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Kategorie

Menschen
Transkript
00:00:00Musik
00:00:30Eins, zwei, drei, vier und der Fahrstuhl sicher wieder kaputt.
00:00:58Ist Fahnenholz oben.
00:01:01Ja, dort oben, das ist er.
00:01:04Der Fahrstuhl wieder kaputt.
00:01:07Wie immer.
00:01:09Man sagt, die haben den Fahrstuhl extra lahm gelegt, damit die dort oben in Ruhe die Weltspitze sehen können.
00:01:14Runter geht es ja auch leichter.
00:01:16Rauf.
00:01:17Musik
00:01:19Musik
00:01:21Musik
00:01:23Musik
00:01:27Guten Morgen.
00:01:55Steh nicht drauf.
00:02:25Scheißfrühschicht.
00:02:34Vier Stunden.
00:02:36Und wo im Schlappschwanz liegst du hier?
00:02:38Die Brüder amüsieren sich mit einer Frau.
00:02:41Musik
00:02:43Es geht mir nicht schnell genug.
00:02:57Es geht mir nicht schnell genug.
00:03:11Musik
00:03:11Holbein, das ist Manneswürden.
00:03:21Das ist Selbstbewusstsein.
00:03:23Musik
00:03:23Hau rein, Mann.
00:03:43Zum Institut.
00:03:55Zum Professor.
00:03:57Die Zeit ist um.
00:04:00Er müsste aus Moskau längst zurück sein, oder meinst du nicht?
00:04:03Ja, aber ich kann doch nicht.
00:04:06Warum nicht?
00:04:08Wozu sind solche Institute da?
00:04:09So ein Institut, das ist doch keine Reparaturwerkstatt.
00:04:12Das ist eine hochwissenschaftliche Einrichtung.
00:04:14Das will ich auch hoffen.
00:04:16Sonst wäre uns wenig damit genützt.
00:04:18Aber das setzt doch voraus...
00:04:20Das setzt voraus, dass du dich gründlich vorbereitest und hinfährst.
00:04:24Es gibt schon wieder Reklamationen.
00:04:26Wir suchen wieder nach den Ursachen.
00:04:28Jedes Jahr suchen wir nach den Ursachen.
00:04:30Dabei kennen wir die Ursachen.
00:04:32Vor lauter Beschäftigung mit den Ursachen kommen wir nicht dazu, sie zu beseitigen.
00:04:35Steinberg war da, der große Inquisitor.
00:04:40Kehret zurück in Demut, ernähret euch redlich.
00:04:45Kraft muss her, sonst sind wir dicht vor dem Ziel am Ende.
00:04:50Eine ganze Akademie müsste uns zuarbeiten.
00:04:54Sonst geht das heute und in den kommenden Jahren wieder alles auf unsere Knochen in Halle 6.
00:04:59Was starrst du mich so an? Sag, wann du losfährst!
00:05:05Geh her, wir sind im Verzug.
00:05:32Warum ist der Dolomit da?
00:05:35Ich bin dran, wie immer.
00:06:05Wie lange bist du jetzt verheiratet?
00:06:26Von dem da kriegen wir kein Bier mehr, oder?
00:06:28Wenn du nur eine Ahnung hättest, wer das ist, Professor Schattenbach.
00:06:53Angst.
00:06:57So kann man das nicht nennen.
00:07:00Dieser Mensch steht seit über 20 Jahren da wie eine Burg.
00:07:05Um ihn herum ist ein Graben gezogen.
00:07:07Der schützt den schöpferischen Geist vor dem schamlosen Zugriff der Plattheit.
00:07:12Man nähert sich ihm nicht.
00:07:14Es sei denn, man hätte seine Arbeit Wesentliches hinzuzufügen.
00:07:16Er ist für starr die absolute Koryphäe.
00:07:20Man holt die nach Moskau, nach Paris.
00:07:22Ich dagegen bin ein Strickstrumpf.
00:07:24Hast du was?
00:07:33Hier, kauf dir einen Kasten Bier.
00:07:46Und zwar dort.
00:07:47Und dann wird das Jahr dura.
00:07:50Genau.
00:07:50Aber es ist für mich.
00:07:51Dann können wir...
00:07:51Ja.
00:07:51Ja.
00:07:51Ja.
00:07:52Genau.
00:07:54Ja.
00:07:57Ja.
00:07:57Ja.
00:07:59Ja.
00:08:06In F Mandeln.
00:08:11Genau.
00:08:11Ja.
00:08:11Da.
00:08:12Ja.
00:08:12Ja.
00:08:13Ja.
00:08:15Ja.
00:08:16Musik
00:08:46Musik
00:09:16Musik
00:09:46Musik
00:10:16Wollen Sie mich lieber Ihre Tasche abgeben?
00:10:30Ja? Na, geben Sie schon her.
00:10:33Danke.
00:10:35Verzeihung, hängt hier auch das Bild von Holbein.
00:10:39Der Mann mit der Laute...
00:10:40Fangen Sie ruhig hier vorne an, gehen Sie einmal rundherum, dann werden Sie es schon finden.
00:10:44Ja.
00:10:46Wir haben hier viele schöne Bilder, ja?
00:11:05Hier, kauf Sie ein Kasten Bier.
00:11:10Herr Wirt, wie viele Schulden habe ich noch?
00:11:13Jetzt keine mehr.
00:11:14Herr Wirt, Karl, du bist mindestens der Vierte, der dem Wundermann Bier kauft.
00:11:20Ja, ich habe es ja schon nicht mehr gesehen.
00:11:24Na denn, es lebe die Technische Revolution.
00:11:27Prost!
00:11:28Ich habe das.
00:11:28Schöne, du bist die Verleihung.
00:11:31Ach, du bist die Verleihung.
00:11:32Nein, das war doch.
00:11:34Ach, du bist die Verleihung.
00:11:35Ja, das war doch.
00:11:36Applaus
00:11:37Vielen Dank.
00:12:07Vielen Dank.
00:12:37Vielen Dank.
00:13:07Vielen Dank.
00:13:37Ja, nicht wahr? Jeder Zug, jedes Feldchen, jeder Minenschimmer, Vornehmheit, stolze Vornehmheit, das ist Hohlbein.
00:13:46Cicelierarbeit an klaren und strengen Formen.
00:13:49Seine Männer haben meistens etwas Hartes, etwas Stolzes, ja, ich möchte fast sagen, etwas Gebieterisches.
00:13:56Der hier, daran ist gar kein Zweifel, der glaubt vor allen Dingen nur an sich selber, an das, was er selber zustande bringt.
00:14:02Das ist Renaissance, Columbus, Copernicus, Leonardo da Vinci, Luther, Dürer und natürlich auch Hohlwein.
00:14:12Sehen Sie mal diese Augen.
00:14:14Da lässt der Mensch die Demut des Mittelalters hinter sich, zumal bei Hohlwein.
00:14:21Renaissance, nicht mehr der Himmel, sondern die Erde, nicht mehr Gott, sondern der Mensch, sind jetzt der Gegenstand der großen Bemühungen, ob in der Kunst oder in der Wissenschaft.
00:14:34Und bei Hohlwein ist bereits sehr viel zu sehen von der Schwere des täglichen Kampfes, der hier geführt werden muss.
00:14:41So manches träumerische, ja, utopische Element, wie wir es von den Italienern her kennen, das werden Sie bei den meisten seiner Porträts vermissen.
00:14:51Ernst, streng und entschlossen ist dieser Meister, auch beim Lautenspielen.
00:14:56Na, es war wohl ein bisschen viel, was?
00:14:59Nein, nicht zu viel.
00:15:02Sind Sie für alle Bilder zuständig?
00:15:04Ja, sind genau 154.
00:15:08Und dann haben wir oben noch den kleinen Saal.
00:15:13Ist ja auch nicht einfach, ganz schön.
00:15:16Und wie sieht es mit hier aus?
00:15:17Na ja, das geht ja.
00:15:30Obwohl
00:15:30154 und oben noch der kleine Saal.
00:15:35Ich würde es dafür nicht machen.
00:15:36Ich würde kaputt gehen.
00:15:38Sie sind wohl zum ersten Mal hier, ja?
00:15:43Also, schönen Dank.
00:15:45Weißt du, wer eure neue Halle projektiert hat?
00:15:51Wir.
00:15:51Unser Betrieb.
00:15:52Ist das nicht eine Schreinerei?
00:15:54Warum soll er sie nicht projektieren?
00:15:56Aber kein Wort haben sie mir gesagt.
00:15:58Kein Wort!
00:16:00Mein Mann wird darin arbeiten, habe ich Ihnen gesagt.
00:16:03Stell dir das vor.
00:16:05So eine Gelegenheit gibt es im ganzen Leben nicht mehr.
00:16:08Ich projektiere die Halle, in der mein Mann arbeiten wird.
00:16:12Ach, das wäre großartig gewesen.
00:16:13Ein herrliches Monstrum.
00:16:18Sieht überhaupt nicht mehr wie ein Stahlwerk aus.
00:16:21Ich habe heute die Zeichnungen gesehen.
00:16:25Vor lauter Männlichkeit bekommst du bald nicht mehr die Zähne auseinander.
00:16:28In meinem Betrieb muss ich erfahren, dass für die neue Halle nur die besten Schmelzer
00:16:31genommen werden.
00:16:32Also bist du dabei.
00:16:34Sag doch mal was.
00:16:36Oder bist du nicht dabei?
00:16:37Warum denn nicht?
00:16:39Warum soll ich denn nicht dabei sein?
00:16:41Natürlich bin ich dabei.
00:16:42Oder dachtest du, ich bin zu dämlich dazu?
00:16:48Klaus, so etwas habe ich nie gedacht.
00:16:52Wie hattest du dir denn die Sache gedacht?
00:16:54Schattenbach hat eine spezielle Abteilung Gase.
00:16:57Ah, zu klein.
00:16:58Da verfährt man ja mehr Benzin, als rauskommt.
00:17:00Gibt es außer uns noch ein anderes Veredelungswerk?
00:17:02Nicht, dass ich wüsste.
00:17:03Nein, gibt es nicht.
00:17:05Gibt es außer unserem Stahl noch was Besseres?
00:17:07Nein.
00:17:08Woran arbeitet das gesamte Institut?
00:17:10Veredelung, zweite Verarbeitungsstufe.
00:17:12Wie die das in Zukunft ohne uns machen wollen, ist mir schleierhaft.
00:17:17Ah, da, schau an.
00:17:18Jetzt bringen sie den zweiten Kran in Bewegung.
00:17:21Geht ganz schön los.
00:17:22Also, das ganze Institut.
00:17:42Und zwar nur für Grundlagen.
00:17:44Den anderen Kram, kannst du Schattenbach sagen, machen wir selber.
00:17:46Ja, reinste Wissenschaft brauchen wir.
00:17:49Allerreinste Wissenschaft.
00:17:50Vertrag auf sechs Jahre.
00:17:52Vorlesen.
00:17:52Ja, aber...
00:17:52Ja, ich weiß, das kostet eine Menge Geld.
00:17:54Sehr viel Geld.
00:17:56Na, dann sagst du eben, wir haben Geld.
00:17:58Viel Geld.
00:17:58Wenn er dann anbeißt, dann werden wir ja weitersehen.
00:18:00Klar?
00:18:02Fahrenholz, sie machen sich.
00:18:03Aus ihnen wird man ein ganz großer.
00:18:05Ich sehe, sie haben die gleiche Abneigung gegen Schmalspure wie ich.
00:18:08Am besten gehen sie gleich hier entlang, da ist sie schon ein bisschen ausgetreten.
00:18:15Hören Sie!
00:18:17Bereiten Sie sich gründlich vor.
00:18:19Wenn alles gut geht, dann können Sie den ganzen Kram in der Hand behalten.
00:18:22Dann sind Sie wissenschaftlicher Leiter und kümmern sich nur um die Halle da unten.
00:18:29Hans!
00:18:31Ich habe dich überall gesucht.
00:18:34Das Welslagerwerk kündigt die Verträge.
00:18:36Der Ausschuss schreiben Sie, er hat zugenommen.
00:18:39Ich habe jetzt Feierabend.
00:18:41Sie wenden sich an das Ministerium.
00:18:43Entschuldige bis morgen.
00:18:44Ach ja, falls du der Meinung bist, dass wir nun am Ende sind, dann sag denen da unten gleich Bescheid.
00:18:50Sie sollen aufhören.
00:18:51Guten Abend.
00:18:57Die wirken aber auch wie die Verrückten.
00:18:58Papa, ich bin fertig.
00:19:03Kannst du es dir ansehen?
00:19:05Papa, hörst du?
00:19:06Ich bin fertig.
00:19:07Kommst du rein?
00:19:09Ja.
00:19:15Hans!
00:19:17Was hast du?
00:19:18Schluck Wasser, bitte.
00:19:19Bitte.
00:19:25Danke.
00:19:28Papa, kommst du jetzt?
00:19:31Los, raus mit euch.
00:19:32Papa, komm gleich.
00:19:35Kreislaufmöhen, Junge.
00:19:37Bist noch viel zu jung für sowas.
00:19:38Dabei läuft im Werk alles wie immer.
00:19:45Geht unermüdlich bergauf.
00:19:48Ja, das strengt am meisten an.
00:19:55Hinter jenem Hügel werdet ihr es finden.
00:20:00Oder so ähnlich.
00:20:02Weiß nicht mehr, was das war.
00:20:0515. Jahrhundert.
00:20:08Na, war ja voller Ereignisse diese Zeit damals.
00:20:10Willst du nicht morgen mal richtig ausschlafen?
00:20:12Lass dich denn das nicht machen?
00:20:18Ja, du hast recht.
00:20:20Ich werde morgen früh anrufen und sagen, dass ich ausnahmsweise erst zum Mittag komme.
00:20:23Ich habe ja mindestens 100 Stunden abzubummeln.
00:20:26Nein, ich werde anrufen.
00:20:26Dann brauchst du nicht extra aufzustehen und unnütz munter werden.
00:20:31Ist ja noch besser.
00:20:54Mami, darf ich aufmachen?
00:20:55Ich möchte bitte aufmachen.
00:20:57Herrgott, es ist doch gerade erst 5.
00:20:59Wie lange seid ihr denn schon auf?
00:21:00Schon lange.
00:21:05Moin.
00:21:05Na, wohl doch etwas zu früh, was?
00:21:07Kollege John, was ist denn?
00:21:09Ich sollte heute früh ja kommen, hat Hans Mäser.
00:21:11Nicht später als 5.
00:21:13Hans ist nicht da.
00:21:14Nicht da?
00:21:15Durchgebrannt.
00:21:16Er wird schon im Werk sein.
00:21:18Dabei wollte er heute...
00:21:20Und ich habe es nicht mal gemerkt.
00:21:21Ich habe es nicht mal gemerkt.
00:21:46Musik
00:22:16Guten Morgen, Manu. So früh?
00:22:27Ich möchte einen Vorschlag machen.
00:22:29Bitte.
00:22:30Ich fahre nach Kämmingen zum Welslagerkombinat.
00:22:36Glaubst du an diese hohe Ausschussquote?
00:22:40Das alte Lied.
00:22:42Wo eine Schlage ist, da sind doch 100 Schlage.
00:22:43Die Widerlegung dieses Aberglaubens verteilt sich aufs ganze Jahr
00:22:47und geht am Ende aus wie das Hornberger Schießen.
00:22:51Gut.
00:22:53Du fährst nach Kämmingen.
00:22:55Na und?
00:22:56Wir brauchen Ruhe für die neuen Öfen.
00:22:58Oh.
00:23:00Jetzt kommt zwischen uns beiden so etwas wie eine Zusammenarbeit zustande.
00:23:06Mit Jogs, dem Werkleiter von Kämmingen, kann man reden.
00:23:09Der hat nur Angst.
00:23:10Wovor?
00:23:10Kämmingen ist ein Schlüsselbetrieb des Schwermaschinenbaus.
00:23:17Kampf an sieben Fronten.
00:23:18Haupttaktik beim kleinsten Zeichen laut schreien.
00:23:21Ich will ihn beruhigen.
00:23:23Wie machst du das?
00:23:26Erstens.
00:23:28Wir zahlen die Vertragsstrafe.
00:23:31Waffenstillstand.
00:23:32Zeit zum Denken.
00:23:34Zweitens.
00:23:35Wir sollen uns acht Monate lang in Ruhe lassen.
00:23:36Dann ist alles durchgestanden.
00:23:39Und wir haben die Hände wieder frei.
00:23:42Das?
00:23:44Das habe ich jetzt nicht verstanden.
00:23:48Ein großer Teil der Forschungsleute ist dann wieder frei und kann sich um die Fehlerquellen kümmern.
00:23:53Jetzt habe ich verstanden.
00:23:56Guten Morgen, Frau Rathke.
00:24:03Fragen Sie bitte nach, ob Kollege Fahrenholz den Vertragsentwurf fertig hat.
00:24:07Er soll damit herkommen.
00:24:09Ja, guten Morgen, sobald ich meinen Mandel aufhabe.
00:24:11Na, das geht ja schnell.
00:24:14Dich habe ich aber gut verstanden.
00:24:15Noch nie habe ich was so gut verstanden wie das, was du mir eben gesagt hast.
00:24:21Verstanden habe ich erstens, das, was wir hier machen, die Weltspitze, ist nur eine vorübergehende Erscheinung.
00:24:27Danach haben wir wieder die Hände frei.
00:24:28Zweitens, wir versuchen es mal mit dem Ultrastahl.
00:24:33Aber wir setzen nicht darauf.
00:24:38Sag mal, du schämst dich wohl für das Neue, was?
00:24:41Der Sieg des Sozialismus ist ja peinlich, hm?
00:24:44Was soll denn das, Hans?
00:24:46Ich habe versucht, dir zu...
00:24:48Ja?
00:24:52Hier, der Vertrag.
00:24:54Er ist aber noch nicht sauber abgeschrieben.
00:24:55Ja, dann setzen Sie sich hier hin und lesen Sie ihn vor.
00:25:04Vertrag zwischen dem VEB-Veredelungswerk Reuthen und dem Institut für...
00:25:08Umgekehrt, erst das Institut nennen.
00:25:12Das kostet ja nichts.
00:25:15Die beiden Vertragspartner halten eine Gültigkeitsdauer des Vertrages von etwa sechs Jahren für den VEB-Veredelungswerk.
00:25:45Das wäre durchaus möglich und angemessen.
00:25:48Die zusätzlichen Kosten würde der VEB-Veredelung tragen.
00:25:51Natürlich müsste hier eine entsprechende Abhängigkeit zur geplanten Effektivität angestrebt und nach Möglichkeit vereinbart werden.
00:25:58Im Kern gut, aber zu viel Belletristik.
00:26:01Gültigkeit, Doppelpunkt, sechs Jahre, Zahlung ausschließlich nach Effektivität.
00:26:06Die wissenschaftliche Seite aber ist gut.
00:26:09Besprich die kleinen Zeitzünder, die du da legen willst, mit dem Hauptbuchalter.
00:26:12Na, was sagst du?
00:26:18Ja, dann werde ich am besten gleich...
00:26:22Ja, es wäre das Beste.
00:26:23Das ganze Institut, ja?
00:26:36Woher willst du das Geld nehmen?
00:26:39Das sind doch immerhin...
00:26:40Ja, ich weiß.
00:26:43Einkreisen den Diamanten.
00:26:45Ich habe es satt, ihm hinterherzulaufen.
00:26:46Das ist doch irgendwie würdelos.
00:26:48Einkreisen von fünf Seiten her.
00:26:50Gegen die Übermacht kommt er nicht an.
00:26:51Da geht er in die Knie.
00:26:52Und dann machen wir ihn fertig.
00:26:54Und pressen Zeit aus ihm heraus.
00:26:55Und Nervensaft.
00:26:56Endlich sitzen wir oben und der unten.
00:26:58Und nicht umgekehrt.
00:26:59Uns alle machst du fertig.
00:27:02Der Kredit ist aufgebraucht, Genosse.
00:27:05Endstation.
00:27:06Wir borgen uns Geld von der Zukunft.
00:27:09Warum nicht von Jesus?
00:27:11Wenn wir für die Zukunft arbeiten,
00:27:13Prognosen machen für fünf, zehn Jahre,
00:27:15dann ist es ganz logisch,
00:27:16dass der Gewinn, den wir anstreben,
00:27:18ein zukünftiger Gewinn ist.
00:27:22Da wird es doch wohl gestattet sein,
00:27:23sich ein bisschen davon,
00:27:24nur so ein bisschen, um sich ein Institut zu kaufen,
00:27:27sich dieses bisschen vorher geben zu lassen.
00:27:29Es kommt ja alles fünf- und sechsfach wieder herein.
00:27:32Na, ist das verständlich?
00:27:35Noch einen Kredit.
00:27:37Der Ultrastahl schafft tausend Sorgen aus der Welt.
00:27:41Was man damit zum Beispiel für Kugellager machen kann.
00:27:45Hier, die Ergebnisse am Wälzlagerprüfstand, kennst du.
00:27:48Die Ermüdungsfestigkeit steigt um 80 bis zu 100 Prozent.
00:27:52Was man mit solchen Wälzlagern für Maschinen bauen kann.
00:27:55Was für Autos zum Beispiel.
00:27:57Hans.
00:28:02Worauf willst du denn nun eigentlich hinaus?
00:28:05Kenn doch die Versuchung.
00:28:07Dieser Stahl kommt aus dem Laborofen
00:28:09und nicht aus der Serie.
00:28:11Kommt er erst einmal aus der Serie,
00:28:13dann kann Kurt Jobst einen Freudensprung machen,
00:28:16um nur ein Beispiel zu nennen.
00:28:18Wir werden Sie nicht mehr vertrösten,
00:28:19die ängstlichen Mitmenschen.
00:28:21Wir werden Ihnen neue Aussichten anbieten.
00:28:23Ja.
00:28:25Und dann?
00:28:31Dann werden Sie sich an der Entwicklung dieser neuen Metallurgie beteiligen.
00:28:37Das verstehe ich nicht.
00:28:40Das ist doch ganz einfach.
00:28:41Wir bieten Kemmingen einen Vertrag an.
00:28:43Darin steht, erstens,
00:28:44in einem Jahr bekommen Sie den besten Stahl der Welt.
00:28:47Zweitens,
00:28:48an dieser Entwicklung beteiligt sich das Wälzlagerwerk Kemmingen.
00:28:52Sagen wir, mit einer halben Million.
00:28:54Drittens,
00:28:55Abrechnung in einem Jahr, am 24. Juni,
00:28:57dann bekommen Sie Ihr Geld wieder dazu,
00:28:59den neuen Stahl,
00:29:00oder uns beide als Andenken.
00:29:02Dazu kann man Sie nicht zwingen.
00:29:03Und mich kann keiner zwingen,
00:29:05die Arbeiter in der Zukunft zu vernachlässigen.
00:29:07Doch.
00:29:08Wer?
00:29:09Die Schlacken.
00:29:10Es sind immer wieder die Schlacken gewesen.
00:29:11Die Schlacken haben kein Einsehen.
00:29:13Das ist sozusagen die kleine Schwierigkeit
00:29:14bei der Eroberung des Neuen.
00:29:16Die Schlacken möchten immer wieder dabei sein.
00:29:18Dann stellen wir das doch einmal fest.
00:29:19Stellen wir doch fest,
00:29:20ob die Weltspitze für alle gilt,
00:29:22oder nur für ein paar Idioten,
00:29:23die darauf hereingefallen sind.
00:29:24So.
00:29:25Dann kann ich Dir gleich sagen,
00:29:26dass...
00:29:27Was?
00:29:28...dass Jobst aus Kemmingen kein Idiot ist.
00:29:30Der Vertrag für Kemmingen wird fertiggestellt.
00:29:37Als Antwort auf die Reklamation.
00:29:40Und Fahrenholz?
00:29:41Wird zum Institut nach Turnau fahren.
00:29:44Davon würde ich abraten.
00:29:46Sogar dringend.
00:29:48Grund?
00:29:49Wir haben kein Recht,
00:29:49die Verantwortung auf andere abzuwälzen.
00:29:52Weder Kemmingen noch Henningsburg
00:29:53noch das Institut in Turnau
00:29:55sind für das, was hier geschieht, zuständig.
00:29:58Sondern wir.
00:30:00Es gibt nur noch eins.
00:30:03Ausdehnen.
00:30:04Wir brauchen die breite Basis.
00:30:06Wenn wir jetzt Halt machen,
00:30:07sind wir in drei Wochen verhungert.
00:30:08Je mehr Leute Du hineinziehst,
00:30:12umso gefährlicher wird unsere Lage.
00:30:15Wieso?
00:30:17Der Erfolg hat viele Väter,
00:30:19sagte meine Großmutter immer.
00:30:21Der Misserfolg ist eine Weise.
00:30:22Und wie kann man diese Legende zerstören?
00:30:35Jetzt hör mal zu, Hans.
00:30:37Es gibt nur eine Möglichkeit.
00:30:40Ja, bitte.
00:30:41Bitte.
00:30:41Hier ist die Liste.
00:30:51Der 22.
00:30:52Ist Hauschild.
00:30:57Klaus!
00:31:02Klaus!
00:31:03Klaus!
00:31:03Klaus, der Ofen!
00:31:12Der Abstich!
00:31:14Klaus!
00:31:22Klaus!
00:31:24Der Ofen!
00:31:25Das war die größte Blödheit meines Lebens.
00:31:32Verfluchte Scheiße.
00:31:35Jetzt haben sie mich in der Mache.
00:31:36Für immer.
00:31:38Klaus!
00:31:38Verpfeif dich doch,
00:31:42bist doch fein raus.
00:31:43Klaus!
00:31:43Komm, Junge,
00:31:44mach die Welt nicht verrückt.
00:31:46Wir machen's alleine.
00:31:48Warum ich?
00:31:51Warum gerade ich?
00:31:53Klaus Hauschild.
00:31:56Hauschild soll am Abschmelzofen arbeiten.
00:31:58Am Halbautomaten.
00:32:00Wie soll denn das vor sich gehen?
00:32:02Indem er es lernt.
00:32:03Es hört sich gut an.
00:32:05Er ist Achtklassenschüler,
00:32:06weißt du das?
00:32:07Inzwischen ist er der beste Stahlschmelzer,
00:32:09den wir haben?
00:32:09Am alten Ofen.
00:32:10Und das ist der Vergiss das bitte nicht
00:32:12übers Geld geworden.
00:32:13Für Geld schwitzt er bis zum Umfallen.
00:32:15Sie waren vier Kinder zu Hause
00:32:16und der Vater blieb im Krieg
00:32:18und er war der Älteste.
00:32:19Verstehe ich ja alles.
00:32:20Deshalb muss man ja nicht
00:32:21in sein Unglück stürzen.
00:32:23Drei seiner Geschwister studieren heute.
00:32:25Nur er nicht,
00:32:27weil er der Älteste war
00:32:28und Geld besorgen musste.
00:32:29Inzwischen hat er sich aber daran gewöhnt.
00:32:34Wir erleben unser blaues Wunder,
00:32:35wenn sich Hausschild auf die Schulbank setzen muss.
00:32:37Da weiß er gar nicht,
00:32:38wofür er sich da entschieden hat.
00:32:41Mit Hausschild setzen wir
00:32:41die ganze Ausbildung aufs Spiel.
00:32:43Spätestens eine Woche,
00:32:44Hans,
00:32:45fliegt der ganze Haufen auseinander.
00:32:47Müssen wir das nun auch noch riskieren?
00:32:49Hm.
00:32:50Ja, das ist richtig.
00:32:512.000 Leute blicken in diesen Wochen
00:32:54auf Hausschild.
00:32:55Das ganze Werk.
00:32:57Erstens,
00:32:58weil er der beste Staatsschmelzer ist.
00:32:59Zweitens,
00:33:00weil er Achtklassen-Schüler ist.
00:33:02Das ist der richtige Mann,
00:33:04sagen sie sich.
00:33:05Mal sehen,
00:33:05wie das ausgeht.
00:33:08Solange dieser Staat
00:33:09erst einmal den Massenstahl brauchte,
00:33:11waren wir gut genug.
00:33:13Und unsere Schufterei
00:33:14hat sich auch ohne Weiterbildung ausgezahlt.
00:33:17Mal sehen,
00:33:18was jetzt kommt.
00:33:20Mal sehen,
00:33:21ob wir jetzt noch Aussichten haben,
00:33:23uns zu verbessern.
00:33:25Mal sehen,
00:33:25ob Hausschild es schafft.
00:33:28Schafft es Hausschild nicht,
00:33:30schaffen es die anderen 2.000 auch nicht.
00:33:34Dann ist der Spaß zu Ende.
00:33:37Und der Sozialismus lässt uns dort,
00:33:38wo es interessant wird,
00:33:40links liegen.
00:33:42Sag mal,
00:33:43übertreibst du da nicht?
00:33:44Eben.
00:33:45Jetzt führen wir vor,
00:33:46wie Hausschild es nicht schafft.
00:33:47Verrammeln die Zukunft
00:33:48bis unters Dach.
00:33:51Ja,
00:33:52was machen wir nur
00:33:53mit den vielen Menschen?
00:33:58Mich interessiert
00:33:59der neue Stahl nicht mehr.
00:34:03Was nützt uns der neue Stahl,
00:34:05wenn Hausschild es nicht schafft?
00:34:07Er bringt uns Geld,
00:34:09Dollars sogar.
00:34:10Und was kaufen wir dafür?
00:34:12Eine Lizenz für Glückspillen
00:34:14aus Japan oder Schweden,
00:34:15und die verteilen wir dann
00:34:17an die 2.000 Kumpels.
00:34:21Wir erhöhen die Lebensdauer
00:34:22des Stahls um das Zehnfache.
00:34:25Und die von Hausschild?
00:34:28Ich habe mir gedacht,
00:34:29wir machen diesen Stahl,
00:34:30weil wir die Schinderei satt haben.
00:34:33Jetzt werden wir mal vorführen,
00:34:35wie der Prolet sich veredelt.
00:34:36Habe ich gedacht.
00:34:39An diese Aufgabe können wir wachsen.
00:34:42Habe ich gedacht.
00:34:44Können selber Spitze werden.
00:34:46Habe ich gedacht.
00:34:49Nun stellt sich heraus,
00:34:50das ist gar nicht nötig.
00:34:51Ich brauche ihn aber unten.
00:34:54In der alten Halle.
00:34:57Ich kann die Produktion
00:34:57noch nicht mit Halbwüchsigen
00:34:58aufrechterhalten.
00:35:00Wieso?
00:35:01Bin ich ein Halbwüchsiger?
00:35:03Ich habe dir zugesichert,
00:35:04dass ich bleibe,
00:35:06solange ich dort gebraucht werde.
00:35:08Was?
00:35:09Steinberg hat recht.
00:35:11Es ist besser so.
00:35:13Ich darf das alte Schiff
00:35:14jetzt nicht verlassen.
00:35:15Das geht doch nicht.
00:35:15Wir können doch nicht
00:35:19auf dem Wege zur Spitze
00:35:20solche Verluste hinnehmen.
00:35:22Wir können doch unterwegs
00:35:23nicht die besten Leute
00:35:24einen nach dem anderen zurücklassen.
00:35:27Was soll man denn ohne euch anfangen,
00:35:28dort, auf dem Gipfel?
00:35:31Da gehe ich ja kaputt
00:35:32vor langer Weile.
00:35:33Das sind keine Verluste.
00:35:35Man nennt das
00:35:35Eigenerwirtschaftung der Mittel.
00:35:37Kein Vorstoß ohne Nachhut.
00:35:39An mir, so hörte ich,
00:35:40zweifelt niemand.
00:35:42An Hausschild, so hören wir.
00:35:45Ist der Zweifel gut?
00:35:45Was ist denn da los?
00:35:47Da hilft nur eins.
00:35:50Ich bleibe.
00:35:53Hausschild geht voran.
00:35:58So?
00:36:00Hochmütiger.
00:36:01Viel hochmütiger.
00:36:03Ich habe gesagt,
00:36:04hochmütig.
00:36:05Was Sie hier darstellen,
00:36:06das ist Arroganz.
00:36:07Er ist aber nicht arrogant,
00:36:08der Professor.
00:36:11Wo ist denn da der Unterschied?
00:36:13Wo da der Unterschied ist?
00:36:15Ja.
00:36:15Na, wüsste.
00:36:17Also.
00:36:18Darf ich mal?
00:36:18Ja.
00:36:20Der hat Geist, der Mann.
00:36:22Der tut nicht bloß so.
00:36:24Der hat wirklich Krips.
00:36:26Das ist der Unterschied.
00:36:28Stimmt's?
00:36:28Na und ob, Kollege Trüppel,
00:36:30und ob,
00:36:30das macht die Sache ja so kompliziert.
00:36:32Also los,
00:36:32jetzt mach den Professor.
00:36:33Sie wünschen?
00:36:38Ich wünsche...
00:36:39Ich wünsche...
00:36:41Ich wünsche...
00:36:42Ich wünsche mir...
00:36:43Ich wünsche mir...
00:36:44Ah,
00:36:46soweit ich mich erinnere,
00:36:48wenn auch nur sehr schwach,
00:36:50sehr, sehr schwach sogar,
00:36:53waren Sie mal ein Schüler von mir.
00:36:54Spätschel!
00:36:58Spätschel!
00:36:59Da macht die Sache!
00:37:00Herr Eberhell!
00:37:00Herr Eberhell,
00:37:02wollten Sie mich in Ihrem Institut behalten?
00:37:05So.
00:37:06Wollte ich das.
00:37:07Das braucht gar nicht so zu tun.
00:37:14Das ist die reine Wahrheit.
00:37:15Er wollte mich da behalten.
00:37:16Das wollen wir mal festhalten.
00:37:18Also von wegen hier
00:37:19nicht mehr erinnern und so,
00:37:21das ist alles Quatsch.
00:37:23Farnholz ist nicht irgendwer.
00:37:25Er hat der Arbeit dieses Menschen
00:37:26Wesentliches hinzuzufügen.
00:37:30Herr Professor,
00:37:32es besteht in unserem Werk
00:37:33das dringende Bedürfnis,
00:37:34dass Sie uns zuarbeiten.
00:37:36Arbeiten Sie für uns,
00:37:37für die Industrie.
00:37:39Wir machen den besten Edelstahl der Welt.
00:37:41Es lohnt sich.
00:37:42Nur los!
00:37:44Ja, was denn?
00:37:45Na?
00:37:46Sag was!
00:37:48Lach ihn aus, den Kerbe!
00:37:50Warum soll ich ihn denn auslachen?
00:37:52Das stimmt doch.
00:37:53Sag ihm,
00:37:55dass du für die Mistbude
00:37:56nicht arbeiten willst.
00:37:58Na, das wäre ja noch schöner.
00:38:00Wieso denn nicht?
00:38:01Wenn ich es so lange ausgehalten habe,
00:38:02werde ich doch die neuen Öfen
00:38:03auch noch vertragen.
00:38:04Aber du bist doch der Professor!
00:38:06Einverstanden.
00:38:07Na und?
00:38:08Was soll er denn dagegen haben?
00:38:11Das Institut soll doch mit uns zusammengehen.
00:38:13Oder nicht?
00:38:14Völlig klar.
00:38:14Aber der Professor denkt doch zuerst,
00:38:16das ist alles nur Kleinzeug,
00:38:17was wir ihm da anbieten wollen.
00:38:19Flickschusterei!
00:38:20Flickschusterei!
00:38:21Wie kommt er denn darauf?
00:38:22Weil es schon vorgekommen ist,
00:38:24dass man ihm so etwas angeboten hat.
00:38:27Und wenn man so eine Flickschusterei
00:38:28Wissenschaft nimmt,
00:38:28dann reagiert der Mann sauer.
00:38:30Absolut sauer!
00:38:31Darunter können wir doch aber jetzt nicht leiden,
00:38:35dass so etwas vorgekommen ist.
00:38:36Das ist doch kein Kleinzeug,
00:38:40was wir da anzubieten haben.
00:38:43Mach doch mal einer aus dieser alten Flickbude
00:38:44ein modernes Werk.
00:38:46Was ist denn das?
00:38:48Du selbst hast doch gesagt,
00:38:49dass es eine gewaltige wissenschaftliche Aufgabe ist.
00:38:51Das hat er doch gesagt.
00:38:52Das hat er gesagt,
00:38:52das habe ich selber gehört.
00:38:53Na ja,
00:38:54das stimmt ja auch.
00:38:57Aber woher soll der Professor das wissen?
00:38:59Woher?
00:39:00Na von dir.
00:39:00Du hast es ihm eben erst erzählt.
00:39:03Was sind schon Worte?
00:39:04Auf Worte gibt ja nichts,
00:39:05der Professor.
00:39:07Worte sind keine Veränderung.
00:39:08Auf Worte pfeift der.
00:39:09So, na gut.
00:39:11Einverstanden.
00:39:13Einverstanden.
00:39:14Bitte sehr.
00:39:15Bitte.
00:39:16Aber ich pfeife auf Ihre Worte,
00:39:17Fahrenholz,
00:39:18damit Sie es wissen.
00:39:20Ich pfeife auf Ihre Worte,
00:39:21aber davon kann ich nicht leben.
00:39:23Ich pfeife auf Ihre Worte,
00:39:24Fahrenholz.
00:39:30Mein Gott, Jungs,
00:39:32wird das schwer.
00:39:35Na ja,
00:39:37ich speiche,
00:39:37muss auch immer so übertreiben.
00:39:40Was ist das Hauptproblem
00:39:42beim Edelstahl?
00:39:44Sie!
00:39:51Die Reinheit.
00:39:54Die Reinheit.
00:39:56Wer das weiß,
00:39:57ist schon so gut wie über den Berg.
00:40:00Und was ist sauberer
00:40:02als ein Vakuum?
00:40:04In einem Vakuum
00:40:04ist ja praktisch nichts drin.
00:40:07Und wo ist es?
00:40:09Hier ist es.
00:40:10Wir schauen uns das
00:40:12in den folgenden Stunden
00:40:13noch genauer an.
00:40:15Zunächst aber
00:40:16notieren wir uns
00:40:17die Hauptpunkte,
00:40:18die zur hohen Reinheit
00:40:19führen werden.
00:40:20Und das sind,
00:40:21schreiben Sie.
00:40:26Wir nehmen das
00:40:27alles noch einmal durch.
00:40:29Wir notieren uns nur.
00:40:311. Niedriger Druck
00:40:38Niedriger Druck
00:40:42über der Melze
00:40:47Niedriger Druck
00:40:51über der Melze
00:40:552. Laufendes Absaugen
00:41:01Gasförmiger Reaktionsprodukte
00:41:063. Laufendes Absaugen
00:41:10Gasförmiger Reaktionsprodukte
00:41:163. Lange Verweilzeit
00:41:23im flüssigen Zustand
00:41:27Lange Verweilzeit
00:41:34im flüssigen Zustand
00:41:41So, das ist schon
00:41:45ein ganzes Programm.
00:41:47Fast haben wir da
00:41:47die Ausbildung schon hinter uns.
00:41:49Welche Verbesserung
00:41:52tritt denn nun ein,
00:41:54wenn der Reinheitsgrad
00:41:55erhöht wird?
00:41:56Keine Einschlüsse.
00:41:58Richtig,
00:41:59aber das ist sie ja,
00:42:00die Reinheit.
00:42:01Was tritt denn nun ein,
00:42:02wenn das erreicht ist?
00:42:02Es erhöht sich die Zähigkeit.
00:42:11Die Zähigkeit.
00:42:12Die Lebensdauer.
00:42:14Die Lebensdauer.
00:42:16Aber bitte nicht alle durcheinander.
00:42:18Würde es euch etwas ausmachen,
00:42:19den Finger zu heben
00:42:20oder die Hand,
00:42:22wenn es gefunkt hat?
00:42:22Warum nicht?
00:42:24Ja, bitte?
00:42:25Die Lebensdauer.
00:42:26Ja, das sagten Sie doch eben.
00:42:28Aber da hatte ich mich nicht gemeldet.
00:42:31Gut, Scherz beiseite.
00:42:32Sehr schön.
00:42:34Was schätzen Sie,
00:42:35wird der Unterdruck
00:42:36in diesem Öfchen hier betragen?
00:42:4010 hoch minus 4 Tor.
00:42:42Donnerwetter.
00:42:44Das geht ja heute munterlos.
00:42:47Und womit erzeugen wir
00:42:48dieses Vakuum?
00:42:53Bitte?
00:42:54Meinen Sie die Vakuumpumpen?
00:42:57Die meine ich.
00:42:58Wie das vor sich geht,
00:43:00werden wir ebenfalls
00:43:00genauer behandeln.
00:43:03Wir werden sogar
00:43:03Berechnungen anstellen.
00:43:07Na.
00:43:08Was saugen wir denn da so ab?
00:43:12Bitte?
00:43:15Sauerstoff zum Beispiel.
00:43:16Das hätte ich auch gewusst.
00:43:17Schon gut, schon gut.
00:43:18Es hat auch niemand
00:43:19daran gezweifelt.
00:43:20Welcher Vorteil ergibt sich daraus?
00:43:24Wir haben also die Vorteile erkannt,
00:43:27um die es jetzt geht.
00:43:28Das ist zunächst einmal
00:43:29der niedrige Druck
00:43:30über das Schmelze.
00:43:31Das ist weiter
00:43:32das laufende Absaugen
00:43:33der Gasform.
00:43:34ein Zwischenecho.
00:43:47Vermutlich ein Anschluss.
00:43:48Woher?
00:43:50Woher?
00:43:51Ich tippe auf
00:43:51Stahlwerksfehler.
00:43:52Gestern waren es doch aber
00:43:53die Gießer.
00:43:54Heute sind es nun wieder
00:43:55mal die Schmelzer.
00:43:56Ja, morgen ist es
00:43:57der Kantinenkoch.
00:43:58Die Sülze, die er macht,
00:43:59ist abwechselnd mal zu lasch
00:44:00und mal zu sauer.
00:44:01Nun lässt sich merkwürdigerweise
00:44:02feststellen, dass die Kurve
00:44:03der Sülze mit der Kurve
00:44:04der Einschlüsse
00:44:05synchron verläuft.
00:44:06Ja, was haltet ihr
00:44:06von dieser Möglichkeit?
00:44:09Ach, das alte Lied.
00:44:10Da hilft momentan nur eins.
00:44:11Kontrolle verschärfen.
00:44:12Was dich stutzig macht, Fritz,
00:44:13das geht sofort zurück
00:44:14und eine Meldung davon
00:44:15direkt zu mir.
00:44:16Klar?
00:44:16Komm.
00:44:17Jawohl.
00:44:19Mach's gut.
00:44:24Das Welslagerwerk rückt an.
00:44:26Obst Ante Portas.
00:44:27Er kündigt nicht,
00:44:28er kommt.
00:44:29Da freust du dich?
00:44:30Helft uns beim Vorlauf,
00:44:31dann beseitigen wir den Rückstand.
00:44:33Starker Tabak.
00:44:34Jetzt hustet er.
00:44:35Man hört's bis hierher.
00:44:36Wenn du dich da nur nicht irrst.
00:44:39Wenn Jobs sich anbietet,
00:44:40hierher zu kommen,
00:44:40dann weiß er um unsere Schwäche.
00:44:42Er hätte es doch gar nicht nötig,
00:44:43hierher zu kommen.
00:44:43Er könnte uns doch einfach verklagen.
00:44:45Tut's aber nicht.
00:44:46Skandal liegt ihm nicht.
00:44:47Wozu?
00:44:48Womöglich heißt es hinterher,
00:44:49er habe sich neuen Schritten
00:44:50in den Weg gestellt.
00:44:51Und das möchte er nicht,
00:44:52dass man das von ihm sagt.
00:44:53Das möchte er nicht.
00:44:55Nein.
00:44:55Er lockert die Klammer,
00:44:57das gebe ich zu.
00:44:58Andererseits hat er längst rausbekommen,
00:45:01dass wir in großen Nöten sind.
00:45:02Und es gibt nur eine Möglichkeit,
00:45:03sie für sich auszunutzen.
00:45:05Nämlich?
00:45:05Verhandeln.
00:45:08Jobs ist ein alter Fuchs.
00:45:10Wenn er riecht,
00:45:10die wollen was von mir.
00:45:12Haben aber noch nicht den Hebel.
00:45:14Dann geht er auf Demokratie.
00:45:15Verhandelt bis zum Umfallen.
00:45:17Zwölf Stunden lang hintereinander,
00:45:19wenn es sein muss.
00:45:20Über mangel an Geduld
00:45:21braucht man sich nicht zu beklagen.
00:45:23Die Handel.
00:45:24Eine unwahrscheinliche Kondition.
00:45:25Du kennst die Menschen.
00:45:32Ich bin doch lange genug dabei.
00:45:35Wobei?
00:45:38Da haben wir also hier
00:45:40unseren Abschmelzstab,
00:45:42den wir veredeln wollen.
00:45:44Hier den Strahler,
00:45:45vor dem ich soeben gesprochen habe.
00:45:47Und das hier?
00:45:50Was ist das?
00:45:51Kollege Horschild.
00:45:54Der
00:45:54Der
00:45:58Ja, bitte?
00:46:07Der Kristallisator.
00:46:08Groß Tempo!
00:46:18Tempo!
00:46:22Wie soll mir denn
00:46:23auf unser Geld kommen?
00:46:30Was soll denn das?
00:46:32Im Knipsen bist du besser?
00:46:36Bedeutend besser,
00:46:37mein Junge.
00:46:37Weiter, weiter,
00:46:44weiter,
00:46:45weiter,
00:46:45nach hin,
00:46:53Tempo!
00:46:56Los, Tempo!
00:46:57Tempo!
00:46:57Was ist denn los?
00:47:08Kann ich's mehr!
00:47:09Na, na, na,
00:47:10das bisschen ausflicken!
00:47:12Komm, komm,
00:47:12die Uhr läuft!
00:47:18Siehst du ein,
00:47:19dass einer weh ich,
00:47:20die Scheißrechnereien
00:47:21der Abschmelzpenne
00:47:22nicht nötig hat?
00:47:23Nein!
00:47:25Nein!
00:47:25Dabei!
00:47:32Wie ist denn das nun
00:47:33mit der Korrektur
00:47:34der chemischen Analyse?
00:47:36Wie wird sie
00:47:37an den alten E-Öfen
00:47:38berechnet?
00:47:39Das tun Sie doch
00:47:40jeden Tag!
00:47:40Kollege Horschild!
00:47:46Ganz einfach,
00:47:47die Zusätze
00:47:48werden auf das
00:47:48Einsatzgewicht bezogen.
00:47:50Normaler Dreisatz,
00:47:52100 Prozent
00:47:52sagen wir
00:47:53gleich 25 Tonnen,
00:47:5617 Prozent
00:47:56gleich X Tonnen,
00:47:58anhand der Probe
00:48:00wird nun festgestellt,
00:48:01was los ist
00:48:01und dann
00:48:02korrigiert.
00:48:05Hervorragend!
00:48:06Und genau das
00:48:07fällt bei diesem
00:48:08Öfchen hier alles weg.
00:48:12Der Schmelzer
00:48:13kann da überhaupt
00:48:13nicht mehr ran.
00:48:15Er steht sozusagen
00:48:16außerhalb.
00:48:18Und das ist
00:48:19seine Schwierigkeit.
00:48:21Er muss nur
00:48:22auf eins achten.
00:48:24Auf einen
00:48:25kontinuierlichen
00:48:26Ablauf,
00:48:28auf das
00:48:29harmonische
00:48:29Gleichmaß,
00:48:31der Abschmelzgeschwindigkeit,
00:48:33der Strahlerleistung,
00:48:34der Temperaturverteilung,
00:48:36der Badspiegelhöhe,
00:48:37des spezifischen
00:48:38Energieaufwands.
00:48:40Und wie erreicht
00:48:41man das?
00:48:43Durch?
00:48:45Messen?
00:48:46Überschrift!
00:48:48Messen,
00:48:50Steuern,
00:48:52Regeln.
00:48:56Stellen Sie doch
00:48:57Sessel hierhin!
00:48:58Blick ins Paradies!
00:48:59Da sitzt man gern weich!
00:49:01Zwei Groschen pro Nase!
00:49:03Schattenbach!
00:49:04Sagen Sie mal,
00:49:04was stimmt denn nun?
00:49:06Zuerst schicken Sie mir
00:49:06meine Musterschüter
00:49:07auf den Hals.
00:49:08Der arme Junge
00:49:08gab sich große Mühe,
00:49:09mir klarzumachen,
00:49:10dass die Technische Revolution
00:49:11von niemandem
00:49:11Halt macht.
00:49:12Geschenk!
00:49:13Aber dann kommt wieder
00:49:13ein Brief,
00:49:14ich glaube,
00:49:14von Ihrem Stellvertreter.
00:49:16Da steht nun wieder drin,
00:49:17Stopp!
00:49:17Kein Geld!
00:49:18Weiter gehen auf eigene
00:49:19Verantwortung!
00:49:20Irgend so ein
00:49:20Kugelagerkombinat
00:49:21ist nicht bereit,
00:49:22den Kredit vorzuschießen!
00:49:23Was stimmt denn nun?
00:49:24Ich würde sagen,
00:49:25die Technische Revolution
00:49:26macht von niemandem
00:49:29das sieht am Anfang
00:49:31nur so aus.
00:49:33In Wirklichkeit
00:49:33macht sie uns reich,
00:49:34wenn wir es gescheit anstellen.
00:49:36Aber dieser Brief
00:49:37mit dem Stoppschild,
00:49:37der hat mich natürlich
00:49:38nervös gemacht.
00:49:40Da fällt mir immer
00:49:41die Story
00:49:41vom Meister Halbschwanz ein.
00:49:44Am Abend
00:49:44geht er kühn in den Garten
00:49:45und fällt den stärksten Baum um,
00:49:47weil er ihm die Sicht versperrt.
00:49:49In der Nacht schon packt
00:49:49ihn die Reue.
00:49:50Er denkt,
00:49:51was werden die Leute dazu sagen?
00:49:52Er hat ja so lange
00:49:53dagestanden, der Baum.
00:49:54Wählt sich also hin und her im Bett.
00:49:56Strampe die Laken weg
00:49:57vor Aufregung.
00:49:58Und früher um fünf
00:49:58hält es ihn nicht länger.
00:50:00Er springt auf,
00:50:01läuft in den Garten
00:50:01und stellt den Baum wieder hin.
00:50:03Aber das geht doch gar nicht.
00:50:04Sehen Sie,
00:50:04und darüber will er fast verzweifeln.
00:50:08Naja,
00:50:09ich kenne das ja alles.
00:50:12Ich hielt meinen Laden
00:50:13auch immer für bestens in Schuss.
00:50:15Bis ich dann merkte,
00:50:15die Jungs fangen an,
00:50:16mir auf die Durchschnittsebene
00:50:17zu krabbeln,
00:50:18auf die mittlere Laufbahn,
00:50:19nur nicht aufhalten.
00:50:21Weder positiv noch negativ.
00:50:23Grauenvoll.
00:50:24Man kann keinen loben
00:50:24und auch niemanden rausschmeißen.
00:50:26Frag mich nur,
00:50:27wozu die dann noch
00:50:27einen Institutsdirektor brauchen.
00:50:30Also gut, Paulins,
00:50:31legen wir ein Feuer.
00:50:33Spielen wir mal Haupttrieb.
00:50:36Produktivkraftwissenschaft.
00:50:37Wie ich gelesen habe,
00:50:38entweder ich habe es gelesen,
00:50:39erfahren,
00:50:40hat es mir erläutert,
00:50:41erhöht sich die Rolle
00:50:42des subjektiven Faktors ungemein.
00:50:43Das sind wir doch, Paulins.
00:50:45Ich hielt da Ihre Gründungsurkunde in Händen.
00:50:48Da merkte ich,
00:50:49wir beide sind ein wesentlicher subjektiver Faktor.
00:50:52So steht es jedenfalls drin.
00:50:54Zwar nicht so deutlich wie Mende,
00:50:55aber auch ganz schön vordergründig.
00:50:57Ja,
00:50:57wir werden immer so schlecht verstanden.
00:50:59Ich habe ganz leicht verstanden.
00:51:02Ich habe gleich gesehen,
00:51:03wo auf das Ganze hinausläuft.
00:51:06Eine ganze Menge von den physikalischen Grundlagen
00:51:08für das Unternehmen
00:51:08sind zwar alle geklaut,
00:51:09aber dafür erfahren heute schon
00:51:10seine Abreibung weg.
00:51:11Macht nichts, Paulins.
00:51:13Die sind auf alle Fälle
00:51:13nicht unter Niveau geblieben.
00:51:15Und das freut mich,
00:51:16das überrascht mich.
00:51:17Und deshalb bin ich hier.
00:51:18Es ist das Normale.
00:51:20Was den meisten Angst einjagt.
00:51:22Es ist immer das Normale gewesen,
00:51:24was den meisten Menschen Furcht macht.
00:51:26Denken Sie doch an diesen Brief
00:51:27mit dem Stoppschild.
00:51:29Paulins,
00:51:30ich wette einen Kasten Sekt,
00:51:32dass Sie mit Ihren Schritten unpopulär sind.
00:51:33Sehr unpopulär.
00:51:35Aber daraus dürfen Sie sich nichts machen.
00:51:36Das ändert sich über Nacht.
00:51:38Wer hat es gut gemeint,
00:51:39mein Stellvertreter?
00:51:40Das vertrage ich nicht,
00:51:41wenn einer es gut mit mir meint.
00:51:42Ich meine es ja auch nicht schlecht mit den Leuten.
00:51:44Deshalb stelle ich ja Forderungen.
00:51:46Immer wieder Forderungen.
00:51:47Sonst habe ich nachher ja lauter
00:51:48seelenvolle Nichtskönner.
00:51:49Leute, die von Ihrer Rührung leben.
00:51:51Paulins,
00:51:51ich habe Ihren Vertrag studiert
00:51:52und mit Freuden festgestellt,
00:51:54dass Sie zu der gleichen Erkenntnis gekommen sind.
00:51:56Man muss heutzutage eine ganze Menge können,
00:51:58um ein guter Mensch zu sein.
00:51:59Und diesem Leistungsstreben
00:52:00stimme ich mit meiner ganzen Herzensgüte zu.
00:52:03Nur sagen Sie bloß noch,
00:52:04Sie wollen das Machwerk unterzeichnen.
00:52:06Am 15. unterschreiben wir den Vertrag.
00:52:09Und am 16. machen wir auf dem Berg- und Hüttenmündischen Tag
00:52:11ein gewaltiges Fass auf.
00:52:14Wenn Sie keine Leute dazu haben,
00:52:15ich stelle Sie.
00:52:16Im Dozieren sind meine stahlharten Kämpfen
00:52:18alle geübt.
00:52:19Wir schicken Einladungen in die ganze Welt.
00:52:21Die Presse wird ein Übelges tun.
00:52:23Und in diese aufgelockerte Atmosphäre
00:52:24stoßen Sie dann mit Ihrem Brummschädel vor
00:52:26und machen die Moneten flüssig.
00:52:28Falls Sie glauben sollten...
00:52:29Kein Einfluss?
00:52:31Sagen Sie das nicht.
00:52:32Sagen Sie das nicht.
00:52:34Sie halten eine neue Metallurgie
00:52:36in Ihren zitternden Händen.
00:52:38Ist das noch niemandem aufgefallen?
00:52:40Naja.
00:52:42Es braucht ja nicht alles
00:52:43an einem Vormittag erledigt zu werden.
00:52:45Der Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren.
00:52:47Soweit ich mich an dieses Geschreibsel erinnere.
00:52:49Eine Fünf.
00:53:09Zeig her.
00:53:10Was hast du?
00:53:12Eine Eins?
00:53:13Wie kommst du dazu?
00:53:15Wolfgang, was hast du?
00:53:17Eine Zwei.
00:53:18Und du, Mucki?
00:53:20Auch.
00:53:23Auch.
00:53:24Und du?
00:53:25Eine Drei.
00:53:27Und du?
00:53:29Zwei.
00:53:32Wer hat alles eine Fünf?
00:53:34Können Sie mir vielleicht erklären,
00:53:35was Sie hier mit...
00:53:36Wer alles eine Fünf hat,
00:53:38habe ich gefragt.
00:53:38Oder hört ihr nicht?
00:53:39Oder habt ihr Staub in den Ohren?
00:53:41Wer außer mir hat eine Fünf?
00:53:43Kollege Hausschild, das ist doch...
00:53:44Eine ausgesprochene Lumperei ist das.
00:53:47Ihr seid ja wohl nicht mehr ganz da.
00:53:49Ihr dachtet wohl, das geht so.
00:53:51Vor vier Jahren wussten wir überhaupt noch nicht,
00:53:52was das ist, ein Ofen.
00:53:54Das wollte er wohl nicht mehr wahrhaben.
00:53:56Dieser Mensch dort hat sich damals,
00:53:57als er anfing, die Schuhe verbrannt.
00:53:59Keine Ahnung.
00:54:01Wolfgang, die habe ich doch erst mal zeigen müssen,
00:54:03wie man beim Ausflicken auf sein Geld kommt.
00:54:05Das hast du wohl vergessen.
00:54:06Oder, Mucki, du?
00:54:08Denk mal nur an den Abstich von gestern.
00:54:09Das hättest du sehen müssen, Kollege.
00:54:11Aber das zählt wohl hier nicht, was?
00:54:13Das zählt wohl hier gar nicht.
00:54:15Präzisionsarbeit wird von uns verlangt.
00:54:18Präzisionsarbeit, nicht wahr, Uli?
00:54:19Er weiß es.
00:54:21Deshalb kommt er vor jeder neuen Legierung zu mir gelaufen.
00:54:23Ist ja keine Schande, macht ja nichts.
00:54:25Aber gebt zu, Leute,
00:54:26dass hier ungerechte Dinge geschehen.
00:54:28Und du, Karl, was hast du?
00:54:30Ich bin zufrieden.
00:54:31Was du hast, habe ich gefragt.
00:54:32Bin zufrieden.
00:54:35Drei Minus.
00:54:36Eine Drei Minus, Karl,
00:54:39das wagt man dir anzubieten.
00:54:41Nun ist aber gut, Kollege Hausschild.
00:54:42Ich möchte nicht, dass wir...
00:54:43Haben Sie schon mal vor dem Ofen gestanden?
00:54:44Haben Sie schon mal eine Kelle in der Hand gehabt?
00:54:47Hier, lassen Sie sich von ihm erzählen,
00:54:48was eine einzelne Wirklichkeit wert ist.
00:54:50Gar nicht ist sie wert.
00:54:51Drei Kellen sind ihm unter der Hand weggeschmolzen.
00:54:53Weiß überhaupt nicht, wer das bezahlen soll.
00:54:55Und dabei haben die meisten, die hier sitzen,
00:54:56die alten, heißen Stangen, nie in der Hand gehabt.
00:54:59Stimmt doch, Karl?
00:55:00Stimmt schon.
00:55:01Die heiße Kelle kennen die gar nicht.
00:55:02Die sind doch alle erst gekommen,
00:55:04als die Wasserkühlung da war.
00:55:05Oder kennt jemand noch das schöne, warme Gefühl an der Haut,
00:55:09wenn die Handschuhe verbrennen?
00:55:11Und dann darfst du nicht loslassen.
00:55:12Nicht loslassen.
00:55:13Du bist wohl verrückt.
00:55:14Festhalten, drücken und langsam abheben.
00:55:18Ganz langsam und ganz ruhig und ganz langsam.
00:55:22Ha.
00:55:26Nimm das zurück, Kumpel.
00:55:29Unmöglich.
00:55:31Ich bin jetzt 16 Jahre im Werk.
00:55:33Jeder kennt mich.
00:55:35Noch niemand ist auf die Idee gekommen, aus mir eine 5 zu machen.
00:55:38Aber wo denken Sie hin?
00:55:39Ich will Sie doch nicht...
00:55:40Mit der Sirupstulle im Rucksack habe ich hier angefangen.
00:55:43Inzwischen ist allerhand passiert.
00:55:45Bestarbeiter, Aktivist, dreimal.
00:55:47Der Stahl, den ich geschmolzen habe, der ist im ganzen Land verteilt.
00:55:50Überall ist der.
00:55:51Und wer heute wissen will, wie das gemacht wird, der kommt zu mir.
00:55:53Das können Sie doch nicht einfach aus der Welt schaffen mit Ihrem Rotstifter.
00:55:57Da gibt es den Zustand East.
00:56:01Hier, eine 3 ist das Mindeste.
00:56:03Das darf ich wohl verlangen.
00:56:05Von mir ist auch Minus, wie bei Karl.
00:56:07Unmöglich. Die Arbeit ist ungenügt.
00:56:10Alle drei Aufgaben sind nicht gelöst.
00:56:13Nicht einmal die Ansätze stimmen.
00:56:16Hier, schauen Sie sich das an.
00:56:18Na, das ist doch der Gipfel. Was ist das?
00:56:21Das ist eine Multiplikationsaufgabe, nicht wahr?
00:56:23Und was haben Sie gemacht?
00:56:25Sie haben zusammengezählt, einfach zusammengezählt und das auch noch falsch.
00:56:30Gut, dann von mir aus eine 4.
00:56:34Ich bin keine 5, das geht nicht.
00:56:37Ich kann hier drin nicht rechnen.
00:56:38In dem Bunker und wenn die Uhr geht.
00:56:41Hier.
00:56:42Unmöglich.
00:56:44Also Kollegen, diese Kontrollarbeit ist gleichzeitig der Abschluss unseres ersten Programms.
00:56:51Du denkst wohl, du kannst mich fertig machen, was?
00:56:54Du mit einem Rotstift da, was?
00:56:57Hier ist ein Stahlwerk, mein Junge.
00:56:59Leute, die sich aufspielen, können wir hier nicht vertragen.
00:57:01Ich lasse mich nicht von dir in den Schmutz treten.
00:57:02Nicht von dir!
00:57:04Halt sie mich!
00:57:05Na, kommt her.
00:57:09Verteidigt eure schönen Zensuren.
00:57:11Hier könnt ihr so loswerden, einer wie der andere.
00:57:14Gleich ist der ganze Bedruck zu Ende.
00:57:16Raus!
00:57:21Ich habe einen schönen Garten.
00:57:24Auch zwei herrliche Bäumchen mit Schattenmohälen.
00:57:28Die sind jetzt soweit.
00:57:29Ah, da sind sie.
00:57:44Unsere mutmaßlichen Bundesgenossen.
00:57:45Sieht ja sehr fröhlich aus, der Meister.
00:58:08Taktik, nur Taktik.
00:58:13Ihm soll keiner vorwerfen, er habe nicht gewollt.
00:58:16Oho, zu dritt und jeder mit Tasche.
00:58:19Das dauert lange.
00:58:22Wir bestehen auf unserem Vertrag.
00:58:24Geduldig, aber hart.
00:58:25Lieber die Sitzung platzen lassen, aber keine Kompromisse.
00:58:28Na gut, aber ich meine...
00:58:29Ja, das können wir hinterher immer noch.
00:58:37Na, wo ist Falk?
00:58:39Er hat angerufen, er kommt zwei Minuten später.
00:58:41Er muss dann auch rüber in die Schule.
00:58:43Ins wissenschaftlich-technische Zentrum?
00:58:46Ja, dort musste er hin.
00:58:49Ist irgendwas passiert?
00:58:51Was passiert?
00:58:52Wir müssen ihm das Wissen ja nicht aufdrängen.
00:58:56So ist das ja nicht.
00:58:57Er muss raus.
00:58:58Er hält das ganze Programm auf.
00:59:01Es ist seine erste Berührung mit der Wissenschaft gewesen.
00:59:04Keine sehr poetische.
00:59:06Aber immerhin...
00:59:07Wie soll ich denn das verstehen?
00:59:09Da ist eine Sache,
00:59:11die ließ sich mit Körperkraft nicht niederringen.
00:59:14Sie können sich gar nicht vorstellen,
00:59:16wie furchtbar diese Feststellung für ihn war.
00:59:19Da denkt man ja, man hat keine Arme mehr.
00:59:22Keine Beine.
00:59:24Man ist nur noch ein Wrack.
00:59:26Ein Wrack?
00:59:27Entschuldigen Sie.
00:59:28Aber er ist ein Mensch, der denken lernt
00:59:30und sich Wissen aneignet.
00:59:31Nicht so schnell.
00:59:32Da ist er ja noch gar nicht angekommen.
00:59:35Da will er ja erst hin.
00:59:48Wie macht sich denn Wunder?
00:59:50Ausgezeichnet.
00:59:50Dieser Hänfling.
00:59:51Das soll er nun begreifen,
00:59:53dass die Hänflinge die Sieger sind.
00:59:56Das ist doch ganz schön, ist das.
00:59:58Muss er doch ganz schön was vertragen.
01:00:01Finden Sie nicht?
01:00:04Mag sein.
01:00:05Ich selber bin ja auch nicht gerade.
01:00:08Also dieser Fünf muss furchtbar gewesen sein.
01:00:14Da hat ihm die Wissenschaftler
01:00:15eins richtig in die Fresse gehauen.
01:00:17Und er durfte nichts zurückschlagen.
01:00:18Jedenfalls nicht mit der Faust.
01:00:19Jedenfalls nicht mit der Faust.
01:00:21Na, na, wenn das nichts ist.
01:00:25Wenn Sie noch lange so reden, wird aus der Fünf noch einer strebenswerten Zensur.
01:00:30Also eine Drei wäre jedenfalls echt beschissen gewesen.
01:00:38Aber in acht Wochen schreibt er die Abschlussarbeit.
01:00:40Ich sagte doch, wir werten die Sache in der Brigade aus.
01:00:43Schön und gut, aber davon wird er noch kein Abschmelzer.
01:00:47Ist er denn so schlecht?
01:00:48Keineswegs.
01:00:49Jedenfalls im Mündlichen.
01:00:51Ich meine im Unterricht.
01:00:52Da hat sich in der letzten Zeit viel getan.
01:00:55Sehen Sie, Kollegen über 40 können ja nicht gezwungen werden,
01:00:58eine schriftliche Arbeit zu machen.
01:00:59Aber das ist er ja doch nicht.
01:01:01Aber so lange warten können wir ja nicht.
01:01:03Es spielt doch keine Rolle, wie lange er an der Arbeit schreibt.
01:01:07Mir wäre das egal.
01:01:09Von mir aus kann er sich auch eine Stunde hinlegen zwischendurch.
01:01:12Abgemacht.
01:01:13Wenn es aber wieder zu Tätlichkeiten kommt.
01:01:15Ich muss zur Sitzung.
01:01:18Tja, alles sehr schön, aber alles Katzen im Sack.
01:01:26Du möchtest lieber warten bis zum 24. Juni.
01:01:32Ich bin keine Pfandleihe.
01:01:35Soll ich euch hinterher einen Gerichtsvollzieher schicken,
01:01:37der die neue Halle pfändet?
01:01:46Werner!
01:01:48Da, zu dir!
01:02:04Tag, Frau Herschelt.
01:02:07Donnerwetter.
01:02:08Nicht doch.
01:02:09Ich bin doch so furchtbar durcheinander.
01:02:11Warum denn?
01:02:11Ich suche Klaus, wir hatten uns verabredet.
01:02:13Er hätte noch etwas zu erledigen, hat er gesagt.
01:02:15Um zwei sei er fertig und ich solle hier auf ihn warten.
01:02:17Aber es ist doch schon viertel vier.
01:02:19Ja, es ist viertel vier.
01:02:21Ja, hat was zu erledigen.
01:02:25Wir wollten spazieren gehen und anschließend ins Theater.
01:02:28So.
01:02:29Was wird denn gegeben?
01:02:31Tristan.
01:02:32Ja, vielleicht ist er schon zu Hause.
01:02:37Was soll er denn dort?
01:02:38Er weiß doch, dass ich hier bin.
01:02:39Ach so.
01:02:41Was soll er denn dort?
01:02:46Klaus hat große Schwierigkeiten, nicht wahr?
01:02:49Davon weiß ich nichts.
01:02:50Das Nette an euch Männern ist immer wieder, dass ihr nicht lügen könnt.
01:02:56Ich kann das viel besser.
01:02:59Spiele das Spiel jetzt schon über acht Wochen.
01:03:01Was für ein Spiel.
01:03:03Wenn Männer Angst haben, ist ihre Eitelkeit kaum noch zu ertragen.
01:03:06Ich weiß nicht, ist Ihnen das auch schon mal aufgefallen?
01:03:10Das Spiel heißt
01:03:11Klaus zittert,
01:03:15Jutta bewundert seine Unerschrockenheit.
01:03:19Er hat keine Angst.
01:03:20Ich weiß nicht, ob das alles zum Lachen ist,
01:03:24aber es klingt so komisch, wenn Sie sagen, er hat keine Angst.
01:03:28Er hat solche Angst,
01:03:29dass ich schon nicht mehr weiß, was ich machen soll,
01:03:31wenn er jetzt nicht sofort kommt.
01:03:46Sie haben Tristan schon gesehen?
01:03:48Möchte wohl sein, viermal im Ganzen.
01:03:50Dann ist es ja nicht so schlimm.
01:03:52Die Idee stammt nicht von mir, sie stammt von Klaus.
01:03:55Sie kamen vor sechs Wochen, aber da wurde Tristan nicht gespielt.
01:03:58Aber jetzt wird er gespielt?
01:03:59Jetzt wird er gespielt.
01:04:00Und wenn Sie mir jetzt nicht sagen, wo er ist und was passiert ist, dann...
01:04:08Dann...
01:04:09Lasst ihn in Ruhe.
01:04:12So wird das nichts.
01:04:13Ich habe ja mit der Ausbildung nichts zu tun.
01:04:18Ich bin ja nicht mit dabei.
01:04:22Aber Sie haben nur die Besten genommen.
01:04:26Ich halte das nicht mal doof.
01:04:28Was?
01:04:31Interessiert Sie das wirklich?
01:04:32Es interessiert mich brennend.
01:04:36Auf meine drei!
01:04:39Minus!
01:04:42Auf die neuen Hühner!
01:04:45Auf den Fasanenhaar!
01:04:47Ich ziehe nicht in die Stadt.
01:04:49Da steht fest.
01:04:51Ich mache weiter.
01:04:52Na dann auf den neuen Schuppen.
01:04:53Ja!
01:04:54Für den ich noch zwei Vierkantölzer brauche.
01:04:5616 mal 18.
01:04:58Die importieren wir aus Schweden.
01:04:59Auf den Schwedenstahl aus unserem Abschmeldung.
01:05:01Ja, groß!
01:05:02Guckt euch mal nicht selber auf den Schlips.
01:05:04Das könnte teuer werden.
01:05:05Wieso?
01:05:06Der Traum ist aus.
01:05:08Balken, Schuppen, Hühnertulpen.
01:05:09Das war einmal.
01:05:10Was ist denn los?
01:05:12Wahrscheinlich glauben wirklich, welche, dass ich nicht rechnen kann.
01:05:15Hab mir mal was aufschreiben lassen im Lohnbüro.
01:05:18Wisst ihr, was wir verdienen, wenn die neuen Öfen stehen?
01:05:22Weniger als jetzt!
01:05:23Hä?
01:05:33Wie ich das herausbekommen habe.
01:05:37Seit Mitte August möchte er unbedingt ein Kind.
01:05:41Wie er hat gesagt...
01:05:43Gesagt ist gut.
01:05:47Er legt es geradezu darauf an.
01:05:50Wie einer, der nicht mehr viel Zeit hat.
01:05:53Sie können mir also ruhig sagen, wie es um ihn steht.
01:05:58Und Sie möchten kein Kind?
01:06:00Natürlich möchte ich ein Kind.
01:06:02Es muss auch nicht das Letzte sein.
01:06:05Aber nicht so.
01:06:08Ich will kein Kind aus Verzweiflung.
01:06:11Aber ich spüre es doch.
01:06:14Er traut sich schon selber nicht mehr über den Weg.
01:06:17Vielleicht denkt er auch, ich laufe ihm weg.
01:06:20Angst.
01:06:22Ich sag es doch.
01:06:24Und was tut ein verzweifelter Mann, wenn er eitel ist und einen starken Charakter hat?
01:06:31Er besinnt sich auf sein Geschlecht und beweist der Welt, dass er etwas Bleibendes schaffen kann.
01:06:36Und so ein Angstkind will ich nicht.
01:06:42Da habe ich keine Freude dran.
01:06:45Sie lieben ihn sehr.
01:06:49Das ist gar kein Ausdruck.
01:06:51Ich bin verrückt nach ihm.
01:06:54Aber...
01:06:55Warum muss man als Frau immer bestraft werden?
01:06:58Es ging auch zu lange gut.
01:07:01Es war zu großartig, zu toll.
01:07:03Das musste ja einen Haken haben.
01:07:06Was sagen Sie denn dazu?
01:07:10Angenommen, er schafft es nicht.
01:07:12So.
01:07:14Nun haben Sie endlich gesagt, was los ist.
01:07:18Dann schafft er es eben nicht.
01:07:20Und man kann sich in Ruhe fragen, warum nicht?
01:07:22Was ist denn dabei?
01:07:23Aber ein Kind ist ein Kind und kein Ersatz.
01:07:29Papa hat glänzend versagt, aber das Jörg hat die Nase von ihm.
01:07:32So ein Kind bindet, ich weiß.
01:07:35Ich habe eine Freundin, die war zehn Jahre so ein Bindemittel.
01:07:38Hat es auch nicht geschafft.
01:07:42Mir tun Sie leid, die Bindemittel.
01:07:45Ich will kein Bindemittel.
01:07:47Ich will ein Kind.
01:07:48Was mir bisher so zu Ohren gekommen ist, steht es um die Sache nicht schlecht.
01:07:55Ich habe gerade vorhin den Lehrer gesprochen.
01:07:57Rein zufällig.
01:07:59Er sagte mir, der Klaus wird immer besser.
01:08:03Vor allem mündlich.
01:08:05Schriftlich nicht so sehr.
01:08:07Aber mündlich.
01:08:08Ist das wirklich wahr?
01:08:10Das sagen Sie doch nur, um mich zu beruhigen.
01:08:11Die Aussichten sind gut, aber unendlich.
01:08:14Aber, wenn Sie ganz gewiss sein wollen, dann müssen Sie warten.
01:08:21Bis zum 24. Juni.
01:08:23Mein Gott.
01:08:24Das dauert und dauert und dauert.
01:08:26Ich denke, der Bau der Halle soll beschleunigt werden.
01:08:29Sie haben studiert?
01:08:31Ich war an der Fachschule.
01:08:33Und anschließend habe ich einen Spezialkurs für Architektur besucht.
01:08:36Sehen Sie, das haben Sie nur davon.
01:08:37Werner, da ruft der Klaus Wunder an und fragt, ob du schon durch bist.
01:08:43Bist du nur durch, oder bist du nicht durch?
01:08:45Ich habe Sitzung.
01:08:47Warte.
01:08:48Ist er noch dran?
01:08:49Ja.
01:08:57Falk.
01:09:00Was?
01:09:00Wer ist denn dieser Mensch?
01:09:04Wo?
01:09:06Im Abstich.
01:09:07Gut, ich komme.
01:09:07Sie haben zu tun, ich werde.
01:09:11Wann beginnt das Theater?
01:09:13Um 19.30 Uhr.
01:09:14Gut, ich kümmere mich darum.
01:09:16Sie sind doch zu Hause, nicht wahr?
01:09:19Ja, ja.
01:09:23Ihr habt doch einen beträchtlichen Kredit bekommen.
01:09:27Was habt ihr denn damit gemacht?
01:09:32Entschuldige, ich begreife immer noch nicht, dass ausgerechnet wir noch gebraucht werden.
01:09:35Frau Radtke, die Kreditunterlagen bitte.
01:09:42Was erzählst du da für einen Unsinn?
01:09:55Unsinn?
01:09:56Hier?
01:09:59Hier.
01:09:59Die Sache lohnt sich nicht.
01:10:04zahlt sich für den Arbeiter nicht aus.
01:10:06Ich verdiene 60 Mark weniger.
01:10:09Weniger, sagst du?
01:10:10Über 60 Mark.
01:10:15Und die setzen sich zusammen aus Gefahrenzulage, Schmutzzulage, Erschwerniszulage.
01:10:20Uninteressant, wie die sich zusammensetzen.
01:10:24Die Scheinchen haben sich jedenfalls aufgelöst in Luft, in Vakuum.
01:10:31Da bin ich denn besoffen.
01:10:34Da fällt doch weg, der Schmutz.
01:10:37Sie fällt doch weg, die Gefahr.
01:10:40Und die Schinderei hat auch ihr Ende.
01:10:41Das interessiert mich nicht.
01:10:48Das interessiert dich nicht?
01:10:50Es interessiert mich nicht im Geringsten.
01:10:56Die Arbeit ist leichter geworden.
01:10:59Interessanter.
01:11:00So rechnest du.
01:11:02Ich rechne anders.
01:11:03Ich rechne so.
01:11:04Wenn ich am Freitag nach Hause gehe, sind 13,50 weniger in der Tüte.
01:11:09In der Tüte.
01:11:09In der Tüte, die ich auf den Tisch lege.
01:11:12Und da liegt nur die Tüte.
01:11:13Sonst liegt da nichts.
01:11:15Und Mucki legt sie auch auf den Tisch.
01:11:17Dann sagen wir zu unseren Frauen.
01:11:18Frauen sagen wir, wir haben uns vermittelt, technische Revolution verbessert.
01:11:23Und dann machen sie die Tüte auf.
01:11:24Und dann sehen sie die Verbesserung.
01:11:27Und meine denken, ich habe sie versoffen, die 13,50.
01:11:30Aber das ist alles Quatsch.
01:11:33Du lebst doch nicht nur vom Grundlohn, Junge.
01:11:35Wir müssen doch auch dann an den Opernstuhl irgendwie auf Leistungslohn kommen.
01:11:40Na ja, dann sind wir raus.
01:11:42Und wenn ich kann?
01:11:43Und wenn nicht?
01:11:45Ja, dann wird der Ausgleich gezahlt.
01:11:4750 Prozent.
01:11:48Ja, aber Ruhe.
01:11:57Bleiben immer noch sechs Pfennig pro Stunde.
01:12:00Sechs Pfennig pro Stunde bleiben offen.
01:12:03Herr Klaus, aber wo kein Schmutz ist, kann auch keine Zulage für Schmutz bezahlt werden.
01:12:06Na, dann lass doch den Schmutz.
01:12:08Dann lass doch den Dreck und die Erschwäne ist.
01:12:10Ich habe doch keine Angst davor.
01:12:11Ich nicht.
01:12:12Ich nicht.
01:12:12Ich nicht.
01:12:18Hauschild will seinen Schmutz wieder haben.
01:12:29Hab du jetzt mal die erste Nierenkulik hinter dir.
01:12:31Dann hörst du auf in den Quatsch.
01:12:33Erfahrungsgemäß kommt sowas nach zehn Jahren bei solchen Brummern wie du.
01:12:36Bei anderen früher.
01:12:37Lass den in Ruhe.
01:12:39Klaus hat die Arbeit verhauen, das ist alles.
01:12:41Was?
01:12:43Wie war das?
01:12:45Wie kommst du Rotzer dazu, die hier...
01:12:47Du machst dich ja lächerlich.
01:12:50Lass den doch.
01:12:51Soll er doch zurückgehen.
01:12:54Da haben wir immer gesagt, der Arbeiter, der muss sich den ganzen alten Dreck vom Hals erschaffen.
01:12:59Denkst du?
01:13:01Ich will meinen Dreck wieder haben, hat er gesagt.
01:13:06Erstaunlich.
01:13:08Bisher hast du dein Geld womit verdient?
01:13:10Mit Geschick und 60 Mark für ertragen.
01:13:15Nun sagen wir Schluss mit ertragen.
01:13:19Du sollst nicht dulden, du sollst herschen.
01:13:23Kriegst dein Geld in Zukunft in erster Linie für begreifen.
01:13:28Du sagt Hauschild.
01:13:30Nein.
01:13:31Ohne mich.
01:13:33Ich scheiße was auf die 100 Jahre Arbeiterbewegung.
01:13:36Ich will meinen Schmutz wieder haben.
01:13:38Wenn ich am Freitag meiner Frau die Lohntüte auf den Tisch lege.
01:13:42Sprech mit deiner Frau.
01:13:43Ist sie zu Hause?
01:13:45Nein, sie ist nicht zu Hause.
01:13:46Wo ist sie denn?
01:13:48Werner, lass meine Frau aus dem Spiel.
01:13:50Ich warne dich.
01:13:52Oh, hast du da so einen schönen roten Kratzer?
01:13:54Was mag das sein?
01:13:56Sieht aus wie Lebensfreude, wie Kralle.
01:13:58Ihr seid ja alle verdreckt.
01:14:14Hand hoch.
01:14:16Wer auf die Sechspfennige verzichten will.
01:14:18Na also, keinen Pfennig weniger.
01:14:29Ist das klar?
01:14:30Klar.
01:14:31Na klar.
01:14:32Gut.
01:14:34Dann lacht nicht so blöde, wenn ein anderer für euch die Gusche aufreißt.
01:14:37Entschuldige, ich konnte nicht kommen.
01:14:50Was ist denn das?
01:14:52Ich dachte, wenn wir vom Theater kommen.
01:14:59Ist denn das noch zu schaffen?
01:15:01Es muss nicht sein.
01:15:03Aber zu schaffen ist es noch.
01:15:07Ich bin heute, weißt du, ich habe, wir essen das da auf, dann trinken wir das da aus und dann pusten wir das da aus und gehen ganz früh ins Bett.
01:15:26Ja?
01:15:34Aber du hast ja die Karten.
01:15:36Ja, natürlich.
01:15:37Was wird denn damit?
01:15:39Nichts.
01:15:40Die verfallen.
01:15:41Und was kosten die?
01:15:43Fünf Mark und vierzig.
01:15:45Eine?
01:15:46Eine.
01:15:54Vielleicht schaffen wir es doch noch.
01:15:58Zehn Mark und achtzig.
01:15:59Was interessieren mich die Eigenschaften des neuen Ultrastahls?
01:16:06Ihr habt ihn nicht.
01:16:07Was also soll ich damit?
01:16:10Für den Plan des nächsten Jahres benötigen wir den Stahl, den wir immer bekommen haben.
01:16:14Nur in besserer Qualität.
01:16:15Das ist alles.
01:16:17Also kommen wir bitte nicht da um den 24. Juni.
01:16:19Und ich wiederhole noch einmal.
01:16:22Hans, was ist denn hier eigentlich los?
01:16:26Vielleicht bin ich schon zu müde, aber ich verstehe kein Wort.
01:16:30Nur eins fällt mir auf, unser Besuch aus Kemmingen will den neuen Superstall nicht haben.
01:16:35Na gut, das kann ja Gründe haben.
01:16:36Vielleicht ist Kemmingen überhaupt nicht interessierter.
01:16:41Ich kann das verstehen.
01:16:44Vielleicht ist euch viel zu gut.
01:16:47So gut braucht er nach Meinung der Genossen aus Kemmingen gar nicht zu sein.
01:16:51Vielleicht entstehen dadurch den Genossen aus Kemmingen nur zusätzliche Schwierigkeiten.
01:16:57Stahl ohne Schlacken, vielleicht ist das gar nicht nötig.
01:17:01Ein paar kleine Einschlüsse dort, ein paar und hier, ein paar.
01:17:04Könnten doch bleiben.
01:17:06Worauf willst du hinaus?
01:17:08Na, fast hört es sich so an, als ob wir euch in große Schwierigkeiten stürzen,
01:17:12wenn wir diese herrliche Fehlerquelle aus der Welt schaffen.
01:17:16Am Ende wisst ihr denn gar nicht mehr, woher ihr die Ausreden hernehmen sollt,
01:17:19wenn, sagen wir, 20 Prozent der Kugellager nichts taugen.
01:17:23Wie sollen wir das verstehen?
01:17:25Mit einer Vermutung.
01:17:27Es könnte doch sein, ihr habt eine ziemlich miserable Technologie
01:17:32und nun der Ultrastahl.
01:17:37Da käme ja der ganze Zauber raus.
01:17:40Falk!
01:17:41Versuche doch nur herauszubekommen, warum sie den besten Stahl der Welt nicht haben wollen.
01:17:47Tja, unter diesen Bedingungen.
01:17:52Also.
01:18:11Der ganze Tag war umsonst. Das hast du nun geschafft.
01:18:24Ich habe gleich gesagt, lasst mich aus solchen Sitzungen raus.
01:18:27Ich kenne mich da nicht aus, aber es hört ja keiner.
01:18:30Es hört ja keiner.
01:18:35So.
01:18:36Aus der Traumwissen geliefert.
01:18:39Das wissen wir spätestens morgen.
01:18:42Rührt sich nichts, dann...
01:18:44Dann?
01:18:45Dann hat Falk den zentralen Nerv erwischt.
01:18:49Und?
01:18:50Du hoffst, dass er uns in Ruhe lässt, ja. Und?
01:18:57Es ist nur noch zu wählen zwischen einem schnellen oder einem allmählichen Ende.
01:19:02Wofür entscheiden wir uns?
01:19:05Komm mit.
01:19:09Wir müssen Proben dieses Stahls schon jetzt in mindestens fünf Werke schicken.
01:19:15Fünf Werke, hm?
01:19:16Dieser Stahl kommt vom Kleinofen, aus dem Labor.
01:19:20Ja, ich weiß.
01:19:22Solange es uns nicht gelungen ist, diesen Stahl im großen Ofen zu schmelzen,
01:19:25ist das Hochstapelei.
01:19:27Betrug!
01:19:27Wir verbreiten ein Modell für die Zukunft. Wieso ist das Betrug?
01:19:31Sie wollen nicht die Katze im Sack kaufen.
01:19:32Sie wollen sie laufen sehen. Die Katze hüpfen, springen.
01:19:34Eines Tages ist es zu Ende, das Gaukelspielchen.
01:19:36Nur sagen wir, es tut uns leid. Mehr haben wir nicht davon.
01:19:39Aber wenn schon ein Ende, dann ein Großes.
01:19:41Ich verstehe dich schon.
01:19:41Wenn Sie ihn ausprobiert haben, den Ultrastahl, den Diamanten,
01:19:45dann wird das große Gebrüll einsetzen.
01:19:47Her damit! Wir stünden unter einem herrlichen Druck.
01:19:49Da haben wir leider zwei völlig entgegengesetzte Auffassungen von Schönheit.
01:19:53Lass folgenden Fall eintreten.
01:19:55Fünf große Werke haben die Muster ausprobiert.
01:19:57Sagen wir, in sechs Wochen.
01:19:59Und an dem Tage, an dem wir hier die Ergebnisse auswerten,
01:20:02läuft drüben in der neuen Halle der erste große Ofen an.
01:20:05Hieße, wir machen Jobst aus Kemmingen zwei Monate früher als vorgesehen,
01:20:08die Hölle heiß.
01:20:09Wenn er jetzt ein bisschen still hält.
01:20:12Wenden wir uns doch am besten gleich von hier aus an das Maschinenbauministerium.
01:20:17Ein Gedanke, der mir auch schon kam.
01:20:19Oder das Chemieministerium.
01:20:20Wie wär's denn da mit neuen Pressformen verplaster?
01:20:23Das ist keine schlechte Idee.
01:20:24Das Hochschulministerium können wir ja auch gleich.
01:20:26Na, wir können überhaupt alle Ministerien.
01:20:27Alle?
01:20:28Na, alle nicht gleich.
01:20:29Aber das Hochschulministerium?
01:20:31Weil unser Institut ein ganz neues Profil braucht.
01:20:33Das ist sehr gut.
01:20:34Am Abend geben wir einen Presseempfang im Lindenhotel.
01:20:36Im Lindenhotel?
01:20:37Ich bin ja mehr für den Apollo-Saal in der Staatsoper.
01:20:40Da kommen die Kulturredakteure, die schreiben lebendiger.
01:20:43Und wer bezahlt die Muster?
01:20:45Weiß ich nicht.
01:20:46Lass dir was einfallen.
01:20:48Es ist in einem solchen Falle üblich.
01:20:50Das Übliche gilt hier nicht.
01:20:52Ja, das ist wahr.
01:20:53Hier gelten ja nur noch Spinnereien.
01:20:57Immer hübsch nach dem Motto,
01:20:57die Wirklichkeit ist dazu, da ignoriert zu werden.
01:21:00Kenne ich die Tour.
01:21:02Von mir selber.
01:21:02War selber mal so ein Lebenskenner, der alle Hindernisse kannte.
01:21:07Kannte streckenweise nur noch Hindernisse.
01:21:09Dachte immer, wenn kein Ausweg zu sehen ist,
01:21:11dann ist auch keiner da.
01:21:13Die Parteiführung meint es zwar gut,
01:21:14aber der Paulins, der bleibt auf der Erde.
01:21:17Aha.
01:21:18Ach, bleib mir doch vom Leib mit deinem sogenannten Realismus.
01:21:21Ich mag sie nicht, diese ewigen sogenannten Realisten.
01:21:24Die Jungs mit dem nüchternen Blick für das, was nicht geht.
01:21:27Die echten Kenner des Alltags.
01:21:30Das sind die Leute, die die Schlacken im Stahl für Wirklichkeit halten
01:21:33und ihre Beseitigung für Schönfärberei.
01:21:35Die lächelnden Oberwisser,
01:21:37die aus jeder großen Aufgabe alles Große herausschütteln
01:21:39und dann sagen,
01:21:40das ist doch das, was wir bisher immer gemacht haben.
01:21:43Solche sind ganz froh, sage ich dir,
01:21:44wenn es irgendwo nicht weitergeht
01:21:45oder eine miese Stimmung aufkommt,
01:21:47weil sie dann Argumente für ihre Feigheit haben,
01:21:50direkter Wirklichkeit bekommen.
01:21:51Dann sag mir doch bitte...
01:21:52Was ist das denn, Sie?
01:21:54Sag mir bitte.
01:21:56Wir sind diesen Weg nicht gegangen,
01:21:57weil wir ihn kennen, sondern weil wir ihn nicht kennen.
01:22:00Geh mir zu,
01:22:03dass dieser Fall für dieses Werk neu ist.
01:22:06Bisher hieß es,
01:22:07nutz die Erfahrungen der Besten.
01:22:09Große Frage,
01:22:10wo nehmen denn die Besten ihre Erfahrungen her?
01:22:12Stell dir vor, es ist so weit.
01:22:14Nach deinen Erfahrungen ist gefragt.
01:22:16Willst du nicht endlich welche sammeln?
01:22:19Hans, ich gehe diesen Weg hier mit dir bis zu Ende.
01:22:21Aber?
01:22:23Aber?
01:22:25Du hast keinen klaren Blick mehr, Hans.
01:22:28Es waren zu viele Niederlagen.
01:22:29bitch,
01:22:42joklos.
01:22:46See you over.
01:22:47You'll be right back.
01:22:49Musik
01:23:19Musik
01:23:49Musik
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