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00:00Frau Reschke!
00:01Hallo! Ich bräuchte mal so'n Telefon.
00:03Wie wär's da mit dem neuen Galaxy Pixel XR13 Lite?
00:08Hochauflösendes Display?
00:09Wusch!
00:10Und damit kommen Sie auch super schnell ins Internet.
00:12Sit!
00:13Wenn gewünscht, gibt es dafür auch die passende Telefonier-App.
00:17Aber ist dann da wieder überall so Werbung drauf?
00:20Wenn Sie keine Werbung wollen, müssen Sie dieses Modell nehmen.
00:24Bitte sehr!
00:24Super günstig, quasi für'n Apple und'n iPhone.
00:39Herzlich willkommen beim Reschke Fernsehen.
00:42So wertvoll wie ein kleines Steak.
00:44Die heutige Sendung ist ausnahmsweise mal nicht ganz so werbefrei.
00:48Sie wird Ihnen aber wie immer präsentiert von Ihrem Rundfunkbeitrag.
00:52Wenn auch Sie sich Glück, Zufriedenheit
00:55und vielleicht sogar zweistellige Marktanteile wünschen,
00:57dann sind Sie hier genau richtig.
00:59Ich nehme Sie nämlich heute mit in eine Welt,
01:01die uns das Blaue vom Himmel verspricht.
01:03In der Cookies eine besondere Füllung haben
01:06und Bushaltestellen die Umwelt retten.
01:08Klingt verrückt?
01:09Na dann kommen Sie mal mit in die sonderbare Welt der Werbung.
01:12Sie wissen ja, eine Frau hat zwei Lebensfragen.
01:16Was soll ich anziehen und was soll ich kochen?
01:19Ja, auch eine sonderbare Werbung.
01:21Die Antwort lautet übrigens Pudding.
01:23Ich meinte aber eher die sonderbare Werbewelt von heute.
01:35Mobilfunk, Internet, TV-Entertainment.
01:41Ist ja gut, man muss ja nicht gleich so schreien.
01:44Denn wir wissen ja, dass wir konsumieren sollen.
01:46Ich meine, alles ist ja heute voll mit Werbung.
01:48Kauf dies, schau hier, nimm das.
01:50Ständig und überall wird man angequatscht.
01:53Und natürlich längst nicht mehr nur im Fernsehen,
01:54sondern im Internet.
01:56Bin ich da schon drin oder was?
01:58Ich bin drin.
02:00Das ist ja einfach.
02:02Ja, seit Boris Becker sind wir nämlich eigentlich nur noch drin
02:05in der digitalen Welt.
02:06Das Internet ist das Beste, was der Werbeindustrie passieren konnte.
02:11Apropos Boris Becker, was macht der eigentlich heute so?
02:13Sie fragen sich, was ich so mache.
02:15Ja, immer noch Werbung anscheinend.
02:17Und wie wir alle zu Hause am Handy hängen.
02:19Und damit kommt uns Werbung ja immer näher.
02:21Sie verfolgt uns geradezu.
02:23Wir schleppen sie ja permanent mit uns in der Hosentasche rum.
02:26Ich meine, einmal aufs Smartphone geguckt.
02:28Hallo Frau Reschke, ich hab da was ganz Besonderes.
02:32Und schon kriegt man irgendwas angeboten.
02:34Ist im Prinzip eine Art Modern Stalking.
02:36Und eins verrate ich Ihnen schon mal.
02:38Sie werden es in dieser Sendung erleben.
02:40Es gibt kein Entrinnen mehr.
02:42Egal an welchen sicheren Ort oder stilles Örtchen Sie sich zurückziehen,
02:46die Werbung wird schon da sein.
02:50Oh, vorzüglicher.
02:52Solche Cookies haben Sie noch nie probiert.
02:54Ich schwöre es Ihnen.
02:56Übrigens, Cookies können alle möglichen Füllungen haben.
02:59Schokolade oder Daten.
03:03Immer diese nervige Werbung, die überall aufploppt.
03:06Möchten Sie vielleicht diese Cookies annehmen?
03:09Na gut.
03:1322529 Hamburg?
03:15Das ist ja mein Standort.
03:16Aha.
03:19Hat kürzlich das Urlaubsziel Spanien gegoogelt?
03:22Na sowas.
03:26Interessiert sich für Hobbyhousing.
03:28Kennen Sie Hobbyhousing?
03:30Das ist so ähnlich wie Springreiten oder Dressur, aber ohne Pferde.
03:35Stattdessen benutzen die Teilnehmerinnen mit viel Liebe gefertigte Steckenpferde.
03:42Die Werbebranche kennt anscheinend all meine Steckenpferde.
03:45Denn Cookies speichern jedes Mal, wenn wir irgendeine Webseite oder App aufrufen,
03:49alle möglichen Informationen von uns.
03:51Und ich bin mir sicher, würden wir uns mal durchlesen,
03:53was wir eigentlich alles akzeptieren, wenn wir Cookies annehmen,
03:56dann würden wir wahrscheinlich ungefähr so durchs Internet surfen.
04:03Das kennen Sie doch bestimmt auch.
04:04Sie sprechen mit Freunden über ihr Traumurlaubsziel Spanien
04:07und zack, kriegen Sie plötzlich überall Werbung für Urlaub in Spanien angezeigt.
04:11Spanien können Sie beliebig ersetzen.
04:13Durch eine Sneakermarke, eine Gesichtsmaske oder ein Steckenpferd.
04:17Oh, nee, ja, also jetzt reicht's.
04:20Egal, was ich anschalte, aufrufe, immer ist ja erst mal Werbung.
04:23Kann ich auch mal nichts kaufen müssen?
04:26Wo bin ich Mensch? Wo darf ich sein?
04:28Ich muss mal raus hier.
04:58Wee!
05:05Wee!
05:06Wee!
05:14Wee, wee!
05:18Ja, ja, ja.
05:30Oh, what a Horrortrip!
05:32And you can't just click on it or block.
05:35You're totally delivered.
05:36It's just everywhere.
05:38And that's exactly what I wanted.
05:40The Außen-Werbung is something that's a visual impulse.
05:44It's in the back and then in the back.
05:47That's what I wanted to do.
05:49That's what I wanted to do.
05:50That's what I wanted to do.
05:52That's what I wanted to do.
05:54That's what I wanted to do.
05:56That's what I wanted to do.
05:58As a woman and a woman, I have two questions.
06:01First, what is a Wumms-Medium?
06:03And second, what is a visual impulse in the belly?
06:06I'll tell you first.
06:09With a coffee?
06:11I like my Werbung like my coffee.
06:14With a special O.
06:16O-O-H.
06:17O-H, is witzig.
06:18O-O-H.
06:19O-O-H.
06:20Is tofälligerweise auch der Fachausdruck für Außenwerbung.
06:23Out of Home.
06:24Und ausgerechnet diese uralte Werbeform soll das neue Wumms-Medium sein?
06:28Allerdings absoluter Wachstumsmarkt.
06:312023 hat die Out-of-Home-Branche fast 3 Mrd. Euro Umsatz gemacht.
06:36Nur in Deutschland.
06:36Liegt vielleicht auch daran, dass Außenwerbung ein Makeover gekriegt hat.
06:41Sie ist nämlich heute digital und bewegt.
06:44Wir sind aber nicht nur beweglich.
06:46Wir können das passende Getränk je nach Uhrzeit bewerben.
06:50Ein Kaffee am Morgen oder das Bier für den Feierabend.
06:54Digital Out of Home nennt sich das dann.
06:57Kurz DO.
06:57Oder wie ein Freund von mir sagen würde.
06:59DO, DO, DO, DO, DO, DO, DO, DO, DO, DO.
07:04DO, DO, DO, DO, DO, DO, DO, DO.
07:10digital werbung wächst mit d o o h an der spitze entgegen dem marktrend das
07:16größte wachstum aller gattungen legt im november die außenwerbung hin
07:20während das klassische lineare fernsehen fast 600 millionen euro verlust verbuchen
07:25musste fährt out of home rund 300 millionen euro an zusätzlichem
07:30auftragsvolumen ein ja die zukunft der werbung liegt auf der straße und warum
07:35weil man da alle erreichen kann draußen ist sozusagen das neue massenmedium sie
07:40suchen bekanntheit auf breiter basis mit unserem digitalen netzwerk und
07:44innovativen formaten sorgen wir für präsenz in der ganzen stadt ja und so sieht
07:49präsenz in der ganzen stadt aus das hier ist hamburg mit all seinen straßen und
07:53kreuzungen und genau da sind überall rote und blaue symbole die werbeflächen
07:59ich würde sagen verkehrsknotenpunkte sind the place to be für außenwerbung aber
08:05immer kurze frage lenkt es einen nicht ab wenn einem beim autofahren von überall
08:09der markt anschreit also wenn die ganze stadt quasi in ein großes autokino bei
08:13fließendem verkehr verwandelt wird es ist ja so der reaktionsweg berechnet sich
08:19nach der formel geschwindigkeit in kilometer pro stunde geteilt durch 10 mal
08:24drei damit erhalten wir eine strecke in metern hallo hallo hören sie mir
08:30überhaupt zu sehen sie es ist ganz schön leicht sich ablechen zu lassen
08:35ein außenwerbeunternehmen hat selbst mal nachgeforscht wie lange autofahrer auf
08:39werbetafeln gucken das ergebnis fast 2,38 sekunden lang fangen digitale
08:45werbeflächen die blicke der autofahrer ein
08:462,38 sekunden in dieser zeit können sich locker zehn klimaaktivisten auf die
08:51straße kleben wenn ich beim fahren 2,38 sekunden aufs handy schaue dann
08:54kriege ich schon punkt in plenzburg wissen sie wie lang 2,38 sekunden sind
09:01genau so lang okay jetzt fürs kleingedruckte eines angebots reicht es
09:06nicht da müssen sie schon zweimal an der werbung vorbeifahren aber ich wette mit
09:09ihnen in zwei sekunden können sie locker fünf marken identifizieren
09:16achtung mcdonald's adidas bmw apple ikea sehen sie wir menschen haben nämlich
09:24eine ganz schön schnelle auffassungsgabe und das weiß die
09:27außenwerbebranche aber wer tummelt sich da eigentlich in dieser außenwerbebranche
09:31die beiden big player sind ströer und waldeko und wie dieses torten
09:36diagramm unschwer erkennen lässt hat sich die firma ströer ein besonders großes
09:40stück vom außenwerberkuchen gesichert also ich bin jetzt keine expertin für
09:43konditorei aber nennt man sowas in der fachsprache nicht monopol fragen wir
09:48doch mal den geschäftsführer wir glauben dass eine permanente wandlung auch im
09:52wachstum notwendig ist um in einer digitalen welt die auch muss man sich
09:57nur angucken richtung amerikanischen netzwerk player im sehr schnell starke
10:00monopole bildet total interessant kurze zwischenfrage ist es normal dass bei der
10:06firma ströer alle das büro verlassen wenn der chef redet ich frage nur wegen
10:10aufmerksamkeit und so was hat der chef denn eigentlich noch mal gesagt ach ja
10:14monopole in der digitalen welt ströer investiert gerade ziemlich viel um alte
10:20plakatwände durch digitale videoflächen zu ersetzen scheint sich auch zu lohnen
10:24der außenwerber ströer verzeichnete im geschäftsjahr 2023 einen rekordumsatz
10:30läuft also bei ströer bei waldeko dem anderen big player auf dem deutschen markt für
10:35außenwerbung übrigens auch der waldeko chef hat seine ziele sehr hoch gesteckt
10:39mein lebensziel ist glück und zufriedenheit und einen zweistelligen
10:43marktanteil für außenwerbung in deutschland aber das sind ja gleich drei
10:47wünsche auf einmal also das geht nun wirklich nicht
10:50falls jetzt aber denken diese werbung ist mir irgendwie noch nie aufgefallen kein
10:55problem das ist der werbung sogar ziemlich recht die vertraut nämlich auf den mir
10:59exposure effekt das klingt mindestens so kompliziert wie es auszusprechen ist und
11:04nein vor reschke das ist ganz einfach die begegnung mit einem stimulus a priori
11:09konstituiert bereits eine ausreichende prämisse so dass dieser stimulus a posteriori in
11:15positiverer weise evaluiert wird ach so sie meinen je öfter ich was sehe desto
11:21besser finde ich es das habe ich doch gerade gesagt werbung wirkt nämlich in
11:25unserem unterbewusstsein kommen sie mal her ich zeige es ihnen hier sind zwei
11:30deoroller welches produkt passt besser zu frauen das helle design oder das dunkle
11:36design na das helle würde ich sagen richtig super tendenziell sind weibliche
11:42hygieneprodukte heller design als die hygieneprodukte für männer und warum warum
11:48warum warum warum hauptsache es hat sich in ihrem gehirn verankert kommen wir mal zu
11:53einem test mit hören und bitte telekom richtig drittes beispiel sie sehen ein
12:01bild mit einem kleinen wald und einem bach welches produkt passt besser zu dieser
12:07kulisse der rotwein oder b kleines bierchen
12:13ich würde sagen das bier korrekt wasserrauschen schaum bier das ist die
12:19assoziationskette gratuliere vor recht die werbebranche hat sie komplett
12:23versaut volle punktzahl schön werbung wirkt nämlich hier und außenwerbung
12:29trifft uns vor allem visuell wir erinnern uns also im bauch sie funktioniert wunderbar
12:34im vorbeigehen oder vorbeifahren und zwar auch dann wenn wir uns besser auf
12:37andere dinge konzentrieren sollten abgesehen davon will man vielleicht gerade
12:42draußen auch mal nicht auf bildschirme schauen und mal nicht zum kauf animiert
12:46werden immerhin hat sich sogar mal die uno mit diesem problem befasst und
12:49äußert bedenken gegenüber der unverhältnismäßigen präsenz
12:52kommerzieller werbung im öffentlichen raum der hohen anzahl täglicher
12:56reklamebotschaften und den damit verbundenen möglichkeiten individuelle
13:01entscheidungen zu manipulieren also ich dachte auch immer ganz naiv dass der
13:05öffentliche raum eher so ein ort der gesellschaftlichen teilhabe ist vielleicht
13:09ein ort zur erholung für kultur oder bildung und im un sonderbericht heißt es
13:15sogar staaten sollen ihre bürgerinnen und bürger vor einem übermaß an
13:18kommerzieller werbung schützen gerade im öffentlichen raum dann haben unsere
13:23deutschen städte diesen un sonderbericht wohl nicht gelesen in der kategorie der
13:27großen städte sind alle 80 deutschen großstädte vertraglich an einen out of
13:32home partner gebunden wie schön alle 80 deutschen großstädte haben
13:36einen out of home partner gefunden die stadt hamburg zum beispiel ist mit
13:39ströhr und waldeko vertraglich liiert die außenwerber dürfen exklusiv
13:43werbeflächen betreiben und die stadt wird am umsatz beteiligt
13:46allein 2022 hat hamburg damit 37 millionen euro eingenommen
13:50ein absoluter mega deal und wenn sie als stadt auf den flächen von ströhr und waldeko
13:56für sich selber werben dann gibt es sogar noch rabatt und die screens sind sogar
14:02ans modulare warnsystem der bundesregierung angeschlossen
14:05ich sage mal katastrophenwarnung auf einem ganz anderen level und das
14:10bundeskriminalamt kann darauf auch noch nach raf-terroristen suchen ich sag mal
14:14rentnerfarnung auf einem ganz anderen level
14:16wir wollten mal wissen wie eigentlich in diesem bereich die zusammenarbeit mit den
14:21außenwerbern funktioniert hat uns das bka geschrieben wie ihnen bereits mitgeteilt
14:25wurde erteilt das bka zu vertragsinhalten mit privatunternehmen
14:29grundsätzlich keine auskunft ok top secret aber vielleicht ein bisschen
14:33nachvollziehbar dass man beim bundeskriminalamt jetzt nicht total
14:36freigiebig ist mit informationen aber dass sich deutsche städte da verhalten
14:40als wären da staatsgeheimnisse das hat uns schon irritiert also wir haben zum
14:44beispiel mal die stadt hamburg gefragt erstens könnten sie uns bitte die
14:48einnahmen durch außenwerbung mitteilen und zweitens wie hoch ist denn die
14:52gewinnbeteiligung der stadt an den umsetzen von ströer und waldekow die
14:56antwort war recht knapp hallo frau erstens nein zweitens keine ahnung
15:03ja laut langenscheid wörterbuch für behördensprache bedeutet das leck mich
15:09am arsch aber auch andere städte waren nicht gerade kooperativ also zum beispiel
15:13münchen eine offenlegung der werbenutzungsverträge ist nicht möglich
15:17oder düsseldorf zu werberechtsverträgen keine weiteren auskünfte
15:21dresden aus rechtlicher sicht verträge nicht an dritte weitergeben leipzig wobei
15:28die höhe der entgeltzahlungen dem betriebsgeheimnis unterliegen und
15:31stuttgart eine beantwortung der frage leider nicht möglich
15:35ziemlich viel geheimnistugerei bei einem thema das uns alle betrifft städte und
15:40out of home partner lassen sich also nicht so gerne in ihre eheverträge schauen
15:44aber ein paar geheimnisse zwischen städten und out of home partnern konnten
15:48wir dann doch lüften in den meisten fällen übertragen die städte den
15:52außenwerbe firmen nämlich auch noch kommunale aufgaben
15:55strö und waldeku haben neben außenwerbung noch ein anderes steckenpferd
16:00stadtmöbel also wir meinen nicht sowas sondern eher sowas stadtmöbel sind zum
16:06beispiel öffentliche toiletten diese stadtmöbel werden also in vielen deutschen
16:10städten von den außenwerbe firmen gebaut betrieben und mehr oder weniger in stand gehalten
16:17ausgerechnet außenwerbe firmen bauen öffentliche klos und fahrradständer ist
16:20da jemand bei den gelben seiten in der zeile verrutscht der deal der städte mit
16:24den außenwerbern sieht dann so aus bau mir ein klo und ich genehmige dir ein mega
16:28lightboard bochum ströer darf werbetafeln in der stadt aufstellen
16:33solle dafür aber öffentliche toiletten in der nähe betreiben aus diesem grund habe die
16:38stadt keinen weiteren einfluss auf die toiletten die von der firma zur
16:41verfügung gestellt werden schließlich gehört das stille örtchen nicht
16:45buchum sondern ströer oder eben weil deco in berlin betreibt der außenwerber
16:50derzeit 325 öffentliche toiletten seit 1991 setzt weil maßstäbe in der
16:56versorgung städtischer räume mit sanitäranlagen die entwicklung der neuen
17:00city toilette schafft ein innovatives stadtmöbel konzept für die stadt der
17:04zukunft die city toilette für die stadt der zukunft wc 4.00 und falls sie sich das
17:11auch gerade fragen ja mit der auslagerung solcher aufgaben machen sich
17:15die städte ein wenig abhängig von den außenwerbern in einer antwort auf eine
17:19kleine anfrage der fdp an den berliner senat steht es bestünde keine
17:23möglichkeit werbestandorte zu reduzieren ohne toiletten standorte zu gefährden
17:28bedeutet also wenn die stadt werbeflächen reduzieren will ist auch
17:32das werbefinanzierte toilettenhäuschen weg aber momentchen mal ich dachte für sowas
17:36zahlen wir steuern nur noch einen werbespot frau reschke dann können sie die
17:40toilette der zukunft benutzen nee danke dann warte ich lieber bis zum ende der
17:44sendung wo wir gerade beim warten sind auch um bus und straßenbahnhaltestellen
17:49kümmern sich vielerorts anbieter von außenwerbung denn die werbeverträge mit
17:53den städten sind häufig auch an den bau und betrieb dieser fahrgastunterstände
17:57gekoppelt und wenn sie stadt und out of home partner irgendwann dann trennen dann
18:02spielen sich wirklich nicht selten sehr unschöne scheidungsszenen ab die alten
18:05häuschen werden abgerissen weil ein vertrag ausläuft und obwohl die firma
18:08sie uns überlassen wollte mut darf sie das nicht sie muss sie abhäuschen die
18:12werden weggeschmissen die dresdner bushäuschen waren nicht etwa
18:14baufällig nein die werbeverträge mit weil dq liefen aus deshalb wurde ein
18:19neuer vertragspartner gesucht der 850 neue wartehäuschen baut die stadt hat
18:24verhandelt und verhandelt und jemanden gefunden weil dq weil mit der wall gmbh der
18:30gleiche anbieter die neuen und auch die alten unterstände bauen und betreiben
18:34wird sind zudem keine langen wartezeiten zwischen abriss und neubau zu
18:38befürchten schön keine langen wartezeiten während in dresden alle
18:42850 haltestellen abgerissen und neu gebaut werden klingt ja nach einem super deal
18:46für die bürger und wenn es doch mal wieder länger dauert weil der bus nicht
18:50kommt hat man an den neuen haltestellen immerhin was zu gucken werbung und jetzt
18:54sogar digital abreißen und neubauen passiert übrigens nicht nur in dresden
18:59sondern auch in münster 432 buswartehäuschen im markanten weinroten
19:03design und mit geschwungenen scheiben werden abmontiert und durch neue
19:07ersetzt abreißen und neubauen passiert aber nicht nur in dresden und münster
19:11sondern auch in leipzig neue begrünte und digitale haltestellen wurden vor
19:15wenigen jahren im stadtgebiet gebaut die alten der wall gmbh mussten wegen der
19:20auslaufenden verträge abgerissen werden haltestellen abreißen und neubauen
19:24passiert in ziemlich vielen deutschen städten und nachher hat man das gleiche
19:27in grün eine grüne mini wiese auf gerade mal fünf quadratmetern inmitten von beton
19:34fahrgastunterstände for future wie schön eine mini wiese die hilft uns ganz
19:39bestimmt bei den herausforderungen des klimawandels unsere produkte wie etwa
19:44gründächer oder begrünte rückwände von fahrgastunterständen helfen städten
19:48dabei diese herausforderung zu bewältigen daneben stärken diese neuen
19:53produkte lokal die artenvielfalt und verbessern die luftqualität und retten
19:58die eisbären der neue verkaufsschlager der außenwerbebranche ist nämlich
20:02nachhaltig umweltfreundlich ökologisch aber ist es wirklich nachhaltig massenhaft
20:08funktionstüchtige bushaltestellen wegzuwerfen und durch neue zu ersetzen
20:12durch neue mit digitalen screens auf dem die bundesregierung dann zum beispiel fürs
20:17energiesparen werben kann das klingt ungefähr so sinnvoll wie mit einer
20:21antarktiskreuzfahrt auf das abschmelzen der polkappen hinzuweisen denn diese
20:26screens sind jetzt wie soll ich es in einer für die werbebranche verständlichen
20:32sprache sagen keine perle der natur für die co2 emissionen die entstehen um ein
20:39einziges digitales werbedisplay herzustellen könnten sie 150 mal von
20:45hamburg nach münchen fliegen und auch der betrieb der werbebildschirme frisst
20:49natürlich strom das leibniz institut für wirtschaftsforschung hat mal den
20:52verbrauch aller digitalen werbeflächen in deutschland nachgerechnet und kommt
20:56vorsichtig geschätzt auf einen bundesweiten stromverbrauch von 113
21:011000 megawattstunden pro jahr das entspricht dem verbrauch von fast 40.000
21:06zwei personenhaushalten eine ganze menge energie also die hier überwiegend für
21:11werbezwecke drauf geht und wenn die branche könnte dann würde sie noch viel mehr
21:15außen der beflächen erschließen aber blöderweise haben städte ja
21:19bauverordnungen die erschweren das nämlich nur für den einen sind bauverordnung
21:24hindernisse für andere dornige chancen womit wir bei diesen drei sunny boys
21:29wären das sind nicht etwa die models vom werbeflyer der business school
21:32botrop nein es handelt sich um die gründer des start-ups high
21:36falls sie sich jedoch fragen mensch diese high unternehmer die sind aber jung waren
21:40die überhaupt an der uni dann ging es so weiter dass ich ein einziges mal in der uni
21:45war und da gemerkt habe okay gibt es keine umsätze das macht mir keinen spaß ich
21:49muss irgendwo anders hin dann geh doch zu netto die drei haben sich nämlich
21:52gedacht lieber schnell geld verdienen nur wie mit außenwerbung nur diesmal von
21:58drinnen partner sind nicht städte sondern kioske friseure oder sonstige läden
22:02da stellen sie bildschirme ins schaufenster und schalten werbung quasi in
22:05außenwerbung also wir sind ja in schaufenstern und halt am kuhdamm in den
22:10vitrinen und da haben wir genug abstand zum straßenverkehr sprich bei uns gibt es
22:15keine bewegtbild restriktionen keine restriktionen wie praktisch sowie
22:20er wie keine hotels betreibt und uber keine taxis macht keine außenwerbung
22:24weil die bildschirme von high aus einem privatgrundstück heraus in den
22:28öffentlichen raum strahlen cool rechtliche grauzonen ausnutzen gute
22:32geschäftsidee aber da fehlt doch noch so ein bisschen silicon valley so ein
22:37futuristischer elon musk ich schießende rakete ins all und beglücke mit meiner
22:41technologie die menschheit und den mars ansatz wir sehen high als zentrales
22:45nervensystem auf einem weg der finanzierten services in der smart city
22:48von morgen also so wie man es schon heute vom internet kennt zentrales
22:54nervensystem auf dem weg der finanzierten services in der smart city von morgen
22:58toll dass ihr so sprechen könnt dass niemand versteht was ihr vor habt was soll
23:01denn das heißen habe ich ihnen doch schon gesagt vor reschke nur ein spot und
23:05sie dürfen auf toilette ja das war ernst gemeint vorhin schnell auf die
23:08toilette gehen erst mal werbung schauen in den bus einsteigen nicht bevor wir den
23:12spot geguckt haben oder auch im krankenhaus überlegen sie mal wie viel
23:17unnötige zeit wieder keine werbung schauen man überträgt also einfach das
23:21internetprinzip auf die straße gut aber immerhin unsere daten spielen da
23:26keine rolle weil damit haben außenwerber ja nun wirklich nichts zu tun der schlüssel in
23:30unserer industrie das hört man überall sind daten daten sind der schlüssel zu
23:35glück zufriedenheit und zweistelligen marktanteil
23:38ja sie haben richtig gehört nicht wände oder bildschirme nein daten und die
23:43sammeln sie überall strö der größte außenwerber hat zum beispiel ein ganzes
23:47netzwerk aus tochtergesellschaften aufgebaut
23:50da gehört t online.de dazu watson.de oder kino.de wann immer sie also auf der
23:56seite einer ströer tochter unterwegs sind landen sie im datensatz von mama ströer
24:00und waldeko waldeko kombiniert out of home erstmals mit mobilen daten
24:07und so holen sie das internet auf die straße sie kooperieren nämlich mit
24:12firmen die uns anhand der daten die wir im netz hinterlassen in kunden
24:15kategorien einsortieren dank der nachrichtenseite netzpolitik.org sind
24:20mittlerweile über 650.000 solcher teilweise doch sehr skurrilen
24:25kategorien bekannt kommen sie in die gruppe fröschke welche denn wir haben
24:30alles von fragile seniorinnen oder deutsche soldatinnen bis zu abhängen von
24:35opiaten oder leidenschaftliche liebhaberinnen ich tippe bei ihnen aber
24:39auf shopping versessene mamas danke sehr schmeichelhaft aber diese kategorien gibt es
24:45tatsächlich genauso wie menschen die viele schwangerschaftstests kaufen und
24:50wenn man die daten mit werbescreens kombiniert ist einiges möglich weil wir
24:54jetzt pro standort mit sogenannten geofences die wir um die standorte
24:58rumbauen sehr genau auch sagen können in welcher wahrscheinlichkeit welche
25:03zielgruppe sich dort bewegt und das ganze auch noch über den tagesverlauf mit
25:08bewegt daten über 42 millionen nutzer das klingt ja gruselig
25:14mit geofences kann man nämlich nachvollziehen wo man sich wann bewegt hat
25:18und weil die co hat nach eigenen angaben echtzeit bewegt daten von halb
25:23deutschland mit dem ziel bewegungsmuster vorher zu sehen um das kaufverhalten zu
25:27steuern in zukunft könnte das in der app finanzierten smart city dann so aussehen
25:32angenommen ich bin eine frau aus der kategorie menschen die viele
25:36schwangerschaftstests kaufen dann bekomme ich vermutlich so eine werbung zu
25:39sehen wenn ich gerade so nichts an durch die smart city schlendere in der
25:43kategorie männer mit haarausfall kriegt man da natürlich andere anzeigen
25:47geschaltet und zwar solche für mich und meine zielgruppe und die shopping
25:52versessene mama kriegt natürlich auch die passende werbung eben das was mich
25:56interessiert das brauche ich tatsächlich dringend ich auch das alles ist nicht nur
26:03irgendein zukunftskram mit solchen virtuellen grenzen um die realen bildschirme
26:07wird tatsächlich schon experimentiert im vergangenen jahr führte heidi
26:11möglichkeit ein seine dh kampagnen mit spotify als zu verbinden
26:16die dh kampagne wurde dann als umfeld und targeting grundlage für eine
26:22anschließende zielgerichtete audiobotschaft via spotify genutzt
26:26keine sorge als ich das das erste mal gehört habe ich auch kein wort verstanden
26:29laut langenscheid wörterbuch für werbe fantasie sprache bedeutet dass sie
26:34laufen durch die gegend und kommen an einem werbescreen vorbei das wird
26:38registriert und darum wird ihnen auch die passende werbung in ihrer spotify app
26:43eingespielt kann man da gar nichts gegen machen habe ich als nutzerin nicht
26:48vielleicht irgendwelche rechte oder möglichkeiten meine daten zu schützen
26:51es ist nun mal so wenn sie heute bei apps zustimmen dass sie diese leistung haben
26:56wollen dann gehen sie ein stück weit natürlich auch ihre daten preis ich glaube
27:01damit leben wir alle der eine vielleicht ein bisschen unbewusster als der andere ist
27:07nun mal so wir werden zunehmend auch im öffentlichen raum auf schritt und tritt
27:11zu werbezwecken verfolgt und getrackt ob wir wollen oder nicht und wissen sie wer da
27:15gar nichts dagegen tut ist das wieder ein quiz möchte auch gerne mal raten
27:19boris becker richtig und wer noch unsere städte genau die verschlimmern das
27:26problem sogar noch es gibt städte da darf spröhr eigene wlan hotspots über die
27:31werbescreens anbieten dass sie zum beispiel in bochum und osnabrück der
27:34fall also deutsche städte vernachlässigen nicht nur ihre
27:37schutzfunktionen gegenüber dem einfluss dieser firmen sie machen auch noch
27:41gemeinsam eine sache mit denen und laden sie dazu ein unsere daten abzugreifen und
27:45zwar entweder aus unwissenheit oder vielleicht sogar noch schlimmer sie
27:50wissen was sie tun und tun es trotzdem brauchen keks lassen sie diesen ganzen
27:58werbetrubel einmal hinter sich und genießen sie einen moment der ruhe
28:03das ist ja wirklich mal smart und wenn uns unsere städte schon nicht vor der
28:08ausweitung der außenwerbung schützen dann müssen wir das vielleicht tun wir
28:12haben in hamburg und berlin für 24 stunden einfach einige werbebildschirme
28:16gebucht und zwar um sie abzuschalten alle 90 sekunden einfach mal nichts
28:35gern geschehen genießen sie die ruhe das war reschke fernsehen wir sehen uns
28:39wieder bei instagram oder über nächste woche hier im ersten dann geht es auch
28:43um high also um den high und die überfischung der meere bis dahin wünsche
28:47ich ihnen eine möglichst werbefreie woche
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