37Nadja, erinnerst du dich daran?
12:39Was ist das?
12:41Da, ich weiß auch noch welches Kleid.
12:43Ja, ich kann mich erinnern.
12:44Ich kann mich erinnern.
13:11Der Stilmix aus Jazz, Soul, Funk und orientalischem Hip-Hop, genannt New Oriental.
13:16New Oriental ist ein Begriff, den wir erfunden haben, weil ja der Markt einen Begriff braucht.
13:24Er braucht eine Schublade.
13:25Und dann haben wir keinen Bock gehabt, uns in eine stecken zu lassen und haben uns eine eigene gebaut, sozusagen.
13:56Ich sehe das einfach nicht mal als Nachteil wie bis vor kurzer Zeit.
14:00Sondern ich sehe es als Reichtum.
14:02Ich bin ein Mensch, ich habe zwei Kulturen und nehme das Beste aus beiden.
14:06Und ich glaube, mehr Reichtum gibt es nicht.
14:09Für Aziza ist die Zeit reif.
14:11Mit Berliner Schnauze verlangt sie ein neues weibliches Selbstbewusstsein und ruft nach sichtbaren Veränderungen ihrer Generation.
14:18Ich habe braune Augen, habe schwarzes Haar und komme aus einem Land, wo der Mann über der Frau steht und
14:23dort nicht wie hier.
14:24Ein ganz anderer Wind weht in den zwei Kulturen, in denen ich aufgewachsen bin.
14:28Ziehen meine lieben Schwestern meist den Kürzerin, weil nicht nur die zwei Kulturen aufeinander krachen, weil auch Väter über ihre
14:34Töchter wachen.
14:35Du bist die Ehre der Familii, klar, gehorsam, schweigsam, wie deine Mutter auch mal war.
14:40Aziza A bedeutet mächtige Schwester. Das A kommt von dem türkischen Wort abla.
14:45Das A-Punkt heißt Schwester. Und Aziza heißt großmächtig und ist arabisch.
14:51Aziza A rappt über Sexualität, Partys und Fun, macht sich über türkische Machos lustig und immer wieder stößt sie auf
14:58Konflikte in der multikulturellen Gesellschaft.
15:00Die sagen, was willst du? Was hast du für eine Ahnung? Mein Vater ist nicht so wie deiner.
15:05Und meiner, der schlägt mir ins Gesicht, wenn ich auch nur Hey sage. Und der lässt mich nicht reden.
15:10Dann sage ich, ja, ich weiß. Es ist halt so. Aber ich habe die, wie soll ich sagen, die Grundlage.
15:15Ich kann das halt machen.
15:16Und deswegen ist es ja nicht nur so, dass ich sage, hier, mir geht es gut, Leute. Und deswegen geht
15:20es den anderen Leuten auch gut und habe so eine Scheuklappe irgendwie.
15:22Sondern ich weiß doch, was abgeht. Und aber ich habe die Möglichkeit, es zu erzählen.
15:28Mein erstes Album heißt Es ist Zeit. Ich habe es geschrieben, weil das mein Ausdruck und meine Art ist, zu
15:36kommunizieren.
15:37Und im Nachhinein habe ich gesagt, es ist tatsächlich Zeit, gesehen zu werden. Und zwar als Frau gesehen zu werden.
15:47Ja, also männliche Vertreter gab es ja schon, aber es fehlten die Frauen.
15:54Ich habe aber, während ich es gemacht habe und auf der Bühne war und diese Texte gesprochen und gesungen habe,
16:01ich habe Frauen gesehen, die diese Texte mitsingen und rappen. Und da war plötzlich die Verbindung da.
16:08Ich dachte, oh mein Gott, wer lebt dasselbe Leben wie ich? Und scheinbar lebten ganz viele Frauen dasselbe Leben, wie
16:14ich es gelebt habe.
16:15Ich wusste es ja auch nicht. Aber darüber habe ich mitgekriegt, wie viele Frauen auch dieses Leben leben.
16:26Nach Berlin zu kommen war schon ein riesengroßes Trauma. Ich glaube, ich habe tatsächlich versucht, aus diesem Trauma selbstständig rauszukommen
16:37und habe nach Lösungen gesucht.
16:41Ah, schade. Ja, das ist es. Ganz unscheinbar. Ich bin hier irgendwann als Kind vorbeigelaufen und habe, da vorne gab
16:58es so ein paar Kinder, die gespielt haben.
17:01Und das Tor stand offen. Es sah auch anders aus. Und dann bin ich einfach mal da hingegangen und habe
17:09gemerkt, dass die Kinder spielen und war neugierig.
17:12Ich stand so daneben und dann fragte die Frau, ob ich mitspielen will. Habe ich ja gesagt. Dann habe ich
17:19einfach mitgespielt.
17:20Als dann irgendwie zwei, drei Stunden später alle sich langsam verabschiedet haben, bin ich dann auch gegangen und habe gefragt,
17:27ob ich wiederkommen darf.
17:29Es waren deutsche Kinder, eine deutsche Erzieherin, die dann gesagt hat, ja, wenn dir das so gut gefallen hat, kannst
17:37du gerne vorbeikommen.
17:39Ich weiß nicht, ob andere Kinder einfach nur nicht darauf gekommen sind, sich anzumelden, aber ich habe es halt gemacht.
17:46Und wie so vieles in meinem Leben, ich habe vieles einfach gemacht. Ich bin einfach hingegangen, habe gefragt und meistens
17:54habe ich dann Ja als Antwort bekommen.
17:59Ich habe, glaube ich, viele Fragen gestellt. Ich habe viel lernen wollen, viel wissen wollen und mich viel unterhalten mit
18:07den unterschiedlichsten Menschen.
18:11Die Menschen hier, ganz am Anfang habe ich das natürlich ganz, ganz stark gespürt, dass wir nicht gewünscht waren.
18:20Egal wo wir waren, also auch die gesamte Familie, nicht nur ich, sondern ich habe gemerkt, wie sie mich angucken,
18:27meine Eltern angucken, meine Geschwister angucken.
18:30Das spürt man. Und das war nicht freundlich, das war nicht wohlwollend, das war sehr negativ.
18:41Ich habe dann immer gesagt, was machen wir denn hier in einem Land, wo uns keiner will? Was suchen wir
18:48hier?
18:51Ich war sehr lange traurig, wollte auch wieder zurückgehen, aber es war natürlich nicht möglich.
18:55Und dann musste ich damit leben, musste ich irgendwie lernen, damit zu leben.
18:59Und dann habe ich mir gedacht, okay, dann versuche ich zu verändern, was ich verändern kann.
19:06Weil alles so grau und triest war und die alten Menschen auch immer so böse geschaut haben, dachte ich, ich
19:14mache ihnen eine Freude und habe dann kleine Blumensträuße gemacht.
19:19Und habe in der U-Bahn mir eine alte Dame oder einen alten Mann ausgesucht, die mir das schenken konnte,
19:26um einfach nur ein Lächeln zu bekommen.
19:30Also man ändert sich ja ein bisschen.
19:33Grüß dich.
19:34Hey, schön dich zu sehen.
19:35Hi, Wahnsinn.
19:36Wir haben uns 20 Jahre nicht gesehen.
19:38Bestimmt.
19:40Und es reicht.
19:42Ja, und die Schule?
19:45Mein Name ist Monika Ebertowski.
19:47Ich war hier in der Karl von Osjetzky-Oberschule bis 2015 in Berlin im Schuldienst.
19:54In der Mittelstufe, wo Naci in meiner Klasse war.
19:57Da habe ich Geschichte, Erdkunde, Deutsch unterrichtet.
20:01Guck mal, Monika, ich habe was mitgebracht und zwar, guck dir das mal an.
20:04Guck mal, das ist hier in der Schule, wo wir hier saßen.
20:07Monika, da bist du.
20:08Ja, Wahnsinn.
20:09Du bist so jung, du siehst wie eine Schülerin aus.
20:11Das war einfach wirklich eine sehr prägende, schöne Zeit.
20:15Also auch die Sensibilität von den Lehrern, also von dir, von Inge, Angelika.
20:20Ja, also man wurde, also was ich einfach, was ich einfach total anerkenne oder was mich so geprägt hat damals,
20:27ist so bis heute dieses Verstanden werden.
20:31Jemand hat Interesse an deiner Kultur, an deinen Eltern und dafür möchte ich mich einfach auch bei dir sehr bedanken.
20:37Also du warst immer so die Quelle von, da kannst du hingehen, ist Lehrerin, aber da kannst du wirklich hingehen.
20:43Ja, ihr wart auch so offen. Ich weiß auch, ich habe ganz viele Familien immer zu Hause besucht, damit ihr
20:48auf Klassenfahrt mit durftet.
20:49Das ging dann immer über Tee trinken zu Hause.
20:53Noch ein Tee.
20:55Bis ich die Unterschrift hatte.
20:56Genau.
20:57Wir haben mit ihr so Klassenfahrten gemacht in die Türkei. Ich meine, wie crazy war das denn in den 80ern,
21:03dass deine Lehrerin ein Projekt macht und sagt, jetzt gehen wir in die Türkei.
21:07Und dann durften wir auch zum ersten Mal wirklich auch den deutschen Schülern zeigen, wo wir herkommen, wie unsere Kultur.
21:14Oh mein Gott, wie stolz ich war, als ich dann so türkisch übersetzt habe. Und dann dachte ich mir, ich
21:20bin die Königin.
21:21Guten Morgen, guten Morgen, das ist unser Kirvacan.
21:26Guten Morgen.
21:27Guten Morgen, guten Morgen, sehr tschau.
21:29Sehr tschau.
21:32Ich erinnere mich an Nadjia als total aufgeschlossen und interessiert.
21:37Und ja, wir waren da alle junge Lehrerinnen und auch voller Ideen und auch Engagement.
21:45Aber das war auch toll, dass das auch aufgenommen wurde.
21:48Ich glaube, dass da eigentlich Integration gelungen ist.
21:52Und dass also dieses, wie gesagt, Auseinanderdividieren oder dieses Immigration immer als Problem zu sehen, ich glaube, dass das erst
22:02später anfing.
22:03In der Generation von Nadjia war da noch eine ganz große Offenheit da, von beiden Seiten auch.
22:11Ja, zur Zeit des Mauerfalls oder wenige Monate später war dann auf ehemalig ostdeutschem Terrain eine Feindseligkeit Migrantengruppen gegenüber.
22:23Das war wirklich krass. Und Kreuzberg war halt ein sicherer Ort hier.
22:28Und das war hier ein ganz anderes Selbstverständnis des Zusammenlebens, was dann einfach durch diese Erlebnisse sehr erschüttert wurde.
22:45Wir türkischen Kinder wurden eigentlich nicht anders behandelt. Wir wurden ganz normal wie die anderen auch behandelt.
22:51Nur auf der Oberschule hatte ich halt mitbekommen, dass man als ausländisches Kind doch so ein bisschen Nachteile hat.
23:00Ich wollte zum Beispiel meine mittlere Reife direkt auf der Schule absolvieren, weil ich war Klassenbeste, ich war Klassensprecherin.
23:10Aber meine Oberschule sagte, nein, wir haben schon so viele Schüler jedes Jahr auf die Prüfung geschickt für die mittlere
23:18Reife.
23:19Und die haben das immer nicht bestanden und wir haben schon als Schule so einen schlechten Ruf und das machen
23:24wir nicht mehr.
23:25Ich hatte auch den Eindruck, dass das mit meinem Migrationshintergrund zu tun hatte.
23:29Dann bin ich auf die kaufmännische Berufsfachschule gegangen und dann, wenn man ein Jahr da drauf ist, dann erwirbt man
23:37automatisch die mittlere Reife.
23:47Ich muss sagen, dass ich meine ganzen Ängste, meine Sorgen, die habe ich eigentlich mit mir selbst abgemacht.
23:54Da habe ich keine große Unterstützung von meinen Eltern gehabt.
23:56Ich glaube, meine Eltern waren viel mehr mit sich selbst beschäftigt.
24:00Die mussten das ja auch hier alleine lernen, wie man ein Kind großzieht.
24:05Und waren halt damit beschäftigt, in einem Land zu sein, dessen Sprache sie nicht beherrschen.
24:11Mit arbeiten, Geld verdienen.
24:14Also ehrlich gesagt, nachdem ich selber Mutter geworden bin, habe ich eine große Wut auf meine Mutter gehabt.
24:23Weil ich gesehen habe, wie viel Liebe man seinem Kind geben kann.
24:30Und dass man für sein Kind da sein kann.
24:33Auch so in der Vorpubertät und dass man auch anders sein kann.
24:41Aber dann so im Nachhinein, die kannten es nicht anders.
24:49Hallo, Menem.
24:51Hallo, Menem.
24:51Wie bist du denn?
24:52Wie lange warten?
24:54Das ist süß, aber ich bin nicht immer beschäftigt.
24:58Ja, ja.
24:59Schön, freut mich.
25:03Ich habe festgestellt, dass ich nur funktionieren werde in dieser Gesellschaft, wenn ich mich auch ein Stück weit in ihr
25:11auskenne.
25:12Und nach den Regeln auch lebe.
25:16Erst mal kennenlernen.
25:17Also habe ich alles Mögliche ausprobiert.
25:23Wir sind hier im Morgenland, ich finde, im Herzen Kreuzbergs.
25:28Weil es für mich das Herz Kreuzbergs ist.
25:34Morgenland kenne ich seit 1991.
25:39Da hat der Laden im Frühjahr irgendwann aufgemacht und im Sommer habe ich hier angefangen, da war ich 17.
25:45Ich meine, mit 16, 17, da weißt du sowieso nicht viel von der Welt.
25:50Das war für mich so, tatsächlich hier zu arbeiten, andere Menschen in mein Leben zu lassen und eine Idee davon
25:58zu gewinnen,
25:59wie Menschen tatsächlich hier in dieser Stadt auch ticken und sind und womit sie sich beschäftigen.
26:05Es ist eine Pforte gewesen, das Leben anders zu sehen und die Menschen um mich herum und Kreuzberg auch tatsächlich,
26:16wie es ist und wie es damals war zu erleben.
26:22Es hat viel verändert in meinem Leben.
26:30Ich habe immer früher gedacht, ich muss meine Familie verlassen, um ein freies Leben zu leben.
26:36Nein, ich kann meine Familie mitnehmen.
26:38Ich kann frei sein und ich kann connected mit meiner Familie sein für den Rest meines Lebens.
26:48Wenn du anfängst, ein eigenes Leben aufzubauen als Frau, dann braucht das schon Mut.
26:54Und ich habe auch zum größten Teil, nicht zum größten Teil, eigentlich zum ganzen Teil auch wirklich mich getraut,
26:59ein freies Leben zu leben, ja, wie ich das gerne hätte und meine Familie auch damit zu gewinnen oder mitzunehmen
27:07und wirklich selbstbewusst und selbstständig zu arbeiten.
27:10Also für mich war es wirklich so, dass ich auch gesehen habe, wenn ich, also ich kann mich selbstständig machen,
27:15ich kann für mich selber sorgen, ja, ich bin nicht abhängig von Mann oder ich bin nicht abhängig von meiner
27:20Familie,
27:21sondern ich sage es, wo es in meinem Leben lang geht. Ich entscheide es für mich.
27:28Gerçekten schallig, ja.
27:31Ja.
27:32Ja.
27:33Ja.
27:33Ja.
27:36Ja.
27:38Ja.
27:40Ja.
27:41Ja.
27:42Ja.
27:43Ja.
27:44Ja.
27:45Ja.
27:52I'm not a Turkish person.
27:55I'm not a Turkish person.
27:56I'm not a Turkish person.
27:57This has changed here in Germany.
27:59It's changed here.
28:00It's changed,
28:01to the second generation,
28:03to what she wants.
28:05We're all German.
28:07We live our life so we want.
28:10We live our life.
28:12And we live our life.
28:15We live our life.
28:16We live our life.
28:18We live our life.
28:20We live our life.
28:21We live our life.
28:23We live our life.
28:26Frauen haben nicht das Bedürfnis, vorne zu stehen.
28:28Sie werden ja auch nicht so erzogen,
28:29dass sie aufstehen und vorne sagen, hey, wir sind hier.
28:32Das machen eher die Männer.
28:33Und ich denke, Frauen zeigen sich
28:35auf eine andere Art und Weise.
28:37Und die sind sichtbar.
28:38Leider noch zu wenige.
28:40Nicht alle, aber sie werden immer sichtbarer.
28:44Unruhido
28:44von Tragen zu schütteln.
28:46Gece zu schütteln.
28:48Schütteln
28:49Jaß.
28:50Schütteln
28:51Schütteln
28:52Schütteln
28:54Man
28:54The rate can start day or normal.
28:56Mum did not better get me.
28:58I fuck him so.
28:58When for your problems we may stay overseas.
29:02Our children seat goes out the corner of the town.
29:05The respect is shocking and tragic.
29:08After the last minute it's laughes.
29:10Please come back to the table.
29:10End meeek!
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