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  • vor 1 Tag

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Kurzfilme
Transkript
00:18Liebe ist genug
00:57Liebe ist genug
01:27Liebe ist genug
01:40Guten Morgen
01:41Guten Morgen
01:42Hast du gut geschlafen?
01:45Ich hab von Seifenblasen geträumt
01:47Ist irgendwas?
01:50Isst du Kaffee?
01:52Gerne
02:01Was ist los?
02:04Ich dachte ich
02:05Ich mach uns ein schönes Frühstück und
02:09Danach wollte ich noch was
02:10mit dir besprechen
02:11Sag mal, riecht sie angebrannt?
02:14Ach, die Spiegel alle
02:44Also das mit den Spiegeleiern
02:45Das wird heute nichts
02:48Macht ja nichts
02:49Sieht alles ganz toll aus
02:50Ja
02:52Bitteschön
02:54Ich, ähm, glaube ich muss erst mal zur Toilette
03:16Guten Morgen
03:16Guten Morgen
03:18Schlecht geschlafen?
03:19So gut wie gar nicht
03:21Ich hab auch die halbe Nacht den Mond angeheult
03:23Ja, der war nicht schuld
03:25Ich glaub, ich will's gar nicht wissen
03:27Ich musste noch mehr Korrekturen im Geschäftsbericht machen
03:30Das Problem bin immer noch nicht vorm Tisch
03:32Nee
03:33Die geschätzte Gesundheitsdezernentin hat jetzt auch ihren schärfsten
03:37Hey
03:38Das ist ja ein Fußweg, Sie Blödmann
03:43Ich glaub, das ist er
03:45Wer?
03:46Unser Revisor?
03:47Ja
03:48Naja, aber Sie haben doch nichts zu verbergen, oder?
03:51Nein, nein, natürlich nicht
03:52Aber ich bin mit dem Mann schon mal aneinander geraten
03:54Mit dem ist nichts zu spaßen
03:55Außerdem ist er auch Doktor der Mathematik
03:57Ach
03:59Und dann hat es statt zum Nobelpreis
04:01nur ins Gesundheitsdezernat von Leipzig gereiht
04:05Soll ich Ihnen beistehen?
04:06Los nicht
04:08Guten Morgen, Dr. Böhmisch
04:09Guten Morgen, Frau Markwater
04:10Au
04:14Ich kümmere mich um ihn
04:16Besorgen Sie eine Trage
04:22Ich hasse Krankenhäuser
04:23Sind Sie als Mitarbeiter im Gesundheitsdezernat genau an der richtigen Stelle?
04:2838,8
04:30In Deutschland sterben ungefähr 46% der Menschen in Krankenhäusern
04:34Bezogen auf alle stationär behandelten Fälle
04:36sind es immerhin noch knapp 3% aller Patienten
04:38Sie haben ein Fäbel für Statistiken?
04:41Ja, ich habe in Stochastik promoviert
04:43Also Wahrscheinlichkeitstheorie und Statistik
04:44Ja, ja
04:45Nun befürchten Sie, zu den 3% zu gehören?
04:48Ja
04:49Nicht erschrecken, es wird etwas kalt?
04:54Haben die Schmerzen schon etwas nachgelassen?
04:56Ja, also vielleicht ein bisschen
04:58Was sehen Sie denn da?
05:01Was ich befürchtet habe, eine akute Gallenblasenentzündung
05:05Die wir höchstwahrscheinlich operieren müssen
05:08Eine OP?
05:11Wir bestimmen erst mal noch die Entzündungsparameter
05:15Aber Sie haben Fieber
05:16Der Ultraschall ist eindeutig
05:20Die Schwester wird Ihnen
05:22Erst mal Blut abnehmen, bitte
05:25Ich hasse Blut abnehmen
05:34Verluxinationen
05:37Verwirrung, liebhafte Träume
05:54Du willst weg
05:56Wir wollten doch noch zusammen frühstücken
05:58Ja, ich weiß
05:59Ich habe leider gar keinen Hunger
06:02Und ich will auch nur ganz kurz in die Klinik
06:04Weißt du, Eli
06:04Will sich meine Hand nochmal angucken?
06:06Aber das kann ich doch machen
06:10Das stimmt
06:10Aber ich dachte auch, ich könnte gleich
06:13Spazieren gehen
06:13Frische Luft schnappen
06:14Ja, ich kann verstehen
06:16Dass dir aus deiner Krankschreibung
06:17Die Decke auf dem Kopf fällt
06:20Ja, ich weiß es nicht
06:21Ja, ich weiß es nicht
06:22Ich kann ihnen
06:25D&D
06:26Aber ich weiß es nicht
06:28Ich weiß es nicht
06:35Du musst du und ganzrices
06:37Dann
06:38Ja, ich weiß es nicht
06:38D&D
06:41Also
06:42Ich weiß es
06:47Das ist
06:50Herr Böhmisch, ich dachte, Sie werden noch untersucht.
06:54Wie fühlen Sie sich denn jetzt?
06:59Also, eigentlich geht Sie das nichts an.
07:01Das stimmt.
07:04Dr. Kaminski meinte, dass man eine Gallenblase umgehend entfernt werden sollte.
07:10Das tut mir leid.
07:11Ja, mir auch.
07:14Aber dann ist es doch ein Glück, dass Sie jetzt hier sind.
07:19Hatten Sie nicht erst kürzlich diesen Herzklappenskandal?
07:22Und haben Sie die Sicherheitslücke nach der Cyberattacke überhaupt schon schließen können?
07:27Also, es gibt ein Gutachten, das besagt, dass weder Professor Weber noch die Klinik für die schadhaften Herzklappen verantwortlich sind.
07:32Und was die Cybersicherheit angeht, da haben wir wirklich massivst nachgerüstet.
07:36Versuchen Sie gerade, meinen Patienten zu verunsichern?
07:39Ganz im Gegenteil, ich versuche ihn zu motivieren.
07:42So, na ja, dann sind Sie ja hoffentlich inzwischen bereit zu einer OP.
07:48Ach, ich, ähm, ich hätte da vielleicht eine kleine Entscheidungshilfe.
07:53Nämlich?
07:55Der Chefarzt Dr. Brentano könnte die OP übernehmen.
07:59Sind Sie noch zu...
08:01Ähm, Frau Marquardt, kann ich Sie vielleicht mal...
08:12Wie geht's denn im Moment? Zuhause? Mit Kai?
08:17Ganz gut.
08:19Und gesundheitlich?
08:24Es gibt gute und schlechte Tage.
08:31Maria, es tut mir leid, wie das alles so gelaufen ist.
08:34Ich wollte dich nicht so übergehen, aber ich konnte auch nicht zusehen, wie das alles so läuft bei dir, bei
08:43Kai.
08:50Kai weiß es?
08:51Er weiß es.
08:53Du hast es ihm verraten?
08:56Er hat dir nichts gesagt.
08:58Nein, gesagt hat er nichts.
09:10Wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, dann...
09:15Dann denken Sie also auch, dass diese Chefarztshow für die höheren Instanzen angebracht ist?
09:22Das Gesundheitsdezernat war uns bei all den Turbulenzen der letzten Monate nicht gerade wohlgesonnen.
09:29Wir bewegen uns immer noch auf sehr dünnem Eis.
09:32Die außerplanmäßige Prüfung des Geschäftsberichts kommt ja nicht von ungefähr.
09:36Das ist mir klar.
09:38Auch, dass wir Herrn Böhmisch mit einer hochakuten Cholecystitis nicht einfach ziehen lassen können.
09:42Jetzt setzen Sie sich da.
09:44Na ja.
09:45Wenn wir ihm mit der Aussicht auf Chefarztbehandlung etwas entgegenkommen können, dann...
09:52Ach so.
09:54Jetzt verstehe ich.
09:57Es schmeichelt Ihnen, Philipp.
09:59Ach, darum geht es doch nicht.
10:01Worum dann?
10:02Ein Pakt mit dem Teufel?
10:04Von mir aus.
10:05Aber da ich nicht derjenige sein möchte, der das Wohl der Klinik aufs Spiel setzt, ziehe ich mich hiermit zurück.
10:11Wie, Sie wollten doch assistieren.
10:12Oh, bitte.
10:14Dafür suchen Sie sich doch besser jemand anderen.
10:21Dr. Schultes Eingriff wurde abgesagt.
10:25Sie macht das.
10:27Dann ist das ja geklärt.
10:31Ach, und halten Sie Herrn Böhmisch bei Laune.
10:34Ich glaube, der hat ein bisschen Angst.
10:36Bei Laune?
10:37Na ja, Sie wissen schon, was ich meine.
10:47Guten Tag.
10:49Ich bin Dr. Blantano.
10:50Ah, der Chefarzt, ja. Freut mich.
10:53Sie sind soweit im Bilde, was wir mit Ihnen vorhaben?
10:56Ja, eine laparoskopische Cholezystektomie.
10:59Statistisch gesehen die mit Abstand häufigste minimalinvasive Operation im Bauchraum.
11:03Tatsächlich?
11:04Ja, also die Letalität bei dem Eingriff liegt bei knapp unter einem Prozent.
11:09Also das ist die absolute Ausnahme.
11:11Und Ausnahmen bestätigen die Regel.
11:15Ähm, ja.
11:19Na ja, da haben Sie recht.
11:21Irgendeiner muss ja dieser eine unter tausenden Patienten sein.
11:25Nein.
11:26So habe ich das nicht gemeint.
11:28Können Sie mir vielleicht noch, Entschuldigung, alle weiteren Optionen aufzeigen?
11:33Ganz ruhig atmen.
11:34Er ist eine Panikattacke.
11:36Ganz ruhig atmen.
11:37Ein und aus.
11:39Geh in die Tüche raten.
11:40Ganz ruhig.
11:41Ganz ruhig.
11:45Ich kann das nicht.
11:47Ich entziehe Ihnen mit der Einwilligung zu dieser OP.
11:53Das nehme ich durch.
11:55Das nehme ich durch.
11:55Das nehme ich durch.
12:04Was wolltest du mir gerade sagen?
12:07Dass ich...
12:16Dass ich dich liebe.
12:20Es kann alles so schnell vorbei sein.
12:25Entschuldigung.
12:26Ich sollte jetzt eigentlich in meiner OP sein.
12:32Kann ich Ihnen irgendwie helfen?
12:37Es ist bloß der Gedanke, dass man dann da liegt und...
12:42Und...
12:43Und dass man vielleicht nie wieder aufwacht.
12:46Also dass die Stunden einfach gezählt sind.
12:47Tick, tack.
12:53Das kommt sehr selten vor.
12:54Ja.
12:55Ja, das sollte ich eigentlich wissen als Fachmann.
12:57Ach ja?
12:58Ja, ich bin Gesundheitsstatistiker.
13:00Also es war auch nicht immer mein Traumjob.
13:03Was wollten Sie denn eigentlich machen?
13:07Ähm...
13:08Blumen.
13:10Das klingt komisch, ich weiß.
13:12Nein, finde ich gar nicht.
13:13Also ich wollte mit meiner Frau einen Blumenladen eröffnen.
13:15Aber?
13:17Ja.
13:19Ich konnte mich irgendwie nicht trennen von Karriere, festem Einkommen, der Rente.
13:24Dann hat sie sich von mir getrennt.
13:26Oh, das tut mir leid.
13:28Ja.
13:29Und Sie sind Ärztin oder...
13:32Oder sind Sie selber Patientin?
13:36Irgendwas dazwischen.
13:41Sie können den Ärzten hier vertrauen.
13:55Von mir aus kann's losgehen.
13:57Gut, dann fangen wir an.
13:59Skalpell, bitte.
14:02Dr. Brentano?
14:09Frau Marquardt.
14:12Ja, selbstverständlich werden wir das tun.
14:14Wie bei allen unseren Patienten.
14:17Mhm.
14:19Wenn es Ihnen nicht zu viel ausmacht, würde ich gern mit dem Eingriff beginnen.
14:23Mhm.
14:28Frau Marquardt bittet uns, besonders vorsichtig vorzugehen.
14:32Ich schlage vor, wir vergessen Sie jetzt mal und lassen den Stress der Verwaltungsdirektoren nicht unseren sein.
14:39Mhm.
14:39Also dann, Skype pay, bitte.
14:40Also dann, Skype pay, bitte.
14:42Ja.
14:44Ja.
14:48Ja.
14:52Ja.
14:54Ja.
14:56Ja.
15:02Ja.
15:04Ja.
15:04Ja.
15:05Ja.
15:06Ja.
15:30Bitte seid mir nicht böse.
15:54Wir machen uns eine richtig schöne Zeit, ja?
15:57Ja.
15:58Ja.
16:01Ja.
16:05Ja.
16:24etwas drehen bitte
16:28sicht wird besser
16:30sieht alles gut aus
16:32keine blutung alles trocken
16:35die Kamera geht raus
16:36die Rückhaare gehen raus
16:39damit hat der Böhm es jetzt geschafft
16:41und Frau Marquardt kann die Beine wieder hochlegen
16:44gut, Topferzählung
16:4513
16:4714
16:4915
16:51müssen 16 sein, 16 von 16
16:5716
16:58sicher
16:59ja, Entschuldigung für die Verwörung
17:01die haben wir Frau Marquardt zu verdanken
17:03gut, dann machen wir zu
17:04und verkünden unserem Spezialpatienten
17:06dass alles hervorragend verlaufen ist
17:10keine Sorge Antonia
17:11Herr Böhmisch ist bei uns sehr gut aufgehoben
17:14wie es mir geht
17:15ja, eigentlich gut
17:17also ich habe natürlich sehr viel zu tun
17:19und jetzt kommt auch Besuch
17:21ja, auf Wiederhören
17:23ja, bitte
17:27Frau Prof. Weber, das ist ja schön
17:30ich grüße Sie
17:32bitte nehmen Sie doch Platz
17:34dann kann ich Sie ja bald wieder einplanen
17:36darüber möchte ich mit Ihnen sprechen
17:38Entschuldigen Sie, da muss ich kurz ran
17:41Dr. Brentano
17:44ja
17:46ja, das ist gut
17:47ja, ich werde Ihnen gleich mal besuchen
17:50Dankeschön
17:52Frau Prof.
17:53hat das hier noch einen Moment Zeit?
17:56wir haben nämlich gerade den Wirtschaftsprüfer im Haus
17:59und zwar als Patienten
18:00ach, dieser Statistiker
18:02ja genau, kennen Sie ihn?
18:04naja, also kennen ist zu viel gesagt
18:05aber ich weiß, dass er ein Faible für Blumen hat
18:07ach, ja?
18:15ja
18:17darf ich?
18:18ich wollte mal nach Ihnen sehen
18:20sind Sie für mich?
18:22ja, also ich hoffe, Sie mögen Blumen
18:24ja
18:26Ceringa vulgaris, der gemeine Flieder
18:28ist die Blume der Liebenden
18:30oh
18:32also Dr. Brentano hat mir versichert
18:34dass die Operation ganz wunderbar verlaufen ist
18:38jetzt haben Sie natürlich ganz unfreiwillig
18:40das ganze Sachsen-Klinik-Erlebnis mitgenommen
18:42ja
18:43wie geht's Ihnen denn?
18:45oh
18:46also
18:47ich meine
18:48oh
18:50das könnte schon besser sein
18:52äh
18:52irgendwie Schmerzen
18:53fiebrig
18:55ich hole jemanden
18:56machen Sie sich keine Sorgen
18:58okay
18:58ja
19:04ja
19:05Tobias
19:05ja
19:06ziehen Sie bitte nach Dr. Böhmisch
19:07ich glaube, ihm geht's nicht gut
19:08das mache ich
19:10wenn Sie schmerzen
19:11ist ja relativ starker Schmerz
19:13also wenn Sie irgendein Schmerzmittel hätten
19:14wäre toll
19:15hm
19:18gut, dass Sie beide hier sind
19:21was ist denn mit Herrn Böhmisch los?
19:23wieso?
19:24er steht völlig neben sich und hat Schmerzen
19:27er wurde gerade operiert
19:29ich habe die Pflege schon angewiesen
19:31die Schmerzmedikation zu erhöhen
19:33mehr
19:34können wir jetzt
19:35nicht
19:36tun
19:38Dr. Brentano
19:39ich weiß, dass alle Patienten
19:42gleich behandelt werden sollten
19:43aber dieser hier bitte etwas gleicher
19:46ich dachte, wir ziehen an einem Strang
19:49ach, vielleicht könnten Sie mal nach ihm sehen
19:52ich muss schon wieder los
20:00langsam verstehe ich, was Dr. Kaminski meint
20:10ich bin so froh, dass es vorbei ist
20:12Sie müssen schon länger starke Schmerzen gehabt haben
20:16diesmal ist es glimpflich ausgegangen
20:18aber wenn Sie weiterhin Beschwerden verschleppen
20:20dann...
20:21ja, vielleicht braucht es diesen Wink des Schicksals
20:23und?
20:25es sieht soweit alles gut aus
20:28das fühlt sich aber nicht so an
20:30naja
20:30Sie haben eine erhöhte Temperatur
20:33ja, und jetzt?
20:35das ist nicht ungewöhnlich nach einer OP
20:38aber...
20:38wir machen noch ein CT
20:40dann sind wir auf der sicheren Seite
20:41in Ordnung?
20:43also, Beruhigung klingt anders
20:57Sie sind dann als nächster dran
20:59ah, danke
21:00ich bin gleich wieder da
21:04mhm
21:04ah, hallo
21:08hallo
21:09ah, Sie
21:11haben es hinter sich
21:13die OP, ja
21:16Glückwunsch, dann
21:17haben Sie es geschafft
21:18und können stolz auf sich sein
21:21hm
21:21wenn Sie das sagen
21:26wie geht es Ihnen denn?
21:29den Umständen entsprechend
21:32gut
21:32gut
21:32oder schlecht?
21:35gut
21:37freut mich
21:39hm
21:41naja
21:42vielleicht war das ja alles ein Zeichen
21:45also
21:46um das Augenmerk auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu lenken
21:52wer weiß
21:53vielleicht mache ich ja wirklich noch einen Blumenladen auf
21:58vielleicht
21:58äh
21:59gibt Ihnen meine Ex ja noch eine Chance
22:01ja
22:02vielleicht
22:03es ist nie zu spät, oder?
22:08so, dann wollen wir mal
22:46dr. Weber
22:47alles in Ordnung?
22:50ja
22:51ja
22:51schönen Tag
22:53einen schönen Tag
23:06wieso druckt denn der nicht?
23:09Dr. Demir
23:11ich wollte nur ein Rezept ausdrucken
23:14im Schwesternzimmer?
23:15ja, ja, ich war grad auf dem Flur und
23:17aha
23:19haben Sie keinen Chip?
23:20das geht doch digital
23:22das
23:23das sollte eben schnell gehen
23:24hm
23:24na, danach sieht's nicht aus
23:26ja
23:27aber jetzt
23:34zuckersüße Liebesküsse
23:35ach so ein Rezept meinen Sie?
23:38ja
23:41also, falls Sie mal ein paar Backtipps brauchen
23:43sagen Sie Bescheid
23:47danke
23:57Sie wollten mich sehen?
23:58ich brauch mal eine zweite Meinung
24:02es sieht alles auf den ersten Blick in Ordnung aus
24:05aber
24:06aber?
24:08ich hab hier was entdeckt
24:11was ist das?
24:13es liegt zwar abseits vom OP-Feld, aber
24:16nicht weit genug
24:18weit genug
24:19weit genug von
24:20vom Umriss her
24:21und Struktur
24:24Tupfer Nummer 16
24:27aber wir haben gezählt
24:29die Kollegin war sich nicht sicher
24:31ich hätte selber zählen sollen
24:32ich kann mir das nicht vorstellen
24:35und das war nicht in der präoperativen Bildgebung zu sehen
24:38es gab nur einen Ultraschall und
24:40da war es nicht zu sehen
24:51also?
24:54er hat Schmerzen und postoperatives Fieber
24:58Grund dafür ist offenbar
25:01ein Fremdkörper
25:03wie? wie ein Fremdkörper?
25:04was denn für ein Fremdkörper?
25:06ein laparoskopischer Tupfer
25:08der nach der OP
25:10die im Patienten verblieben ist
25:12was?
25:14leider
25:15trotz aller Sicherheitsvorkehrungen
25:17wie kann denn sowas schief laufen?
25:19wahrscheinlich ein Zählfehler
25:23das darf niemand erfahren
25:25Herr Böhmisch wird es erfahren
25:26wie haben Sie schon mit ihm geredet?
25:28nein, aber das werde ich
25:29das werden Sie nicht
25:33Frau Marquardt, was sollen wir denn sonst tun?
25:35sollen wir ihn nach Hause schicken und eine Sepsis riskieren?
25:38nein, natürlich nicht
25:40aber
25:42vielleicht sollten wir ihn auch nicht mit Details behelligen
25:46Sie werden das Problem lösen
25:48und zwar so, dass es keiner mitbekommt
25:50zum Wohle aller und zum Wohle der Klinik
25:54klar
25:55zum Wohle aller
25:58wo wollen Sie denn jetzt hin?
26:02Frau Marquardt
26:03Frau Marquardt, ich muss los
26:10Herr Dr. Montano, es geht mir schon wieder etwas besser
26:14wir haben die Schmerzmedikation deutlich erhöht
26:16und Ihnen ein fiebersenkendes Medikament gegeben
26:19ja, was immer es ist, es wirkt
26:21ähm, ich, äh
26:24ich würde mich bei Ihnen entschuldigen
26:26also, falls ich ein bisschen kurz angebunden war
26:28ich weiß es durchaus zu schätzen, dass Sie sich so um mich gekümmert haben
26:31also, auch wenn ich davon ausgehen kann
26:33dass, äh, Frau Marquardt Sie dazu angehalten haben wird
26:38kein Problem
26:43wir müssen reden
26:45der City zeigt eine Struktur in Ihrem Bauraum
26:49und wir können nicht ausschließen, dass es sich dabei um einen
26:53OP-Tupfer handelt, den wir bei dem Eingriff
26:58übersehen haben
27:00wie bitte?
27:01ja, sowas kommt leider mal vor
27:051 zu 5500?
27:09sicher, können wir es erst sagen, wenn wir
27:11Sie wollen mich nochmal aufmachen?
27:14der Fremdkörper muss entfernt werden
27:15um eine mögliche schwere Entzündung zu verhindern
27:18jeder dritte Todesfall im Krankenhaus geht auf eine Sepsis zurück
27:22deswegen müssen wir Sie so schnell wie möglich operieren
27:24Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich in dieser Klinik doch einmal an mir rumfuschen lasse?
27:31ja
27:50das gibt's ja wohl nicht
27:52ich möchte sofort das gesamte OP-Team im Konferenzraum sehen
27:56ja, sofort
27:59entschuldigen Sie, es ist gerade die Hölle los
28:01ich brauch auch nicht lang
28:04Frau Marquardt, ich möchte Sie bitten, mich freizustellen
28:11Wollen Sie Ihre Krankschreibung verlängern?
28:13nein, darum geht es nicht
28:14ich möchte meine Stelle an der Sachsen-Klinik niederlegen
28:18ab sofort
28:19ja, aber das ist ausgeschlossen
28:22Sie haben hier einen Vertrag
28:24den kann ich nicht mehr erfüllen
28:28also, es tut mir wirklich leid
28:29hier brennt gerade die Luft
28:30und selbst wenn ich wollte, kann ich Sie nicht gehen lassen
28:33ich hoffe, Sie verstehen das
28:36Sie verstehen mich nicht
28:39ich werde nicht mehr für die Sachsen-Klinik arbeiten
28:43auch nicht für irgendein anderes Krankenhaus
28:52wie kann ich Ihnen helfen?
28:57Kommen Sie mal mit
29:12Sie haben schon unzählige Tumore operiert
29:17und jetzt kriegen Sie Krebs
29:18und zum zweiten Mal
29:22und da kann man nichts mehr machen?
29:28außer Ihnen und Dr. Demir weiß übrigens niemand Bescheid
29:32auch Dr. Stein nicht
29:36ja, ich verstehe
29:38ich werde niemandem was sagen
29:40danke
29:44Sie haben hier so Großartiges geleistet
29:49und Sie sind einfach eine fantastische Frau
29:54ich glaube, das muss ich Ihnen auch nicht sagen, oder?
29:59es wird trotzdem gut zu hören
30:05und wie geht's Dr. Hoffmann?
30:08ich glaube, er will mich heiraten
30:12wirklich?
30:14so was Romantisches hätte ich von ihm nie erwartet
30:18ja, aber was will er denn mit einer sterbenden Frau?
30:26Sie lieben
30:28Sie lieben
30:37Er will in eine andere Klinik verlegt werden
30:43und behält sich juristische Schritte vor
30:47aber wir haben alles getan, was wir tun konnten
30:56Sie lieben
30:56Sie lieben
30:57Sie lieben
31:00Sie lieben
31:18Sie lieben
31:19Sie lieben
31:19Sie lieben
31:21ich
31:21Sie lieben
31:30Sie lieben
31:31Herr Böhmisch, geht's Ihnen gut?
31:39Dann können wir ja anfangen
31:43Ich möchte vorab sagen, dass ich hier die volle Verantwortung übernehme
31:48Auch wenn wir einem erhöhten Druck seitens der Verwaltung ausgesetzt waren
31:53Gehört es zu unseren Aufgaben, das am OP-Tisch auszuschalten und voll auf Fokus zu gehen
32:01Frau Marquardt, Sie möchten sicher auch was dazu sagen
32:11Frau Marquardt
32:17Sie alle geben hier Tag für Tag alles, um das Leben so vieler Menschen zu retten
32:23Sie nehmen sich Ihre Patienten an
32:26Sie stellen sich zurück, um diesen Patienten Lebenszeit zu schenken
32:33Im Rahmen ihrer Möglichkeiten
32:36Für eine bessere Zukunft
32:51Ja, Kai
32:55Ich komme gleich
33:03Ich möchte mich bei Ihnen allen für Ihren Einsatz bedanken
33:09Das war's?
33:14Brentano?
33:17Verstehe, ich komme
33:19Herr Böhmisch ist kollabiert, akutes Abdoe
33:31Wie geht's ihm?
33:33Die Vitalwerte sind in Ordnung
33:37Bauchtuch?
33:42Hier mal saugen, bitte
33:48Das Ganze ist nicht optimal abgelaufen
33:51Und trotzdem lobt uns Frau Marquardt für unseren aufopferungsvollen Einsatz
33:56Ich war mir sicher, als Rollenköpfe
33:58Ja
33:59So, wir geben die Leber an
34:05Hier müsste es doch sein
34:10Was ist?
34:12Haben Sie den Tupfer?
34:14Tasten Sie mal
34:20Was ist das?
34:22Jedenfalls kein Tupfer
34:25Wir machen eine Biopsie
34:36Was ist das?
35:04Ich hab dich gar nicht gehört.
35:08Hallo.
35:11Hey.
35:47Ich hab dich gar nicht gehört.
35:56Ich hab dich gar nicht gehört.
36:29Ich hab dich gar nicht gehört.
36:32Was für Schaufungs, die Erre.
36:34Naja, ich wollte mich mal bedanken für die tolle Zusammenarbeit und so.
36:37Hm, lecker. Danke.
36:43Und die Dame, für die diese Küsschen bestimmt waren?
36:50Welche Dame?
36:54Gut kombiniert, sie ist nicht gekommen.
36:56Tut mir leid.
37:00Bleibt mehr für uns.
37:07Guck mal, der Stein da.
37:09Der sieht ja aus wie ein Herz.
37:11Ja, das stimmt.
37:13Noch ein Glücksbringer.
37:16Jetzt hab ich zwei.
37:19Mama, Papa!
37:21Ja, wir kommen!
37:29Was guckst du denn dauernd auf die Uhr?
37:31Ach, ich...
37:31Wir haben doch alle Zeit der Welt, oder?
37:33Ich bin einfach nur ein bisschen aufgeregt.
37:37Ja, ja, wir kommen ja schon.
37:39Ich glaube, er ist auch ein bisschen aufgeregt.
37:41Ja.
37:44Hallo.
37:48Hier?
37:54Ja.
37:55Ist das schön.
37:59Wie hast du das denn so schnell organisiert?
38:02Tja, das bleibt mal ein Geheimnis.
38:11Aber sag mal.
38:13Was hättest du eigentlich gemacht, wenn ich Nein gesagt hätte?
38:17Hast du aber nicht.
38:20Hab ich aber nicht.
38:21Nein.
38:30Will man mal Fotos machen?
38:32Ja, klar.
38:33Ich mach das.
38:33Schön mit dem Zelt.
38:36Ja.
38:41Jetzt mit Emil?
38:42Ja, jetzt mit Emil.
38:45Oh!
38:46Ups!
38:55Wir haben jetzt die Biopsie-Ergebnisse.
38:58Es handelt sich leider um einen bösartigen Tumor.
39:02Ein primäres Leberkarzinom.
39:05Normalerweise ist die Prognose schlecht.
39:07Heilung ist nur im Frühstadium möglich.
39:08Aber wir haben ihn in einem ganz frühen Stadium erwischt.
39:15Okay.
39:16Also das heißt, wenn das alles nicht passiert wäre,
39:19dann hätten Sie ihn möglicherweise gar nicht oder zu spät entdeckt?
39:22Ja.
39:23So könnte man das sagen.
39:27Und warum war der auf den Bildern nicht zu sehen?
39:29Der Fokus lag nicht auf dem Bereich.
39:31Außerdem gab es Überlagerungen und durch die Gallenblasenentzündungen
39:34hatten Sie viel Luft im Bauch.
39:36Hm.
39:40Danke.
39:42Sie wirken so gefasst.
39:44Haben Sie Ihre Krankenhausphobie überwunden?
39:49Ich weiß jetzt, was mir im Leben wirklich wichtig ist.
39:54Hm.
39:58Entschuldigung.
40:02Wir trauen uns.
40:09Ich komme gleich nochmal vorbei.
40:20Hey, ihr beiden.
40:22Eine nehme ich noch, ne?
40:28Krass.
40:29Das glaube ich jetzt nicht.
40:33Ach süß.
40:34Hm.
40:35Ja, die sind gut geworden, oder?
40:37Ich meine das Foto.
40:41Die beiden heiraten.
40:47Liebe Maria, lieber Kai, lieber Emil, heute ist ein Tag, der Mut erfordert.
41:03Es zählt nicht die Länge des Weges, sondern dass er ihn zusammenbaut.
41:08Und auch wenn ihr das wisst, wie steiglich dieser Weg werden wird, oder wie weit er führt.
41:12So frage ich dich, Maria, lieber.
41:15Ja.
41:17Ich will.
41:19Und Ehren in schweren Zeiten.
41:22Ja, ich will.
41:24Und ich will.
41:38Ich will.
41:39Und ich will.
41:40Ich will.
41:41Ich will.
41:41Und ich will.
42:04Untertitelung im Auftrag des ZDF, 2020
42:15Herr Rhein
42:23Sie erwarten den Chefarzt, um neue Sonderaufgaben zu vergeben
42:28Nein, nein, ich erwarte Sie
42:31Wenn es schnell geht, ich habe wenig Zeit
42:34Gut, also, ich wollte mich für meine kleine taktische Notwendigkeit bei Ihnen entschuldigen und mit Ihnen anstoßen
42:47Keine Sorge, ohne Alkohol
42:49Ach, Entschuldigung
43:00Schauen Sie mal
43:03Das verwundert mich jetzt aber
43:05Ich freue mich natürlich für die beiden
43:09Ja, deswegen
43:11Wir müssen das Leben feiern
43:12Es ist einfach zu kurz, um sich zu ärgern
43:16Beginne jeden Tag, als wäre es der Erste
43:19Und feiere ihn, als wäre es der Letzte
43:22Zum Wohl
43:23Zum Wohl
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