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00:01And now, Extra 3, the reale Irrsinn, special.
00:06Excuse me, I have only a Genehmigung for 20 letters.
00:10Two are away.
00:17Deutschland, the land of Dichter and Denker,
00:22the bureaucrats and the authorities.
00:25Kurzum, das Land der 1000 Realsatiren.
00:30Los geht's heute in Hannover.
00:32Bekannt als Heimatstadt der ultracoolen Hardrock-Band Scorpions.
00:38Die hier auch im Jahre 2000 auf der Expo aufgetreten sind.
00:43Und so sah das Expo-Maskottchen aus.
00:45Wirklich.
00:47Das Motto der Internationalen Riesenmesse lautete damals
00:50Mensch, Natur, Technik.
00:52Heute weiß man in Hannover, dass Mensch, Natur und Technik
00:56nicht immer miteinander klarkommen.
00:58Aha.
00:59Da bleibt nur hoffen auf den Wind of Change.
01:03Karin und Klaus-Rüdiger Wallert haben sich ein E-Auto gekauft.
01:08Das ist ihr Beitrag zum Klimaschutz.
01:11Wir wollen unser Auto in unseren eigenen Vorgarten stellen,
01:14um es an der Wallbox aufzuladen.
01:16Ja, gut.
01:18Aber warum fahren sie dann nicht noch ein Stück näher ran an ihr Haus?
01:23Zuerst kam das Tiefbauamt und sagte, das geht nicht,
01:27dass wir über den Bordstein und den Fußweg fahren.
01:31Der gehört der Landeshauptstadt Hannover.
01:33Und die toleriert das nicht.
01:35Über so eine hohe Kante fährt man ja auch nicht.
01:38Dafür gibt es abgesenkte Bordsteine.
01:41Von hier bis dahin, wo meine Frau steht, das sind drei Meter,
01:46müsste der Bordstein abgesenkt werden,
01:48damit wir inzwischen die Pfosten kommen.
01:50Das kann man ganz bequem beantragen bei der Stadt Hannover.
01:55Und das geht sogar schon ganz digital.
01:58Also Antrag ausgefüllt und online abgeschickt.
02:04Dann steht einem Aufladen am eigenen Haus ja nichts mehr im Wege.
02:11Abgelehnt.
02:12Er wurde einfach abgelehnt.
02:14In der Antwort heißt es,
02:16die Vorgartenbereiche in der Nachbarschaft sind frei von Stellplätzen,
02:20sodass hier nicht von einem Einfügen in die Umgebung gesprochen werden kann.
02:25Also die paar Meter von unserem Haus entfernt,
02:28hier im Wolkerhof,
02:30hier stehen die Autos in den Vorgärten.
02:34Alle Mieter, alle Eigentümer haben sich das inzwischen hergerichtet.
02:40Ja, das mag sein.
02:42Aber sie dürfen sich das leider nicht herrichten.
02:46Das wäre ja dann laut Stadt ein Stellplatz.
02:50Und deshalb darf auch keine Zufahrt über den Gehweg hergestellt werden.
02:55Aber dafür haben sie eine Garage.
02:59Bauen sie die Wallbox doch dorthin, wie es die Stadt Hannover ihnen vorgeschlagen hat.
03:04Strom können wir hier nicht legen.
03:07Alle Garagen aus dem Jahr 67 haben keinen Strom.
03:11Und ein Verlegen würde ja wieder bedeuten,
03:15wir müssten den Fußweg aufreißen.
03:19Der gehört uns nicht.
03:20Geht nicht.
03:22Na schön.
03:23Unser Vorschlag, stellen sie einen Dieselgenerator hin.
03:27Der erzeugt ja auch elektrischen Strom.
03:29Hauptsache, sie fahren nicht in ihren Vorgarten.
03:36Weiter geht's in der Hauptstadt.
03:38Wo bekanntlich der Bär steppt.
03:41Immer ist hier was los.
03:43Mitte, Friedrichshain, Neukölln.
03:46Erst cool, dann uncool, dann wieder cool.
03:50Ja, wie denn jetzt?
03:52Hier scheint alles immer irgendwie in Bewegung.
03:55Laut Berliner Senat entstehen derzeit sogar 17 New Urban Neighborhoods.
04:00Aufregend.
04:01Der Bär hier freut sich schon mal.
04:03Aber manchmal tut es auch ganz gut, sich zurückzulehnen
04:07und zuzugucken, wie sich ganz lange nichts tut.
04:11Zum Beispiel in Spandau.
04:15Es gibt ja Dinge, die gibt's gar nicht.
04:17Und es gibt Dinge, die gibt's noch schon sehr lange.
04:20Auf der Berliner Stößenseebrücke kommt beides zusammen.
04:23Denn hier steht schon eine ganze Weile lang ein Zaun.
04:26Seit wann wohl genau?
04:29Vier Monate vielleicht? Drei Monate? Weiß nicht genau.
04:32Ja.
04:33Ja, ich würde sagen, wenn ich mir das so anschaue, mindestens ein Jahr.
04:36Na ja.
04:36Also schätzungsweise ein Jahrzehnt.
04:40Ja.
04:40Oder sogar noch länger.
04:42Sogar noch länger.
04:43Sehr richtig.
04:45Kameraautos von Google Street View fangen den Zaun 2008 erstmals ein.
04:50Die kommenden Jahre lässt die Berliner Verkehrsbehörde ihn stehen,
04:53weil das Brückengeländer rostig und morsch ist und repariert werden soll.
04:57Bald.
04:59Also, äh, demnächst.
05:01Vielleicht.
05:02Doch auf der Brücke passiert?
05:05Nichts.
05:06Also, außer, dass dort weiterhin der Zaun steht.
05:08Bis 2016.
05:11Ununterbrochen?
05:12Ja.
05:14Wie finden Sie das?
05:16Erschreckend, ja.
05:18Ja, aber auch nichts passiert irgendwie, oder?
05:20Es steht da und passiert nichts.
05:22Das ist krass, ja.
05:23Das muss man wirklich sagen, das ist krass.
05:25Doch es kommt Bewegung in die Sache mit dem vergessenen Zaun von der Stößenseebrücke.
05:30Der damalige Stadtentwicklungssenator teilt mit, dass voraussichtlich bis Ende 2016 alles fertig sein soll.
05:37Nun geht es also voran.
05:39Zügig.
05:40Bald.
05:40Also demnächst.
05:42Vielleicht.
05:43Oder auch nicht.
05:43Es wird kein Bauarbeiter je gesehen.
05:46Aber der Zaun bleibt.
05:47Bis 2020.
05:48Das ist seit zwölf Jahren ein Provisorium.
05:51Das sieht aus wie ein Bauzaun, ist aber kein Bauzaun.
05:54Nein, auf keinen Fall ist das ein Bauzaun.
05:57Denn es wird ja auch gar nicht gebaut.
05:59Und deshalb gibt es vom neuen Senat eine ganz neue Begründung für seine Existenz.
06:05Schützt sozusagen die Gehwege an der Brücke rechts und links vor Autoverkehr.
06:11Es kann immer mal vorkommen, dass sich Autofahrer überlegen, wenn sie im Stau stehen, da kann ich nochmal rechts vorbei.
06:15Das soll verhindert werden.
06:16Dieser dank des Zauns total sichere Gehweg kostet natürlich.
06:2130.000, über zwölf Jahre.
06:24Das ist ja nicht nur die Aufstellung und dann bleibt er da stehen, sondern er wird natürlich auch nochmal kontrolliert.
06:29Ist ja schadhaft, muss man was ersetzen.
06:33Dann, nach zwölf Jahren, geschieht das Unfassbare.
06:36Der Bauzaun, der kein Bauzahn ist, ist plötzlich weg.
06:40Das Wunder von der Stößenseebrücke.
06:42Naja, es wird nur kurz.
06:44Denn seit 2021 ist die Autobahn GmbH des Bundes für die Brücke zuständig.
06:49Die besorgt diesen neuen Zaun. Schick.
06:52Und liefert auch eine neue Begründung für den Zaun mit.
06:54Der Bauzaun dient als notwendige Sicherungsmaßnahme, da das vorhandene Brückengeländer, nach aktuellen Sicherheitsvorschriften, eine zu geringe Bauhöhe aufweist.
07:06Das soll aber behoben werden.
07:08Irgendwann bestimmt.
07:09Ist ja erst seit 18 Jahren abgesperrt.
07:13Wir müssen dazu sagen, in Berlin oder in Deutschland.
07:16Es gibt Länder, da hätten die noch eine zweite Brücke daneben gebaut wahrscheinlich.
07:20Von daher würde ich schon sagen, dass das so ein bisschen langsam Zeit wird, dass hier was passiert.
07:26Und es soll ja auch bald losgehen.
07:28Also wahrscheinlich vielleicht laut Autobahn GmbH sollen die Arbeiten 2027 beginnen.
07:34Der Zaun ist schon volljährig.
07:36Da schafft er doch auch noch seine zweite Null auf der Brücke, oder?
07:39Einen runden Geburtstag feiert bald auch Oberhausen.
07:44Fast 100 Jahre ist die Stadtvergrößerung her.
07:47Als Industriegemeinde gab es Oberhausen schon vorher.
07:51Und besiedelt wurde die Gegend schon seit hier die Mittelalterburg Holtenstand.
07:55Im 16. Jahrhundert geriet das bedauernswerte Holten immer wieder zwischen die Fronten.
08:02Und wurde gleich zweimal von spanischen Truppen besetzt.
08:05Was die ausgerechnet in Holten wollten...
08:09Kompliziert.
08:10Hat was mit Geschichte zu tun.
08:13Grazias.
08:14Holten war einfach im falschen Moment am falschen Ort.
08:18So ähnlich wie dieses Bushäuschen in Oberhausen.
08:22Die müssen Studierter gemacht haben. Die Doofen kommen nicht da drauf.
08:27Nee.
08:28Aber dafür kommt in Oberhausen was anderes wo drauf.
08:33Da steht jetzt so ein Ding auf dem Radweg.
08:36Ja genau.
08:37Und zwar dieses hübsche Wartehäuschen für die Bushaltestelle in Schmalendorf.
08:42Da stehen alle drauf.
08:44Ja das ist ein großer Reinfall den sie hier gemacht haben.
08:48Mehr kann doch nicht so sein.
08:49Doch.
08:50Zum Beispiel wundersch...
08:52Ja scheiße.
08:53Das war vorher schon scheiße.
08:54Und jetzt wird es ein bisschen mehr scheiße.
08:56Gut.
08:57Vielleicht steht das Häuschen ein bisschen im Radweg.
09:00Aber damit keiner dagegen fährt, hat die Verkehrsgesellschaft Stoak
09:04zur Sicherheit schon ein Hindernis davor gebaut.
09:08Wie sollen wir mit dem Fahrrad da drüber kommen?
09:10Ich bin Radfahrerin.
09:12Kein Problem.
09:14Sie haben ein gutes Rad und die Stoak einen guten Rad.
09:19Die Beschilderung ist mit Errichtung der Wartehalle bereits angepasst,
09:24dass die Radfahrer den gesamten Gehweg nutzen können.
09:27Somit hat die farblich unterschiedliche Pflasterung keine Bedeutung mehr.
09:33Genau.
09:34Hier gibt es offiziell gar keinen Radweg mehr.
09:37Also auch kein...
09:38Ding auf dem Radweg.
09:39Sondern nur...
09:41Upala.
09:42Eine Kurve auf einer gut geplanten Radspur.
09:47Abreisen und neu planen.
09:49Ich fahre jetzt mit dem Bus.
09:52Na wenigstens dem steht nichts im Wege.
09:58Und mit dem Bus geht's gleich weiter.
10:01In die Nachbarstadt Dortmund.
10:05Oh, eine Trinkhalle.
10:07Das hat in Dortmund beste Tradition.
10:10Bier wird hier seit mindestens 1266 gebraut, sagt die Stadtchronik.
10:16Ja, das stimmt.
10:17Damals noch ohne Reinheitsgebot.
10:20Dafür aber mit Myrte, Kümmel, Harz und ein paar Geheimzutaten.
10:26Angeblich führte das Gebräu zu heftigen Halluzinationen.
10:30Gäbe es das heute noch zu kaufen, würde sich bestimmt niemand über Bushäuschen auf Fahrradwegen wundern.
10:36Oder über sprechende Busse.
10:37Guten Tag, ich bin Linie SB 98.
10:42Oder über sprechende Stadtchroniken.
10:45Ich bin die Stadtchronik, aber ich wurde ja bereits vorgestellt.
10:48Wichtig ist nur, dass Sie jetzt keinen Fehler machen, wenn die Flasche leer ist.
10:53Hä?
10:54Dortmund.
10:55Januar 2025.
10:59Umweltsünder Oliver Kubanek auf dem Weg zu seinem Tatort.
11:03Hier, neben diesem Altglaskontainer, hat der Mann zugeschlagen.
11:09Und einfach so fünf Pfandflaschen hinterlassen.
11:12Für den guten Zweck, wie er behauptet.
11:15Sei es der Bedürftige, der generell zu wenig Geld hat.
11:20Oder seien es Seniorin oder Seniorinnen, die ihre Rente aufbessern
11:25oder die fürs Überraschungsei, fürs Enkelkind eventuell mitnehmen wollen.
11:28Aber zum Glück wurde die dreiste Umweltsau auf frischer Tat ertankt.
11:34Ich stellte die Flaschen ab, ging dann Richtung Einkaufen
11:37und wurde dann von zwei Herren aufgehalten,
11:40die mir erklärten, dass sie vom Ordnungsamt seien.
11:43Und im ersten Augenblick war ich relativ perplex.
11:46Dachte jetzt, hm, wollen die mich ein wenig auf den Arm nehmen?
11:51Im zweiten Augenblick dachte ich, ich gehe jetzt zum Einkaufen.
11:54Die haben meine Adresse. Sind das Trickbetrüger?
11:56Nein, keine Betrüger, sondern verantwortungsvolle Mitarbeiter der Stadt.
12:03Die Absicht, Bedürftigen zu helfen, ist lobenswert.
12:07Rechtlich gesehen ändert die jedoch nichts.
12:09Das Abstellen der Flaschen neben dem Container bleibt verboten.
12:14Und geltendes Recht wird in Dortmund schnell und mit harter Hand durchgesetzt.
12:21Deshalb hat Oliver Kubanek schon nach acht Monaten Post bekommen.
12:27Denn für diese Ordnungswidrigkeit muss er zur Rechenschaft gezogen werden.
12:33Für die Flaschen hätte ich 40 Cent Pfand bekommen.
12:37Und jetzt darf ich 128,50 Euro bezahlen.
12:41Halte ich für absolut daneben.
12:44Ja, aber bei leeren Flaschen versteht die Stadt Dortmund keinen Spaß.
12:50Ich werde ein Wiederholungstäter, seit ich noch mal erwischt werde, sodass die ganze Sache dann noch teurer wird.
12:55Das sollte ihm dann ein Lehrgut, ähm, eine Lehre sein.
13:02Wer sich weitergehend belehren lassen möchte über Rücksicht und Benimm, kann einen Blick hier rein werfen.
13:09La Civilité moderne, ein Ratgeber aus Hamburg aus dem 18. Jahrhundert.
13:14Hier steht zum Beispiel, dass sich der hanseatische Herr gegenüber der hanseatischen Dame respektvoll verhalten soll.
13:21Aber nicht übertrieben höflich, weil das ihren Verstand beleidigt.
13:28Oder, dass lautes Sprechen auf den Markt gehört, aber nicht in die Abendgesellschaft.
13:35Überhaupt ist viel von den Vorzügen hanseatischer Zurückhaltung zu lesen.
13:40Leider steht in dem ganzen Buch kein Wort davon, dass zu geringe Lärmbelästigung und zu wenig Stören auch wieder problematisch
13:50ist.
13:51Entschuldigen Sie bitte, was machen Sie denn hier in diesem Container?
13:58Wir würden hier gerne eine Produktionsstätte für Cannabis errichten im Sinne des Konsum-Cannabis-Gesetzes.
14:04Wir sind ein Verein aus Wilhelmsburg.
14:08Hier? In dieser Gegend? Mitten im Industriegebiet im Hamburger Hafen? Wie kommen Sie denn darauf?
14:16Man sieht an anderen Anbauvereinigungen schon, dass dort, wenn die zu nah an einem Wohngebiet sind,
14:22dass dort sich die AnwohnerInnen doch gestört fühlen können.
14:26Und das wollten wir halt von vornherein ausschließen.
14:29Okay. Sogar an Lüftung und Filteranlage haben Sie gedacht.
14:35Und im Industriegebiet dürfte sich ja sowieso keiner beschweren.
14:39Da stört sich das Bezirksamt Mitte ja sicherlich auch an nichts und genehmigt die Produktionsstätte sofort. Oder?
14:46Ja, leider kam dann letzten Sommer diese ablehnende Bescheid für unser Vorhaben, weil es öffentlich-rechtlichen Vorschriften widerspricht.
14:56Und zwar stört sich das Bezirksamt Mitte daran, dass die Betriebszeiten Montag bis Samstag 8 bis 18 Uhr
15:04und die Fahrzeugbewegungen und die Geruchsbelästigungen, Filteranlage, nicht erheblich störend sind.
15:12Die Punkte, die für die Stadt zu wenig störend sind, sind zu wenig Lieferverkehr, zu wenig Geruchsbelästigung und zu wenig
15:23Lärm.
15:24Also im Prinzip sind wir zufriedlich für ein Industriegebiet.
15:28Im Industriegebiet muss es nun mal zwingend laut sein und störend und das möglichst rund um die Uhr.
15:35Und ein nicht sehr störender Betrieb stört da nur, sagt das Amt.
15:41Ein Gewerbebetrieb im Industriegebiet ist unzulässig, wenn er nicht dem charakteristischen Störgrad entspricht.
15:48Ja, wir könnten auch die Filteranlage einfach weglassen, dann würden wir mehr stinken.
15:52Vielleicht kann ich ja den Lüfter noch insofern ein bisschen ausbeulen, dass er irgendwo ein bisschen mehr klackert oder so.
15:59Es muss halt richtig scheppern. So wie auf dem Nachbargrundstück. Hallo?
16:07Neben uns ist ein Gelände der Stadt für illegal abgestellte Autos, die hier hingeschleppt werden. Die sind natürlich extrem laut.
16:16Was passiert denn da? Hörst du was?
16:22Na, jetzt nicht wirklich, aber leise Autos passen besser ins Industriegebiet als leise Pflanzen.
16:30Apropos, um die Pflanzen macht sich das Amt richtig Sorgen. Stichwort Störempfindlichkeit am beabsichtigten Standort, weil …
16:38Aufgrund der benachbarten Industriebetriebe ja und der daraus resultierenden Emissionen unsere Pflanzen im Geschmack und ihrem Wachstum beeinträchtigt werden könnten.
16:50Das führt das Ganze natürlich komplett ad absurdum.
16:53Aber auch wegen der Emissionen der Cannabis-Farm auf benachbarte Industriebetriebe hat das Amt Bedenken.
17:01Also eigentlich stören wir zu wenig, aber auch zu viel und man weiß nicht so ganz, stören wir jetzt oder
17:07nicht?
17:08Och, nun lassen Sie mal Gras über die Sache wachsen. Oder eben nicht.
17:16Nicht nur Gras, nein, auch Schilf und Bäume prägten das idyllische Donau-Isar-Hügelland im ersten Jahrtausend.
17:24Als Mosa-Bürger, eine kleine Klostersiedlung, hier gegründet wurde.
17:29Für heilige Reliquien sorgten die beiden Mönche Albin und Renobot, die wirklich so hießen.
17:36Und genau so aussahen.
17:39Albin mit der niedlichen Stimme und Renobot mit dem Eislaser.
17:44Haha, nur ein Scherz.
17:46Es ist ja nicht verboten, sich über Mittelalter-Mönchnamen lustig zu machen.
17:50Auch sonst nimmt man es mit Verboten im heutigen Moosburg nicht so genau.
17:56In Moosburg ist es idyllisch.
17:58Da will man das Auto am liebsten stehen lassen.
18:01Etwa auf dem zentralen Platz auf dem Plan.
18:04Also dieser Platz war früher eine zugeparkte Asphaltwüste.
18:08Und ja, das war jetzt nicht so toll zum Aufhalten.
18:11Allen im Stadtrat und in der Verwaltung ist klar, hier muss etwas getan werden.
18:17Das Ziel war eigentlich unser Wohnzimmer, so nennen wir diesen Platz, neu zu gestalten, ihn aufzufrischen, städtebaulich umzusetzen.
18:26Das hat sich die Stadt einiges kosten lassen mit 5 Millionen, von denen die Hälfte etwa gefördert wurde.
18:31Eines der Ziele war die starke Reduktion der Parkplätze, der Stellplätze hier auf dem Platz.
18:36Statt 65 Parkplätzen überall auf dem Platz gibt es seit Oktober nur noch 16 Parkplätze auf einer Seite.
18:44Der Wandel von der zugeparkten Asphaltwüste zum Wohnzimmer sieht so aus.
18:50Jetzt haben wir eine zugeparkte Natursteinwüste.
18:53Schon vom ersten Tag ab, wo der Platz wieder freigegeben wurde, haben hier schon wieder Autos in zweiter Reihe geparkt.
19:00Nicht nur hier, wo es weiterhin erlaubt ist, sondern auch hier wird munter weiter geparkt.
19:09Der Plan für den Plan war ein anderer. Daher kümmert man sich im Rathaus natürlich sofort darum.
19:15Wir wollen jetzt in der Weihnachtszeit, in der Adventszeit keine Verwarnungen verteilen.
19:21Wir wollen die Kunden nicht von unseren Geschäften vertreiben.
19:25Und deshalb haben wir versucht, mit Hinweisen, mit Gut Zureden, mit Zeitungsberichten etc. darauf hinzuweisen,
19:33dass wir nur auf diesen markierten Flächen parken dürfen und nicht auf der gesamten Fläche.
19:38Statt Strafzettel gibt es freundliche Handzettel. Bitte beachten Sie die neue Parkregelung.
19:44Leider Gottes hat das nicht gefruchtet.
19:47Es war ein netter Hinweis, aber es hat keine rechtlichen Konsequenzen.
19:50Man durfte auf diesem Platz weiterhin legal falsch parken.
19:53Ich habe dann auch sogar einen Parkwächter darauf angesprochen.
19:57Und der sagt zu mir, ja, sollen wir uns hier einen Stuhl aufstellen,
20:01damit wir dann immer wieder die Leute aufschreiben, die hier falsch parken.
20:05Das will die Stadt keinem zumuten, weder den Kontrolleuren noch den armen Autofahrern.
20:11Stattdessen geht sie andere Wege.
20:13Wir haben es auch mal mit Flatterbändern probiert, aber auch das wurde ignoriert. Leider Gottes.
20:18Wenn sich nach all diesen Maßnahmen noch immer niemand ans Parkverbot hält, gibt es nur eine Lösung.
20:24Der Laie würde wahrscheinlich sagen, überall dort, wo nicht geparkt werden darf, gibt es halt ein Parkticket.
20:29Ja, stimmt.
20:31Aber die Stadt macht das nicht.
20:33Nee, der Stadtrat hat eine viel bessere Idee. Wieder mehr Parkplätze schaffen.
20:38Der Stadtrat hat beschlossen, dass wir prüfen, ob wir in den Wintermonaten, wenn also keine Außenbestuhlung und so weiter vorliegt,
20:49ob wir da zusätzliche Flächen zur Verfügung stellen können.
20:52In letzter Instanz droht, dass wir Fördermittel zurückzahlen müssen.
20:56Weil Teil der Förderung war, dass wir Parkplätze reduzieren.
20:58Stichwort Wohnzimmer der Stadt. Aber das kann man ja auch mit Autos ganz gemütlich nutzen.
21:03Weil dieser Platz eigentlich als Aufenthaltsfläche gedacht war und jetzt überall falsch geparkt wird,
21:09dachten wir, wir verbinden das einfach mal miteinander.
21:11Und macht was?
21:12Und spielen ja ein bisschen und trinken. Und parken. Falsch. Aber legal.
21:16Ein Prosit auf Moosburg, wo Falschparken lange Zeit legal ist und das Naheliegendste erst zum Schluss kommt.
21:24Die Stadt hat seit März auf dem Plan, doch Knöllchen auf dem Plan.
21:31Bevor es ein Ticket gibt, lieber nach Erlangen. Hier soll es nämlich besonders schön sein.
21:39Das ist sogar meteorologisch nachweisbar. Der Grund, die fränkische Trockenplatte.
21:44Eine regionale Spezialität mit drei Tage altem Kümmelbrot, knusprig gebratener Schweineschulter ohne Soße und einer großen Backkartoffel.
21:54Wenn man aufisst, gibt es morgen gutes Wetter. Deshalb scheint in Erlangen die Sonne.
22:00Nein, Unsinn. Die fränkische Trockenplatte bezeichnet natürlich eine niederschlagsarme Region in Süddeutschland.
22:07Das heißt aber leider nicht, dass es hier niemals regnet.
22:10Du suchst Nervenkitzel im Studium? Dann komm nach Erlangen an die Friedrich-Alexander-Universität.
22:19Denn hier trifft Wissenschaft auf spannende Architektur.
22:24Wir sind hier im Biologikum-Physikum auf einer Toilette im Hörsaalgebäude.
22:28Und wie man sieht, hat es hier durch die Decke reingeregnet.
22:31Also das ganze Dach hier ist baufällig, hier regnet es immer wieder rein. Die Toilette wurde gerade erst saniert.
22:39Bei deinem Studium der Naturwissenschaften in Erlangen kannst du die Elemente naturnah erleben.
22:45Quasi bei der Arbeit zuschauen.
22:48Dann ist so ein richtiger Regenschauer. Muss man erstmal unterbrechen, Eimer drunter stellen.
22:54Und dann ist es halt auch schwer, den Prof wiederzuhören.
22:58Jaha. Sogar die Lehre der Akustik wird hier anschaulich integriert.
23:04Aufregend wird's in der Chemie. Nur ausgesuchte Studenten dürfen hier rein.
23:09Wegen einer PCB-Belastung, also ein paar gesundheitsgefährdende Schadstoffe, müssen einige Frauen draußen bleiben.
23:16Naja, sind eh gerade mehrere Hörsäle geschlossen, weil die Belüftung defekt und das Dach undicht ist.
23:22Es ist katastrophal. Also wenn keine Experimente mehr gezeigt werden können in den Vorlesungen.
23:27Ich meine, das sind ja dann die Sachen, die einen gerade, wenn man jetzt Chemie studiert, am Anfang vom Studium
23:31motivieren.
23:32Weil man auch mal sieht, wie es kracht in der Vorlesung.
23:36Und wie es hier kracht an der Uni. Und zwar runter.
23:39Maxim wollte kürzlich in den siebten Stock des Philosophentums fahren. Und?
23:43Der Fahrstuhl ist zwischen dem sechsten und siebten Stock stecken geblieben.
23:47Und ich dachte, ich muss den Notruf fällen. Aber dann hat er das Schütteln und das Wackeln angefangen.
23:51Und ich bin drei Stockwerke runtergefallen in den vierten Stock.
23:56Hier werden auch für Politikstudenten die Gesetze der Schwerkraft anschaulich erlebbar gemacht.
24:01Und das hat Tradition. Schon 2013 gab es eine Demonstration der Schwerkraft im philosophischen Seminargebäude.
24:09Aufregend. Danach galt hier die Helmpflicht.
24:13Auf der einen Seite wird 100 Meter weiter ein neues Gebäude gebaut.
24:16Da investiert der Freistaat Milliarden.
24:18Auf der anderen Seite werden die Bestandsgebäude absolut nicht saniert.
24:21Die FAU hat kein Geld. Und es ist skandalös, dass wir hier drin Vorlesungen haben, wo es uns auf den
24:26Kopf regnet.
24:27Besser Regen als Beton.
24:28Die Uni Erlangen bekommt vom Land Bayern im Jahr 6,6 Millionen Euro für den Bauerhalt.
24:34Und es bräuchte aber mindestens 35 Millionen Euro.
24:39Aber das Bayerische Wissenschaftsministerium hat eine gute Idee, wie die Uni das Sanierungsproblem ganz allein lösen kann.
24:45Der Erhalt der eigenen Substanz ist in Zeiten von Hochschulautonomie zuallererst die Aufgabe der jeweiligen Universität selbst,
24:53die im Zweifelsfall intern umschichten muss.
24:57Genau. Intern umschichten. Und auch mal eine andere Lösung finden, die nichts kostet.
25:04Wir als Studierende bekommen vom Kanzlerbüro die ganz klare Info,
25:07wir können nur noch Maßnahmen umsetzen, um die Gefahr für Leib und Leben abzuwenden. Und nichts anderes mehr.
25:13Lebst du noch oder studierst du schon?
25:15Willkommen an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen.
25:22Weiter geht es in Unna.
25:24Unna. Mit der rätselhaften Frage, woher kommt der Name Unna?
25:29Einige sagen, das ist ein Frauenname, der auch noch Frau bedeutet.
25:34Für andere stammt der Name von einem germanischen Wort für Gönnen oder gar Lieben.
25:40Laut einer anderen Theorie heißt Unna uns zu nah.
25:43Laut einer wieder anderen das genaue Gegenteil.
25:46Unna.
25:48Tja.
25:48Und dann gibt es noch die Ableitung von Einheit von der germanischen Dialektform Un.
25:54Und dem lateinischen UNO.
25:57Die Mönche wissen es auch nicht.
25:59Welche Theorie stimmt?
26:01Jetzt könnte man einen Lehrer gut gebrauchen.
26:05Aber auf den Lehrer können wir lange warten.
26:09Das ist ja gerade das Problem in Unna.
26:11Er hat sich krumm gemacht.
26:14Matthias Landsberg ist Sportlehrer und hat 23 Jahre lang auch noch diese Grundschule in Unna geleitet.
26:20Doch jetzt ist die Regelaltersgrenze erreicht.
26:23Die Behörde schickt ihn mit 66 Jahren endlich in Rente.
26:28Klingt schon fast unglaublich, aber ich habe weiter großes Interesse, in Schule weiter tätig zu sein.
26:32Ich sehe vor allen Dingen, dass meine Arbeitskraft gebraucht wird in der Schule.
26:38Gut, die Behörde könnte Herrn Landsberg weiterarbeiten lassen.
26:42Aber warum?
26:43Okay, die Schiller Schule hat unter seiner Leitung schon einige Preise gewonnen.
26:47Und er bringt den Kindern sogar persönlich das Schwimmen bei.
26:51Aber das ist den Eltern bestimmt gar nicht so wichtig.
26:54Es gibt es hier im ganzen Stadtgebiet und ich würde sogar behaupten, im ganzen Kreisgebiet keine Grundschule, die sagen kann,
27:01dass alle Kinder, die an der weiterführenden Schule gehen, schwimmen können.
27:05Das ist was Besonderes.
27:07Naja, besondere Schulleiter gibt es doch wie Sand am Meer.
27:10Ich kann euch auch sagen, wieso Herr Landsberg unbedingt bleiben muss.
27:15Herr Landsberg ist auch ein richtiger Scherzkex. Ohne ihn ist die Schule langweilig.
27:18An den kann man sich richtig gut vertrauen.
27:21Herr Landsberg ist voll toll, weil er ihn zum Lachen bringt.
27:25Okay, er ist beliebt, engagiert, will weitermachen und es gibt Lehrermangel.
27:30Aber das sind doch keine Gründe.
27:32Deshalb hat die Bezirksregierung Arnsberg nun mal kein dienstliches Interesse an der Weiterbeschäftigung.
27:40Wir haben ein funktionierendes System mit einem Superpädagogen.
27:43Wie bekloppt ist es eigentlich, hier ein Loch zu reißen?
27:45Dann zu sagen, es besteht kein dienstliches Interesse.
27:47Sie schicken jemanden weg für ein Fach, was überhaupt total schlecht besetzt werden kann.
27:52Definitiv wird einiges an Unterricht ausfallen, weil es nur noch einen anderen angestellten Sportlehrer geben wird.
27:58Naja, so ein gewisser Unterrichtsausfall ist ja auch irgendwie normal, findet die Bezirksregierung Arnsberg.
28:05Es ist üblich, dass das Ausscheiden erfahrener Beamter eine temporäre Lücke hinterlassen kann.
28:13Es ist tatsächlich so, dass die andere Grundschule hier im Ort seit über einem halben Jahr eine Sportlehrerstelle ausgeschrieben hat,
28:19nie keinen Sportlehrer findet.
28:21Und es gibt auch Schulleiterstellen, die hier im Kreis offen sind, also die wegen dauerhafter Krankheit wegfallen, die unbesetzt sind.
28:29Ja, es gibt ein paar Argumente, Herrn Landsberg weiter zu beschäftigen.
28:35262 Grundschulleitungen in NRW sind unbesetzt und 2.569 Lehrerstellen an Grundschulen auch.
28:44Die Kinder haben sogar eine Petition für Herrn Landsberg gestartet und beim Schulamt persönlich vorbeigebracht.
28:51Herr Landsberg soll bleiben!
28:54Herr Landsberg soll bleiben!
28:56Nützt aber nix, Kinder.
28:58So, machen Sie es gut, Herr Landsberg.
29:00Tschüss!
29:01Tschüss!
29:03Sorry, aber hier kann ja nicht jeder gute Lehrer einfach weiterarbeiten, nur weil wir ihn gebrauchen können.
29:12Das war Extra 3.
29:15Der reale Irrsinn.
29:18Spezial.
29:21...
29:25Musik
29:25Musik
29:26...
29:26Musik
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