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00:08Herzlich willkommen zu extra 3.
00:16Vielen Dank, willkommen.
00:19Es ist ja so, mit der schwarz-roten Koalition ist es ja wie mit einem Frischkäse.
00:28Über die Haltbarkeit wird von Tag zu Tag neu entschieden.
00:32Gerade hieß es noch, die Union kommt der jungen Gruppe entgegen, es wird einen Begleittext
00:37geben zum Rentenpaket und auch über diesen Begleittext soll entschieden werden im Bundestag.
00:42Der Bundestag soll abstimmen, davon ist jetzt keine Rede mehr, das ist auf einmal abgeräumt.
00:46Ist eine Provokation gegenüber der jungen Gruppe und ich habe keine Ahnung, wie die
00:51große Abstimmung im Bundestag morgen ausgehen wird.
00:54Ich will da keine Wette eingehen, junge Menschen sind unberechenbar.
00:59Gucken Sie mal diesen forschenen Rebellen hier an.
01:02Ich wäre froh gewesen, wenn sich auch vor 20 Jahren, nur in meinem Geburtsjahr 1980, mal
01:06einige Gedanken über 2030 gemacht hätten.
01:09Ich wundere mich manchmal, wer sich heute über dieses Gesetz am lautesten aufregt.
01:12Die sind nicht unbedingt immer betroffen, sondern es ist meine Generation, die bis 67
01:16wird arbeiten müssen.
01:17Ja, das war Jens Spahn 2007, so lange haben wir den schon an der Backe.
01:25Damals war er jung und crazy, heute ist seine Aufgabe eine andere, er soll die jungen Rebellen
01:31einfangen und sie zur Vernunft bringen.
01:34Es gab wohl in den vergangenen Tagen intensive Einzelgespräche mit Jens Spahn und Mitgliedern
01:41der Jungen Union und es gab klare Ansagen von Jens Spahn, so kann es nicht gehen, Leute.
01:47Es ist sogar die Rede von offenen Drohungen nach dem Motto, ihr verliert euren Listenplatz,
01:53wenn ihr uns hier in den Rücken fallt, denkt an das Land, denkt an die AfD, denkt an uns.
01:57Henrik Wüst aus Nordrhein-Westfalen verpackt ist etwas jovialer, aber irgendwie ist es am
02:02Ende doch so ein bisschen passiv-aggressiv.
02:05Ich nehme diese Abgeordneten als sehr verantwortungsvoll wahr, das zeigen sie ja, indem sie nicht einfach
02:11sagen, jetzt sind wir als junge Leute im Bundestag und machen hier mal irgendwie so ein bisschen rum,
02:16sondern sie haben valide Punkte, weil sie Verantwortung wahrnehmen und wenn man so
02:21verantwortungsvoll ist, dann wird man eine Regierung nicht in Schwierigkeiten bringen.
02:27Sehr geschickt gemacht, ja.
02:29Ich denke, ihr wisst, was ihr zu tun habt, ihr seid sehr verantwortungsvoll und wir sind
02:33auch nicht wütend, wir sind nur sehr enttäuscht.
02:36Sowas wirkt, diese jungen Rebellen von der Jungen Union, die strengt das ja auch an.
02:41Die waren ja noch nicht so oft irgendwo dagegen.
02:45Das sind ja junge Kerle und junge Mädels, die wollten immer sein wie die Erwachsenen und jetzt
02:50sind die Erwachsenen sauer auf sie.
02:52Das setzt ihnen zu, diesen jungen 40-Jährigen.
02:55Und der Vorsitzende der Jungen Union, Johannes Winkel, hat bereits angekündigt, er wird nach
03:02wie vor gegen das Paket stimmen.
03:04So, der zieht das durch und ich weiß es nicht, ich will da wirklich, also ich würde meine
03:11Hand nicht ins Feuer legen, dass das morgen klappt für Merz, eine völlig ungewohnte Situation.
03:14Die Junge Union hat ja jahrelang Friedrich Merz angeschmachtet, wie Swifties ihre Taylor.
03:20Das war ja eine bedingungslose Liebe, das waren Merz-Ultras.
03:24Die haben gefordert, dass er den Sozialstaat abwickelt und jetzt ist er Friedrich Merkel.
03:35Die Linke wiederum, das ist auch ziemlich clever, die Linke hat jetzt gesagt, dass sie sich
03:42enthalten wird, die Fraktion der Linken wird sich enthalten.
03:45Damit würde der Koalition morgen eine einfache Mehrheit reichen, also könnte ihr Paket
03:49trotz Abweichlern durchgehen.
03:51Das wäre aber trotzdem wahnsinnig demütigend für die Union, dass sie jetzt von der Linken
03:56abhängig sind.
03:56Zu allem Überfluss hat sich dann noch Arbeitsministerin Bärbel Baas mit den Arbeitgebern angelegt.
04:02Dieser Arbeitgebertag ist für mich ein Schlüsselerlebnis, weil da besonders deutlich geworden ist,
04:08gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen.
04:13Die Arbeitsministerin will jetzt gegen die Arbeitgeber kämpfen, das kann ja nur gut gehen.
04:18Warum will sie kämpfen?
04:19Ja, sie haben über einen Witz von ihr gelacht.
04:23Und ich muss sagen, der Witz war schon ganz gut.
04:27Wir finanzieren diese Haltelinie aus Steuermitteln.
04:32Sie belasten damit die Beitragszahler nicht.
04:35Das war auch eine Entscheidung, die wir in Koalitionsverhandlungen getroffen haben.
04:40Ja, das mag für Sie lustig klingen, aber wir hätten, das ist nicht, das ist überhaupt nicht lustig.
04:52Na ja, also, bis gibt's schon.
05:00Es klingt so ein bisschen nach so einem windigen Angebot, so einem Haustürgeschäft.
05:04Kein Problem, für Sie gratis, wir buchen dann nur ab.
05:08Ich fand's jetzt auch nicht unverschämt, dass da gelacht wurde.
05:10Man kann doch mal lachen.
05:11Also, unverschämt hätte ich gefunden, wenn die Arbeitgeber so reagiert hätten.
05:14Bullshit. Das ist Bullshit.
05:18Mehr Streit in einem ersten Regierungsjahr kann es eigentlich gar nicht geben.
05:22Ich hoffe, Union und SPD kriegen wenigstens ein harmonisches Weihnachtsfest.
05:27Die Weihnachtsfeier wird bereits geplant.
05:28Unsere beiden Abgeordneten Philipp Mayer-Degenhardt und Ingo Wolski stecken mitten in den Vorbereitungen
05:33und sammeln Stimmen in der Fußgängerzone. Hier ist eine Neuauflage von GroKo in der Fuzo.
05:40Lieber Friedrich Merz, alles frohe Weihnachten, alles Gute, weiter so. Wollen wir das so formulieren?
05:45Also, ich kann alles Gute sagen, aber weiter so weiß ich jetzt nicht.
05:48Also, weiter so würde ich auch nicht sagen.
05:50Mein Name ist Philipp Mayer-Degenhardt von der CDU und ich bin Ingo Wolski von der SPD und ich bin
05:55auch dabei.
05:56Wir machen eine kleine Umfrage und zwar für die...
05:59Philipp Mayer-Degenhardt von der Union, ich freue mich, dass Sie heute hier sind.
06:02Die Weihnachtsfeier der Bundesregierung steht an. Und dann mache ich einen schönen Film.
06:06Wir machen einen Film. Sie halten die Kamera.
06:09So ein freundliches Dankeschön an den Kanzler, wie gut er die Geschicke dieses Landes lenkt.
06:15Zwei, drei, bitteschön.
06:16Also im Griff haben. Tut er das?
06:19Das ist jetzt frohe Weihnachten.
06:20Frohe Weihnachten. Ganz genau.
06:22Ganz schöne Weihnachten.
06:23Können Sie das vielleicht ruhig nochmal mit dem Vornamen vom Kanzler, dass man ihn direkt adressiert?
06:28Liebe Friedrich, das schaffe ich nicht. Das schaffe ich nicht über dieses Sprung.
06:34Über dieses Stöckchen, was man ihn da hinhält, würde ich auch nicht sprich.
06:37Aber Sie können doch mal sagen, lieber Lars, das geht ja.
06:41Das müsste jemand anders machen.
06:43Schöne Weihnachtsgrüße, Lars Kling. Herzlichen Dank.
06:46Klingbeil. Klingbeil.
06:48Auch kennen Sie auch.
06:49Wotski kennen die gar nicht.
06:50Ich hatte gar keinen Zweck.
06:50Kling, Klingbeil, Klingelingeling.
06:55Kling, Klingbeil, Kling.
06:57Noch mal.
06:57Wen mögen Sie jetzt nicht?
06:59Den Merz.
07:00Das meine ich doch.
07:01Das meine ich doch.
07:02Deswegen habe ich doch den Lars Klingbeil im Spiel.
07:04Lassen Sie mich doch mal ausreden.
07:06Ja, warum kennen Sie ihn?
07:07Weil Sie ihn nicht mögen.
07:08Ich kenne die Leute, die ich nicht mag.
07:10Aber Leute, die ich mag, können Sie ihn auch nicht mögen.
07:14Das wissen Sie doch gar nicht.
07:16Ja, das kann total gut sein.
07:17Es soll ein harmonischer, weihnachtlicher Film sein.
07:21Ja, aber nicht, wenn Sie so weitermachen, wird das das nicht.
07:24Oder auch die Bärbelbars, wie sie die Arbeitgeber jetzt mal angegangen ist.
07:28Ha, das hat Spaß gemacht.
07:30Gut, das ist ja jetzt kein Treibprogramm.
07:32Wir wollen ja Weihnachtsfisch.
07:33Ganz, ganz viel Show.
07:35Am meisten stört mich momentan die Renten-Nippert.
07:39Moment, Moment, Moment.
07:40Also nicht stören.
07:41Wir wollen ja, es ist ja Weihnachten.
07:43Das heißt, vielleicht formulieren wir es um.
07:46Ente mit 63, wie es war, ist das Beste, was es gibt.
07:49Ich habe 38 Jahre schon voll.
07:51Und soll noch zehn Jahre gehen?
07:52Da packt die Sohn am Kopf.
07:54Sie sehen doch ganz dynamisch aus.
07:57Das ist doch kein Problem.
07:59Jetzt hör doch mal auf.
08:01Jetzt wollen wir uns erst mal alle wieder beruhigen.
08:03Und wir drei.
08:04Wir sind, glaube ich, einer Meinung.
08:06Genau.
08:06So, und jetzt wollen wir einfach nur noch mal sagen,
08:09liebe Bundesregierung, es ist schwer.
08:12Nein, nein, nein, hallo.
08:16Frohe Weihnachten.
08:17Ihnen auch ein ganz frohes Fest, mein Lieber Wolski.
08:21Sie mich auch.
08:26Das war ein Vögel von Sebastian Reet und Maxi Lesch.
08:31Ich bin ja gespannt,
08:34was dann im kommenden Jahr so vorgeschlagen wird
08:38von der Rentenkommission.
08:39Die Kommission wird schon bald ihre Arbeit aufnehmen.
08:41Kommission kommt ja aus dem lateinischen
08:43Commissio, heißt übersetzt
08:46so lange labern, bis nichts draus wird.
08:48Aber
08:49wie hat das eigentlich angefangen?
08:51Mit dem Rentensystem?
08:52Wer hat das heutige System erfunden und warum?
08:54Schauen wir uns das noch mal genauer an.
08:56Hefte raus, Rentengeschichte.
08:59Wie war es denn damals?
09:01In der Steinzeit.
09:03Da wurden natürlich die Alten von der Familie versorgt.
09:07Je mehr Kinder man hatte, desto besser.
09:09Ein sehr unkompliziertes System.
09:10Ganz ohne Arbeitgeberanteil.
09:13Auch Kapitaldeckung gab es noch nicht.
09:14Irgendwelche Sparpläne waren nicht möglich in der Steinzeit.
09:17Das Mammut hätte schon ziemlich gemüffelt nach 20 Jahren.
09:21Auch im Mittelalter war nicht viel mit Rente.
09:23Man hat so lange gearbeitet, wie es irgendwie ging.
09:25Und dann hat man sich vor seine Kinder gestellt
09:27und hat gesagt, ich sterbe bald
09:28und überlasse euch alles, was ich besitze.
09:30Den Pflug, den Karren und das Kreuz
09:32für die Teufelsaustreibung.
09:35Kein Mensch hat über Rentenpunkte nachgedacht
09:37oder über demografischen Wandel.
09:38So blieb es bis ins 19. Jahrhundert hinein.
09:41Die Jungen
09:42sorgten für die Alten
09:44in der Familie.
09:45Wir kennen das von Rotkäppchen.
09:48Rotkäppchen geht in den Wald
09:49um die Großmutter zu versorgen.
09:51Hat ein Körbchen dabei
09:52in dem Körbchen Kuchen und Wein.
09:55Dann kommt der Wolf
09:56und frisst die Großmutter.
09:58Aus heutiger Sicht
09:59hat man da ein paar Fragen.
10:00Erstens
10:01Warum wohnt die Großmutter eigentlich alleine im Wald?
10:05Zweitens
10:06Warum ist Rotkäppchen für sie zuständig?
10:09Drittens
10:09Warum säuft die Alte schon beim Kuchen?
10:13Man spürt,
10:14wie weit wir uns
10:15von dieser Zeit entfernt haben.
10:17Inzwischen eine Zeit,
10:19in der der Wolf
10:20für die Alterspyramide
10:21noch eine ganz entscheidende Rolle gespielt hat.
10:25Natürlich gab es immer schon Einrichtungen
10:26speziell für ältere Menschen.
10:28Spitäler
10:29oder Hospize
10:32André Rieu.
10:36Das Grundprinzip war,
10:38innerhalb der Familie
10:39hat man sich umeinander gekümmert.
10:41Das hat sich erst geändert
10:42mit dem Beginn der Industrialisierung.
10:45Da gab es Fabriken
10:46und dann gingen immer mehr junge Menschen
10:48vom Land in die aufstrebenden Städte,
10:51haben in diesen neuen Fabriken gearbeitet.
10:53Junge Menschen ziehen in große Städte,
10:55so wie heute noch die Schwaben
10:56nach Berlin ziehen,
10:57wenn sie jung sind.
10:58Das waren Wanderungsbewegungen,
11:00die dafür gesorgt haben,
11:00dass sich die Kinder
11:01nicht mehr um die Eltern kümmern konnten.
11:03Die Kinder malochten in der Stadt
11:05und kamen nur noch Weihnachten nach Hause
11:06und brachten dann den Alten
11:08was zu essen vorbei.
11:09Meistens
11:10Mon Cheri.
11:141889
11:15gilt als das Geburtsjahr
11:17der gesetzlichen Rentenversicherung.
11:20Reichskanzler Otto von Bismarck
11:21hat sich das alles ausgedacht.
11:23Wie kam es dazu?
11:24Die Industrialisierung
11:26hat eine neue Klasse hervorgebracht,
11:28die Arbeiter.
11:30Und außerdem zwei neue Lifestyle-Trends,
11:32Ausbeutung
11:33und Verelendung.
11:36Ausgebeutete
11:37und dem Elend leben
11:38der Arbeiter und Arbeiterinnen
11:39neigen dazu,
11:41Sozialisten zu wählen.
11:42Und die Sozis
11:43mochte Bismarck
11:45noch weniger als eine Zahnwurzelbehandlung
11:46ohne Narkose.
11:47Deswegen hat er
11:48neben anderen Sozialgesetzen
11:50eine Rente eingeführt,
11:52damit die Arbeiterschaft
11:53nicht auf dumme Ideen kam.
11:54Er hat so versucht,
11:56die SPD klein zu kriegen.
11:58Heute muss man sagen,
12:00das ist ihm nicht gelungen.
12:01Das schaffte erst Jahre später
12:03Lars Klingbeil.
12:04Bismarck
12:07schuf eine Rentenversicherung,
12:09in die Arbeiter und Arbeitgeber
12:11eingezahlt haben.
12:12Auch der Staat gab noch etwas dazu.
12:14Der Beitragssatz lag damals
12:15sagenhaft bei zwei Prozent.
12:17Sehr wenig.
12:18Zwei Prozent.
12:18Das Renteneintrittsalter
12:20lag bei 70 Jahren.
12:21Die Lebenserwartung
12:22für Männer
12:23lag bei 40 Jahren.
12:27Das könnte einer der Gründe sein,
12:29warum das System
12:30damals ganz gut funktioniert hat.
12:31Bei Rentenantritt
12:33waren die meisten
12:34schon 30 Jahre lang tot.
12:36Und viele hatten sich
12:37ans Todsein dann schon so gewöhnt,
12:39dass sie die Rente
12:39gar nicht mehr beantragt haben.
12:41Übrigens,
12:41das eingezahlte Geld
12:42wurde vom Staat
12:43eingesammelt und angespart.
12:44Es war also sozusagen
12:45eine kapitalgedeckte Rente.
12:47Dann kam der Erste Weltkrieg.
12:49Da wurde alles schwierig.
12:50Dann Weltwirtschaftskrise
12:51in den 20er Jahren.
12:52Da geriet dieses System
12:53vollends ins Wanken.
12:54Das angesparte Kapital
12:55war nichts mehr wert.
12:56Als hätte man alles
12:57komplett in Wirecard-Aktien
12:59investiert.
13:00Damals war es halt
13:01die Inflation.
13:03Unser heutiges Rentensystem
13:04entstand erst
13:05nach dem Zweiten Weltkrieg,
13:06genauer gesagt 1957.
13:09Konrad Adenauer,
13:11der damalige Bundeskanzler,
13:12der Erste Bundeskanzler
13:13der Bundesrepublik,
13:14hat zwar immer gesagt,
13:15keine Experimente,
13:16aber er machte welche.
13:18Er machte Experimente
13:19mit der Rente.
13:19Adenauer hat das gesamte
13:21System umgestellt.
13:22Von der kapitalgedeckten Rente
13:23auf ein Umlagesystem.
13:25Das heißt,
13:26die jungen Menschen,
13:27die arbeiten,
13:28zahlen Geld ein
13:29und dieses Geld
13:30geht direkt
13:31ohne Umwege
13:32an die Alten.
13:33Das ist der sogenannte
13:34Generationenvertrag.
13:36Damals sorgten
13:37umgerechnet
13:38sechs junge Menschen
13:39für einen Alten.
13:41Und Adenauer
13:42wird ja auch
13:42der Satz zugeschrieben,
13:44Kinder kriegen die Leute
13:45immer.
13:46Ein historisches
13:47Fehlurteil.
13:50Eigentlich nur
13:50vergleichbar mit dem Satz
13:51Das Internet
13:52ist nur ein Hype
13:53von Bill Gates.
13:55Hat er wirklich gesagt.
13:57Oder auch diese Prognose hier.
14:00Es wird
14:01irgendwann mal
14:02dazu kommen,
14:03dass der Döner
14:04den Menschen
14:04ersetzen wird.
14:16Auch das ist uns
14:17bislang erspart geblieben.
14:19Die Idee
14:19hinter diesem
14:20Umlagesystem
14:21ist ziemlich gut.
14:22Als Idee.
14:23Es wäre auch heute
14:24noch eine gute Idee.
14:25Also wenn alle
14:26einzahlen würden,
14:27wenn auch alle Arten
14:28von Einkommen
14:28herangezogen würden,
14:29wenn auch alle Menschen
14:30ausreichend verdienen würden.
14:31Natürlich,
14:32wenn die demografische Situation
14:33sich nicht so radikal
14:35geändert hätte,
14:36dann wäre es fantastisch.
14:37So wie es jetzt ist,
14:38ist es für die Jüngeren
14:39natürlich doch etwas
14:39unbefriedigend.
14:40Also wenn es beim Bäcker
14:41genauso laufen würde,
14:43sähe es ungefähr so aus.
14:46Morgen.
14:47Moin.
14:48Zwei Laugenstangen bitte.
14:50Legen Sie das Geld
14:50schon mal hin.
14:52Okay.
14:53Mehr.
14:54Mehr.
14:57Mehr.
14:58Mehr.
14:59Für zwei Laugenstangen
14:59ist das doch wohl
15:00mehr als genug.
15:01Passen Sie mal auf
15:01die Zahlen jetzt mal, ja?
15:02Davon backen wir dann
15:03die Laugenstangen
15:03für alle, die vor Ihnen
15:04da waren und Sie
15:05bekommen Ihre Stangen
15:05dann von denen bezahlt,
15:06die nach Ihnen kommen.
15:11Und wer garantiert mir,
15:12dass jemand nach mir kommt?
15:12Schon mal was von
15:13Solidarität gehört?
15:14Was ist denn das
15:15für ein absurdes
15:15Geschäftsmodell?
15:16Wir machen das
15:17seit Jahrzehnten so
15:17und bisher hat es
15:18toll funktioniert.
15:19Sie zum Beispiel
15:19haben bereits Anspruch
15:20auf diesen Haufen
15:22Krümel hier erworben.
15:23Der Nächste bitte.
15:31Konrad Adenauer
15:36hat damals noch
15:37was anderes eingeführt.
15:38Die Dynamik.
15:40Rentnerinnen und Rentner
15:41sollten von der
15:41wirtschaftlichen
15:42Entwicklung des Landes
15:43profitieren.
15:43Das heißt, wenn die
15:44Löhne gestiegen sind,
15:45dann stiegen auch die
15:46Renten.
15:47Die Formel sieht
15:48folgendermaßen aus.
15:49Entgelt.de mal
15:50Zugangsfaktor Z mal
15:52Rentenartfaktor R mal
15:54aktueller Rentenwert A
15:55ergibt die
15:56Monatsrente.
15:57Was heißt das?
15:58Ist ganz schnell erklärt.
15:59Entgeltpunkte sammelt man
16:00über Jahre an.
16:01Sie sind das Ergebnis
16:01des eigenen Jahresgehalts
16:03geteilt durch das
16:03Durchschnittseinkommen
16:04aller Versicherten.
16:05Der Zugangsfaktor
16:07berücksichtigt, ob man
16:07die Rente früher oder
16:08zum regulären Rentenalter
16:10erhält.
16:11Durch den Rentenartfaktor
16:13wird die Form der Rente
16:14einkalkuliert, also ob es
16:15sich um eine Altersrente
16:16oder eine andere
16:17Rentenart handelt.
16:18Und der aktuelle
16:18Rentenwert ist ein
16:19Geldbetrag, den ein
16:21Durchschnittsverdiener
16:21für ein Jahr Beiträge
16:23erhalten würde.
16:25Nicht verstanden?
16:26Egal?
16:27Es funktioniert.
16:29Und man ging davon aus,
16:29es funktioniert auch
16:30weiter.
16:31Nehmen Sie den
16:32legendären CDU-Minister
16:33Norbert Blüm, der hat
16:34immer gesagt, die Rente
16:35ist sicher.
16:36Was auch stimmte.
16:37Zumindest für
16:38seine eigene.
16:38Inzwischen gehen jetzt die
16:41Babyboomer in Rente, die
16:42geburtenstarken Jahrgänge.
16:43Es sind sehr viele, die
16:45Boomer selber haben aber
16:47nicht mehr so viele Kinder
16:48bekommen.
16:49Inzwischen hat sich die
16:50Formel verändert, nach der
16:52berechnet wird, wie viel den
16:53Jungen am Ende bleibt.
16:54Nach Mietzahlungen, gestiegenen
16:56Lebenshaltungskosten, Rentenbeiträgen
16:58und Steuern.
16:59Diese Formel lautet nämlich
17:01Anzahl der Neugeborenen N mal
17:03Umlagekosten der Boomer-Rente U,
17:05mal Leistungen des Staates aus
17:06Steuern, um die Rente der
17:07Boomer zu sichern, L, mal Lohn,
17:09der nach Abzug von allem für
17:10die Jungen bleibt, L, alles
17:12zusammengenommen, ergibt Null.
17:23Schon jetzt ist der Zuschuss
17:25zur Rentenversicherung der
17:26größte Posten bei den
17:28Sozialausgaben.
17:29Immer mehr Geld aus dem
17:30Haushalt fließt in die
17:31Rentenkasse.
17:32Viele Versuche, das Rentensystem
17:33von außen zu stützen, sind
17:35gescheitert.
17:36Es gab die Riester-Rente, die
17:37tatsächlich die Alterseinkommen
17:40erheblich erhöhte.
17:42Leider nur die von Carsten
17:43Marschmeyer und Veronika
17:44Ferres.
17:45Dann gab es den Vorschlag von
17:46Christian Lindner, eine
17:47Aktienrente einzuführen.
17:49Also alle zahlen Geld in
17:51einen Fonds und dieses Geld
17:53wird dann am Kapitalmarkt
17:54angelegt und aus den Gewinnen
17:55wird ein Teil der Rente
17:56finanziert.
17:57Klingt gut.
17:58Nachteil ist, die Beiträge
18:00würden nochmal erhöht und
18:01viele Großeltern würden nicht
18:02mehr so locker den Enkeln 50
18:04Euro zu Weihnachten
18:05schenken.
18:05Die würden Heiligabend erst
18:06mal gucken, wie der DAX
18:08steht.
18:10Und ich denke doch, viele
18:11haben immer noch ein
18:12mulmiges Gefühl dabei, wenn
18:14sie wissen, der Erfolg ihrer
18:15Rentenzahlung ist gekoppelt mit
18:17dem Erfolg von VW zum
18:19Beispiel.
18:20Das einzige Modell, was
18:22halbwegs funktioniert hat
18:23bislang, war die
18:23Trittin-Rente.
18:25Auch bekannt als
18:27Einwegpfand.
18:29Und
18:32mir ist sehr bewusst
18:33ich
18:38erzähle das jetzt alles aus der
18:40Sicht eines alten Mannes, eines
18:42mittelalten Mannes, eines
18:44nicht mehr ganz jungen, aber
18:46noch nicht alt, eines jung
18:47gebliebenen, eines Mannes, eines,
18:50Sie wissen, was ich meine.
18:52Vielleicht sollten wir auch die
18:53Jungen mal persönlich zu Wort
18:54kommen lassen.
18:55Deshalb begrüße ich Sie zu einer
18:56neuen Ausgabe von Erklärst
18:58den Boomer mit
18:59Florentine Osche.
19:08Florentine Osche!
19:09Florentine, du
19:12möchtest
19:12reden, was beschäftigt dich?
19:14Dein Renteneintritt,
19:15Christian.
19:17Mein Renteneintritt?
19:18Ach, das ist doch mal lieb von
19:19dir, aber
19:20ich mach mir eigentlich keine
19:21Sorgen.
19:22Das ist natürlich noch ein
19:23bisschen hin bis 67, aber
19:24das schaff ich schon.
19:25Ich weiß, dass du die paar
19:27Wochen jetzt auch noch schaffst.
19:28Das ist nicht der Punkt.
19:29Das Rentensystem an sich, das
19:31funktioniert so doch nicht
19:32mehr.
19:32Das stimmt, aber weißt du, was
19:34mich wundert?
19:35Seit wann interessieren sich
19:36denn junge Menschen für ihre
19:37Rente?
19:38Das war doch früher nicht.
19:39Ich glaube, ihr seid die erste
19:40Generation, die sich Sorgen um
19:42die Rente machen.
19:43Also eine junge Generation
19:44hat doch andere Sachen im
19:45Kopf.
19:45Als ich so jung war, da war das
19:47Motto unserer Generation
19:48live fast, die young.
19:52Nur habt ihr euch an den
19:53zweiten Teil leider nicht
19:55gehalten.
19:55Also, sorry, allein wie
19:58verbrannt der Planet dank euch
19:59aussieht, da machen wir uns
20:00doch natürlich schon mit
20:01Anfang 20 Sorgen darüber, was
20:03im Alter noch alles auf uns
20:04zukommen wird.
20:05Jetzt kommt das wieder mit den
20:06verbrannten Planeten.
20:07Meine Güte, wir haben euch
20:08den wärmsten November seit
20:09Beginn der Wetteraufzeichnung
20:11geschenkt.
20:12Überlegt mal, was ihr an
20:13Heizkosten spart.
20:14Das muss man doch
20:14verrechnen.
20:15Na, vielen Dank.
20:17Also, da wird mir ja richtig
20:17warm ums Herz, wie ihr das
20:18geregelt habt mit dem
20:19Klimawandel.
20:20Super.
20:20Also, es läuft ja genauso
20:21super wie die Rente ab 67.
20:23Da habt ihr gesagt, das ist
20:24die Zukunft.
20:25Ja, eure Zukunft, die wir
20:26euch finanzieren dürfen.
20:27Und als Dank müssen wir
20:28wahrscheinlich arbeiten, bis
20:29wir 82 sind.
20:31Ja, 82, das ist lang.
20:34Das verstehe ich.
20:34Das ist wirklich, nein, das
20:36kann ich wirklich sagen, das
20:37ist unfair.
20:38Ja.
20:39Das sind Aussichten, die
20:40Angst machen.
20:41Ja.
20:43Das sackt übelst.
20:46Sag das nie wieder.
20:49Okay.
20:50Ja, arbeiten bis 82 ist
20:51wirklich nicht schön.
20:52Andererseits muss man sagen,
20:53ihr arbeitet ja anders
20:54heutzutage.
20:55Das ist ja Arbeit im Sinne von,
20:56ja, ich mache Workation
20:57auf Bali und dann, ne,
21:00Arbeit ist für euch, wenn
21:01ihr kurz am Strand mal
21:02in ein Zoom-Meeting winkt.
21:03Wir haben damals auf fünf
21:04Stunden am Tag im Büro
21:059 to 5 haben wir geackert.
21:08Ohne Feelgood-Manager.
21:10Unser einziger Safe Space
21:11war die Raucherpause.
21:12Ja.
21:14Und ihr habt Work-Life-Balance,
21:16ihr habt Homeoffice,
21:17ihr habt Selbstverwirklichung.
21:18Christian, wir haben nicht
21:20Homeoffice, sondern winzige
21:21WG-Zimmer mit schlechtem
21:22WLAN für 800 Euro.
21:25Selbstverwirklichung heißt für
21:26mich, esse ich meine Nudeln
21:27heute lieber mit rotem Pesto
21:28oder grünem Pesto.
21:29Mein Rentenbescheid wird safe
21:31mit der Trigger-Warnung
21:32kommen, wenn überhaupt.
21:33Ja, aber du weißt schon,
21:35dass du auch privat vorsorgen
21:36musst.
21:36Das ist auch wichtig,
21:37da früh mit anzufangen.
21:38Denk dran, Aktien, ETFs,
21:41Immobilien.
21:42Du musst Immobilien kaufen.
21:43Fang doch, natürlich,
21:44kleine, ja, meine Güte,
21:46es muss ja, es, ne,
21:47es muss ja nicht direkt
21:48Hamburg-Blanke-Näse sein.
21:49Kauf dir ne kleine
21:50Eigentüse von Betongold.
21:52Kann ich nur empfehlen.
21:53Betongold?
21:54Betongold.
21:54Das Einzige, was ich mir
21:55leisten kann, ist ein
21:56Fünf-Kilo-Sack-Zement
21:57aus dem Baumarkt.
21:58Und selbst dem muss ich
21:59wahrscheinlich mit drei
22:00Raten abbezahlen.
22:01Nee, meine einzige Lösung,
22:02meine einzige Hoffnung
22:03ist Kryptowährung.
22:05Krypto?
22:06Ja.
22:06Boah, ist aber riskant.
22:07Das ist doch,
22:08nein, das ist doch
22:08total unsicher.
22:09Ja, I know.
22:11Aber, also, ja,
22:13ich hab überlegt,
22:13kurz noch meine Socken
22:14zu verkaufen vielleicht.
22:17Socken verkaufen?
22:18Als Geschäftsmodell?
22:19Strickst du?
22:21Christian, ja.
22:22Äh, gut, dann vielleicht
22:24doch, doch eher krypto.
22:26Ich meine, absolute Sicherheit
22:28gibt's ja nie.
22:28Das muss man auch wissen.
22:30Man kann nicht in die
22:30Zukunft schauen.
22:31Es kann theoretisch sein,
22:32dass hier gleich ein Blitz
22:33im Studio einschlägt.
22:36Nimmst du jetzt nicht
22:37wörtlich, oder?
22:38Naja, das ist wahrscheinlicher,
22:39als dass ich nochmal
22:40eine Rente sehe.
22:43Das stimmt auch wieder.
22:45Ja.
22:46Das hackt übelst.
22:48Das ist crazy.
22:51Florentine Orte,
22:53vielen Dank.
23:07Und die Weihnachtszeit ist ja die Zeit,
23:09in der viele von uns in Kontakt kommen
23:11mit der Deutschen Post.
23:13Man verschickt Karten,
23:15man verschickt vielleicht auch mal Briefe
23:16und Pakete.
23:18Und da hat sich einiges geändert.
23:19Briefe werden ja nicht mehr
23:20an jedem Tag ausgetragen,
23:22was viele Menschen verzweifeln lässt.
23:23Die wissen gar nicht mehr,
23:24wann der Briefträger jetzt kommt.
23:26Jetzt war hier monatelang
23:28erstmal so peu à peu.
23:29Also da kommt aber,
23:30dann drei Wochen gar nicht,
23:31dann kommt mal wieder einer,
23:32dann kommt wieder gar nichts.
23:34War schon nicht schön.
23:36Ja?
23:37Schon mal was von Postgeheimnis gehört?
23:40Ja?
23:40Das ist damit gemeint.
23:42Keiner weiß,
23:43wann die Post kommt.
23:44Die Liste der Beschwerden
23:46ist ziemlich lang.
23:48Verspätete Zustellungen,
23:50seltener gelehrte Briefkästen,
23:52beschädigte Sendungen und Pakete
23:53sowie Automaten statt Filialen.
23:55Die Bundesnetzagentur
23:57hat in diesem Jahr
23:58so viele Beschwerden
23:59über die Post erhalten
23:59wie noch nie zuvor.
24:01Und da wurden nur die Beschwerden gezählt,
24:02die auch angekommen sind.
24:05Früher gab es ja Postämter,
24:07die Älteren nennen sich das Postamt.
24:09Das war ein Amt.
24:11Das hatte immer geöffnet,
24:12werktags,
24:13also mit drei Stunden Mittagspause gefühlt.
24:15Aber das war ein Amt.
24:17Da saßen dann hinter den Schaltern
24:18Beamte,
24:20fahle Beamte,
24:21einer hinter jedem Schalter.
24:22Das waren mehrere Schalter.
24:23Wenn man da einen Brief aufgeben wollte,
24:25dann hat in dem ersten Schalter
24:26einer die Briefmarke verkauft.
24:28Der zweite hat nur die Zunge rausgestreckt,
24:31um sie zu befeuchten.
24:33Der dritte hat sie aufgeklebt,
24:35der vierte hat sie gestempelt.
24:36Also die Briefmarke anlecken,
24:38das war ein staatlicher Vorgang.
24:40Über Jahrzehnte befand sich die Zunge
24:41von Postbeamten direkt auf dem Boden
24:43des Grundgesetzes.
24:44Das war eine Leistung.
24:46Auch wenn es schon damals
24:47nicht für alle immer erkennbar war.
24:50Hier so war es Anfang der 90er.
24:52Manchmal habe ich den Eindruck,
24:53als wenn Postbedienstete
24:56die Dinge etwas nach Vorschrift machen.
24:58Jedenfalls den Eifer,
25:00den die an den Tag legen müssen,
25:01kann ich hier nicht immer entdecken.
25:03Ob es jetzt an den Postbediensteten liegt,
25:05weiß ich nicht.
25:05Aber es wurde nicht besser.
25:07Es wurden dann immer mehr Postfilialen
25:09in Läden verlegt.
25:11Da konnte man auf einmal in der Post
25:12auch Gurken, Butter und Kondome kaufen
25:14oder Döner.
25:16Da gibt es dann ein Einschreiben mit
25:17alles und doppelt scharf.
25:20In einigen Regionen stellt die Post
25:22inzwischen nur noch Automaten auf.
25:25Eigentlich bin ich verloren,
25:27weil ich 78 bin
25:28und müsste dringend eine Post haben.
25:31Jetzt muss ich halt alles digital machen.
25:33Viele ältere Menschen kriegen das nicht hin.
25:36So eine Poststation,
25:37die man mit der App bedienen muss.
25:39Die schaffen es vielleicht noch,
25:40so eine Box zu öffnen.
25:42Aber wenn sie dann einmal drin sind,
25:43kommen sie nicht mehr raus.
25:47So oder so.
25:49Es ist und bleibt.
25:51Ein spannendes Unternehmen.
25:53Da geht immer die Post ab.
25:57Seit über 100 Jahren
25:59bringen wir Ihnen Briefe und Pakete.
26:01Egal, ob mit dem Fahrrad,
26:04dem Auto
26:05oder dem Eselexpress.
26:08Bei uns ist jede Lieferung
26:10in guten Händen.
26:12Egal wann,
26:14egal wie,
26:15egal wo.
26:17Wir haben die vollsten Postautos.
26:20Noch voller als die Konten
26:21unserer Vorstände.
26:22Die schnellsten Paketboten
26:25von 0 auf 100 in 30 Bissen
26:27und natürlich die längsten Schichten.
26:30Fast so lang wie die Schlangen
26:32vor den Filialen,
26:33also denen,
26:34die noch nicht geschlossen wurden.
26:36Bei uns wird Service
26:37noch groß geschrieben.
26:40Meistens auf schicke Karten.
26:42Und wenn einmal ein Brief
26:43drei Tage,
26:45drei Wochen
26:45oder drei Monate
26:47zu spät kommt,
26:48denken Sie immer daran,
26:49wir schicken Ihre Post
26:50auf eine Reise
26:51so spannend wie das Leben.
26:53Da weiß man ja auch nie,
26:54wo es hingeht.
26:55Hier sind Ihre Flipflops.
26:57Deutsche Post,
26:59immerhin nicht die Deutsche Bahn.
27:03Danke Tobias Döll.
27:06Am Wochenende war
27:09Grünen-Parteitag.
27:12Bundesdelegiertenkonferenz
27:12in Hannover.
27:13Die Grünen liegen ja auch
27:15zum Jahresende
27:15konstant bei 11 Prozent.
27:18Sie können sich erinnern
27:19an die Grünen?
27:20Es sagt Ihnen noch was, oder?
27:21Diese lustige Truppe,
27:22die uns im vergangenen Jahr
27:23noch regiert hat.
27:24Dann Regierung geplatzt,
27:26Wahlergebnis,
27:26ein Desaster,
27:27Spitzenpersonal abgehauen,
27:28Umfragewerte im Keller,
27:29Sie kennen die Geschichte.
27:30Vor einigen Jahren
27:31dachte man noch,
27:31die Grünen könnten
27:32mal den Kanzler stellen.
27:34Annalena Baerbock
27:35und Robert Habeck
27:35waren Stars.
27:37Und jetzt
27:38hat Baerbock
27:39einer fakeren Frau
27:40den Job bei der UNO
27:41weggenommen
27:41und spielt
27:42In New York,
27:43Sex and the City nach.
27:44Und Habeck, glaube ich,
27:46Habeck hat sich ganz zurückgezogen.
27:47Ich glaube,
27:47er verarbeitet die ganzen
27:48Demütigungen
27:49in einem Kinderbuch.
27:52Diesem hier.
27:55Und
27:59jetzt der Parteitag.
28:04Mein Eindruck
28:05von diesem Parteitag war,
28:06die Grünen
28:06wollten endlich beweisen,
28:08dass sie eine fröhliche Partei sind,
28:09die sich nicht
28:10unterkriegen lässt.
28:12Ich meine,
28:13ja,
28:13der Wind kommt gerade von vorne,
28:14aber wenn es eine Partei gibt,
28:15die weiß,
28:15wie man Wind
28:16in Energie verwandelt,
28:17egal woher er kommt,
28:18dann ist es
28:18Bündnis 90 die Grünen.
28:19Das ist ja
28:20eine Lebensweisheit,
28:22klingt schon fast nach Wand-Tattoo.
28:24Wenn der Wind von vorne kommt,
28:26mach Energie draus.
28:27Es war ein
28:28gute Laune-Parteitag,
28:29es wurde gestrickt,
28:30es wurde gelacht,
28:31es wurde auch getanzt.
28:32Ja.
28:33Parteichefin Franziska Brandner
28:34steht sogar selbst
28:35am DJ-Pult.
28:36Mit dabei,
28:37Co-Chef Felix Banaszak.
28:39Die beiden tanzen
28:40gemeinsam mit Delegierten,
28:42feiern ausgelassen
28:42und liefern sich
28:43zwischenzeitlich
28:44ein spontanes Dance-Battle.
28:46Also,
28:48ob es mit Wahlen
28:49nochmal was wird,
28:50weiß ich nicht,
28:51aber ich glaube,
28:52bei Let's Dance
28:53geht noch was.
28:54So sieht inzwischen
28:55bei den Grünen
28:56Basisdemokratie aus.
28:58Kurze Frage
28:58in eigener Sache.
28:59Ich lege am Samstag
29:00bei der Party
29:01auf dem Parteitag auf.
29:02Welcher Song
29:03soll nicht fehlen?
29:04Aha,
29:05man durfte sich Songs wünschen.
29:07Also,
29:07bei der alten Garde
29:08hätte ich sofort gewusst,
29:09was sie sich wünschen.
29:10Ja,
29:10die Grünen wie
29:10Annalena Baerbock,
29:11I Will Survive,
29:12hätte ich sofort gewusst.
29:14Oder der scheidende
29:14Ministerpräsident
29:15Winfried Kretschmann,
29:16Time to say goodbye.
29:18Bei denen weiß man sofort,
29:18Anton Hofreiter,
29:19ist auch ganz klar.
29:20In the Army now.
29:23Oder,
29:26da weiß man sofort,
29:28muss man gar nicht
29:28lang überlegen.
29:31Claudia Roth,
29:33Cordula Grün.
29:34Und,
29:35ich glaube,
29:36Robert Habeck
29:37würde sich ein
29:38zweistündiges
29:40Zwölftonmusikstück wünschen.
29:41Nicht,
29:42weil er es mag,
29:42sondern weil er so tun kann,
29:43als ob er es versteht.
29:45Aber,
29:46was ist mit Felix Banaschak?
29:47Der ist doch so ein bisschen blass,
29:49da weiß ich nicht.
29:49Welche Musik mag der?
29:51Keine Ahnung,
29:52aber wir haben schon mal
29:53einen Song für ihn.
29:55Wir können schon Stunden,
29:58Tage,
29:59Wochen lang
29:59über das Klima sprechen
30:01und wir werden es heute auch tun.
30:03Ja,
30:03klatscht mal!
30:05Kein Klatschen!
30:06Felix Banaschak mit Franzi im Doppelpack.
30:13Er tritt auf,
30:14er tritt auf wie ein Student,
30:15der die Zwischenprüfung
30:17grad versemmelt hat.
30:20Felix Banaschak,
30:23seine grüne Sacken ab.
30:27Die Stammwählerschaft,
30:28die wandert lieber zu der Linken ab.
30:32Ja,
30:33dieses Jahr war ein sehr beschissnis.
30:36Grün kommt im Osten nicht an,
30:38ihr wisst es.
30:40Alltagssorgen waren nie euer Business,
30:42abgehoben in der Tat.
30:45Eine Partei für die Stadt,
30:48so ist es.
30:49Doch wenn man Grün auf dem Land,
30:51vergiss es.
30:52Und Chef als Meister des Kompromisses
30:55hat Verbrenner noch nicht zart.
30:59Felix Banaschak,
31:02mit Brandner nicht so oft zack.
31:05Klar, das Grün voll versagt,
31:07wenn man bei Wichtigen Fragen
31:08weiß, Helmut hat.
31:14Ein Song von Dennis Kaupp und Jesko Friedrich.
31:20Auch auffällig.
31:22Das schlimme V-Wort kommt gar nicht mehr vor.
31:25Das V-Wort verbieten.
31:26Sie verbieten nicht mehr.
31:27Das ist eine ganz wichtige Botschaft.
31:29Es wird nicht mehr verboten.
31:30Man sagt, ihr könnt machen, was ihr wollt, Leute.
31:33So will man Wahlen gewinnen.
31:35Quatsch, Wahlen gewinnen.
31:36Man will sich über Wasser halten,
31:39da, wo noch eine Restchance besteht.
31:41Cem Özdemir, der in Baden-Württemberg antritt,
31:43sagt das, was man als Grüner
31:45in Baden-Württemberg sagen muss.
31:48Wir können Auto.
31:49Diese Partei kann Auto.
31:51Ein Autoland, Baden-Württemberg, Deutschland.
31:53Ein Autoland.
31:54Er will natürlich alles so machen,
31:55wie sein überlebensgroßes Vorbild Winfried Kretschmann.
31:59Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg
32:01fährt den Daimler-Basta.
32:05Özdemir will es ihm nachtun.
32:10Er kann jetzt nicht genauso werden wie Kretschmann.
32:13Und Kretschmann hat natürlich mit seinen Reden
32:15wirklich die Seele der Baden-Württemberger erreicht.
32:18Auch wenn nicht überliefert ist,
32:19ob jemals ein Baden-Württemberger
32:21bis zum Ende einer Rede von ihm wach geblieben ist.
32:23Aber irgendwie, der Vibe stimmte.
32:26Cem Özdemirs Strategie ist jetzt,
32:27er gibt sich wahnsinnig viel Mühe,
32:29immer wieder zu betonen, wie wahnsinnig schwäbisch er ist.
32:33Auf schwäbisch würde man sagen,
32:35es gibt so dicke und so dicke Mauldäschler für Elle.
32:38Gescheit auchbauer, gesund essen.
32:41Super gseit.
32:42Ich komme aus dem Ort, wo die Brezel erfunden wurde.
32:45Ich bin quasi direkt der Nachfahre.
32:47Brezelianer, wenn man so will.
32:49Elle, ein gutes Auskommen.
32:51Was so ist, kann man da nur sagen.
32:52Rechthänder.
32:53Es ist so ein Satz,
32:54wie so ein schwäbischer Trollinger im Abgang.
32:56Da muss man noch lange drüber nachdenken.
32:59Ich habe lange drüber nachgedacht.
33:01Und ich muss sagen, schwäbischer geht es nicht.
33:02All you can schwäbel.
33:04Respekt.
33:05Wahnsinn.
33:05Die Abstimmungen über Wehrpflicht und Anerkennung Palästinas
33:09fanden spät nachts statt bei diesem Parteitag.
33:12Viel wichtiger war die Botschaft.
33:14Leute, wir sind cool geworden.
33:16Und ja, liebe Freundinnen und Freunde,
33:18ich glaube verdammt nochmal auch an die Jugendlichen,
33:21die im Park abhängen,
33:22mit dem Jointer vielleicht sitzen,
33:24die Oma mal ziehen lassen.
33:25Und am nächsten Tag pünktlich um 6 Uhr
33:28bei ihrer Ausbildung im Pflegeheim.
33:30Schön, liebe Freunde und Freunde.
33:36Also so.
33:41So locker,
33:43so frei stellen sich die Grünen Deutschland vor.
33:45Leute, die im Park Omas zum Kiffen überreden?
33:49Jetzt mal ehrlich,
33:50würde das irgendeine Oma mitmachen?
33:54Ich bin mir nicht sicher,
33:55aber man weiß ja nie.
33:57Wir lassen das offen.
33:58Liebe Zuschauerinnen,
33:59liebe Zuschauer,
34:00der Dezember hat's begonnen.
34:02Und der Dezember, das wissen Sie,
34:03das ist die Hochsaison für Jahresrückblicke.
34:06Wir machen einfach jetzt schon einen,
34:07dann können Sie sich alle anderen sparen.
34:10Ist doch nett, oder?
34:11Unser Service nichts zu danken.
34:12Hier kommt der ultimative Jahresrückblick
34:14von Oliver Kalkofe.
34:23Dankeschön.
34:24Danke.
34:28Liebes 2025.
34:30Wow.
34:31Was für ein Hammer.
34:33Ja, du doch warst.
34:34Als du damals klein und schüchtern anfängst,
34:38an einem 1. Januar,
34:40wie so viele Jahre vor dir,
34:42da hat so mancher gedacht,
34:44du seist fantasielos, ohne Vision.
34:48Jahresbeginn 1. Januar,
34:50das war irgendwie so 2024.
34:54Boring.
34:55Doch nein,
34:56diese so uninspiriert erscheinende Entscheidung
35:00war lediglich deine letzte respektvolle Verneigung
35:05vor der Tradition,
35:07bevor du dann so richtig mit Schmackes
35:10auf die Kacke gehauen hast.
35:11Ja, ganz entspannt hast du einfach die Welt
35:15komplett aus den Angeln gehoben.
35:18Am 20. Januar hast du den letzten
35:21frei gewählten US-Präsidenten ins Amt gesetzt.
35:25Mit seiner Hilfe,
35:27die wissenschaftlich fundierte, objektive Wahrheit abgeschafft
35:32und dafür die alternativen Fakten
35:35des am lautesten Rumblökenden an ihre Stelle gesetzt.
35:38Ja, und damit einfach mal so ganz en passant
35:42300 Jahre Aufklärung beendet.
35:45Ho, ho, ho.
35:47Ja, leck mich fett, Baby.
35:49Dafür muss man Eier haben, ne?
35:52Ah, der Rest war business as usual.
35:55Nur immer eine Schippe konsequenter und fieser.
36:00Ein beherzter Ruck nach rechts
36:02lässt den Globus rückwärts drehen.
36:04Wut und Hass sind die neue Nächstenliebe.
36:08Krisen-Overkill, Krieg und Gewalt in Gaza, Myanmar und im Sudan.
36:13KI-Übernahme und Fachkräftemangel,
36:16marode Infrastruktur und flächendeckende Verzweiflung.
36:20Hm, Putin fickt die Ukraine und Amerika,
36:24die USA, Europa und wir stehen wie immer mit heruntergelassener Hose da
36:29und suchen nach der wahren Liebe.
36:31Ja.
36:34Aber hey, trotz erfolgreichem weltweiten Chaos
36:38bist du 2025 immer bescheiden geblieben.
36:42Dass du das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen bist,
36:47hast du bloß mit einem lässigen Schulterzucken
36:50und ein paar beiläufigen Waldbränden in Kalifornien quittiert.
36:54Kein Grund zum Angeben.
36:56Schließlich bist du das Jahr,
36:58in dem die Vereinten Nationen offiziell zugeben mussten,
37:02dass das Ziel von nur 1,5 Grad Erderwärmung
37:05rein rechnerisch sowieso nicht mehr erreicht werden kann.
37:09Ja, Pech gehabt, alte Erde.
37:12Geh doch zu Hause, du alte Scheiße.
37:15Ja, so.
37:22Elon Musk sucht uns schon einen neuen und viel schöneren Planeten.
37:28Und wie wir ja gerade gelernt haben,
37:31eine Wahrheit, die wir alle gemeinsam leugnen,
37:35kann gar nicht real sein.
37:37Doch trotz aller Härte sorgtest du 2025
37:41auch immer wieder für kurze Momente der Heiterkeit
37:46und Hoffnung für die Menschheit.
37:48Wie etwa den 23. Februar,
37:51als die FDP aus dem Bundestag flog.
37:55Ja, bei aller Unbarmherzigkeit und Heimtücke
37:59bist du immer auch irgendwie sympathisch geblieben.
38:02Du hast wirklich ein ganz besonderes, beeindruckendes Jahr.
38:06Ein Jahr der Gegensätze.
38:08Wärst du ein Getränk.
38:09Du wärst eine Champagnerbowle mit frischen Erdbeeren,
38:14Rindergulasch und einem Hauch erbrochenen.
38:19Wärst du ein Kleidungsstück.
38:21Du wärst ein transparenter Herren-String-Tanga mit Hosenträgern.
38:27Und wärst du eine Person,
38:30also ich würde dir sofort eins in die Fresse hauen.
38:34Frohes Neues.
38:35Im Grunde kann es ja nur besser werden.
38:40Vielen Dank, Oliver Kalkofe.
38:46Ab morgen auch im extra 3 Podcast mit Sarah Bosetti.
38:50Und wenn Sie jetzt sagen,
38:52nö, nö, nö, komm, mir reicht's ohne mich,
38:54ach, ich klicke mich aus, 2026 wird bestimmt nicht besser,
38:57dann will ich Ihnen sagen,
38:58ja, es gibt ja auch ganz andere Lebensmodelle.
39:02Familie Behrens aus Buchholz in der Nordheide hat genug.
39:07Inflation.
39:08Fachkräftemangel.
39:08Ukraine und Amerika.
39:10Russland.
39:10Gaza.
39:12Demokratiekrise.
39:13Israel.
39:13Kriegfake.
39:14Klimakrise.
39:15Hörung.
39:16Terroranschlag.
39:17Krise.
39:19Todesfälle durch Hirnfraß am Möbel.
39:22Ja, wir haben uns als Familie jetzt entschieden,
39:28gemeinsam diesen Schritt zu gehen.
39:31Wir wandern aus.
39:33Goodbye Realität heißt es nun für die Auswandererfamilie.
39:38Drei Monate später.
39:39Wir besuchen Familie Behrens im Nachrichtenexil.
39:43Bevor unser Team eintreten darf,
39:46sammelt Bernd Behrens alle Handys ein.
39:49Ja, seitdem wir ausgewandert sind,
39:51geht's uns viel besser.
39:53Ne?
40:00Ja, die Heimat liegt hinter uns.
40:03War ja auch alles immer sehr negativ da so.
40:06Wir hatten eine sogenannte Nachrichten-Fatigühe.
40:08Fatig.
40:10Genau, die hatten wir alle.
40:12Samt.
40:13Rückblick.
40:14Familie Behrens zieht konsequent den Schlussstrich.
40:27Ja, Abschiede sind immer auf ne Art schmerzhaft.
40:33Weg aus der Realität gibt es keine schlechten Nachrichten mehr.
40:38Wir sind alle wie ausgewechselt, irgendwie.
40:43Oder, Papa?
40:45Papa?
40:47Hat jemand Bernd gesehen?
40:49Wir leben in einer Zeit,
40:51die permanenter Erschütterung,
40:53eine Zeit, in der...
40:54Bernd!
40:57Es tut mir leid.
41:01Es hat auch keiner gesagt,
41:03dass Auswandeln leicht ist.
41:04Bei einem Spaziergang führt Familie Behrens
41:07ein klärendes Gespräch.
41:08Als ultimative Schutzmaßnahme
41:11führen sie die verbale Quarantäne ein.
41:14Mhm.
41:15Ab sofort wird nur noch gesummt.
41:20Das Ende des Drehtags.
41:22Unser TV-Team bekommt die Handys zurück
41:24und ist wieder in der Realität.
41:27Tschüss, Herr Behrens.
41:28Danke.
41:28Tschüss.
41:29In mehreren Regionen der Welt
41:30spüren die Konflikte weiter zu.
41:33Während die für allreichen Länder
41:35wächst hier.
41:36Hm?
41:40Hm?
41:42Hm?
41:42Hm?
41:43Hm?
41:43Hm?
41:43Hm?
41:43Hm?
41:43Hm?
41:43Hm?
41:49Ein Film von Freddy Radek und Jakob Leube.
41:52So.
41:55Endlich wieder Weihnachtsmarkt.
41:58Hurra.
41:59Es ist ja jedes Jahr das Gleiche.
42:01Ich will eigentlich gar nicht auf den Weihnachtsmarkt.
42:02Dann lasse ich mich doch überreden.
42:03Nur ein Eierpunsch.
42:05Dann werden es vier.
42:06Dann kandierter Apfel und ein halber Meter Bratwurst.
42:09Und Glühwein.
42:11Glühwein.
42:12Sangria mit Winterdepression.
42:14Herrlich.
42:15Glühwein.
42:16Schmeckt zwar nicht, aber es ist schon faszinierend,
42:18was man aus Zimt und Altöl alles machen kann.
42:21Und jedes Jahr werden die gebrannten Mandeln teurer.
42:25Und die Tüten kleiner.
42:27Ich hab noch nicht geguckt.
42:28Werden die dieses Jahr einzeln verkauft?
42:29Die Mandeln?
42:30Ist schon?
42:30Stück vier Euro?
42:31Ist es schon so weit?
42:32Und dann überall diese kleinen Holzfeuer,
42:34an denen man sich wärmen kann.
42:35Und egal, wo du dich hinstellst,
42:37du stehst immer so, dass dir der Rauch in die Augen weht.
42:39Und die Jacke riecht bis zum Frühjahr nach Wohnungsbrand.
42:42Und ganz wichtig, wenn Sie auf Weihnachtsmärkte gehen,
42:44bitte tragen Sie gut sichtbar rote Weihnachtsmützen,
42:47blinkende Haarreifen oder Rentiergeweihe.
42:50Das hilft Ihren Mitmenschen,
42:51ihnen weiträumig aus dem Weg gehen zu können.
42:54Und wie es dann so ist,
42:55ich kauf dann eben doch ne blöde Strickmütze
42:57an irgendeinem Stand und Handschuhe,
42:59weil ich kalte Füße habe.
43:00Und was soll's, ne Weihnachtspyramide nehm ich auch noch mit.
43:04Und am Ende fühle ich mich dann doch ganz weihnachtlich.
43:06Dann bin ich doch in Stimmung.
43:07Dann spüre ich eine direkte Verbindung zum Stall in Bethlehem
43:12und fühle mich wie der Esel.
43:15Ist eine schöne Sache.
43:17Weihnachtsmärkte.
43:18Und der in Augsburg ist nicht nur schön,
43:20da gefällt mir auch das Sicherheitskonzept.
43:21Jens Barkhorn.
43:26Der Christkindlesmarkt in Augsburg.
43:29Einer der ältesten Weihnachtsmärkte in Deutschland.
43:32Trotz all der besinnlichen Stimmung gilt auch hier,
43:35Sicherheit hat höchste Priorität.
43:38Und da hat sich die Stadt in diesem Jahr
43:41etwas ganz Besonderes einfallen lassen.
43:45Mobile Poller.
43:47Wie läuft's ab?
43:49Es kommt der Straßenbahn, wir schieben es weg.
43:51Die Straßenbahn ist durch, wir schieben es wieder hin.
43:54Genau, so einfach ist das.
43:56Schnell den Hubwagen ranholen,
43:59dann den rund 450 Kilo schweren Poller einhaken,
44:04hochhiefen und dann zwei Meter beiseite schieben.
44:09Und wenn die Straßenbahn durchgefahren ist,
44:12kann der Poller wieder...
44:14Ach nee, halt, da kommt ja noch eine Bahn.
44:17Kurz warten.
44:17Hm, Vorsicht Radfahrer.
44:21So, jetzt aber.
44:23Ein bisschen Bewegung tut ja ganz gut bei der Kälte.
44:27Die Taktung ist mittags natürlich ein bisschen enger.
44:31Da fahren sie alle sieben Minuten.
44:33Von zwölf bis vierzehn.
44:35Dann ist der ganz normale Berufsverkehr.
44:38Und von 17 bis 19 ist nochmal verstärkt.
44:41Hm, zwei Linien in zwei Richtungen, jeweils alle sieben Minuten.
44:48Das macht in der Stunde etwa 30 Mal weg und 30 Mal wieder hinschieben.
44:53Und das geht noch so bis Heiligabend.
44:55Da kann man doch nur Danke sagen für diesen aufopferungsvollen Einsatz.
45:01Ich denke wirklich, dass die Sicherheit wichtig ist.
45:04Andererseits, die Lösung ist aus meiner Sicht wirklich provinziell.
45:07Aber dafür hat der Christkindlesmarkt jetzt eine echte Attraktion.
45:12Und nicht so eine langweilige Sperre hinter der Straßenbahn wie in den letzten Jahren.
45:18Ja, ich sehe den Aufwand, will aber auch sagen, es ist, glaube ich, für uns der Weg,
45:21Sicherheit, aber auf der anderen Seite auch einen schönen, nicht zugebauten Christkindlesmarkt zu gewährleisten.
45:26Genau, hier ist nichts zugebaut.
45:29Also nur kurz.
45:30Und man kann es wieder abbauen und wieder zubauen, wieder abbauen, zubauen, abbauen, zubauen, abbauen, zubauen, abbauen, zubauen, abbauen, zubauen.
45:40Das war extra 3 für diese Woche.
45:46Nächsten Sonnertag, die letzte Sendung des Jahres, die wir auf keinen Fall verpassen.
45:50Wir geben aber alles, wir fahren richtig was auf.
45:54Also wenn das keine 50-Jahres-Abgesendung wird, dann reicht ich aber auch nicht.
45:58Also, wir sehen uns, kommen wir noch nach dem Tag sehen oder um 21 Uhr in der Mediathek.
46:03Hier geht es weiter mit Reschke Fernsehen, Anja Reschke direkt auf, was am Deutschen Arbeitsmarkt faul ist.
46:09Und Überraschung, es sind nicht die Arbeitslosen.
46:11Bis nächste Woche und jetzt viel Spaß mit Reschke Fernsehen.
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