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00:21My name is Florian Linz. I have a Lärmbehinderung, that means I need longer
00:26um mir Sachen einzuprägen. Sein Leben bislang? Erst Förderschule, dann Behindertenwerkstatt.
00:37Jetzt aber will Florian ein anderes Leben. Vier Jahre werden wir ihn begleiten.
00:44Ich wollte oft an die Jugend, wie sie alle haben, nur das ging nicht. Es war immer oft eine Form
00:55der
00:55Ausgrenzung, eine Form, die nicht dazugehört. Aber ich wollte eines. Ich wollte es allen
01:02beweisen. Aber als erstes wollte ich es einbeweisen, nämlich mir. Ich wollte mir beweisen, dass
01:10ich mehr bin. Mehr als diese Behinderung.
01:33Florian ist bei einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung angestellt und lebt von Grundsicherung.
01:38Schon seit einiger Zeit bemüht er sich um einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt. Bisher hat es nicht geklappt.
01:46Ich fühle mich so nicht fürchtlich Fleisch. Damit will ich zum Ausdruck bringen, ich fühle mich nicht
01:52wirklich zu den Behinderten oder zu den Menschen mit Handicap wirklich zugehörig. Aber in der Welt der
01:58vermeintlich normalen oder Menschen ohne Behinderung ist es halt auch schwer für mich den Anschutz zu finden.
02:04Aber ich will mich weiterentwickeln. Ich wollte nicht stehen bleiben. Ich möchte nicht in zehn Jahren mit 38 Jahren
02:10noch den Stand eines 28-Jährigen rückblickend haben. Und da ich noch in dem Alter bin, wo man lernen kann,
02:18lernen möchte, so wie ich, habe ich einfach gedacht, ich gucke einfach, was mir die Welt da draußen bietet.
02:25Heute finden Bewerbungsgespräche an der Technischen Hochschule Köln statt. Gesucht werden sieben Menschen mit
02:31geistiger Beeinträchtigung oder Lernschwierigkeiten. Sie sollen drei Jahre lang zu Uni-Dozenten qualifiziert werden.
02:38Anschließend sollen sie selbst lehren zu Themen rund um Inklusion und Behinderung. Florian hat sich beworben.
02:46Und wenn sie gefragt werden, was zeichnet sie aus?
02:49Ganz klar mein Ehrgeiz, mein Leistungswille, mein Durchhaltevermögen. Oh Mann, aber da hätte ich nicht gedacht,
02:58zur Fälle Konkurrenz.
03:00Da ist, glaube ich, auch schon der nächste Bewerber, der Herr Linz.
03:03Genau.
03:04Und wir haben noch einen zweiten.
03:08Guten Tag, Herr Linz.
03:09Hallo, Herr Linz.
03:11Seien Sie gegrüßt. Nehmen Sie gerne hier Platz.
03:13Danke Ihnen.
03:14Sehr nett.
03:17Ja, schön, dass Sie den Weg zu uns gefunden haben. Das freut uns sehr.
03:22Das Institut setzt sich ja zum Ziel, das Thema Inklusion im Hochschulbereich, in der Hochschullehre
03:29stärker in Nordrhein-Westfalen zu verankern. Und zwar aus erster Hand. Das heißt, dass Menschen
03:33mit Behinderung dazu befähigt werden, Unterrichtseinheiten zu planen und durchzuführen für Studierende.
03:39Und insofern schön, dass Sie da sind.
03:41Ja, ich habe mich auch gefreut, als ich von einem Projekt erfahren habe, einfach auch
03:46dieses eine neue Chance, einen neuen Anreiz, wieder was zu erreichen zu können.
03:51Weil ich bin eigentlich so, ich gebe mich nie damit zufrieden, was ich habe, sondern
03:56ich brich halt wirklich immer das Optimale aus der Rauchschule. Das heißt, auch wenn ich
04:01eine Behinderung habe, möchte ich als normal angesehen werden. Und ich bin damit auf die Welt
04:06gekommen, dass es hieß, ich würde nie laufen lernen, ich könnte nie Fahrrad fahren
04:11lernen und ich bin, glaube ich, gerade zu Tür reingekommen. Also insofern geht da noch was.
04:16Wer weiß, was da noch was braucht. Da geht auf jeden Fall noch was. Ja, ja.
04:22Köln. Hier lebt Florian in einer eigenen Wohnung im Haus seiner Mutter.
04:34Kennst du die Bilder eigentlich alle? Alle nicht, aber... Das war in Lippstadt, kurz nachdem die
04:44die Beatmung. Du wurdest ja da mehrere Tage künstlich beatmet, genau. Maschinell beatmet. Und da ging es dann so langsam
04:55bergauf. Ja.
05:01Bei Florians Geburt kam es zu Komplikationen. Sein Gehirn blieb zu lange mit Sauerstoff unterversorgt.
05:07Dadurch ist Florians Entwicklung beeinträchtigt.
05:10Ich glaube, das war wahnsinnig schwer für seinen Vater, das so zu akzeptieren, dass Florian so ist, wie er ist.
05:20Oder zu der Zeit war, wie er war. Ich denke, man hätte sich wahrscheinlich immer einen Sohn gewünscht,
05:26mit dem er irgendwie alles machen kann. Fußball spielen, keine Ahnung, Inliner fahren. Und das war halt mit Florian so
05:32in dem Alter nicht möglich. Und ja.
05:40Wie war das für Sie als Mutter? Schlimm. Ja, ich fand es sehr schlimm, weil ich habe gesagt, das ist
05:49ja nun mal der Sohn.
05:51Und es ist ja egal, wie er ist. Also ist er das Kind. Egal, ob er ein Handicap hat oder
05:57nicht.
05:57Aber deswegen ist es trotzdem mein Sohn und ich liebe ihn so, wie er ist. Also, ja.
06:08Ja, aber das kann man gar nicht, wenn man Bilder sieht oder wenn man so seinen ganzen Werdegang bis jetzt
06:15so sich vor Augen führt,
06:20dann ... Das ist schon Wahnsinn, was er gemacht hat aus seinem Leben.
06:33Für mich ist es halt nur schwer, weil ich sehe, dass so ein Fehler so viel ...
06:40... dass man so einen Unterschied dann irgendwann macht.
06:44Na, ist gut.
06:48Das ist echt nicht gut.
06:50Wenn ich das jetzt wieder so Revue passieren lasse, das ist echt nur dann ...
06:55Dafür hast du das doch alles toll gemacht, Flo.
06:58Nur so ein paar Minuten waren die das.
07:01Ja.
07:02Die so vieles im Leben verändern.
07:05Dann nur ein paar Minuten.
07:13Eine Woche später steht fest, wer für die Qualifizierung an der TH Köln ausgesucht wurde.
07:18Ja.
07:21Jetzt sind wir alle da.
07:22Sind wir alle da, genau.
07:24Die zukünftigen Bildungsfachkräfte kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen.
07:29Die sieben ausgewählten Menschen werden die nächsten drei Jahre durch das Institut für inklusive Bildung NRW ausgebildet.
07:39Und Florian ist einer von ihnen.
07:46Fast alle von ihnen haben Förderschulen besucht und eine Hochschule noch nie betreten.
07:59Es ist für mich einfach beflügelnd, jetzt vielleicht nicht den vorgegebenen Weg eines Menschen mit Handicap beschreiten zu müssen,
08:09sondern ich habe immer schon gesagt, ich möchte nicht mein Leben lang in der Werkstatt bleiben.
08:14Ich möchte eine einspruchsvolle Arbeit machen und wenn ich dadurch noch zu einer inklusiven Gesellschaft beitragen darf,
08:22dann ist das etwas ganz Tolles für mich.
08:25Aber das ist ...
08:25MS heißt Magister, ne?
08:27Nein, das ist Master of Science.
08:30Nein, solche Sachen.
08:31Ich glaube nach dem Master of Irgendwann hat mein Gehirn schon aufgescheitert.
08:36Einige Wochen später.
08:38Im Hochschulseminar treffen die sieben angehenden Bildungsfachkräfte zum ersten Mal auf Studierende.
08:43Guten Tag, hallo.
08:46Ich bin hier die Hochschullehrerin.
08:50Hallo, ich bin Dagmar Brosei.
08:53Und das sind die Studierenden, die stehen noch ein bisschen schüchtern.
08:56Nein, das ist nicht.
08:57Nein, das ist nicht.
09:02Ich bin hier die Hochschulung.
09:04Ich bin hier die Hochschulung.
09:05Hallo, ich bin hier die Hochschulung.
09:05Hallo.
09:06Hallo, ich bin hier die Hochschulung.
09:07Guten Tag, du.
09:08Hermin, hi.
09:09Amant, woher kommst du denn?
09:11Aus Indonesien.
09:12Paracard 85 Bla Bla.
09:17Herzlich willkommen an alle.
09:19Ich freue mich wirklich sehr, dass Sie gekommen sind heute zu unserem gemeinsamen Seminar
09:24auf dem Weg zur unterstützten Entscheidungsfindung.
09:27Wir beschäftigen uns mit dem Recht.
09:30Und da ist es natürlich auch toll, dass wir heute mit Ihnen darüber sprechen können,
09:34ob Sie selbst Erfahrungen haben mit rechtlicher Betreuer.
09:37Weil wir eben immer wieder hören, dass es da zu Problemen kommt, zu Missverständnissen.
09:48Wer von euch beiden hat denn einen rechtlichen Betreuer?
09:51Ich.
09:52Du hast keine.
09:55Also wenn ich jetzt irgendwas verbrechen würde, müsste ich selbst auch dafür gerade stehen.
09:59Aber wenn ich wichtige Fragen habe, habe ich immer noch meine Eltern im Background.
10:04Ihr könnt euch frei empfalten.
10:06Ihr könnt sagen so, hier, ich mach das Seminar, das, das, das.
10:10Das kannst du als Mensch mit Behinderung auch, aber in einem relativ komprimierten Rahmen nur.
10:17Und mir war der Rahmen dessen einfach zu klein.
10:35Florian und Fabian sind Freunde geworden.
10:41Mein Bruder ist drei Jahre jünger als ich.
10:45Mein Bruder ist auch 23 Jahre alt. Also wir sind Zwillinge.
10:49Okay. Und hat der auch ein Handicap oder ist der auch?
10:57Nein, er wurde davon verschont. Also es war nicht einfach immer für mich damit zurecht zu kommen,
11:06weil ich immer gesehen habe, was mein Bruder alles kann und was ich nicht kann.
11:10Aber ich bin meinem Bruder überhaupt nicht böse. Ich bin sogar froh, weil er mir besser helfen kann,
11:18als wenn er jetzt auch eine Einschränkung hätte.
11:20Bei mir ist es halt auch so, meine Eltern haben sich halt 2002 getrennt,
11:28weil mein Erzeuger nicht damit klargekommen ist, dass ich ein Handicap habe.
11:34Und er hat meinen Bruder halt immer bevorzugt behandelt und das ist für mich immer sehr schwer gewesen.
11:42Also zu merken, dass dein Fleisch und Blut, was dich gezeugt hat, dich anders behandelt als dein Bruder.
11:52Und deswegen ist dann bei mir dieses Vergleichen angefangen, weil ich einfach dachte,
11:57was macht er richtig, was ich falsch mache?
11:59Oder was fand er richtig, dass er diese Zuneigung und Liebe kriegt, die ich so nicht erfahren habe?
12:07Aber du bist so, wie du bist und du bist eigentlich so perfekt, wie du gerade mir rüberkommst.
12:16Also mach dir da nicht zu viel Druck. Das ist schlecht.
12:20Ich würde dir einfach raten, dein Leben so zu leben, wie du gerade bist, weil damit fährst du am besten.
12:42Seit mehreren Monaten läuft die Qualifizierung.
12:45Bald sollen die Sieben ihr erstes eigenes Seminar zur Inklusion vor Studierenden halten.
12:50Dafür müssen sie vor größeren Gruppen sprechen lernen.
12:56Schauspielerin und Sprecherin Julia Dillmann hilft.
12:59So, schön, dass ihr da seid. Schön, dass ich da bin.
13:05Ich habe mich total auf euch gefreut.
13:08Ja, ich auch.
13:09Sehr schön. Was glaubt ihr denn, was braucht ihr denn, um einen guten Auftritt hinzulegen?
13:16Ja, auf jeden Fall eine autoritäre Ausstrahlung.
13:21Autoritäre? Wie meinst du das genau?
13:23Also eine Ausstrahlung, die zeigt, dass man was vermitteln will und dass man die Wahrnehmung der Studenten auf sich bringt.
13:30Und zeigt, hier, guck mich an, ich zeige euch was.
13:33Ja, das heißt, du meinst, dass du einfach die Aufmerksamkeit auf dich ziehst?
13:37Ja, ruhig dich.
13:38Ja, okay. Das ist sehr gut. Was braucht es noch?
13:41Auch ein bisschen von Spontanität, glaube ich.
13:47Und dass man den da so breit bringt, dass das denen nicht langweilig wird und dass das sehr interaktiv ist.
13:55Können wir zum Beispiel sagen, dass ihr euch sozusagen von eurer Schokoladenseite zeigen wollt?
14:02Ja, sowas ähnliches.
14:03Ja, das bringt der Beruf mit.
14:06Alle Teilnehmenden haben etwas Persönliches vorbereitet, um das Sprechen vor Gruppen zu üben.
14:14Ja.
14:16Okay.
14:17Mein Name ist Andreas.
14:22Ich wollte euch gerne über einen meiner Hobbys erzählen. Musik. Abwechselnd mal Bass, mal E-Gitarre.
14:36Oder das jetzige, da hakt es noch ein bisschen. Aber macht Spaß.
14:44Und einer aus meiner Bands sitzt sogar hier in der Runde. Die Liebe am Manch.
14:51E-Gitarre.
14:54And I will you gal,
14:57E-Gitarre.
15:01Aşk من تنها نرم
15:06من رفتن تو
15:10من میگیرم و میگم
15:15عشق من تنها نرم
15:38And then you say, I'm going to read the beginning.
15:43Yes.
15:44Everything that a person needs is freedom.
15:47A freedom that you can't find me.
15:50We have often laughed together and made a lot of shit.
15:56Often I go out and search for a place.
15:58A place that only belongs to us.
16:01There, where nobody stops.
16:02It was a nice time.
16:04The time with you and me.
16:06But a sentence in the past doesn't fit in my future.
16:11I'll wait on the next red light on you and start my car without you.
16:18Thank you very much.
16:30I don't know if I'm going to shame myself or not.
16:35Maybe that's the wrong word.
16:37But I know about the problem that I hear my voice differently.
16:41Or that my movement is not like my people without a handicap.
16:46But at the same time, I always think about it,
16:50if I'm not enough to change it, to change it.
16:53Also, if I'm going to accept it,
16:55um for me just to come and say,
16:59okay, you are like you are.
17:00Or if I don't have enough to change it,
17:04what I need to change it.
17:06That's like if you had a point on it,
17:09and you didn't have enough make-up to go,
17:10um it to cover my conversation.
17:15I understand that totally.
17:18But it's important to you,
17:19that you feel well.
17:21And if you say that,
17:23what you have to say,
17:24then I'm 150% by you.
17:28Then I don't think about it anymore,
17:29how you do something.
17:32That's your way.
17:34That's your way.
17:35That's right.
17:35I'm really interested in life.
17:36Let's make a difference.
17:38That's my answer.
17:42Yeah?DR
17:43.DR
17:43.DR
17:43.DR
17:43.DR
17:43.DR
17:44.DR
17:45That's great.DR
17:51.DR
17:51.DR
17:58.DR.
18:04Florian is with his brother Daniel's brother's brother.
18:08Both have no contact with their father.
18:10But Florian asks if he should change it.
18:16What would you say to your brother?
18:20What would you say to your reaction?
18:21The reaction that he sees,
18:24he had the mistake.
18:29He believed not to me.
18:33He wanted to change it.
18:37He saw it,
18:39I brought it in my life.
18:43If I had this child,
18:45I would not have the ability.
18:48My child, the child,
18:50I had the solution.
18:53If you love your child,
18:56you don't have to develop.
18:58You don't have to develop.
18:59You don't have to develop.
19:01If you were not in the workplace,
19:05I would not be able to do it.
19:06I would not be able to do it.
19:07That's not what you would do.
19:10Okay.
19:12Er bereut das voll,
19:13dass er sich nicht mehr bei uns gemeldet hat.
19:15Aber das macht er trotzdem
19:15die ganzen Jahre,
19:16die er sich nicht gemeldet hat,
19:17nicht ungeschehen.
19:18Ich würde das gerne mal so wissen,
19:21ob er auch traurig ist.
19:23Ob ihn sowas auch bewegt.
19:24Oder ob er einfach so eiskalt ist.
19:27Einfach so zu sehen.
19:30Aber was wird dir das bringen?
19:33Ich glaube,
19:34das hast du eigentlich gar nicht mehr nötig, oder?
19:41Danke.
19:52Sieben Monate Ausbildung sind vorbei.
19:54Und heute werden die angehenden Bildungsfachkräfte
19:57ihr erstes Hochschulseminar im Fach Pädagogik leiten.
20:06Heute geht's los.
20:08Die Aufregung ist bei Ihnen und bei uns bestimmt allen in den Knochen.
20:12Bei Ihnen sicherlich weniger als bei uns.
20:16Nichtsdestotrotz,
20:17ich freue mich,
20:19diese erste Seminarreihe von uns ankündigen zu dürfen.
20:23Heute die Seminarreihe Meine Lebenswelt.
20:26Menschen mit Behinderung als Experten und Expertinnen
20:29in eigener Sache.
20:31Also, ich würde meinen Namen sagen und eine Bewegung machen.
20:38Genau.
20:39Mach's mal vor.
20:40Also, ich bin der abgefahrene Ammannsch.
20:43Und wie ist deine Bewegung?
20:45Ich bin der lauter Luca.
20:50Und das ist deine Bewegung.
20:53Und ich bin die ruhende Ruth.
21:02Und die intelligente Isabel.
21:09Manche Menschen kennen das ja auch.
21:10Ich hab geschrieben, wir sind hier, wir sind laut,
21:13da hat man uns die Rechte klaut.
21:14Weil uns ist es richtig, nicht nur mich,
21:17sondern auch die anderen,
21:18dass man uns nicht die Rechte klaut.
21:21Ja, schau mal.
21:22Raus.
21:26Ich finde es einfach toll,
21:28dass wir euch auch kennenlernen können,
21:30da wir euch sowieso die ganze Zeit durch die Gänge sehen.
21:33Man trifft sich aufs Klo, in der Schlange,
21:35von der Cafeterie und so.
21:37Ja, für uns ist es halt immer so kompliziert,
21:40weil wir immer denken,
21:41oh oder ich, meinst du so,
21:42denke ich,
21:42ich bräuchte Gemeinsamkeiten.
21:43Weil ihr als Student habt ja immer so diese Gemeinsamkeiten,
21:47die euch verbinden,
21:48die ein oder anderen Studienfächer,
21:50die euch verbinden,
21:51die ein oder anderen Professoren,
21:52über die ihr lästert oder sowas.
21:56Und für uns, wir agieren ja in einer ganz anderen Funktion
22:02hier an dieser Hochschule.
22:03Und ich hoffe einfach,
22:04dass wir hier durch mehr Berührungspunkte haben.
22:08Also das war,
22:09komm mit dir bereit.
22:10Danke.
22:11Ich war auf jeden Fall schockiert am Anfang.
22:14Und ich habe gedacht,
22:15okay, was wird das?
22:16Und ich glaube auch,
22:17dass wenn man nicht damit vertraut ist,
22:19ist meine Reaktion zuerst ein bisschen Abstand zu nehmen.
22:23Hier konnte ich das nicht mehr
22:24und ich bin sehr dankbar,
22:25dass das nicht mehr ging.
22:28Und es ist ein Format,
22:29der auf jeden Fall funktioniert.
22:31Und ich glaube,
22:32uns ganz weit in dem Thema bringen wird.
22:38Die wollen was verstehen.
22:40Und das, was die verstehen wollen,
22:42haben wir.
22:43Also das können wir denen vermitteln.
22:45Und wenn du das spürst so,
22:47wenn das beginnt in dir zu wirken,
22:49das macht ja auch was mit dir.
22:50Das ist einfach so ein Gefühl,
22:53was ich ja zum Glück öfter haben darf in Zukunft.
22:57Und das wäre ganz toll, ja.
23:00Dann hält die Welt plötzlich den Atem an.
23:03Es ist Mai 2021.
23:05Corona-Pandemie.
23:07Die angehenden Bildungsfachkräfte
23:09können sich nicht mehr persönlich treffen.
23:12Ich schalte die Decke ein.
23:17Ihre Ausbildung findet ab jetzt digital statt.
23:20Die Seben geben nun Online-Seminare.
23:49Die Seben geben nun Online-Seminare.
23:50Sollen wir starten?
23:52Seid ihr alle soweit starten?
23:53Ja, bin ich.
23:55Okay, dann lassen wir sie mal reinkommen.
23:56So, auf, los geht's los.
23:58Okay.
23:59Jetzt werden ganz viele Fenster aufkloppen hier.
24:03Also es werden nach und nach wahrscheinlich
24:05auch immer wieder Studierende beitreten.
24:07Aber wir sind jetzt schon im Raum 55 Teilnehmende.
24:11Guten Tag alle miteinander.
24:13Okay, dann fange ich jetzt mal an.
24:15Ich heiße meine Kolleginnen und Kollegen.
24:20Herzlich willkommen und natürlich auch die Studierenden und
24:23also die Studenten.
24:25Ich freue mich hier auf einen, ja, guten Austausch
24:30und auf viele Informationen, die wir Ihnen heute geben können
24:33und auf hoffentlich gute Gespräche.
24:36Ich gebe ab.
24:38Ja, erstmal danke an Herr Linz.
24:40Ja, ich bin die Jill-Marie Sierske.
24:44Ich bin einer von den sieben von den Bildungsfachkräften
24:47und freue mich mit euch zusammen, das Seminar zu absolvieren.
24:58Ja, hallo. Ich wollte mich kurz zwischendurch melden.
25:02Wir haben jetzt noch, ja gut, acht Minuten Pause.
25:06Das Seminar heute ist soweit sehr gut gelaufen.
25:09Und, ja, ich hab dich gern. Bis später.
25:17Die habe ich kennengelernt in einer Handicap-Gruppe bei Facebook.
25:22Also eine inklusive Gruppe.
25:24Und diese Person war da im Administratoren-Team.
25:29Ich bin der Gruppe beigetreten.
25:32Und, also die heißt Jenny.
25:35Jenny meinte auch so, ja, ich komm nach Köln.
25:39Also ich wusste das halt nicht. Sie hat mich überrascht, dass sie hier hingekommen ist.
25:44Und, ja, das war dann schon schön. Das war so ein Sonntag.
25:48Und dann war sie um zehn hier und hat geklingelt und meinte mir so, ja, wo ist jetzt mein Kaffee?
25:54Weil ich immer so gesagt habe, ja, mit dem Ding gebe ich dir auf jeden Fall einen Kaffee aus.
25:59Und dann klingelte sich hier so und spielte darauf an, ja, Herr Linz, ich warte auf meinen Kaffee.
26:04Wo bleibt der denn?
26:06Und das war dann schon so.
26:07Und dieser Humor war dann einfach so da.
26:09Und ich finde Humor halt auch sehr wichtig.
26:13Sie haben ja vielleicht in Ihrem Leben auch schon häufiger Zuschreibungen auf Sie,
26:18die vielleicht ja auch gar nicht bestimmt haben.
26:20Haben Sie denn das Gefühl, dass das jetzt im Rahmen dieser Qualifizierung weniger geworden ist?
26:25Im Rahmen dieser Qualifizierung durchaus im Hochschulkontext, wenn ich Leuten begegne in der Hochschule.
26:33Aber ich habe halt auch oft im Alltag, wenn ich dann rausgehe mit Freunden, wenn man Party macht,
26:38wenn man irgendwie auf Konzerte geht, dass man da dann auch doof angeguckt wird.
26:42Aber ich denke mir so, letztendlich haben die ja das Handicap.
26:46Würden die mich ansprechen, würde ich denen das gerne beim kühlen Kölsch erklären.
26:51Ich hätte auch kein Problem damit, dass Kölsche bezahlen, aber wenn da nichts kommt, kann ich da nichts machen.
27:02Im März 2022 dann, der Tag der Abschlussprüfung.
27:08Wenn alles gut geht, ist Florian noch heute eine fertige Bildungsfachkraft.
27:13Hi.
27:14Wie ist es gelaufen?
27:15Bestens.
27:17Echt?
27:18Bestanden plus plus?
27:19Leider.
27:20Also sowohl die als mündliche als auch die schriftliche.
27:23Ja, ja.
27:25Ja, guck mal.
27:26Hat Spaß gemacht.
27:27Angenehme Stimmung da oben?
27:29Ja doch, sehr.
27:30Sehr entspannt.
27:31Also keine Angst.
27:34Vollkommen entspannt bleiben.
27:36Und ich weiß, dass du die Sachen kannst.
27:39Ich weiß es ja auch, aber ich habe halt auch immer diesen Einspruch des 150-prozentigen.
27:46Also ich denke, es ist jetzt schon rund, aber es könnte noch runder werden.
27:51Und ja.
27:52Du bist ja noch angehende Bildungsfachkraft.
27:54Und du?
27:54Ich bin jetzt Bildungsfachkraftig.
27:57Oh, das ist eine Ehre für mich.
28:00Ich darf nicht mit deiner Bildungsfach...
28:01Ah, das ist...
28:02Danke.
28:14Es geht den großen Schritten auf die Abschlussprüfung zu.
28:28Hier ist keiner mehr.
28:30Ich glaube, ich bin gemeint.
28:32Oh nein.
28:33Hallo Claudia.
28:35Jetzt gibt es keinen zurück.
28:37Bevor wir loslegen, noch die obligatorische Frage.
28:42Fühlst du dich gesundheitlich heute und jetzt in der Lage, diese Prüfung auch durchzuführen?
28:46Durchaus.
28:47Sehr schön.
28:48Ja, ich begrüße euch erstmal recht herzlich zum heutigen virtuellen Seminar Thema Teilhabe.
28:57Ich habe mich für das Thema entschieden, weil das Projekt ja auch eine Art Teilhabe ist.
29:02Also ich habe mir gedacht, dass ich erstmal mit einem Aufwärmspiel anfange.
29:07Das hat sich so bewährt.
29:09Nach dem Aufwärmspiel hatte ich dann vor, dass die Gruppe erstmal unsere Teilhabeerfahrung
29:15oder eben nicht.
29:16Je nachdem im Gespräch, dass man darüber eingeht.
29:30Da wäre für mich die Frage, spielen da die Erfahrungen der Studierenden auch mit rein oder
29:35ist das eine reine Vermittlung von eurer Seite?
29:38Nein.
29:38Also ich wollte mit denen ins Gespräch kommen und ich wollte damit einfach versuchen nochmal
29:43den Blickwinkel zu verändern und dass die sich einfach nochmal in die Lage versetzen
29:48können.
29:48Wie würdest du dann reagieren, wenn die mit der Frage nichts anfangen können?
29:52Genau.
29:52Wenn keiner was sagt?
29:53Dann würde ich versuchen, von mir aus die Fragen aus meiner Sicht zu beantworten.
29:59Ich meine, es fehlt mir so ein bisschen gerade so ein Input.
30:02Und ich frage mich gerade so, was kommt denn dabei raus?
30:05Außer, dass man vielleicht so Sachen verstärkt, die man eh schon immer mit hat.
30:09Da hat man wirklich was gelernt.
30:11Also das ist so ein bisschen eine kleine kritische Anmerkung.
30:14Ich glaube, da musst du dich entscheiden, was du willst.
30:15Und dann auch gucken, was für ein Feedback am Ende dann Sinn macht.
30:20Was willst du haben, was sie mitnehmen?
30:22Gibt es was mitzunehmen für übermorgen?
30:23Ja.
30:27Danke.
30:29Ciao.
30:33Ja.
30:34Hallo.
30:35Ja, bitte.
30:36Wir sind gespannt.
30:39Wie ist es gelaufen?
30:40Ja, es ist ganz gut gelaufen.
30:42Ich habe bestanden.
30:44Also die schriftliche Abschlussprüfung habe ich mit bestanden plus plus bestanden und meine
30:52Mündliche jetzt habe ich mit bestanden, also mit einem plus bestanden.
30:58Und klar, da ist jetzt noch Luft nach oben, aber ich möchte nichts geschenkt haben.
31:04Also es würde mir nichts bringen, wenn da jetzt Bestand plus plus steht, nur um mir einen Gefallen zu tun.
31:09Dadurch habe ich ja dann quasi gar nicht das erreicht, was, ne, wenn es da was zu meckern gibt, gibt
31:15es da was zu meckern.
31:16Äh, ich kann was besser machen und ja, es ist in Ordnung für mich.
31:21Es steht bestanden da.
31:23Und einmal plus plus ist doch auch schon schön, oder?
31:28Also.
31:31Wieder.
31:32Hallo.
31:35Ich freue mich und so.
31:36Ich freue mich riesig heute, denn heute ist der Tag der Zertifikatsübergabe.
31:43Ja.
31:44Denn alle sieben Bildungsfachkräfte haben diese Qualifizierung erfolgreich bestanden.
31:54Wille Freude ist ja da auf Dimi
31:56Jeee cowăăăăă!
32:01Jeee ey nowaăăăăăăăăă ABLE A recordon ech And theirs as wellaăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăaăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăăă.
32:17Hey, we have here just something cool.
32:21It's a very good feeling.
32:25We have this thing here just a little bit rocked.
32:27My pride came up with me.
32:29Okay, of course, I'm even more proud of my work.
32:34It's nice to talk about it, but you want to see the paper there.
32:40Wait a second?
32:43You just said that...
32:43Oh ...
32:53Oh ...
33:03is
33:25Next day, Florian is on the way to Fulda, his friend to visit his friend.
33:32Is that the Zug to Fulda?
33:34That's the 99.2, the 99.
33:37The here?
33:44Hello, my friend.
33:52Wegen der Prüfungsvorbereitungen hat er Jenny mehrere Wochen nicht sehen können.
33:57Okay, gut.
34:01Wenn man sich jetzt nach so einer langen Zeit wieder sieht, ist die Vorfreude darauf natürlich riesengroß.
34:08So, mein Herz ist wieder zu Hause, ich kann Jenny in den Arm nehmen und das ist einfach, ja, das
34:16ist einfach ein tolles Gefühl.
34:18Ja, läuft bei uns.
34:21Also im Moment fährt es noch, aber läuft trotzdem, ja, und das ist einfach ein ganz schönes Gefühl.
34:42Das ist schön.
34:43Ja.
34:44Schön wieder hier zu sein.
34:55Ja, mega.
34:56Drei Jahre, hat sich richtig gelohnt, das jetzt nochmal so bestätigt zu haben.
35:04Hast du richtig gut gemacht.
35:06Mega, mega schön, echt.
35:08Das in der Hand und ich in meinem Arm und ich den mitziehen.
35:11Oh, sehr schön.
35:15Auch Jenny hat eine Behinderung.
35:17Für längere Wege ist sie auf den Rollstuhl angewiesen.
35:22Florian hat einen Platz im Schlossrestaurant reserviert.
35:25Sie wollen feiern.
35:27Was ist das bei dir?
35:29Oh, ist der Tisch extra schön gedenkt.
35:36Kindler-Dinner.
35:42Danke.
35:45Sehr lecker.
35:47Danke.
35:48Danke.
35:48Danke.
35:48Danke.
35:51Klappt das mit dem Schneiden?
35:52Ja.
35:53Oder soll ich dir nochmal helfen?
35:56Ne, das geht, das Schnitzen ist schön, das ist nicht so ziemlich.
36:01Sehr, sehr lecker.
36:09Was passt dir jetzt da nicht?
36:11Ja, guck, guck, schau mal ran.
36:13Siehst du?
36:14Also die Falten.
36:16So, wir sind doch protogen, oder?
36:18Total.
36:20Total.
36:27Oh, ich flogen.
36:33Oh, ist das schön.
36:35Ja, ich hab mir halt immer eine Frau gewünscht, die auch so auf Augenhöhe ist und die dann
36:40eben auch ein Handicap hat und eben weiß, wovon ich rede.
36:44Ja, weil Jenny, da muss ich mich halt nicht dafür rechtfertigen, wenn ich dann Sachen,
36:50die jetzt im gesellschaftlichen Kontext normal wären, wenn ich die nicht kann.
36:55Und das ist ja eigentlich das, worauf es ankommt.
36:59Und was magst du eigentlich an ihr, so auch als Frau?
37:02Was hat dich begeistert?
37:03Warum hast du dich in sie verliebt?
37:05Ja, weil sie einfach als Frau so stark ist.
37:08Also auch so die Sachen, die sie miterlebt hat, dass sie so ein Stehaufmännchen ist,
37:12dass sie so eine fröhliche Art hat, dass sie für sich einstehen kann.
37:16Sie kann da einfach als Frau einfach ihre Frau stehen, weil sie weiß, wie es ist, anders
37:21zu sein.
37:21Aber gerade das macht sie aus, dass sie damit so cool umgeht.
37:25Das ist so komisch.
37:33Jetzt bin ich überrascht grad, so.
37:35Okay.
37:37Mach mal so.
37:38Was ist das?
37:46Was war dein Gefühl, als sie dir das Zeugnis gestern überreicht haben?
37:50Ich war ja leider nicht dabei.
37:51Das war, ja, das macht mich einfach glücklich, das erfüllt mich.
37:56Wenn ich mir denke, wie viele Leute haben einen Job, einfach um dich zu finanzieren, um den
38:04Kühlschrank vollzukriegen im besten Fall.
38:06Und ich darf einfach was machen, was mich glücklich macht.
38:10Ich freue mich einfach.
38:12Ich freue mich auch für dich, dass du deinen Weg da so gegangen bist.
38:17Und ich kann mir das schon vorstellen, wie das ist.
38:21Ich habe einfach nur so gedacht, warum gibt es eigentlich sowas hier bei uns im Fulda nicht?
38:27Okay.
38:27Weil zum Beispiel ich bin ja auch so ein Mittelmensch, in Anführungszeichen.
38:34Und einerseits ist die Werkstatt okay für mich, aber andererseits fühle mich irgendwo
38:39dadurch ein bisschen unterfordert.
38:41Also würdest du dir auch wünschen, dass die Werkstatt dann vielleicht mehr auf dich eingeht und sagt,
38:46okay, was bringt hier als Mensch mit?
38:48Ja.
38:55Florians Freund und Kollege Fabian zieht vom Elternhaus auf dem Land in die Großstadt.
39:01In seine erste eigene Wohnung.
39:03Florian kommt zum Helfen.
39:09Guten Morgen.
39:10Guten Morgen.
39:11Guten Morgen, Fabian.
39:11Guten Morgen, Flo.
39:13Guten Morgen.
39:15Herzlich willkommen in meinen vier Wenkels.
39:17Hallo.
39:18Hallo, guten Morgen.
39:20Da ist das Schlafzimmer, wieder das Arbeitszimmer.
39:26Das ist ein mega breit.
39:30Okay, gut.
39:31Lass mal das.
39:33Oh, guten Morgen.
39:34Ja.
39:37Ja.
39:37Möchtest du den Bruder einmal rein?
39:39Ja.
39:39Sehr gerne.
39:40Ich hab auch schon ein paar Sachen, die wir gemeinsam einräumen können.
39:45So.
39:46Nicht, dass das hier in Tupolta auch zeigen wird, weil da sieht ja ein Geschirr aus.
39:52Nein.
39:57Wäre blöd, wenn ich keine Teller mehr habe, nur weil wir mit der Fristi gespielt haben.
40:02Solange wir noch alle Tatschen im Teil haben.
40:05Auf jeden Fall.
40:14Also von hier oben hat man einen geilen Ausblick.
40:19Man hat einen sehr schönen Sonnenuntergang.
40:22Also das lohnt sich auch mal abends bei mir hier vorbeizukommen.
40:26Dann weiß ich ja, wo ich kingeln muss.
40:34Irgendwann diese Bordsteinkanten.
40:36Da ist der Rewe, wir müssen glaube ich hier rüber.
40:38Wir müssen da dann her.
40:40Hier her, ne?
40:41Ja, da.
40:54Ja.
40:58Ja.
41:00Ja.
41:01Ja.
41:01Ja.
41:01Es sieht aus, ob ihr Spaß hattet.
41:03Und wie ist sie so, deine Freundin?
41:05Ähm, ja.
41:07Da stimmt die Chemie einfach.
41:09Also dieses Verständnis untereinander eben für unser jeweiliges Handicap ist einfach auf beiden Seiten da.
41:15Und ich finde, dadurch ergänzen wir uns halt relativ gut.
41:19Und das ist einfach eine gute Basis, ne?
41:21Klar.
41:22Halt sie gut fest, sonst fliegt sie weg.
41:24Ja.
41:32Heute ist ein besonderer Tag, weil wir heute die Arbeitsverträge unterschreiben.
41:37Wir unterschreiben heute die Arbeitsverträge.
41:39Also ich unterschreiben meinen und die anderen unterschreiben ihren.
41:46Wenn ich ja auch sehr aufgeregt bin, ist das dann für mich nicht so einfach, das mit dem Hemd hinzubekommen.
41:58Ja, macht man auch niemal den selben Fehler mit dem Knopf, so wie jetzt.
42:03Ähm, gut.
42:05Das ist dann mal eben so.
42:09Spastik hin, Spastik her, man will ja trotzdem gut aussehen, ne?
42:16Für die ganz besonderen Tage.
42:19Sieben Monate haben sie darauf gewartet, auch wenn der Vertrag erstmal befristet ist.
42:24Ab jetzt haben sie eine Anstellung an der TH Köln und werden nach Tarif bezahlt.
42:30Wenn du gewisse Einschränkungen hast oder ein Handicap, dann kann man dich nicht überall so einfach bewerben.
42:38Ja, wir sind gute Kollegen.
42:39Eure Verträge sind vorbereitet.
42:42Und deswegen ist das eben für mich so die Chance meines Lebens, diesen Vertrag letztlich heute in der Hand haben
42:49zu dürfen.
42:50Und ja, Teil des allgemeinen Arbeitsmarktes zu sein damit.
42:54Ein Teil der Gesellschaft.
42:57Verlegen.
43:00Verlegen.
43:03Verlegen.
43:05Ich hab ein Kribbeln unter der Haut, so wie verliebt sein, ne?
43:09Aber in der Kategorie einfach was ganz, ganz, ganz Tolles.
43:27Florian ist in seinem Job angekommen.
43:31Heute geht's zum Zertifikatskurs zum Thema der Inklusion.
43:35Und wer sind eure Schülerinnen?
43:38Schülerinnen und Schüler sind erwachsene Personen.
43:41Das sind Kita-Leitungen.
43:43Und die unterrichten wir.
43:45Wir sind ja Experten auf unserem Gebiet und die sind Experten auf deren Gebiet.
43:50Also hier ist einfach ein gewaltiges Wissen im Raum.
43:54Florian arbeitet im Team mit Fabian und Jenny.
43:57Ihre Einsatzorte sind vielfältig.
44:00Fachleute aus der Praxis, Hochschulen und politisch Tätige laden sie ein.
44:06Jenny, kannst du was zur einfachen Sprache sagen?
44:09Ja, weil ich meistens in meinen Seminaren immer von den Studierenden höre.
44:13Ich wusste gar nicht, dass es überhaupt einen Unterschied zwischen einer leichten und einfachen Sprache gibt.
44:18Oder dass es überhaupt so schwer ist, einfache Sprache zu sprechen, weil man dann im Alltag nicht dran gewöhnt ist.
44:26Und da ist man einfach dran gewöhnt, schwerer desto besser.
44:30Ja, genau.
44:31So wie eben politisches Deutsch oder Beamtendeutsch oder rechtliches Deutsch.
44:37Da tue ich das gerne mal unterscheiden.
44:39Oder Hochschuldeutsch sage ich auch gerne mal.
44:43Hättest du denn, Jenny, eine Sprache für unser Deutsch hier? Eine Bezeichnung?
44:49Wie wäre es denn mit pädagogisches Deutsch?
44:56Oder einfach gesagt, schweres Deutsch.
44:58Ja.
44:59Jetzt möchten wir Gesprächskreise machen.
45:03Die erste Frage ist heute, werden Menschen beim ersten Kontakt mit der Betreuungseinrichtung freundlich empfangen?
45:11Die Seminare sind nah am Alltag der Teilnehmenden, damit sie etwas für die Praxis mitnehmen können.
45:22Und dazu kam der Satz, Kinder sollen Kinder sein.
45:25Ja, ich finde das so als Erkenntnis wichtig, weil man irgendwie, je älter man wird,
45:30immer auf unterschiedlichen Beziehungsebenen Erwartungen erfüllt, erfüllen möchte.
45:35So als Kindergartenkind, als Schulkind, als Ausbilder.
45:39Und ich finde es halt fraglich, wenn Kinder schon so früh mit Erwartungen konfrontiert werden,
45:45weil das eigentlich die Zeit ist, in der ein Mensch einfach nur ein Mensch sein darf,
45:50ohne irgendwie Erwartungen, ohne von Erwartungen geprägt zu werden.
46:04Ich fühle mich im Kontext der Hochschule einfach so gut aufgehoben.
46:08Diese Augen, nicht dieses Belullen, die armen Leute mit Handicap und ne,
46:13sondern wirklich, sie sehen, was wir können, was wir nicht können,
46:17aber das, was wir können, wird auch erwartet.
46:19Das finde ich gut, weil daran wachse ich auch.
46:29Jenny ist zu Besuch.
46:32Dann lass uns mal was zaubern.
46:35Bevor wir was zaubern, was machen wir zuerst?
46:39Hände waschen.
46:41Yes.
46:41Wir gehen jetzt erstmal ins Bad, Hände waschen.
46:44Bei Lebensmittelhygiene.
46:50Wir machen Pizza Wraps.
46:53Pizza Gewürz.
47:00So.
47:02Dann holst du, weil du ja kein Abtropfsieb hast, das Nudelsieb unten raus.
47:06Ja.
47:12Guck mal, leg dir mal so einen Lappen unten drunter.
47:15Warum?
47:18Weil es besser hält und nicht rutscht.
47:20Damit es nicht wegrutscht.
47:31Aber du kannst schon mal die nächste Paprika rausholen und waschen.
47:35Okay.
47:38Das ist halt nicht immer leicht für mich, weil wenn du mir dann manchmal was sagst,
47:43so, dann fühle ich mich oft so in diese, ja, in die Lage versetzt, dass du über mir wärst.
47:50Und, ähm.
47:51Bin ich aber nicht, weil ich versuche dir zu helfen und dir die Sachen zu erklären.
47:55Das ist dann so viel Kommunikation zwischen uns beiden.
48:00Und, ja.
48:07Also in unserer ersten Gemeindahmen Wohnung brauche ich auf jeden Fall einen anderen Tisch.
48:12Ich merke, dass dieser hier echt suboptimal ist.
48:15Prost.
48:15Ich musste vorher schon mal anfangen.
48:17Aber Prost.
48:33So, sonst hier vorne vielleicht den ersten.
48:36Ja.
48:37Ja, würde ich sagen.
48:45Ja.
48:49Ja.
48:49Ja.
48:49Bist du vor?
48:50Ja.
48:50Ich bin vor.
48:51Ja, ich bin vor.
48:53Ja.
48:54Ja.
48:57Ja.
48:57Und wie ist das mit Jenny denn jetzt eigentlich gekommen?
48:59Das kam irgendwie so von einem auf den anderen Tag.
49:01Ja, ich hab dann einfach gemerkt, dass es nicht gepasst hat.
49:04Also, das ist so, ne.
49:06Dass du dich selber so sehr stark zurückgenommen hast quasi.
49:09Ich hab mich halt selber verloren da drin, weißt du?
49:12Ich meine, also ich, dieses, ich hab mich als Person nicht wiedergefunden in der Beziehung.
49:18Klar, ich bin auch so, ich hab zu spät den Mund aufgemacht, weil ich hab gedacht, die merkt das halt
49:24schon, ne.
49:25Aber dadurch hat sie auch immer mehr Plot eingenommen.
49:28Ja.
49:28Es war einfach komisch.
49:30Ich hatte nach einer Zeit echt Bauchschmerzen nach Hause zu kommen.
49:34In der Zeit, als sie bei dir war.
49:35Ja.
49:35Und ich hab dann, sag ich ehrlich gesagt, ich war dann auch wütend auf mich selber.
49:40Weißt du, ich denke, muss ich vielleicht was ändern?
49:43Liegt das bei mir?
49:45Klar, aber ich glaub, guck mal, ihr habt euch, wenn dann immer nur an den Wochenenden gesehen.
49:49Und wenn einen dann schon so viele Sachen so stören, dass man schon gar keine Lust mehr hat,
49:53eigentlich nach Hause zu kommen und so, dann hat das ja auch einen Grund, ne.
49:56Also dann ist das ja nicht unberechtigt.
49:59Man hat halt noch diese rosa-rote Brille auf.
50:03Aber wenn man den Alltag mit einer Person verbringt, muss man die Brille auch ausziehen, um sie zu putzen.
50:10Und beim Brilleputzen fallen halt auch viele Sachen auf, die man so nicht sieht, wenn man sie dann wieder aufsetzt.
50:20Und ja, ich glaube, dadurch ist es halt gekommen, durch das Brilleputzen.
50:40Florian hat mehr erreicht, als er sich in seinen kühnsten Träumen vorstellen konnte.
50:45Doch ein Wunderpunkt bleibt. Das Nichtverhältnis zu seinem Vater.
50:50Und ich weiß einfach so, damit hätte er bestimmt nie gerechnet.
50:55Also, dass ich an der Hochschule bin, dass ich so Leute unterrichte, die studieren.
51:02Ich glaube, damit hätte er nie gerechnet, dass ich das so weit schaffe.
51:06Aber da kannst du schon stolz drauf sein. Wir sind da auch super stolz drauf.
51:10Weißt du, vorher, wenn ich die Sachen haben möchte, denk ich immer, boah krass, das hat das geschafft.
51:17Und wenn ich dann das habe, denk ich so, okay, haben Millionen andere auch. Weiß ich nicht.
51:23Du bist nie mit dem zufrieden, was du hast.
51:25Ja, weil ich...
51:26Genieß das doch einfach mal. Jetzt ist erst mal... Jetzt hast du es erst mal geschafft.
51:32Doch, natürlich. Aber du kannst es gar nicht genießen.
51:37Was denkst du, woher das kommt?
51:40Also, ich denke, was das betrifft, da spielt wahrscheinlich schon sein Vater noch eine Rolle.
51:47Weil ich denke, dass es tief in Florian im Unterbewusstsein ist, dass er sich anstrengen muss, um irgendwie gut zu
51:55sein.
51:56Gut zu sein in den Augen seines Vaters.
52:01Ja, so stelle ich es mir eigentlich vor. Ja. Dass er nie so, auch mit sich selber, dann nie so
52:08zufrieden ist.
52:11Weißt du, ich versuche immer, darüber nicht nachzudenken und das irgendwie so wegzuschieben für mich einfach.
52:18Ja, ja, ja.
52:18Weil ich denke, dann so, ähm, schreibst du ihm nochmal, schreibst du ihm vielleicht, ja jetzt ist halt wie alt
52:25ist er, 60, 62, ne?
52:28Guck mal, er hat mich in die Welt gesetzt und dann dieses, dieses, mit 62 nicht mal drüber nachzudenken, dass
52:35man eigentlich jemanden in die Welt gesetzt hat.
52:38Und, ähm, dieses Gefühl, dass egal sein, wo ist er jetzt? Was macht er? Gebt ihn gut? Lebt er noch?
52:46Ist er irgendwo adoptiert worden? Wie hat er...
52:51Hast du ein Taschentuch?
52:52Ja, natürlich.
53:04Bitteschön.
53:12Klar könnte ich ihm vielleicht, wenn ich jetzt, äh, wenn ich jetzt die Wissenskarten kriege von uns, ne?
53:19Ja, ja.
53:20Vielleicht könnte ich ihm dann einfach mal so ne Klinikarte, ne Bildung verkraftlich in der Hochschule Köln, im Briefumschlag packen.
53:27Ja.
53:27Einfach nur die Karte, schreib seine, schreib seine Adresse drauf, schreib meine Adresse auf die Rückseite, wo halt los, und
53:34dann kann er ja gucken, was er raus macht.
53:41Fünf Monate später. Der Frühling ist da. Florian hat sich eine neue Herausforderung gesucht. Neben seiner Arbeit an der Hochschule
53:50ist er nun Schauspieler.
53:52Seit Wochen probt er für die heutige Premiere bei einem Kölner Theaterfestival.
54:03Heute sehe ich auch wieder gut aus. Aber nur, weil du mich schminkst.
54:13Und Florian ist wieder verliebt.
54:20Ja, neue Freundin, genau. Ich hab da jemanden kennengelernt. Verena. Kommt aus München-Gladbach und schön ist dieses Harmonische. Ich
54:33finde, es harmoniert sehr gut zwischen Verena und mir.
54:42Wie geht's denn hier? Aufgeregt. Sehr aufgeregt. Wann geht's los? Um acht.
55:04Rom Zurufe
55:05Christian! Du bist du so hoch.
55:07Bis dich! Steig deine Truhe oben!
55:10Was ich zu diye Ramzente bin!
55:14Hör doch zu träumen!
55:16Help me!
55:17Help me!
55:18You hit the whole world!
55:25What?
55:45Ich hab da mal was mitgebracht.
55:47Ich habe Angst gehabt, Sachen zu vergessen.
55:53Und deshalb habe ich mir etwas auf den Zettel geschrieben.
55:57Damit die Botschaft bei Ihnen allen heute Abend ankommt.
56:01Denn ich habe mich für eine Sache entschieden.
56:04Ich habe mich dafür entschieden,
56:05ich will jetzt leben und ich will hier leben.
56:09Und ich will so leben, wie ich bin.
56:10Ich will nicht darauf warten, dass die Leute mich zulassen.
56:13Sondern ich bin ich und ich bin, wie ich bin.
56:17Und ich möchte einfach mehr sein.
56:20Mehr als mein Handicap.
56:21Mehr als meine Stimme, die vielleicht anders klingt.
56:25Ich habe einen Job, der mir Spaß macht.
56:27Ich habe eine Freundin.
56:31Und Sie sehen alle so vertraut aus.
56:35Darf ich Ihnen mal ein Geheimnis verraten?
56:37Ich fahre bald, wenn meine Freundin in den Urlaub war.
56:41Das ist noch ein Geheimnis.
56:43Danke Ihnen.
56:54Danke.
57:07Danke.
57:10Danke.
57:13Danke.
57:23Danke.
57:27Vielen Dank.
57:28Das stand für ein Superfest.
57:29Ja, gut.
57:29Ja, gut.
57:31Moment.
57:32Ja, das bei Erdnippel.
57:35Ja, aber wenn die ganze Omen sind,
57:37siege ich mir das.
57:37What can't be that strong, my heart is real, this is that fresh, that fresh food.
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