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Nach den US-Drohungen zur Einverleibung Grönlands stärkt Dänemark seine Streitkräfte: Der Wehrdienst ist nun auch von Frauen zu leisten und dauert elf statt vier Monate. DW besuchte den Stützpunkt Haderslev.

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Transkript
00:00Der Armeestützpunkt in Hadersleben liegt in dem Gebiet, wo dänische Truppen den letzten Krieg auf ihrem eigenen Territorium geführt haben gegen Nazi-Deutschland.
00:08Nun verstärken sie ihre Reihen für den Fall, dass es zu einem weiteren Krieg kommt um Grönland.
00:13Diese Soldaten sind die ersten, die seit der Verlängerung des Wehrdienstes in Dänemark von vier auf elf Monate eine Ausbildung machen.
00:20Dadurch haben wir die Möglichkeit, mehr Kampfkraft zu entwickeln und diese schneller einzusetzen.
00:24Obwohl der Militärdienst für Männer immer obligatorisch war und jetzt auch für Frauen verpflichtend ist, gibt es viele Freiwillige.
00:32Die 19-jährige Leora Olsen ist eine von ihnen.
00:35Ich bin vor allem hier, um mich selbst herauszufordern und viel zu lernen.
00:42Sebastian Hedegord sagt, ihm seien die Chancen und Risiken einer Militärkarriere bewusst.
00:48Natürlich ist der Krieg ein wichtiger Faktor, aber vielleicht kommt es gar nicht dazu.
00:52Vielleicht aber auch doch. Wir müssen jeden Tag nehmen, wie er kommt.
00:57Glaubst du, dass Krieg wahrscheinlicher ist als noch vor einem Jahr?
01:01Ja.
01:03Die Auseinandersetzung mit dem zuvor unvorstellbaren Szenario einer US-Invasion in Grönland erfordert Anpassungen.
01:10Die bisherige Strategie sah Russland als den einzigen wirklichen Gegner Dänemarks.
01:14Ich weiß, dass ich mit ihnen darüber sprechen muss und ich weiß, dass einige von ihnen tatsächlich sehr gespannt sind, was die dänische Regierung hinsichtlich der Verteidigung tun wird.
01:23Die Entsendung weiterer Soldaten nach Grönland ist eine Reaktion der dänischen Regierung auf die wiederholte Weigerung der Trump-Regierung, eine Annexion Grönlands auszuschließen.
01:38Doch gerade als diese Krise jüngst entschärft wurde, löste Trump eine neue Kontroverse aus, indem er sagte, die NATO-Verbündeten hätten sich aus dem Krieg in Afghanistan herausgehalten.
01:46Das löste neuer Empörung in Dänemark aus. Pro Kopf hatten die Dänen mehr Soldaten in Afghanistan verloren als jedes andere Land außer den USA.
01:58Bürger stellten Flaggen mit den Namen ihrer 44 gefallenen Soldaten vor der US-Botschaft in Kopenhagen auf.
02:05Die Botschaft entfernte diese, ersetzte sie dann durch kleine Plastikversionen, aber der Schaden war bereits da.
02:11Tausende Menschen, darunter viele Militärveteranen, hielten später einen Schweigemarsch ab und ersetzten die individuellen Flaggen.
02:20Einer der Teilnehmer war der pensionierte Luftwaffengeneral Christian Witt, der noch nie zuvor bei einer Demonstration dabei war.
02:26Aber als Trump sagte, Amerika sei im Afghanistan-Krieg allein gewesen, überschritt das für ihn eine Grenze, denn er hatte persönlich dänische Truppen dorthin entsandt.
02:35Das ist einfach ein Dolchstoß in den Rücken, denn es ist eine Lüge. Wir waren vom ersten Tag an dabei.
02:44Dänemark hofft, dass aktive Kriegshandlungen nicht wiederkommen, aber es hat tausende weitere Soldaten in Bereitschaft, wenn der Krieg doch zu ihnen kommt.
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