- 5 minutes ago
Category
📺
TVTranscript
00:00Als er damals angefangen hat, mit Kalkofis Mattscheibe Fernsehdeutschland zu amüsieren,
00:06da gab es noch keine KI, vieles anderes gab es auch noch nicht.
00:09Dafür gab es aber Partykeller, Mixtapes und nur zwei Fernsehkanäle.
00:15Oliver Kalkofis.
00:24Was glaubst du eigentlich, Oliver, wenn es damals, als du angefangen hast,
00:28schon Social Media gegeben hätte, wärst du heute da, wo du jetzt bist?
00:33Nein, aus mir wäre nichts geworden, das kann ich jetzt schon mal sagen.
00:36Also wäre ich heute jung, also ich habe schon damals immer nach Möglichkeiten gesucht,
00:41der Realität zu entfliehen, ja, also weil es war alles komisch, ich war nicht zufrieden,
00:46ich habe mich in Filmen, in Fernsehen, in Comics, in Bücher gestürzt, in Fantasiewelten,
00:50nur es gab gar nicht so viel und es war viel zu wenig da, ich musste mir selber überlegen,
00:55also ich musste selber kreativ werden, damit es mir nicht zu langweilig wurde.
01:00Heute steht jedem theoretisch die gesamte Welt des Entertainments zur Verfügung,
01:06egal auf welchen Geräten und wie, ob Musik oder Spiele oder Filme oder Serien oder Streamen,
01:11egal, ich würde wahrscheinlich dann aus Unsicherheit mich auch einfach nur irgendwo verstecken
01:16und mir das Hirn aus dem Kopf bingen und gucken ohne Ende, weil es einfach so viel Tolles gibt.
01:22Und ich wäre nicht mehr gezwungen, also das Ganze, was ich gemacht habe,
01:25worauf ich heute dankbar und stolz bin, habe ich nicht immer nur freiwillig gemacht,
01:31sondern auch, weil das Leben mich gezwungen hat und mir mal so einen kleinen Tritt gegeben hat,
01:35wie geh mal raus, mach mal was, bleib nicht hocken, weil dann wird es noch langweiliger.
01:41Ja, lustig.
01:42Vor allen Dingen hast du ja auch dich auch über andere Leute lustig gemacht,
01:46bei Kalkoves Mattscheibe ist dir das ja sehr gut gelungen.
01:49Selbst ich wurde nicht verschont, muss man sagen.
01:52Und du hast auch immer den Finger in die Wunde gelegt.
01:55Und weil ich ja sehr gerne über mich selber lache,
01:56möchten wir uns das natürlich jetzt mal angucken, ein Beispiel dafür.
02:10Ich könnte mich darüber ja totlaufen, können wir hundertmal angucken.
02:13Wie hast du das denn eigentlich immer gefunden, dann diese Szenen?
02:16Ich hatte ein paar Menschen, die schon vorab sichten mussten, so den ganzen Tag.
02:22Damals war es ja noch in gewisser Weise überschaubar.
02:24Also das war zwar auch schon viel, aber trotzdem, die haben dann so notiert,
02:27was irgendwie vielleicht skurril genug wäre.
02:30Und dann habe ich mir da die Highlights rausgesucht.
02:33Und wie aufwendig war das, dich so zu vergleichen?
02:35Ich meine, du sagst ja exakt aus wie...
02:37Ja, ja, exakt.
02:39Das ist das Schlimme.
02:39Ich habe immer gesagt, ich kann alles spielen außer schlank.
02:43Und das war mein Problem, weil ich halt immer,
02:47ich habe immer von jedem trotzdem meine Version ja gespielt.
02:49Und ich habe auch nie Parodie gelernt oder so.
02:51Und mal klappte es besser und mal schlechter.
02:53Und die Kostümmenschen hatten wirklich,
02:57also vor allem meine Kostümbilderin hatte wirklich viel zu tun.
03:00Weil je älter ich wurde, desto breiter wurde ich auch.
03:04Und deswegen musste fast alles geschneidert werden.
03:07Und ganz viel, was man hier nicht sieht, ist,
03:09weil wir immer frontal gedreht haben.
03:10Oft war hinten nichts.
03:12Ach so?
03:12Also hinten war nackt, weil der Stoff so teuer war oder so.
03:15Dann wurde hinten nur so mit Gummibändern zugebunden.
03:18Und vorne schön.
03:20Wie fing denn das mit deiner Fernsehleidenschaft eigentlich an?
03:23Schon als Kind.
03:24Ich habe alles geguckt, was ich nur gucken konnte.
03:26Also ich bin im Jahrgang 65 und bin aufgewachsen in der Zeit
03:30noch wirklich mit zwei Fernsehprogrammen.
03:32Und da war das Unterhaltungsprogramm sehr überschaubar.
03:36Weil es wurde genau, also Fernsehen hatte auch immer
03:38einen Bildungsauftrag.
03:40Auch die Unterhaltungsshows waren immer Abfragen von Schulwissen.
03:43Man musste immer was lernen.
03:45Und so einfach nur Sachen, die Spaß machten, war wenig.
03:48Das habe ich alles, alles aufgesogen.
03:49Egal, ob es für mein Alter war oder nicht.
03:51Und eine traumatische Erinnerung, die ich wirklich auch habe,
03:54weil es immer, wenn es so heißt, Cancel Culture heute.
03:56Nein, das war schon ganz früh.
03:57Das war Anfang der 70er.
03:59Da haben meine Eltern wirklich Panik gekriegt.
04:00Ich lief ins Zimmer, habe mich heulend aufs Bett geschmissen.
04:04Ich konnte nicht sprechen.
04:07Was ist los mit dir?
04:08Die haben gedacht, ich bin vor dem Bus gelaufen oder so.
04:09Was ist passiert?
04:10Die haben mich abgetastet, kam nach Blut gesucht.
04:12Bis ich irgendwann sprechen konnte und sagte,
04:15Schweinchen Dick wurde abgesetzt.
04:18Das war wirklich, ja, das ist wahr.
04:22Ein frühkindliches Trauma.
04:24Das war so furchtbar für mich.
04:26Weil das war mein, ich habe mich so gefreut.
04:28Das waren so die ganzen coolen Cartoons.
04:31Und die wurden damals auf, also die Grünen waren noch nicht erfunden,
04:34sondern das war die CDU, Heiner Geißler noch persönlich,
04:37mit seiner SPD-Kollegin im ZDF-Verwaltungsrat,
04:40wegen zu viel Cartoon-Gewalt.
04:42Nein.
04:42Und das gab es ganz häufig.
04:44Und deswegen war früher immer alles, was man kriegen konnte, war toll.
04:47Und ich habe alles gesammelt, was nur möglich war.
04:50Wir haben eine Szene aus dem damaligen Fernsehen.
04:53Das war, glaube ich, Anfang der 80er.
04:54An die können sich bestimmt viele hier in der Runde erinnern.
04:57Das war auch ein Fernsehskandal.
05:00Wetten, dass?
05:19Hier sehen Sie das Peinlichste, was je über den deutschen Bildschirm geflimmert ist.
05:25Ich muss ja zugeben, mir wird schlecht, wenn ich in den Spiegel schaue.
05:30Aber ich muss ebenso zugeben, so wie heute Abend hat mir das Hemd noch nie geflattert.
05:37Ja, das war Blackie Puxberger.
05:39Ja, der wunderbare Blackie.
05:42Da sieht man aber auch, wie sich die Zeit verändert hat.
05:45Ich glaube, heute kann man sich gar nicht mehr vorstellen, warum ihm das so peinlich ist.
05:48Oder was daran jetzt so folgbar ist wie, ja, und what, so what.
05:51Und damals war es halt wirklich, der Samstagabend war ein heiliger Zeitpunkt.
05:57Also da hatten die Moderatoren, waren ausgebildete Moderatoren, die waren ausgesucht höflich, haben Krawatte getragen.
06:05Im Gegensatz zu heute.
06:06Ja, Anzug, Krawatte und da wäre sein offenes Hemd schon ein Affront gewesen.
06:12Das war die Belohnung für das Volk, dass sie die Woche fleißig überstanden haben und gearbeitet haben.
06:18Samstagabend war ein ganz würdevoller Termin.
06:22Und da im Nachthemd aufzutreten, war damals ein Wahnsinnsskandal.
06:25Weil, wie kann man es wagen, am Samstagabend, ja, es wäre wie auf eine Beerdigung so zu gehen, so quasi.
06:32Und heute ist das überhaupt nicht mehr vorstellbar, weil das Fernsehen auch eben in der Bedeutung komplett gekippt ist und
06:38von allem.
06:39Aber damals war das unfassbar, das konnte man gar nicht glauben.
06:42Ich kann mich noch erinnern, wer kann sich das sonst noch ändern?
06:44Ich auch.
06:44Ich weiß das auch noch, genau.
06:45An diesen Nachthemdchen.
06:46Das waren die Eltern, also wir fanden ja alle, so waren die Zeiten ja damals.
06:51Du hast ja dieses tolle Buch geschrieben, kommen wir sofort zu.
06:54Aber du hast ja auch diesen Podcast mit Oliver Welke, Kalk und Welk, die fabelhaften Boomer Boys, heißt er ja.
06:59Was genau ist denn eigentlich jetzt ein Boomer?
07:01Wer ist denn hier ein Boomer-Forschung?
07:03Also die Boomer-Forschung ist sich uneins, weil manche sagen, es geht bis 64, das war der geburtenstärkste Jahrgang.
07:09Es sind aber auch die geburtenstärksten, die gehen bis 69.
07:13Danach war dann die Sterberate höher als die Geburtenrate.
07:17Und inzwischen ist es aber auch ja so, dass ich finde, Boomer ist mehr ein Feeling.
07:21Also das ist ja so, spätestens durch Okay-Boomer, durch den Meme ist es dazu geworden, dass es alles, alle
07:27die älter als 25 sind, für junge Menschen sind Boomer.
07:30Also einfach nur alte Leute.
07:33Und ich glaube, was so das Boomer-Gefühl ja eher ist, ist, wir haben gemeinsame Erinnerungen.
07:39Und das bedeutet für mich mehr oder weniger, wer noch so halbwegs die Jugend im vergangenen Jahrtausend verbracht hat,
07:44der hat noch eben in der analogen Welt gelebt und war noch nicht die ganze Zeit mit Überfluss irgendwie medial
07:51konfrontiert.
07:53Und deswegen haben wir gemeinsame Sachen, an die wir uns erinnern, weil es eben nur bestimmte Sachen gab.
07:58Wir wissen, am Dienstag haben wir Dallas geguckt, Mittwoch haben wir den Dänemarklang geguckt, am Dienstag gab es Betten, das
08:03etc.
08:04Weil es nur das gab und das verbindet uns.
08:06Und dadurch haben wir gemeinsame Erinnerungen.
08:12Aber dann sind wir das alle, oder?
08:16Nein.
08:16Ja gut, die Jungen nicht.
08:17Aber du doch alle.
08:18Nein, Sonja und ich nicht.
08:20Ihr seid Rand-Boomer, habe ich gesagt.
08:22Ihr seid Rand-Boomer.
08:24Wir sind in den 90ern geboren.
08:27Aber wenn man dieses Buch jetzt auch sieht, den Titel von deinem Buch, also Nie war früher schöner als jetzt.
08:33Ja, Nie war früher schöner als jetzt.
08:35Das heißt ja, die Erinnerung verzerrt es auch.
08:39Wir erinnern unsere Vergangenheit schöner als sie war, oder?
08:43Absolut.
08:43Und das merken wir jetzt immer mehr.
08:45Also in letzter Zeit ist ja, ich finde in den letzten Jahren ist so ein Trend zu erkennen, dass alle
08:49älteren Menschen eben immerzu wieder sagen, ach, früher war es so schön.
08:53Früher war doch alles schöner.
08:54Und wenn wir wirklich mal zurückdenken, es war nicht schöner, es war anders, aber wir haben es überlebt.
08:59Das heißt, wir haben schon mal ein Happy End abzuhaken.
09:02Das ist schon mal ein positives Gefühl.
09:04Und das, was positiv war, also was uns verbindet so zum Beispiel und diese gemeinsamen Erlebnisse, die wir da hatten,
09:12das ist schon etwas Besonderes und was eben es uns schön erscheinen lässt.
09:16Also ich sage jetzt auch mal so zum Beispiel, wir haben, oft wird gesagt, wir hatten ja nichts, aber wir
09:21hatten immer genug.
09:21Das war eigentlich immer genug, aber wir hatten fast nichts im Überfluss.
09:26Also das heißt, egal ob es Fernsehprogramme, Filme oder sonst was waren, es war noch überschaubar, die Menge.
09:31Abends wussten wir es, wir haben den Film geguckt, der im Fernsehen kam, oder wir haben einen Film aus der
09:35Videothek geholt.
09:36Und den fanden wir super, auch wenn er scheiße war, weil wir ihn besorgt haben.
09:42Heute hast du Zeit, ich habe Zeit, einen Film zu gucken.
09:45Ich brauche zwei Stunden, um mich zu entscheiden, welchen.
09:48Weil es einfach so früh geht, weil ich alles sehen kann.
09:53Und was dadurch aber mit der Psyche passiert, ist ja viel schlimmer.
09:56Man guckt dann einen, dann hat man sich entschieden, der kann auch toll sein oder gut, aber dann denkt man
10:00trotzdem immer,
10:01vielleicht wäre der andere besser gewesen.
10:03Ich hätte den anderen gucken können, weil theoretisch steht mir alles zur Verfügung.
10:07Und das geht dann bis ins Private, weil wenn du dann überlegst, früher, wir haben halt Menschen kennengelernt und da
10:13Beziehungen irgendwie geknüpft.
10:15Wenn du jetzt heute Tinder wischst, du kannst die super Bilder, du kannst die Traumpartnerin sehen, denkst immer, einmal wische
10:21ich noch.
10:21Es kommt vielleicht noch was Besseres.
10:23Und das ist so dieses Gefühl, dieses heutige Gefühl der Überforderung.
10:27Und dass man vielleicht es immer nicht richtig macht, da kommt man in der heutigen Zeit oft nicht gegen an.
10:32Und für die älteren Menschen mit der Technik und mit den modernen Sachen und mit KI und Ähnlichem einen Schritt
10:38zu halten,
10:39es wird irgendwann fast unmöglich und es wird immer schwieriger.
10:42Und für junge Menschen ist es genauso schwierig, denen fehlen eben die persönlichen Kontakte.
10:47Deswegen dann sowas wie Puddingessen mit Gabeln oder sowas, was jetzt letztens ein Trend war, wo wir so alle gelacht
10:53haben.
10:53Das ist im Grunde ganz traurig, weil das nur eigentlich ein Anlass war, um sich mal zu treffen.
10:58Und zwar einfach nur mit Belanglosigkeit, mit Lust, irgendwas Lustiges zu machen.
11:03Ja, das ist ein Thema, Alain, darüber könnte man stundenlang reden, aber du hast ja so schöne Sachen noch mitgebracht.
11:07Ja, das stimmt.
11:07Weil es gibt ja diese Trends von früher auch, was man früher so gemacht hat, zum Beispiel halt sammeln.
11:13Ich habe Autogramme gesammelt, unter anderem, und habe dann wirklich allen möglichen Leuten geschrieben.
11:20Und das war ein unglaubliches Zeitaufwende.
11:22Hier haben wir zum Beispiel Blackie Fuchsberger, der hat dann 1981 mir da geantwortet.
11:28Ich habe ihm dieses Bild hier sogar geschickt, habe Bilder gesammelt.
11:30Hier, Louis de Finesse war mein erstes internationales Autogramm.
11:34Aber hast du immer geschrieben, lieber Blackie Fuchsberger, ich habe das gemacht, schickst mir einen Lebenslauf und ein handsigniertes Foto.
11:41Ich habe dann immer einen Text, habe geschrieben, habe nach dem Foto gebeten.
11:44Oder habe ich Ihnen selber Fotos geschickt, wenn ich welche hatte.
11:48Von dir?
11:49Nein, von Ihnen, die ich mir besorgt habe.
11:52Louis de Finesse war der erste internationale, hier, pur Oliver Kalkofer, weg, tut mal Sympathie.
11:57Oh, 1981, sehr, sehr schön.
12:00Und da war ich, das war das Tollste für mich.
12:01Ich habe mir aber auch bei den Briefen ganz viel Mühe gegeben, das zu machen.
12:05Hier, Mel Brooks, Fred Astaire, Doris Day hat noch unseren Hund.
12:08Oh, zeig mal, Doris Day mit unserem Hund.
12:11Roger Moore war der erste, auch noch Englische.
12:14Also es waren, da habe ich ganz viel Zeit verwendet, habe dann schöne Briefe geschrieben,
12:18auf tollem Briefpapier mit passenden Briefmarken und internationalen Antwortscheinen musste man besorgen.
12:23Es hat Geld und Zeit gekostet, aber Zeit hatte man.
12:27Und das, was da rauskam, also wenn ich denke, ich habe dafür unfassbar viel Zeit verschwendet oder gebraucht,
12:34also nur nicht verschwendet, sondern und später die Freude, wenn ich aus der Schule kam
12:40und da war ein Umschlag aus Amerika oder irgendwie so ein großer und ich dachte,
12:43wer hat mir jetzt Wert geantwortet oder so.
12:45Das ist unfassbar, das ist eine Freude, die kann ich mir heute nicht kaufen für irgendwas,
12:51was ich jetzt theoretisch mir alles leisten könnte.
12:54Aber diesen Spaß und diese Freude, die ich damit hatte, die lässt sich nicht einfach so reproduzieren.
12:59Hat einer von euch auch irgendwas gesammelt?
13:01Also Steven ja auch Autogramme.
13:03Autogramme, ganz viel.
13:04Nee, ich habe nicht.
13:04Schuhe.
13:05Schuhe.
13:08Hast du da auch einen persönlichen Brief geschrieben, oder?
13:13Ja, aber das ist schon interessant.
13:15Du hast ja auch, es gab doch diese Mixtapes, auch das hat doch jeder gemacht.
13:18Oder die Mixtapes zusammengestellt.
13:19Ja, immer, immer, ja, ja.
13:20Mit Cover und allem drum.
13:22Ja, natürlich.
13:22Adoliert später auch und so.
13:23Ja, und dann so geklebt, wenn da was gerissen war, dann hat man das mit Tesa geklebt.
13:27Oh, und wenn ich dann anstieg zu leiern.
13:29Nee, oder wenn du aus dem Radio die Charts aufgenommen hast, dann saßt du immer mit Record and Play.
13:34Und der Moderator hat ein.
13:34Und dann labert der Moderator an.
13:36Und die Fresse.
13:36Genau.
13:37Dann wurde wütend, wenn er eingelabert hat.
13:40Ah, mit 9.
13:41Und du hast doch noch was mit, was ist deine erste Single?
13:44Ist ja auch, weil man hat ja früher wirklich für eine Single für ein Lied 6 Mark bezahlen müssen, ja.
13:49Und für nur ein Lied, was drei Minuten ging und wo das Ganze aufbauen und rauflegen und so länger gedauert
13:55hat als das Lied.
13:56Und jeder weiß aber deswegen auch noch, was die erste Single war.
13:59Und ich kann das nur ganz stolz sagen, das ist meiner Meinung nach, nämlich Barta Illich, ich möchte der Knopf
14:05an deiner Bluse sein.
14:16Und der Text geht, als ich letzte Woche zum Hemden kaufen ging, traf ich in der Boutique eine Textilverkäuferin.
14:23Ihre enormen Formen gingen mir nicht, sie trug die neueste Mode von bis oben Knopf an Knopf und die enormen
14:32Formen gingen mir nicht aus dem Kopf.
14:34Und dann überlegt Papa, wie er sie anspricht und dann kommt eben der Schamann und sagt, ich möchte der Knopf
14:40an deiner Bluse sein, dann könnte ich na na na na na bei deinem Herzen sein.
14:46Und legst du nachts die Bluse hin, dann bin ich froh, dass ich in deinem Zimmer bin.
14:53Das ist etwas, ist creepy, ist ein bisschen unheimlich.
14:58Das ist ein früher Stalker-Song, eigentlich, weil man da als Stalker-Knopf an der Bluse über der Stuhllehne liegen
15:08will.
15:08Aber was soll's?
15:09Das ist so toll, aber eine Geschichte müsste man auch hören.
15:12Man hat doch damals, also Coolness war ja wichtig, man musste immer irgendwelche Storys erzählen, wen man kannte und was
15:17man Tolles gemacht hatte.
15:19Und deine Frau, die hat doch den absoluten Vogel abgeschossen.
15:21Meine Frau Conny hat sich gar nicht so sehr für Musik oder Namen und sowas interessiert, aber die ganzen Jungs
15:26haben immer damit geprallt, wen sie alles kennen.
15:29Und sie wollte auch irgendwas, dann hat sie einfach Lieder aufgenommen und hat dann mal ein Lied vorgespielt und hat
15:34sich dann ihren eigenen Star ausgedacht.
15:36Es war eigentlich ein Lied von Neil Diamond, das kannte keiner.
15:39Und sie sagte, oh, das war toll.
15:40Und sie so, kennt ihr nicht?
15:41Dann hat sie, wer ist das denn?
15:43Und sie, äh, David Owonsa.
15:45Und dann hat sie, David Owonsa und sie, ja, hat sie ausgereift.
15:49Keine Ahnung, wie sie auch auf den Namen kam.
15:51Das klingt wie ein afrikanischer Fußballspieler oder so.
15:53Das war David Owonsa.
15:55Und dann haben die alle gesagt, wie sieht der aus?
15:57Und dann hat sie, also kam sie in Druck und dann hat sie Fotos und so gezeigt und auch überall
16:02in die Freundschaftsbücher und so rein und der Lieblingsstar geklebt.
16:05Nur, David Owonsa sah aus wie so ein junger Howard Carpendale, aber trug komischerweise immer nur so Winterpullover und so,
16:12weil das war einfach nur ein Model aus einem Otto-Katalog, den sie ausgeschnitten hat und dann überall rein und
16:18dann auf die Federmappe David Owonsa und so geschrieben.
16:21Und das hat viele, viele Wochen gehalten, dieser Trick.
16:25Und ich glaube, und heute wäre es überhaupt nicht mehr möglich durch Shazam und Google, aber damals hat sie wochenlang
16:31den Leuten das vormachen können.
16:33Sie ist am Nachfolge-Hit gescheitert, aber ich glaube, ich glaube, das Tolle ist, ganz viele Menschen da in Hannover,
16:39die warten heute noch auf die überfällige Comeback-Tournee, weil er soll live ganz toll gewesen sein haben.
16:45Beim Otto-Katalog-Tournee sein.
16:49Scherlige Geschichten.
16:51Also unbedingt das Buch lesen und auf Tour, auf Lesetour ist er auch.
16:54Vielen, vielen Dank, Oliver.
16:55Ich freue mich jetzt in nächster Woche.
16:57Vielen Dank.
17:03Vielen Dank.
Comments