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00:59Hallo, hallo, Lotta Trab, Elf, Sturz im Badezimmer, Verdacht auf orthostatische Synkope, initial bei Bewusstsein, Verdacht auf Stumpfes-Torwärts-Trauma,
01:07vermutlich eine Rippenfraktur.
01:09Hallo, ich bin Dr. Böhm. Hast du große Schleiß? Wir haben schon 10 Milligramm Kaffee abgereicht.
01:16Okay, Shopbox bitte. Heute mal ein leeres Blatt.
01:24Ja, das Mädchen kann sich nicht an den Unfallhergang erinnern.
01:27Und an die Krankenkasse auch nicht.
01:29Sie ist ja erst elf und die Mutter war bisher auch nicht zu erreichen.
01:33Okay, gut, danke.
01:39Sie bekommt immer schwerer Luft.
01:41Okay.
01:42Kannst du dich mal aufsetzen? Ich würde dich gerne einmal abhören.
01:46Au.
01:46Ich weiß, es ist doof. Ganz vorsichtig, wir helfen dir.
01:54Geh einmal vorne noch, ganz kurz.
01:57Au.
01:58Aua.
01:59Atemgeräusch links stark abgeschwächt, Verdacht auf Pneumotorax.
02:03Kannst dich wieder hinlegen.
02:05Au.
02:07Okay, wir machen kurz einen Ultraschall.
02:11Wir machen einmal das T-Shirt hoch.
02:13Jawohl.
02:14Au.
02:15Aua, ja.
02:16Einmal den Arm nach oben.
02:19Au.
02:19Auf.
02:22Und den zweiten?
02:24Au.
02:27Au.
02:30Okay, wird gleich kurz kalt.
02:33Auf.
02:38Keine freie Flüssigkeit, aber freie Luft.
02:42Thorax-Drainage?
02:42Ich hätte vorher gern noch ein Röntgenbild.
02:46Schon fertig.
02:48Super.
02:51Thorax-Drainage, die Notärztin sagt, du kannst dich nicht mehr an den Unfall erinnern.
02:55Kannst du es vielleicht nochmal versuchen?
02:57Du warst im Bad, war es vielleicht nass, weil du geduscht hast und du bist dann ausgerutscht?
03:05Ich habe Zähne geputzt, glaube ich.
03:09Okay.
03:10Und dann?
03:11Ich lag auf dem Boden.
03:14Hast du selbst den Notarzt gerufen?
03:16Auf meinem Handy.
03:17Ja?
03:18Wir können.
03:20Okay, gut.
03:21Wir gucken jetzt erstmal, was für eine Verletzung du hast, ja?
03:24Du brauchst keine Angst haben, du bist hier in sehr guten Händen.
03:27Ja?
03:36Achin.
03:37Morgen.
03:37Hast du nebenbei noch einen Liefer-Service?
03:40Hör mal, das sind die guten Croissants aus der Klinik.
03:42Und falls ihr gerade frühstückt, dachte ich, es passt.
03:45Martin.
03:46Was für die Überraschung.
03:47Mhm.
03:47Oh.
03:48Sieht gut aus.
03:49Aber zehn Jahre älter.
03:51Ah.
03:51Klinik-Croissants?
03:52Ja.
03:53Ich liebe sie.
03:54Bis später.
03:56Hey, Lisa.
03:58So lange nicht mehr gesehen.
04:00Hallo.
04:00Hallo.
04:00Hi.
04:00Schön dich zu sehen.
04:01Hallo.
04:02Und ich habe nicht nur Croissants mitgebracht, sondern auch ein Angebot für Lisa.
04:08Okay.
04:09Was denn für ein Angebot?
04:12Also, bei uns in der Sachsen-Klinik ist gestern ein PJler ausgefallen.
04:17Die Stelle ist jetzt vakant.
04:19Wir möchten sie gerne so schnell wie möglich besetzen.
04:21Das heißt, eine große Chance für kurzentschlossene Bewerberinnen.
04:26Dann kannst du ja in Leipzig bleiben.
04:28Also, falls es klappt.
04:30Die Schale Bewerber ist nicht besonders groß, aber du wirst auch nicht die Einzige sein.
04:34Ja, wo sitzt du da?
04:35Schreib die Bewerbung.
04:37Ich habe doch schon eine PJ-Stelle.
04:39In Wien.
04:42Trotzdem vielen Dank, dass du an mich gedacht hast.
04:49Du brauchst gar keine Angst haben.
04:51Der passt auf dich auf.
04:55Hallo, Lotta. Ich bin Dr. Katrin Globisch und heute deine Anästhesistin.
04:59Ich bin fürs Einschlafen zuständig.
05:02Dich bewegen.
05:03Du hast drei Rippenbrüche.
05:07Und sie sind stark verschoben.
05:09Deshalb operieren wir dich.
05:11Wir haben deine Mama jetzt erreicht. Sie macht sich auf den Weg.
05:14Legt die Einverstandeserklärung der Mutter vor?
05:16Mhm. Zustimmung liegt vor.
05:18Keine Medikamente, keine Allergien.
05:21Gut. Du musst keine Angst haben. Das ist kein langer Eingriff.
05:24In einer Stunde bist du wieder wach.
05:26Und bis dahin ist deine Mutter sicher hier.
05:29Ja, bis gleich.
05:32Und wer ist das?
05:36Diegel.
05:39Eine Mischung zwischen Dacke und Igel.
05:41Er passt auf mich auf.
05:43Das ist gut so.
05:47So.
05:49Bis später.
05:50Bis später.
05:52Du kannst doch noch mal über das Angebot nachdenken.
05:55Aber trotzdem vielen Dank.
05:57Natürlich denkt sie drüber nach.
06:03Tschüss.
06:04Tschüss.
06:05Warum sagst du sowas?
06:06Nachdenken schadet doch nicht.
06:08Ich fände es super cool, wenn du in Leipzig bleiben würdest.
06:11Und Jakob und Samira natürlich auch.
06:13Immerhin bist du Wilmers Tante.
06:14Das wäre ja auch schön.
06:16Aber die Sachsenklinik ist immer noch das Krankenhaus von meinem Vater.
06:19Die gehört mir nicht.
06:20Ich arbeite da nur.
06:22Ich habe dir nicht erzählt, dass ich Medizin studiere, weil ich den Druck nicht wollte.
06:25Ich fände es einfach nur schön, wieder mehr an deinem Leben teilhaben zu können.
06:29Das kannst du auch, wenn ich in Wien bin.
06:33Lisa, deine Studienzeit ist zu Ende.
06:36Du könntest mich immer zu den coolen Mediziner-Partys mitnehmen.
06:39Die sind uncooler, als du denkst.
06:41Aber nur wegen Roland?
06:43Das ist doch kein Grund.
06:44In der Sachsenklinik wäre ich nie eine normale PJlerin.
06:47Außerdem würden mich alle mal mit Papa vergleichen und da ziehst du sowieso mal den Kürzeren.
06:51Ich will frei sein.
06:53Das ist keine Freiheit, wenn dann Entscheidungen von Roland abhängen.
06:56Hey, das ist genau das Gegenteil!
07:10Erste Rippenklammer sitzt. Machen wir weiter.
07:13Nochmal Raspern.
07:19Was ist los?
07:20Die Frequenz geht hoch. Sie entwickelt eine Tachyarathmie.
07:23Ich habe hier keine nennenswerte Blutung.
07:26Vielleicht ist die Narkose zu flach?
07:28Das kann nicht sein.
07:30Irgendeine Ursache muss es geben.
07:32Ich kann mir das nicht erklären.
07:37Sie fängt sich wieder.
07:39Sinusrhythmus.
07:41Okay.
07:42Wir sind gleich fertig.
07:44Zweite Rippenklammer.
07:52Ja, ja.
07:53Das ist die Kinderstation.
07:54Danke.
08:03Hallo.
08:04Hallo.
08:05Schönen guten Tag.
08:06Ich soll mich hier melden.
08:07Meine Tochter wurde eingeliefert.
08:08Benke Trapp.
08:10Frau Trapp?
08:11Sie sind die Mutter von Lotta, richtig?
08:13Ja.
08:14Ich mache das.
08:15Okay.
08:15Wo ist sie?
08:16Soweit ich weiß, ist sie noch im OP.
08:18Keine Sorge.
08:19Das ist kein Risikoeingriff.
08:20Und sie hat ja auch keine Vorerkrankung.
08:22Von daher...
08:22Doch.
08:23Lotta hat eine Vorerkrankung.
08:27Warum haben Sie nichts am Telefon gesagt?
08:29Ich stand völlig unter Schock.
08:31Lotta ist krank.
08:33Sogar sehr.
08:33Ja.
08:34Gut.
08:34Dann rufe ich jetzt im OP an.
08:37Danke.
08:43Wie konnte das denn passieren?
08:45Denken Sie, ist es meine Schuld?
08:47Das habe ich nicht gesagt.
08:51Ich weiß einfach nicht, was das war.
08:54Das beunruhigt mich.
08:55Mich beunruhigt das auch.
08:57Frau Dr. Wendt.
08:58Für Sie.
09:00Ja?
09:04Sicher.
09:09Lotta Trapp hat Leukämie.
09:25Guten Tag.
09:26Ich bin Dr. Globisch.
09:27Anästhesie.
09:29Dr. Böhm, unsere Chefärztin, sie hat operiert.
09:32Frau Trapp?
09:33Entschuldigung, die Arbeit.
09:36Lotta, wie geht's dir?
09:37Gut.
09:38Das Atmen wird dir jetzt noch ein bisschen schwerfallen.
09:40Aber das bekommen wir schnell in den Grab.
09:42Warum haben Sie uns nicht gesagt, dass Lotta vorerkrankt ist?
09:46Als der Anruf kam, ich war völlig durch den Wind.
09:48Es tut mir wahnsinnig leid.
09:50Hier ist Lottas Krankenkater.
09:53Geben Sie sie mir.
09:54Lotta, und du hast das auch vergessen.
09:58Tut mir leid.
10:01Bei dem ganzen Stress, da kann das schon mal passieren.
10:05Zum Glück ist die Operation gut gelaufen.
10:07Sie war unnötig kompliziert.
10:09Hätten wir gewusst, dass Lotta Medikamente nimmt.
10:11Lotta nimmt zurzeit keine Medikamente.
10:15Aber sie hat doch Leukämie.
10:18Mama?
10:21Wir waren unzufrieden mit der Ärztin.
10:23Und da haben Sie die Behandlung einfach abgebrochen?
10:27Wir hatten einen sehr guten Arzt, aber er ist krank geworden.
10:31Und die Nachfolgerin...
10:34Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie Lotta einen Blick hat.
10:37Ja.
10:38Es gab Streit.
10:39Und...
10:40Es ist jetzt drei Wochen her.
10:41Seitdem suchen wir jemand Neues.
10:44Ich hoffe, Sie können ihr helfen.
10:52Haben Sie sowas schon mal erlebt?
10:54Na ja, ich habe erlebt, dass Patienten eigen möchte ich ihre Medikamente absetzen.
10:58Aber eine Mutter, die vom Kind...
11:00Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass eine Elfjährige vergisst, dass sie krank ist.
11:05Ich habe sie ja auch gefragt.
11:06Ich habe eher den Eindruck, dass Lotta Angst hat, was Falsches zu sagen.
11:12Vielleicht weiß sie, dass ihre Mutter ihre Medikamente nicht einfach absetzen durfte?
11:18Und um sie zu schützen, hat sie ihre Krankheit einfach verschwiegen?
11:22Egal.
11:23Wir haben jetzt die hier.
11:25In der Patientenakt ist der gesamte Krankheitsverlauf dokumentiert.
11:29Vorausgesetzt, die Mutter hat die Daten freigegeben.
11:32Na, Halleluja.
11:34Ein Hoch auf die Digitalisierung.
11:43Hast du Lisa rumgekriegt?
11:45Keine Chance.
11:46Sie will nicht in deine Klinik.
11:48Na, warte mal ab.
11:51Nur eine. Den Rest braucht Lisa zum Üben.
11:55Hä?
11:55Wo ist sie?
11:57Na, dort.
11:58Ach. Und Lisa, hast du noch mal nachgedacht?
12:03Hallo.
12:06Sag doch was.
12:07Für den jungen Kollegen, der raus ist, ist morgen ein Laparoscopieplatz reserviert.
12:12Er hätte den ganzen Tag üben können.
12:13Sag mir eine andere Klinik, wo sowas möglich ist.
12:16Und warum ist der junge Kollege abgehauen?
12:18Nicht abgehauen, die Nachprüfung nicht bestanden.
12:21Aber der Übungsplatz ist noch frei.
12:23Falls du Interesse hast.
12:26Ich könnte da üben.
12:32Denkst du, wenn ich erstmal sehe, was für ein PJ-Paradies der Krankenhaus ist, bewerbe ich mich doch?
12:38Wird nicht passieren.
12:41Also willst du den Übungsplatz nicht?
12:42Wie bitte?
12:43Willst du üben oder nicht üben?
12:45Natürlich will ich.
12:51Bin ich blind oder wurden Leute dann nur Multivitaminpräparate verschrieben?
12:56Also der Kinderarzt hier diagnostizierte Wachstumsschmerzen und eine eventuelle Depression.
13:02Die Hausärztin bescheinigte tatsächlich einen Vitaminmangel.
13:06Und die Kinderärztin aus dem Marienhospital tippte auf Dehydrierung und gab eine Infusion.
13:14Denken Sie, dass Lothar gar keine Leukämie hat?
13:16Wenn man die Symptome anschaut.
13:18Synkope, Hypotonie, Abgeschlagenheit, aber die blauen Flecke.
13:23Schluss mit dem Stochern im Nebel. Wir machen unsere eigenen Tests.
13:27Ich sag Frau Schneider Bescheid. Sie soll noch mal Blut abnehmen.
13:41Ja, ja natürlich. Aber das hatte ich Ihnen doch schon gesagt.
13:45Nein, ja gestern.
13:49So, ich, ich meine, wie, hören Sie mal, ich bin Mutter.
13:55Natürlich ist für mich das Kind das Wichtigste.
13:58Ach, ich muss für mein Kind da sein. Wieso verstehen Sie das denn nicht?
14:03Ist gut, nur Sie rufen mich zurück, oder?
14:07Wiederhören.
14:19Guten Morgen.
14:22Guten Morgen, Frau Trapp.
14:24Haben Sie die Ergebnisse von Lottes Blutuntersuchung?
14:26In den nächsten Stunden.
14:29Okay.
14:31Das eben am Telefon, das war Ihr Chef?
14:35Chefin.
14:37Sie will meine Krankschreibung nicht akzeptieren, weil ich schon so oft gefehlt habe.
14:43Warum gehen Sie nicht zur Arbeit? Wir kümmern uns um Lothar.
14:48Ich möchte dabei sein, wann das Ergebnis kommt.
14:52Kein Problem. Wir rufen Sie an.
14:57Ne, Lothar ist seit über eineinhalb Jahren krank.
15:01Ihre Freunde haben sich nach und nach von ihr verabschiedet.
15:03Ich bin ihr einziger Halt.
15:07Wir bekommen die Ergebnisse bald, dann sehen wir weiter.
15:10Okay.
15:19Wow.
15:33Haben wir es mit Nieren zu tun?
15:36Kernförmige steinarte Tumor in der Organmitte.
15:39Übernehmen Sie die Resektion?
15:41Laparoskop?
15:43Bitte.
15:44Ach, den ich jetzt ja Assistent.
15:46Sehen Sie doch jemanden hier?
16:01Bin vor Ort.
16:05Ich empfehle einen Abstand von ein bis drei Millimetern vom Tumorrand.
16:11Ach, ich glaube das Kapell hängt fest im Kern.
16:14Tumor meine ich.
16:15Instrument nicht schütteln!
16:23Operative Nierenkontusionen. Interessanter Ansatz.
16:26Die Doktor-Lisa-Schrot-Methode. Ganz neu.
16:34Guten Morgen.
16:35Guten Morgen.
16:37Wollen Sie wissen, was Lothar Traps Blutuntersuchung ergeben hat?
16:40Gern.
16:40Die Entzündungswerte sind leicht erhöht. Das passt zur aktuellen Verletzung.
16:44Aber die Blutwerte zeigen nicht den kleinsten Hinweis auf Leukämie.
16:49Oder eine andere Krankheit. 0,00 gar nichts.
16:54Leukämie zeigt sich nicht immer nur in einem einzigen Blutbild.
17:00Ich glaube nicht mehr an die Leukämie.
17:03Ich glaube, wir haben es mit einem anderen Monster zu tun.
17:06Einer anderen Krankheit?
17:07Ja. Aber nicht beim Kind.
17:10Bei der Mutter.
17:14Wir sind über so viele Unstimmigkeiten gestolpert.
17:17Lotta vergisst ihre Krankheit.
17:19Ihre Mutter ist zu aufgeregt, um sich zu erinnern.
17:22Die Ärztin wurde abgesägt.
17:25Aber einen Arztbrief von ihr finden wir nicht.
17:28Ich weiß nicht, worauf Sie hinaus wollen.
17:31Ich habe heute Morgen mitbekommen,
17:33wie Frau Trapp sich mit ihrer Chefin am Telefon gestritten hat.
17:36Eine Martha Dolorosa, die alles für ihr Kind tut.
17:40Da hat es geklingelt.
17:43Tut mir leid. Bei mir klingelt es immer noch nicht.
17:49Ich habe den Verdacht, dass Frau Trapp es genießt,
17:52ein krankes Kind zu haben und der angeblich einzige Heil zu sein.
17:57Sie denken, Frau Trapp, redet Ihre Tochter krank?
18:02Treffer?
18:04Das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom.
18:08Volltreffer.
18:09Das kommt aber extrem selten vor.
18:13Selten heißt nicht nie.
18:15Lothar ist gestern früh gestürzt, zu Hause.
18:18Aber ihre Mutter war bereits aus dem Haus.
18:21Und was ist mit der Anomalie während der Narkose?
18:24Ihre Mutter könnte sie vergiftet haben.
18:31Das ist aber eine schwere Entschuldigung.
18:35Ich weiß.
18:36Aber wir müssen was tun.
18:39Vielleicht sollten wir die Polizei und das Jugendamt einschalten?
18:42Was ist, wenn sie sich irren?
18:45Was ist, wenn ich recht habe?
19:04Alles gut.
19:05Das ist nur Frau Schneider, die dein Frühstück bringt.
19:08Entschuldigung.
19:09Genau, du bekommst Müsli und Joghurt.
19:12Äh, Joghurt.
19:13Hey, das ist gut für dich.
19:15Viel Calcium für deine gebrauchenen Rippen.
19:19Nach dem Frühstück können wir dir die Thorax-Drainage entfernen
19:21und dann kommst du auf eine normale Station.
19:25Ich mach das.
19:26Sie haben so viel zu tun.
19:28Danke.
19:30Und dir trotzdem guten Appetit, Jo.
19:37Ciao.
19:46Eine Minute 36.
19:48Das ist Rekord.
19:49So, ich muss los.
19:51Willst du noch alleine weitermachen?
19:53Klar, bis ich den Rekord knacke.
19:55Na, dafür reichen die Marillen nicht.
19:59Das werden wir sehen.
20:01Dr. Heimann.
20:03Sie hat dich hier gar nicht erwartet.
20:04Ich mich bis gestern auch nicht.
20:06Darf ich vorstellen, dass meine Tochter Lisa Schroth
20:08wir haben den freien Übungsplatz spontan genutzt.
20:11Lisa, das ist Dr. Böhm, unsere Chefärztin.
20:16Hallo.
20:18Ich hab Sie in Wien gesehen.
20:21Letztes Jahr?
20:22Ihr Vortrag zur klinischen Triage hat mich beeindruckt.
20:25Sie sind Medizinstudentin?
20:27Ich fange in zwei Wochen mein PJ an.
20:28Im Unispital Wien.
20:30Ich würde gerne Unfallchirurgin werden.
20:33Wie Sie.
20:37Wie lange haben Sie dafür geübt?
20:41Zwei Stunden.
20:53Bis später.
20:55Ich bin da.
20:57Ei, ei, ei.
20:59Dr. Böhm?
21:04Entschuldigung.
21:06Meine Tochter könnte sich auf den freien PJ-Platz bewerben.
21:10Sagte sie nicht gerade, sie hat schon einen Platz in Wien?
21:14Offenbar ist sie beeindruckt.
21:16Von Ihnen.
21:16Also wenn Sie ihr zu der Bewerbung raten, würde sie das vielleicht umstimmen.
21:21Und warum sollte ich das tun? Es gibt doch schon Bewerber.
21:25Sie wünschen sich doch jemanden für Ihr Fachgebiet.
21:28Lisa arbeitet gern, sie ist schnell, klug und wird eine hervorragende Chirurgin.
21:33Und Sie würden sich natürlich niemals in Ihre Ausbildung bei mir einmischen.
21:37Stiller Beobachter.
21:39So wie jetzt gerade?
21:47Entschuldigen Sie, ich bin kurz aufgehalten worden.
21:51Ich hoffe, Sie konnten die Infos von mir und Dr. Globisch bereits überfliegen.
21:55Danke.
21:56Sollte der Verdacht auf Münchhausen bei Proxy, bei der Mutter zutreffen, ist das Kind in Gefahr.
22:02Ich bin der Meinung, wir sollten rechtliche Schritte einleiten.
22:07Ich bin dagegen.
22:10Zum jetzigen Zeitpunkt.
22:12Wir können noch gar nichts beweisen.
22:14Eben. Und nach so einer Anzeige würde Lotta erst mal von ihrer Mutter getrennt werden.
22:19Das wäre für beide schlimm.
22:20Nur wenn Frau Trapp unschuldig ist.
22:23Die Möglichkeit besteht.
22:26Käme Lotta in eine Pflegefamilie und wir irren uns.
22:29Dann würde es Monate dauern, bis das Ganze rückgängig gemacht wird.
22:32Wir zerstören damit zwei Leben. Wollen Sie das beantworten?
22:34Wollen Sie die Verantwortung übernehmen, dass dem Kind noch Schlimmeres passiert als der Sturz?
22:40Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom ist sehr selten.
22:43Die Täterin sind aber zu über 95% die Mütter.
22:47Und bei dieser hier, ehrlicherweise klingeln auch bei mir die Alarmglocken.
22:52Was ist mit im Zweifel für die Angeklagte?
22:56Allein schon die ständigen Arztwechsel?
22:59Eine Krankheit bei einem Kind, die man nicht fassen kann?
23:03Also das ist schon ziemlich typisch.
23:05Aber allein deshalb können wir noch nicht die Polizei einschalten.
23:10Lotta ist jetzt erst mal bei uns hier sicher.
23:13Wir haben sie im Blick.
23:16Also gut, wir untersuchen das Mädchen von Kopf bis Fuß. Bis wir Klarheit haben.
23:21Einverstanden.
23:22Was sagt denn die Kleine? Haben Sie die schon mal befragt?
23:26Ihre Mutter ist permanent um sie herum. Wir müssen die beiden mal trennen.
23:30Und wir sollten das Pflegepersonal befragen. Vielleicht haben die irgendwas Außergewöhnliches bemerkt.
23:36Also ich würde sagen hilfsbereit und super aufmerksam. Sie hat uns zum Beispiel allen diese Leipziger Lärchen spendiert.
23:43Mhm.
23:45So aufmerksame Patientenmütter kommen nicht oft vor.
23:48Und das macht Frau Trapp jetzt verdächtig, dass sie besonders nett ist.
23:52Mütter mit MBP-Syndrom versuchen oft das Pflegepersonal auf ihrer Seite zu ziehen.
23:57Na los, Gerte.
23:59Bis später.
24:00Wenn Sie die Kleine gleich zum Rücken bringen, sorgen Sie dafür, dass Frau Trapp sie nicht begleitet.
24:06Und planen Sie paar Minuten länger ein. Wir müssen noch mal mit Lotta reden.
24:10Okay.
24:14Jetzt nimm wenigstens einen Schluck.
24:16Ich will gerade nicht, Mama.
24:21Hey.
24:22Hallo.
24:23Dir geht's schon besser?
24:24Ja.
24:25Ja, Lotta geht's meistens besser, wenn sie nur im Bett liegt und sich ausruht.
24:30Die Ärzte haben wirklich nichts gefunden.
24:33Ich weiß auch nur das, was Sie ihnen gesagt haben.
24:36Ja, Vitamin D-Mangel, sonst nichts.
24:39Das sind doch gute Neuigkeiten.
24:42Lotta ist seit fast zwei Jahren krank.
24:44Das bilden wir uns doch nicht ein.
24:47Sie war einmal krank, dann nochmal und dann nur noch.
24:51Wieso kann uns denn niemand helfen?
24:54Mama.
24:57Wir sollen Lotta zum Röntgen bringen.
24:59Die Ärzte wollen noch ein paar Untersuchungen mit ihr machen.
25:02Was denn für Untersuchungen?
25:03Ach, da geht's ums Verlaufsprotokoll wegen der Rippenstabilisierung.
25:06Aber das kann doch der Böhm Ihnen gleich erklären.
25:09Ja, gut.
25:12Äh, Moment noch.
25:14Da gab's Unstimmigkeit mit der Krankenkasse.
25:16Ich bräuchte nochmal Ihre Karte.
25:18Und wir müssten den Anamnesebogen nochmal durchgehen.
25:23Ja.
25:34Gut, Lotta, ich komm jetzt raus.
25:39Danke.
25:43Also, ich hab mir deine Röntgenbilder angesehen.
25:45Und es sieht alles gut aus.
25:47Alles heilt so, wie es sollte.
25:49Nur leider wissen wir immer noch nicht, warum du dich in den letzten Monaten immer wieder krank fühlst.
25:55Mhm.
25:56Wir suchen natürlich weiter.
25:58Aber hast du vielleicht eine Idee?
26:03Ich bin noch keine Ärztin.
26:06Nein.
26:07Natürlich nicht.
26:08Und du sollst ja auch nicht meine Arbeit machen.
26:10Aber es ist dein Körper.
26:13Und da hat man manchmal ja vielleicht eine Ahnung.
26:22Ich hab in deiner Akte gelesen, dass ein Arzt denkt, dass du einfach traurig bist.
26:29Manchmal bin ich auch traurig.
26:33Weil ich krank bin.
26:36Wie war's denn, bevor du krank geworden bist?
26:38Gut.
26:40Bist du gern zur Schule gegangen?
26:41Ich hab da meine Freunde.
26:44Und jetzt bist du viel mit deiner Mutter zu Hause.
26:47Wie ist das für dich?
26:50Auch gut, nur...
26:56Ja?
26:59Mama weint oft.
27:01Verstehe.
27:04Das ist nicht leicht.
27:06Für euch beide nicht.
27:09Ich kann dir nichts versprechen, nur eins.
27:13Wir werden nicht aufhören zu suchen, bis wir die Ursache gefunden haben.
27:18Okay.
27:30Vielen Dank, dass ich den Übungsplatz benutzen durfte.
27:34Ich hätte sie nicht ans Laparoskop gelassen.
27:37Normale PJlerinnen beginnen nicht mit dem Laparoskop,
27:40sondern mit dem Erlernen von körperlichen Untersuchungen und der Anamnese.
27:45Der Übungsplatz war doch frei.
27:47Was ist denn so schlimm daran?
27:49Die Fettanwaltschaft an diesem Krankenhaus.
27:52Geht mir auf den Keks.
27:59Also, beim Pflegepersonal legt sie Frau Trapp auffällig ins Zeug.
28:04Und sie hat sich nicht über das gute Blutbild gefreut.
28:09Vielleicht war sie aber auch enttäuscht, weil ich keine Diagnose für sie hatte.
28:13Oder sie wünscht sich eben doch eine schwere Krankheit für ihr Kind.
28:17Ich glaube nicht, dass sie das Münchhausen bei Proxysyndrom hat.
28:21Glauben hilft uns nicht weiter.
28:23Aus Lotta habe ich nicht viel rausbekommen.
28:25Außer, dass ihre Mutter sehr viel weint, weil sie sich solche Sorgen um sie macht.
28:30Mütter mit MBP machen sich keine Sorgen um ihre Kinder.
28:35Der Tockscreen von Lotta ist da.
28:44Negativ.
28:45Also verabreicht Frau Trapp ihrer Tochter keine toxischen Substanzen.
28:53Aber was stimmt dann nicht mit dem Kind?
28:58Mama.
29:01Hoffentlich können die Ärzte uns hier endlich helfen.
29:05Ganz bestimmt, mein Schatz.
29:07Versuch jetzt ein bisschen zu schlafen, ja.
29:13Gute Nacht, Mama. Ich hab dich lieb.
29:29Gute Nacht, Mama. Ich hab dich lieb.
29:37Ich hab dich lieb.
29:38Ach, warst du bis eben in der Klinik?
29:40Gibt's was zu essen? Ich hab Hunger.
29:42Ich hab deine Lieblings-Knockis besorgt im Kühlschrank.
29:46Oh, danke.
29:47Das Wasser kocht schon fast.
29:50Na, wie war's in der Klinik?
29:52Das war gut.
29:53Papas Rekord hab ich nicht geknackt.
29:55Wenn du dein praktisches Jahr in der Sachsen-Klinik machen würdest,
29:57könntest du öfter üben.
30:00Und mein Rekord wär eben nur geknackt.
30:03Du kannst doch nicht im Ernst glauben, dass es gut wäre,
30:06wenn ich mich da bewerbe.
30:07Die Chefärztin Dr. Böhm kann dich nicht leiden?
30:09Das ist falsch. Wir sind verschieden, aber...
30:12wir haben uns arrangiert.
30:14Nein, du siehst das falsch.
30:16Und mich kann sie erst recht nicht leiden,
30:17weil ich deine Tochter bin und von dir Extra-Bürste bekomme.
30:20Und dann interessiere ich mich auch noch für ihr Fachgebiet.
30:23Die würde mich fertig machen.
30:24Das würde ich niemals zulassen.
30:26Dann hätte sie auch noch recht.
30:27Sie findet nämlich eh, dass es zu viel Fett an Wirtschaft
30:29in der Sachsen-Klinik gibt.
30:31Ach, darum geht's mal wieder.
30:32Das Wasser kocht.
30:34Ich geb ja zum Dr. Böhm.
30:37Ist schwierig, aber schwierige Menschen gibt's überall.
30:40Das ist kein Grund, sich nicht zu bewerben.
30:43Klingt aber danach.
30:44Ach, du jetzt auch noch.
30:49Kann ich den Übungsplatz morgen noch mal nutzen?
30:52Hast du nicht eben gesagt, du willst keine Extra-Wurst?
31:15Lothar darf doch husten bei Mons, oder?
31:17Sie hat so einen trockenen Hals, aber ich war mir nicht mehr sicher.
31:20Ich denke schon, aber ich kann die Ärztin noch mal fragen.
31:23Ich nehme mir das ab.
31:40Dr. Böhm würde dort davon profitieren, wenn die neue PJlerin sich für ihr Fachgebiet interessiert.
31:45Und dann eine wie Lisa.
31:48Aber hat sie nicht auch ein bisschen recht?
31:50Mit der Vetternwirtschaft?
31:52Der Übungsplatz war frei, ich habe keinem was weggenommen.
31:56Dr. Böhm ist eben sehr prinzipbetreu.
32:00Ich würde Lisa niemals vorziehen.
32:03Natürlich hättest du sie mehr im Blick.
32:05Und Martin und ich übrigens auch.
32:07Gib's zu.
32:13Dr. Böhm.
32:15Wenn man vom Teufel spricht.
32:17Guten Abend, Dr. Böhm.
32:23Wie?
32:25Wussten Bonbons, die eventuell Tabletten waren?
32:27Der erste Talkscreen war negativ.
32:30Was, wenn Frau Trapp-Lothar Medikamente gibt, die sich in ein paar Stunden abbauen?
32:36Also die Blutabnahme war morgens um 10.
32:38Wenn sie es am Vorabend bekommen hat, dann ist es vielleicht schon unter der Nachweiskranze.
32:43Wir machen einen zweiten Talkscreen.
32:50Mein Vater hat angerufen, ich bekomme jetzt wieder einen Besucherausweis.
32:54Sehr gerne, Frau Schoth.
32:57Schau mal, da ist er schon.
32:59Dankeschön.
32:59Viel Spaß.
33:01Sie wollen wieder an den Übungsplatz?
33:04Er ist heute noch frei.
33:07War ich gestern nicht deutlich genug?
33:09Doch.
33:10Aber ich habe eben mein eigenes Ziel.
33:12Und bei Ihnen bin ich sowieso unten durch.
33:14Welches Ziel haben Sie denn?
33:16Ich will Ärztin werden.
33:17Eine richtig gute Ärztin.
33:19Das ist mein Ziel.
33:20Und wenn es etwas gibt, was ich dafür tun kann, dann tue ich es.
33:23Auch wenn es Ihnen nicht passt.
33:27Schmeißen Sie mich jetzt raus?
33:28Ich habe dafür jetzt keine Zeit.
33:30Dr. Böhm, ist das Ergebnis des Talkscreens schon da?
33:33Noch nicht.
33:34Ah, geht doch.
33:40Cannabis?
33:43Medizinisches Cannabis, THC-Medikament, das sich laut Hersteller innerhalb von drei bis sechs Stunden im Blut abbaut.
33:51Deshalb war das erste Talkscreens negativ und Ihre Vermutung richtig.
33:54Aber warum gibt Frau Trapp Ihrer Tochter Cannabis?
33:59Was?
33:59Weil sie unter...
34:01Weil sie unter dem Neuhausen-Stellvertreter-Syndrom leidet.
34:05Angenommen, Sie würden jemanden krank machen wollen, würden Sie ihm dann THC geben?
34:10THC kann zu Schwinde, Synkopen, Herzrhythmusstörungen führen und baut sich schnell ab.
34:15So gesehen, clevere Wahl.
34:17Aber was machen wir jetzt?
34:21Frau Trapp ist da.
34:23Frau Trapp, setzen Sie sich doch.
34:27Gibt es was Neues?
34:28Sie haben Lotte ja noch mal in der Nacht Blut abgenommen.
34:32Frau Trapp, verabreichen Sie Ihrer Tochter ein Medikament, von dem wir nichts wissen.
34:36Äh, kommt das von Frau Schneider?
34:39Ich habe ihr schon gesagt, das waren Hustenbonbons, Lotte hatte einen trockenen Mund.
34:43Lotte hat THC im Blut.
34:46Medizinisches Cannabis.
34:51Sie machen Ihr Kind absichtlich krank, um als aufopferungsvolle Mutter dazustehen.
34:56Nur ist das nicht aufopferungsvoll, es ist Kindesmisshandlung.
34:59Nein, nein, nein, ich würde meiner Tochter niemals schaden.
35:01Wir müssen jetzt Anzeige erstatten.
35:03Nein, Sie müssen mir glauben.
35:04Die Behörden werden dem auf den Grund gehen.
35:13Lotte.
35:24Brauchst du noch was?
35:24Nein.
35:27Warte.
35:28Wir brauchen selbst.
35:29Was ist bei dir?
35:30Ganz normal, gut ab.
35:31Lassen Sie es mit.
35:32Arme mal ganz ruhig ein und aus.
35:35Genau so, ein und aus, Puls.
35:39142. Unregelmäßig.
35:40Wie war der Blutdruck?
35:4090 zu 60.
35:42Okay, ganz ruhig.
35:42Ich finde nicht.
35:43Das wird gleich besser. Ganz ruhig atmen.
35:46Was hast du denn? Was hat sie?
35:48Ich zippe auf eine Panikattacke ausgelöst durch THC.
35:52Wir müssen sofort das EKG anschließen und sie braucht Sauerstoff.
35:55Und wir brauchen einen gelösen Zugang.
35:57Kleinstformule.
35:59Wie lange ist die letzte Einnahme her?
36:01Frau Trapp?
36:04Etwas, zwei Stunden.
36:17Es muss immer jemand bei ihr sein.
36:20Kriegen wir hin.
36:46Die habe ich Lotte gegeben.
36:49Zwei Tabletten alle drei Tage.
36:53Warum haben Sie ihr das Medikament gegeben?
36:55Überlassen Sie das doch der Polizei.
36:58Sie sollte keine Schmerzen haben.
37:01Wir waren bei fünf Ärzten.
37:05Drei davon sagten, sie seien nicht wirklich krank.
37:08Hormone, Wachstum, Blutdruck.
37:11Aber dafür ging es Lotte einfach viel zu schlecht.
37:16Wir haben dann endlich jemanden gefunden, der mal genauer geguckt hat.
37:21Und er sagte, dass die vielen blauen Flecken und diese ständige Müdigkeit
37:27Anzeichen auf Leukämie wären.
37:30Wäre möglich.
37:32Ich habe Lotte erst mal nichts davon erzählt.
37:37Ich habe ihm ja gesagt, dass der Arzt dann selbst krank geworden ist.
37:41Ja, und seine Vertretung, die kam dann wieder mit Depressionen und Wachstum.
37:47Doch das sollte zu einem Psychiater.
37:50Und die hier?
37:51Hat die noch der Arzt verschrieben?
37:55Äh.
37:57Ich habe recherchiert.
38:01Es gibt Studien, dass THC Krebszellen zerstören soll.
38:05Gerade bei Leukämie.
38:07Die Forschung dazu ist noch ganz am Anfang.
38:09Ich wollte es nur so lange, bis wir jemanden gefunden haben, der uns endlich wirklich helfen kann.
38:18Ja, ich habe meine Tochter krank gemacht.
38:39Läuft's?
38:44Schmeißen Sie mich jetzt doch raus?
38:48Zeigen Sie mir mal Ihre Technik.
38:55Nicht so viel Druck beim Aufschneiden.
38:57Bei Ihren fertigen Tomaten sehe ich die Einschnitte.
39:00Okay.
39:03Nicht verkrampfen.
39:04Die Hand muss locker bleiben.
39:05Sonst fangen Sie irgendwann mal an zu zittern.
39:08Danke.
39:13Sie sind sehr ehrgeizig.
39:15Und Sie sind bereit, sich mit mir anzulegen.
39:17Spricht schon mal für Sie.
39:20Aber wären Sie auch bereit, sich mit Ihrem Vater anzulegen?
39:24Er wird seine Meinung haben.
39:26Zu allem.
39:28Und wie ich ihn kenne, auch kundtun.
39:29Wird Kritik an Ihnen persönlich nehmen.
39:32Loyalität erwarten.
39:34Sind Sie dafür bereit?
39:37Sehen Sie.
39:47Ja.
39:48Kommt, damit ist das jetzt vom Tisch.
39:50Entschuldigung.
39:51Ich musste noch kurz was erledigen.
39:52Na klar.
39:54Dann können wir jetzt anfangen?
39:56Ja.
39:57Also.
39:57Bitte.
39:58Einige Symptome, die uns bei Lotte aufgefallen sind,
40:01wurden von dem THC verursacht.
40:04Aber Ihre Leidensgeschichte ist sehr viel länger.
40:07Vor ungefähr eineinhalb Jahren begann Ihre Krankheitsphase.
40:10Und zwar mit einer Erkältung.
40:12Davon hatte sie sich angeblich schnell erholt.
40:14Aber nur eine Woche später ist sie in der Schule synkopiert.
40:18Die Kinderärztin tippte auf eine Kreislauf-Dysregulation.
40:22Normal in der Pubertät, gerade bei schlanken Mädchen.
40:24Was ist, wenn diese Erkältung am Anfang der Misere kein harmloser Infekt war?
40:31Sie meinen, es könnte natürlich auch eine Viruserkrankung gewesen sein,
40:37die zu Spätfolgen geführt hat.
40:45Wir glauben, dass die Erkältung zu Beginn Lottas Erkrankung eine Corona-Infektion war.
40:51Dass sie sich davon nicht richtig erholt hat und jetzt möglicherweise unter Long-Covid leidet.
40:56Long-Covid? Das ist die Diagnose?
40:59Es gibt noch keinen eindeutigen Test für Long-Covid.
41:03Deshalb passiert es auch immer wieder, dass die Symptome auf psychische Probleme geschoben werden.
41:09Immerhin gibt es bei Lottas zwei Marker, die Long-Covid nahelegen.
41:12Und was ist mit den blauen Flecken?
41:14Das kann im Zusammenhang stehen.
41:16Wenn Sie einverstanden sind, würden wir noch heute einen Termin in der Long-Covid-Sprechstunde organisieren.
41:22Natürlich sind wir einverstanden.
41:25Es gibt noch keine ursächliche Behandlung.
41:27Aber bei Kindern stehen die Chancen recht gut, dass einer der Behandlungsansätze greift.
41:33Du wirst allerdings Geduld haben müssen.
41:35Mhm.
41:36Du warst gesund.
41:37Bestimmt.
41:38Ich bin froh, dass wir jetzt was tun können.
41:43Frau Trapp, es tut mir leid, dass Lottas Krankheit so lange nicht ernst genommen wurde.
41:49Und es tut mir umso mehr leid, dass wir dann auch noch einen falschen Verdacht hatten.
41:56Ich hätte Lotta diese Tablette nie geben dürfen.
41:59Von jetzt an geht es nur noch bergauf.
42:05Sie haben ihr Versprechen gehalten.
42:11Sie suchen so lange, bis sie die Ursache gefunden haben.
42:16Stimmt.
42:31Ich freue mich.
42:34Es ist nur eine Bewerbung.
42:37Vielleicht klappt es ja.
42:38Du musst versprechen, dich rauszuhalten.
42:41Mit dem Auswahlprozess habe ich nichts zu tun.
42:43Ich meinte, wenn es klappt, dann bin ich nicht Team Heilmann.
42:47Damit das klar ist.
42:48Das ist mir egal.
42:49Hauptsache, du bist hier.
42:51Du musst dich für eine ganz normale Pejotlerin behandeln.
42:54Ja, keine Extrawürste, nix.
42:57Versprochen.
42:58Kommst du morgen wieder mit ins Krankenhaus?
43:00Wir könnten zusammen ein paar CT-Bilder durchgehen.
43:02Papa!
43:03Oder Bildinterpretationen üben.
43:08Ich wollte nur mal sehen, wie weit ich noch komme.
43:12Mit der Vetternwirtschaft.
43:13Ich hoffe, dass ich nicht mehr so oft.
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