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00:02Unsere Hände sind unser wichtigstes Werkzeug.
00:07Was wir greifen, begreifen wir.
00:10Die Hand ist das zentrale Organ des menschlichen Körpers.
00:13Die macht uns zu Menschen.
00:15Setzen wir unsere Hände präzise ein, trainieren wir auch unsere Konzentration und unser Gedächtnis.
00:21Die Hände sind für den Ohrmacher die wichtigsten Werkzeuge.
00:24Gerade die Hände müssen sehr feinfühlig sein.
00:26Wie sehr prägt unser Gehirn das, was wir ein Leben lang mit unseren Händen machen?
00:35Komplexe Tätigkeiten mit beiden Händen fördern die Fitness im Kopf.
00:44Allein durch das Vorstellen werden auch schon Hirnbereiche, Hirnareale aktiviert,
00:49weil man bei jedem Planungsschritt, bei jedem Griff genau diese Interaktion zwischen Gehirn und Hand hat.
00:57Ihren Wert lernen wir zu schätzen, wenn die Hände versagen.
01:02Also das erste Mal gemerkt, dass Hände wirklich wichtig sind,
01:05habe ich eigentlich ab dem Zeitpunkt, wo ich sie beide nicht mehr einsetzen konnte.
01:09Bei einem Schlaganfall ist besonders häufig die Hand betroffen.
01:13Ich bin davon überzeugt, dass man mit Hilfe der Hirnstimulation die Therapie der Schlaganfallpatienten wirklich auch revolutionieren kann.
01:26Man muss sich vor Augen führen, dass der Mensch eigentlich das einzige Lebewesen ist, welches die Hand so einsetzen kann.
01:34Das hat etwas mit unserem aufrechten Gang zu tun.
01:36Der Mensch, man kann sagen, ist arrogant und hat sich erhoben, dass er aber den Riesenvorteil gab, dass wir unsere
01:42Hände frei gemacht haben.
01:44Mein Name ist Christian Grefges-Hermann. Ich bin Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikum Frankfurt.
01:49Ich bin Neurowissenschaftler mit einem großen Schwerpunkt auf das Thema Handmotorik.
01:54Selbst wenn Sie nur eine kleine Bewegung machen, sind etliche Areale in beiden Hirnhemisphären aktiv.
01:59Und das zeigt, wie viel Energie das Gehirn der Steuerung der Hand widmet.
02:12Beim Klettern ist es so, dass einfach die ganze Bewegungsvielfalt und auch das Anspruchsvolle für den Kopf mich unglaublich fasziniert.
02:24Krass, das ist eine unglaublich geile Route.
02:27Ich bin Emma Bernhard, 22 Jahre alt und ich bin Leistungssportlerin im Sportklettern.
02:33Ich bin dieses Jahr schon einen Weltcup gestartet, der lief nicht so optimal.
02:37Und dann bin ich noch bei einem Europacup gestartet, da bin ich Zehnte geworden.
02:42Ansonsten kommt jetzt bald noch die Westdeutsche Meisterschaft, wo ich mir auf jeden Fall auch Hoffnungen aufs Gewinnen ausrechne.
02:55Meine Mama, die begleitet mich auch schon ziemlich lange im Training und unterstützt mich da immer.
03:05Schöne Lochkletterei, schöne Züge.
03:10Tatsächlich ist draußen klettern für mich eher das, was mich so wirklich glücklich macht.
03:15Das ist einfach nochmal ein anderes Gefühl von Freiheit, das man hier hat.
03:40Die Kletterhand muss sehr robust sein. Also da kommt auch schon auf jeden Fall eine hohe Belastung drauf.
03:47Auch höher als das Körpergewicht teilweise, weil man ja auch mit Schwung in irgendwelche Griffe reinzieht.
03:53Fünf Finger und sie tragen den ganzen Körper. Dafür nutzen wir den Kraftgriff.
03:58Die langen Beugesehnen in der Handfläche führen Finger und Daumen.
04:03Unsere Hand besteht aus 27 Knochen. Die Fingerknochen ermöglichen dabei das Umschließen eines Gegenstands.
04:10Für Kraft sorgen die 19 Streck- und Beugemuskeln der Unterarme.
04:14In der Hand selbst arbeiten rund 30 Muskeln.
04:17Im Handteller, Kleinfinger und Daumenballen ermöglichen sie eine komplexe Beweglichkeit.
04:23Doch erst im Zusammenspiel mit den Unterarmen sind unsere Hände stark genug, aber auch verletzlich.
04:31Ich habe mir letztes Jahr im April an der rechten Hand das Ringband gerissen.
04:37Was dann natürlich auch erstmal ein großer Schock war, weil mit so einer Verletzung kann man erstmal auch ein paar
04:42Wochen nicht klettern.
04:44Und das hat mir dann auch leider den Anfang der Saison und auch die weiterführende Saison ein bisschen versaut, würde
04:50ich mal sagen.
04:53Okay, passt, oder?
05:01Teilweise spüre ich meine Verletzung auch jetzt eineinhalb Jahre später immer noch.
05:07Mama, Seil bitte.
05:13Wenn man dann wieder anfängt zu klettern, ist es natürlich erstmal sehr, sehr schwer, da wieder reinzukommen, weil man hat
05:19Schmerzen im Finger.
05:24Obwohl eigentlich die Motorik gar nicht gestört ist, ist die Funktion der Hand damit deutlich verändert.
05:30Und somit haben natürlich gerade Profisportler teilweise Hemmungen, diese auch richtig einzusetzen.
05:37Natürlich hat man auch bei vielen Sachen einfach eine Blockade im Kopf, weil man Angst hat, dass man wieder Strukturen
05:43kaputt macht, die gerade geheilt sind.
05:45Und das dauert schon einige Zeit, bis man da wieder 100 Prozent auch Vertrauen in seinen eigenen Körper hat.
06:05Ich hatte mit 26, das ist ungefähr drei Jahre her, einen sehr schweren Schlaganfall.
06:11Und seitdem ist meine komplette linke Körperhälfte gelähmt.
06:16Ich bin Katharina Borg und die meisten Leute sagen immer Ina zu mir.
06:27Mein Partner Fabio und ich, wir sind vor ungefähr einer Woche umgezogen und sind jetzt hier gerade dabei alles erstmal
06:33einzurechnen.
06:33Wir sind jetzt hier im Raum Köln geblieben, aber ein bisschen ländlicher gegangen, um einfach ein bisschen mehr Ruhe von
06:38der Großstadt zu haben.
06:48Man unterschätzt total, wie oft man die Hände eigentlich bei allen möglichen Sachen benutzt.
06:53Und bis vor meinem Unfall habe ich gar nicht so richtig darüber nachgedacht.
07:00Ich war mit meinem Hund da im Garten, wir haben Ball gespielt, ich bin ihm hinterher gerannt.
07:10Kurz nach diesem Spielen im Garten habe ich dann angefangen Sport zu machen.
07:14Da habe ich so ein extremes enge Gefühl bekommen und wusste halt auch gar nicht was los.
07:19Ich dachte vielleicht, dass ich mich einfach ein bisschen zu doll angestrengt habe oder sowas.
07:22Aber habe dann später erfahren, dass ich halt in diesem Moment halt einen Schlaganfall hatte und das mir deswegen nicht
07:27so gut ging.
07:30In den ersten Tagen war das schwerste überhaupt erstmal zu begreifen, was mir überhaupt passiert ist.
07:34Ich konnte das gar nicht so richtig greifen.
07:35Die Ärzte haben mich immer gefragt, welche Zeit ist, wer ich bin.
07:39Und ich konnte am Anfang noch nicht sprechen und wollte, hatte immer das Bedürfnis, was sagen zu wollen.
07:44Aber es kam einfach nichts raus.
07:47Die ursprüngliche Prognose lautet eigentlich, dass ich nie wieder gehen soll.
07:50Mein Mundwinkel hing dann auch immer runter und dann habe ich ganz viel solche Gesichtsübungen gemacht, um die Muskulatur einfach
07:56wieder aufzubauen.
07:59Ich war insgesamt elf Monate im Krankenhaus. Also nach ein paar Wochen waren die ersten Worte möglich.
08:06Nach ein paar Monaten war dann das erste Gehen am Stock möglich.
08:09Und ich glaube nach einem halben Jahr war es dann so, dass ich dann auch wirklich mich selbst am Stock
08:14fortbewegen konnte.
08:20Ja, geht drüber. Im Moment.
08:24Uiuiuiui.
08:43Ungefähr 70 Prozent aller Schlaganfallsymptome sind rein motorisch. Und da sind ein Großanteil auch die Funktionen der Hand davon betroffen.
08:52Durch Bewegung entsteht Aktivität in vielen Bereichen des Gehirns.
08:56Der somatosensorische Kortex nimmt dabei Eindrücke wie Berührung, Temperatur und Schmerz wahr.
09:03Der motorische Kortex steuert alle Bewegungen genau.
09:07Obwohl die Hand im Vergleich zum Körper sehr klein ist, nimmt sie im motorischen System enorm viel Platz ein.
09:14Zusammen mit dem Mund beansprucht sie etwa die Hälfte der Hirnrinde im motorischen Kortex.
09:19Das sind sehr, sehr ausgeprägte neuronale Netzwerke, wo Störungen, und sagen Sie nur sehr klein, massive Probleme nach sich ziehen
09:30können.
09:30Die Patienten können plötzlich nicht mehr essen. Sie können sich nicht mehr alleine auf Toilette bewegen, können sich nicht mehr
09:36alleine anziehen.
09:37Weil natürlich für jegliche Art von Bewegung in der Regel beide Hände notwendig sind. Und die sind beim Schlaganfall, wie
09:45der Name sagt, schlagartig verloren gegangen.
09:53Man will ja dann einfach schnell was geschnitten haben, aber es geht alles halt nicht ganz so fix.
09:57Aber mir ist es ehrlich gesagt gerade deswegen besonders wichtig, dass ich einfach die Sache trotzdem weitermache, um da auch
10:03gut in Übung zu bleiben.
10:12Tatsächlich nehme ich mir im Alltag die Zeit, ein bisschen meine Finger zu pflegen. Und ich habe auch angefangen, meine
10:18Finger regelmäßig aufzudehnen und aufzumassieren nach der Verletzung.
10:23Ich studiere seit 2021 Biochemie an der Goethe-Uni in Frankfurt und habe mich jetzt aber dazu entschieden, Medizin zu
10:31studieren, was auch schon eigentlich seit längerem ein Traum von mir ist.
10:37Jetzt habe ich tatsächlich dieses Jahr einen Medizinstudienplatz fürs Wintersemester bekommen.
10:43Das Klettern hilft auf jeden Fall schon, sich zu konzentrieren. Einfach weil man sich ja auch zum Beispiel, wenn man
10:49trainiert, bestimmte Griffabfolgen merken muss.
10:53Fähigkeiten wie bessere Konzentrationsfähigkeit, bessere Fokussierfähigkeit, auch Merkfähigkeiten, hängen natürlich stark auch von motorischem Training ab.
11:03Wenn ich wirklich intensiv trainiere und meine Hand gebrauche, dann können sich diese anderen kognitiven Leistungen auch verbessern, weil das
11:12Gehirn ist eine Lernmaschine.
11:15Sportarten mit Ball und Schläger zum Beispiel trainieren die Reaktionsfähigkeit.
11:21Denn Auge und Hand müssen in Sekundenbruchteilen zusammenarbeiten. Das schärft unsere Aufmerksamkeit und Konzentration.
11:31Auch beim Musizieren arbeitet das Gehirn auf Hochtouren. Beide Hände müssen präzise abgestimmt sein. Das fördert das Gedächtnis, unsere Sprache
11:40und geistige Flexibilität.
11:44Der Einsatz beider Hände hält das Gehirn aktiv.
11:50Selbst wenn man kein begabter Musiker ist und auch lieber ein Couch-Potato ist und nicht so gerne Sport macht,
11:58ist jede Art von Handmotorik vor allem und sei es das Backen eines Brotes sicherlich besser als gar nichts zu
12:06machen.
12:17Ich trainiere fünf bis sechs Mal in der Woche. Der Durchschnitt, würde ich mal sagen, sind so 20 Stunden die
12:24Woche, die ich da in der Halle verbringe mit Training.
12:37Zum Aufwärmen fange ich oft mit Yoga an. Das ist gut auf jeden Fall für die Flexibilität bei Kletterern und
12:43auch für die Körperspannung, weil ja auch beim Klettern sozusagen von den Zehen bis zu den Fingern und bis zu
12:48den Händen alles aktiviert sein muss.
12:50Da wird ja auch jeder Muskel gebraucht.
12:56Nach der Verletzung habe ich auf jeden Fall angefangen, mich auch fingermäßig besser warm zu machen.
13:01Das heißt, ich mache spezifische Übungen, zum Beispiel auch an so Griffbrettern, einfach um meine Finger dann auch an die
13:08Trainingsbelastung zu gewöhnen.
13:16Um zu verstehen, wo man lang muss, schaue ich mir die Route einmal kurz grob von unten nach oben an,
13:22einfach um zu wissen, welche Griffarten sind da drin, wo geht die ungefähr lang.
13:26Und tatsächlich habe ich danach auch dann die Route vollkommen visualisiert und kann dann auch meistens die Züge so umsetzen,
13:34wie ich sie mir vorgestellt habe.
13:37Allein durch das Vorstellen werden auch schon Hirnbereiche, Hirnareale aktiviert und dadurch kann man eben ja sogar auch Effekte erzielen
13:46für die Bewegungsausführung.
13:47Das deutet eben schon an, dass Kognition im Sport eine Riesenrolle spielt und wichtig ist, um ganz oben anzukommen.
13:56Mein Name ist Dr. Lisa Musculus. Ich arbeite an der Deutschen Sporthochschule in Köln am Psychologischen Institut.
14:03In unserer Forschung spielt auch das Klettern eine zentrale Rolle, weil es eine komplexe Aufgabe ist, die sowohl den Körper,
14:12also unsere Motorik, als auch den Kopf, also unsere kognitiven Prozesse beansprucht.
14:17Und das eben auch parallel.
14:20Was ist bei dir?
14:21Wie rollt das?
14:22Ja.
14:222, 4, 6, 18.
14:24Was?
14:33Ich würde mal sagen, dass ich im Training immer sehr, sehr fit bin und dann kann ich im Wettkampf einfach
14:38meine Leistung nicht abrufen.
14:39Das liegt wahrscheinlich auch ein bisschen an noch mentalen Schwierigkeiten, an denen ich angefangen habe zu arbeiten, um meine Nervosität
14:45ein wenig zu bekämpfen.
14:46Weil es irgendwann ein wenig frustriert, wenn die Leistungen so weit auseinander gehen.
14:56Die Motorik an sich ist immer abhängig von anderen Netzwerken im Gehirn.
15:01Das bedeutet auch natürlich, dass wenn ich Ängste habe, Lampenfieber oder Angst zu versagen, dass natürlich sich unmittelbar auf die
15:09motorischen Fähigkeiten auswirkt.
15:11Wie läuft es sonst so?
15:12Wie läuft es sonst so?
15:13Läuft gut, gut umgezogen.
15:15Wie ist das neue Haus?
15:16Ich versuche schon immer, dass ich so zwei bis dreimal die Woche zur Physiotherapie gehe.
15:24Lina, ich habe schon etwas vorbereitet. Eine Übung, die du kennst und liebst.
15:28Ach, unsere Baltenübungen.
15:29Ja, unsere Baltenübungen.
15:31Dann setz dich einmal hin, schön mittig landen.
15:34Perfekt.
15:35Wir fangen mal zum Aufhören mit einem kleineren Gewicht an.
15:37Stabilisier dich hier ein bisschen an den Oberschenkeln.
15:39Einmal mit dem Gewicht rechts, links im Wechsel.
15:42Versuch das Gewicht so nah es geht zum Boden zu bringen.
15:46Jawohl, noch einmal zur inneren Seite.
15:48Blick zu mir, Blick zu mir dabei.
15:50Sehr gut.
15:52Sehr schön.
15:53Drüber zur anderen Seite.
15:55Sehr gut.
16:00Bei uns in der Physiotherapie ist der Ansatz, den Arm insofern zu integrieren,
16:04dass wir an der Plastizität vom Gehirn mitarbeiten.
16:07Wir nutzen das Prinzip des Rerouting, sodass wir Nervenbahnen,
16:10die durch den Schlaganfall beschädigt worden sind, versuchen jetzt quasi zu umgehen,
16:15dass sich das Gehirn neue Wege sucht.
16:17Guckt es die Hand nicht zu länger in?
16:18Gewicht nach vorne?
16:19Motorik ist immer abhängig von der Sensorik.
16:22Das heißt, wenn ich durch einen Schlaganfall meine Hand nicht mehr bewegen kann,
16:25geht auch der Input der Hand und auch der Gelenke und auch der Muskeln ins Gehirn verloren.
16:32Und dann fehlt sozusagen der Stimulus.
16:34Das heißt, wenn ich dann die Hand einfach nur bewege,
16:36dann werden auch hier durch die sensorischen Eingang in das Gehirn wieder gewisse Zentren aktiviert,
16:44die auch bei der motorischen Aktion notwendig sind.
16:57Jetzt macht der Arm einfach gerade nicht so richtig das, was ich möchte.
17:01Es ist einfach nur, wenn ich jetzt einen relativ langen Tage,
17:03dann merke ich, dass ich die Verknüpfung zum Arm nicht so gut habe und dann fallen mir halt Übungen einfach
17:08ein bisschen schwerer.
17:09Ich glaube, das sind ja manchmal so die Momente, wo ich dann schon am liebsten alles hinschmeißen wollen würde und
17:14mir denke, ich mach gar nichts mehr.
17:15Aber ich weiß ja, dass es so nicht funktioniert. Aber klar zieht einen das schon mal runter.
17:19We did it.
17:20Es geschafft heute.
17:22Ich werde jetzt bald eine neue Therapieform ausprobieren,
17:24wo mit Hilfe von Magnetwellen bestimmte Areale im Gehirn angesprochen werden sollen,
17:29die dann für die Steuerung der Hand zuständig sind.
17:32Also in meinem Falle jetzt der linken.
17:34Also dass solche Sachen, wie ich die jetzt mit der rechten mache,
17:37dass das Gehirn auch wieder lernt, die mit links durchführen zu können.
17:54Mein Name ist Robert Hoffmann und ich bin gelernter Rohrmacher.
17:58Ich bin Gruppenleiter bei A. Lang & Söhne und unsere Manufaktur sitzt hier in Glashütte in Sachsen.
18:05Hier hat vor 24 Jahren meine Karriere begonnen und hier habe ich mich in die Ohrmacherei verliebt.
18:17Für mich ist es ein sehr schönes Gefühl, wenn mehrere hundert Einzelteile vor mir liegen
18:21und wir wissen, wir haben jetzt eine Reise, die mehrere Wochen lang ist vor uns
18:25und hier bei uns wird jedes Teil von Hand angepasst, jedes Teil von Hand eingestellt.
18:44Die Hände und die Augen sind für den Ohrmacher die wichtigsten Werkzeuge.
18:48Gerade die Hände müssen sehr feinfühlig sein.
18:50Mit der Spiralzange müssen wir jetzt ganz genau aufpassen.
18:53Wenn wir ein Teil aufheben, dann müssen wir darauf achten, dass wir den richtigen Druck haben.
18:57Wenn ich zu sehr drücke, könnte ich das Teil zerkratzen oder es schnipst mir aus der Spiralzange
19:01und das fliegt durch den Raum. Und wenn ich das Teil mit zu wenig Druck aufnehme,
19:06kann es passieren, dass es auf dem Weg ins Ohrwerk mir einfach runterfällt.
19:11Der isolierte Gebrauch einer Hand und vor allem der Finger und vor allem der Trick,
19:16den die Evolution gemacht hat, dass sie den Daumen abgespreizt hat vom Rest der Hand,
19:20dass wir sozusagen eine sogenannte Opposition durchführen können, also eine Gegenüberstimmung der Finger,
19:26ermöglicht uns diesen Pinzettengriff und der hat natürlich enorme Auswirkungen auf die feilmotorischen Fähigkeiten.
19:36Wenn man das Ganze schon seit 24 Jahren macht, weiß ich ganz genau, wie viel Schlaf brauche ich,
19:42wie viel Kaffee vertrage ich, bevor meine Hand anfängt zu zittern.
19:45Und wenn man da eine zittrige Hand hat, dann zerkratzt man entweder die Schraube oder die Räderbrücke
19:51und das führt natürlich wieder zu einer gewissen Nacharbeit, die mehrere Stunden oder Tage dauern kann.
20:02Bei uns ist die Philosophie, alle Teile müssen kratzerfrei sein.
20:06Die kleinsten Schräubchen, die auch im Verborgenen liegen, die müssen perfekt sein.
20:13Vor einigen Monaten ist der Stefan bei mir in die Abteilung gekommen.
20:17So Stefan, jetzt kontrollieren wir noch das Spiel der einer Scheibe,
20:21dass das nach oben und nach unten gleichmäßig Spiel hat.
20:23Wenn das jetzt nicht der Fall sein sollte, müssen wir im Nachspannwerk die Steuerträger verdrehen.
20:36Aktuell ist das noch in einer Richtung zu groß.
20:39Okay.
20:42Normalerweise zeigen wir bei all unseren Ohren die Zeit mit Zeigern an,
20:46aber hier zeigen wir die Zeit mit Scheiben an.
20:50Und das ist halt auch eine sehr, sehr schwierige Sache für Stefan, diese Teile über mehrere Wochen mit den Händen
20:56zu bewegen,
20:57mit den Händen anzupassen, einzustellen, ohne diese zu zerkratzen oder ohne diese zu verschmutzen.
21:05Bei mir gab es keine Verbindung zur Ohrmacherei.
21:08Ich habe früher sehr oft auf der Modelleisenbahnplatte Häuser zusammengebaut,
21:12kleine Außenspiegel an LKWs rangeklebt.
21:15Und ich denke, da kam auch schon so ein gewisses Training der Feinmotorik her.
21:19Und natürlich trägt sich auch die Ohrmacherei jetzt in meine Familie rein.
21:22Meine Tochter hat mit vier Jahren ihre erste Taschenrohr auseinandergebaut mit meiner Anleitung und wieder zusammengebaut.
21:31Für die geistige Entwicklung von Kindern ist die Feinmotorik entscheidend.
21:36Besonders im Kindergartenalter sollte sie durch Malen, Zeichnen und Basteln gefördert werden.
21:42Studien zeigen, früh trainierte Feinmotorik hängt eng mit sprachlichen Fähigkeiten und mathematischem Verständnis zusammen.
21:50Kinder mit guten Fingerfertigkeiten schneiden beim Wortschatz, im Geschichtenerzählen und beim Zahlenverständnis deutlich besser ab.
21:57Unabhängig von ihrer allgemeinen Intelligenz.
22:02Für mich als Seite dieser Abteilung gibt es schon gewisse Stressfaktoren.
22:07Jedes Werk, das meinen Raum verlässt, muss schon tadellos funktionieren.
22:10Natürlich steckt hinter jeder Ohr eine gewisse Montagezeit, die wir einhalten müssen.
22:18Manchmal steckt man in so einer komplexen Bauphase drin, wo man das gar nicht so mitbekommt.
22:23Das sind 30 Minuten um und man merkt das dann langsam, dass der Rücken verspannt, dass die Hände vielleicht etwas
22:29anfangen zu zittern.
22:30Wenn man dann weiter arbeitet, dann passieren Fehler.
22:32Und ich weiß, wenn ich jetzt abrutsche, sind zwei Wochen, drei Wochen oder vier Wochen Arbeit hinüber.
22:37So, ich würde sagen, es ist Zeit für die aktive Minipause.
22:40Die dauert so zehn Minuten und da stehen wir alle in einem Kreis und dann werden die Schultern entspannt,
22:44dann werden die Hände entspannt, die Muskeln werden gelockert.
22:47Und das trägt dazu bei, dass wieder eine gewisse Entspannung und Ruhe in den Körper kommt.
22:58Man braucht Pausen deswegen, weil zum einen die Muskelzellen ermüden können.
23:03Wir brauchen aber auch die kognitiven Fähigkeiten, die genauso wichtig sind, um gerade eine hochkomplexe motorische Aufgabe durchzuführen.
23:15Um die Interaktion von Denken und Bewegung messen zu können, haben wir an der Deutschen Sporthochschule in Köln ein Kletterlabor
23:23entwickelt.
23:23Beim Klettern ist es besonders spannend, weil man bei jedem Planungsschritt, bei jedem Griff genau diese Interaktion beobachten kann.
23:31Ich muss mir überlegen, welchen Griff benutze ich, aber auch, wie steuere ich den an, wie greife ich den ganz
23:36genau.
23:43Hallo. Hi, ich bin Lisa Muskelos. Hi, ich bin Emma. Ja genau, hier siehst du die Wand.
23:52Boah, cool. Hier haben wir ein Griffkraftmessgerät und das darfst du gleich jeweils mit deiner dominanten und nicht dominanten Hand
24:00zweimal machen.
24:02Die Griffkraft, das ist auch ein Parameter, der ein guter Indikator für eigentlich die Ganzkörperkraft ist.
24:09Und natürlich im Klettern, das wird Emma noch viel besser wissen, ist die Griffkraft und vor allem sogar auch die
24:14Fingerkraft
24:14entscheidende Parameter für eine gute Leistungsfähigkeit.
24:19Wie rum? So rumgegriffen oder so rum? Ja, so rum. Perfekt, dann probiere ich das mal aus.
24:23Hier als erstes mit der linken Hand. Super.
24:27Okay. Ja, super. 35 Kilogramm. Dann das gleiche nochmal mit der dominanten Hand.
24:36Perfekt, dann probiere ich es hier auch gleich nochmal. Mach das.
24:43Ah, sehr gut. Krass. 44. Cool. Nicht schlecht.
24:48Das fühlt sich natürlich gut an, wenn man auch mit der verletzten Hand wieder ordentlich zugreifen kann.
24:53Und dann auch auf jeden Fall wieder die Kraft, die vorher hat. Das ist schon ein gutes Zeichen auf jeden
24:59Fall. Ja.
24:59Wie kraftvoll unsere Hände sind, zeigt, wie fit unser Gehirn ist.
25:06Studien belegen, wer kräftig zupackt und seine Hände regelmäßig einsetzt, hat ein geringeres Risiko für geistigen Abbau und Demenz.
25:15Dahinter steckt ein klarer Zusammenhang. Starke Hände stehen für ein gut vernetztes Nervensystem und eine stabile Durchblutung im Kopf.
25:27Wer sie trainiert, hält also auch das Gehirn leistungsfähig.
25:34Da haben wir eine interaktive Kletterwand mit Bewegungskameras. Die nutzen so ein Infrarotlicht.
25:41Und dieses Licht, das wird von diesen Markern reflektiert und die werden dadurch aufgezeichnet und dadurch können wir eben deine
25:46Bewegungen analysieren.
25:58Deine Aufgabe wird gleich sein, mit so wenig Griffen, von denen die blau leuchten, wie möglich, vom Start bis zum
26:05Zielgriff oben rot in der Ecke zu kommen.
26:09Und was wir uns anschauen, ist sowohl wie viele Planungsschritte du benötigst, wie viele Griffe, aber auch die Zeiten, die
26:18die Wand aufzeichnen kann.
26:24Okay, dann also loslegen.
26:30Wenn er mal hochklettert, dann wird die ganze Zeit getrackt, wo die Person sich gerade befindet.
26:36Und dann liefert die Kletterwand uns auf Millisekundengenauigkeit, wann welcher Griff benutzt wurde.
26:45Und dann insgesamt auch eine Gesamtplanungszeit, bis die Person oben angekommen ist.
26:58Wow, super, alles klar.
27:07Motorik und komplexe Bewegungen können auch positive Effekte auf unser Gehirn haben.
27:13Es werden eben auch verschiedenste Hirnareale beansprucht und sieht man auch beispielsweise im Klettern eine erhöhte Aktivität zum Teil auch
27:21im präfrontalen Kortex,
27:22der wirklich auch für Planungsentscheidungsprozesse relevant ist, also für höhere kognitive Prozesse.
27:30Was sich in den Werten zeigt, dass sie eben sehr flüssig geklettert ist und wenig Griffe, wenig Planungsschritte brauchte
27:38und da insgesamt sehr effizientes Planen sowohl kognitiv als auch motorisch gezeigt hat.
27:44Und die kognitiven Tests auch da beeindrucken, wie konzentriert die Aufgabe angegangen ist
27:49und man einfach sehen kann, dass sie sehr gut in der Lage ist, störende Reize auszublenden.
27:54Wenn jetzt hier alle Komponenten passen, meine Griffkraft, meine Konzentration,
27:59dann gehe ich natürlich mit einem besseren Gefühl in den Wettkampf, als wenn ich mich jetzt nicht so gut vorbereitet
28:03fühlen würde.
28:05Was kann ich für dich tun? Route zur Uniklinik Frankfurt.
28:12Wir sind jetzt heute auf dem Weg in die Klinik, weil heute der erste Therapietag ansteht.
28:17Ich habe meine Freundin Kaira mitgenommen, weil ich mich selbst noch nicht so sicher fühle.
28:27Ich bin ein bisschen aufgeregt, weil ich halt gar nicht weiß, was mich erwartet.
28:31Der Knauf ist einfach dazu da, um die Sachen, die bei mir links am Lenkrad sind,
28:36also Blinker, Lichthupe, Hupe, sozusagen zu ersetzen, dass ich die alle hier über den Knauf steuern kann,
28:42dass ich alles mit einer Hand machen kann.
28:53Ich sage ehrlich, ich bin schon ein bisschen aufgeregt, ne?
28:56Echt? Du machst aber gar nichts.
28:59Dass die Hand mal zum Star wird, ey.
29:02Leider ist es so, dass ein nicht geringer Teil der Patienten trotz optimaler Therapiemethoden in der Akutphase eines Schlaganfalls ein
29:10dauerhaftes Defizit zurückbehalten.
29:12Nach drei Jahren würde man sagen, ist eine Verbesserung eigentlich mit Spontanmethoden nicht mehr zu erwarten.
29:18Eine Möglichkeit ist hier mit der Methode der Hirnstimulation gewisse Hirnregionen von außen zu aktivieren,
29:26um damit letztendlich die Netzwerke im Gehirn so zu beeinflussen, dass noch eine motorische Verbesserung möglich ist.
29:34Hi. Hallo. Hallo.
29:36Hallo.
29:37Danke sehr.
29:41Eingepackt.
29:42Ups.
29:43Super.
29:44Herzlich willkommen.
29:45Hi.
29:45Heute geht's los in der Therapie.
29:48Hallo, herzlich willkommen bei uns.
29:50Hi.
29:51Wir fangen dann direkt an, die Hand zu verkleben.
29:54Nicht wundern, wir nehmen heute die gesunde Hand als erstes.
29:58Die kann ich dann auch reichen.
29:59So.
30:13Nasenspitze.
30:14Mhm.
30:16Ohrlinks.
30:21Jeder einzelne Puls, der klingt so, wenn wir hören.
30:24Also dieses Klicken.
30:26Das ist ein Magnetimpuls.
30:29Ja, ich halte das jetzt mal über Ihren Kopf.
30:32Man kann sich den Puls so vorstellen, dass wir einen Anstupser im Gehirn auslösen, der eine Straße benutzt, die vorher
30:40nicht benutzt worden ist.
30:40Und man muss dem Gehirn nochmal in Erinnerung rufen, dass diese Region noch da ist.
30:45Und indem wir dann dort Aktivität hervorrufen, weiß das Gehirn und auch die anderen Hirnregionen, aha, da ist noch jemand
30:52da, den müssen wir weiter bei uns im System halten.
31:00Ich habe ein bisschen mehr Intensität gemacht, mich erschrecken.
31:09Also wir werden soweit, die Therapie wird losgehen.
31:11Mhm.
31:15Wir stimulieren die rechte Hand, weil man weiß, dass nach einem Schlaganfall die Balance zwischen beiden Hirnhälften verändert ist.
31:23Das heißt, man weiß, dass die gesunde Hirnhälfte, vor allem wenn der Schlaganfall schon ein bisschen her ist, überaktiv ist.
31:30Und das versuchen wir zu korrigieren.
31:39Man wird sehr wahrscheinlich nach der ersten Behandlung keinen Unterschied sehen.
31:43Und man weiß, dass man viele Behandlungen braucht.
31:46Und vor allem zielt es auf einen Effekt an, der weiter in der Zukunft liegt.
31:51Also so typischerweise nach drei bis sechs Monaten erwarten wir Effekte.
31:56Okay, das war's. Alles in Ordnung?
31:57Ja, ja, alles okay.
31:58Super.
32:00Ich habe allgemein nicht unbedingt sehr viel gemerkt.
32:02Ich hatte nur im Gesicht auf der linken Hälfte manchmal so einen extremen Muskelzuckungen,
32:06dass ich dann sogar ein bisschen so wie Muskelkater am Gesicht hatte.
32:12Diese Magnetstimulation machen wir immer in Kombination mit einem physiotherapeutischen Training.
32:17Denn die Idee ist so ein bisschen, wir bringen das Gehirn in einen optimalen Aktivitätszustand,
32:22um gezielt die Hand zu trainieren, damit dieser Effekt auch nachhaltig in Netzwerken integriert bleibt.
32:28Okay?
32:28Mhm.
32:29Keine Schmerzen?
32:30Nein.
32:30Okay, da kommen wir schon viel weiter.
32:35Wunderbar!
32:36Mehrere Millionen, Milliarden Neuronen sind nur mit der Handsteuerung verbunden.
32:41Und deswegen sind wir Handmenschen, weil eigentlich all unser oder Großteil unseres gesellschaftlichen
32:48Wirkens geschieht durch die Hände.
32:53Ich bin ein Mensch, der sehr viel Wert auf Haptik legt, wenn ich Gegenstände anfasse,
32:58wenn ich über Gegenstände streiche, wenn ich eine Tasche, Schuhe, Möbel in der Hand halte
33:02oder drüber streiche, ist das für mich ein sehr intensives Gefühl in den Händen.
33:07Und das spielt in meinem Leben eine sehr große Rolle, wenn ich mich für gewisse Gegenstände
33:12entscheide.
33:12Das muss sich einfach alles gut anfühlen.
33:14Ich glaube, das hängt schon mit meiner Arbeit zusammen, weil die Hände durch die Ohrmacherei
33:18schon sehr sensibel sind.
33:21Unser Tastsinn macht Berührungen für uns spürbar.
33:24Dafür sorgen Mechanorezeptoren.
33:26Das sind winzige Nervenzellen in der Haut, die wie kleine Sensoren arbeiten.
33:31Sie nehmen Druck, Berührung und Vibration wahr und schicken diese Informationen als Signale an das Gehirn.
33:38Dort entsteht unser Tastgefühl.
33:40Besonders viele dieser Rezeptoren sitzen in den Fingerspitzen, rund 150 pro Quadratzentimeter,
33:46und ermöglichen deshalb eine besonders feine Wahrnehmung.
33:51Wir verbringen ja mehrere Wochen an so einem Ohrwerk.
33:54Und wenn es Richtung Ende der Montagezeit geht, wenn wir die Unruhe, das ist das Herzstück
33:58der Ohr, in das Werk einsetzen, die Unruhe beginnt zu schwingen.
34:02Das fällt einem schon schwer, dann die Ohr aus den Händen zu geben.
34:20Heute kommt ein Wissenschaftler der Uni Regensburg zu uns und er wird mit uns ein Experiment machen.
34:27In dieser Pilotstudie möchten wir herausfinden, ob Menschen, die sich langjährig feinmethodisch beschäftigen,
34:33Unterschiede in bestimmten Bereichen der Intelligenz aufzeigen.
34:36Und dieser Manufaktur bietet eine einmalige Chance, um das zu untersuchen.
34:41Ich bin Sebastian Sargate, ich forsche an der Universität Regensburg zu Feinmotoren, Kognition, Kindesentwicklung, Lese- und Sprachentwicklung.
34:50Ich denke schon, dass die feinmotorischen Fähigkeiten besser ausgeprägt sind.
34:54Kognitiv, mal schauen. Ich habe ein relativ schlechtes Gedächtnis.
34:58Wir starten heute mit einem Motoriktest, um zu schauen, wie geschickt ihre Finger so sind.
35:04Im Anschluss machen wir dann kognitive Tests und schauen uns so ein bisschen an, wie das Gedächtnis funktioniert
35:09und wie so das Räumliche, wie die räumlichen Fähigkeiten sind.
35:14Wir starten mit der Feinmotorikaufgabe. Immer nur bitte einen Stift auf einmal nehmen, einstecken.
35:20Das Ganze geht auf Zeit, so schnell wie möglich. Dann starten wir.
35:29Bei der Feinmotorik, das ging relativ zügig von der Hand, doch ich denke schon sehr präzise.
35:39Sehr schön.
35:40Ah, danke schön. Zahlen rückwärts wiederholen.
35:445, 7.
35:467, 5.
35:474, 9, 6, 8.
35:498, 6, 9, 4.
35:53Die Zahlen merken, das war relativ schwierig, wo das dann mehr Zahlen wurden.
35:56Das habe ich schon gemerkt, dass es da nicht ganz so einfach ging.
35:593, 8, 3, 5, 8, 8.
36:11Fertig.
36:14Die Würfel, die haben Spaß gemacht. Ich glaube, bis auf eine oder zwei Figuren hat alles ganz gut gepasst.
36:23Fertig.
36:31Die Zahlen rückwärts wiedergeben.
36:333, 8, 3, 5, 8.
36:373, 5, 8, 8.
36:52Dein Eindruck?
36:53Ich habe natürlich erwartet, dass die Feinmotorik sehr gut sind.
36:57Die Art und Weise, wie sich die Hände bewegt haben, das war zielführend und so eine hohe Prozession, die ich
37:03nicht vorher gesehen habe, das war sehr beeindruckend.
37:06Bei der räumlichen Intelligenz haben wir feststellen können, dass fünf der sechs Angestellten einen starken Vorteil hatten im räumlichen Bereich
37:16im Vergleich zum verbalen Bereich.
37:17Und drittens gab es, für mich war das unerwartet, so einen leichten Vorteil beim Arbeitsgedächtnis.
37:24Und das ist die Fähigkeit, sich Sachen kurzzeitig zu merken.
37:31Jemand, der vermehrt feinmotorisch arbeitet und das viele Stunden am Tag macht, nimmt die Welt auch anders wahr mit den
37:38Händen.
37:39Weil es einfach ein stärkeres Training ist, eine stärkere Fokussierung auf die Fähigkeiten und das macht sich natürlich auch in
37:44anderen Situationen dann im Leben bemerkbar.
37:49Ich bin auf jeden Fall gut nervös, jetzt 20 Minuten vorm Start und ja, ich bin sehr gespannt, wie das
37:56hier gleich wird.
38:13Ich bin hessische Meisterin geworden, das heißt, ich darf dann auch automatisch hier starten auf der Westdeutschen Meisterschaft.
38:20Es gibt insgesamt zwei Qualifikationsrouten und dann kommen die Top 8 ins Finale.
38:26Applaus
38:29Applaus
38:54Applaus
39:13Ich bin tatsächlich nicht ganz so zufrieden. Ich bin irgendwie nicht ganz an dem Folgegriff angekommen, wo ich hin sollte
39:20und bin dann halt dümmerweise runtergefallen.
39:21Und generell, meine Haut war heute auch sehr, sehr schmierig oder schwitzig an den Händen, weshalb ich so ein bisschen
39:29auch Probleme hatte, wirklich die Griffe gut entspannt zu greifen.
39:37Applaus
39:38Nach der Qualifikation bin ich Zweite jetzt gewesen und das heißt, ich werde jetzt als Vorletzte dann rausgehen und dann
39:44die Finale Gute klettern.
39:46Ich fieber wirklich sehr mit. Das ist immer ein bisschen aufregend, ja.
39:53Applaus
39:53Angegen, mitfahren und jetzt Emma Bernhard aus Frankfurt dabei.
40:00Applaus
40:03Die letzten Wochen waren einfach geprägt von wenig Schlafen und viel Schaffen und trotzdem sage ich mal, mich selbst auch
40:09dabei nicht entmutigen lassen.
40:13Applaus
40:13Die Magnettherapie war einfach ein echt schneller Prozess, den man jetzt einige Male hintereinander wiederholt hat.
40:19Das einzige, was dann so ein bisschen schade war, dass ich leider dann ganz doll krank geworden bin, eine richtig
40:24fette Erkältung hatte und musste zwischendurch die Therapie leider unterbrechen.
40:40Applaus
40:41Der Stimulation bereits nach einigen Stimulationseinheiten deutlich davon profitiert haben.
40:46Mein Schlaganfall ist fast ein Jahr her. Ich war halbseitig komplett gelähmt.
40:51Die stärkste Verbesserung habe ich bei der Hand gemerkt, weil ich auf einmal wieder die Finger einzeln ansteuern konnte.
40:59Auch ausstrecken, beugen, aneinanderführen, auseinanderführen.
41:03Mittlerweile kann ich wieder mit zehn Fingern Schreibmaschine schreiben, was ich eine Zeit lang wirklich nicht geglaubt hätte.
41:13Ich bin davon überzeugt, dass man mithilfe der Hirnstimulation die Therapie der Schlaganfallpatienten wirklich auch revolutionieren kann.
41:20Wir wissen mittlerweile schon ganz gut, welcher Patient grundsätzlich von einer transkraniellen Magnetstimulation profitieren kann.
41:28Aber im Einzelfall können wir das noch nicht vorher sagen.
41:31Das ist aber aktuell noch Stand der Forschung und hoffen wir aber in den nächsten fünf bis zehn Jahren entsprechend
41:36Durchbrüche zu erzielen.
41:37****
41:39****
41:40****
42:24Ich bin jetzt Zweite geworden und tatsächlich bin ich doch ziemlich zufrieden.
42:28Natürlich ist es immer schön, ganz oben zu stehen, aber ich konnte auf jeden Fall meine Leistung ganz gut an
42:33die Wand bringen.
42:38Unsere Hände machen uns Menschen zu einzigartigen Wesen. Sie erinnern uns daran, wer wir sind und dass wir immer wieder
42:46neu beginnen können.
42:49Auch wenn es mir manchmal schwerfällt, motiviert zu bleiben, habe ich irgendwie so diese naiven Gedanken, dass irgendwann alles wieder
42:55gut wird.
42:56Also das ist auch so eine Sache, die ich mir selbst mal wieder sage und das ist vielleicht auch was,
42:59was ich von meiner Mutter sehr mitbekommen habe.
43:01Sie meinte immer so, Kati Kleines, irgendwann wird alles wieder gut.
43:12Ein großes Ziel ist auf jeden Fall noch ins Weltcup-Halbfinale und Finale zu klettern und vielleicht sogar Olympia 28.
43:19Jede gezielte Bewegung der Hände aktiviert das Gehirn. Sie schärft unsere Wahrnehmung, die Konzentration und erhält unsere geistige Leistungsfähigkeit.
43:29Die Entwicklung geht vom Greifen zu Begreifen und die Hand ist wirklich das Organ, was uns einzigartig macht.
43:44Manuel Kant hat gesagt, die Hand ist das Fenster zum Geist und das ist auch aus heutiger Sicht einige hundert
43:50Jahre später immer noch so.
43:52Die Hände sind ein Mittel letztendlich, um das gesamte Gehirn aktiv zu halten.
43:58Und manchmal zeigt sich die Stärke der Hände auch darin, dass wir nicht aufgeben.
44:15Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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