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00:00:00.
00:00:16Meine sehr verehrten Damen und Herren,
00:00:19begrüßen Sie den Moderator des Abends,
00:00:22begrüßen Sie Olaf Schubert, begrüßen Sie mich!
00:00:27Hui! Herzlich Willkommen, Humorzone Nr. 12 aus Dresden,
00:00:35dieses Mal nicht aus Las Vegas.
00:00:38Wir heißen Sie hier im Saal auf das Herzlichste Willkommen.
00:00:41Wir begrüßen auch Sie daheim an den Endgeräten.
00:00:45Humorzone, wir haben ein buntes Programm.
00:00:49Schön, dass Sie dabei sind.
00:00:51Das Jochen Barkas Ballastorchester.
00:00:56Ja, vielen Dank.
00:01:01Ja, es ist wie immer.
00:01:03Draußen geht die Welt unter, aber drinnen steppt Ronny.
00:01:07Ja, und man merkt natürlich auch in diesen turbulenten Zeiten,
00:01:10Humor ist wichtig.
00:01:12Humor ist wichtig, auch natürlich,
00:01:14gerade für die Menschen hier im Saal.
00:01:16Ja, für die Menschen, die sich kein anständiges Fetanyl leisten können.
00:01:20Und wir haben quasi für all jene einen bunten Humorcocktail zusammengestellt,
00:01:27aus einheimischem Anbau.
00:01:29Ja, also wir sind wirklich stolz drauf.
00:01:31Wir haben die Gag-Produktion nicht nach China ausgelagert,
00:01:35sondern wir lachen wirklich hier noch direkt beim Erzeuger.
00:01:38Also hier, wo der Witz umzingelt wird, warten wir, bis er rauskommt.
00:01:42Und wir beginnen weiblich mit Frauen.
00:01:47Es sind starke Frauen. Es sind sehr starke Frauen.
00:01:49Es sind eigentlich die stärksten Frauen, die ich je sah.
00:01:54Besonders die eine, also ne Fische Ische.
00:01:56Also das ist, ja, muss man sagen, das ist gar nicht mehr so klassisch feminin.
00:02:00Das ist schon eine Überdosis Östrogen.
00:02:04Es sind Mütter, gleich drei.
00:02:07Da haben wir gleich drei Muttis am Anfang.
00:02:09Da haben wir es weg.
00:02:10Also, ja, es sind, wie gesagt, drei Mütter.
00:02:14Und sie sind wirklich nur euretwegen hier, was nicht überrascht.
00:02:18Denn es sind eure Mütter für euch aus Stuttgart. Eure Mütter.
00:02:36Schönen guten Abend. Eine Freude hier zu sein.
00:02:39Wir drei singen heute Abend für euch ein Lied über moderne Technologie.
00:02:43Genauer gesagt über Telekommunikation.
00:02:45Es ist ja eine Wahnsinnserrungenschaft,
00:02:47dass heutzutage zwei Menschen sich Nachrichten schreiben können.
00:02:51Über beliebige Distanzen. In Echtzeit.
00:02:54Durch einen kleinen Kasten, den man in der Hosentasche hat.
00:02:57So weit, so großartig.
00:02:58Das Problem ist nur, dieselbe Technologie ermöglicht auch,
00:03:03dass sich 26 Leute gleichzeitig auf einem Displayfenster Nachrichten schreiben können.
00:03:16Weiß jemand, was sich Oma zum Geburtstag wünscht?
00:03:20Äh, nein.
00:03:22Amazon Gutschein?
00:03:25Ja, fein.
00:03:26Aber was anderes?
00:03:29Ulla ist schwanger.
00:03:32Hallo, Ulla ist schwanger.
00:03:34Und da kann nämlich mal jemand reagieren.
00:03:37Okay, ich reagiere.
00:03:38Wer ist Ulla?
00:03:41Ich kann mich an dem Gutschein für Oma beteiligen.
00:03:44Aber weil ich ohne Kinder komm, will ich nur halb so viel bezahlen wie ihr.
00:03:49Schau mal, ich hab mir den Bart abrasiert.
00:03:52Ja, sieht besser aus, Tante Ruth.
00:03:56Äh, da ist ne neue Nummer im Chat.
00:03:58Ich weiß nicht, wer das ist.
00:04:00Ja, das mit der Katze als Profilbild.
00:04:04Vielleicht ist es ne Katze.
00:04:06Eure beschissenen WhatsApp-Gruppen fieken mein Gehirn.
00:04:18Wenn ich ehrlich bin, wär ich lieber nicht drin.
00:04:30Hey, nächste Woche mal aufm Bier.
00:04:33Ja, gerne.
00:04:34Ich kann Mittwoch und Freitag.
00:04:36Super, ich kann Freitag.
00:04:39Markus schreibt.
00:04:40Freitag hab ich die Kinder.
00:04:42Was ist mit Dienstag?
00:04:44Äh, Dienstag war doch gar nicht im Angebot.
00:04:47Dann übernächste Woche?
00:04:49Markus schreibt noch.
00:04:51Was jetzt?
00:04:52Freitag übernächste Woche?
00:04:54Markus schreibt.
00:04:55Oder gleich am Montag.
00:04:57Da hab ich schon einen Tremin.
00:04:59Äh, Leute, da geht's nicht.
00:05:01Andi hat einen Tremin.
00:05:03Ach so, alles klar.
00:05:04Dann geh du mal zu deinem Tremin.
00:05:07Tränen lachendes Emoji.
00:05:09Schreib es am besten gleich in deinen Tremin-Klaränder.
00:05:13Haha, du Tortel.
00:05:16Gruppenname wurde geändert in Tremin.
00:05:19Eure beschissenen WhatsApp-Gruppen.
00:05:25Eure beschissenen WhatsApp-Gruppen ficken mein Gehirn.
00:05:29Und wenn ich ehrlich bin, wär ich lieber nicht drin.
00:05:41Wir vermissen Paulas Freundin-Buch, könnt ihr mal nachsehen, bei wem es steckt.
00:05:46Wir haben es nicht.
00:05:48Bei Levi ist es auch nicht.
00:05:50Bei uns auch nicht.
00:05:51Wir sehen nachher gleich mal nach, aber ich glaub, bei uns ist es nicht.
00:05:58Wir haben es nicht.
00:06:00Es ist bei uns, wir füllen's die Tage aus, dann kriegt ihr es wieder.
00:06:05Bei uns ist es nicht.
00:06:07Bei uns auch nicht.
00:06:08Nein, alles klar, danke hat sich ja geklärt.
00:06:11Es ist bei Elias.
00:06:13Wir haben es nicht.
00:06:15Wir auch nicht, aber das von Sophie ist doch irgendwie verschollen.
00:06:19Weiß da jemand was?
00:06:20Bei uns ist keins, glaub ich.
00:06:22Wie gesagt, wir schauen nach.
00:06:24Übrigens hängt nicht morgen ne Liste aus.
00:06:26Da kann jeder eintragen, welche Aufgabe er am Samstag übernimmt.
00:06:30Super, danke Bettina.
00:06:32Ja, danke.
00:06:34Danke.
00:06:35Danke.
00:06:36Danke Bettina.
00:06:38Danke.
00:06:38Vielen Dank.
00:06:40Wir haben Paulas Freunde Buch auch nicht.
00:06:43Eure beschissenen WhatsApp-Ruppen fiken mein Gehirn.
00:06:53Doch ich bleib drin, ich will ja nicht, dass ich was verpass.
00:07:23Ich muss sagen, du bist heute wahnsinnig entspannt irgendwie.
00:07:27Du bist lockerer als gewöhnlich, so will ich es mal sagen.
00:07:31Ich finde es schön, dass dir das auffällt.
00:07:33Ich habe nämlich an mir gearbeitet, ich habe meine innere Mitte gefunden.
00:07:36Das merkt man voll.
00:07:37Du bist unheimlich ausgeglichen irgendwie.
00:07:40Ja, ja, ich mache ja seit einiger Zeit das Dings, ähm, das mit den Nadeln.
00:07:45Ah.
00:07:47Akupunktur?
00:07:48Ne, ich spritze mir Heroin.
00:07:55Hallo.
00:07:56Guten Abend.
00:07:58Herzlich willkommen im Hotel Sirage.
00:08:00Sie checken ein?
00:08:01Ganz genau, ich habe eine Reservierung.
00:08:03Mein Name ist Glöpp.
00:08:04Herr Glöpp.
00:08:05Schon gefunden.
00:08:07Für eine Nacht, richtig?
00:08:08Exakt.
00:08:09Bestens.
00:08:10Herr Glöpp, wünschen Sie ein Onanier- oder ein Nicht-Onanier-Zimmer?
00:08:21Herr Glöpp?
00:08:23Ich fürchte, ich habe Sie missverstanden.
00:08:26Wie war die Frage?
00:08:27Ich fragte, möchten Sie lieber ein Onanier- oder ein Nicht-Onanier-Zimmer?
00:08:35Herr Glöpp?
00:08:38Sie haben hier Onanier-Zimmer?
00:08:42Selbstverständlich.
00:08:43Ich weiß schon, heutzutage sind manche Häuser reine Nicht-Onanier-Hotels nicht so bei
00:08:48uns.
00:08:49Hier können Sie nach wie vor wählen, welche Zimmerart Sie präferieren.
00:08:57Also?
00:08:59Herr Glöpp?
00:09:02Ja, ich weiß nicht so recht.
00:09:06Nun, planen Sie denn heute Nacht zu Onanieren?
00:09:10Quatsch.
00:09:11Natürlich nicht.
00:09:12Nein.
00:09:13Na wunderbar, dann haben wir es doch schon.
00:09:14Für Sie ein Nicht-Onanier-Zimmer.
00:09:16Obwohl?
00:09:19Was ist denn, was ist denn, wenn jemand in einem Nicht-Onanier-Hotel-Zimmer?
00:09:25Nicht an einem Nicht-Onanier-Zimmer?
00:09:26Ähm.
00:09:29Ja?
00:09:32Na ja, wenn einem das da mal passiert.
00:09:38Was genau?
00:09:42Na ja, das halt mal.
00:09:48Und an ihr?
00:09:49Das haben Sie gesagt.
00:09:51Nun, Herr Glöpp, man kann wohl nicht davon sprechen, dass so etwas jemandem passiert,
00:09:55nicht wahr?
00:09:56Kommt wohl, ehrlich gesagt, eher selten vor, dass man sich in seinem Hotelzimmer aufhält
00:09:59und plötzlich, oh, hoppla!
00:10:04Was ist mir denn da passiert?
00:10:07Ja, aber wie wollen Sie das rausfinden?
00:10:09Das können Sie doch gar nicht wissen.
00:10:11Das riecht man.
00:10:12Das riecht man?
00:10:13Haben Sie hier Sperma-Spürhunde oder was?
00:10:15Wir nutzen hier im Hause ein Spermometer.
00:10:19Wenn das anschlägt, stellen wir dem Gast eine Sonderreinigung in Höhe von 800 Euro
00:10:23in Rechnung.
00:10:23800 Euro?
00:10:24Das ist ja wohl ein Witziges, aber auch keine 800 Euro, um hier einen zu scheffeln?
00:10:29Nun, Sie können diese Zahlung ja leicht umgehen, indem Sie sich heute Nacht einfach keinen scheffeln.
00:10:37Herr Glöpp.
00:10:43Ich nehme ein Onanierzimmer.
00:10:46Natürlich.
00:10:47Suche ich direkt für Sie heraus.
00:10:50Beziehungsweise, Herr Glöpp, das tut mir leid.
00:10:53Ich sehe jetzt erst, alle Onanierzimmer sind bereits ausgebucht.
00:11:00Ist doch gerade Bischofskonferenz.
00:11:11Vielen Dank!
00:11:14Eure Mütter!
00:11:18Eure Mütter!
00:11:19Ja, wieder was gelernt.
00:11:22Über gewisse Dinge.
00:11:28Hinfort.
00:11:29Ja.
00:11:30Ähm.
00:11:32Erstaunlich.
00:11:33Ja.
00:11:33Man denkt ja immer, oder man sagt ja immer so, Frauen werden die neuen Männer.
00:11:37Gelegentlich sind Männer die neuen Frauen.
00:11:38Man merkt, unser Land ist im Wandel.
00:11:41Ähm.
00:11:42Das zeigt sich an vielen Kleinigkeiten, ja.
00:11:45Ich sag mal, man hat ja auch immer so gesagt, der Deutsche.
00:11:48Was ist denn seine Kernkompetenz?
00:11:50Arbeiten.
00:11:51Ja.
00:11:52Fleißig sein.
00:11:53Rumwuseln.
00:11:54Emsig.
00:11:55Mittlerweile ist immer wieder aufzuhören, ja, Deutsche sind träge und faul.
00:11:59Und ich frage mich natürlich dann immer, wer ist das konkret?
00:12:02Was sind das für Menschen?
00:12:04Ja.
00:12:04Ich meine, klar, bei der Band oder bei Künstlern ist das logisch.
00:12:08Die sind ja extra Künstler geworden, um nicht arbeiten zu müssen.
00:12:11Aber Faulheit bei euch, das überrascht mich.
00:12:15Ja.
00:12:15Also, ähm, da gibt es ja wirklich sehr, sehr viele Parameter, die das irgendwie belegen.
00:12:22Also, früher hat man ja immer so gesagt, ja, hoffentlich nehmen uns die Ausländer nicht
00:12:27die Arbeitsplätze weg.
00:12:29Heutzutage wünscht man sich's.
00:12:30Ja.
00:12:31Natürlich spricht man nicht direkt von faul, sondern man spricht ja eher von sogenannter
00:12:35Work-Life-Balance.
00:12:38Früher nannte man das eher asozial.
00:12:40Ja.
00:12:41Und das ist auch mit Zahlen unterbuttert.
00:12:43Deutsch.
00:12:50War der Applaus für mich?
00:12:52Schön.
00:12:53Ja.
00:12:53Also, die Zahlen belegen das ja wirklich.
00:12:56Ja.
00:12:56Also, Deutschland hat europaweit die geringste Wochenarbeitszeit.
00:13:01Ja.
00:13:01Ich glaube, 50 Stunden.
00:13:04Und ich weiß nicht, wie viel sind es genau?
00:13:06Es sind...
00:13:09Also, mir...
00:13:10Wie...
00:13:10Ach...
00:13:1140.
00:13:12Das lohnt's ja gleich gar nicht.
00:13:14Äh...
00:13:15Also, 40 fände ich sehr wenig, muss ich sagen.
00:13:17Also, ja.
00:13:18Ich kann das gut beurteilen, ja.
00:13:20Ich hab ja so diesen Blick von außen.
00:13:23Ähm...
00:13:24Man muss es ja auch nicht übertreiben.
00:13:25Also gut, angemessen fände ich 100 Stunden, weil da würde sich vieles von alleine klären.
00:13:30Ja.
00:13:31Man hat keine Überstunden mehr.
00:13:32Wer mehr arbeitet, muss auch weniger wohnen.
00:13:35Das Wohnungsproblem löst sich.
00:13:37Und, was natürlich auch sehr bemängelt wird, ist so diese Mentalität.
00:13:41Teilzeit arbeiten, aber Vollzeit krank.
00:13:44Ja.
00:13:44Deutschland hat einen sehr hohen Krankenstand.
00:13:47Natürlich ist für die Arbeitgeber krank jetzt nicht gleich krank.
00:13:52Ja.
00:13:52Nehmen wir mal an, jemand hatte eine Herztransplantation.
00:13:57Damit ist nicht zu spaßen.
00:13:58Das ist mir schon klar.
00:13:59Ja.
00:13:59Der hatte eben früh die Operation, kommt dann eben erst mittags zu spät auf Arbeit.
00:14:06Ich meine, da wird doch jeder gute Chef sagen, Mensch, kein Problem.
00:14:10Ja.
00:14:11Gehen Sie nach Hause.
00:14:12Wenn Sie mit der Arbeit fertig sind.
00:14:14Ja.
00:14:16Kommen Sie morgen wieder.
00:14:17So.
00:14:17Ähm.
00:14:19Was anderes ist für mich, sag ich mal, dann zum Beispiel eine Beinamputation.
00:14:24Ja.
00:14:24Warum da krankstreben?
00:14:25Also ich meine, es gibt doch Tätigkeiten im Sitzen.
00:14:28Ja.
00:14:29Obendrein ist die Frage, wurde das ganze Bein amputiert?
00:14:32Oben oder Oberschenkel?
00:14:34Ja.
00:14:36Sind wichtige Details.
00:14:38Da gibt es also eine, eine erhebliche Streuung.
00:14:40Und ich beobachte das auch in meinem Umfeld.
00:14:42Ja.
00:14:42Also ich kenne einen, der ist immer gesund.
00:14:45Der geht, der geht immer arbeiten.
00:14:47Immer gesund.
00:14:47Wo ich mir sage, immer gesund.
00:14:49Wie krank ist das denn?
00:14:50Ja.
00:14:51Ja.
00:14:52Ich kenne aber auch einen, der ist das direkte Gegenteil.
00:14:54Komplett schlafsack.
00:14:55Permanent irgendwie am Dümpeln.
00:14:57Ja.
00:14:58Diagnose.
00:14:59Mobus.
00:14:59Null Boccus.
00:15:00Der ist 300 Tage krank im Monat.
00:15:03Und das ist schon abgerundet.
00:15:05Also.
00:15:05Und da ist natürlich die Frage, wie bekommt man dort für alle Beteiligten faire Lösungen?
00:15:11Wie können die aussehen?
00:15:13Was, was ist fair?
00:15:14Gibt es überhaupt Fairness?
00:15:16Also ich sag mal, in meinem Contest zum Beispiel in meiner Familie, Carola wollte Kinder.
00:15:23Ich wollte keine.
00:15:24Jetzt haben wir fünf.
00:15:26Ist das fair?
00:15:27Ja.
00:15:28Oder auf Arbeit.
00:15:29Ich, ich, ich stehe hier.
00:15:30Ich muss in diesem Mief, ja, hier muss ich irgendwelche Leute anmoderieren.
00:15:35Während andere draußen ganz gemütlich an der frischen Luft Gleise verlegen.
00:15:40Ja.
00:15:42Ja.
00:15:42Ist das fair?
00:15:43Also ich, nein.
00:15:45Ich will nicht jammern.
00:15:47Ich glaube, das merkt man.
00:15:48Ja.
00:15:48Also ich, äh.
00:15:50Es gibt welche, die immer nur rumnörgeln.
00:15:52Die dann so sehen, ja, und wir verdienen zu wenig und die Preise, die Preise, die Preise.
00:15:57Ja.
00:15:57Es gibt welche, denen kann man nicht helfen.
00:15:59Ich meine, wer beim Einkaufen noch auf die Preise achten muss, der hat wohl sein Leben
00:16:02komplett gegen die Wand gefahren.
00:16:04Ja.
00:16:05Also.
00:16:07Und insofern freut es mich wirklich, dass es immer wieder Menschen gibt, die doch eine gewisse
00:16:12Vorbildfunktion haben.
00:16:14Ja.
00:16:14Und so auch unser nächster Gast.
00:16:17Er hat eine eigene, sehr erfolgreiche Kabarett-Sendung in der ARD.
00:16:22Und trotzdem kommt er zu uns hier in die Provinz, um hier vor uns richtig zu arbeiten.
00:16:27Ja.
00:16:27Also das ist über der Norm.
00:16:29Er ist quasi ein klassischer Normbrecher.
00:16:31Sozusagen der, der Alfred, wie hieß der, der Adolf Hennecke, der Witzigkeit oder ums zu gendern.
00:16:37Die Frieda Hock auf der Comedy.
00:16:40Ich hoffe, ihr wisst zu schätzen, dass er hier ist und zeigt das mit Applaus.
00:16:43Dieter Nohr.
00:16:54Dankeschön.
00:17:00Dankeschön.
00:17:04Dankeschön.
00:17:06Dankeschön.
00:17:07Dankeschön.
00:17:07Dankeschön.
00:17:07Ja.
00:17:07Freue ich mich sehr, hier zu sein.
00:17:09Mein Name ist Dieter Nuhr.
00:17:11Und ich beschäftige mich, das hat der Olaf schon sehr gut erkannt.
00:17:15Im Wesentlichen mit der Frage, warum dürfen Tiere nachts im Zoo bleiben und wir müssen raus.
00:17:20Das ist im Grunde das, worum es bei mir geht.
00:17:23Ich bin jetzt 65 Jahre alt.
00:17:25Ich beschäftige mich schon länger mit diesen Fragen.
00:17:27Das heißt, ich bin schon ein bisschen, muss ein bisschen schneller machen auch.
00:17:31Weil ich habe nicht mehr so lange, ich weiß nicht genau, wie lange es noch geht in meinem Alter.
00:17:36Ich bin ja jetzt so im Alter, wo man normalerweise in Rente geht.
00:17:40Also jetzt nicht als Lehrer, da ist man da schon zehn Jahre drüber weg, aber als normaler Mensch.
00:17:46Und ein bisschen schade auch.
00:17:48Der menschliche Körper könnte ja im Grunde unendlich alt werden.
00:17:52Aber wir haben ja nur mal dieses Gen, das uns altern lässt, das dann irgendwann die Zellteilung unterbindet.
00:17:57Und dann ist Feierabend.
00:17:59Und deswegen sind wir jetzt alle hier und welken vor uns hin.
00:18:05Bei einigen sieht man es schon.
00:18:06Das ist oft schlimm.
00:18:10Sie lachen da hinten.
00:18:11Das ist ganz schlimm, wenn es verschiedene Preiskategorien gibt.
00:18:15Da sitzen vorne immer die, die sich gesagt haben, ich mache es nicht mehr lange.
00:18:18Ich gönne mir noch mal was.
00:18:20Die sitzen dann immer ausgerechnet da, wo ich trotz der Scheinwerfer noch was sehen kann.
00:18:24Das ist dann auch für den Künstler nicht einfach.
00:18:28Auf der Bühne dem Tod ins Andenitz zu schauen.
00:18:32Das ist, ja, das ist schon.
00:18:39Also.
00:18:42Dankeschön.
00:18:42Ja.
00:18:43Wäre schön, wenn Sie den Abend noch packen würden.
00:18:46Ja, das ist immer unangenehm.
00:18:47Während des Auftritts jemand stirbt.
00:18:49Das ist immer sehr, sehr, sehr gut.
00:18:51Man macht sich auch künstlerische Vorwürfe.
00:18:52Verstehen Sie?
00:18:53Man denkt dann auch, wenn sich das rumspricht, nicht?
00:18:57Und sich die Leute dann irgendwann sagen, zu dem nur gehe ich nicht mehr.
00:19:00Da werden immer welche in der Zinkwanne rausgetragen.
00:19:03Also das ist nicht schön.
00:19:04Das Leben ist so schnell vorbei.
00:19:06Und deswegen stellt sich natürlich auch überhaupt erst die Sinnfrage.
00:19:11Was fange ich mit meinem Leben an?
00:19:13Und ich bin ja kulturschaffender.
00:19:14Kultur halte ich für sinnstiftend.
00:19:17Ab und zu mal ein paar Klavierwerke von Bach hören.
00:19:20Kultur halt.
00:19:21Oder wenigstens am Klo die Tür zumachen.
00:19:24Das ist es ja, was uns vom Tier unterscheidet, muss man ja sagen.
00:19:28Die Tiere gucken einen zum Teil ja noch an dabei.
00:19:34Unfassbar.
00:19:35Naja.
00:19:36Ich bin begeisterter Kulturmensch.
00:19:39Ich gehe auch sehr oft zu Kulturveranstaltungen hin.
00:19:41Es wird ja heute sehr viel angeboten.
00:19:43Ich kann mich oft gar nicht entscheiden.
00:19:44Ich sitze vor diesen Programmzeitschriften und denke,
00:19:46Mensch, wohin gehst du?
00:19:48Und ich gehe jetzt in das Konzert mit den Werken estnischer Chormusik,
00:19:52von den Runenliedern der verköstlichen Schamanenkultur
00:19:54bis zum Polyphonenreduktionismus der Nachmoderne.
00:19:57Oder doch lieber in die Ausstellung Metadiskurs und Selbstreferenzialität
00:20:02zwischen Renaissance und Surrealismus.
00:20:04Und dann sitze ich da und denke, mei.
00:20:07Hm.
00:20:08Und am Ende gucke ich dann doch wieder ein Porno,
00:20:11weil ich finde,
00:20:12weil ich finde, dass in der Kultur der Mensch im Mittelpunkt stehen sollte.
00:20:19Ich versuche mir ein bisschen diesen liebevollen Blick auf die Menschen zu bewahren.
00:20:25Das ist sehr wichtig, gerade in diesen rauen Zeiten,
00:20:28dass man sich so ein bisschen mit Menschenliebe bewahrt.
00:20:31Menschenliebe.
00:20:32Ich schaue mir die Menschen auch oft ganz bewusst an, wenn ich irgendwo bin, wo viele sind,
00:20:36so in der Bushaltestelle zum Beispiel.
00:20:38Gucke ich mir die Menschen ganz, ganz bewusst an und dann denke ich oft...
00:20:49Liebe ist es nicht, was man da empfindet.
00:20:51Es ist oft...
00:20:53Aber so ein Grundrespekt.
00:20:55So ein Grundrespekt.
00:20:56Ja, ist vielleicht auch zu viel gesagt.
00:20:57Aber Ekel ist ja auch kein schönes Wort.
00:21:00Das ist...
00:21:02Ja.
00:21:03Aber es sind manchmal halt auch so Kleinigkeiten, die einen dann wahnsinnig stören an anderen
00:21:07Menschen.
00:21:07Man ist im Grunde offen.
00:21:09Man fragt sich, was hat der andere zu sagen?
00:21:11Bereichert mich das möglicherweise geistig?
00:21:13Und plötzlich merkt man, der spricht, aber der hat so...
00:21:16Kennen Sie das?
00:21:17Zwischen Ober- und Unterlippe hat der so einen eiterfarbenen Faden,
00:21:22der beim Sprechen auch immer so mit rauf und runter geht.
00:21:26Man hört praktisch gar nicht mehr, was der sagt.
00:21:28Man guckt immer nur auf diesen Faden.
00:21:30Und denkt, gleich reißt der.
00:21:31Gleich reißt der.
00:21:32Der reißt gleich.
00:21:33Aber der reißt nie.
00:21:36Und da ist die Menschenliebe am Arsch, kann man sagen.
00:21:41Ganz schlimm für mich auch Gerüche.
00:21:43Im Kino zum Beispiel, wenn da neben mir einer sitzt und der muffelt so.
00:21:46Das kann ich gar nicht haben.
00:21:47Da kann der nichts für.
00:21:49Das ist ja gar nicht selbst.
00:21:51Sondern das sind Bakterien, die in der Achselhöhle wohnen.
00:21:55Und dessen getrocknen Schweiß fressen und dann absterben.
00:21:58Das verstehe ich.
00:21:59Das würde ich auch nicht überleben.
00:22:01Und dann komme ich da aus dem Kino nicht raus.
00:22:04Und ich nehme schon immer die Sitze am Rand.
00:22:06Damit ich da irgendwie...
00:22:07Viele wollen ja im Kino in der Mitte sitzen.
00:22:10Ich verstehe es nicht.
00:22:12Allein die Vorstellung.
00:22:13Ich sitze da eingefärcht.
00:22:15Neben mir so ein Hypernervöser, der immer so mit dem Bein wackelt.
00:22:18Der sich überall so rumfummelt.
00:22:20So an den Fingern.
00:22:21So sich die Haut abzieht.
00:22:22Sich den Daumen schält wie eine Banane.
00:22:25Und manchmal stürme ich viel kleinere Dinge noch.
00:22:29Da sitzt neben mir einer spannende Stelle im Film.
00:22:33Totenstill.
00:22:35Und der neben mir atmet.
00:22:42Ich gebe zu, es ist auch verstörend, wenn er nicht mehr atmet.
00:22:45Das ist auch nicht gut.
00:22:46Aber wenn die atmen, dann oft so...
00:22:51Ich kann gar nicht mehr dem Film folgen.
00:22:52Weil ich überall suche, wo habe ich das Taschenmesser für den Luftröhrenschnitt.
00:22:55Ich halte es nicht aus.
00:22:58So.
00:23:00Und das war meine Aufgabe heute Abend.
00:23:02Sie ein bisschen sensibilisieren für die Atmosphäre um Sie rum hier.
00:23:08Genießen Sie den Abend.
00:23:09Dankeschön.
00:23:10Tschüss.
00:23:15Dieter Nuhr.
00:23:18Hier bei uns.
00:23:19Weiter auf uns.
00:23:20Dieter Nuhr.
00:23:23Ja.
00:23:26Lebensweisheiten.
00:23:27Für den Alltag.
00:23:29Und ja, der MDR ist ja eigentlich immer so interessiert an jungen, frischen, unverbrauchten Künstlern.
00:23:35Aber für Dieter Nuhr machen wir natürlich eine Ausnahme.
00:23:37Ja, jetzt kommt sie zu einem kleinen Umbau.
00:23:43Und...
00:23:44Genau.
00:23:46Ich habe ja vorhin was erzählt von der Arbeitsethos.
00:23:51Jetzt sieht man halt, was ich gemeint habe.
00:23:53Ja.
00:23:56Und...
00:23:58Das sind noch die Besten.
00:23:59Also das ist wirklich...
00:24:03Sie hier zeigen ja wenigstens noch ihr Gesicht.
00:24:05Da sind ja auch...
00:24:06Manche treten ja nur noch vermummt auf.
00:24:08Ja.
00:24:08Bei der Arbeit.
00:24:09Damit man nicht sieht, dass es Arbeitende sind.
00:24:12Dabei ist es eigentlich egal.
00:24:13Sind ja alles Tschechen.
00:24:16Ähm...
00:24:17Ja.
00:24:17Aber wir haben natürlich jede Menge alte Technik.
00:24:20Wie man sieht.
00:24:21Also da ist noch viel...
00:24:23Von vorm Krieg.
00:24:25Gerade hier.
00:24:27Das ist...
00:24:28Gerade...
00:24:28Ja.
00:24:29Kabel, ne?
00:24:33Gerade bei Bluetooth und WLAN setzt der MDR noch auf Kabel.
00:24:40Es ist alles wohltuend analog.
00:24:42Aber hier geht es schon gut vorwärts.
00:24:44Ja.
00:24:45Wir arbeiten noch ohne KI.
00:24:46Oder der MDR hat eine spezielle KI.
00:24:49Nämlich...
00:24:53Komplette...
00:24:55Das sehen Sie selbst.
00:24:56Ja.
00:24:56Also warum stehe ich eigentlich hier?
00:24:58Äh...
00:24:59Ich bin hier um ein...
00:25:00Nein, nein, nein, nein.
00:25:00Um unsere nächste Künstlerin anzumoderieren.
00:25:03Was eigentlich Quatsch ist.
00:25:04Man kann zu ihr eigentlich gar nichts sagen.
00:25:06Denn sie ist ja...
00:25:07Sie ist ein Panoptikum der Superlative.
00:25:10Also für mich ist sie immer so...
00:25:12Der Polenböller in der Erdbeertorte.
00:25:14Ja, wenn sie zündet, dann kriegt jeder was ab.
00:25:17Ich finde, sie ist Sachsens Antwort auf den Atomausstieg.
00:25:20Also sie ist ein Reaktor der Freude.
00:25:23Dort wo sie aufschlägt, dort wächst kein Gras mehr.
00:25:26Sondern wirklich nur noch Blumen.
00:25:28Ich wäre jetzt mit meiner Anmoderation langsam durch.
00:25:35Aber ich halte die Spannung.
00:25:38Also...
00:25:41Na, jetzt wäre ich auch fertig.
00:25:43So, also...
00:25:45Hier und jetzt live aus Dresden.
00:25:48Auf unserer Showbühne.
00:25:50Die legendäre Anna Matheur & Band.
00:25:57Applaus
00:26:13Ja...
00:26:18Schön mal im Sitzen, ne?
00:26:20Ich mach das ja jetzt so über 20 Jahre.
00:26:23Und ich wollte auch mal...
00:26:24Also alt werden ist nichts für Feiglinge.
00:26:26Ich hab...
00:26:29Ähm...
00:26:29Okay, zack.
00:26:30Schnell mal alles raus.
00:26:31Ich bin fit.
00:26:36Ähm...
00:26:36Ich...
00:26:37Ähm...
00:26:37Ich...
00:26:38Ich hab eben noch geschlafen.
00:26:39Ich bin...
00:26:39Also...
00:26:39Ich bin noch in der Aufwachphase.
00:26:41Sorry.
00:26:44Das war verrückt, ja.
00:26:47Ich hab geträumt, ich wär schon dran gewesen.
00:26:50Irgendwie...
00:26:51Ich hab...
00:26:52Scheiße, jetzt muss ich alles nochmal machen.
00:26:55Das ist doch doof.
00:26:56Das sind immer die Vergleiche, die man sieht.
00:26:59Jetzt...
00:27:00Und...
00:27:01Pfff...
00:27:01Und wenn dann ein Can-Standing-OV kommt wie vorhin und...
00:27:06Und die Vertikalseilnummer ist auch irgendwie...
00:27:08Ich weiß auch nicht...
00:27:11Das ist ja verrückt.
00:27:12Aber es ging eigentlich ganz lustig los.
00:27:14Ich hab geträumt.
00:27:16Ich war am Soundcheck und dann hab ich gesagt,
00:27:18Okay, Leute.
00:27:19Dauert noch.
00:27:20Ihr müsst mit den Kabeln und so.
00:27:21Ich geh noch kurz Pilze sammeln.
00:27:23Und dann hab ich Pilze mitgenommen, falls ich keine finde.
00:27:26Und dann bin ich so links und rechts, hab ich so Hallimarsch bepackt.
00:27:29In die Heide.
00:27:30Und...
00:27:31Äh...
00:27:31Bin dann so erstmal...
00:27:32Einen Weg lang gegangen.
00:27:34Und...
00:27:35Dann kam ein Fluss.
00:27:36Und dann fiel mir ein, dass ich...
00:27:38Leistungsschwimmerin war.
00:27:39Und dann bin ich in den Fluss rein.
00:27:40Und dann war ich aber schwerer als früher.
00:27:43Und...
00:27:43Das lag an den Pilzen.
00:27:45Aber nee.
00:27:46Lag nicht.
00:27:47Weil die Pilze blieben oben.
00:27:49Und...
00:27:49Mich zog so nach unten.
00:27:52Und das hat mich schon ein bisschen...
00:27:53Äh...
00:27:54Irritiert.
00:27:55Und dann hab ich gedacht, äh...
00:27:56Dann hab ich die Pilze so losgelassen.
00:27:58Und es sackte trotzdem weiter.
00:28:00Und ich hab ein bisschen Bandscheibe.
00:28:01Und jetzt...
00:28:02Ähm...
00:28:03Da hat der Arzt gesagt, ich soll mich immer auf Tennisbälle setzen.
00:28:05Habe ich auch gemacht, ne?
00:28:06Aber alle weg.
00:28:07Wahrscheinlich hier...
00:28:09Sind alles, äh...
00:28:10Alles Tennisbälle, ne?
00:28:12Ich...
00:28:13Ich hätte ja auch...
00:28:13Ich muss auch immer nachkaufen.
00:28:15Ich hab...
00:28:15Ich krieg den nicht raus.
00:28:16Einfach.
00:28:17Das ist mir auch unangenehm, wenn ich dann zum Proktologen muss.
00:28:19Und ich bin ja auch mittlerweile bekannt.
00:28:21Es ist da...
00:28:22Sitzt er auf so einem Stuhl, weißt du?
00:28:23So Beine links und rechts wie so ein Hähnchen.
00:28:25Und dann sagt er...
00:28:26Kenn ich sie nicht aus dem Fernsehen?
00:28:27So...
00:28:28Nee, nee, nee, nee, nee, nee.
00:28:29Nee, ist schon...
00:28:31Ja...
00:28:32Nee, und da bin ich dann...
00:28:33Äh...
00:28:33Aber in diesem Gewässer, da hatte ich auf einmal so einen Drive.
00:28:36Und da hab ich dann so...
00:28:37Äh...
00:28:38Nach innen gedacht.
00:28:39Und da hab ich dann so...
00:28:40Puck, puck, puck, puck, puck.
00:28:41Die Tennisbälle aus mir rausgeschossen.
00:28:43Und dann hatte ich...
00:28:44So Speed drauf.
00:28:45Dass ich dann aus dem Wasser so...
00:28:47Sch...
00:28:47Nach oben.
00:28:48Über der Talsperre Malta.
00:28:50Und dann...
00:28:51Mit so...
00:28:52Was...
00:28:52Hab ich dann hier so meine Arme so zum Flugkörnchen ausgebreitet.
00:28:56Und dann bin ich bis Halberstadt.
00:28:58Und da war dann so eine Kirchturmspitze.
00:29:00Da hab ich mich festgehalten.
00:29:01Und da wurde grad...
00:29:03Äh...
00:29:03Das langsamste Stück der Welt gespielt.
00:29:05Weißt du?
00:29:05John Cage.
00:29:06Und da haben die grad...
00:29:07Zehn Jahre Gis haben sie gespielt.
00:29:08Zehn Jahre.
00:29:09Und ich hing da so dran.
00:29:10So...
00:29:13Und da bin ich dann so abgerutscht.
00:29:15Und bin in die Partitur reingefallen.
00:29:18Und dann kamen so Musikwissenschaftler aus der ganzen Welt.
00:29:23Und ich war dann wie so ein goldenes Vlies lag ich da als Notation.
00:29:26Und diese Tennisbälle, das waren dann Noten.
00:29:29Und die lagen dann auch an der richtigen Stelle.
00:29:31Ich sah aus wie gregorianische Musik.
00:29:33Und...
00:29:34Äh...
00:29:34Dann haben sie sich auch besprochen und haben überlegt, ob das so ein...
00:29:37Ähm...
00:29:38Wie man damals die Achtelpassagen gespielt hat.
00:29:40Und dann...
00:29:41Äh...
00:29:41Bin ich raus.
00:29:43Und dann...
00:29:44Haben sie mich festgenommen.
00:29:45Aber sie konnten...
00:29:46Weil ich...
00:29:46Krieg die Hände nicht hinter den Rücken.
00:29:48Weil ich so dick bin.
00:29:49Weißt du?
00:29:49Das ist mein Trick.
00:29:50Das...
00:29:51Und dann hat sich aber rumgesprochen.
00:29:53Dann haben sie gesagt.
00:29:53Ja, aber ich hab die schon mal gesehen.
00:29:54Dann haben sie mich mit Hula-Hoop-Reifen fixiert.
00:29:57Ja.
00:29:57Und dann...
00:30:13Äh...
00:30:14Aufgetaucht und hat so Geigenkästen an den Füßen.
00:30:17Und...
00:30:17Und wurde von Schildkröten verfolgt.
00:30:19Und am Horizont war das Dorf der Experten.
00:30:22Und das Dorf der Ahnenforscher.
00:30:23Und das Dorf der Trottel.
00:30:24Aber das Dorf der Trottel hat man nur gesehen.
00:30:26Wenn ein Bein an Land und eins im Wasser war.
00:30:29Ja.
00:30:30Und dann bin ich aufgewacht.
00:30:32In dem Moment, wo sie mich nach meiner Lieblingsfarbe gefragt haben.
00:30:35Ich weiß nur noch.
00:30:36Aubergine.
00:30:38Ja.
00:30:38Ist verrückt.
00:30:39Oder?
00:30:39Ich hab mich nur kurz hingelegt.
00:30:41Ich weiß auch nicht.
00:30:42Vielleicht waren es auch die Tabletten.
00:30:43Novalgin.
00:30:44Traumadol.
00:30:45Ich hab mich wirklich...
00:30:46Ich hab mich nur hingelegt.
00:30:47Ich hab die Schuhe an die Seite.
00:30:48Ich hab noch was getrunken.
00:30:50Ich hab allen gewunken.
00:30:51Ich hab...
00:30:51Mein Sohn hat...
00:30:53Einen Schulabschluss.
00:30:55Wenn Kehrwoche ist.
00:30:56Ich bin die Erste.
00:30:57Ich hab mich nur kurz hingelegt.
00:30:59Und dann träumt man so eine gequirlte Kackscheiße.
00:31:15An der Umgehungsstraße.
00:31:17Kurz vor den Mauern unserer Stadt.
00:31:24Steht eine Nervenklinik.
00:31:27Wie sie noch keiner gesehen hat.
00:31:42Sie hat das Fassungsvermögen.
00:31:45Sämtliche Einkaufszentren der Stadt.
00:31:52Gehen dir die Nerven durch.
00:31:55Ich...
00:31:56Wirst du noch verrückter gemacht.
00:32:01Hey, hey, hey.
00:32:03Ich war der goldene Reiter.
00:32:08Hey, hey, hey.
00:32:10Ich bin ein Kind dieser Stadt.
00:32:15Hey, hey, hey.
00:32:17Ich war so hoch auf der Leiter.
00:32:20Doch dann fiel ich ab.
00:32:24Doch dann fiel ich ab.
00:32:29Auf meiner Fahrt in die Klinik sah ich noch einmal die Lichter der Stadt.
00:32:38Sie brannten wie Feuer in meinen Augen.
00:32:42Ich fühlte mich einsam und unendlich schlafen.
00:32:48Hey, hey, hey.
00:32:50Ich war der goldene Reiter.
00:32:55Hey, hey, hey.
00:32:57Ich bin ein Kind dieser Stadt.
00:33:02Hey, hey, hey.
00:33:04Ich war so hoch auf der Leiter.
00:33:07Doch dann fiel ich ab.
00:33:11Doch dann fiel ich ab.
00:33:12Ich war so hoch auf der Leiter.
00:33:15Ich war so hoch auf der Leiter.
00:33:18Ich war so hoch bei mir, aber ich war so hoch.
00:33:25Das war so hoch.
00:33:29Ich war so hoch.
00:33:36Sicherheitsnot-Signale, lebensbedrohliche Schizophrenie
00:33:45Neue Behandlungszentren bekämpfen die wirklichen Ursachen
00:33:55Hey, hey, hey, ich war der goldenerein
00:34:02Hey, hey, hey, ich bin ein Kind, die so stark
00:34:08Hey, hey, hey, ich war so hoch auf der Leiter
00:34:14Doch dann fiel ich ab
00:34:17Doch dann fiel ich ab
00:34:21Doch dann fiel ich ab
00:34:24Doch dann fiel ich ab
00:34:28Wow, da an der Beier, wow
00:34:40Amateur und Bengt, Samuel und Kai
00:34:58Ja, Amateur und Bengt
00:35:04Wir haben ja, das kriegt man ja mit
00:35:06Wir haben hier auf der Bühne ja überwiegend wirklich gestandene Künstler
00:35:10Ja, die kennt man
00:35:11Da sind überwiegend alte Hasen
00:35:13Also gestandene Rammler
00:35:17Und Rammlerinnen
00:35:18Aber natürlich genauso wichtig
00:35:20Ist der Nachwuchs
00:35:21Das
00:35:22Da geht es mir auch um mich
00:35:24Wie lange soll ich das noch hier machen
00:35:26Ja, das geht sicherlich noch
00:35:28Vier, fünf Jahrzehnte
00:35:30Aber
00:35:31Dann bin ich auch 60
00:35:33Und gehe in Lifestyle Teilzeit
00:35:35Und wir versuchen natürlich immer
00:35:38Dem Nachwuchs zu fördern
00:35:39Ja, Nachwuchs braucht Förderung
00:35:41Ganz klar
00:35:41Und ab und zu mal eine Schelle in den Nacken
00:35:46Damit sie auch lustig sind
00:35:48Und zwecks diesem Berufs
00:35:50Veranstalten wir ja schon seit zwölf Jahren
00:35:52Hier in Dresden immer den Nachwuchswettbewerb
00:35:54Den güldenen August
00:35:55Und auch dieses Jahr
00:35:56Hatten wir wieder fünf hochkarätige Bewerber
00:36:00Und Bewerberinnen
00:36:01Also fünf Bewerbende
00:36:03Wobei ich sagen muss
00:36:04Beim MDR ist es Geschlecht wirklich egal
00:36:07Hauptsache der Kandidat hat Puls
00:36:11Und
00:36:13Naja
00:36:19Das ist natürlich ein ganz eigenes Fass
00:36:21Mit dem Geschlecht
00:36:22Man kann ja jetzt auch immer nicht nachgucken
00:36:24Und die Sichtprüfung machen
00:36:26In jedem Fall war es ein sehr erfolgreicher Wettbewerb
00:36:29Die Jury hat entschieden
00:36:31Es ist die härteste Jury das gibt
00:36:32Es ist quasi
00:36:33Das Publikum hat entschieden
00:36:35Das Volk
00:36:36Ihr
00:36:37Der Plebs
00:36:38Hat
00:36:40Hat abgestimmt
00:36:41Wir haben einen würdigen Gewinner
00:36:43Und dieses Jahr
00:36:44Ist es
00:36:48Spannung
00:36:48Spannung
00:36:49Türe
00:36:49Türe
00:36:50Tusch
00:36:50Tusch
00:36:50Denken wir uns alles
00:36:52Also
00:36:53Ach ja genau
00:36:54Ich hab's mir fast gedacht
00:36:56Tritt jetzt demzufolge
00:36:57Das erste Mal
00:36:58Im Fernsehen auf
00:37:00Und dann gleich im NDR
00:37:01Ja
00:37:02Man kann wirklich sagen
00:37:04A Star
00:37:05Is Born
00:37:06Denn jetzt kommt
00:37:07Tobias Born
00:37:08Begrüßt ihn
00:37:09Mit aller Freude
00:37:10Tobias Born
00:37:23Vielen Dank
00:37:24Dankeschön
00:37:29Ich freu mich wahnsinnig
00:37:31Wirklich
00:37:31Man sagt mir Tobias
00:37:32Du darfst jetzt zur glamourösesten Gala
00:37:35Ja
00:37:38Slightly overdressed
00:37:39für die Veranstaltung
00:37:39Oder?
00:37:40Ehrlich
00:37:41Wirklich
00:37:41Ich hab mir was anderes vorgestellt
00:37:44Aber ich muss sagen
00:37:44Guck mal
00:37:45Ich mag das Outfit sehr
00:37:46Wär das ein Shopping Queen
00:37:47Motto
00:37:48Das wär
00:37:48Ist das Leben bitter
00:37:50Bewirf es mit Glitter
00:37:51Ja
00:37:52Und guck mal
00:37:53Wir haben schwierige Zeiten vor uns
00:37:56Und deswegen finde ich
00:37:57Das kannst du jeden Tag tragen
00:37:58Wirklich
00:37:59Das ist für den Alltag
00:38:00Ganz fantastisch
00:38:02Ja ich meine
00:38:03Das ist super praktisch
00:38:04Damit wirst du nicht aus Versehen
00:38:06Vom Lastenfahrrad überfahren
00:38:08Komm es kann passieren
00:38:10Tut mir mal einen Gefallen
00:38:11Wenn ihr das nächste Mal eins seht
00:38:12Achtet drauf
00:38:13Das Ding vorne
00:38:15Ist immer leer
00:38:19Manchmal sitzt ein Kind drin
00:38:21Aber ich persönlich finde
00:38:22So ein 10 Kilo schweres Kind
00:38:24Ja
00:38:25Ist höchstens
00:38:25Ist eine psychische Last
00:38:28Oh ihr mögt Kinder
00:38:32Wären schwierige Minuten für euch
00:38:34Kann ich euch sagen
00:38:35Nein guck mal
00:38:36Letztens hatte ich eine gute
00:38:38Ehemalig gute Freundin zu Besuch
00:38:40Irgendwann rief die aus heiterem Himmel
00:38:42Tobias guck mal
00:38:42Unser Paul hat zum ersten Mal
00:38:44Ohne Windel Kacka gemacht
00:38:49Ist immer noch mein Teppich
00:39:01Das habe ich ihr dann auch gesagt
00:39:02Und dann sagt sie
00:39:02Tobias du musst dein inneres Kind mal wieder finden
00:39:04Sei doch nicht so hart
00:39:05Find mal dein inneres Kind wieder
00:39:07Und ich bin auf die Suche gegangen
00:39:09Ich habe es gefunden
00:39:10Als ich bei ihr zu Besuch war
00:39:15Nein
00:39:15Ich habe den nicht auf den Teppich gekackt
00:39:18Nein
00:39:19Ich habe mich mit ihrem Paul verabredet
00:39:21Und wir haben eine kleine Bolognese Schlacht gemacht
00:39:24Freundschaft war zu Ende
00:39:24Muss man sagen
00:39:26Ich habe keine Kinder
00:39:27Weil ich homosexuell bin
00:39:29Keine Überraschung
00:39:30Wirklich betretene Stille im Raum
00:39:31Ja das ist
00:39:33Haben ein paar von euch erkannt
00:39:34Wahrscheinlich Mitarbeiter von Galileo Mystery im Publikum
00:39:38Die sind überall
00:39:39Wirklich
00:39:39Ich finde trotzdem wichtig
00:39:41Kurz darüber zu sprechen
00:39:42Denn es gibt Leute die sagen
00:39:44Tobias
00:39:44Du musst das nicht immer erzählen
00:39:46Was du in deinem Schlafzimmer machst
00:39:48Geht mich gar nichts an
00:39:49Muss ich nicht immer erzählen
00:39:50Ich bin hetero
00:39:51Ich mache das auch nicht
00:39:53Das sind die gleichen Leute
00:39:54Die mich einladen
00:39:55Wir sitzen am Esstisch
00:39:57Die gucken mir tief in die Augen
00:39:59Und sagen
00:40:00Tobias
00:40:01Wir sind schwanger
00:40:08Ich sitze gegenüber
00:40:09Und denke mir
00:40:09Ihr bei
00:40:11Gottes Willen
00:40:14Da war Alkohol im Spiel
00:40:16Oder
00:40:16Wirklich
00:40:16Weil du weißt ja nie
00:40:18Wer von beiden den Kürzeren gezogen hat
00:40:19Oder
00:40:22Ich muss aber auch sagen
00:40:23Guck mal
00:40:23Ich bin 31
00:40:24Es ist natürlich nicht so leicht
00:40:26Wir hatten keine queeren Vorbilder
00:40:27Das ist schwierig gewesen
00:40:28Ich bin aufgewachsen
00:40:30Mit Meister Eder und Pumuckl
00:40:33Irgendso ein bayerischer Schreiner mit Toyboy
00:40:35Ja
00:40:39Und die beiden waren nicht geoutet
00:40:41Jedes Mal wenn Meister Eder Besuch bekommen hat
00:40:43Musste Pumuckl verschwinden
00:40:47Oder das Sams
00:40:48Kennt ihr das Sams noch
00:40:51Eine nicht binäre Person
00:40:52In Latex
00:40:55Die bei einem alten Mann wohnt
00:40:57Um dem die Wünsche zu erfüllen
00:41:01Der Porno schreibt sich von allein
00:41:05Und jetzt kommen auch ganz viele so
00:41:06Die sagen
00:41:07Ah Tobias
00:41:08Kindern was vorlesen
00:41:09Das ist Frühsexualisierung
00:41:10Gerade wenn Dragqueens das machen
00:41:12Oh Gott
00:41:12Bitte nicht
00:41:13Das ist Frühsexualisierung
00:41:14Und da muss ich sagen
00:41:15Ich glaube sowas gibt's nicht
00:41:16Weil mir wurde in meiner Kindheit
00:41:19Auch Rapunzel vorgelesen
00:41:21Ich bin nicht hetero
00:41:24Wenn das funktionieren würde
00:41:26Dann haben wir bald
00:41:27In der Innenstadt
00:41:28Sehr viele Leute
00:41:29Die Hundemasken tragen
00:41:32Einfach weil sie in ihrer Kindheit
00:41:34Sehr viel Paw Patrol geguckt haben
00:41:39Und wenn das wirklich so funktionieren würde
00:41:41Dann würde ich gerne wissen
00:41:42Was haben die Leute im Fernsehen geguckt
00:41:44Die heute so scharf auf den Thermomix sind
00:41:47Wirklich
00:41:48Was haben die Falsches im TV geguckt
00:41:50Also wo wurden die
00:41:58Nein weil der ist doch überall
00:42:00Und die müssen es dir immer erzählen
00:42:02Wenn sie einen haben
00:42:03Müssen sie es erzählen
00:42:04Oder
00:42:06Auf diesen Partys steht in irgendeiner Ecke
00:42:09So ein Dattel Curry Dip
00:42:12Und die warten nur
00:42:13Dass du es ansprichst
00:42:14Wirklich
00:42:14Das ist
00:42:16Dattel Curry
00:42:17Oh guck mal
00:42:18Das ist ganz exotisch
00:42:20Wo kommt der her
00:42:21Ja aus dem Thermomix
00:42:22Aber ich meine generell
00:42:23Weil
00:42:26Dattel und Curry
00:42:27Kommen in freier Natur
00:42:28Nicht gemeinsam vor
00:42:28Das
00:42:29Das ist ein Dip
00:42:30Und keine Patchwork Familie
00:42:31Ja
00:42:32Das ist
00:42:33Ich glaube irgendwann
00:42:34Klingeln nicht mehr die Zeugen Jehovas
00:42:36Ich glaube irgendwann
00:42:37Klingeln Leute und sagen
00:42:38Mh
00:42:41Dattel Curry
00:42:44Wollen sie mal rein dippen
00:42:47Und das Schlimmste
00:42:48Sind aber die Leute für mich
00:42:49Die
00:42:491400 Euro bezahlen
00:42:52Für so ein Gerät
00:42:53Nur um Eierlikör zu machen
00:43:06Montag bis Freitag
00:43:08Laktose intolerant
00:43:09Ja
00:43:09Aber am Samstag
00:43:10Eierlikör
00:43:13Immer in so einer dämlichen
00:43:14DM-Bügelflasche
00:43:15Immer
00:43:18Warum ploppt das
00:43:19Das hat gar keine
00:43:19Kohlensäure
00:43:20Ja
00:43:20Trotzdem immer
00:43:23Gärt das da vor sich hin
00:43:25Können wir das überhaupt noch trinken
00:43:26Ja
00:43:26Und wenn du das aber ernsthaft
00:43:28Mal ansprichst
00:43:28Und fragst
00:43:29Hör mal
00:43:30Ist das noch gut
00:43:32Dann kommt immer die Person
00:43:33Die den mitgebracht hat
00:43:34Und sagt
00:43:34Ne ne
00:43:35Alles gut
00:43:36Das sind Bio-Eier
00:43:39Der hält sich zwei Wochen
00:43:42Und dann wird so eine Reihe Pinnchen aufgestellt
00:43:45Die Person macht sich auf den Weg
00:43:47Und sagt
00:43:51Ach guck mal
00:43:54Der ist wie Pudding
00:43:57Er sollte nicht wie Pudding sein
00:44:00Das ist ein Getränk
00:44:01Zum Trinken
00:44:03Und dann stehst du
00:44:04Mit Leuten im Kreis
00:44:06Die du mal cool fandest
00:44:07Alle haben randvolle Pinnchen
00:44:09Keiner weiß
00:44:09Wie er es trinken soll
00:44:10Alle gucken sich
00:44:12Hilfe suchend an
00:44:13Und irgendwann fängt einer an
00:44:15Und macht
00:44:29Am nächsten Tag
00:44:30Alle Scheißerei
00:44:32In diesem Sinne
00:44:32Schönen Abend noch
00:44:37Tschüss
00:44:39Tobias Bohrn
00:44:41Sehr gut
00:44:41Du musst noch kurz
00:44:44Du musst noch verweilen
00:44:45Auf der Bühne
00:44:46Ich bleibe
00:44:47Okay
00:44:47So einfach kommst du uns nicht davon
00:44:50Das war sehr gut
00:44:50Aber wir müssen dich jetzt natürlich noch
00:44:52Feierlich in den Berufsstand
00:44:54Der Humoristen aufnehmen
00:44:56Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe
00:44:58Diese Last möchte ich nicht alleine tragen
00:45:00Deshalb verteile ich sie auf mehreren Schultern
00:45:03Wir begrüßen noch einmal recht herzlich eure Mütter
00:45:05Eure Mütter zu uns
00:45:10Ja
00:45:12Ja
00:45:13Genau
00:45:14Ähm
00:45:15Wir haben für dich jetzt
00:45:17Gewisse Dinge vorbereitet
00:45:19Und natürlich bekommst du
00:45:19Erstmal als erstes
00:45:21Ganz wichtig
00:45:21Dein Preisgeld
00:45:23Du hast ja gestern
00:45:241000 Euro gewonnen
00:45:26Glückwunsch
00:45:27Vielen Dank
00:45:281000 Euro
00:45:29Oh
00:45:30Guck mal
00:45:30Das passt
00:45:31Also schön
00:45:31Ein bisschen höher
00:45:32Oder
00:45:32Na ja
00:45:351000 Euro
00:45:36Davon kannst du fast einmal tanken
00:45:39Das ist gut
00:45:40Dann komm ich nach Hause morgen
00:45:41Genau
00:45:41Das ist schön
00:46:07Noch eins falls was daneben geht
00:46:09Wir haben Kondome für die Füße
00:46:12Socken
00:46:12Ganz wichtig
00:46:13Wir haben genau die Boxhandschuhe
00:46:15Die sehr genau
00:46:15Voll auf die
00:46:16Also ich schlage dich dann damit zum Humoristen
00:46:18Was haben wir noch
00:46:19Bier
00:46:20Zeug
00:46:20Zeug
00:46:20Alles hier
00:46:21Wie kriege ich das alles nach Hause
00:46:22Ganz wichtig
00:46:23Das Feuerzeug
00:46:24Damit kannst du den ganzen Quatsch anzünden
00:46:25Ja
00:46:26Also das ist
00:46:27Alles geregelt
00:46:28Und jetzt natürlich das wichtigste
00:46:30Die Zeremonie
00:46:31Wir werden dich nun vereidigen
00:46:33Sprich den Eid
00:46:34Und empfange die Weihe
00:46:37Bist du bereit
00:46:39Für ein glückliches Leben
00:46:40Der werktätigen Menschen
00:46:41Und ihren Fortschritt
00:46:42In Wirtschaft
00:46:43Wissenschaft
00:46:44Und Kunst
00:46:45Witze zu erzählen
00:46:47So lange
00:46:47Bis einer lacht
00:46:49Ja ich bin
00:46:51Bist du bereit
00:46:52Für eine einheitliche
00:46:54Friedliebende
00:46:55Demokratische
00:46:56Und unabhängige
00:46:57Humorzone
00:46:57Mit deinem ganzen Ulk
00:46:59Und deiner ganzen Nudel
00:47:01Einzutreten
00:47:02Absolut
00:47:03Ja
00:47:03Bist du bereit
00:47:04Auf der Aftershowparty
00:47:06Richtig auf die Kacke zu hauen
00:47:07Auf jeden Fall
00:47:08Und dann nennen wir dich hier
00:47:09Mit Kraft unseres geliehenen Amtes
00:47:11Zum Spaß befreiten
00:47:13Der nationalen Ulk-Juché
00:47:14Tobias mach was draus
00:47:16Lern anständigen Beruf
00:47:17Noch ist es nicht zu spät
00:47:18Ich gebe mir Mühe
00:47:19Vielen Dank
00:47:23Tobias Born
00:47:24Glückwunsch
00:47:25Vielen Dank an eure Mütter
00:47:27Und wenn du gerade hier bist
00:47:28Ja
00:47:30Ähm
00:47:30Du hättest
00:47:31Hier
00:47:32Ja
00:47:33Und jetzt
00:47:33Die Möglichkeit
00:47:35Ich mach das eigentlich immer sehr gerne
00:47:37Aber ich will das auch
00:47:38Die nächste Künstlerin
00:47:39Anzumoderieren
00:47:40Oh
00:47:41Direkt so eine Amtshandlung
00:47:42Okay
00:47:42Das ist toll
00:47:43Ich frage
00:47:44Weißt du wer es ist überhaupt
00:47:45Ja ich glaube schon
00:47:46Woher
00:47:47Hinten hängt eine Dispo
00:47:48Ah
00:47:50Ich dachte wir hätten einen Malwurf
00:47:51Okay
00:47:55Ähm
00:47:56Ja ich würde gerne sagen
00:47:57Es gibt ja wenig Veranstaltungen in Deutschland
00:47:59Die so
00:48:00So viel Glitzer
00:48:00Und Glamour
00:48:01Und tolle Outfits
00:48:02Miteinander bringen
00:48:03Ja
00:48:03Wenn wir jetzt noch Nebelmaschinen hätten
00:48:04Du
00:48:05Dann könnten wir ja auch den Papst empfangen
00:48:06Also das wäre
00:48:07Ja das gibt es zu wenig
00:48:09Im deutschen Fernsehen
00:48:10Und ähm
00:48:11Die nächste Künstlerin
00:48:12Die vereint das alles ganz ganz wunderbar
00:48:14Und äh
00:48:15Ich freu mich sehr dass sie hier ist
00:48:16Hier ist für sie
00:48:19Lisa Eckhardt
00:48:19Lisa Eckhardt von der Astor
00:48:37Dankeschön
00:48:38Ich war kürzlich bei Ikea
00:48:39Weil ich Brennholz gebraucht habe
00:48:42Und da kamen ständig diese Durchsagen
00:48:44Die kleine Susi sucht ihre Mutter
00:48:46Der kleine Tobi sucht seinen Vater
00:48:48Und mir fiel auf
00:48:49Die Eltern suchen nie
00:48:53Ich glaube das nennt man Achtsamkeit
00:48:56Achtsamkeit bedeutet den Moment zu akzeptieren wie er ist
00:48:59Letztens lag einer auf den Gleisen
00:49:01Und ich wollte ihm schon helfen
00:49:03Aber dann dachte ich
00:49:04Nein
00:49:05Sei achtsam
00:49:07Es war schon falsch ihn zu schubsten
00:49:18Verstehen Sie
00:49:19Ich wollte Ihnen ebenfalls Achtsamkeit lehren
00:49:21Dieser Typ hat so gewütet
00:49:23Weil der Zug verspätet war
00:49:24Und ich dachte mir
00:49:25Im Gleisbett vergeht die Zeit für ihn schneller
00:49:28Oft braucht es einen Perspektivenwechsel
00:49:30Warum nicht mal an der Haustür
00:49:32Den Türspionen verkehrt rum einbauen
00:49:34Schauen Sie was Ihr Partner treibt
00:49:36Wenn Sie aus der Wohnung gehen
00:49:38Ich habe befürchtet dass mein Mann daheim nur kifft und onaniert
00:49:41Weil überall Taschentücher rumliegen und er stets rote Augen hat
00:49:46Jetzt weiß ich er ist lediglich den ganzen Tag am weinen
00:49:48Boah war ich vielleicht erleichtert
00:49:50Ich dachte schon er hat Probleme
00:49:52Hey das hätte sein können
00:49:54Er ist reich und arbeitslos
00:49:56Das ist eine riskante Mischung
00:49:58Fragen Sie Prince Andrew
00:50:01Wer hat gefährliche Gelüste
00:50:03Erzwungener Oralverkehr von Teenagern mit Zahnspange
00:50:07Wow da kann man ihn auch in ein Thermomix stecken
00:50:11Als ich die Schlagzeile las
00:50:13Das schwarze Schaf der Royals
00:50:15Verhaftet
00:50:16Dachte ich mir das ist so rassistisch
00:50:19Jetzt sperren Sie Meghan auch noch ein
00:50:23Ich fand da sowieso so ungerecht mit Meghan und Harry
00:50:26Wie kann man nur dauernd auf die dunkelhäutige losgehen
00:50:29Anstatt auf den rothaarigen
00:50:31Im Mittelalter hätte man Harry gemobbt
00:50:34Ein gekerkert und geschoren
00:50:35Um mit seinem Schamhaar Speisen zu würzen
00:50:38Im Volksmund später bekannt als Safran
00:50:43Manche fordern jetzt die Abschaffung der Königshäuser
00:50:46Warum?
00:50:47Weil sie teuer und pervers sind?
00:50:49Da sind die Kirchen auch
00:51:01Doch ich gebe zu bedenken
00:51:02Wenn man denen die Gelder streicht
00:51:04Mischen die sich unters Volk
00:51:05Ich zahle die Kirchensteuer ja
00:51:07Dass die Perversen an einem Ort bleiben
00:51:11Was mich bisserl enttäuscht hat
00:51:13Kein deutscher Politiker war je auf Epsteins Insel
00:51:16Deutsche waren mal das personifizierte Böse
00:51:21Jetzt lädt man sie nicht mehr zur Orgie hinein
00:51:23Als Sorge sie verderben den Spaß
00:51:25Und klar wie hätte das ausgesehen
00:51:27Merz schimpft übers Inselbild
00:51:29Lauterbach will von den Mädels den Impfnachweis sehen
00:51:32Da kommt keine Stimmung auf
00:51:34Die einzige die dort Spaß gehabt hätte
00:51:36Wäre die Weidel
00:51:36Aber die AfD vergnügt sich lieber im Kreise der Familie
00:51:40Und als Österreicher weiß ich
00:51:42Uh das geht nicht lange gut
00:51:45Die Habsburger waren auch der Meinung
00:51:47Mein Stammbaum ist der Beste
00:51:48Weil er hat keine Äste
00:52:00Doch letztlich sahen sie aus wie Sperrholz
00:52:03Also Obacht
00:52:04Durch Inzucht wird man nicht flink wie ein Windhund
00:52:07Sondern röcheln wie ein Mops
00:52:08Aber ich möchte jetzt nicht über Politiker herziehen
00:52:11Ich trete nicht nach unten
00:52:14Nach unten sag ich nicht
00:52:15Weil ich sie charakterlich gering schätze
00:52:17Sondern weil ich mehr verdiene
00:52:19Friedrich Merz bekommt im Monat 30.000 Euro
00:52:21Klingt für mich nach Bürgergeld
00:52:25Aber bitte, bitte, bitte
00:52:26Nein, ich habe nichts gegen Bürgergeld
00:52:28Manche wollen nicht arbeiten
00:52:30Ich will auch nicht arbeiten
00:52:31Deswegen mache ich das hier
00:52:32Und von meinen Steuern
00:52:34Bezahle ich lieber einen Schmarotzer fürs Nichtstun
00:52:37Als den Merz für seine Arbeit
00:52:40Zumal
00:52:47Zumal er uns ja nur beschimpft
00:52:49Faul, verweichlicht, kriegsuntüchtig
00:52:52Merz ist kein Rassist
00:52:53Der hasst uns alle
00:52:56Tiraden gegen das eigene Volk
00:52:59Das kann man sich gönnen
00:53:00Kurz vorm Selbstmord im Bunker
00:53:03Nicht aber im ersten Amtsjahr
00:53:06Mutti
00:53:07Mutti hat uns stets geliebt
00:53:09Der hat gesagt, wir schaffen das
00:53:11Merz sagt, wieso schafft ihr nichts
00:53:13Wieso seid ihr da und krank
00:53:15Gleichzeitig höre ich von der Erzieherin
00:53:16Bitte schicken Sie Ihren Sohn
00:53:18Nicht mit Durchfall in die Kita
00:53:20Wieso sollte ich ihm Durchfall mitgeben
00:53:24Das hat ja überhaupt keinen Mehrwert
00:53:28Und klar, wenn er selber Durchfall hat
00:53:29Dann muss er in die Kita
00:53:30Weil sonst stecke ich mich an
00:53:33Gerade jetzt, wo die telefonische
00:53:35Krankschreibung weg soll
00:53:36Ein Relikt der Pandemie
00:53:38Was mit Husten vor die Tür gehen
00:53:40Noch als Terroranschlag galt
00:53:42Corona hat bedeutet
00:53:44Für den Erhalt unseres Lebens
00:53:45Die Freiheit aufzugeben
00:53:46Jetzt reden wir vom Krieg
00:53:48Was bedeutet für die Freiheit
00:53:50Unser Leben aufzugeben
00:53:52Da fragt man sich schon, was denn jetzt?
00:53:54Im Krieg wird Merz dann kritisieren
00:53:56Deutsche melden sich viel zu oft tot
00:53:59Dann geht er durchs Lazarett
00:54:00Und meckert über Lifestyle-Heilzeit
00:54:03Um im Schützengraben zu liegen
00:54:05Braucht es keine Beine
00:54:07Wäre ich bereit zu kämpfen?
00:54:08Ja
00:54:09Aber nur wenn wir Angreifer sind
00:54:12Na, Verteidigung ist fad
00:54:14Da sieht man gar nichts von der Welt
00:54:27Und ganz ehrlich
00:54:28Könnte ich gut die Stellung halten
00:54:29Würde ich im Bordell aushelfen
00:54:32Mein Mann sagt
00:54:33Er kämpft sicher nicht
00:54:35Er sagt
00:54:35Unter Putin
00:54:36Kann es nicht schlimmer sein
00:54:37Als unter mir
00:54:40Ja
00:54:41Ich verfolge ihn nicht
00:54:42Wegen seiner Sexualität
00:54:43Sondern mit Sexualität
00:54:45Doch so ist es überall
00:54:47Sie brauchen nicht zu jammern
00:54:48Das Land ist so gespalten
00:54:50Ich sag Ihnen was
00:54:51Die Spaltung ist das einzige
00:54:53Was das Land zusammenhält
00:54:54Sonst würde jeder jeden hassen
00:54:56Jeder einzelne von uns
00:54:58Ist eine Parallelgesellschaft
00:54:59Jetzt sind wir die Ausländer
00:55:01Die sollen einmal die Sprache lernen
00:55:03Als ob das was bringen würde
00:55:04Mein Mann spricht meine Sprache
00:55:06Keine Ahnung was der redet
00:55:10Wenn er wieder sagt
00:55:11Du verletzt meine Gefühle
00:55:13Und klar tut mir das leid
00:55:15Weil eigentlich wollte ich ihn verletzen
00:55:18Nicht seine Gefühle
00:55:20Welche sind das eigentlich
00:55:21Wieso hat dieser Typ mehrere Gefühle zeitgleich
00:55:24Das klingt ein bisschen schizophren
00:55:25Dann kommt auch noch mein Sohn daher
00:55:27Und fragt warum der Papa weint
00:55:29Und ich meine es ist ein Kind
00:55:31Ich kann ihn nicht belasten mit
00:55:32Der Papa weint aufgrund der Einsicht
00:55:34Dass man sich selber nicht versteht
00:55:36Und obgleich es allen so geht
00:55:38Von niemandem verstanden wird
00:55:41Doch wie gesagt das ist ein Kind
00:55:42Deswegen sage ich nur
00:55:44Weil er schwach ist
00:55:47Sieh in dir an wie schwach er ist
00:55:49Nein tröste ihn nicht
00:55:50Du steckst dich an
00:55:54Wenn ich sowas erzähle
00:55:55Kommen immer Leute hinterher
00:55:56Und fragen mich
00:55:57Frau Eckert
00:55:58Sind sie wirklich so
00:56:00Oder ist das nur ihre Bühnenfigur
00:56:03Da kann ich sie beruhigen
00:56:04Das hier ist nur meine Bühnenfigur
00:56:07Privat bin ich unfassbar dick
00:56:19Lisa Eckert
00:56:23Ja
00:56:24Lisa Eckert
00:56:27Wie soll ich sagen
00:56:29Da war doch wieder viel Schönes dabei
00:56:32Lisa Eckert
00:56:33Unser Sonnenschein
00:56:35Für alle Hautkrebspatienten
00:56:36Und
00:56:37Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer
00:56:39Ich kann sie nicht ermuntern
00:56:40Rufen sie an
00:56:41Beim MDR
00:56:42Wenn sie auch einmal
00:56:43Von Lisa Eckert
00:56:44Erwähnt werden möchten
00:56:46Und
00:56:48Wir kommen nun
00:56:49Von der alten weißen Frau
00:56:51Zu einem jüngeren
00:56:52Etwas dunkleren Mann
00:56:54Er kommt aus Berlin
00:56:56Und das finde ich immer gut
00:56:57Berlin das bringt immer so ein bisschen
00:56:59Fame in die Veranstaltung
00:57:01Ja
00:57:01Berlin ist ja quasi
00:57:02Die einzige deutsche Weltstadt
00:57:04Das müssen wir uns ehrlich eingestehen
00:57:05Ja
00:57:05New York
00:57:06Die Stadt
00:57:07Die niemals schläft
00:57:09Berlin
00:57:09Die Stadt
00:57:09Die niemals funktioniert
00:57:12Da gibt es ja zwischen
00:57:13Dresden und Berlin
00:57:14Gibt es ja schon immer
00:57:15So ein kleines Battle
00:57:16Ja
00:57:16So natürlich ist Berlin größer
00:57:18Und so
00:57:18Aber gibt es schon immer
00:57:19So kleine Wettkämpfe
00:57:20Ginge jahrelang
00:57:21Ja
00:57:22Schafft es Berlin
00:57:23Den Flughafen fertig zu bauen
00:57:26Bevor in Dresden
00:57:27Die Brücke einstürzt
00:57:27Ja
00:57:28Das geht ja jetzt weiter
00:57:31Ja
00:57:31Jetzt ist ja die neue Challenge
00:57:32Schafft es Dresden
00:57:34Eine neue Brücke zu bauen
00:57:35Bevor sie den Flughafen
00:57:36Wieder abreisen müssen
00:57:37Ja
00:57:38Also ich
00:57:39Bin trotzdem immer
00:57:40In Dresden geblieben
00:57:41Ich hatte die Option
00:57:42Ich hätte auch nach Berlin
00:57:43Gehen können
00:57:45Aber
00:57:46Warum
00:57:46Ich finde Dresden ist viel freundlicher
00:57:48Und ich habe mich lange gefragt
00:57:49Warum
00:57:49Und ich habe es dann irgendwann rausgeriegt
00:57:51Ich glaube Dresden ist freundlicher
00:57:53Weil
00:57:54Hier leben viel weniger Berliner
00:57:56Ja
00:57:58Und ich muss aber
00:57:59Zur
00:58:06Kleiner regionaler Seitenhieb
00:58:08Ich muss aber zur Ehrenrettung
00:58:10Unseres nächsten Gastes sagen
00:58:11Er ist jetzt kein
00:58:13Kein richtig war Berliner
00:58:15Sondern er ist geboren im Iran
00:58:18Und da muss ich sagen
00:58:19Da wäre ich jetzt auch lieber hier
00:58:20Also dann sogar Berlin
00:58:22Und ich habe heute etwas gelernt
00:58:24Denn Iraner sind Perser
00:58:28Das habe ich
00:58:29War mir nicht klar
00:58:30Also Perser kannte ich Iraner
00:58:31Also Iraner sind Perser
00:58:32Perser kannte ich immer nur
00:58:33Vom Teppich
00:58:36Da gibt es unserem nächsten Künstler
00:58:37Auch gewisse Parallelen
00:58:39Denn er liegt auch sehr viel
00:58:41Aber er sieht dabei wesentlich besser aus
00:58:43Und ist wesentlich unterhaltsamer
00:58:45Rastet deshalb standesgemäß aus
00:58:47Für Masoud
00:59:05Hey da bin ich
00:59:08Gott ich freue mich
00:59:09Voll vor euch
00:59:09Dass ich hier bin
00:59:11Ich muss mich beeilen
00:59:12Ich habe danach einen bezahlten Auftritt
00:59:13Danke
00:59:14Ola für die
00:59:16Netten Worte
00:59:17Oh mein Gott so viele Deutsche
00:59:18Ich kenne euch nur aus Arte-Dokus
00:59:20Jetzt sind wir hier
00:59:22Glückwunsch
00:59:22Schön dass ihr noch da seid irgendwo
00:59:24Oh Gott
00:59:25Bleibt das Licht die ganze Zeit so
00:59:27Das ist voll hell und grell
00:59:28Ich habe voll die hohe Stirn
00:59:29Und ich weiß es reflektiert
00:59:31Und alle so
00:59:31Oh mein Gott die Sonne geht auf
00:59:32Seid keine Arschlöcher
00:59:33Das ist total unangenehm
00:59:34Ich bin früher immer so rumgelaufen
00:59:36Um das zu verdecken mit Augenbrauen
00:59:38Leute dachten immer
00:59:39Ich wäre maximal interessiert an dem
00:59:40Was sie sagen
00:59:40Ach sieh mal einer an
00:59:42Nee nee ich gucke einfach nur
00:59:43Schön schön schön schön
00:59:46Ich hatte mal
00:59:47Eine Beziehung mit einer Frau
00:59:49Ist wichtig zusammen
00:59:50Heute Abend
00:59:50Dass es eine Frau war
00:59:51Und
00:59:53Es war eine Erwachsene-Leute-Beziehung
00:59:54Wir waren verabredet
00:59:55Bei ihr zu Hause
00:59:55Und sie hat schon geschlafen
00:59:56Aber ich hatte einen Schlüssel
00:59:57Und ihr wisst schon
00:59:58Erwachsene Leute halt
00:59:59Und ich bin in die Wohnung rein
01:00:00Und
01:00:01Sie hat schon geschlafen
01:00:02Lag im Bett
01:00:03Wie gesagt
01:00:03Höhere Stirn
01:00:04Aber sehr viel mehr Humor
01:00:05Weil auf ihrer Stirn
01:00:06Stand geschrieben
01:00:07Berück dich
01:00:08Auf ihrer Stirn
01:00:08Stand geschrieben
01:00:09Hey sorry
01:00:10Ich war schon müde
01:00:11Essen ist im Kühlschrank
01:00:14Am Tag danach
01:00:14Bin ich vorher wach geworden
01:00:15Ganz recht
01:00:16In dieser Geschichte
01:00:16Gibt es einfach gar keinen Sex
01:00:18Erwachsene-Leute-Beziehung
01:00:19Und
01:00:20Hab auf ihre Stirn geschrieben
01:00:22Hey guten Morgen
01:00:22Danke fürs Essen
01:00:24Es war gar lieblich
01:00:26Übrigens
01:00:26Tobias hat angerufen
01:00:28Donnerstag geht klar
01:00:29Und ich hab drüber nachgedacht
01:00:31Was du gesagt hast
01:00:33Du hast recht
01:00:34Es sind die kleinen Dinge im Leben
01:00:36Die zählen
01:00:37HDL
01:00:38Ach weißt du was
01:00:38Wir sind erwachsene Menschen
01:00:39Ich schreibe es aus
01:00:41Ich habe dich lieb
01:00:43Gruß
01:00:43Masut Akbarzade
01:00:46Ihre Notiz
01:00:47Hab ich natürlich drangelassen
01:00:48Das scheiße
01:00:49Wenn ich mitten nach
01:00:49So rumwische
01:00:50Weißt du
01:00:50Ich hab einfach
01:00:51Zwei Häkchen gemacht
01:00:51Damit sie weiß
01:00:52Ich hab's gelesen
01:00:55Gott
01:00:57So viele Deutsche
01:00:58Mit ganz recht
01:00:59Da ist Akbarzade
01:00:59Oder sagt es nicht mehr
01:01:00Deswegen werd ich auch
01:01:01So selten eingeladen
01:01:02Weil das überfordert
01:01:02Mit dem Namen
01:01:03Ich kann es selbst
01:01:03Mittlerweile nicht mehr sagen
01:01:04Weil ich es einfach
01:01:05Über die Jahrzehnte
01:01:06Mal so extrem krass
01:01:07Deutsch über die
01:01:07Geläut hab
01:01:08Für euch
01:01:08Damit ihr euch wohlfühlt
01:01:11Akbarzade
01:01:12Mein Sohn kann es auch nicht sagen
01:01:14Er sagt immer Apfelschorle
01:01:15Ist ganz traurig
01:01:17Ihr lacht
01:01:17Weil er denkt
01:01:18Sven Kind
01:01:18Der ist 17
01:01:19Ist voll peinlich
01:01:21Wenn wir den D
01:01:22Mal verlieren
01:01:22Der ist weg
01:01:23Na Kleiner
01:01:24Wie heißt du denn
01:01:25Apfelschorle
01:01:26Packe ich in den Kofferraum
01:01:27Zu der Fanta
01:01:28Keiner wird ihn vermissen
01:01:30Aber reden wir
01:01:31Über euch Deutsche
01:01:31Ich mach nicht so
01:01:32Ethnic
01:01:32Das letzte Mal
01:01:33Ich hier war
01:01:33Hab ich über deutsche
01:01:34Wörter geredet
01:01:34So Buchstaben
01:01:36Aneinanderreihungen
01:01:36Die ich nicht verstehe
01:01:37Wie das CH
01:01:38Das man nach verschiedenen
01:01:39Art aussprechen kann
01:01:42Wieso keine Ahnung
01:01:43Ihr habt euch das ausgedacht
01:01:43Die zieht das durch
01:01:44Ich hätte gern
01:01:45Ein Glas Milch
01:01:46Keiner sagt Milch
01:01:47Alle sagen Milch
01:01:49Manche Wörter
01:01:50Machen gar keinen Sinn
01:01:50Wie das Wort Pferde
01:01:51Das wird mit P geschrieben
01:01:52Aber er sagt Pferd
01:01:53Keiner sagt Pferd
01:01:56Keiner sagt
01:01:56Oh guck mal
01:01:56Da hatte ich den Pferde
01:01:59Kinder kommen
01:01:59Schaut
01:02:00Schaut euch die Pferde an
01:02:03Prächtig
01:02:07Heute rede ich mit euch
01:02:08Über Sprichwörter
01:02:08Finde ich auch
01:02:09Sprichwörter
01:02:10Finde ich maximal interessant
01:02:11Manche finde ich total bescheuert
01:02:12Aber manche machen
01:02:13Chronologisch einfach Sinn
01:02:14Weil ich bin damit
01:02:15Ziemlich sicher
01:02:16Dass der Hund
01:02:16Der da begraben liegt
01:02:17Der selbe ist
01:02:18Der in der Pfanne
01:02:19Verrückt geworden ist
01:02:19Das macht einfach Sinn
01:02:22Chronologisch
01:02:22Der ist in der Pfanne
01:02:23Verrückt
01:02:23Und jetzt ist er begraben
01:02:28Anderer Spruch
01:02:29Von Deutschen ist
01:02:30Die reden so
01:02:31Bla bla bla
01:02:32Und dann sagen sie
01:02:33Ja und so wird ein Schuh draus
01:02:37Mir kommt es immer so vor
01:02:38Als hätte ich Anfang
01:02:38Vom Tutorial verpasst
01:02:39So wie der Schuh ist fertig
01:02:41Ich wusste gar nicht
01:02:42Dass ich über Schuhe
01:02:42Geredet habe
01:02:43Die ganze Zeit
01:02:44So eine Schuhstalliere
01:02:46Stell ich mir
01:02:46Max immer anstrengend vor
01:02:47Wenn der Meister sagt
01:02:47Ja und so wird ein Schuh draus
01:02:48Ich denke ich
01:02:49Fuck ich wusste nicht
01:02:49Dass es prüfungsrelevant ist
01:02:51Statt das wäre Smalltalk
01:02:58Wer andere in eine Grube gräbt
01:02:59Fällt selbst hinein
01:03:00Versteh ich nicht
01:03:00Wer andere in eine Grube gräbt
01:03:02Fällt selbst
01:03:02Versteh ich bin ich dumm
01:03:03In dem Szenario oder was
01:03:05Warum bin ich der der reinfällt
01:03:06Ich bin der Einzige
01:03:07Der weiß wo diese scheiß Grube ist
01:03:10Das macht null Sinn
01:03:11Wisst ihr wer für andere Leute
01:03:12Ein Grubengräbt bestattert
01:03:13Leute die auf dem Friedhof arbeiten
01:03:14Du willst mir doch sagen
01:03:15Die ganze Zeit fallen sie
01:03:15In ihre scheiß Grube rein
01:03:17Mit null Sinn
01:03:20Der frühe Vogel fängt den Wurm
01:03:24Das heißt der der früh wach wird
01:03:26Kriegt die Lorbeeren des Lebens
01:03:27Dann denkst du so
01:03:27Ja aber der Wurm ist
01:03:28Vor dem Vogel wach geworden
01:03:30Wie weit ist der jetzt gekommen
01:03:33Der ist tot
01:03:35Da musst du auch vergleichen
01:03:37Bist du ein Wurm im Leben
01:03:38Oder bist du ein Vogel
01:03:39Wenn du ein Wurm bist
01:03:40Bleib liegen
01:03:42Chill ein bisschen mit dem toten Hund
01:03:44Weißt du der da begraben liegt
01:03:45Weil keiner sagt
01:03:46Der frühe Wurm fängt einen anderen Wurm
01:03:47Nein
01:03:52Geschenkten Gaul
01:03:52Schaut man nicht ins Maul
01:03:53Ich denke ja
01:03:55Ist auch nicht mein erster Instinkt
01:03:59Wenn jemand mir den Gaul schenkt
01:04:00Sag ich danke
01:04:00Ciao
01:04:01Aber guck nicht ins der Maul
01:04:02Dann sag ich
01:04:02Wieso
01:04:04Wieso erwähnst du das
01:04:06Was hast du gemacht mit dem Pferd
01:04:07Was ist da los
01:04:15Apfel fällt nicht weit vom Stamm
01:04:17Ja wieso auch nicht
01:04:18Was ist da zu den Werfen
01:04:19Oder was
01:04:21Der fällt einfach
01:04:22Es ist nicht so
01:04:22Dass der Baum sagt
01:04:22Weg
01:04:25Es gibt's noch für Sprüche
01:04:26I love it
01:04:31Das und das
01:04:35Der eiskalteste Spruch
01:04:36Von Deutschen ist
01:04:37Naja
01:04:37Jetzt ist das Kind schon in den Brunnen gefallen
01:04:42Das gefällt mir
01:04:42Das so endgültig
01:04:47Sollen wir das Kind vielleicht rausholen
01:04:49Ne
01:04:51Vielleicht ein Seil oder eine Leiter
01:04:53Ne ne
01:04:55Das ist schon drin
01:04:57Das einzige was wir machen können
01:04:59Das ist weitere Kinder reinwerfen
01:05:02Oder vielleicht ein Hund
01:05:03I don't know
01:05:04Jetzt kommen wir eh in den Knast
01:05:06Nun denn
01:05:07So wird ein Schuh draus
01:05:07Dankeschön
01:05:08Ciao
01:05:08Ciao
01:05:13Masut
01:05:17Masut
01:05:20Masut
01:05:21Vielen Dank
01:05:24Ja sehr gut
01:05:26Das mit den Sprichwörtern
01:05:27Das hat mir gefallen
01:05:29Es gibt ja wirklich viele Sprichwörter
01:05:31An denen man sich auch orientieren kann
01:05:33Ich mach das
01:05:34Also zum Beispiel
01:05:35Lebe jeden Tag so
01:05:37Als wärst du das Letzte
01:05:39Ja
01:05:43Du bist der Nagel
01:05:44Der meinen Sack zum Überlaufen bringt
01:05:46Also man muss bei diesen Sprichwörtern
01:05:49Sehr aufpassen
01:05:49Ein falscher Buchstabe kann eine ganze Redewendung urinieren
01:05:56Ich habe den Rochen gebraten
01:06:00Da merkt man's
01:06:01Also man muss da wirklich ganz genau aufpassen
01:06:04Ich meine die Faust passt aufs Auge
01:06:06Der Arsch passt auf den Eimer
01:06:08Aber der Arsch passt nicht immer auf die Faust
01:06:10Also da
01:06:12Ja
01:06:12Sollte man schon genau hinschauen
01:06:15Man merkt das glaube ich
01:06:16Wir treiben ja hier in dieser Gala
01:06:19Allerlei Jux und Dallerei
01:06:21Wir machen uns auch über Dinge lustig
01:06:23Aber wir nennen auch Probleme bewusst beim Namen
01:06:26Aber trotzdem
01:06:28Trotz aller Kritik
01:06:29Trotz aller berechtigten Kritik
01:06:30Muss man natürlich auch sagen
01:06:31Wir in Deutschland hier
01:06:32Leben ja trotzdem in einer privilegierten Zeit
01:06:35Weil es gerade um Kinder ging
01:06:36Ich merke das an meinen Kindern
01:06:37Ja sie
01:06:38Ja sie haben Zugang zu Bildung
01:06:40Sie leben in Sicherheit
01:06:41Und viele Kinder in der Welt
01:06:45Müssen anders aufwachsen
01:06:46Ja sie wachsen auf in Armut
01:06:48Oder in Kriminalität
01:06:49Und es gelingt nur wenigen Kindern
01:06:51Aus diesem Teufelskreis auszubrechen
01:06:53Und wenn es aber Kinder schaffen
01:06:55Dann entstehen da ganz berührende
01:06:57Zu Herzen gehende Geschichten
01:06:59Und wir haben die Geschichte
01:07:01Eines amerikanischen Kindes gehört
01:07:03Und die hat uns so berührt
01:07:04Dass wir darüber ein Lied geschrieben haben
01:07:06Und damit dieses Lied jetzt authentisch wirkt
01:07:09Singe ich den nächsten Song
01:07:11Komplett auf amerikanisch
01:07:15Und falls jemand nicht so gut amerikanisch kann
01:07:17Dann machen wir es so
01:07:19Dass Jochen den Text simultan übersetzt
01:07:23Oder?
01:07:24Genau
01:07:24Das Lied heißt
01:07:25Ein Junge wurde geboren
01:07:43Vai doch, vai doch, vai doch
01:08:03Es wurde ein Junge geboren
01:08:06Und der Junge war sehr, sehr, sehr arm
01:08:11Da war keine Hoffnung
01:08:15Da war kein Licht
01:08:18Am Horizont
01:08:22Und das Kind bekam keine Liebe
01:08:30Denn das Kind war hässlich
01:08:33Sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr hässlich
01:08:46Und vermutlich hatte es auch einen Sprachfehler
01:08:54Doch einige Jahre später
01:08:59Das Kind kaufte sich ein Instrument
01:09:03Das Kind übte und übte
01:09:05Many, many hours
01:09:06Viele Stunden
01:09:08But
01:09:09Fiss
01:09:10Without
01:09:11Success
01:09:12Jedoch
01:09:13Ohne
01:09:14Erfolg
01:09:19Das bringt jetzt gar nicht
01:09:25Doch das Kind, das da geboren wurde
01:09:29Gab nicht auf
01:09:32Es spielte auf den Straßen
01:09:37Doch die Leute gingen vorbei
01:09:39Und hörten nicht auf die Musik
01:09:43Genau
01:09:49Und ein Wunder geschah
01:09:53Jemand half dem Jungen
01:09:55A good-looking and clever man
01:09:58Ein gutaussehender, kluger Mann
01:10:00Gave him his hand
01:10:04Gab ihm seine Hand
01:10:09Und heute ist der Junge ein Mann
01:10:15Er spielt Gitarre
01:10:18Er spielt hier auf der Bühne
01:10:22Er ist nach wie vor sehr untalentiert
01:10:30Und er ist hässlich
01:10:31Er ist sehr, sehr, sehr, sehr hässlich
01:10:35Nee, nee
01:10:36Se nur ti, se hai
01:10:38Also beim Adli
01:10:39Ja, ich bin hässlich
01:10:41Ja
01:10:41Yes
01:10:42Also very, very
01:10:43Dermassen very
01:10:44Sehr, ja
01:10:45Yes
01:10:46Wir müssen schon so singen, wie es war
01:10:47Ja
01:10:49Und die Moral von der Geschichte
01:10:54Ein Happy End ist nicht immer die beste Lösung
01:11:10Das ist nicht immer die beste Lösung
01:11:20Nein, nein, nein, nein
01:11:48Nein, nein, nein, nein, nicht
01:11:52Nein, nein, nein, nein
01:11:56Nein, nein, nein
01:12:00Na bitte, es geht doch
01:12:02Herr Stephan und Jochen Bakas
01:12:07Vielen Dank
01:12:09Herr Stephan und Jochen Bakas
01:12:11Klatschen Sie gleich weiter
01:12:13Für unsere nächsten Künstler
01:12:15Johann König braucht Applaus und verdient Applaus.
01:12:21Johann König.
01:12:34Dankeschön. Vielen Dank.
01:12:38Dankeschön.
01:12:40Vielen Dank.
01:12:44Ja, vielen Dank. Herzlich willkommen auch von mir.
01:12:48Ja, neulich hat meine Frau zu mir gesagt, ihr Männer, ihr hört uns gar nicht richtig zu.
01:12:57Und da habe ich sie angeguckt und habe gesagt, aber am Freitag gehe ich doch ins Kino.
01:13:08Ja, wir haben hier ein klassisches Vorurteil, das sofort bestätigt wurde.
01:13:14Und das ist ja oft das Schöne an Vorurteilen, dass sie stimmen.
01:13:17Und dabei haben Vorurteile ein schlechtes Image, aber zu Unrecht.
01:13:21Denn Vorurteile sind was Gutes.
01:13:23Ja, es ist gut, wenn man Vorurteile hat.
01:13:25Wer Vorurteile hat, der ist im Vorteil.
01:13:29Darum steckt das Wort Vorteil im Vorurteil schon drin.
01:13:33Habt ihr da mal drüber nachgedacht?
01:13:36Ja, ich auch nicht.
01:13:39Aber es ist so, ja, es ist gut.
01:13:41Es ist gut, wenn ich jemandem begegne, den ich nicht kenne.
01:13:45Dann ist es gut, wenn ich schon vorausahne, der könnte jetzt gleich das und das machen,
01:13:52weil ich eben weiß, aus Erfahrung oder aus der Zeitung,
01:13:59weiß ich einfach, dass er schon in der Vergangenheit des Öfteren das und das gemacht hat.
01:14:05Ja, dann bin ich im Vorteil.
01:14:08Gut, wir nehmen mal ein Beispiel.
01:14:09Wir nehmen mal ein konkretes Beispiel.
01:14:10Wir stellen uns mal vor, ich komme nach Hause und bei uns im Wohnzimmer ist ein Löwe.
01:14:17Ja, einfaches Beispiel.
01:14:19Ich komme nach Hause, ist ein Löwe bei uns im Wohnzimmer.
01:14:21Ja, ein Löwe, den ich nicht kenne.
01:14:27Ja, was passiert?
01:14:28Es ist so, es passiert Folgendes.
01:14:30Ich komme nach Hause, ich sehe diesen Löwen, ja, und ich denke sofort,
01:14:33oh, oh, oh, oh, Hilfe, Hilfe, ja, ein Löwe.
01:14:39Es kann sein, dass der mich gleich komplett auffrisst.
01:14:43Warum denke ich das?
01:14:45Weil ich Vorurteile habe.
01:14:48Ja, weil ich weiß, aus der Zeitung weiß ich einfach, dass Kollegen von ihm,
01:14:58schon des Öfteren mal, einen Kollegen von mir, aufgefressen haben.
01:15:06Ja, das heißt dann nicht, dass er mich auf jeden Fall auch auffressen wird.
01:15:10Ja, das heißt es nicht.
01:15:12Aber wenn er mich auffrisst, dann bin ich nicht mehr so überrascht.
01:15:20Ja, und das ist der Vorteil.
01:15:23Es ist viel angenehmer, wenn man nicht völlig überrascht aufgefressen wird.
01:15:28Okay, wir nehmen mal ein anderes Beispiel.
01:15:30Ja, wir stellen uns mal vor, ich komme nach Hause und da steht ein Pole bei mir im Wohnzimmer.
01:15:35Ja, ich merke schon, das könnt ihr euch besser vorstellen.
01:15:42Ähm, ja, ich komme nach Hause und da steht ein Pole bei mir im Wohnzimmer.
01:15:48Ein Pole, den ich nicht kenne.
01:15:53Gut, erst mal die Frage, woher weiß ich, dass es ein Pole ist?
01:15:58Ach komm, hä, weiß man doch, wie ich aussehe.
01:16:05Kurze Haare, lange Fingerflasche, Wodka in der Hand.
01:16:07Ein Pole.
01:16:12So, Ruhe und.
01:16:16Also, was passiert?
01:16:18Es passiert folgendes.
01:16:19Ich sehe diesen Pole, ja, und ich denke, ah ja, alles klar, ein Pole.
01:16:26Es könnte jetzt gleich sein, es ist, es ist sogar wahrscheinlich, es ist sogar höchstwahrscheinlich,
01:16:36alles andere wäre ein Wunder.
01:16:39Es wird jetzt gleich so sein, dass dieser Pole nicht so gut Deutsch spricht.
01:16:50Das war knapp und, ähm, ja, warum denke ich das?
01:16:55Weil ich Vorurteile habe, ja, weil ich, weil ich aus Erfahrung weiß, dass Kollegen von ihm
01:17:03bereits des Öfteren so gut Deutsch nicht gesprochen habe.
01:17:08Ja, ja, und darum bin ich auch nicht überrascht, wenn er zu mir sagt,
01:17:18Gebe Uhr.
01:17:26Versteht ihr?
01:17:28Ich bin da nicht mehr so überrascht von seinem falschen Deutsch.
01:17:33Gebe Uhr ist falsch.
01:17:35Also sage ich zu ihm, pass mal auf, Kollege, es heißt, gib, gib die Uhr, bitte.
01:18:01So, und wenn er diesen Satz dann einwandfrei zu mir gesagt hat, ja, dann gebe ich ihm halt
01:18:07seine Uhr wieder.
01:18:14Die ich ihm vorher aus Versehen geklaut hatte.
01:18:20Ja, Vorurteile sind was Gutes, das sehen wir hier, oder?
01:18:23Ja, es ist gut, wenn ich Vorurteile habe.
01:18:25Stellen wir uns mal vor, ich komme nach Hause und da ist meine Frau, ja, und ich müsste jedes,
01:18:30jedes Mal aufs Neue überlegen, was ist das für ein Mensch?
01:18:33Wie muss ich diesen Menschen einschätzen?
01:18:35Ist die jähzornig?
01:18:36Ist die lieb?
01:18:38Umarmt die oder schubst die mich, ja?
01:18:40Das wäre furchtbar, wenn ich das jedes Mal aufs Neue überlegen würde.
01:18:44Ja, da würden Ressourcen verschwindet werden.
01:18:45Darum ist es gut, wenn ich sie einschätzen kann.
01:18:48Damit das mit der Einschätzung meiner Frau aber nicht ganz so leicht ist, dafür hat der
01:18:53liebe Gott den weiblichen Zyklus eingerichtet.
01:18:57Ja, dass ich eben doch immer wieder aufs Neue überlege, ist die jähzornig, ist die aggressiv,
01:19:03küsst die oder tötet sie mich?
01:19:07Es gibt Tage, da hätte ich mir im Nachhinein gewünscht, dass zuhause ein polnischer Löwe
01:19:12auf mich wartet.
01:19:14Dankeschön.
01:19:29Ich bin immer froh, wenn sein Auftritt, wenn das alles so reibungslos klappt bei ihm.
01:19:35Man weiß ja nie bei ihm so richtig, ja, ist es nur eine Atempause oder ist es schon ein Burnout?
01:19:42Ähm, wir hatten ja heute viele Sprichwörter und so Thema, äh, ein berühmtes ist natürlich
01:19:48auch, äh, wir lachen bis der Arzt kommt und das ist hier und jetzt tatsächlich der Fall,
01:19:54denn zu uns kommt jetzt ein Doktor.
01:19:56Da gibt es ja so unterschiedliche Kategorien, ja, Doktor Med ist Doktor der Medizin oder
01:20:01Doktor Gyn, ja, das ist Doktor Günther.
01:20:04Ähm, zu uns kommt jetzt Doktor Pop und er ist nicht nur der einzige Akademiker des Abends,
01:20:11sondern er macht Witze wirklich explizit über Musik, das finde ich sehr wohltuend, ja,
01:20:16denn wir haben ja jahrelang hier immer nur Witze über Musiker gemacht, ja, und die kennt
01:20:21man ja nun langsam wirklich zuhauf, ja, hier, wie bekommt man einen Musiker auf zwei Promille,
01:20:28ja, drei Tage keinen Alkohol.
01:20:33Herrlich, könnte ich stundenlang machen, ja, oder ein, ein, ein Flötist, ein Blockflötist
01:20:37steht auf der Brücke und will runterspringen, ist es ein guter Blockflötist oder ein schlechter?
01:20:41Hm, egal, Hauptsache er springt.
01:20:45Nein, aber das ist ja nicht meine Kernkompetenz, sondern wir haben Fachpersonal für Musik
01:20:50rastet, ich glaube zum letzten Mal am Abend aus, wir sind nämlich eigentlich schon danach,
01:20:56mehr oder weniger am Schluss, ein Grund mehr, sich zu freuen über Doktor Pop.
01:21:19Hallo, schönen guten Abend.
01:21:20Ja, ich finde es ja ganz interessant, was in Deutschland musikalisch erfolgreich ist
01:21:24und der erfolgreichste Song letztes Jahr war Wackelkontakt, dieser hier.
01:21:28Wär ich ein Möbelstück, dann wär ich eine Lampe aus den 70ern, die fliegt ganz vor,
01:21:35die fliegt aus, mir haut sie sich schon rumgelnd aus, wär ich ein Möbelstück.
01:21:41Und da ist ja ein ganz dezenter 90er Jahre Beat drin.
01:21:47Und dann hat die Band Scooter angerufen und gesagt, wir wollen unsere Musik zurückhaben,
01:21:50ne, und es gibt davon jetzt eine holländische Version, wurde auf holländisch übersetzt.
01:21:55Ich bin ein Möbelstück, allein bei den Jahren selben Tag.
01:22:00Ich bin ein Möbelstück, ich bin ein Möbelstück.
01:22:08Und es gibt manchmal Hits aus Deutschland, da kriegt man gar nicht mit, dass die im Ausland erfolgreich werden.
01:22:12Es gibt einen Deutschrap-Song, der ist auf der ganzen Welt erfolgreich, der wird ganz viel angeklickt, dieser hier.
01:22:24Das war's, das ist der ganze Refrain.
01:22:28Das ist türkisch, heißt alles in Ordnung, tamam, tamam.
01:22:31Aber die Strophen sind auf Deutsch und die sind auch sehr intelligent.
01:22:34Egal wo ich hingehe, ich werde erkannt.
01:22:36Frag mal warum, weil ich bin bekannt.
01:22:39So, also, wo er recht hat, hat er recht, ne.
01:22:43Summer Jam heißt der Typ, ja, und er hat sowieso geile Textzeilen.
01:22:47Meine Lieblingstextzeile von ihm lautet, Drogen sind wie Türen, man kann sie drücken oder ziehen, ja.
01:22:55Und ich sammle so ein bisschen bekloppte Deutschrap-Textzeilen, das ist so ein Hobby von mir.
01:22:58Ich habe auch so eine YouTube-Seite inkognito angelegt.
01:23:01Hier ist meine Lieblingsbekloppte Deutschrap-Textzeile.
01:23:03Ich weiß, heute unsere Tage sind zu kostbar.
01:23:06Die Zeit läuft wie die Nase meiner Tochter.
01:23:09So.
01:23:12Zitat.
01:23:13Die Zeit läuft wie die Nase meiner Tochter.
01:23:16Das ist ein Rapper im Homeoffice.
01:23:19Der musste noch einen Text fertig machen.
01:23:21Tochter hatte schnupfen, hat er gesagt, das nehme ich einfach, hat er sich gesagt.
01:23:25Oder hier ist auch ganz schön, Achtung.
01:23:27Vergleich dich niemals mit mir.
01:23:29Mein schwarzes Seen, Meter mal vier.
01:23:31So.
01:23:32Zitat.
01:23:32Vergleich dich niemals mit mir.
01:23:34Mein Schwanz ist zehn Meter mal vier.
01:23:37Sind Ingenieure im Raum?
01:23:42Oder Immobilienmakler?
01:23:44Also was meint er genau?
01:23:45Meint er zehn mal vier, dann wäre es eine Fläche wahrscheinlich.
01:23:47Und es gibt wirklich ein paar bekloppte Zeilen.
01:23:49Zum Beispiel hat einer mal gerappt.
01:23:51Ich bin Dichter wie Van Gogh.
01:23:55Und vielleicht hat er Informationen, die wir nicht haben.
01:23:59Oder er hat dem Geschichtsunterricht nur mit einem Ohr zugehört.
01:24:01Das kann sein.
01:24:04Aber ich würde für euch jetzt auch mal rappen.
01:24:06Ich hoffe, es ist kein Fehler drin.
01:24:07Los geht's.
01:24:09Tja.
01:24:26Aber es gibt auch wirklich großartige Sachen, die aus Deutschland kommen, musikalisch gesehen.
01:24:31Nehmen wir mal hier den Sound von Queen.
01:24:36Brian May eine E-Gitarre.
01:24:39Und die Gitarre hat er mit seinem Papa selbst gebaut.
01:24:42Aber die Saiten, die Brian May spielt, die kommen aus Magneukirchen, aus dem Vogtland.
01:24:46Also Queen spielt Saiten aus Sachsen.
01:24:49Das ist ostdeutsche Handarbeit, die dort verwendet wird bei Queen.
01:24:58Und sowas macht wirklich Mut, weil es gibt aus Deutschland Sachen, die machen nicht so Mut.
01:25:02Zum Beispiel sowas hier.
01:25:05Das reicht.
01:25:08Das ist von Sigrid und Marina.
01:25:09Die sind schon bei Florian Silbereisen aufgetreten.
01:25:12Und was ich euch jetzt vorspiele, wurde nicht mit KI gemacht.
01:25:14Das ist ein echtes Lied.
01:25:15Da haben sie Nein gesagt.
01:25:21Dann hat er's nochmal versucht.
01:25:23Und wieder blieb ich hart.
01:25:26Wieder blieb sie hart, okay.
01:25:28Doch mein Lächeln machte ihm das eine ganz schnell klar.
01:25:33Ja, was denn?
01:25:36Zweimal Nein heißt einmal Ja.
01:25:39So ist das bei uns brav.
01:25:42Und das ist für die Männer oft nicht einfach zu durchschauen.
01:25:50Und so haut man 50 Jahre Emanzipation in die Tonne.
01:26:04Aber von den Männern gibt's noch härtere Sachen.
01:26:06Wir gehen mal nach Südtirol zu den Kasselroter Spatzen.
01:26:09Das ist ein echtes Lied hier.
01:26:10Auf einmal war die Amsel still
01:26:15An diesem Morgen im April
01:26:18Es war fast ein Tag wie jeder Tag
01:26:22Doch es gab Tschernobyl
01:26:25Und ich hab das Wort Tschernobyl noch nie so fröhlich gehört.
01:26:35Und das ist wirklich krass.
01:26:36Es geht noch härter Kasselroter Spatzen.
01:26:38Die hatten mehr Echos abgeräumt in den 90ern als Grönemeyer und Lindenberg.
01:26:41Hier zum Beispiel auch.
01:26:42Und nur für Biene-Giti sie sich
01:26:48Sie war nie mehr beim Krankenhaus der Stadt
01:26:52Wo ihr Kind in der Babyklappe lag.
01:27:19Und nur für Biene-Giti sie sich
01:27:26Härter als Rammstein, muss man sagen.
01:27:26Meine Mumu brummt, wenn die Traktoren knattern
01:27:31Meine Mumu brummt, wenn jeder rattern
01:27:35Meine Mumu brummt, wenn die Traktoren knattern
01:27:56Denn alles, was so rosa-rot war, ist jetzt schwarz
01:28:03Und das war eine offiziell genehmigte Cover-Version
01:28:07Aber die Stones haben damals viele Drogen genommen
01:28:09Das war's von mir. Dankeschön.
01:28:10Schönen Tag noch.
01:28:15Doktor Pop, famos, grandios, bleibt bei uns
01:28:19Denn das war die Humorzone 2026
01:28:22Mit folgenden grandiosen Künstlern
01:28:25Wir hatten Dieter Nuhr, wir hatten eure Mütter
01:28:29Bei uns heute anstatt
01:28:31Lisa Eckert, Anna Matheur, Johann König
01:28:35Wie sie alle heißen, kommt dann bei
01:28:37Tobias Bohrn, Masut
01:28:40Und wir lassen's final krachen
01:28:44Ich sage 3, 2, 1
01:29:01350 mal 6
01:29:02Und dann sind wir wieder für Sie da
01:29:03Passt euch auf
01:29:05Ich mach's nicht
01:29:06In diesem Sinne
01:29:07Haben wir alles aufgezeichnet
01:29:10Ich frage
01:29:11Ich frage

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